DE2450515B2 - Verfahren und Vorrichtung zum Vorkristallisieren von kakaobutterhaltigen Massen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Vorkristallisieren von kakaobutterhaltigen MassenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Vorkristallisieren (Temperieren) von zu verarbeitenden,
kakaobutterhaltigen Massen, insbesondere Schokolade, bei dem die Masse von einer über ihrer höchsten
Schmelztemperatur liegenden ersten Temperatur, insbesondere etwa 45 bis etwa 50° C, schonend auf eine
zweite Temperatur, insbesondere etwa 28 bis etwa 29°C, bei der eine Vorkristallisierung eingeleitet wird,
abgekühlt und danach ohne Überhitzen schonend auf eine dritte Temperatur, insbesondere etwa 33 bis etwa
34°C, erwärmt wird, bei der die Masse verarbeitbar ist. Die Erfindung bezieht sich ferner auf Vorrichtungen zur
Durchführung dieses Verfahrens.
Es hat sich in der Praxis als schwierig herausgestellt, dieses beispielsweise aus der DE-AS 16 07 802 bekannte
Verfahren genau zu steuern. Wird nämlich die im Einzelfall vorbestimmte zweite Temperatur (Minimum),
bei der die Vorkristallisierung eingeleitet wird, unterschritten, so treten unerwünschte Kristallmodifikationen
auf, die den Oberflächen der Produkte schlechten Glanz, schlechte Temperaturbeständigkeit und Neigung
zu Fettreifbildung verleihen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art sowie Vorrichtungen
zu dessen Durchführung zu schaffen, mit denen der optimale Zeitpunkt für die Beendigung des
Abkühlens in bequemer und zuverlässiger Weise bestimmt und auch selbsttätig eingehalten werden kann.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß beim Abkühlen die Abkühlgeschwindigkeit
der Masse überwacht wird und beim Auftreten einer eine Wärmeabgabe in der Masse anzeigenden
Verkleinerung der Abkühlgeschwindigkeit das Abkühlen beendet wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren macht sich die Erscheinung zunutze, daß bei zu langem oder zu tiefem
Abkühlen der Masse Veränderungen in der Masse eintreten, die mit einer Wärmeproduktion einhergehen.
Es wird vermutet, daß es sich dabei um die Bildung von Kristallen unerwünschter Kristallmodifikation handelt,
so daß das Einsetzen der Wärmeproduktion direkt ein Anzeichen dafür ist, daß bei der Vorkristallisation
Kristallkeine unerwünschter Kristallmodifikation entstehen. Als eine solche unerwünschte Kristallmodifikation
wird die sogenannte Beta'-Modifikation angesehen, die einen um einige Grade niedrigeren Schmelzpunkt
als die Kristalle der erwünschten Beta-Modifikation haben soll. Es sei an dieser Stelle jedoch ausdrücklich
betont, daß die Erfindung und die mit ihr erzielbaren Vorteile nicht von der Richtigkeit irgendwelcher
theoretischer Vorstellungen abhängig sind. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das Auftreten einer
Wärmeproduktion in der Masse als Signal für das Beenden des Abkühlvorganges verwendet, und es
leuchtet ohne weiteres ein, daß man unter Verwendung dieses Signals auch eine auotmatische Beendigung des
Abkühlens leicht erzielen kann, wobei in jedem Fall das Beenden des Abkühlens am einfachsten dadurch erfolgt,
daß in die Erwärmung zur dritten oder Verarbeitungstemperatur weitergeschaltet wird. Mit dem orfindungsgemäßen
Verfahren ist es somit möglich, die Abkühlung gerade so weit zu treiben, daß in der Masse eine
maximale Konzentration an Kristallisationskeimen erwünschter Kristallmodifikationen vorliegt, jedoch nur
wenig oder gar keine Kristallisationskeime unerwünschter
KristallnOdifikationen vorhanden sind. Bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren sind die Zufälligkeiten, die bei der bisherigen empirischen Festlegung der
zweiten Temperatur unvermeidlich waren, grundsätzlich ausgeschaltet, und es lassen sich auch Einflußgrößen
automatisch berücksichtigen, insbesondere die Zusammensetzung der Masse, die früher in jedem Einzelfall
anhand von Versuchen empirisch berücksichtigt werden mußten.
Zwar ist es bekannt (»Süßwaren « 1968, S. 775, 778; »Food Engineering« 1951, S. 147, 155, 156), daß das
Temperieren von kakaobutterhaltigen Massen mit Kristallisationsvorgängen verbunden ist und daß beim
langsamen Abkühlen temperierter Massen Abkühlungskurven auftreten, die einen Rückschluß auf deren
Kristallisationszustand gestatten. Durch Versuchsreihen an unterschiedlich temperierten Proben einer Masse
versucht man diejenigen Verfahren auszusonde-n, die für diese Masse weniger geeignet sind. Das bekannte
Verfahren eignet sich nur zur labormäßigen und gesonderten Untersuchung bereits temperierter Massen.
Auf im Temperierungsverfahren befindliche Massen läßt es sich nicht anwenden, weil es zum einen zur
Gewinnung der Abkühlungskurven besondere Abkühlungsbedingungen vorschreibt und weil zum anderen
charakteristische Partien der Abkühlungskurve in dem beim Temperieren unbedingt zu meidenden Untcrkühlungsbereich
liegen. Es kommt hinzu, daß die erfindungsgemäß als Zeichen für die Erreichung des tiefsten
Abkühlpunkts beim Temperieren verwendete Wärmeproduktion in der Masse im Stand der Technik als
Anzeichen für Übertemperierung gewertet wird (DE-AS 16 07 802, Spalte 3, ab Zeile 15), während die
Erfindung dies als Vorurteil erkannt hat und die Wärmeproduktion lediglich als Zeichen drohender
Übertemperierung wertet.
Besondere Vorteile bietet das erfindungsgemäße Verfahren bei Massen, deren Aufbereitungsvorgänge so
geleitet wurden, daß sie bei der dritten Temperatur über lange Zeit mit praktisch unveränderlicher Viskosität
aufbewahrt werden können. Diese verhältnismäßig lange Aufbewahrung der Masse ist insbesondere bei
Überziehmaschinen erforderlich, bei denen die Masse im Überschuß im Kreislauf geführt und nur dip auf den
überzogenen Stücken haftengebliebenden Mengen durch Zufuhr entsprechender Ergänzungsmengen ersetzt
werden. Bei verhältnismäßig langen Aufbewahrungszeiten können Kristallkeime unerwünschter Kristallmodifikationen,
die zunächst nur in geringer Menge vorgelegen haben, zur Bildung größerer und/oder
weiterer Kristalle der unerwünschten Modifikation Anlaß geben, und dadurch könne sich die Verarbeitungs-
und Erstarrungseigenschaften mit der Zeit etwas verschlechtern, obwohl die Viskosität der Masse im
wesentlichen unverändert geblieben ist. Die genannten Verfahren zur Herstellung einer Masse, die bei der
Verarbeitungstemperatur ihre Viskosität lange Zeit praktisch unverändert beibehält, arbeiten mit mehreren
Abkühlschritten, in denen jeweils die Masse mit einem
Wärmeaustauschmittel gekühlt wird, dessen Temperatur nur wenig niedriger ist als die Eridiemperatur der
Masse in der betreffenden Kühlstufe, wobei vorzugsweise ein einziger Abkühlvorgang mit zwei aufeinander
folgenden Kühlstufen verwendet wird; bei dieser bevorzugten Verfahrensweise ist ein mehrmaliges
Aufwärmen nicht erforderlich, und die Masse kann überdies bei einer verhältnismäßig hohen dritten
Temperatur von etwa 33 bis etwa 34° C in dünnflüssigem Zustand verarbeitet werden. Bei solchen Aufbereitungsverfahren
mit mehreren Abkühlschritten wird aas erfindungsgemäße Verfahren in der Weise angewendet,
die die wärmeproduzierenden Vorgänge in der letzten Kühlstufe erfaßt werden.
Den Idealfall, das Auftreten von Wärmeproduktion gänzlich zu vermeiden, kann man dadurch anstreben,
daß man einen geringen Anteil oder Teilstrom der Masse in der gleichen Weise wie die Hauptmenge
behandelt, jedoch jeweils mit einer Temperatur, die geringfügig, insbesondere etwa 0,5°C, niedriger ist als
die in der Hauptmenge jeweils vorliegende Temperatur. Man überwacht dann nur diese Teilmenge bzw. den
Teilstrom auf das Auftreten von wärrneproduzierenden Vorgängen, und sobald diese erfaßt werden, schaltet
man die Hauptmenge, die noch um die vorgegebene Temperaturdifferenz wärmer ist als die Teilmenge oder
der Teilstrom, weiter in die Erwärmung zur dritten oder Verarbeitungstemperatur. Diese Arbeitsweise erfordert
verhältnismäßig aufwendige Einrichtungen, insbesondere zur Einhaltung der Temperaturdifferenz zwischen
der Hauptmenge und der Teilmenge bzw. dem Teilstrom. Man wird deshalb in der Praxis meist andere
Ausführungsformen vorziehen, die das Auftreten von wärmeproduzierenden Vorgängen direkt in der Hauptmenge
erfassen; dabei ist es naturgemäß nicht möglich, die wärmeproduzierenden Vorgänge ganz zu vermeiden,
doch hat die Praxis gezeigt, daß die auf diese einfachere Weise erzielten Ergebnisse durchaus zufriedenstellend
sind.
Das Auftreten von wärrneprcduzierenden Vorgängen kann in verschiedener Weise erfaßt werden, wobei im
allgemeinen die dadurch hervorgerufenen Temperaturänderungen die bequemste erfaßbare Zustandsgröße
darstellen werden. Eine besonders einfache Ausgestaltung der Erfindung ist in dieser Hinsicht dadurch
gekennzeichnet, daß zum Erfassen wärmeproduzierentler
Vorgänge in einer Endphase der Abkühlung, insbesondere bei Erreichen einer Temperatur der
Masse, die etwa 2°C über der erwarteten zweiten Temperatur liegt, die Masse mit einem Wärmeaustauschmittel
von konstanter Temperatur gekühlt wird, die Abkühlgeschwindigkeit der Masse überwacht wird
und beim Auftreten einer ein Wärmeprodiiktion in der Masse anzeigenden Verkleinerung der Abkühlgeschwindigkeit
das Abkühlen beendet wird. Es versteht sich, daß auch die übrigen Verfahrensparameter,
insbesondere die Umwälz- und Rührleistungen, zweckmäßig unverändert bleiben. Die konstante Temperatur
des Wärineaustauschmittels in der Endphase der Abkühlung kann dabei diejenige Temperatur sein, die
auch sonst bei der Aufbereitung in dieser Verfahrensstufe angewandt wird; bei üblichen Schokoladenmassen
und bei Verwendung des beschriebenen besonders vorteilhaften Aufbereitungsverfahrens, bei dem mit
einer zweistufigen Kühlung gearbeitet wird, kann demgemäß diese konstante Temperatur in der Endphase
der Abkühlung zu etwa 26°C gewählt werden. Entsprechend der auch sonst geübten Verfahrenstech-
nik kann es im Einzelfall zweckmäßig sein, diese konstante Temperatur des Wärmeaustauschmittels in
der Endphase der Abkühlung geringfügig abweichend zu wählen, je nach den im Einzelfall angewendeten
speziellen Verfahrensparametern, wobei besonders die -, Zusammensetzung der Masse und speziell der Kakaobuttergehalt
der Masse als Einflußgrößen zu nennen sind.
Die Überwachung und das Auftreten einer ungewöhnlichen Verkleinerung der Abkühlgeschwindigkeit lü
bedeutet letztlich eine meßtechnische Erfassung einer zeitlichen Änderung der Abkühlgeschwindigkeit, also
des zweiten Differentialquotienten der Temperatur der Masse nach der Zeit. Derartige Meßeinrichtungen
können beispielsweise einen elektrischen Temperatur- ü
fühler, insbesondere ein Widerstandsthermometer oder ein Thermo-Element, aufweisen, der ein der Temperatur
der Masse proportionales elektrisches Temperatursignal liefert, ferner zwei in Reihe geschaltete Differenzierstufen,
die aus dem Temperatursignal ein dessen zweiter Ableitung nach der Zeit entsprechendes
Ausgangssignal liefern, und eine nachgeschaltete Schaltstufe, die bei Erreichen eines vorgegebenen Wertes der
zweiten Ableitung des Temperatursignals einen Schaltvorgang auslöst, bei dem es sich insbesondere um die 2r>
Weiterschaltung von der Abkühlung der Masse in die Erwärmung zur dritten oder Verarbeitungstemperatur
handelt. Bei dieser Schaltung ergibt sich ein besonderer Vorteil daraus, daß innerhalb der betrachteten kleinen
Temperaturdifferenzen die exponentiell Abkühlkurve »1
mit guter Annäherung durch eine Gerade approximiert werden kann (solange keine wärmeproduzierenden
Vorgänge stattfinden) so daß die Temperaturänderungsgeschwindigkeit eine Konstante ist und somit die
zweite Ableitung der Temperatur nach der Zeit r, normalerweise annähernd Null ist. Nur beim Auftreten
des wärmeproduzierenden Vorganges wird die annähernde Linearität der Abkühlkurve deutlich gestört, so
daß ein endlicher Wert der zweiten Ableitung der Temperatur der Masse nach der Zeit auftritt. Es wird w
deshalb bei der beschriebenen Art der Erfassung mit Hilfe des zweiten Differentialquotienten normalerweise
genügen, wenn die im Ausgang angeordnete Schaltstufe einfach dann anspricht, wenn überhaupt ein endlicher
Wert des zweiten Differentialquotienten auftritt. Trotz dieser grundsätzlichen Einfachheit ergeben sich bei der
praktischen Realisierung einer derartigen Anordnung Schwierigkeiter weil die betrachteten Vorgänge
innerhalb sehr eiger Temperaturbereiche sehr langsam
ablaufen und demgemäß in einer Meßschaltung sehr -,» kleine Signale in Differenzierstufen mit sehr großen
Zeitkonstanten zu verarbeiten sind. So kann beispielsweise bei einem normalen Aufbereitungsvorgang eine
Abkühlgeschwindigkeit von 0,050C pro Minute vorliegen,
und beim Auftreten einer Wärmeproduktion kann sich dieser Wert um beispielsweise 0,01°C/min pro
Minute verändern, so daß der zweite Differentialquotient nach der Zeit dementsprechend nur 0,01°C/min-2
beträgt Es sind also zwar die relativen Änderungen der Abkühlgeschwindigkeit beim Auftreten einer Wärme- u>
produktion verhältnismäßig groß, doch sind die absoluten Werte der zu erfassenden Temperaturänderungen
und Änderungsgeschwindigkeiten verhältnismäßig klein.
Wegen dieses Sachverhalts ist es in weiterer bs
Ausgestaltung der Erfindung zweckmäßig, nur die Abkühlgeschwindigkeit selbst, also den ersten Differentialquotienten
der Temperatur der Masse nach der Zeit, zu erfassen und das Abkühlen zu beenden, wenn die
Abkühlgeschwindigkeit der Masse einen vorgegebenen Wert unterschreitet. Wegen der schon erwähnten
Tatsache, daß die relativen Änderungen der Abkühlgeschwindigkeit beim Auftreten einer Wärmeproduktion
verhältnismäßig groß sind, bereitet die Diskriminierung des Signals des ersten Differentialquotienten keine
ernstlichen Schwierigkeiten. Wenn beispielsweise in der Endphase der Abkühlung die Temperaturdifferenz
zwischen dem Wärmeaustauschmittel und der Masse zu einem bestimmten Zeitpunkt 4°C betrug und dabei eine
Abkühlgeschwindigkeit von 0,04°C pro Minute vorlag und bei Erreichen einer Temperaturdifferenz von 3°C
die Abkühlgeschwindigkeit nur noch 0,02°C pro Minute beträgt statt der erwarteten 0,030C pro Minute, so ist
dies ein sehr deutliches Anzeichen dafür, daß eine Wärmeproduktion in Gang kommt. Bei einer gegebenen
Einrichtung ist die damit aufzubereitende Menge der Masse eine feste Größe, und auch die anzuwendenden
Temperaturen, Temperaturdifferenzen und übrigen Verfahrensparameter unterscheiden sich auch bei
verschieden zusammengesetzten Massen nur wenig. Demgegenüber ist die Auswirkung der in der Masse
einsetzenden Wärmeproduktion auf die Abkühlgeschwindigkeit verhältnismäßig groß, und man kann
deshalb meistens für eine gegebene Apparatur und Füllmenge einen festen Schwellenwert der Abkühlgeschwindigkeit
vorgeben, bei dessen Unterschreiten das Abkühlen durch Übergang auf die Erwärmung zur
dritten Temperatur beendet wird. Die Wahl des Schwellenwertes wird im übrigen von den vorliegenden
Verfahrensparametern abhängen, also beispielsweise von der Füllmenge, die Kühlleistung, der Zusammensetzung
der Masse usw., wobei die wesentlichen Verfahrensparameter
bei ein und derselben Apparatur und Füllmenge ohne weiteres als feste Größen vorgegeben
werden können. Die Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Masse wird dagegen nur bei erheblichen
Verschiedenheiten in der Zusammensetzung in Erscheinung treten, da es ja gerade eine Eigenart des
erfindungsgemäßen Verfahrens ist, nach einer Bezugsgröße, nämlich der auftretenden Wärmeproduktion,
gesteuert zu werden, in der sich die von der Zusammensetzung der Masse bestimmten Eigenschaften
der Masse ausdrücken.
Es versteht sich, daß der vorgegebene oder Schwellenwert der Abkühlgeschwindigkeit, bei dem das
Abkühlen beendet wird, in Beziehung steht zu der Abkühlgeschwindigkeit, die ohne Wärmeproduktion in
der Masse zu erwarten wäre, oder, mit brauchbarer Näherung, von der Abkühlgeschwindigkeit, die vor dem
Einsetzen der Wärmeproduktion vorlag. Da sich in der ohne Wärmeproduktion einstellenden Abkühlgeschwindigkeit
die wesentlichen Verfahrensparameter ausreichend widerspiegeln, genügt es meistens, den Schwellenwert
einfach als Bruchteil der ohne Wärmeproduktion zu erwartenden Abkühlgeschwindigkeit zu wählen
insbesondere als etwa die Hälfte dieser Abkühlgeschwindigkeit Bei Aufbereitungseinrichtungen, die nui
eine geringe Kühlleistung haben, was im Interesse dei erwünschten schonenden Kühlung meist der Fall sein
wird, kann die in der Masse einsetzende Wärnieproduktion sogar ein Absinken der Abkühlgeschwindigkeit bis
auf etwa Null hervorrufen. In solchen Fällen ist es besonders einfach, wenn man den Schwellenwert dei
Abkühlgeschwindigkeit zu Null wählt NaturgemäO bedeutet dies, daß man das Abkühlen verhältnismäßig
spät beendet also zu einem Zeitpunkt, zu dem die
wärmelieferndcn Kristallisationsvorgänge schon verhältnismäßig
weil fortgeschritten sind. Im allgemeinen wird man daher trotz des etwas größeren Aufwandes
einen endlichen Schwellenwert der Abkühlgeschwindigkeit wählen. ι
Die Verwendung der Abkühlgeschwindigkeil als Maß für die Wärmeproduktion in der Masse bietet den
grundsätzlichen Vorteil, daß es sich um eine verhältnismäßig leicht erfaßbare Größe handelt, die von dem
absoluten Wert der Temperatur weitgehend unabhän- m gig ist. Da die Abkühlgeschwindigkeit aber natürlich der
treibenden Temperaturdifferenz proportional ist, also bei tieferer Temperatur des Wärmeaustauschmittels
auch eine entsprechend höhere Abkühlgeschwindigkeit auftritt, ist es zweckmäßig, den Schwellenwert in r,
Abhängigkeit von der gewählten konstanten Temperatur des Wärmeaustauschmittels in der Endphase der
Abkühlung zu wählen.
Wie bereits aus den vorstehenden Darlegungen hervorgeht, ergibt sich eine besonders einfache
Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, wenn man nur den ersten Differentialquotienten
der Temperatur erfaßt. Demgemäß enthält eine erfindungsgi-mäße Vorrichtung dieser Art als charakteristische
Bestandteile eine das Signal eines Temperaturfühlers differenzierende Differenziereinrichtung und
eine vom Ausgangssignal der Differenziereinrichtung gesteuerte Schwellenwertschaltung, die bei Erreichen
eines einem vorgegebenen Wert der Abkühlgeschwindigkeit entsprechenden Ausgangssignalwertes die to
Beendigung des Abkühlens veranlaßt. Eine derartige Vorrichtung kann ohne weiteres aus üblichen elektrischen
Bauteilen zusammengestellt werden. Statt dessen kann vorteilhafterweise eine Fühleinrichtung verwendet
werden, die die Temperaturänderungsgeschwindig- r> keit unmittelbar erfaßt.
Eine solche Fühleinrichtung, die insbesondere für die Anwendung bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
geeignet ist, kann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung grundsätzlich so aufgebaut sein, daß zwei
Temperatur-Fühlstelien über Wärmeleiter mit verschiedenen Zeitkonstanten mit dem Medium, also hier der
Masse, wärmeleitend verbunden sind, und daß eine Temperaturdifferenz-Fühleinrichtung die zwischen den
beiden Fühlstellen vorliegende Temperaturdifferenz erfaßt und ein entsprechendes Ausgangssignal abgibt,
das als Maß der Temperaturänderungsgeschwindigkeit verwendet wird. Bei einer derartigen Vorrichtung wird
kein Ausgangssignal auftreten, wenn die Masse eine konstante Temperatur aufweist, weil dann die beiden
Fühlstellen sich auf die Temperatur der Masse erwärmen werden. Besonders genau wird dies dann der
Fall sein, wenn die Fühleinrichtung in die Masse eingetaucht ist, also Wärmeverluste von den Temperaturfühlern
nach außen nicht möglich sind. Wenn das Medium, d.h. also hier die Masse, seine Temperatur
ändert, wird derjenige Fühler, der über dem Wärmeleiter mit der niedrigen Zeitkonstante mit dem Medium
verbunden ist, seine Temperatur rascher der Temperatur des Mediums nachführen als der andere Tempera- t>o
turfühler, und die auftretende Temperaturdifferenz stellt dann ein Maß für die Änderungsgeschwindigkeit
der Temperatur der Masse dar. Die unterschiedliche Zeitkonstante der beiden Fühlstellen kann beispielsweise
durch ein verschiedenes Verhältnis von Oberfläche zu Volumen oder durch Verwendung von Material
verschiedener Wärmeleitfähigkeit verwirklicht werden.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Zeichnungen
näher beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 eine stark schematisierte Vertikalschnilt-Darstellung
einer zur Durchführung des Verfahrens geeigneten Aufbereitungseinrichtung,
F i g. 2 eine grafische Erläuterung der Auswirkung eines wärmeproduzierenden Vorgangs auf die Abkühlkurve,
F i g. 3 eine der F i g. 2 entsprechende grafische Darstellung für einen anderen Abkühlvorgang,
F i g. 4 ein Blockschema einer Auswertschaltung,
Fig.5 ein Blockschema einer abgewandelten Auswertschaltung,
F i g. 6 ein Blockschema einer anderen Auswertschaltung,
F i g. 7 ein ausführlicheres schematisches Blockschaltbild
einer Auswertschaltung der in F i g. 5 dargestellten Art,
F i g. 8 eine der F i g. 7 entsprechende Teildarstellung einer abgewandelten Ausführungsform einer Auswertschaltung,
F i g. 9 ein Blockschema einer anderen Ausführungsform einer Auswertschaltung,
Fig. 10—13 schematische Schnitt-Darstellungen verschiedener
Ausführungsformen von Fühleinrichtungen.
Fig. 1 erläutert in einem ganz schematischen vertikalen Längsschnitt den Aufbau einer Aufbereitungseinrichtung.
Diese enthält als wesentlichen Bestandteil einen Temperierkessel 2 in vertikaler Aufstellung.
Ein Vorrat von Masse 4 ist in einem Innenbehälter 6 vorhanden und steht mit einem Wärmeaustauschmittel,
vorzugsweise Wasser, in Wärmeaustausch, das in einen Mantelraum 8 zwischen dem Innenbehälter 6 und
einem Außenbehälter 10 umgepumpt wird. In dem Mantelraum 8 ist eine Leitwendel 12 vorgesehen, um die
Strömungsgeschwindigkeit des Wärmeaustauschmittels und damit die Gleichmäßigkeit der Wärmeübertragung
zu erhöhen, so daß örtliche Temperaturunterschiede innerhalb der Masse 4 nach Möglichkeit vermieden
werden.
Ein abhebbarer Deckel 14, der ebenfalls doppelwandig ausgeführt und mit dem Wärmeübertragungsmittel
beschickt sein kann (nicht dargestellt), schließt den Kessel 2 ab und trägt ein Rührwerk 16, daß von einem
Getriebemotor 18 antreibbar ist, einen in die Masse 4 eintauchenden Sondenkörper 20, der zur Messung der
Temperatur der Masse und gegebenenfalls anderer Zustandsgrößen dient, sowie ferner weitere Einrichtungen,
falls erforderlich, die in F i g. 1 nicht dargestellt sind.
Die Masse 4 wird während und nach der Aufbereitung ständig umgewälzt, und zwar von einer Entnahmeleitung
22 über ein erstes Dreiwegeventil 24, eine Massenpumpe 26, eine Umwälzleitung 28, ein zweites
Dreiwegeventil 30 und eine Rückführleitung 32.
Alle diese Teile sind ebenso wie der Kessel 2 mit Mantelräumen 34 umgeben, durch die das Wärmeaustauschmittel
umläuft, und eine Wärmeisolierung 36 umgibt den Kessel 2 und die genannten Teile, um
Störungen des Aufbereitungsvorgangs durch äußere Temperatureinslüsse und Wärmeverluste möglichst
auszuschalten. Zur Beschickung des Kessels 2 ist eine beheizte Speiseleitung 38 vorgesehen. Zum Entleeren
des Kessels dient ein Auslaß 40 fiber das Dreiwegeventil 24, und zur Entnahme von aufbereiteter Masse ist eine
Ausgabeleitung 42 vorgesehen, die durch entsprechende Einstellung des zweiten Dreiwegeventils 30 beschickbar
ist
Das Wärmeübertragungsmittel, vorzugsweise Was-
ser, dient zum Heizen und zum Kühlen der Masse. Ks läuft in einem eigenen Kreislauf um: Aus dem Ausgang
einer Umwälzpumpe 44 wird eine Wärmeaustauschmittel-Zuführleitung 46 gespeist, die über mehrere Austrittsöffnungen
48 im unteren Bereich des Mantelrau- -, nies 8 des Kessels 2 mündet. Das Wärmeaustauschmittel
strömt in dem Kessel-Mantelraum aufwärts, geführt von der Leitwendel 12, und strömt dann über ein
Überlaufgefäß 50 durch die Mantelräume 34 des zweiten Dreiwegeventils 30 der Massenpumpe 26 und χι
des ersten Dreiwegcventils 24 sowie durch eine an diese Mantelräume 34 angeschlossene Wärmeaustauschmittel-Rückleitung
52 zurück in den Eingang der Umwälzpumpe 44. Zur Einspeisung oder zum Ablassen von
Wärmeaustauschmitteln ist eine Speiseleitung 54 mit r,
einem Absperrventil 56 vorgesehen.
In der Wärmeaustauschmittel-Zufuhrleitung 46 ist eine Heiz- und Kühleinrichtung 58 vorgesehen, und es
sich Wärmeaustauschmittel-Temperaturfühler 60 und 62 stromauf von der Umwälzpumpe 44 bzw. stromab
von der Heiz- und Kühleinrichtung 58 angeordnet, die über Leitungen 64 bzw. 66 an eine zentrale Steuereinrichtung
68 angeschlossen sind. Diese steuert über eine Verbindung 70 die Heiz- und Kühleinrichtung 58 so, daß
die Temperatur des Wärmeaustauschmittels nach einem vorgegebenen Programm geregelt wird.
Die Ausbildung der Heiz- und Kühleinrichtung 58 wird hier nicht näher erläutert; es versteht sich, daß
diese Einrichtung beispielsweise zwei Wärmeaustauscher aufweisen kann, die mit warmem bzw. kaltem to
Wasser gespeist sind und über Regelventile gesteuert werden.
Außer der schon erwähnten Meßsonde 20 können weitere Meß- und Überwachungseinrichtungen vorgesehen
sein, so insbesondere ein (nicht dargestellter) π Niveaufühler für die Füllhöhe der Masse 4 in dem Kessel
2, ein gesonderter Temperaturfühler 72, der über eine Verbindung 74 ebenfalls an die zentrale Steuereinrichtung
68 angeschlossen ist. Ferner sind normalerweise Anzeigegeräte (nicht dargestellt) für die Temperatur mi
der Masse, die Temperatur des Wärmeaustauschmittels und andere Zustandsgrößen vorgesehen.
Mit der in Fig. 1 dargestellten Aufbereitungseinrichtung kann ein typischer Aufbereitungsvorgang mit Hilfe
der zentralen Steuereinrichtung 68 beispielsweise wie folgt ablaufen:
Zu Beginn des Aufbereitungsvorganges ist die Masse 4 mit Hilfe des entsprechend erwärmten Wärmeaustauschmittels
auf eine konstante Temperatur von etwa 50°C aufgeheizt, und die Masse wird bei dieser sii
Temperatur kontinuierlich mit Hilfe der Massenpumpe 26 umgewälzt. Die Temperatur des Wärmeaustauschmittels
beträgt ebenfalls 50°C. In diesem Zustand liegt die Massentemperatur über dem Schmelzpunkt der
höchstschmelzenden Kakaobutter-Kritallmodifikation, so daß die Masse keinerlei Kakaobutterkristalle enthält.
Diese aufgeschmolzene und durch das Umwälzen homogene Masse wird nun dadurch abgekühlt, daß das
umlaufende Wärmeaustauschmittel zunächst verhältnismäßig rasch, etwa im Verlauf einer halben Stunde, auf t>o
eine nicht zu niedrige Zwischentemperatur abgekühlt wird, beispielsweise etwa 33" C. In dieser ersten
Kühlstufe kühlt sich die Masse mit entsprechender Verzögerung ab. Die Temperatur der Masse wird an die
zentrale Steuereinrichtung 68 gemeldet, beispielsweise von dem Temperaturfühler 72. Sobald die Masse die
gewünschte Zwischentemperatur erreicht hat, was beisDielsweise nach etwa 2 Stunden der Fall sein kann.
wird die Temperatur des Wärmeaustauschmittels weiter bis auf etwa 26°C erniedrigt, und die Masse kühlt sich
dementsprechend in einer zweiten Kühlstufe weiter ab. Sobald die Masse eine bestimmte zweite Temperatur
erreicht hat, wird das Wärmeaustauschmittel auf etwa 34°C erwärmt, und die Temperatur der Masse folgt, bis
schließlich die Masse eine konstante dritte Temperatur von ebenfalls etwa 34°C erreicht; bei dieser Temperatur
ist die Masse verarbeitungsfertig und kann aus der Ausgabeleitung 42 entnommen werden.
Als zweite Temperatur der Masse, bei der die Weiterschaltung in die Erwärmung zur dritten Temperatur
erfolgt, wird diejenige Temperatur der Masse angesehen, bei der sich durch unerwünschte Kristallisationsvorgänge
in der Masse eine Wärmeproduktion ergibt. Die dadurch verursachte Abnahme der Abkühlgeschwindigkeit
der Masse wird meßtechnisch erfaßt und in einen Schaltbebehl, der die Erwärmung zur
dritten Temperatur einleitet, umgewandelt.
F i g. 2 zeigt ganz schematisch in einem Temperatur-Zeit-Diagramm eine Abkühlkurve für die Masse, wobei
angenommen ist, daß die Abzesse der Temperatur des Wärmeaustauschmittels entspricht. Zunächst ergibt sich
eine normale exponentiell Abkühlkurve 76. Ohne das Auftreten wärmeproduzierender Vorgänge würde diese
Kurve mit zunehmender Zeit weiter den gestrichelt dargestellten Verlauf 78 nehmen. Durch das Auftreten
einer Wärmeproduktion wird jedoch die Abkühlung verlangsamt, so daß zu einer bestimmten Zeit ti die
Abkühlgeschwindigkeit nur noch einen vorgegebenen Bruchteil der zu diesem Zeitpunkt normalerweise zu
erwartenden Abkühlgeschwindigkeit darstellt. In Folge der Wärmeproduktion hat die Temperatur der Masse
nicht den gestrichelt dargestellten Verlauf 78, sondern den Verlauf 80. In Fig. 2 ist angenommen, daß die
Kühlleistung verhältnismäßig gering ist, so daß die Abkühlgeschwindigkeit der Masse infolge der einsetzenden
Wärmeproduktion bis etwa auf den Wert Null abfallen kann. Es wird jedoch schon vorher, nämlich zu
dem genannten Zeitpunkt f2, zu dem die Masse die Temperatur T2 hat, der Abkühlvorgang beendet, indem
in die Erwärmung zur dritten oder Verarbeitungstemperatur weitergeschaltet wird.
F i g. 3 zeigt in ähnlicher Darstellung wie F i g. 2 einen typischen Temperaturverlauf der Masse bei zweistufiger
Kühlung. Zum Zeitpunkt t2 wird die Temperatur
des als Wärmeaustauschmittel verwendeten Wassers rasch abgesenkt, und die noch höhere Massentemperatur
folgt entsprechend nach und nähert sich exponentiell der neuen, niedrigeren Wassertemperatur an. Die
Abkühlkurve der Masse nimmt jedoch schließlich nicht den gestrichelt dargestellten Verlauf 78, sondern den
durch eigene Erwärmung bedingten Verlauf 80, so daß wiederum zu einer Zeit /2, bei der die Masse die
Temperatur T2 hat, die Abkühlgeschwindigkeit der Masse stark verringert ist; sobald diese Verringerung
vorliegt, wird in die Erwärmung zur dritten Temperatur weitergeschaltet.
Fig.4 erläutert die grundsätzliche Möglichkeit, aus
der Messung der Massentemperatur einen Schaltbefehl für das Beenden des Abkühlens zu gewinnen. Von einem
in die Masse eintauchenden Sondenkörper 20 wird über eine Verbindungsleitung 82 ein Temperatursignal an
einen ersten Verstärker Kl geliefert Als Wandler kann
in dem Sondenkörper 20 beispielsweise ein Thermoelement, eine Thermobatterie oder ein Widerstandsthermometer
vorgesehen sein. Der erste Verstärker Vt liefert ein entsprechend verstärktes elektrisches Aus-
gangssignal an eine Differenzierstuffe D1, die in
bekannter Weise als wirksame Bestandteile eine /?C-Kombination aus einem Kondensator C1 und
einem Widerstand R 1 enthält. Die Differenzierstufe D 1 liefert an einen Zwischenverstärker V2 ein Signal, das s
der ersten zeitlichen Ableitung der Temperatur der Masse proportional ist. Das Ausgangssignal des
Zwischenverstärkers V2 wird in einer zweiten Differenzierstufe D 2, die als wirksame Bestandteile den
Kondensator C2 und den Widerstand R2 enthält, m erneut differenziert, und das Ausgangssignal, das somit
der zweiten zeitlichen Ableitung der Temperatur der Masse entpsricht, wird über einen Schaltverstärker V3
auf eine Schaltstufe S1 gegeben. Im Eingang des Schaltverstärkers tritt nur dann ein Signal auf, wenn sich ι ·,
die Anderungsgeschwindigkeit der Massentemperalur
ändert, und das Auftreten eines solchen Signals löst in der Schaltstufe S 1 einen Schaltvorgang aus, durch den
die zentrale Steuereinrichtung 68 (vgl. Fig. 1) veranlaßt
wird, die Temperatur des Wärmeaustauschmiitels zu in
erhöhen und dadurch die Erwärmung der Masse auf die dritte oder Verarbeitungstemperatur einzuleiten.
Fig. 5 erläutert eine vereinfachte Möglichkeit, bei der die zweite Differenzierstufe D2 weggelassen ist. In
diesem Fall muß der Schaltverstärker V3 oder die 2s
Schaltstufe Sl eine Diskriminatorwirkung haben, d.h.
bei einem bestimmten Niveau des aus der Differenzierstufe D 1 kommenden Ausgangssignals den gewünschten
Schaltvorgang auslösen. Dazu kann man beispielsweise einen Schmitt-Trigger verwenden. Eine derartige jo
Einrichtung kann aber auch entfallen, wenn man beispielsweise in der Schaltstufe S 1 einfach ein Relais
abfallen läßt und dadurch den Schaltvorgang auslöst, wenn der aus dem Ausgang des Schaltverstärkers V'3
gelieferte Erregerstrom für dieses Relais einen be- ^ stimmten Wert unterschreitet.
Fig.6 erläutert eine Ausführungsmöglichkeit mit digitaler Auswerteinrichtung. Dabei wird das von dem
Sondenkörper 20 über die Verbindungsleitung 82 gelieferte elektrische Temperatursignal in einer Ein- w
gangsstufe 86 in ein Digitalsignal umgewandelt, und das Digitalsignal wird nach Maßgabe eines Taktgebers 84
periodisch, beispielsweise alle 15 Sekunden, in einen Speicher 88 und eine Verzögerungseinrichtung 90
eingegeben. Die Verzögerungseinrichtung 90 bewirkt eine Verzögerung um eine Taktperiode oder mehrere
Taktperioden. Die Ausgänge des Speichers 88 und der Verzögerungseinrichtung 90 werden periodisch in
einem Vergleicher 92 verglichen, und das im Ausgang des Vergleichers 92 erscheinende digitale Differenzsignal
steuert eine Schaltstufe S1.
Fig.7 erläutert in einem etwas genaueren Blockschaltbild
eine Auswertschaltung nach Art der Fig. 5. Der Sondenkörper enthält ein Widerstandsthermometer
in Form eines Widerstandes R 3. Über die zweiadrige Verbindungsleitung 82 liegt der Widerstand
Λ 3 in einer Brückenschaltung, deren andere Zweige von Widerständen R 4, R 5, R 6 und R 7 gebildet
werden. Der Widerstand R 6 ist ein Stellwiderstand und dient der Einstellung des Nullpunktes. Die Brücke wird
über die Anschlüsse 94 und 96 mit Versorgungsspannung gespeist. Die an der Brückendiagonale abgenommene
Meßspannung liegt entsprechend dem in F i g. 5 dargestellten Schema am Eingang eines Spannungsverstärkers
Vl, dessen Ausgang über die aus dem ts Kondensator Ci und dem Widerstand R 1 bestehende
Differenzierstufe D1 auf den Eingang eines Schahverstärkers
V3 geschaltet ist Der Ausgang des Schaltverstärkers arbeitet über eine aus dem Widerstand R 8 und
dem Kondensator C3 bestehende Siebkette auf die Schaltstufe Sl. Mit dem Schalter S2 kann der
Kondensator Cl der Differenzierstufe Dl überbrückt werden; dann erscheint am Ausgang des Verstärkers
V 3 ein der Temperatur der Masse direkt entsprechendes Ausgangssignal. Der Schalter S2 kann auch dazu
benutzt werden um die Auswertschaltung erst dann in Bereitschaft zu setzen, wenn die Masse eine Temperatur
erreicht hat, die nur wenig oberhalb der erwarteten zweiten Temperatur liegt.
Dies kann auch automatisch erfolgen, beispielsweise dadurch, daß der Schalter S2 von einem vom Ausgang
des Schaltverstärkers V3 gesteuerten Relais geöffnet wird, wenn die genannte Temperatur dicht oberhalb der
erwarteten zweiten Temperatur erreicht ist. Die Rückstellung des Schalter S2 in die geschlossene
Stellung kann von der Schaltstufe Sl bei deren Auslösung bewirkt werden.
F i g. 8 erläutert eine abgewandelte Ausführungsform der Schaltung nach Fig. 7, bei der dem Eingang des
Schaltverstärkers V3 eine einstellbare Grundspannung auf einem Spannungsteiler /?9, R10 vorgegeben
werden kann; damit läßt sich der Schaltpunkt, bei dem die Schaltstufe S1 ausgelöst wird, verändern.
Die Empfindlichkeit der Differenzierstufe ist um so größer, je größer die Zeitkonstante des /?C-Gliedes ist.
Wegen der Langsamkeit und geringen Größe der erfaßten Temperaturänderungen ist es zweckmäßig, die
Zeitkonstante möglichst groß zu wählen; eine Begrenzung ergibt sich durch die Forderung, daß die
Ansprechgeschwindigkeit nicht zu gering werden darf. Bei üblichen Aufbereitungsvorgängen ist eine Zeitkonstante
in der Größenordnung von einer Minute zweckmäßig. Diese kann beispielsweise mit einem
Kondensator von 6 μΡ und einem Widerstand von
lOMOhm verwirklicht werden. Es versteht sich, daß
man erforderlichenfalls auch Umschalteinrichtungen vorsehen kann, um rasch verschiedene Zeitkonstanten
durch Wahl verschiedener Kondensatoren Cl und/oder Widerstände R 1 einzustellen.
Im übrigen mach die Dimensionierung einer für die Praxis geeigneten Schaltung nach Fi g. 7 dem einschlägigen
Fachmann keine Schwierigkeiten. Für die Verstärker Vl und V3 können im Handel erhältliche
Operationsverstärker verwendet werden, deren Verstärkungsfaktoren sich nach den in der Schaltstufe Sl
erforderlichen Schallleistungen zu richten haben. Zur Stabilisierung können die Verstärker gegengekoppelt
werden; derartige Schaltungseinzelheiten sind in den F i g. 7 und 8 nicht dargestellt. Der Widerstand R 3 kann
beispielsweise 100 Ohm-Platin-Widerstandsthermometer sein; dementsprechend können die übrigen Widerstände
der Brücke etwa folgende Werte haben: Ä5 = 100Ohm, #4=100Ohm, /?6 = 50Ohm,
R7 = 100 Ohm. Die Siebkette irn Ausgang des Schaltverstärkers V3 kann je nach Art der möglichen
Störungen, die unterdrückt werden soll, verschieden dimensioniert werden; es versteht sich, daß die
Zeitkonstante dieser Siebkette klein gegen die Zeitkonstante der Differenzierstufe DX sein soll. Wenn
beispielsweise die Zeitkonstante der Differenzierstufe DX etwa eine Minute beträgt, kann etwa
RS = 50 kOhm und C3 = 50 μΡ gewählt werden, was
einer Zeitkonstante von 2,5 see. entspricht.
F i g. 9 zeigt in einer den F i g. 4 und 5 entsprechenden schematischen Block-Darstellung den grundsätzlichen
Aufbau einer Auswerteinrichtung, wenn in dem
Sondenkörper 20 eine direkt cjf die Temperaturgeschwindigkeit
der Masse ansprechende Fühleinrichtung vorgesehen ist, so daß bereits das in die Verbindungsleitung
82 eingespeiste Primärsignal direkt der Temperaturänderungsgeschwindigkeit entspricht. Auf Differenzierstufen
kann dann verzichtet werden, und es genügen grundsätzlich ein Verstärker V1 mit einer nachgeschalteten
Schaltstufe S1, um die gewünschten Wirkungen zu erzielen.
Die Fig. 10—13 erläutern verschiedene einfache
Möglichkeiten, um direkt ein der Temperaturänderungsgeschwindigkeit der Masse entsprechendes Signal
zu gewinnen. Nach Fi g. 10 tauchen in die Masse 4 zwei
Fühlkörper 98 und 100 ein, die aus Material verschiedener Wärmeleitfähigkeit bestehen und jeweils in ihrer
Mitte ein Temperatur-Fühlelemeni aufweisen, das über
eine Leitung 102 bzw. 104 ein elektrisches Temperatursignal liefert. Wegen der verschiedenen Wärmeleitfähigkeiten
des Materials der beiden Fühlkörper 98, 100 ergeben sich auch verschiedene Zeitkonstanten für den
Wärmetransport von der Masse 4 zu den Temperatur-Fühlelementen, und die Differenz der über die
Leitungen 102 und 104 abgegebenen Signale ist somit ein Maß für die Temperaturänderungsgeschwindigkeit
der Masse 4. Eine etwas andere Möglichkeit zeigt Fi g. 11. Dort sind Fühlkörper 106 und 108 vorgesehen,
die aus gleichem Material bestehen, jedoch verschieden große Massen haben. Im übrigen sind auch in diesen
Fühlkörpern Fühlelemente angeordnet, die über Leitungen 110 bzw. 112 elektrische Temperatursignale
abgeben, deren Differenz ein Maß für die Änderungsgeschwindigkeit der Temperatur der Masse 4 ist.
κι Fig. 12 erläutert die Möglichkeit, zwei Fühlkörper 114, 116 zu verwenden, die verschiedene Verhältnisse
Oberfläche zu Volumen haben; auch dadurch ergibt sich eine Verschiedenheit der Zeitkonstanten. Besonders
wirkungsvoll ist der Aufbau nach Fig. 13. Ein
is Sondenkörper 20 hat zwei in die Masse 4 eintauchende
Fühlkörper 118 und 120, von denen der Fühlkörper 118
mit einer Wärmeisolierung 122 umgeben ist, die einen bestimmten Wärmewiderstand zwischen der Masse 4
und dem Fühlkörper 118 darstellt. Der Fühlkörper 120 taucht direkt in die Masse 4 ein. Man erkennt ohne
weiteres, daß sich dadurch ein großer Unterschied der für die beiden Fühlkörper maßgebenden Zeitkonstanten
erzielen läßt.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Verfahren zum Vorkristallisieren (Temperieren) von zu verarbeitenden, kakaobutterhaltigen Massen,
insbesondere Schokolade, bei dem die Masse von einer über ihrer höchsten Schmelztemperatur
liegenden ersten Temperatur, insbesondere etwa 45 bis etwa 50° C, schonend auf eine zweite Temperatur,
insbesondere etwa 28 bis etwa 29° C, bei der eine Vorkristallisierung eingeleitet wird, abgekühlt und
danach ohne Oberhitzen schonend auf eine dritte Temperatur, insbesondere etwa 33 bis etwa 34° C,
erwärmt wird, bei der die Masse verarbeitbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß beim Abkühlen
die Abkühlgeschwindigkeit der Masse überwacht wird und beim Auftreten einer eine
Wärmeabgabe in der Masse anzeigenden Verkieinerung
der Abkühlgeschwindigkeit das Abkühlen beendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem mehrere Abkühlschritte angewandt werden, dadurch gekennzeichnet,
daß die Abkühlgeschwindigkeit nur während des letzten Abkühlschritts überwacht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Masse vor dem Abkühlen in
eine kleinere und eine größere Teilmenge aufgeteilt wird, daß die kleinere Teilmenge beim Abkühlen auf
einer geringfügig, insbesondere etwa 0,5° C, niedrigeren Temperatur als die größere Teilmenge
gehalten wird, daß die Überwachung der Abkühlgeschwindigkeit nur in der kleineren Teilmenge
vorgenommen wird und daß das Abkühlen beim Auftreten einer Verkleinerung der Abkühlgeschwindigkeit
in der kleineren Teilmenge in beiden Teilmengen gleichzeitig beendet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zum
Messen der Abkühlgeschwindigkeit in der Endphase der Abkühlung, insbesondere bei Erreichen einer
Temperatur der Masse, die etwa 2°C über der erwarteten zweiten Temperatur liegt, die Masse mit
einem Wärmeaustauschmittel von konstanter Temperatur gekühlt wird.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 —4, mit einer Heiz- und
Kühleinrichtung zum Erwärmen und Kühlen der Masse, einem die Temperatur der Masse erfassenden
Temperaturfühler und einer Steuereinrichtung zum Steuern der Heiz- und Kühleinrichtung in
Abhängigkeit vom Signal des Temperaturfühlers, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung
(68) eine das Signal des Temperaturfühlers (72) differenzierende Differenziereinrichtung (D 1) sowie
eine vom Ausgangssignal der Differenziereinrichtung gesteuerte Schwellenwertschaltung (D 2,
51) aufweist, die bei Erreichen eines einem vorgegebenen Wert der Abkühlgeschwindigkeit der
Masse entsprechenden Ausgangssignalwertes die Heiz- und Kühleinrichtung (58) zur Beendigung des
Abkühlens veranlaßt.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 —4, mit einer Heiz- und
Kühleinrichtung zum Erwärmen und und Kühlen der Masse, einem die Temperatur der Masse erfassenden
Temperaturfühler und einer Steuereinrichtung zum Steuern der Heiz- und Kühleinrichtung in
Abhängigkeit vom Signal des Temperaturfühlers, gekennzeichnet durch eine Temperaturfühleinrich
tung mit zwei Temperatur-Fühlstellen (98,100; 106,
108; 114, 116; 118, 120), die über Wärmeleiter mit verschiedenen Zeitkonstanten mit dem Medium
wärmeleitend in Verbindung bringbar sind, und einer Temperaturdifferenz-Fühleinrichtung, die die zwischen
den beiden Fühlstellen vorhandene Temperaturdifferenz als Maß der Temperaturänderungsgeschwindigkeit
erfaßt.
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| DE2450515A DE2450515C3 (de) | 1974-10-24 | 1974-10-24 | Verfahren und Vorrichtung zum VorkristaUisieren von kakaobutterhaltigen Massen |
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ID=5929055
Family Applications (1)
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