DE2448785B2 - Axiallagerung einer Welle - Google Patents
Axiallagerung einer WelleInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Axiallagerung einer Welle, mit einem einen Teil der Axiallast zum
Lagergehäuse über seinen Außenlaufring weiterleitenden Wälzlager und einem den übrigen Lastanteil
aufnehmenden, dem Wälzlagerinnenring zugeordneten hydrostatischen Axiallager, das über einen Kolben
gegen ein mit fremderzeugtem Druckmittel konstanter Menge beschicktes Dmckmittelpolster axial abgestützt
und aus dem Druckmittelpolster heraus über eine Drossel mit Druckmittel beaufschlagt ist.
Wälzlager sind relativ einfache und billige Lager. Sie werden daher bei den verschiedensten Anwendungsfällen
in großer Zahl benutzt. Bestimmte Bauformen, wie Rillenkugellager, Schrägkugellager, Kegelrollenlager,
können außer Radial- auch Axialkräfte übernehmen. Bei vielen Anwendungsgebieten, wie z. B. Verbrennungsturbinen,
werden die Anforderungen an die Lagerungen hinsichtlich Drehzahl und Belastung, und zwar insbesondere
axialer Belastung, immer höher, so daß oft eine niedrige Lebensdauer zu erwarten ist. In solchen Fällen
könnten nun hydrodynamisch oder hydrostatisch arbeitende Gleitlager verwendet werden. Diese haben
aber auch wesentliche Nachteile. Die hydrodynamischen Gleitlager arbeiten nämlich nur unvollkommen
beim Anfahren und Stillsetzen bzw. bei niedrigen Drehzahlen der Maschine. Die hydrostatischen Lager
sind nicht betriebssicher genug, denn zum Beispiel beim Ausfall der Ölversorgung können wegen der direkten
s Anlage der relativ zueinander bewegten Teile große Schaden an der Maschine eintreten.
Aus diesen Gründen sind schon verschiedentlich kombinierte Lagerungen ähnlich der eingangs genannten
Art vorgeschlagen worden. Dabei wird die zu
ίο übertragende Last auf zwei Lager verteilt Da die
ölmenge, der Druck vor und hinter dem Kolben und die Last genau aufeinander abgestimmt sein müssen, um
eine funktionierende Lagerung zu erreichen, ist ein großer Aufwand an Meß- und Steuermitteln nötig.
Trotzdem ist es aber bei sich verändernder äußerer Last nicht möglich, eine bestimmte Lastverteilung zu
erreichea Bei den bisher bekannten, mit Fremdöl versorgten Lagerungen wirkt sich nämlich eine
Belastungsverändeiung in erster Linie nur auf das Wälzlager aus, während die Beanspruchung des
hydrostatischen Lagers nahezu konstant bleibt
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Axiallagerung der eingangs genannten Art aufzuzeigen, bei der
unabhängig von der Größe der äußeren Belastung immer gleiche Anteile von beiden Lagern übertragen
werden, und zwar ohne daß komplizierte und teure Kontroll- und Regelgeräte erforderlich sind.
Die Lösung dazu wird mit den Merkmalen im kennzeichnenden Teil des ersten Anspruchs erreicht
Nach einer speziellen Ausgestaltung der Erfindung kann der Kolben des hydrostatischen Axiallagers im
Ringkolben angeordnet sein. Beide sind axial gegeneinander und gegen sonstige Teile verschiebbar. In diesem
Fall ist es konstruktiv am einfachsten, wenn auf der der Zwischenbüchse zugewandten Stirnseite ein gemeinsames
Dmckmittelpolster vorgesehen ist, das Verbindungskanäle überflüssig macht. Es ergibt sich damit ein
einfacher und platzsparender Aufbau. Um eine Berührung der relativ zueinander bewegten Teile im
hydrostatischen Axiallager mit Sicherheit bei fehlendem Druckmitteldruck zu vermeiden, ist es nach einer
weiteren Ausgestaltung zweckmäßig, den Kolben des hydrostatischen Axiallagers durch Federn von der
Lagergegenfläche wegzuziehen. Der Federdruck kann unter diesen Umständen klein gehalten werden.
Durch die Umfassung des Wälzlagers, des Ringkolbens und des hydrostatischen Axiallagers samt Kolben
mit einer im Teilquerschnitt L-förmigen Zwischenbüchse mit Deckel ergibt sich eine einbaufertige, in ihren
Außenmaßen normbare Einheit einer kombinierten Lagerung mit einfachsten Mitteln, die in beliebigen
Maschinen Verwendung findet und im Bedarfsfall durch Lösen und Festziehen von einigen Schrauben ausgewechselt
werden kann.
Da der Kolben des hydrostatischen Axiallagers und die Stirnfläche des Ringkolbens eine bestimmte
konstante Größe besitzen und immer unter gleichem Druck stehen, wird bei sich verändernder äußerer
Belastung automatisch immer der gleiche Lastanteil übertragen. Die Anteile können lediglich durch Veränderung
der Kolbenfläche variiert werden. Um eine stabile Lagerung zu erreichen, muß noch dafür gesorgt
werden, daß die Druckmittelmenge, die normalerweise konstant gehalten wird und die entsprechend der
maximal zu erwartenden Belastung relativ groß bemessen ist, wobei noch ein Sicherheitszuschlag
erfolgt, die Verhältnisse im hydrostatischen Axiallager nicht stört Dies erfolgt hier in einfacher Weise durch
das Abfließen des Druckmittels Ober den lastabhängigen,
in der Weite sich verändernden Abströmspalt in die Umfangsnut der Zwischenbüchse, von wo eine Rückführung
in den Druckmittelvorratsbehälter ecfolgt Damit wird ohne konstruktiven Aufwand und zusätzliche MeB-
und Regeleinrichtungen automatisch immer die gewünschte Verteilung aufrechterhalten.
Es ist zwar schon eine kombinierte Lagerung der hier
in Rede stehenden Art bekannt (DE-OS 20 59 836), bei
der eine anteilmäßig konstante Lastverteilung erfolgt; hier handelt es sich aber um eine Lagerung einer
Axialkolbenpumpe mit eigenerzeugtem Öldruck. Die dabei vorhandenen Betriebsbedingungen sind bei
Anwendungsfällen mit fremderzeügtem Öldruck, auf die
sich diese Erfindung bezieht, nicht gegeben. Auch ist der Außenring des Wälzlagers im Gehäuse ortsfest
abgestützt und überträgt einen Teil der Axiallast unmittelbar auf das Gehäuse.
Die Erfindung wird anhand eines AusfiihrungsbeispieJs
näher erläutert Die Figur zeigt einen Teilquerschnitt durch die erfindungsgemäße Kombination eines
Wälzlagers mit einem hydrostatischen Axiallager.
Auf der Welle 1 ist ein Radial-Rillenkugellager 2 angeordnet das sowohl Axial- als auch Radiallasten
übertragen kann. Der Axiallastanteil wird dabei vom Außenring 2' über den Ringkolben 3 auf die im
Querschnitt L-förmige Zwischenbüchse 4 übertragen. Parallel zum Rillenkugellager 2 ist ein hydrostatisches
Lager angeordnet Letzteres umfaßt die Lagerscheiben 5 und den Kolben 6 mit den Druckmittelzuführbohrungen
7, den Drosseln 7' und den Taschen 8. Der Ringkolben 3 und der Kolben 6 besitzen ein
gemeinsames Druckmittelpolster 9. Der Druckmittelzuführkanal 10 führt zum Druckmittelpolster 9 und setzt
sich über die Bohrungen 7 bis zu den Taschen 8 des hydrostatischen Lagers fort.
Die Lagerung funktioniert in folgender Weise:
Bei Auftreten einer äußeren Axiallast F und stillgesetzter Druckmittelpumpe geht zunächst die
gesamte Belastung durch das Rillenkugellager 2 über den Ringkolben 3 an der Stelle 3' in die im Gehäuse 11
befestigte Zwischenbüchse 4. Beim Inbetriebsetzen der nicht gezeigten Pumpe füllt sich dann über den
Zufuhrkanal 10 das Druckmittelpolster 9 mit beispielsweise öl und drückt den Kolben 6 wegen der Drossel T
in Richtung der Lagerscheibe 5. Das hydrostatische Lager wird dadurch in Betrieb gesetzt und entlastet das
Rillenkugellager 2. Bei weiter ansteigender ölmenge und damit ansteigendem Öldruck wird infolge der
Drosselwirkung bei T erreicht daß sich auch der Ringkolben 3 an der Stirnfläche von der Zwischenbüchse
4 abhebt Die ölmenge, die für ein ordnungsgemäßes Funktionieren des hydrostatischen Axiallagers nicht
benötigt wird, läuft durch den AJjströmspalt 3' in die
Umfangsnut 15 und von dort zurück in den Ölvorratsbehälter.
Die Fläche des Abströmspaltes 3' sowie die Stirnfläche der in die Büchse 3 eingearbeiteten
Umfangsnut 3" einerseits sowie die Stirnfläche 6' des Kolbens 6 andererseits bestimmt die Anteile der
Axiallast die über die beiden Lager übertragen werden. Die Ölmengenregulierung erfolgt mit einfachen Mitteln
über den Abströmspalt 3'. Hier ist also ein einwandfreies Funktionieren des hydrostatischen Lagers ohne zusätzliche
Meß- und Regeleinrichtungen bei sich verändernder äußerer Belastung gewährleistet
Da der Kolben 6, der als Stützring des hydrostatischen Axiallagers dient im Ringkolben 3 angeordnet ist,
beide axial gegeneinander und gegen sonstige Teile verschiebbar sind und da ein gemeinsames Druckmittelpolster
9 vorgesehen ist, ergibt sich ein einfacher Aufbau der kombinierten Lagerung, ohne daß darunter
die Funktionsfähigkeit leidet
Zwischen der Zwischenhülse 4 und dem Kolben 6 ist eine Druckfeder 12 so eingespannt daß sie auf den
Kolben 6 in Richtung der Axiallast F wirkt und den Kolben 6 bei fehlendem Öldruck von der Lagerscheibe 5
wegzieht und so das hydrostatische Lager vor Beschädigung schützt
In vielen Anwendungsfällen wird gewünscht, daß Lager als Einheiten geliefert werden, deren Abmessungen
sogar genormt sein sollen. Eine solche Einheit wird hier dadurch erreicht daß eine im Teilquerschnitt
L-förmige Zwischenbüchse 4 vorgesehen ist, deren offenes Ende nach Einbringen der Einzelteile durch
einen Deckel 13 verschlossen wird. Über letzteren erfolgt hier mittels Schrauben bei 14 eine Befestigung
der Einheit arn Gehäuse 11.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Axiallagerung einer Welle, mit einem einen Teil der Axiallast zum Lagergehäuse über seinen
Außenlaufring weiterleitenden Wälzlager und einem den übrigen Lastanteil aufnehmenden, dem Wälzlagerinnenring
zugeordneten hydrostatischen Axiallager, das Ober einen Kolben gegen ein mit fremderzeugtem Druckmittel konstanter Menge
beschicktes Druckmittelpolster axial ahgestützt und aus dem Druckmittelpolster heraus über eine
Drossel mit Druckmittel beaufschlagt ist, d a d u r c h gekennzeichnet, daß der Außenlaufring (2')
mit seiner die Teillast weiterleitenden Stirnseite gegen einen im Lagergehäuse (11) axial verschiebbaren
Ringkolben (3) abgestützt ist, dessen dem Außenlaufring (2') abgekehrte Stirnseite aus dem
Druckmittelpolster (9) heraus mit Druckmittel beaufschlagt ist und gemeinsam mit einer Ringfläche
einer gehäusefesten Zwischenbüchse (4) einen lastabhängigen, in der Weite sich verändernden
Abströmspalt (3') für Druckmittel aus dem Druckmittelpolster (9) bildet
2. Axiallagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (6) des hydrostatischen
Axiallagers und der ihn umschließende Ringkolben (3) gegen ein gemeinsames Dmckmittelpolster
(9) abgestützt sind.
3. Axiallagerung nach den Ansprüchen 1 bzw. 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Kolben
(6) und der gehäusefesten Zwischenbüchse (4) Druckfedern (12) vorgesehen sind, die den Kolben
(6) in Richtung der Axiallast von der Lagerscheibe (5) bei fehlendem Druckmitteidruck wegziehen.
4. Axiallagerung nach den Ansprüchen 1,2 bzw. 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Wälzlager (2), der
Ringkolben (3) und das hydrostatische Axiallager samt Kolben (6) mit der im Teilquerschnitt
L-förmigen, mit einem Deckel (13) versehenen Zwischenbüchse (4) eine Baueinheit bilden.
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