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"Tierhalsband"
Die vorliegende Erfindung bezieht sich
auf ein verbessertes Halsband für Haustiere zur wirksamen und praktischen Bekämpfung
von Zecken und Flöhen bei diesen Tieren.
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Bisher gab es noch kein Xierhaleband, mit dem Zecken wirksam und praktisch
bekämpft werden konnten. Es gibt Tierhalsbänder, mit denen Flöhe ausgezeichnet bekämpft
werden können; diese Halsbänder bekämpfen jedoch keine Zecken, außer in der unmittelbaren
Umgebung des Halsbandes, und auch dann nur für eine kurze Zeit. Es wurden Versuche
unternommen, die Wirksamkeit von Tierhalsbändern in der Bekämpfung von Zecken zu
verstärken, indem man die Konzentration des Schädlingsbekämpfungsmittels erhöhte;
dies hat sich jedoch nicht als erfolgreich erwiesen. Das Halsband bekämpfte die
Zecken nicht über eine zweckmäßige Zeitdauer hinweg, bekämpfte sie außerdem nur
in der unmittelbaren Umgebung des Halsbandes und reizte die Haut des Tieres.
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Die aufgezählten Schwierigkeiten mit ierhalsbändern zur Bekämpfung
von Zecken werden durch die erfindungsgemäßen verbesserten Tierhalsbänder überwunden.
Die erfindungsgemäßen Xierhalsbänder werden aus einer Zusammensetzung hergestellt,
die im wesentlichen aus einem festen Vinylharz, wie Polyvinylchlorid und Mischpolymerisate
von diesem, O-(2-Isopropoxyphenyl)-N-methylcarbamat und einem Wei chma cher besteht.
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Die erfindungsgemäßen Dierhalsbänder sind im wesentlichen trocken
und haben die Eigenschaft, daß sich die Schicht von Oarbamat-Teilchen (2-Isöpropoxyphenyl-N-methylcarbamat)
an der Oberfläche des Halsbandes von selbst erneuert, indem das Carbamat aus dem
Inneren des Halsbandes an die Oberfläche wandert; dieses Wandern erfolgt immer dann,
wenn die Carbamatteilchen von der Oberfläche des Halsbandes entfernt worden sind.
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Für die Herstellung der erfindungsgemäßen Tierhalsbänder kann jedes
geeignete feste Vinylharz verwendet werden, das mit dem verwendeten Weichmacher
und dem aktiven Carbamat ausreichend verträglich ist. Das Vinylharz muß eine ausreichende
Festigkeit und Btegsamkeit haben, um beim Formen in ein Halsband nicht zu reißen
oder brüchig zu werden, und muß von ausreichender Haltbarkeit sein 9 um gegen normale
Abnutzung beständig zu sein.
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Außerdem muß es sich um ein Harz handeln, aus dem der Weichmacher
bei normalen Temperaturen und Bedingungen nicht austritt und welches eine ausreichende
Wanderung von aktiven Carbamatteilchen aus dem Inneren des Halsbandes an die Oberfläche
zuläßt. Die aufgezählten Anforderungen werden von festen Vinylharzen erfüllt, d.h.
von Polymerisaten, die durch die Polymerisation aufgrund einer Vinyldoppelbindullg
gebildet werden.
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Typische Vinylharze sind beispielsweise Polyvinylhalogenide, wie Polyvinylchlorid,
Polyvinylchlorid-Vinylacetat und Polyvinylfluorid; Polyacrylat- und Polymethacrylatester,
wie Polymethylacrylat und Polymethylmethacrylat; und Polyvinylbenzole, wie Polystyrol
und Polyvinyltoluol.Das Harz macht etwa 40 bis 70 Gew.-0/0, vorzugsweise etwa 45
bis 65 Gew.-%, der gesamten Zusamensetzung aus Für die Herstellung der erfindungsgemäßen
Tier halsbänder sind die Weichmacher geeignet, die üblicherweise zum Weichmachen
von festen Vinylharzen verwendet werden. Der bzw. die spezielle(n) veraiendete'(n)
Weichmacher hängt(en) von dem Harz und seiner Verträglichkeit mit dem(n) Weichmacher(n)
ab. Geeignete Weichmacher sind beispiel'sweise Ester von Phosphorsäure, wie Tricresylphosphat,
Ester von Phthalsäure, wie Dimethylphthalat und Dioctylphthalat, und Ester von Adipinsäure,
wie Diisobutyladipat. Bs können auch andere Ester, wie die -Ester von Azelainsäure,
Maleinsäure, Ricinolsäure, Myristinsäure Palmitinsäure, Ölsäure, Sebacinsäure, Stearinsäure
und Trimelithsäure, sowie komplexe lineare Polyester, polymere Weichmacher und epoxydierte
Soyabohnenöle verwendet werden. Die Menge des Weichmachers beträgt etwa 15 bis 50
Gew.-%, vorzugsweise etwa 20 bis 45 Gew.-% der gesamten Zusammensetzung.
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Der Schädlingsbekämpfungswirkstoff, 0- (2-Isopropoxyphenyl )-N-methylcarbamat,
ist in einer Menge von etwa 3 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise etwa 6 bis 15 Gew.-%,
bezogen auf die gesamte Zusammensetzung, enthalten.
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In der Zusammensetzung können noch weitere Bestandteile, wie Stabilisierungsmittel,
Schmiermittel, Füllstoffe und Färbematerialien, enthalten sein, ohne daß dadurch
die grundlegenden Eigenschaften der Zusammensetzung verändert werden. Geeignete
Stabilisierungsmittel sind Antioxydationsmittel und Mittel, die das Harz vor ultravioletter
Strahlung und unerwünschtem Abbau während der Bearbeitung, wie Strangpressen, schützen,
und viele derartige Mittel sind im Handel erhältlich. Einige Stabilisierungsmittel,
wie epoxydierte Sojabohnenöle, dienen außerdem als sekundäre Weichmacher. Als Schmiermittel
können beispielsweise Stearate, Stearinsäure und Polyäthylen mit niedrigem Molekulargewicht
verwendet werden. Diese Bestandteile können in einer Konzentration bis zu etwa 20
Gew.-% der gesamten Zusammensetzung verwendet werden.
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Bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Tierhalsbänder werden die
verschiedenen Bestandteile nach bekannten Mischverfahren trocken gemischt und nach
bekannten Strangpreß- oder Spritzgußverfahren formgepreßt, um ein festes, homogenes
Halsband zu erhalten, in das Löcher gestanzt und an dem eine Schnalle befestigt
werden kann, damit es für Hunde und Katzen verwendet werden kann.
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Kurze Zeit nach der Bearbeitung wandern Carbamatteilchen oder -molekUle
aus dem Inneren des Halsbandes an die Oberfläche der Zusammensetzung und bilden
dort eine Schicht aus Teilchen, die einem Staub oder Pulver gleicht. Wenn die Carbamatteilchen
infolge der normalen Bewegung des Tieres von der Oberfläche des Halsbandes entfernt
oder abgeschüttelt worden sind, rücken weitere Teilchen aus dem Inneren des Halsbandes
nach und ersetzen die von der Oberfläche entfernten Carbamatteilchen, d.h., die
entfernten Teilchen werden ständig erneuert. Durch die
normalen
Bewegungen des Tieres werden die Carbamatteilchen im wesentlichen über das gesamte
Fell des Tieres verteilt und entfalten ihre schädlingsbekämpfende Wirksamkeit über
einen Großteil des Tierkörpers hinweg. Auf diese Weise wird eine verbesserte Bekämpfung
von Zecken erreicht. Bei Hunden und Katzen können auf diese Weise Flöhe und Zecken
über einen Zeitraum von etwa 90 bis 120 Tagen bekämpft werden.
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Die folgenden Beispiele dienen zur näheren Erläuterung der vorliegenden
Erfindung.
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Beispiel 1 22,68 kg Polyvinylchlorid wurden in einen Schnellmischer
(Henschel-Mischer, 1800 UpM) gegeben, dann wurden 15,876 kg Dioctylphthalat und
2,155 kg epoxydiertes Sojaöl zugegeben und mit dem Polyvinylchlorid so lange gemischt,
bis die gesamte Flüssigkeit absorbiert war und man eine freifließende Mischung erhalten
hatte. Danach wurden 4,536 kg 0-(2-Isopropoxyphenyl) N-methylcarbamat und 0,113
kg Stearinsäure zugegeben und kurz gemischt. Nun wurde die Mischung aus dem Mischer
entfernt und in ein Wasserbad stranggepreßt ("Eillion"-Strangpresse, Laufbüchse
50,8 cm, Kaliber 2,54 cm, Temperatur von Laufbüchse und Form etwa 14900), um einen
etwa 2,5 cm breiten Streifen zu erhalten, den man bei Zimmertemperatur trocknen
ließ.
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Als Polyvinylchlorid wurde in diesem Beispiel ein Harz mit einem hohen
Molekulargewicht verwendet, das ein spezifisches Gewicht von 1,40, eine relative
Viskosität (durchschnittl.) von 2,50, gemessen bei 250C in Cyclohexan, einen Gehalt
an leichtflüchtigen Stoffen von 0,5 % und eine Schüttdichte (durchschn.) von 0,53
g/ccm hatte.
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Das epoxydierte Sojaöl war eine klare, blaßgelbe Flüssigkeit mit einem
Molekulargewicht von etwa 429.
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Beispiel 2 Beispiel 1 wurde unter Verwendung der folgenden Bestandteile
wiederholt: Polyvinylchlorid 55,7 ffi 2-Isopropoxyphenyl-N-me thyl carbamat 9,0
% Di-octyladipat 51,0 % Epoxydiertes Sojaöl 4,0 % Stearin säure 0,3 % Mehreren Hunden,
die von Zecken befallen waren, wserden erfindungsgemäße Halsbänder umgelegt, die
10 %0 0-(2-Isopropoxyphenyl)-N-methylcarbamat enthielten. Die Halsbänder waren etwa
57 cm lang, 14 mm breit, 3,2 mm dick und wogen etwa 35 g ohne Schnalle. Zum Vergleich
wurde mehreren Hunden, die von Zwecke befallen waren, ein handelsübliches Hundelialsband
umgelegt, das Dichlorvos (Dimethyl-2, 2-dichlorvinylphosphat) enthielt.
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Nach 13 Tagen hatten die Hunde, die das erfindungsgemäße Halsband
trugen, 85, 85 beziehungsweise 75 ffi weniger ausgeachsene Zecken, Zeckennymphen
oder -larven als die Hunde, die die handelsüblichen Dichlorvos-Halsbänder trugen.
Nach 30 Tagen hatten die Hunde, die die erfindungsgemäßen Halsbänder trugen, 67,
99 beziehungsweise 100 % weniger ausgewachsene Zecken, Zeckennymphen und Zeckenlarven
als die Hunde, die die Dichlorvos-Halsbänder trugen. Nach 30 Tagen wurde der Vergleichsversuch
abgebrochen.
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Erfindungsgemäße Halsbänder, die 10 % 0-(2-Isopropoxyphenyl)-N-methylcarbamat
enthielten, wurden an 10 Hunden über 12 Wochen auf die Bekämpfung von Flöhen erprobt.
Nach Ablauf der 12 Wochen hatte das Halsband fast 100 % der Flöhe vernichtet.