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Bekannte Gitterträger (vgl. CH-PS 335 837 und OE-PS 276 705) werden
in der Weise hergestellt, daß beim Biegen der Strebenschlange die Schenkellänge
zwischen je zwei aufeinanderfolgenden Biegungen gerade so groß bemessen wird wie
die Länge jeder Strebe und die so hergestellte ebene Strebenschlange in der Art
einer Säge geschränkt wird, indem sämtliche gleichgerichteten Biegungen abwechselnd
nach der einen und der anderen Seite aus der ursprünglichen Ebene der Strebenschlange
herausgebogen werden. Bei diesem relativ umständlichen Verfahren erhält man indessen
einen Gitterträger, dessen etwa V-förmiger Querschnitt am Übergang zwischen den
beiden Strebenebenen derart spitzwinklig ist, daß beim Stapeln solcher Gitterträger
die Obergurte hinderlich sind und die Stapelteilung wesentlich vergrößern.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Gitterträger der beschriebenen
Gattung durch ein vereinfachtes Biegeverfahren so herzustellen, daß sie mindestens
ebensogut stapelbar sind, wie Gitterträger, bei denen die Streben in den beiden
Strebenebenen von zwei verschiedenen Strebenschlangen gebildet sind.
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Die Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß beim Zickzack-
oder Schlangenförmigbiegen des Drahtes zur Strebenschlange in einer gemeinsamen
Ausgangsebene liegende Schenkel mit etwa doppelter Länge der Streben gebildet und
die Schenkel dann jeweils in ihrer Mitte um eine gemeinsame Biegeachse abgebogen
werden, so daß aus jedem Schenkel zwei in je einer Strebenebene liegende Streben
gebildet werden, an die sich je eine in derselben Strebenebene liegende. aus dem
jeweils benachbarten Schenkel gebildete Strebe anschließt.
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Damit wird zunächst das Biegen der Strebenschlange vereinfacht, denn
die Zahl der Biegungen, die dabei je Längeneinh&it des Gitterträgers hergestellt
werden müssen, ist nur halb so groß wie bei der Herstellung eines Gitterträgers
gleicher Strebenlänge nach dem bekannten Verfahren. Die übrigen Biegungen - das
sind jene, an denen die Strebenschlange beim fertigen Gitterträger mit dem Obergurt
Knotenpunkte bildet -werden durch Abbiegen der Strebenschlange um die gemeinsame
Biegeachse mindestens paarweise gleichzeitig erzeugt. Darüber hinaus wird durch
dieses Vorgehen ein spitzwinkliger Scheitel der Strebenschlange vermieden, wodurch
die angestrebte gute Stapelbarkeit der Gitterträger erreicht wird.
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Beim Herstellen von Gitterträgern mit aus Rundstahl bestehendem Obergurt
wird in Ausgestaltung der Erfindung die Strebenschlange am Übergang zwischen den
beiden Strebenebenen mit einem Biegeradius abgebogen, der mindestens das 0.4flache
des Durchmessers des Obergurtes beträgt. Damit wird erreicht, daß der Obergurt sich
ohne weiteres in den Scheitelbereich zwischen aufeinandergestapelten Gitterträgern
einfügt Die Durchführung des Verfahrens wird erleichtert und die Genauigkeit des
erzielten Ergebnisses verbessert. wenn nach einem weiteren Merkmal im Rahmen der
Erfindung die Strebenschlange mit den Untergurten vor und mit dem Obergurt nach
dem Abbiegen ihrer Schenkel verschweißt wird. Die mit den Schenkeln verschweißten
Untergurte tragen dazu bei, daß die Schenkel nach dem Abbiegen genau in den beiden
Strebenebenen liegen: der Obergurt wird dagegen vorzugsweise erst nach dem Abbiegen
der Schenkel an deren Scheitel angeschweißt. damit die Schweißstellen von Biegebeanspruchungen
freigehalten werden.
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Zum Durchführen des beschriebenen Verfahrens eignet sich erfindungsgemäß
eine Vorrichtung, bei der an einer Förderstrecke, längs derer die Strebenschlange
schrittweise vorwärts bewegbar ist, eine Backenanordnung mit V-förmig gegeneinandergestellten
oder gegeneinander stellbaren Biegebalken angeordnet sind, die in den Stillstindszeiten
der Förderbewegung quer zur Förderrichtung in bezug aufeinander hin- und herbewegbar
sind.
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Ausgestaltungen dieser Vorrichtung sind Gegenstand der Ansprüche
5 bis 8.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand von schematisch in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispielen eines Gitterträgers und einer Vorrichtung zum
Herstellen eines solchen beschrieben. Es zeigt F i g. I eine Seitenansicht eines
Gitterträgers, F i g. 2 eine Stirnansicht des Gitterträgers.
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F i g. 3 eine perspektivische Ansicht des Gitterträgers, F i g. 4
eine der F i g. 2 entsprechende Stirnansicht eines abgewandelten Gitterträgers,
Fig.5 eine nur teilweise gezeichnete vergrößerte Stirnansicht mehrerer aufeinandergestapelter
Gitterträger nach F i g. 1 bis 3, F i g. 6 eine perspektivische Prinzipskizze einer
Vorrichtung zum Herstellen der abgebildeten Gitterträger.
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F i g. 7 eine vergrößerte Stirnansicht eines im wesentlichen zum
Führen eines Gitterträgers dienenden Vorrichtungsteils.
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F i g. 8 eine entsprechende Stirnansicht eines zum Abbiegen des Gitterträgers
dienenden Vorrichtungsteils, F i g. 9 eine entsprechende Stirnansicht eines abgewandelten,
ebenfalls zum Abbiegen des Gitterträgers dienenden Vorrichtungsteils.
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Der in F i g. 1 bis 3 dargestellte Gitterträger besteht aus einem
Obergurt 12, zwei Untergurten 14 und 14' sowie einer Strebenschlange 16, deren von
je zwei aufeinanderfolgenden Biegungen begrenzte geradlinige Abschnitte im folgenden
als Streben bezeichnet und in vier Gruppen unterteilt werden, nämlich in Streben
163, die in der Darstellung gemäß F i g. 3 von links nach rechts fortschreitend
den Obergurt 12 mit dem Untergurt 14 verbinden, Streben 16b, die den Untergurt 14
mit dem Obergurt 12 verbinden, Streben 16'a, die den Obergurt 12 mit dem Untergurt
14' verbinden und Streben 16'b, die den Untergurt 14' mit dem Obergurt verbinden.
Die Streben 16a und t6b liegen in einer Strebenebene 18, während die Streben 16'a
und 16'b in einer zweiten Strebenebene 18' liegen. Die Strebenebenen 18 und 18'
schneiden sich bei dem in F i g. 1 bis 3 dargestellten Gitterträger annähernd in
der Achse des Obergurts 12 und erstrecken sich durch die Achse je eines Untergurts
14 bzw. 14'.
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An Stelle der in F i g. I bis 3 dargestellten Anordnung des Obergurts
12 und der Untergurte 14 und 14' in bezug auf die Strebenschlange 16 sind andere
Anordnungen möglich; beispielsweise ist bei der in F i g. 4 dargestellten Ausführungsform
der Obergurt 12 etwas weiter als in F i g. 2 vom Scheitel der beiden Strebenebenen
18 und 18' entfernt an der Unterseite der die Streben 16a und 16'b sowie 16b und
16'a verbindenden Rundung 20 der Strebenschlange 16 angeschweißt. Die Stapelbarkeit
der Gitterträger ist bei beiden in F i g. 2 einerseits und F i g. 4 andererseits
dargestellten Anordnungen des Obergurtes 12 gleich gut, wie aus F i g. 5 ersichtlich
ist. Dabei ist es günstig, wenn die Strebenschlange 16 etwa die dargestellte Rundung
20 aufweist und nicht im Bereich des Scheitels der Strebenebenen 18 und 18', im
Querschnitt durch den Gitterträger betrachtet, spitzwinklig verläuft. Der kleinste
Krümmungsradius r im Bereich der Rundung 20 beträgt bei den dargestellten Ausführungsbeispielen
etwas mehr als das 0,4fache des Durchmessers ddes Obergurtes 12.
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Es ist indessen nicht unbedingt notwendig, daß der Obergurt, wie
dargestellt, von einem Rundstahl gebi]-det ist; es sind auch Ausführungen des Gitterträgers
mit dem besonders in F i g. 3 erkennbaren Aufbau möglich, bei denen der Obergurt
und auch die Untergurte ein von der Kreisform abweichendes, beispielsweise U-förmiges
Profil aufweisen. Auch der Querschnitt der Strebenschlange t6 braucht nicht unbedingt
kreisförmig zu sein, wenngleich ein kreisförmiges Profil wegen seiner allseits gleich
guten Biegbarkeit bevorzugt wird.
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Der besonders in F i g. 3 erkennbare Aufbau des Gitterträgers
ergibt
sich dadurch, daß man als Vorstufe der Strebenschlange 16 zunächst eine in F i g.
6 angedeutete ebene Schlange biegt, die aus lauter gleichlangen und gleiche Winkel
miteinander einschließenden Schenkeln 22 besteht. Die Schenkel 22 sind doppelt so
lang wie jede der Streben 16a usw. Die Schenkel 22 werden dann jeweils in ihrer
Mitte um eine gemeinsame Biegeachse 24 abgebogen; dabei bildet jeder Schenkel eine
der Rundungen 20, und aus jedem zweiten Schenkel entstehen zwei Streben 16a und
16'b, während aus den dazwischenliegenden Schenkeln zwei Streben 16b und 16'a entstehen.
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Das Abbiegen der Schenkel 22 aus der zunächst ebenen Schlange kann
in einem Arbeitsgang geschehen, wenn ein Gitterträger von begrenzter Länge hergestellt
werden soll und eine entsprechend lange Biegevorrichtung zur Verfügung steht. Für
eine in der üblichen Weise schrittweise kontinuierlich stattfindende Fertigung von
Gitterträgern ist es jedoch vorzuziehen, wenn jeweils eine Gruppe von Schenkeln
22 nach einem ersten Schritt nur so weit abgebogen wird, daß die Ebenen der entstehenden
Streben einen Winkel von beispielsweise 150" miteinander einschließen, daß nach
einem weiteren Schritt weitergebogen wird, wobei sich beispielsweise ein Winkel
zwischen den Strebenebenen von 120" ergibt usw., bis der endgültige Winkel zwischen
den Strebenebenen 18 und 18' von beispielsweise 30", wie in F i g. 2, 4 und 5 dargestellt,
erreicht ist. Je nach Querschnitt und metallurgischer Zusammensetzung der den Gitterträger
bildenden Stähle kann es zweckmäßig sein, zum Abbiegen der Schenkel 22 eine noch
größere Anzahl von Schritten zu verwenden, so daß sich der Winkel zwischen den beiden
Strebenebenen nach jedem Schritt um einen entsprechend geringeren Betrag von beispielsweise
15" verringert.
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Eine Vorrichtung, die entsprechend dem vorstehenden die endlose Strebenschlange
16 längs der Biegeachse 24 schrittweise abbiegt, ist in F i g. 6 bis 9 dargestellt.
Die Strebenschlange 16 bewegt sich in Richtung des Pfeils in F i g. 6 schrittweise
durch die Vorrichtung hindurch; der hierfür erforderliche Antrieb ist Bestandteil
einer Vorrichtung zum Verschweißen der Strebenschlange 16 mit den beiden Untergurten
14 und 14' und ist deshalb nicht gezeichnet. Zur dargestellten Vorrichtung gehören
paarweise angeordnete Backen 26 und 26' sowie ein Biegebalken 28, der in einzelne
Abschnitte entsprechend der Länge der einzelnen Backen unterteilt sein kann. Die
beiden Backen 26 und 26' jedes Bakkenpaares sind um eine gemeinsame Schwenkachse
30 gegensinnig hin- und herschwenkbar oder zumindest im Winkel einstellbar. Die
Schwenkachsen 30 sämtlicher Backenpaare fluchten miteinander und liegen in der senkrechten
Mittelebene des Biegebalkens 28. Einzelheiten sind in den F i g. 7 bis 9 dargestellt.
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Die zickzack- oder schlangenförmig gebogene ebene Strebenschlange
16 mit angeschweißten Untergurten 14 und 14' wird gemäß F i g. 7 über paarweise
angeordnete Führungsrollen 32 und 32', auf denen die Unter-
gurte 14 und 14' laufen,
innerhalb eines rahmenförmigen Maschinengestells 34 in den Zwischenraum zwischen
den Backen 26, 26' und dem Biegebalken 28 eingeführt. Das Maschinengestell 34 trägt
den Biegebalken 28 sowie die Schwenkachse 30 der Backen 26, 26'.
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Auf der Schwenkachse 30 sind gemäß F i g. 7 auch zwei Arme 36 und
36' gelagert, die je eine der Führungsrollen 32, 32' tragen. Jeder der Arme 36,
36' ist durch eine Feder 38 bzw. 38' mit einem oberen Endpunkt des Maschinengestells
34 derart verbunden, daß die Arme bestrebt sind, ihre in F i g. 7 abgebildete Stellung
beizubehalten.
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Bei fortschreitender Bewegung in Richtung des Pfeils in F i g. 6
gelangt die Strebenschlange 16 mit den daran angeschweißten Untergurten 14, 14'
in den Arbeitsbereich des ersten Backenpaars 26, 26'. Dieses Backenpaar sowie die
darauffolgenden Backenpaare können so ausgebildet sein, wie in F i g. 8 dargestellt:
dort ist am freien Ende jedes Backens 26, 26' eine weitere Führungsrolle 40 bzw.
40' gelagert, die zur Schwenkachse 30 hin und von dieser weg verstellbar ist, um
eine Anpassung an unterschiedliche Abstände zwischen den Untergurten 14 und 14'
zu ermöglichen. Aufgabe der Führungsrollen 40 und 40' ist es, die Untergurte 14
und 14' seitlich zu führen und damit die Strebenschlange 16 in bezug auf die Vorrichtung
zu zentrieren.
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Der Biegebalken 28 ist bei der in F i g. 8 dargestellten Ausführungsform
mit geringem Abstand unter der Schwenkachse 30 angeordnet, und die Backen 26 und
26' sind taktweise im Wechsel mit den Vorschubbewegungen der Strebenschlange auf-
und abschwenkbar.
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Zu diesem Zweck ist jeder der Arme 36 und 36' mit einer der oberen
Ecken des Maschinengestells 34 durch einen Kniehebel 42 bzw. 42' verbunden, an dessen
Kniegelenk die Kolbenstange einer hydraulischen Kolben-Zylindereinheit 44 bzw. 44'
angelenkt ist. Die Kolben-Zylindereinheiten 44 und 44' sind ihrerseits am Maschinengestell
34 derart angelenkt, daß bei Beaufschlagung mit einem Druckmittel der jeweils zugehörigen
Kniehebel 42 bzw. 42' gestreckt und der zugehörige Backen 26 bzw. 26' nach unten
gedrückt wird, wodurch die Strebenschlange 16 abgebogen wird. An der nach unten
gehenden Schwenkung der Backen 26 und 26' können die Arme 36 und 36' infolge ihrer
federnden Aufhängung teilnehmen.
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Die in F i g. 9 dargestellte Ausführungsform unterscheidet sich von
der in F i g. 8 dargestellten im wesentlichen dadurch, daß die Kolben-Zylindereinheiten
44 und 44' durch selbsthemmende Gewindetriebe 46 und 46' ersetzt sind, deren Aufgabe
es ist, eine bestimmte, feste Winkeleinstellung der Backen 26 und 26' zu ermöglichen.
Die zum Biegen der Strebenschlange 16 erforderliche Relativbewegung ist hier nicht
eine Schwenkung der Backen 26 und 26' in bezug aufeinander, sondern eine senkrechte
Hubbewegung des über eine hydraulische Kolben-Zylindereinheit 48 am Maschinengestell
34 abgestützten Biegebalkens 28 bei stillstehenden Backen 26 und 26'.