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Strickmaschine mit Versatzvorrichtung Die Erfindung betrifft eine
Doppelbettstrickmaschine für den Haushalt mit einer Vorrichtung zum Einstellen des
Versatzes.
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Bekannte Strickmaschinen dieser Art bestehen aus zwei gegenüberliegenden
Nadelbetten, denen je ein Strickschloß zugeordnet ist Über eine Versatzvorrichtung
kann ein Bett in seiner Längsrichtung über eine bestimmte Distanz verschoben werden.
Dies geschieht in den meisten Fällen über einen Hebel oder dgl., der mit einem Zahnrad
fest verbunden ist. Das Zahnrad ist im Gestell der Maschine gelagert und treibt
über eine Zahnstange das Nadelbett an. Eine Rasteinrichtung, deren Rasterteilung
gleich der Nadelbetteilung ist, sorgt für die Arretierung des beweglichen Nadelbettes
in der Jeweiligen Stellung.
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Will nun die Strickerin ein Versatzmuster stricken, mu9 sie die Stellung
der Nadelbetten entsprechend der
Mustervorlage ändern, wobei die
Anzahl und Richtungen der Versatzschaltungen im Strickprozeß äußerst variabel sind.
So kann es z. B. vorkommen, daß sie erst zwei Raster- bzw, Nadelteilungen nach rechts,
dann eine nach links und dann eine nach rechts schalten muß. Das-heißt, die Schaltvorgänge
brauchen sich nicht periodisch zu wiederholen.
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Pur die Strickerin bedeutet es somit die durch das Muster bestimmte
Zahl der Versatzvorgänge sowie ihre Richtungen aus ihrem Gedächtnis bzw., was weitaus
das üblicher ist, von einer Vorlage auf die Maschine zu übertragen. Bei einem möglichen
Versatz über drei Nadelteilungen von einer O-Stellung aus nach links und nach rechts,
kann die erste und auch die zweite Teilung auf dem Schaltwege von rechts nach links'oder
von links nach rechts erreicht werden. Damit ist die Definition des Versatzes keine
eindeutige Aussage für die Strickerin. Zu diesem Zweck benötigt sie an der Maschine
Orieniiierungs punkte. Bei einigen Maschinen kann sich die Strickerin nur unmittelbar
anhand der augenbliBklichen Stellung der Nadelbetten oder der Lage des Versatzhebels
orientieren.
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Für ungeübte Strickerinnen bedeutet dies erhebliche Schwieritkeiten
bei der Herstellung von Versatzmustern, Aber auch für eine geübte Strickerin geben
diese Orientierungspunkte nur einen geringen Inhalt, so daß der Versatzvorgang ihre
ungeteilte Aufnierksamkeit erfordert. Es sind Strickmaschinen bekannt, bei denen
eine Erleichterung insofern geschaffen wurde, daß zur Orientierung der Striczerin
an einer übersichtlichen Stelle eine Bezugsbasis angebracht wurde. Wenn auch die
Ausführungen. unterschiedlich sind, so bestehen sie doch im Prinzip aus einem am
beweglichen Nadelbett angebrachten Symbol, beispielsweise Dreieck, dem eine ortsfest
angebrachte Skala zugeordnet ist.
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Auch die Umkehrung der Anordnung ist üblich, Jedem Teilstrich auf
der Skala ist eine Versatzstellung zugeordnet, Bestimmte Kennzeichen, wie Zahlen,
sorgen Bür eine optische Unterscheidung der einzelnen Teilstriche, so daß die Strickerin
in der Lage ist, zu Jedem Zeitpunkt sofort den Versatz abzulesen. Solange die Strickerin
ununterbrobhen striok, wird es ihr weniger Schwierigkeiten bereiten, Jedesmal die
notwendige
llíchtung el uhc.lten. In den meisten Fällen, insbesondere bei großen und komplizierten
Gestrickteilen, wird der- Prozeß öfter und über einen längeren ZGitraum unterbrochen.
Dann muß die Strickerin bei Wiederbeginn jedesmal gedanklich den vorangegangenen
Vorgang rekonstruieren, um feststellen zu können, in welcher Richtung die Versatzvorrichtung
beim weiteren Stricken zu betätigen ist. Ein Versatz in die falsche Richtung ändert
das Motiv des Musters in ungewollter Weise, und es bedarf einiger Mühen, dies wieder
zu bereinigen.
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Es ist deshalb Zweck der Erfindung, diesen Nachteil zu vermeiden.
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Daraus abgeleitet besteht die Aufgabe der Erfindung darin, die Serickmaschlne
mit einer Einrichtung zu versehen, die es der Strickerin gestattet, in jeder Phase
des Strickprozesses die Richtung des versatzes zu bestimmen.
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Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die Strickmaschine
einen zwischen den einzelnen Veraatzstellungen ständig anzeigenden Richtungsweiser
besitzt. Dieser Richtungsweiser besteht aus einem am beweglichen Nadelbett angebrachtem
Gehäuse, welches ein Sichtfenster aufweist, das mit einem Symbol eines Schiebers
zusammenarbeitet. Dieser Schieber gleitet auf einer gegenüber dem beweglichen Nadelbett
ortsfest angeordneten Führung. Zwei im Gehäuse angebrachte Anschläge sorgen für
eine Nlitnahme des Schiebersoin beiden Richtungen durch Anlage an die Schiebekanten.
Um ein Voreilen des Schiebers beim Schalten ZU vermeiden, ist eine Bremse vorgesehen,
vorzugsweise in Form einer Blattfeder, die zwischen der ortsfesten Führung und dem
Schieber gelagert ist.
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Vorteilhafterweise wird das Sichtfenster durch einen Durchbruch gebildet,
dem zwei mit ihrer Spitze zueinander gekehrte, in Längsrichtung der Versatzbewegung
liegende Dreiecke als Symbol für die Rihßltung auf dem Schieber zugeordnet sind.
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Dabei siz dia Abstände zi5b"ien Schieberkanten und Anschlägen so abgestimmt,
daß bei Umkehr der Versatzrichtung zwischen zwei Stellungen jeweils nur ein Pfeil
sichtbar ist, und zwar der, der auf die Richtung des vorangegangenen Schaltvorganges
weist. Die Anbringung des Richtungsweisers ist an keinen festen Ort gebunden.
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Vorteilhaft wird dieser in unmittelbarer Nähe der Versatzanzeige angebracht,
wobei es durchaus im Sinne der Erfindung liegt, enn Richtungsweiser und Versatzstellungsanzeige
eine Einheit bilden.
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Nach einer anderen erfindungsgemäßen Variante besteht die ortsfeste
Führung aus einem Einzelteil, welches im Gehäuse gleitend gelagert ist und eine
Nase aufweist, die in eine Ausnehmung des festangebrachten Gestells der Strickmaschine
greift.
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Der Vorteil der Erfindung liegt darin, daß durch den an der Strickmaschine
angebrachten Richtungsweiser die Strickerin in dse Lage versetzt wird, zu jedem
Zeitpunkt des Strickprozesses ohne große geistige Potenz die notwendige Richtung
der Versatzbewegung zu ermitteln. -Darüber hinaus gestattet die vorliegende Erfindung
die Verwendung einprägsamer und unverwechselbarer Symbole, die sich als wirksames
Mittel zur bildhaften Kennzeichnung des Versatzvorganges in der Gebrauchsanleitung
oder anderen Strickhilfen eignen.
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Die Erfindung soll anhand eines Ausführ'rngsbeispieles nal'-jer erläutert
werden. Dabei bedeuten die Zeichnungen Fig. 1 : Strickmaschine mit Richtungsweiser
Fig. 2 : Vertikaler Schnitt durch den Richtungsweiser entlang der Linie A-A gemäß
Figur 1 Fig. 3 : Ansicht in Richtung X gemäß Figur 2 Fig. 4 : Einzeldarstellung
des Sichtfensters und Lage der Pfeilsymbole bei links- und rechtsseitigem Anschlag
Fig.
5 : HicrltmlgnlYsiF3er mit von der Traverse getrennter Gleitfuh'rung Fig. 6 : Versatzanzeige
und Richtungsweiser als Bauelnheit In der Figur 1 ist eine aus zwei Nadelbetten
1 und 2 bestehende Strickmaschine dargestellt. Eines der beiden Betten, in vorliegenden
Fall das vordere 2, kann über eine bekannte Versatz einrichtung gegenüber dem anderen
versetzt werden (Fig, 2).Diese Einrichtung besteht normalerweise aus einem Schalthebel
4, der mit einem Zahr,-rad 8 est verbunden ist, das die Zahnstange 9 antreibt.
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Zahnstange 9 ist rnit dem vorderen Nadelbett 2 über Schrauben 10 verbunden,
die gleichzeitig gemeinsam mit den Schrauben 11 eine Führungsplatte 29 halten. Beim
Schwenken des Hebels 4 wird die Bewegung auf das vordere Nadelbett übertragen. Eine
nicht näher dargestellte Rast eine richtung sorgt für eine Arretierung des Nadelbettes
in den einzelnen Versatzstellungen, denen auf dem vorderen Nadelbett Zahlen 6 entsprechend
der Versatzmöglichkeit zugeordnet sind. Ein pfeilartiges ortsfest angebrachtes Symbol
7 dient als Bezugspunkt. Beide bilden die Versatzanzeige.¢An der Vorderseite der
Strickmaschine ist in unmittelbarer ähe der Versatzeinrichtung der Richtungsvreiser
3 angebracht, Er kann an jeden beliebigen Ort montiert werden, vorausgesetzt, die
Strickerin kann ihn bequem beobachten, Dieser Richtungsweiser besteht aus einer
ortfest angebrachten Gleitführung 12, die nach diesem Ausführungsbel; spiel über
ein Winkelprofil mit der als Strickmaschinengestell ausgebildeten Traverse 13 starr
verbunden ist, Auf dieser Gloitführung gleitet ein Schieber 14, der an seiner oberen
Seite ein Plättchen 15 trägt, in welchen zwei mit der Spitze zueinander angeordnete
Dreiecksymbole 16 ein-.
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graviert sind. Zwischen Gleitführung 12 und Schieber 14 ist eine Blattfeder
17 angeordnet, die so im Schieber eingebettet liegt, daß sie sich seitlich nicht
verschieben kann.
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Gleitfübrung und ocnisXbeli werden von einem Gehäuse 18 umfaßt, welches
über zwei Schrauben 5 am vorderen Nadelbett befestigt ist, Dieses Gehäuse besitzt
zwei beidseitig des Schiebers angebrachte Anschläge 19 und 20. Ihre Lage zum Schieber
und der Symbolik ist so bestinirnt, daß bei wechselseitiger Anlage der Schieberkanten
an den Anschlägen 19 oder 20 entweder das eine oder das andere Dreiecksymbol in
dem auf der Oberseite des Gehäuses angebrachten Durchbruch 21 sichtbar wird, (Fig.
3 und Fig. 4) Die Wirkungsweise ist wie folgt: Nach Pig, 3 liegt der Schieber rechtsseitig
am Anschlag 20 an. In dieser Stellung ist im Durchbruch 21 der nach rechts weisende
Pfeil sichtbar. Das bedeutet, daß die Strickerin im verangegangenen Schaltvorgang
den Hebel von links nach rechts bewegt hat, so daß das vordere Nadelbett von rechts
nach links gewandert ist. Das Symbol zeigt damit die Stellung an, aus welcher das
Nadelbett in die Iststellung gelangt ist. Kehrt die Bedienperson die Bewegung um,
daß heißt, sie bewegt den Hebel von rechts nach links, so wandert das vordere Nadelbett
von links nach rechts. Dabei bewegt sich das Gehäuse 18 ebenfalls nach rechts. Der
Schieber 14 verharrt dabei in seiner Ruhelage, unterstützt von der Blattfeder 17.
Während dieses Vorganges wird der in der unteren Abbildung der Fig. 4 gestrichelte
Pfeil sichtbar, während das schwarz gezeichnete Symbol 16 unterhalb der Gehäusewand
verschwindet.
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Dieser Vorgang wird beendet, indem der Anschlag 19 die äußere Kante
des Schiebers erreicht und diesen mitnimmt.
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(Fig. 4 und Fig. 5) Bei Beibehaltung der Richtung verharrt dabei ein
Dreieck des Symbols immer relativ zum Gehäuse in der gleichen Stellang. Erst bei
Umkehrung erfolgt eine erneute Verschiebung des Pfeils in der eben beschriebenen
Art, nur in entgegengesetzter Richtung.
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Bei einer weiteren Variante der erfindungsgemäßen Lösung besteht die
ortsfeste Gleitführung aus einem Teil 22, welches eine Nase aufweist, die in eine
Ausnehmung der Traverße 13 greift. Diese Variante ermöglicht einen nachtriglichel;
Anbau
des Richtungsweisers, da zur Anbringung nur unwesentliche änderungen notwendig sind.
Zu diesem Zweck besteht die Gleitführung aus eLnem plattenförmigen Teil 22, welches
an der dem Nadelbett abgekehrten Seite drei Stege 23, 24, 25 aufweist. Der der Oberseite
des Gehäuses zugewandte Steg dient der Führung des als u-förmig ausgebildeten Schiebers
14. Entgegen der Variante nach Fig. 2 und 3 ist hier die BLattfeder 17 außerhalb
des Schiebers angebracht, wobei sie sich gegen den Steg 24 abstützt. Steg 24 bildet
zusammen mit Steg 25 eine Führung, die einem im Gehäuse' angebrachten Steg 26 umfaßt.
Nach dem Anschrauben des Gehäuses mittels der Schrauben 5 an die Wand des vorderen
Nadelbettes wird über den Steg 26 ein selbsttätiges Halten der Gleitführung gewährleistet.
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Fig. 6 zeigt eilen Richtungsweiser, kombiniert mit Versatzstellungsanzeige.
Zu diesem Zweck ist an dem Gehäuse eine Skala 27 mit den Versatsmöglihhkeiten angebracht.
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Bin Zeiger 28, der mit der Gleitführung 22 in hier nicht näher dargestellten
Weise verbunden ist, sorgt für eine eindeuti-re Zuordnung.