Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines neuen Nahrungsmittels, und insbesondere eines
simulierten bzw. vorgetäuschten Teigimbißprodukts bzw. Teigwarenimbißprodukts
("pasta snack"-Produkt) sowie eines Halbprodukts dafür.
In den letzten Jahren erschienen auf dem Markt eine Vielzahl von expandierten Imbißprodukten, die hauptsächlich auf Kartoffel-
oder Getreide-bzw. Zerealien-Produkten basierten, und es wurden viele Verfahren zur Herstellung von Imbißprodukten die-,
ser Art vorgeschlagen. Im wesentlichen umfaßt die Mehrzahl solcher Verfahren die Grundstufen der Bildung eines Teigs
mit geeigneter Zusammensetzung, des Extrudierens des Teiges und Schneiden des extrudierten Teiges zu Stückchen (im allgemeinen
nach einem Trocknungsvorgang) zur Bildung des sogenannten "Halbprodukts". Dieses Halbprodukt kann unmittelbar ge-
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kocht bzw. gebacken werden, um eine Expansion des Produkts zu
bewirken und dadurch ein knuspriges e'xpandiertes Imbißnahrungsmittelprodukt zu bilden, oder es kann gelagert und/oder transportiert
werden (vorausgesetzt, daß geeignete Vorkehrungen gegen die Absorption von Feuchtigkeit getroffen werden), falls
eine unmittelbare Expansion bzw. Ausdehnung nicht gewünscht wird.
Die vorstehend umrissenen Verfahren führen zu einem sehr knusprigen
Imbißprodukt mit einer relativ geringen Dichte. Ein Nachteil solcher Verfahren liegt darin, daß es häufig sehr schwierig ist,
ein Produkt mit einer gewünschten speziellen Form oder Struktur zu erzielen, da die erzeugte Form oder Struktur beim Schneiden
aufgrund der physikalischen Chärakteristika des Extrudats verlorengehen
kann. Dies kann einen .entscheidenden Faktor bei der Bestimmung der Akzeptierung des Produkts durch den Verbraucher
darstellen. Es wird angenommen, daß dieser' Mangel an definierter
Form oder Struktur in dem Endprodukt auf Faktoren zurückgeführt werden kann, wie die Beschaffenheit des ursprünglichen
Teiges, seine Extrusion und die nachfolgende Behandlung.
Es wurde nun ein Verfahren zur Herstellung eines neuen Imbißproduktes
mit angenehmen Geschmacks- und Beschaffenheitscharakteristika gefunden, das üblichen Teig-("Pasta")-Produkten in
Form und Struktur gleicht. Die neuen Produkte werden daher in der vorliegenden Beschreibung als simulierte Teigimbißprodukte
bezeichnet. Durch das erfindungsgemäße neue Verfahren können bequem Produkte mit einer gut definierten Form oder Struktur
erhalten werden. Das Prinzip des neuen Verfahrens basiert auf dem vorstehend allgemein umrissenen Verfahren^ schließt jedoch
die Verwendung von teigartigen Zusammenpressungen (pasta-type press together) mit der Auswahl verschiedener Verfahrensparameter"
eins, einschließlich beispielsweise der Beschaffenheit des
Teiges, der Temperatur und des Drucks in dem Extruder, des Punktes, bei.dem der extrudierte Teig geschnitten wird,und der
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Trocknungsbedingungen für die geschnittenen Stücke. Es wurde
gefunden, daß durch Anwendung dieser gewählten Parameter (die nachfolgend beschrieben werden) ein Imbißprodukt mit angenehmem
Geschmack und guten Beschaffenheitscharakteristika hergestellt
werden kann.
Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zur Herstellung eines simulierten
· Teigimbißprodukts oder eines Halbprodukts dafür geschaffen, welches die Stufen von (a) der Bildung eines Teigs
durch Vermischen einer trockenen Mischung von 20-80% eines entwässerten
Kartoffelprodukts, worin die enthaltenen Zellen im wesentlichen nicht gebrochen sind, mit Wasser; 20-80% nicht gelatinisierter
Stärke (wie hierin definiert); und weniger als 3,5% Natriumchlorid; (b) Leiten dieses Teigs durch einen Extruder
unter Druck und Temperaturbedingungen, die eine teilweise Gelbildung bzw. Gelatinisierung der in dem Teig enthaltenen
.Stärke zur Bildung eines extrudierten, halbdurchscheinenden Produkts bewirken; (c) Schneiden eines.extrudierten Produkts zu
Stücken von vorher bestimmter Größe oder Beschaffenheit, unmittelbar oder kurz nach der Extrusion; und (d) Trocknen der
geschnittenen Stücke bei einer Temperatur von bis zu 60°C auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 9-13% zur Bildung eines Halbprodukts
und - falls gewünscht - Backen bzw. Kochen dieses Halbprodukts, einschließt.
Die durch das vorstehend beschriebene Verfahren erfindungsgemäß hergestellten Produkte haben im allgemeinen eine "knackigere"
Struktur und eine höhere Dichte als die nach bisherigen Verfahren des vorstehend allgemein beschriebenen Typs erhaltenen
Imbißprodukte. Darüberhinaus kann das Produkt, wie vorstehend ausgeführt, in einer Vielzahl von Formen hergestellt werden,
wodurch Produkte erhalten werden, die für den Verbraucher einen zunehmenden Anreiz bieten.
Das vorstehend beschriebene Verfahren kann unter Anwendung Übli-
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eher Anlagen durchgeführt werden und weist daher den bedeutenden
wirtschaftlichen Vorteil auf, daß es keine ausgedehnten Auslagen für spezielle Ausrüstungen zur Durchführung des Verfahrens
benötigt.
Das dehydratisierte bzw. entwässerte Kartoffelprodukt, das bei der Herstellung des Teiges gemäß dem vorstehenden Verfahren verwendet
wird, ist im allgemeinen ein auf übliche Weise entwässertes Produkt, das aus gekochten Kartoffeln hergestellt wird und
bis zu etwa 12% Wasser enthält. Das Produkt kann in der Form von beispielsweise Kartoffelbrei- bzw. gemahlenes Kartoffeipulver oder
Flocken vorliegen, jedoch sind Kartoffelgranulate bevorzugt. Das Kartoffelprodukt wird vorzugsweise in einer Menge von 35 bis
65% der trockenen Mischung verwendet.
Der hier in bezug auf die Zusammensetzung der Teigmischung gebrauchte
Ausdruck "ungelatinierte bzw. ungelierte Stärke" bezieht sich auf ungelatinierte Stärke, die aus natürlichen Quellen,
wie Getreide bzw. Zerealien oder Knollengewächsen (tubers) isoliert wurden, z.B. aus Kartoffeln, Reis, Weizen, Mais, Roggen,
Hafer usw. Besonders bevorzugt wird ungelatinierte Kartoffelstärke. Die ungelatinierte Stärke wird vorzugsweise in einer
Menge von 35 bis 65% des Trockengemischs verwendet.
Vorgelatinierte Stärke (vom Fachmann häufig als "wasserlösliche Stärke" bezeichnet) wird vorteilhaft in der Teigmischung verwendet,
insbesondere wenn das Kartoffelprodukt Kartoffelgranulate umfaßt. Solche vorgelatinierte Stärke kann von natürlichen
Quellen, wie Knollengewächsen oder Getreide, hergeleitet werden^ z.B. Kartoffeln, Reis, Weizen, Mais, Roggen, Hafer usw. Vorgelatinierte
Kartoffelstärke wird besonders bevorzugt. Die vorgelatinierte Stärke wird vorzugsweise in einer Menge von 2 bis
20%, bevorzugt 4 bis 15%, der Trockenmischung verwendet.
Es wurde gefunden, daß die Einarbeitung von Natriumchlorid oder
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anderen nicht toxischen, ionischen Salzen, wie Kaliumchlorid, Kaliumbromid, Natriumacetat oder Natriumeitrat, in die Trockenmischung
in einer Menge von weniger als 3f 5$>
und vorzugsweise mehr als 0,5?6 einen wichtigen und wünschenswerten Effekt auf
die Beschaffenheit des Endprodukts ausübt,und die Wahl der speziellen Mengen des ionischen Salzes stellt ein bedeutendes
Merkmal der vorliegenden Erfindung dar. Das Natriumchlorid kann verwendet werden,wenn ein pikantes Produkt gewünscht wird, andererseits
kann, falls ein süßes Produkt gewünscht wird, ein anderes nicht toxisches, ionisches Salz verwendet v/erden, das
den Süßungseffekt der vorhandenen Süßstoffe nicht beeinträchtigt. Die Menge des ionischen Salzes in der Teigmischung kann auch
zur Steuerung der Ölaufnahme verwendet werden, wenn das Halbprodukt
in Öl gebacken wird.
Die Teigmischung wird mit Wasser zur Bildung eines Teigs mit der gewünschten Konsistenz formuliert. Der Teig weist vorzugsweise
einen Feuchtigkeitsgehalt von bis zu 45% und nicht unter
2596 bei einer Temperatur von beispielsweise 20-300C auf.
Der Teig wird anschließend durch einen Extruder bzw. eine Spritzvorrichtung geführt, wo er Temperatur- und Druckbedingungen
ausgesetzt wird, die so liegen, daß eine teilweise Gelati-, nierung der Stärke eintritt. Das Auftreten dieser teilweisen
Gelatinierung bzw» Gelbildung wird durch das semi-durchscheinende Aussehen des Extrudats angezeigt. Es wurde gefunden, daß
bis zu 30% des ungelatinierten, ursprünglich in dem Teig vorhandenen
Materials in dem Extruder durch Anwendung geeigneter Temperaturen und Drücke gelatiniert werden kann. Die Temperatur,
der der Teig in dem Extruder unterzogen wird, liegt vorzugsweise unter 75°C, besonders bevorzugt ist ein Temperaturbereich von
50-750C. Die Temperatur des Teigs sollte bei der Extrusion vorzugsweise
unter 900C liegen, um eine übermäßige Expansion zu vermeiden. In dem Extruder wird im allgemeinen ein Druck von
2 ?
70-160 kg/cm , vorteilhaft 90-115 kg/cm angewendet.
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Der beim erfindungsgemäßen Verfahren verwendete Extruder kanu
zweckmäßig eine übliche Teigpresse vom Schraubentyp sein. Es
können Standard-Teigformen im Extrusionskopf verwendet werden,
um dem Extrudat die gewünschte Form oder Beschaffenheit zu verleihen, z.B. Vierecke, Röhren, Stangen, Spiralen, gedrehte
Formen (spins), Roste usw.
Das Teigextrudat wird vorzugsweise zu Stücken unmittelbar nach
dem Verlassen der Extrusion geschnitten, während es noch in einem plastischen Zustand vorliegt. In manchen Fällen kann es
jedoch erwünscht sein, das Schneiden des Extrudats zu verzögern,
bis es in eine Entfernung bis zu 50 cm, beispielsweise vom. Extrusionskopf, gewandert ist, um sicherzugehen, daß es in einer
geeigneten Form zum Schneiden zu wohldefinierten Formen vorliegt. So können beispielsweise bei gewissen Extruöaten, z.B. solchen
in Form von Röhren, die Enden der geschnittenen Stücke als Ergebnis
des Schneidvorgangs zusammengedrückt sein, wenn der Schneidvorgang zu nahe am Kopf erfolgt, was vom Aussehen her1
unerwünscht sein kann. Das Schneiden des Extrudats kann in
üblicher Weise durchgeführt werden, z.B. mittels einer Schneidevorrichtung für lange ürtikel oder ähnlichen Vorrichtungen«
Die geschnittenen Stücke werden anschließend unter sorgfältig gesteuerten Bedingungen getrocknet. Die Trocknungstemperatür
sollte 600C nicht überschreiten, um öle Bildung eines hartem
Überzugs an der Oberfläche der Stücke zu vermeiden; vorzugsweise liegt die frocknungstemperatur im Bereich von 3O-5O°C. Die
Trocknung erfolgt im allgemeinen während eines Zeitraums vom
5-20 Std,, vorzugsweise 6-10 SM., σμθ clanäßig in einer Trockentrommel
bzw. einem Trocknungszjlinder. Die vorstellenden
TrocknuTigszeiten können jeäoch duirch die Anwendung einer elektrischen
Heizung oder einer Mikrowellenheizung vermindert werden. Vorzugsweise wird bei einer relativen Feuchtigkeit von
mindestens 5O?6 (um die Bildung eines harten Überzugs auf der
Oberfläche der Stücke zu vermeiden) und nicht über 80% ge-
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trocknet.
Das durch Trocknen des Extrudats hergestellt Halbprodukt liegt in der Form von harten , spröden Stücken vor, die, falls gewünscht,
während längerer Zeit in verschlossenen Behältern gelagert werden können.
Das Halbprodukt kann beispielsweise durch einen Brat- bzw. Baek- oder Aufblähvorgang gekocht bzw. gebacken werden, um das gekochte
bzw. gebackene Produkt zu ergeben. Um ein aufgeblähtes
bzw. ausgeweitetes (expandiertes) Imbißprodukt zu erzeugen, kann der Backarbeitsgang vorteilhaft durch rasches Backen bzw. Braten
der Stücke in genießbarem Öl, z.B. pflanzlichen Öl bei einer Temperatur von 175 bis 22O0C, vorzugsweise 185 bis 2050C,
durchgeführt werden, wobei der ölgehalt in dem Endprodukt vorzugsweise
unter 20% liegt.
Der Aufblähvorgang (puffing operation) kann vorteilhaft einen
Salz-, Heißluft- oder Gasaufbläh- (gun puffing)-Arbeitsgang umfassen. Als eine Alternative für die vorstehenden Back- bzw.
Aufbläharbeitsgänge kann das Halbprodukt in siedendem Wasser
gekocht werden.
Nach dem Kochen kann das Halbprodukt gesalzen oder vor dem Verpacken
in anderer Weise gewürzt werden.
Um jedoch den Geschmack oder den Nährwert des Endprodukts
sicherzustellen, können zahlreiche zusätzliche Bestandteile auch in den ursprünglichen Teig gefügt werden. Beipiele für
solche Bestandteile umfassen geschmackserhöhende Mittel, wie Minonatriumglutamat, Antioxidantien, wie butyliertes Hydroxyanisol,
butyliertes Hydroxytoluol und Propylgallat, Homogenisierungsmittel, Süßstoffe, wie Zucker, Saccharin und Sorbit,
und Nahrungsmittel, wie Proteinmaterialien, insbesondere Sojaprotein, Mineralien und Vitamine.
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Das folgende Beispiel dient- zur Erläuterung der Erfindung.
Beispiel
Die folgenden Bestandteile wurden gemäß der nachstehenden Formulierung
innig vermischt:
Kartoffelgranulat 44,918%
Kartoffelstärke 44,918%
Prägelatinierte Kartoffelstärke 7,007%
Salz 3,009%
Mononatriumglutamat 0,148%
Die Bestandteile wurden 8 Minuten in einem vertikalen Mischer vermischt, und der Feuchtigkeitsgehalt der Mischung betrug
13%. Die trockene Mischung wurde in eine übliche Teigpresse eingebracht, worin der Feuchtigkeitsgehalt auf 35-37% eingestellt
wurde, und vor dem Extrudieren weiter innig vermischt wurde. Nach dem Mischen wurde das Material durch eine Schraube
vom Löffelbohrertyp (auger-type) komprimiert und durch eine Form extrudiert und sofort zu kruzen Längen geschnitten (face
cut into short lengths). Der Druckzylinder hatte einen Heißwassermantel, der durchschnittliche Temperaturen von 55-650C erreichte,
und die Mischung wurde auf Drücke von 90-115 kg/cm komprimiert.
Es wurde eine übliche Teigform verwendet, die Stücke in Spiralform
von etwa 28 mm Länge, 10,3 mm maximalem Durchmesser und mit einer Wandstärke von 1,0 bis 1,5 mm lieferte. Das Extrudat
hatte ein halb-lichtdurchlässiges Aussehen und war dehnbar.
Nach der Extrusion wurden die Pellets langsam in einem kontinuierlichen
Trockenzylinder, der bei niedriger Temperatur arbeitete, getrocknet. Die Temperaturen in den Trommeln variierten
von 37 bis 56°C mit vorherrschenden relativen Feuchtigkeiten von 60-80% in einem Gesamttrocknungszyklus von etwa 6,5 Std.
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Der endgültige Feuchtigkeitsgehalt des Halbprodukts betrug
10,5-13,0$. Die Beschaffenheit des Produkts war hart und 'spröde. Der Trocknungszyklus führte zu einer gewissen
Schrumpfung der Pellets zu Dimensionen von 24-26 mm in der
Länge und von 9,0-9»5 mm maximalem Durchmesser. Die Pellets
waren ziemlich stabil und während längerer Zeit in geschlossenen Behältern lagerbar.
Das Halbprodukt wurde in Pflanzenöl bei einer Temperatur von'
2Q5°C während etwa 14 Sekunden gebacken. Das aufgeblähte Material zeigte eine Expansion im Durchmesser auf das 1,4-1,6-fache,
und die Ölaufnähme betrug 14-18%, bezogen auf die Grundlage
des Gesamtgewichts. Schließlich wurde das geblähte Produkt entweder gesalzen oder mit aromagebendem Material überzogen. Das
resultierende Produkt war ein Imbißprodukt von hoher Qualität mit wohldefinierter Form und goldbrauner Farbe.
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