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Verfahren zur Herstellung von Vinylchloridpolymeren Die vorliegende
Erfindung bezieht sich uf ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Vinylchloridpolymeren
in einer wässrigen Dispersion, und insbesondere bei einer praktisch konstanten Polymerisationsgeschwindigkeit
unter Bildung eines stabilen Latex.
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Vinylchlorid ist nach allen bekannten Additions-Polymerisationsverfahren
einschließlich Massen-, Lösung, Suspensions- und Dispersionspolymerisation, polymerisiert
worden. Jedes dieser Verfahren hat seine Vor- und Nachteile. So führt die Massenpolymerisation
zu hochgradig reinen, von Lösungsmittel, Verdünnungsmittel, Suspendierungsmittel
oder Emulgator freien Produkten und umgeht die Notwendigzeit des Trocknens, liefert
jedoch Teilchen von 50 Micron oder größer. Die Regelung der Reaktionsgescnmindigkeit
und die Wärmeentfernung während der Polymerisation sind jedoch unerwünschte Merkmale.
Die Lösungspolymerisation liefert
Uinylchloridpolymeres die nur
geringe Verunreinigungen enthalten, da heine Suspendierungsmittel oder Emulgatoren
verwendet werden, jedoch sind die Herstellungskosten hoch, da die ausfällung zu
Teilchen von 100-300 Micror vom Standpunkt der Handhabungsvorschriften wünschenswert
ist. Die Suspensionspolymerisation unter Verwendung von Wasser als kontinuierliche
Phase zeigt eine gute Verfahrenskontrolle und niedrige Verfahrenskosten, jedoch
haben die erhaltenen Vinylchloridpolyieren einen wesentlich größeren Teilchengrößenbereich,
namlich zwischen 15-300 Micron, als die durch Disperionsverfahren erhaltenen polymeren
Teilchen, deren Größe unter 2 Micron liegt.
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Vinylchloriddispersionsharze sind in der Vergangenheit durch Emulsions-in-Wasser-Verfahren
unter Verwendung eines wasserlös lichen Initiators, der ein echtes Emulsionsverfahren
liefert, oder eines monomeren-löslichen Initiators, der die physikalische Homogenisierung
der Reaktionsteilnehmer mit Wasser zur Bildung einer Emulsion erfordert, hergestellt
worden. Das erstgenannte Verfahren liefert Harze mit fast einheitlicher Teilchengröße.
Gas letztgenannte Verfahren liefert Harzteilchen mit breiter endgültiger Teilchengrößenverteilung
und ist Ziel der vorliegenden Erfindung.
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Die Verwendung von monomeren-löslichen Initiatoren bei der Vinylchlorid-Dispersionspolymerisation
wird durch die Tatsache kompliziert, daß die Polymerisationstemperaturen genau geregelt
werden müssen, und zwar aufgrund der Wirkung der Temperatur auf die Kettenübertragung
zum Monomeren, die wiederum das Molekulargewicht
der hergestellten
Vinylchloridpolymeren beeinflußt. Daher muß das Teniperaturprofil bei der Vinylchlorid-Dispersionspolymerisation
zur Erzielung handelsüblich annehmbarer Produkte genau geregelt werden. Dieses Ziel
wird durch die Notwendigkeit von monomerenlöslichen Polymerisationsinitntoren weiter
kompliziert, die sich mit ausreichend hoher Geschwindigkeit zu freien Radikalen
zersetzen, um optimale Umwandlungszeiten zuzulassen, oder die eine Halbwertzeit
von etwa 1-10 Stunden bei einer Temperatur zwischen 4055O. haben. Initiatoren mit
Haibwertzeiten unter diesem Bereich sind zu reaktionsfähig und ergeben frühe exotherme
Reaktionen über die Wärmeübertragungskapazität üblicher Reaktoren hinaus sowie unberechenbare
Polymerisationstemperaturprofile und niedrige Umwandlungen des Monomeren in Polymeres.
Da eine Selbstberschleunigung der Geschwindigkeit bei der Ausfällungspolymerisation
des Vinylchlorids erfolgt, ergibt die Verwendung von Initiatoren mit Halbwertzeiten
oberhalb dieses Bereiches eine schlechte Produktivität bei absatzweisen Verfahren
aufgrund der abnormal langen Polymerisationszeiten, die notwendig sind, eine Überschreitung
der Wärmeiibertragungskapazitäten der Reaktoren im späteren Stadium der Polymerisation
zu vermeiden. Die obere Grenze des Temperaturbereiches von 4055O C. wird durch die
Forderung markiert, das Vinylchlorid-Dispersionsharze mit hohem Molekulargewicht
für zufr-iedenstellende physikalische Eigenschaften notwendig sind und daß eine
schlechtere Latexstabilität bei hohen Polymerisationstemperaturen auftritt. Da das
Molekulargewicht dieser Harze durch Kettenübertragung zum Monomeren geregelt wird,
ist es daher von der Polymerisationstempsratur abhängig. Zur Erzielung vernünftiger
Reaktionsgeschwindigkeiten
bei mäßig geringen Initiatorkonzentrationen
und zur Bildung uonHarzen mit ausreichend niedrigem Molekulargewicht und Kristallinität
zu einer leichten Verarbeitung wird vorzugsweise unter unter 400 c. gearbeitet.
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Symmetrische -;halogensubstituierte Diacylperoxide haben bei 40 550C.
Halbwertzeiten, die für optimale Vinylchloridpolymerisationsgeschwindigkeiten in
diesem Temperaturbereich zu kurz sind (sie zersetzen sich zu schnall in freie Radikale),
während unsubstituierte symmetrische Diacylperoxide Halbwertzeiten haben, die für
optimale Uinylchlorid-Dispersionspolymerisationsgeschwindigkeiten in diesem Temperaturbereich
zu hoch sind (sie zersetzen sich zu langsam in freie Radikale und verlängarn daher
die Polymerisationszeit auf unrealistische Dauer).
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Mischungen aus symmetrischen α-halogensubstituierten Diacylperoxiden
mit symmetrischen unsubstituierten Diacylperoxiden ergeben ebenfalls ein schlechtes
Verhalten, da sie unberechenbare Polymerisationsgeschwindigkeiten liefern, wie sich
durch Temperaturprofile von wässrigen Vinylchlorid-Dispersionspolymerisationen unter
Verwendung dieser Mischungen zeigt. Diese Temperaturprofile, die Kurven der durch
die prozentuale Umwandlung des Monomeren in Polymer es pro Stunde angegebenen Reaktionsgeschwindigkeit
als Ordinate gegen die Reaktionszeit als Abszisse sind, zeigen anstelle einer allgemein
plateau-förmigen Kurve eine sattelartige Kurve.
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Und zwar aufgrund der Tatsache, daß die beiden Initiatoren getrennt
arbeiten und man daher eine zu schnelle Polymerisation mit dem symmetrischen i-halogensubstituierten
Diacylperoxid und eine zu langsame Polymerisationsgeschwindigkeit mit dem unsubstituierten
Diacylperoxid erhält, genau wie man dies bei Verwendung
der jeweiligen
Materialien allein feststellt.
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Eine andere Forderung für ein wirtschaftlich erfolgreiches wässriges
Vinylchlorid-Dispersionspolymerisationssystem besteht in der Erzielung eines Vinylharzproduktes
in mechanisch stabiler Latexform. Wenn das Latexpnodukt nicht stabil ist, bildet
sich aufgrund einer Verschmutzung der Polymerisationsreaktoren übermäßig viel Abfall
und zwischen den Versuchen werden zu viele Unterbrechungen zum Reinigen der Reaktoren
notwendig. Die Bildung eines unstabilen Latex ergibt auch Lagerungsprobleme und
kompliziert die Verwendung der Vinylchloridharze beim Überziehen und anderen Verwendungszwecken.
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Zur Erzielung eines mechanisch stbilen Vinylchloridpolymerisat-Latex
hat es sich als notwendig erwiesen, das oder die Monomere(n) mittels einer Vorrichtung
mit hoher Scherkraft zu einer steilen Emulsion zu emulgieren, um eine Emulsion mit
einer endgültigen Tröpfchengröße von 2 Micron oder weniger zu erhalten. Dann wird
die Emulsion wiederum zu einem Latex mit einer Teilchengröße von 2 Micron oder weniger
polymerisiert.
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Die Halbwertzeit der Polymerisationsinitiatoren wird an ihren unterem
Inert auch durch die Tatsache eingeschrankt, daß sich die zu schnell zersetzenden
Initiatoren vor der geplanten Polymerisationsstufe zersetzen können, d.h. wenn das
Vinylchloridmonomere mit Wasser zur Bildung der Beschickung für den Polymerisationsreaktor
vorgemischt und homogenieiert wird. Eine vorzeitige Polymerisation in dieser Stufe
ist vL'llig unannehmbar und konnte außerordentliche Nachteile mit sich bringen.
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Es wurde nun ein Verfahren zur Herstellung von Vinylchloridpolymeren
in wässriger Disperion bei praktisch konstanter Polymerisationsgeschwindigkeit unter
Bildung eines stabilen Latex gefunden, daß durch die folgenden Stufen gekennzeichnet
ist (a) Homogenisieren einer Mischung aus (1) 1-150 Gew.-Teilen Vinylchloridmonomersm,
(2) 0-50 Gew.-Teilen eines äthylenisch ungesättigten, mit Vinylchlorid mischpolymerisierbaren
Monomeren, (3) 0,001-10 Gew.-Teilen mindestens eines oberflächenaktiven Mi-Mittels
und (4) 0,00005-3 Gew.-Teilen eines unsymmetrischen 2-halogensubstituierten Diacylperoxids
der Formel
in welcher R und R' jeweils für eine höhere Alkylgruppe mit 10-16 Kohlenstoffatomen
stehen und X Brom oder Chlor bedeutet, mit 100 Cew.-Teilen Wasser auf eine Tröpfchengröße
von 2 Micron oder weniger; (b) Erhitzen der homugenisierten Mischung aus (a) in
einem Druckreaktor unter einer inerten Atmosphära unter Rühren bei einer Temperatur
von 40855°C. für mindestens 2 Stunden; und (c) Gewinnung eines stabilen Latex des
Vinylchloridpolymeren mit einer Teilchengröße von 2 Micron oder weniger.
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Obgleich 1-150 Gew.-Teile des Vinylchloridmonomeren pro 100 Gew.-Teile
Wasser verwendet werden können, werden 45-125 Teile, insbesondere 70-100 Teile,
Vinylchlorid bevorzugt.
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Wird in der vorliegenden Erfindung ein äthylenisch ungesättigtes,
mit Vinylchlorid mischpolymerisierbares Monomeres verwendet, so wird es vorzugsweise
in einer Menge bis zu 10 Cew.-Teilen pro
100 Teilen Vinylchloridmonomeren
eingesetzt, obgleich Mengen bis zu 40 Gew. -Teilen pro 100 Teilen Vinylchloridmonomer
en gegebenen falls verwendet werden können. Mischpolymerisiertare äthylenisch ungesättigte
Monomere -umfassen z.B. α-Olefine, wie Athylen-, Propylen, Butylen und Neshexen-1;
Vinylester, wie Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinylbutyrat, Vinylpelargonat und Vinylstearat;
Alkylacrylate oder -methacrylate mit bis zu 18 Kohlenstoffatomen im Alkylteil, wie
Methylmethacrylat, Äthylacrylat, n-Butylacrylat, Laurylmethacrylat, Lauryiacrylat,
Hexydecylacrylat und Stearylmethacrylat, Vinylfluorid, Vinylidenchlorid, Acrylnitril,
Meth-.
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acrylnitril, Acrylamid, Maleinsäureanhydrid, M-aleinsäure, Fumarsäure
und Maleate und Fumarate niedriger Alkylester und Halbester.
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Besonders bevorzugte äthylenisch ungesättigte, mischpolymerisierbare
Monomere sind Vinylacetat und Äthylen.
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Die als Polymerisationsinitiatoren in der vorliegenden Erfindung verwendeten
unsymmetrischen Diacylperoxide sind u.a. 2-Chlorlauroylperoxid, 2-Bromaluroyllauroylperoxid,
2-Chlormyristoylmyristoylperoxid, 2-Brommyristoylmyristoylperoxid, 2-Chlorpalmitoyl
palmitoylperoxid, 2-Brompalmitoylpalmitoylperoxid, 2-Ch-lorstearoylstearoylperoxid
und 2-Bromstearoylstearoylperoxid. Obgleich Mengen von nur 0,005 Gew.-Teilen oder
bis zu 2 Gew.-Teilen des unsymmetrischenα -halogensubstituierten Diacylperoxids
pro 100 Teilen des ingesamt eingeführten Monomeren verwendet werden können, werden
vorzugsweise 0,01-0,50 Gew.-Teile, insbesondere 0,02-0,20 Gew.-Teile, bevorzugt.
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Das Verfahren zur Homogenisierung ist nicht entscheidend und kann
mit Durchgang bei hoher Geschwindigkeit zwischen engen Abständen, z.B. in handelsüblichen
Homogenisierungsanlagen, Kolloidmühlen, Zentrifugalpumpen und anderen Vorrichtungen
mit hoher Scherkraft oder durch Ultraschallvorrichtungen, erfolgen. Die Homogenisierung
von Monomeren, Initiator und Wasser wird durch die Verwendung geeigneter oberflächenaktivern
Mittel unterstützt. Dazu wird die Verwendung anionischer Mittel oder Mischungen
aus anionischen und nicht-ionischen oberflächenaktiven Mittel bevorzugt, da die
so erhaltenen Emulsionen Stabilität besitzen; man kann jedoch auch nicht-ionische
oder kationische oberflächenaktive Mittel allein oder Mischungen aus nicht-ionischen
und katinnischen Mitteln verwenden. Polymere oberflächenaktive Mittel, wie Styrol/Maleinsäure-Mischpolymerisate
und deren Salze usw. können ebenfalls verwendet werden sowie die in situ während
der Polymerisation des Vinylchlorids gebildeten oberflächenaktiven Mittel. Bevorzugte
oberflächenaktive Mittel sind z.B. Dioctylester von Natriumsulfobernsteinsäure,
Natriunlaurylsulfat/Laurylalkohol-Mischungen und Natriumtetradecylsulfat. Andere
geeignete oberflächenaktive Mittel umfassen Natriumlaurylsulfat allein, Alkalimetallalkylbenzolsulfonate,
Ammoniumalkylbenzolsulfonate, Alkalimetallalkylsulfatsalze mit 10-20 Kohlenstoffatomen
in der Alkylgruppe, Ammoniumalkylsulfatsalze mit 10-20 Kohlenstoffatomen in der
Alkylgruppe, Alkalimetallsalze von Fettsäuren mit 10-20 Kohlenstoffatomen und Ammoniumsalze
von Fettsäure mit 10-20 Kohlenstoffatomen. Die Konzentration der oberflächen aktiven
Mittel wird vorzugsweis mögliest niedrig gehalten, da dies die Kosten der oberflächenaktiven
Mittel
verringert, im polymerisierten Produkt wEniger wassnrempfindlichen Rückstand liefert
und weiter die Teilchengröße des Vinylchloridpolymeren erhöht. Ein weiterer, die
Konzentration des oberflächenaktiven Mittels bestimmender Faktor ist die Struktur
des Mittels selbst. Man kann jede Menge an oberflächenaktivem Mittel über einer
Konzentration von 0,1 7f, bezogen auf das Gewicht der gesamten eingeführten Monomeren,verwenden,
obgleich es eine obere Grenze für die Konzentration des oberflächenaktiven Mittels
gibt, wo Probleme von überschüssigem Oberflächengebiet auftreten.
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Es wird vorzugsweise 0,4-1 3 oberflächenaktives Mittel, bezogen auf
die gesamte Monomerenbeschickung, verwendet, insbesondere, wonn der gesamte Feststoffgehalt
des in der Polymerisationsstufe gebildeten Latex um 40 Gew. -% oder mehr beträgt.
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Zur Erzielung eines leicht zu verarbeitenden Vinylchloridpolymeren
mit hohem Molekulargewicht wird vorzugsweise ein Tempenaturbereich von 40-55°C.,
insbesondere 44-50°C., verwendet.
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Obgleich die Polymerisationszeit erfindungsgemäß nicht sehr entscheidend
ist, sollte für praktische Zwecke eine Polymerisationsdauer von mindestens 2 Stunden
verwendet werden, damit man ausreichend Zeit hat, die Polymerisationswärme aus großen
Produktionsreaktoren zu entfernen. Es gibt keine obere Grenze für die Polymerisation,
aber selbstverständlich ist es kostspielig, über die für eine praktische Umwandlung
von Monomeren in Polymeres notwendigc Mindestzeit hinauszugehen.
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Ohne an irgendeine Theorie oder Erklärung gebunden werden zu wollen
wird angenommen, daß die erfindungsgemäMerzielter überlegenen Ergebnisse auf der
Struktur des-Polymerisationsinitiators beruhen, wobei die Kettenlänger der Alkylgruppen
R und R1 innerhalb relativ enge Grenzen liegt und nur eine der beiden Alkylseitenketten
einen Halogensubstituenten in deri -vtellung zur Acylperoxidgruppe hat. Aus dieser
Feststellung heraus scheinen Polymerisationsinitiatoren mit langen Sei tenketten
und innerer Acylperoxidstruktur unbedingt notwendig für die Latexstabilicät bei
homogenisierten Vinylchlorid-Dispersionspolymerisationen zu sein. Versuche zur Verwendung
kurzkettiger Diacylperoxidinitiatoren oder überlicher aktiver, kurzkettiger Initiatoren,
wie Acetylcyclohexansulfonylperoxid und Isopropylperoxydicarbonat, waren in homogenisierten
Vinylchlorid-Dispersionspolymerisationen ohne Erfolg. Vermutlich ist die erfindungsgemäße
lange Kettenlänge zur Verwendung in Vinylchlorid-Dispersionspolymerisationen erforderlich,
da das Diacylperoxidinitiatormolekül und/oder das erhaltene primäre freie Radikal
Oberflächenaktivitat besitzen müssen, so daß die Einleitung der Polymerisation auf
der Oberfläche der Monomerentröpfchen erfolgt. Eine zweite, sich aus den festgestellten
Phänomenen ergebende Erklärung besteht darin, daß winzige Wasserlöslichkeiten der
Initiatormoleküle mit kürzerer Kettenlänge und/oder der erhaltenen primären freien
Radikale genügend Wasserphaseninitiierung schaffen, um eine Erhöhung in der Anzahl
der Teilchen und ihres Oberflächengebietes zu ergeben. Dies führt zu einer Abnahme
der Latexstabilität bei konstanter Konzentration
des oberflächenaktiven
Mittels. Die unsymmetrischen 6-halogenierten Diacylperoxide müssen Alkylseitenketten
der beanspruchten, eng begrenz-ten Länge haben, da andere Initiatoren, wie Di-n-octaperoxid,
bei Vinylchlorid-Dispersionspolymerisationen nur eine schichte Latexstabilität ergeben.
In ähnlicher Weisa liefern auch 2-Bromoctano-yloctanoylperoxid sowie 2-Chloroctanoyloctanoylperoxid
eine schlechte Latexatabilität, wenn sie als Initiatoren in Vinylchlorid-Dispersionspolymerisationen
verwendet- werden. Die Forderung nach inneren Acylperoxidstrukturen wird durch die
Verwendung reaktionsfähiger, langkettiger Peroxydicarbonate, wie Ditetradecyl- und
Dicetylperoxiddicarbonaten, veranschaulicht, die eine schlechtere Latexstabilität
end eine Erhöhung der Anzahl der Teilchen im polymeren Produkt mit einer Größe unter
0,1 Micron ergibt. Kleinere Teilchen ergeben in Plastisolen und Organosolen un-erwünschte
Eigenschaften, wie höhere Anfangsviskositäten und eine schnellere Erhöhung der Viskosität
beim Altern. So sind zur Erzielung einer Latexstabilität mit einem ck -halogensubstituierten,
unsymmetrischen Diacylperoxid lange Alkylketten mit mindestens 11 Kohlenstoffatomen
auf beiden Seiten der Acylperoxidgruppe erforderlich.
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Im erfindungsgemäßen Verfahren können selbstverständlich andere wahlweise
Bestandteile, wie-Puffer, Färbemittel, Stabilisatoren, Weichmacher und-Farbstoffe
verwendet werden, ohne die gewünschten Ergebnisse zu beeinträchtigen.
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Beim erfindungsgemäßen Verfahren können die üblichen bekannten Polymerisationsanlagen
verwendet werden.
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Die folgenden Beispiele veranschaulichen die vorlicgande Erfindung,
ohne sie zu beschränken. Falls nicht anders angegeben, sind alle Teile und Prozentangaben
Gew.-Teile und Gew. -%.
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B e i s p i e 1 1 Eine homogene Lösung aus 2,89 g 2-8romlauroyllauroylperoxid,
in 1806 g Vinylchloridmonomeren, das 3 ppm tert.-ButylSrenzkatechin als Inhibitor
enthielt, gelöst, wurde bei 3,5 atü und 22 0C. 15 Minuten mit einer wässrigen Lösung
gemischt, die 13,55 g des Natriumsulfatderivates von 7-Athyl-2-methyl-4-undecanol
und 0,!52 g Natriumbicarbonat in 2394 g Wasser enthielt. Diese Vormischung wurde
dann durch eine 2-stufigen Manton-Gaulin-Homogenisierungsvorrichtung mit einem Druck
von 9495 atü in jeder. Stufe geleitet.
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Die homogenisierte Mischung mit einer Tröpfchengröße von 2 Micron
oder weniger wurde in einen Druckreaktor geleitet, der mit Stickstoff auf 4,2 atü
gehalten wurde, wo die Mischung langsam gerührt wurde, um eine Polymerisationstemperatur
von 45po. bei einem Druck von etwa 8,4 atü aufrechtzuerhalten. Nach 12 Stunden und
40 Minuten war der Druck im geschlossenen Reaktor auf etwa 1,4 at gefallen, was
eine hohe Umwandlung von Vinylchlorid in Polyvinylchlorid anzeigte. Der Druckreaktor
wurde entspannt und das nicht umgesetzte Vinylchloridmonomere unter Abkühlen des
Polyvinylchloridlatex auf Zimmertemperatur abgestrippt. Der gewonnene Polyvinylchloridlatex
mit einer Teilchengröße von 2 Micron oder weniger enthielt 37,8 d Gesamtfeststoffe,und
nur 6,1 % des gesamten Harzes gingen als Abfall verloren. "Abfall" wird definiert
als die Summe der im Latex und in Überzügen auf den Reaktorwänden, Rührflügeln und
anderen Oberflächen der Anlage koagulierten Teilchen. Trockenes Polyvinylchloridharz
wurde aus dem Latex durch Sprühtrocknung
desselben in einem kleinen
Sprühtrockner erhalten. Das trockene Polyvinylchloridharz wurde zweimal durch Hindurchführen
durch eine kleine Mikropulverisierungs-Mahlvorrichtung vermahlen.
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Es wurde eine Plastisolformulierung aus 100 Teilen des in diesem Beispiel
hergestellten Polyvinylchlorids, 56 Teilen Dioctylphthalaut, 2 Teilen 2-Äthylhexyl-9,10-epoxytallat-Weichmacher
und 2 Teilen einer Mischung aus Bariumalkylphenylat mit Calcium-und Zinko-ctoat
(-"Mark KCB Stabilizer") hergestellt. Diese hatte eine RVT Brookfield Viskosität
(Nr. 6 -Spindel bei 20 Umdr./min) nach einem Tag von 104 pois-es be-i 25°C. Nach
3 Tagen hatte sich die Visko-sitat auf 184 poises bei 25 0C. erhäht.
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Das wie oben hergestellte Vinylchloridharz wurde auch zu einem Organosol
formuliert, das -80 Teile des obigen Harzes, 20 Teile eines 83 % Vinylchlorid, 16
% Vinylacetat und 0,9 % interpolymerisierte Maleinsäure enthaltenden Terpolymerisates,
35 Teile Diisobutylketon, 20 Teile Isophoron, 90 Teile "Solvesso 150" (97-Oige Mischung
aromatischer Kohlenwasserstoffe mit einem Siedepunktsbereich von 188-210°C.), 5
Teile Butyl "CARBITOL" (Warenzeichen für den Monobutyläther von Diäthylenglykol)
und 5 Teile "ERL-2774" (ein Diglycidyläther von Bisphenol A) enthielt. Diese Bestandteile
wurden 5 Minuten bei 40°C. gemischt und dann weitere 10 Minuten bei 40 0C.
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mit Glasperlen vermahlen. Die Stormer-Viskosität dieses Organosols
betrug nach 2 Stunden bei 24-25°C. 120 Krebs-Einheiten und nach 1-tägiger Lagerung
bei 24-25°C. 127 Krebs-Einheiten.
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Das als obiger Initiator verwendete 2-Eromlauroyllauroylperoxid kann
durch Mischen einer wässrigen Lösung eines Alkalimetallperoxids mit 1 Mol 2-Brumlauroylchlorid,
in Toluol gelöst, und anschließende tsopfenweise Zugabe von 1 Mol Lauroylchlorid
zu der mindestens 0,5 Stunden bei 0-25 0C. gerührten Lösung, Verringerung des pH-Wertes
der erhaltenen gerührten Mischung auf etwa 1,5 durch Ansäuern mit Schwefelsäure
und anschließende Entfernung der Lösung des in der Toluolschicht gelösten 2-Bromiauroyllauroylperoxids
in einem Scheidetrichter hergestellt werden. Eine Bestimmung kann durch Nitrieren
des Peroxids in der Toluollüsung erfolgen, dann wurde die Toluollösung per se für
die Polymerisation des Vinylchloridmonomeren verwendet.
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S e i s p i ~ 2 Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei das Vinylchlorid
5 ppm tert.-Butylbrenzkatechin enthielt, das Natriumsulfatderivat von 7-Äthyl-2-methyl-4-undecanol
durch 13,0 g Natriumlaurylsulfat und 18,9 g Laurylalkohol ersetzt wurde, die Druckeinin
der Homogenisierungsvorrichtung 70 atü in der ersten Stufe und 35 atü in der zweiten
Stufe betrugen und die Polymerisationstemperatur 46 0C. war. Die gesamte Polymerisationszeit
betrug 8 Stunden.
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Der erhaltene Polyvinylchloridlatex hatte einen FeststofFgehalt von
37,6 %, und 9,4 % des gesamten Harzes waren Abfall.
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Die Brookfield-Viskosität des wie in Beispiel 1 hergestellten.
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und gelagerten Plastisols betrug nach 1 Tag 174 poises und nach 3
Tagen 210 poises (gemessen wie in Beispiel 1). Dig Stormer-Viskosität des wie in
Beispiel 1 hergestellten und gelagerte Organosols betrug gemäß Messung wie in Beispiel
1 nach 2 Stunden 100 Krebs-Einheiten und nach 1 Tag 106 Krebs-Einheiten,
B
e i s p i e l 3 Beispiel 2 wurde wiederholt, wobei jedoch nur 1,73 g 2-Bromlauroyllauroylperoxid
verwendet wurden, das Vinylchlorid 1 ppm tert.-Butylbrenzkatechininhibitoi und 22,4
g Trichloräthylen enthielt, die Mengen an Natriumlaurylsulfat und Laurylalkohol
13,55 g bzw.
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19,65 g betrugen und die Polymerisationstemperatur bei 50 C. lag.
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Die gesamte Polymerisationszeit betrug 11 Stunden und 20 Minuten.
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Der erhaltene Polyvinyichloridlatex hatte einen Feststoffgehalt von
36,0 %, und 10 % des gesamten Harzes war Abfall.
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Die Brookfield-Viskosität des wie in Beispiel 1 hergestellten Plastisols
betrug laut dortiger Messung 69 poises nach 1 Tag und 77,5 poises nach 3 Tagen.
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B e i s p i e 1 4 Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei jedoch 5 ppm
tert.-Butylbrenzkatechin und 2,23 g 2-Chlorlauroyllauroylperoxid im Vinylchlorid
gelöst wurden. Die gesamte Polymerisationszeit betrug 10 Stunden und 25 Minuten.
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Der erhaltene Polyvinyclhloridlatex hatte einen Feststoffgehalt von
37,95 %, und 5,9 p des gesamten Harzes waren Abfall.
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Die Brookfield-Viskosität des wie in Beispiel 1 hergestellten und
gelagerten Plastisols betrug laut dortiger Messung 73,5 poises nach 1 Tag und 104,5
poises nach 3 Tagen. Die Stormer-Viskosität des wie in Beispiel 1 hergestellten
und gelagerten Organosols betrug laut dortiger Messung 98 Krebs-EinFeiten nach 2
Stunden und 108 Krebs-Einheiten nach 1 Tag.
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Das in diesem Beispiel verwendete 2-Chlorlauroyllauroylperoxid wurde
in analoger Weise zur Herstellung des 2-Bromlauroyllauroyl peroxids hergestellt,
wobei jedoch 2-Chlorlauroylchlorid anstelle des 2-Bromlauroylchlorids verwendet
wurde Beispiel 5 Beispiel 1 wurde wiederholt wobei jedoch eine homogene Lösung,
die 1,68 Q 2-Bromlauroyllauroylperoxid, n 1864 y Vinylchlorid mit 5 ppm tert.-Butylbrenzkatechininhibitor
gelöst, enthalt, bei 3,5 atü und 200C. 15 Minuten mit einer wässrigen Lösung aus
11,17 g Dioctylnatriumsulfosuccinat und 0,559 g Natriumbicarbonat in 2471 g Wasser
gemischt wurde. Die Polymerisationstemperatur betrug 440C. und die Polymerisationszeit
18 Stunden und 14 Minuten.
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Der erhaltene Polyvinychloridlatex hatte einen Feststoffgehalt von
38,06 %, und 6,3 d des gesamten Harzes waren Abfall.
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Die Brookfield-Viskosität des wie in Beispiel 1 hergestellten und
gelagerten Plastisols betrug laut dortiger Messung 30 poiees nach 1 Tag und 34,5
poises nach 3 Tagen. Die Stormer-Viskosität des wie in Beispiel 1 hergestellten
und gelagerten Organosols betrug laut dortiger Messung 71 Krebs-Einheiten nach 2
Stunden und 86 Krebs-Einheiten nach 1 Tag.
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8 e i s p i e l 6 Das folgende Beispiel wurde mit Kontrollversuch
A verglichen, um den Unterschied im Reaktionsgeschwindigkeitsprofil bei Verwendung
von 2-Chlorlauroyllauroylperoxid als Initiator für die Polymerisation des Vinylchloridmonomeren
als verschieden von der Verwendung von Dilauroylperoxid als Polymerisationsinitiator
zu zeigen.
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Das allgemeine Verfahren von Beispiel 1 wurde mit 0,086 % 2-Chlorlauroyllauroylperoxid
und Diockylna-riumsul-fosuficinat als obsrflächenaktives Mittel wiederholt, wobei
die Polymerisationen bei 45°C. erfolgten. Kontrollversuch A erfolgte unter denselben
Bedingungen, wobei jedoch 1,0 Gew.-% Dilauroylperoxid als Initiator verwendet wurde.
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Die erhaltenen Polyvinylchloridlatices h-atten in Beispiel 6 einen
Feststoffgehalt von 36,0 % und in Kontrollversuch A von 36,3 %.
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Die Unterschiede bei der Verwen-dung dieser beide-n Initiatoren sind
in Fig. 1 dargestellt, die die Darstellung der prozentualen Umwandlung des Vinylchloridmonomeren
in Vinylchloridpolymerisat als Ordinate gegen die Reaktionszeit in std als Abszisse
ist Diese Kurve zeigt, daß weniger als 1/10 der Dilauroylperoxidmenge an 2-Chlorlauroyllauroylperoxid
für gleiche Polymerisationszeiten erforderlich war; was jedoch wichtiger ist, ist
daß die Polymerisationsgeschwindigkeit unter Verwendung von 2-Chlorlauroyllauroylperoxid
einigermäßen konstant ist, während die Polymerisationsgeschwindigkeit bei Verwendung
von Dilauroylperoxid sich während der Polymerisation merklich erhöht.
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Fig. 2 zeigt die Reaktionsgeschwindigkeitsprofile für dieselben Polymerisationen,
dargestellt als unterschiedliche Auftragungen, wobei die Ordinate die Ümwandlung
von Gew.-O Vinylchlorid in Vinylchloridpolymerisat pro std, d.h. die Reaktionsgeschwindigkeit,
gegen die Reaktionszeit in std als Abszisse ist. Wie ersichtlich, ist die Geschwindigkeit
für die ersten 6 Stunden der Polymerisation für 2-Chlorlauroyllaurolyperoxid fast
konstant, während das Dilauroylperoxid eine schnelle Erhöhung der Polymerisationsgeschwindigkeit
bewirkt.
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Diese Daten zeige, daß bei Verwendung von Dilauroylperoxid als Polymerisationsiniti.ator
die anfängliche Reaktionsgescfiwindigkeit gering ist, weshalb die erforderliche
Gesamtpolymerisationszeit länger sein muß, so daß die hohe, gegen Poymerisationsende
ein tretende Geschwindigkeit die Wärmeübertragungskapazitäten des Polynicht merisationsreaktors/überschreitet.
Werden dagegen die erfindungsgemäßen α-substituierten unsymmetrischen Diacylperoxide
als Initiatoren verwendet, ist die anfängliche Reaktionsgeschwindigkeit höher und
erhöht sich nicht merklich, so daß man kürzere Polymerisationszeiten und höhere
Produktivitäten erzielen kann. Dies wurde tatsächlich in einem großtechnischen Vsrsuch
bewiesen, wo 6 Stunden Polymerisationszeit eingespart wurden, was zu einer etwa
25-%igen Abnahme in der Polymerisationszeit und einer 15-%igen Nettoerhöhung der
Produktivität führte. Dieser Versuch wird im folgenden Beispiel 7 gezeigt.
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B e i s p i e l 7 Beispiel 1 wurde in Produktionsanlagen wiederholt,
in welchem 4,47 kg 2-Bromlauroyllauroylperoxid, in 657,7 kg Vinylchlorid mit 3 ppm
tert.-Butylbrenzkatechin gelöst, bei Zimmertemperatur 20 Minuten mit einer wässrigen
Lösung gemischt wurden, die 44 kg des Natriumsulfatderivates von 7-Äthyl-2-methyl-4-undecanol
und 1,63kg Natriumbicarbonat, in 7416 kg Wasser gelöst, enthielt; die Drucke in
der Homogenisierungsanlage betrugen 70 atü in der ersten Stufe und 35 atü in der
zweiten Stufe. Die Polymerisationstemperatur bei einem Druck von etwa 6,37 atü betrug
47°C. Die @Polymerisationszeit betrug 16 Stunden und der Druckabfall im Reaktor
1,4 at.
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Der erhaltene Polyvinylchlor dlatex hatte einen Feststoffgehalt von
39,7 % und nur etwa 136 kg Harzabfall verblieben nach Überführen des Latex m Reaktor.
Der Latex aus diesem Versuch wurde mit einem L-atex-aus einem gleichen Versucht
kombiniert.
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Man erhielt Polyvinylchloridharz aus dem Latex durch dessen Sprühtrocknung
und anschließendes Vermahlen des trockenes Harzen in der Produktionsanlage.
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Die Brookfield-Viskosltät des wie in Beispiel 1 hergestellten und
gelagerten Plastisols betrug laut dortiger Messung 54 poises nach 1 Tag und 62 poises
nach 3 Tagen. Die Sto-rmer Viskosität des wie in Beispiel 1 hergestellten und gelagerten
Organosols betrug laut dortiger Messung 9-1 Krebs-Einheiten nach 2 Stunden und 96
Krebs-Einheiten nach 1 Tag.
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B e i sjwe 1 8 Dieser Versuch erfolgte gemäß Beispiel 6, wobei jedoch
(1) die monomere Mischung 1703 g Vinylchlorid und 157 g Vinylacetat enthielt, d.h.
8,4 % der Monomeremischung aus Vinylacetat bestanden, (2) als Initiator 0,0456 %
2-Bromlauroyllauroylperoxid, bezogen auf die gesamten Monomeren verwendet wurde
und (3) die Polymerisation bei 480C. erfolgte. Nach 21,5 Stunden war der Druck im
geschlossenen Reaktor um etwa 2,8 at gefallen, was eine hohe Umwandlung von Monomeren
in Polymeres anzeigte. Der Druckreaktor wurde entspannt und das nicht umgesetzte
Vinylchloridmonomere beim Abkühlen des Vinylchlorid/Vinylacetat-Mischpolymerisatlatex
auf Zimmertemperatur abgestrippt. Der gewonnene Mischpolymerisatlatex hatte eine
Teilchengröße von 2 Micron oder weniger, enthielt 34,5 % Gesamtfeststoffe und wurde
mit nur 5,6 % des gesamten Harzes als Abfall erhalten. Man erhielt das trockene
Vinylchlorid/
Vinylacetat-Mischpolymerisatharz aus dem Latex durch'
dessen Sprühtrocknung in einer kleinen Anlage. Das trookene Harz wurde zweimal durch
Hindurchführen durch eine kleine Mikropulverisieru-ng-s-Mahlvorrichtung vermahlen.
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Die Brookfield-Viskosität des sie in Beispiel 1- hergestellten und
gelagerten Plastisols betrug laut dortiger Messung 66 poises nach 1 Tag und 95 poises
nach 3 Tagen.
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B e i s p i e 1 9 bis 19 Durch Wiederholung van Beispiel 1 unter Mischpolymerisierung
von Vinylpropionat, Methylmethacrylat, Äthylacrylat, Diäthylfumarat, Diäthylmaleat,
Athylen, Propylen, Vinylidenchlorid, Vinylfluorid, Acrylnitril oder Acrylamid mit
dem Vinylchlorid bei einer Konzendes tration von etwa 5 Gew. -%/eingeführten Vinylchlorids
erhielt man stabile Vinylchlorid-Mischpolymerisatlatices bei vergleichbaren Polymerisationsgeschwindigkeiten.
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Zur Darstellung der Verwendbarkeit von unsymmetrischen, 2-halogensubstituierten
Diacylperoxiden mit 12-18 Kohlenstoffatomen im Peroxidteil zur Herstellung eines
stabilen Vinylchloridpolymerisatlatex wurden Versuche mit 2-Bromstearoylstearoylperoxid,
2-Bromlauroyllauroylperoxid und 2-Bromoctanoyloctanoylperoxid durchgeführt. Diese
Versuche sind als Beispiel 20 und 21 sowie als Kontrollversuch B dargestellt.
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8 e i s p i e l 20 Eine homogene Lösung aus 1,9161 g (0,00297 Mol)
2-Bromstearoylstearoyloeroxid, in 1864 g Vinylchlorid mit 2,5 ppm tert.-Butylbrenzkatechininhibitor
gelöst, wurde bei 3,5 atü und 20°C. 15 Minuten mit einer wässrigen Lösung aus 13,98
g '8TERGITOL 4"
Komponente ist das (aktive/ Natriumsulfatderivat
von 7-Äthyl-2-methyl-4-undecanol) und 0,466 g NaHCO3, in 2420 g Wasser gelöst, gemischt.
Dann wurde diese Vormischung durch eine zweistufige Manton-Gaulin-Homogenisierungsvorrichtung
bei einem Druck von 94,5 atü in jeder Stufe hindurchgeleitet. Die homogenisierte
Mischung mit einer Tröpfchengröße von 2 Micron oder weniper wurde in einem auf 4,2
atü gehaltenen Druckrektor eingeführt, wo sie langsam zur Aufrechterhaltung einer
Polymerisationstemperatur von 47°C. bei einem anfänglichen Druck von 8,4-8,75 atü
gerührt wurde. Nach 16,3 Stunden war der Druck im geschlossenen Reaktor um etwa
2,38 at gefallen, was eine hohe Umwandlung von Vinylchlorid in Polyvinylchlorid
anzeigte.
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Der Druckreaktor wurde entspannt und das nicht umgesetzte Vinylchloridmonomere
unter Abkühlen des Polyvinylchloridlatex aus Zimmertemperatur abgestrippt. Der gewonnene
Polyvinylchloridlatex hatte eine Teilchengröße von 2 Micron oder weniger, enthielt
38,5 % Gesamtfeststoffe, und nur 5,3 % des gesamten Harzes gingen als Abfall verloren.
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B e i s p i e l 21 Beispiel 20 wurde unter Verwendung von 1,3838 g
(0,00290 Mol) 2-Bromlauroyllauroylperoxid anstelle des 2-Bromstearoylstearoylperoxids
von Beispiel 20 wiederholt. Nach 16,8 Stunden war der Druck um 2,52 at gefallen,
und die Reaktion wurde wie in Beispiel 20 abgestrippt. Der gewonnene Polyvinylchloridlatex
hatte eine Teilchengröße von 2 Micron oder weniger, enthielt 38,0 % Gesamtfeststoffe,
und 10 % des gesamten Harzes waren Abfall.
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Kontrollversuch B Beispiel 20 wurde nochmals wiederholt, wobai jedoch
1,1187 g (0,00306 Mol) 2-Bromoctanoyloctanoylperoxid anstelle von 2-Bromstearoylstearoylperoxid
verwendet wurden. Früh während der Polymerisation bildete sich schwerer Abfall,
was sich durch den Verlust der Temperaturkontrolle zeigte; die Polymerisationstempera.-tur
pendelte zwischen 44,5 und 48,9°C. Nach 16,8 Stunden war der Druck um 2,1 at gefallen,
was wiederum eine hohe Umwandlung von Vinylchlorid in Polyvinylchlorid anzeigte.
Die Reaktion wurde wie in Beispiel 21 abgestrippt. Man enthielt keinen Latex, d.h.
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100 % des Harzes waren Abfall.