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Gleitschutzvorrichtung für Kraftfahrzeugreifen Die Erfindung betrifft
eine Gleitschutzvorrichtung für Kraftfahrzeugreifen aus mehreren, stegartig quer
zur Fahrbahn über die Lauffläche der Reifen gespannten Greifgliedern, die an ihren
sich über die Reifenseitenflächen erstreckenden Enden an einem umlaufenden, mit
Hakenverschluß und Spanner ausgestatteten Zugorgan befestigt sind.
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Sine bekannte Ausführungsform derartiger Gleitschutzvorrichtungen
sind die sogenannten Leiter-Schneeketten, bei denen die Grelfglieder und auch die
umlaufenden Zugorgane von Ketten gebildet werden.
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Obwohl derartige Schneeketten seit langem gebräuchlich sind,
haben
sie doch hinsichtlich Herstellung, Gebrauch, Reparatur und Wartung erhebliche probleme
aufgeworfenO Sie bedürfen zahlreicher Schmiede- und Schweißvorgänge, um die Ketten
einigermaßen haltbar zu machen. Das Anlegen solcher Ketten gestaltet sich äußerst
schwierig, weil diq Kettenglieder in dem Aufbewahrungsbeutel meistens einen unübersichtlichen
Haufen bilden, der in zeitraubender Arbeit erst einmal entwirrt werden mußO Da die
Ketten meist verrostet sind, ist das auch eine sehr schmutzige Arbeit. Dabei fällt
erschwerend ins Gewicht, daß es beim Anlegen solcher Ketten meistens kalt ist, sodaß
man Handschuhe tragen muß, die dabei stark verschmutzen und überdies ein feinfühliges
Arbeiten beim Schließen der Hakeflverbindung und Spannen der Kette nicht recht gestatten.
Das gilt umso mehr, als dies teilweise eine im nicht einzusehenden Bereich auf der
Badinnenseite auszuführende Tastarbeit ist, bei ir man Kettenglieder und Ösen des
Hakenverschlusses nur schwer unterscheiden kann0 Im Betrieb führen derartige Ketten
zu starken Erschütterungen und starker Geräuschbildung, und es erfolgt auch eine
erhebliche Abnutzllng der mit solchen Ketten befahrenen Straßen, Reißen einige Glieder
solcher Ketten, so können sie nur provisorisch
oder gar nicht vom
Benutzer geflickt werden. Bas Abnehmen und Lagern dieser Ketten ist recht unangenehm,
sodaß letzten Endes die meisten Autofahrer zögern, Schneeketten anzulegen.
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Bs sind nun schon verschiedene Versuche bekannt geworden, Gleitschutzvorrichtungen
zu entwickeln, die einfacher anzulegen oder zu gebrauchen sind0 So gibt es (ADAC
motorwelt, Januar 1969, Titelseite) sogenannte Raupenketten, bei denen die sich
quer zur Fahrbahn erstreckenden Greifglieder nicht von Ketten, sondern von zwischen
Befestigungsketten angebrachten Stegteilenge bildet werden. Auch hier benutzt man
nach wie vor Kettenglieder, die sich leicht verhaken können und schwer zu reparieren
sind. Derartige Raupenketten haben auch geringen Fahrkomfort und sind praktisch
nur als Anfahrhilfe, nicht aber für Dauerbetrieb geeignet, zumal sie den Reifenumfang
nur zu 3/4 umschlingen, ss ist auch schon bekannt geworden, aus Gummi-Stollenprofilen
bestehende, längliche Matten als Gleitschutzvorrichtung vorzusehen, die um den Außenumfang
des Rades herumgelegt und an ihren freien Enden mit einer Druckknopfvorrichtung
zusammengehalten werden. Dabei haben die beweglichen Matten in gewissen Abständen
seitliche Metall-Haltebügel zum Angriff an den Reifenseitenflächen. Solche Haltebügel
verhindern ein seitliches Herausfahren aber nicht zuverlässigOWerden die durchgehenden
Stollenprofilmat ten
einmal beschädigt, so ist eine Reparatur für
den Benutzer schwer möglich. Auch ist eine Anpassung an verschiedene Reifenumfänge
und Reifenbreiten sehr aufwendig. Derartige Systeme haben sich daher bisher nicht
durchsetzen können.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Gleitschutzvorrichtung
der in Rede stehenden Art zu schaffen die bei einfacher Herstellbarkeit von verbessertem
Betriebsverhalten und verbesserter Anpassbarkeit an verschiedene Reifengrößt ist
und auch auf einfache Weise vom Benutzer selbst bedient und sogar repariert werden
kann0 Zur Lösung dieser Aufgabe wird ausgehend von einer Gleitschutzvorrichtung
der eingangs als bekannt vorausgesetzten Art erfindungsgemäß die Anordnung so getroffen,
daß die Greifglieder aus einzelnen,. gummi-elastischen Segmentteilen bestehen, die
mit zwischengeschalteten Abstandsstücken abnehmbar auf die als Stahlseile einstellbarer
Länge ausgeführten Zugorgane aufgereiht sind0 Die erfindungsgemäße Kette zeichnet
sich also durch einen einfachen Grundaufbau aus lose zusammenzutügenden Grundelementen
aus und gestattet bei Verwendung gleicher Grundelemente eine
einfache
Anpassung an verschiedenste Reifengrößen und einfachste Bedienung9 Die gummi-elastischen
Segmentteile in Verbindung mit den durch sie hindurchgezogenen Stahlseilen ergeben
einerseits die mattenartige Formhaltigkeit einer Raupenkette und gewährleisten aber
andererseits durch das weite Umgreifen des Reifens an den Seitenflächen einen siaheren
und passgerechten Sitz, der einen Betrieb mit hoher Geschwindigkeit ohne Gefahr
eines seitlichen Abrutschens gestattet0 Dabei sorgt die gummi-elastische Natur der
Segmentteile zugleich für einen hervorragenden Fahrkomfort. Sollte wirklich einmal
ein segment teil zerstört werden, so kann es nebst zugehörigen Abstandsstücken einfach
entfernt und nach Zusammenschieben der anderen Segmentteile durch ein einfach am
Ende anzufügendes neues Segmentteil mit Abstandstücken ersetzt werden. Die Gleitschutzvorrichtung
läßt sich auch einfach als Anfahrmatter unterlegen.
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Gemäß einer bevorzugtenAusführungsform ist vorgesehen, daß die gummi-elastischen
Segmentteile und dazwischen befindlichen Abstände jeweils etwa gleich breit sind
und etwa im Abstand doppelter Daumenbreite aufeinander folgen. Diese dichte Folge
der gummi-elastischen Segmentteile führt zu einem besonders komfortablen Fahrverhalten,
stellt aber andererseits wegen der sich über die ganze Reifenbreite erstreckenden
Stufen eine einwandfreie Gleitschutzsicherung selbst in tiefstem Schnee, tiefem
Morast
und dergleichen sicher.
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Eine bevorzugte Ausführungsform sieht vor, daß auch zum Hakenverschluß
gehörende Osen gummi-elastische Segmentteile tragen, Die gleichmäßige Folge von
Segmentteilen und Abständen wird somit auch im Bereich des Hakenverschlusses nicht
unterbrochen0 Eine zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß die gummi-elastischenSegmentteile
auch in ihrem Mittelteil durch ein durchlaufendes und umlaufendes Stahlseil miteinander
verbunden sind. Eine solche Weiterbildung bewährt sich dort, wo die Gleitschutzvorrichtung
besonders hohen Beanspruchungen ausgesetzt ist, läßt sich aber für viele Anwendungsfälle
erübrigen.
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Von besonderem Vorteil ist es, daß die Greifglieder aus Segmenten
alter oder neuer Reifen gebildet werden können und an ihren beiderseitigen Enden
mit Schlaufen zum Durchziehen der $Stahlseile ausgerüstet sind. Die Segmentteile
sind also von einfachstem, zur Massenherstellung und sogar zur Verwertung alter
Reifen geeigneten Aufbau, Das ermöglicht es auch in einfacher Weise, daß die Segmentglieder
mit Stollen oder Spikes ausgestattet snd. Da die erfindungsgemäße Gleitschutzvorrichtung
sich wegen ihrer guten Formstabilität
auf einfachste Weise anbringen
und abnehmen läßt, eröffnet die Erfindung auch einen Weg zur weiteren Ausnutzung
der für Dauerbetrieb wegen der Beschädigungsgefahr für Straßen nicht gut geeigneten
Spikes. Wegen der einfachen Bedienbarkeit kann man die Benutzung der Gleitschutzvorrichtung
nach der vorliegenden Erfindung auf die tatsächlichen Bedarfszeiten beschränken
und somit unzulässig lange Beanspruchungen von Straßen durch Spikes vermeiden, Eine
vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die sonden der Stahlseile
mittels lösbarer Klemmglieder gefaßt sind, die an einem Ende mit einer Ösenkausche
und am anderen Ende mit Haken-Verschluß bzw. Spannvorrichtung zusammengebaut sind0
Eine solche Ausgestaltung gestattet es auf das Einfachste, die Segmentteile und
Abstandsstücke entsprechend der jeweiligen Reifengröße auf die Stahl seile aufzureihen
und zu befestigen0 Weitere Erfindungsmerkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen,
wobei hervorzuheben ist, daß die Gleitschutzvorrichtung auch als Bauaatz aus einzelnen
eilen zum eigenen Zusammenbau und Selbst-Anpassen herstellbar ist0 Es folgt die
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles der Erfindung anhand von Zeichnungen0
Figo
1 zeigt schematisch einen Endabschnitt einer Gleitschutzvorrichtung für Kraftfahrzeugreifen
mit zur besseren Uebersicht der Darstellung auseinandergezogenen Greifgliedern und
Abstandsstücken, Fig. 2 zeigt schematisch das mit Haken ausgerüstete andere Ende
der Gleitschutzvorrichtung, Figo 3 ist eine Seitenansicht der auf der Radinnenfläche
zu liegen kommenden Seite der Gleitschutzvorrichtung mit ineinandergehakten Enden,
Fig. 4 zeigt die auf der Radaußenseite zu liegen kommende mit/ Seite der Gleitschutzvorrichtung
mit einem Spanner ausgerüsteten Hakenverschluß, Sigo 5 zeigt einen Mitnehmerbügel,
der als Montagehilfe beim Anlegen der Gleitschutzvorrichtung benutzt wird, Fig.
6 bis 10 veranschaulichen den Auffahr- und Montagevorgang in fünf Phasen, Fig. 11
zeigt einen Feststeller zur Sicherung der Lage eines die mittleren Bereiche der
Greifglieder verbindenden
Stahlseiles, Sigo 12 zeigt im Grundriß
ein einzelnes GreiSglied mit beidseitig angeformten Abstandsstückhälften.
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In Fig. 1 sieht man das eine Ende der ähnlich wie eine Baupenkette
aufgebauten Gleitschutzvorrichtung mit noch nicht ganz zusammengefügten Teilen.
Die Gleitschutzvorrichtung hat Greifglieder 1 in Borm gummi-elastischer Segmentteile,
die aus Abschnitten alter oder neuer Kraftfahrzeugreifen bestehen können. Die Segmentteile
haben eine flach U-förmige Gestalt und erstrecken sich in angelegtem Zustand mit
ihren seitlichen Enden über etwa 1/3 der Reifenseitenfläche. Wegen der gummielastischen
Natur der Greifglieder kann sich diese Beziehung jedoch je nach der Größe der mit
der Gleitschutzvorrichtung ausgerüsteten Reifen ändern. Die Greifglieder 1 sind
an beiden Enden mit zwischengeschalteten Abstandsstücken 3 auf Stahlseile 5 aufgereiht0
Dazu können entweder in den Seitenstücken der Greifglieder entsprechende Bohrungen
angebracht sein, oder man kann auch an den Enden der Greifglieder hier nicht näher
dargestellte Laschen annieten, Im Falle von besonders starken Belastungen unterworfenen
Gleitschutzvorrichtungen können auch die Mitten der benachbarten
Greifglieder
durch ein umlaufendes Stahlseil 7 verbunden sein0 Zur Sicherung der Lage dieses
mittleren Stahlseiles 7 kann in eine Ausnehmung 9 auf der Innenseite wenigstens
eines der Greifglieder ein Schraub-Feststeller 11 der in Fig. 11 gezeigten art eingesetzt
werden0 In Fig. 1 sind die Greifglieder 1 und Zwischenstücke 3 in zur übersichtlicheren
Darstellung auseinandergezogener Lage gezeigt.
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In fertig montierter Lage sind die Greifglieder und Abstandsstücke
in der in Fig. 2 veranschaulichten leise eng aneinandergeschoben.
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Die Greifglieder 1 und Abstandsstücke 3 haben bei der gezeigten Ausführungsform
etwa die gleiche Breite, die jeweils etwa der doppelten Daumenbreite entspricht0
Zur Materialersparnis können die einzelnen Greifglieder aber auch in größerem Abstand
angebracht werden.
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Die auf den beiden Seiten der Gleitschutzvorrichtung angeordneten
Stahlseile 5 sind an ihrem einen Ende um. eine bsenkausche 13 geführt und mittels
lösbarer Klemmglieder 15 gefaßt, während sie an ihren anderen sonden mittels Klemmgliedern
17 bzw.
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19 gefaßt sind, die auf der Radinnenseite einen Haken 21 und
auf
der Radaußenseite einen Haken 23 mit angebauter Spannvorrichtung 25 tragen.
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Die ßpannvorrichtung 25 trägt den Haken 23 gelenkig an einem an dem
Klemmglied 19 angelenkten Hebel 27, der in hier nicht näher zu beschreibender Weise
wie an sich bekannt mittels einer Gse 29 in der Spannstellung festlegbar isto Die
Klemmglieder 15, 17 und 19 haben lösbare Schraubverbindungen und können nach dem
Zusammenbau der Gleitschutzvorrichtung leicht angebracht werden0 Das gestattet eine
beliebige Binstellung der Länge der Stahlseile entsprechend der Größe des mit der
Gleitschutzvorrichtung auszurüstenden Reifens. Durch Aufreihung von mehr oder weniger
Greifgliedern und Abståndsstücken und auch Kürzung von Abstandsstücken oder Greifglieder
läßt sich die Gleitschutzvorrichtung millimetergenau für den jeweiligen Anwendungsfall
bemessen, Damit im Bereich des Hakenverschlusses kein unerwünscht großer Abstand
zwischen den Greifgliedern entsteht, der zu einem ungleichmäßigen Abrollverhalten
der Gleitschutzvorrichtung führen könnte, ist die Ösenkausche 13 mit einer Befestigungslasche
31 ausgestattet, die auch ein Greifglied 1 trägt.
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Die verwendeten Stahlseile können aus Kunststoff-ummantelten Litzen
oder auch aus verzinktem oder rostfreiem Stahl hergestellt sein. Die Abstandsstüoke
können von kleinen Gummischlauchstücken gebildet werden.
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Während für die einzelnenGreifglieder einfach Segmentteile von alten
oder neuen Autoreifen abgeschnitten und mit Bohrungen oder auch verstärkten Ösen
zum Aufreihen auf die Stahl-Seile versehen werden können, ist es in gleicher Weise
auch möglich, in der in Fig. 12 gezeigten Weise Greifglieder 33 mit beliebiger Seitenprofilierung
und beliebigem Stollenprofil in einem Stück mit Abstandsstückhälften 35 herzustellen0
Man braucht dann nur solche Greifglieder nebeneinander auf die Stahlseile aufzureihen,
ohne Abstandsstücke zwischenlegen zu müssen. Die Greifglieder können auch mit Spikes
ausgestattet sein, und sie können auch in der in Fig. 1 bei 37 angedeuteten Weise
auf der Innenseite Höcker tragen, welche die Reibungshaftung an den Kraftfahrzeugreifen
erhöhen, Die Greifglieder können auch mit verstärkenden Stahl einlagen, insbesondere
im Bereich der zum Durchführen der Stahlseile dienenden Bohrungen versehen sein.
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Eine solche Stahleinlage ist in Fig. 1 bei 39 angedeutet.
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Die Figuren 5 bis 10 veranschaulichen einen Auffahr- und Montagevorgang
unter Verwendung des in Fig. 5 gezeigten Mitnehmerbügels
41 herkömmlicher
Art. Gemäß Fig. 6 legt man die raupenkettenartige Gleitschutzvorrichtung vor das
Rad und klemmt sie mit dem Mitnehmerbügel 41 an dem Rad fest. Dabei sind die Ösenkauschen
13 auf den beiden Seiten der Gleitschutzvorrichtung in seitliche Haken des Mitnehmerbügels
41 eingehängt. Fig. 7 zeigt den Zustand, nachdem ca. die Hälfte der Gleitschutzvorrichtung
überrollt wurde. Fig. 8 veranschaulicht die 3/4-Überrollung und Fig. 9 die vollständige
Dberrollung. Gemäß Fig. 10 hat sich die Gleitschutzvorrichtung nach etwa einer weiteren
1/4 Umdrehung eng um das Rad gelegt, sodaß die Haken 21 und 23, sowie Ösen 13 leicht
ineinander gehängt und der Spanner 25 gespannt und festgelegt werden kann0 Die Erfindung
läßt sich auch in der Weise weiterbilden, daß die Segmentglieder und Abstandsstücke
gruppenweise zusammenhängend oder sogar samt Stahlseilen als einheitliches Teil
geformt werden. Es können selbst Matten von der Länge eines großen Reifenumfanges
hergestellt und entsprechend dem jeweiligen Anwendungsfall gekürzt werden0 Patentansprüche: