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Farbzugabevorrichtung für das Farbwerk einer Büro-Offset-Druckmaschine.
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Die Erfindung betrifft eine Farbzugabevorrichtung für das Farbwerk
einer Büro-Offset-Druckmaschine, bestehend aus einer rotierend antreibbaren, leicht
lösbar in das Farbwerk einsetzbaren Duktorwalze und einem schräg stehenden Farbmesser,
das mittels Einstellorganen zonenweise auf der Unterseite an die Mantelfläche der
Duktorwalze anstellbar ist und das mit dem ihm zugekehrten Teil der Mantelfläche
der Duktorwalze ein im Querschnitt keilförmiges Farbreservoir bildet, wobei die
Farbe von der Mantelfläche der Duktorwalze durch Oberflächenberührung an weitere
Walzen weitergegeben wird. Die Dicke der von der Duktorwalze an
die
weiteren Walzen weitergegebenen Farbschicht ist durch mehr oder weniger dichtes
Anstellen des Farbmessers an die Mantelfläche der Duktorwalze einstellbar. Bei den
meisten bekannten Farbwerken sind zu diesem Zweck unterhalb des Farbmessers reihenweise
Stellschrauben angeordnet, mit denen der Farbdurchlaßspalt zonenweise entsprechend
dem jeweiligen Farbbedarf der Druckform einstellbar bzw. vollständig schließbar
ist. Die Farbe liegt dabei üblicherweise offen auf dem Farbmesser und umschließt
je nach Füllung etwa ein Viertel der Mantelfläche der Duktorwalze. Bei dieser Anordnung
ist eine verhältnismäßig große Oberfläche der Lufteinwirkung ausgesetzt, so daß
sich im Laufe der Zeit eine Farbhaut bildet, die unter Umständen eine gleichmäßige
Farbzuführung verhindern kann. Um diesen sich langsam einstellenden Zustand zu durchbrechen,
ist es erforderlich, die Farbe von Zeit zu Zeit durchzurühren, um eine möglichst
gleichmäßige Viskosität bzw.
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homogene Farbbeschaffenheit zu erhalten. Da die Farbe offen in dem
Farbreservoir liegt, besteht auch die Gefahr, daß sich Fremdkörper, insbesondere
kleine Schmutzpartikel, in der Farbe festsetzen. Auch beim Durchrühren mittels eines
geeigneten Werkzeuges werden solche Schmutzpartikel oder Fremdkörper in die Farbe
eingeschleppt. Diese Schmutzpartikel führen zu Verstopfungen am Durchlaßspalt zwischen
dem Farbmesser und der Mantelfläche der Duktorwalze und verhindern somit einen gleichmäßigen
Erbtluß. Es ist dann notwendig, das Farbreservoir von Zeit zu Zeit zu reinigen.
Es entsXht dadurch nicht nur ein Zeitverlust und eine Beeinträchtigung
des
Druckergebnisses infolge von Farbdickenschwankungen, sondern es ist diese Reinigungsarbeit
auch sonst unangenehm, weil dabei meist nicht zu verhindern ist, daß Kleider und
Hände mit der Druckfarbe in Berührung kommen.
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Um diesem Mißstand abzuhelfen, ist bereits vorgeschlagen worden (US-PS
3 316 839), die Farbe in flache Beutel zu verpacken und diese, nachdem sie an einer
Längsseite geöffnet sind, in den das Farbreservoir bildenden keilförmigen Hohlraum
zwischen Firtmesser und Duktorwalze einzulegen. Damit wird zwar der Vorteil erzielt,
daß die Farbe selbst,solange sie im Farbreservoir liegt, mit der Außenluft nicht
in Berührung kommt und daß sie auch nicht durch Schmutzpartikel verunreinigt werden
kann. Eine befriedigende Lösung des Problems stellen diese Farbbeutel -jedoch nicht
dar, da besondere Vorrichtungen vorgesehen werden müssen, um die Farbe in der jeweils
erforderlichen Menge aus dem betreffenden Beutel herauszuquetschen. Eine solche
steuerbare Quetschvorrichtung ist beispielsweise in der DT-OS 1 931 696 beschrieben.
Derartige Quetschvorrichtungen sind sehr aufwenrdig. Außerdem ist es nicht möglich,
die aus dem Farbbeutel auszupressende Farbmenge zonenweise über die Länge der Duktorwalze
dem jeweiligen Farbbedarf der betreffenden Druckform anzupassen.
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Im übrigen ist es auch bei der Verwendung von Farbbeuteln erforderlich,
Farbmesser und Duktorwalze von Zeit zu Zeit zu rexagen, weil sich ja im Laufe der
Zeit auf der Mantelfläche der Duktorwalze eingetrocknete Farbe absetzt und beim
Einlegen
des Beutels ebenfalls Schmutzteilchen in dem Farbmesserspalt absetzen können.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Farbzugabevorrichtung
der eingangs genannten Art so zu gestalten, daß keine Betriebsstörungen durch sich
im Farbmesserspalt festsetzende Verunreinigungen oder durch Hautbildungen auf der
Farboberfläche auftreten können und daß auch das Reinigen und Waschen der Duktorwalze
und des Farbmessers vollständig entfallen.
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Erreicht wird dies erfindungsgemäß dadurch, daß die Duktorwalze und
das Farbmesser in einem Gehäusesangeordnet sind und mit diesem einen allseits geschlossenen
Farbbehälter bilden.
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Der Farbbehälter bildet somit eine bauliche Einheit, in welche sowohl
die Duktornfalze als auch das Farbmesser integriert sind und die als Ganzes austauschbar
in die betreffende Druckmaschine eingesetzt werden kann. Da der Farbbehälter allseits
geschlossen ist, kommt die darin befindliche Farbe mit der AußenluftnLcht in Berührung.
Es kann sich keine Haut bilden und es können sich keine Schmutzteile in der Farbe
ab setzen. Das Reinigen und Waschen der Duktorwalze und des Farbmessers entfällt
dadurch, daß der gesamte Farbbehälter einschließlichFarbmesser und Duktorwalze im
Bedarfsfall, z. B. wenn der Farbvorrat aufgebraucht ist, gegen
einen
neuen ersetzt werden kann. Dies bringt nicht nur einen erheblichen Zeitgewiim mit
sich, sondern garantiert auch eine störungsfreie Funktionsweise dar Farbzufuhr.
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Zweckmäßigerweise ist dabei vorgesehen, daß die Duktorwalze mittels
einer drehfest mit ihr verbundenen Welle in den Stirnwänden des Gehäuses gelagert
ist, wobei wenigstens ein Wellenende die betreffende Stirnwand durchragt und Kupplungsflächen
aufweist, durch welche die WeMe mit einem maschinenseitig vorhandenen Drehantrieb
kuppelbar ist.
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Während die bekannten Duktorwalzen in der Regel einen massiven Metallkern
aufweisen, der mit einem Gummimantel oder dergleichen überzogen ist, weil sie eine
lange Lebensdauer aufweisen müssen, kann bei der erfindungsgemäßen Lösung die Walze
selbst einerseits aus billigerem Material z. B. aus Preßpappe oder dergleichen mit
einem dünnen Kunststoffüberzug bestehen und in einem billigeren Verfahren hergestellt
sein, da sie jeweils nur solange in Benutzung ist, solange der betreffende Farbvorrat
reicht. Das Lagern der Walze mittels einer Welle vereinfacht deren Montage in dem
Gehäuse bzw. die konstruktive Formgestaltung des Gehäuses selbst, da dadurch die
Möglichkeit geschaffen ist, die in den Seitenwänden des Gehäuses zu lagernde Welle
nach dem Einsetzen der Walze in das Gehäuse die Welle durch die Walze hindurchzuschieben.
Das Vorsehen von Kupplungsflächen am einen Wellenende zum Zwecke der Herstellung
einer formschlüssigen Verbindung
mit einem maschinenseitig vorhandenen
Drehantrieb ist bei herkömmlichen Duktorwalzen bereits bekannt.
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In weiterer Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß an den Innenflächen
der Gehäusestirnwände konzentrisch zur Achse der Duktorwalze kreisbogenförmige Dichtungsrippen
angeordnet sind, welche die Mantelfläclie der Duktorwalze in dem Bereich umschließen,
in dem diese mit dem Farbvorrat in Berührung steht.
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Auf diese Weise wird eine gute, lecksichere Abdichtung zwischen den
Gehäusestirnwänden und der Duktorwalze mit einfachen Mitteln erzielt.
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Sehr einfach gestaltet sich auch die Anordnung des Farbmessers im
Gehäuse, wenn das Farbmesser auf einer nach innen gerichteten Leiste der rückwärtigen
Seitenwand des Gehäuses befestigt wird.
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Auch das abdichten der Mantel fläche der Duktorwalze wird erfindungsgemäß
auf einfache Weise dadurch gelöst, daß auf der Oberseite der Duktorwalze auf deren
Mantelfläche eine sich über die Länge des Gehäuses erstreckende Dichtungslippe aufliegt,
die auf einer Leiste der vorderen Seitenwand des Gehäuses befestigt ist.
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Um die bauliche Einheit des erfindungsgemäßen Farbbehälters f;wiktionell
zu vervollständigen, ist in weiterer Ausbildung der Erfindung vorgesehen, daß auf
einer unterhalb des Farbmessers in den Seitenwänden befestigten Achse-mehrere mit
Stellhebeln versehene, auf das Farbmesser einwirkende Exzenter angeordnet sind.
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Dadurch entfallen die üblichen Farbmesser-Stellschrauben, Die einzelnen
Exzenter werden zweckmäßigerweise einstückig mit ihren Stellhebeln aus Kunststoff
gespritzt. Dabei sind ihre die Achse aufnehmenden Bohrungen so bemessen, daß die
zwischen Achse und Exzenter auftretenden Reibungskräfte ein selbständiges Verdrehen
der Exzenter auf der Achse verhindern.
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Wenn auch mit dem Erfindungsgedanken die Vorstellung ver-Zuliipft
ist, den gesamten Farbbehälter so einfach und billig zu gestalten, daß er nach dem
jeweiligen Aufbrauch des' Farbinhalts weggeworfen werden kann, so besteht doch die
Möglichkeit, denselben Farbbehälter wieder mit Farbe zu füllen, um ihn wiederholt
verwenden zu können und im Bedarfsfalle beim erneuten Füllen mit Farbe eine neue
Duktorwalze einzusetzen.
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Anhand der beiliegenden Zeichnung wird nun im folgenden ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 einen Farbbehälter
nach der Erfindung entsprechend der Aufnahmevorrichtung einer Büro-Offset-Druckmaschine
in perspektivischer Darstellung, teilweise geschnitten, Fig. 2 die Innenseite einer
Gehäusestirnwand des Farbbehälters, Fig. 3 die Lagerung der Duktorwalze in einer
Gehäusestirnwand im Schnitt.
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Die erfindungsgemäße FarbBugabevorrichtung besteht aus einem allseits
geschlossenen Farbbehälter 1, der gebildet ist aus einem Gehäuse 2, einer Duktorwalze
3 und einem Farbmesser 4. Das Gehäuse 2 besteht aus den zueinander parallelen Stirnwänden
5 und 6, einer vorderen Seitenwand 7, einer rückwärtigen Seitenwand 8 und einem
Deckel 9. An den Außenseiten der Stirnwände 5 und 6 sind jeweils zwei Haltearme
10, 11, 12, 13 mit verjüngten zylindrischen Zapfen 14, 15, 16 und 17 angeordnet,
zu deren Aufnahme in den Platinen 18 und 19 des Maschinengestells 20 Ausnehmungen
21, 22 und 23 vorgesehen sind. Die zur Aufnahme des Zapfens 16 in der Platine 19
vorgesehene Ausnehmung ist in der Zeichnung aus Übersichtlichkeitsgründen nicht
dargestellt.
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Die Duktorwalze 3 ist als separates Fertigungsteil hergestellt und
sitzt drehfest auf einer Welle 24, welche in den Stirnwänden 5 und 6 des Gehäuses
2 drehbar gelagert ist.
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Die Enden der Welle 24 ragen jeweils aus den Stirnwänden 5 und 6 heraus
und sind mit Kupplungsflächen 25 und 26 versehen, die eine Mitnehmerzunge 27 bilden.
über den Mitnehmerzungen 27 sind auf den Außenseiten der Stirnwände 5 und 6 kreisbogenförmige
Rippen 28 angeordnet.
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Das Farbmesser 4, das über die ganze Länge auf der Unterseite an der
Mantelfläche der Duktorwalze 3 anliegt, ist auf einer nach innen gerichteten Leiste
29 der rückwärtigen Seitenwand 8 des Gehäuses 1 mittels Schrauben 30 befestigt.
Die Schrauben 30 sind in eine Halteplatte 31 eingeschraubt. Auf der Oberseite der
Duktorwalze 3 liegt auf deren Mantelfläche eine Abdichtlippe 32 auf, die mittels
einer Halteplatte 33 und Schrauben 34 auf einer nach innen gerichteten Leiste 35
der vorderen Seitenwand 7 befestigt ist.
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Wie aus Fig. 2 und 3 erkennbar ist, sind auf den Innenseiten der Stirnwände
5 und 6 konzentrisch zur Drehachse der Duktorwalze 3 bzw. der Welle 24 halbkreisförmige
Dichtungsrip pen 36 angeordnet, welche die Enden der Duktorwalze 3 dicht umschließen0
Unterhalb des Farbmessers 4 ist in den Stirnwänden 5 und 6 des Gehäuses 1 eine zylindrische
Achse 56 drehsicher befestigt, auf welcher zum mehr oder weniger dichten Anstellen
des Farbmessers 4 an die Mantelfläche der Duktorwalze 3 nebeneinander mehrere Exzenter
37 mit Einstellhebeln 38 angeordnet
sind. Die Exzenter 37 sitzen
jeweils mit leichtem Preßsitz auf der Achse 56, so daß ihre Winkellage bzw. Anstellposition,
die mittels der Hebel 38 eingestellt werden kann, erhalten bleibt.
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In den Platinen 18 und 19 des Gestells 20 der Druckmaschine sind Lagerbuchsen
39 und 40 befestigt, die jweils einen seg- -mentförmigen Ausschnitt 41 bzw. 42 aufweisen.
Diese Ausschnitte 41 und 42 der Lagerbuchsen 39 und 40 dienen zur Aufnahme der kreisbogenförmigen
Rippen 28 an den Außenseiten der Stirnwände 5 und 6. In den Lagerbuchsen 39 und
40 sind Wellen 43 bzw. 44, welche im Bereich der Ausschnitte 41 und 42 schlitzförmige
Einschnitte 45 bzw. 46 zur Aufnahme der Zungen 27 der Welle 24 der Duktorwalze 3
aufweisen, angeordnet Die Welle 43 dient als Antriebswelle Sür die Duktorwalze 3
und ist zu diesem Zweck auf der Außenseite der Platine 18 mit einem Zahnrad 47 versehen,
das mittels einer nicht dargestellten Klinkenanordnung schrittweise angetrieben
wird.
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Es ist aus Fig. 1 erkennbar, daß der erfindungsgemäße Farbbehälter
1 von oben in das Gestell 20 leicht eingesetzt und daraus auch wieder leicht entfernt
werden kann, wenn die schlitzförmigen Einschnitte 45 und 46 der Wellen 43 bzw. 44
eine entsprechende Winkelstellung einnehmen. In das Gestell 20 eingesetzt wird der
Farbbehälter 1 von -den an den Stirnwänden 5 und 6 befestigten Armen 10, 11, 12
und 13, deren
zylindrische Zapfen 14, 15 und 16 in den Ausnehmungen
21, 22 und 23 bzw. in einer vierten, nicht dargestellten Ausnehmung sitzen, gehalten.
Die Duktorwalze x wird während des Maschinenbetriebes, wie bereits erwähnt, durch
die Antriebswelle 43 schrittweise angetrieben und steht in Kontaktverbindung mit
einer drehbar im Gestell 20 gelagerten Walze 48, die ihrerseits mit einer weiteren
Walze 49 zusammenwirkt.