DE2329639A1 - Ventil - Google Patents
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Description
R. 15 12
Anlage zur
Patent- und
Gebrauchsmusterhilfsanmeldung
Ventil
Die Erfindung betrifft ein Ventil mit einem Sitzventilkörper, auf den in einander entgegengesetzten Richtungen die Kraft
einer Feder und eines Antriebs einwirken können und welcher Sitzventilkörper die Verbindung zwischen wenigstens einem Zulauf-Anschluß
und einem Ablauf-Anschluß steuert und gegenüber dem statischen Druck im ZuIauf-Anschluß druckausgeglichen-ist.
Bei einem bekannten Ventil der erwähnten Bauart mit elektromagnetischem
Antrieb ist ein Doppelsitz mit einem zugehörigen kugelförmigen Schließglied vorgesehen, um die Verbindungen zwischen
drei Anschlüssen zu steuern. Dieses Ventil erfüllt die Funktion eines Steuerventils; ein kontinuierliches Steuern
eines Druckes in Abhängigkeit eines elektrischen Eingangssignals ist nicht beabsichtigt. Besonders bei sehr hohen Drükken
kann hier der Fall eintreten, daß eine dynamische Kraft auf das kugelförmige Schließglied einwirkt und das Steuerverhalten
des Ventils nachteilig'beeinflußt, weil die Kraft des elektio-
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magnetischen Antriebs konstant bleibt, während sich die dynamische
Kraft proportional zum Eingangsdruck ändert. So kann zum Beispiel die durch den Ventilsitz strömende Druckmittelmenge
sinken, obwohl der Druck im Zulauf noch weiter steigt, wenn die Magnetkraft nicht ausreicht.
Ferner ist auch ein elektromagnetisch betätigter Druckregler bekannt, dessen kegelförmiges Schließglied vom zu regelnden
Druckmittel in Öffnungsrichtung angeströmt und bewegt wird und von einer Magnetspule in Schließrichtung betätigbar ist. Das
Schließglied ist hier nicht druckausgeglichen und wird auch nicht von einer Feder in Schließrichtung belastet. Das bekannte
Ventil eignet sich daher weniger für hohe Drücke. Ferner können auch hier beim Steuern hoher Drücke am Schließglied dynamische
Kräfte auftreten, welche die Proportionalität zwischen geregeltem Druck und elektrischem Eingangssignal stören.
Es ist auch ein elektromechanisches Stellglied bekannt, dessen von einer Feder und von einem Magneten betätigtes Schließglied
mit einem Flachsitz zusammenarbeitet. Solch ein Flachsitz mit einem ebenen Schließglied vermeidet zwar weitgehend dynamische
Kräfte auf das Schließglied; diese Ventilart ist aber aus Gründen der Herstellung und der Abdichtung nicht immer erwünscht.
Außerdem ist das bekannte Stellglied nicht druckausgeglichen, so daß es sich weniger für hohe Drücke eignet.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Ventil mit einem kegel- oder kugelförmigen Sitzventilkörper möglichst einfach so auszubilden,
daß der Sitzventilkörper in allen Lagen durch Ausgleich aller Kräfte, insbesondere auch der dynamischen Kräfte, stabile Zustände
einnehmen kann.
Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß dem Sitzventilkörper
im ZuIauf-Anschluß ein Drosselelement vorgeschaltet ist, das mit dem Sitzventilkörper in Wirkverbindung steht,
daß ein dem Druckausgleich dienender Kanal im Bereich zwischen Drosselelement und einem Ventilsitz vom Zulauf-Anschluß abzweigt
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- 3- R. 15t 2
und daß das Drosselelement eine solche Größe aufweist, daß
die von ihm verursachte Kraft auf den Sitzventilkörper bei strömendem Druckmittel im Zulauf-Anschluß dem dynamischen Anteil
der Kraft auf den Sitzventilkörper mindestens nahezu das Gleichgewicht hält.
Auf diese Weise kann der statisch bereits druchausgeglichene Sitzventilkörper auch dynamisch druckausgeglichen werden, ohne
daß auf die Vorteile eines kegel- oder k\igelförmig ausgebildeten
Sitzventilkörpers verzichtet werden muß. Die Erscheinung bei bekannten druckausgeglichenen Ventilen, daß der Durchfluß in Abhängigkeit
des Drucks gerade beim Steuern sehr hoher Drücke von einer erwarteten Parabelfunktion abweicht, vermeidet der Erfindungsgegenstand.
Darüber hinaus verwendet er nur einfachste Mittel und ist daher an· unterschiedliche Ventilbauarten leicht anpaßbar.
Gegenüber Ventilen in Flachsitzbauart läßt sich das erfindungsgemäße Ventil leichter herstellen und weist nicht so hohe Energieverluste
beim Durchströmen des Ventils auf.
Weitere besonders vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung
sowie der Zeichnung.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der
Zeichnung wiedergegeben. Diese zeigt in
Fig. 1 einen Schnitt durch ein elektromagnetisch betätigtes Ventil in vereinfachter Darstellung,
Fig. 2 ein Diagramm, das die Durchflußmenge abhängig
vom Druck zeigt.
Fig. 1 zeigt ein elektromagnetisch betätigtes Ventil 10 mit einem Gehäuse 11, das einen vereinfacht dargestellten Magnetantrieb
12 aufnimmt. Im Gehäuse 11 bildet eine Bohrung 13 einen
ZuIauf-Anschluß 14. Am Übergang der Bohrung 13 in einen Raum 15
ist ein Ventilsitz 16 ausgebildet. Eine mit dem Raum 15 verbundene
zweite Bohrung 17 bildet im Gehäuse 11 einen Ablauf-An-
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- 4 - R. 1 5 t 2
Schluß 18. Gleichachsig zur Bohrung 13 verläuft eine Längsbohrung 191 die den Raum 15 mit einer Kammer 21 verbindet. Ein Kanal 22
im Gehäuse 11 verbindet die Kammer 21 mit der Bohrung 13; eine
öffnung 23 des Kanals 22 in der Bohrung 13 liegt im Abstand von
dem Ventilsitz 16.
Im Gehäuse 11 ist ein Sitzventilkörper 24 gleitend geführt. Der Sitzventilkörper 24 weist ein kegelförmiges Schließglied 25 auf,
das von einer Feder 26 auf den Ventilsitz 16 gedrückt wird. Das Schließglied 25 ist fest mit einem Bolzen 27 verbunden, der in
der Längsbohrung 19 dicht und gleitend geführt ist. An einer in die Kammer 21 ragenden Verlängerung %28 ist ein Anker 29 des
Magnetantriebs 12 befestigt. Auf der dem Bolzen 27 abgewandten
Seite des Schließgliedes 25 setzt sich der Sitzventilkörper 24 in einem Fortsatz 31 fort, der an seinem Ende einen zylindrischen
Kolben 32 trägt. Der Fortsatz 31 weist einen kleineren Außendurchmesser
auf als der Kolben 32 und ist so lang ausgebildet, daß der Kolben 32 in jeder Lage des Sitzventilkörpers 24 im Abstand
von der öffnung 23 liegt.
Der Magnetantrieb 12 weist in üblicher Weise eine Magnetspule 33 auf; zur Auslenkung des Magnetflusses über den Anker 29 ist im
Gehäuse 11 ein.nicht magnetischer Ring 3^ angeordnet.
Da der wirksame Durchmesser des Ventilsitzes 16 und der Außendurchmesser
des Bolzens 27 gleich groß sind, ist der Sitzventilkörper in geschlossenem Zustand gegenüber dem statischen Druck
vollkommen druckausgeglichen.
übt der Magnetantrieb 12 nun eine Kraft auf den Sitzventilkörper
24 entgegen der Kraft der Feder 26 aus, so hebt das Schließglied
25 vom Ventilsitz 16 ab. Vom Zulauf-Anschluß 14 strömt somit
Druckmittel am Kolben 32 vorbei und zwischen Ventilsitz 16 und
Schließglied 25 hindurch zum Ablauf-Anschluß 18. Diejenige Kraft
auf das Schließglied 25, die durch das durchströmende Druckmittel entsteht, kann als Resultierende gedacht werden aus einer ersten
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Kraft gebildet aus dem Produkt von Druck vor dem Kolben 32 mal Stirnfläche des Kolbens 32 zuzüglich einer zweiten Kraft gebildet
aus dem Druck in der Öffnung 23 mal einer Ringfläche gebildet
aus Ventilsitzfläche minus Kolbenstirnfläche, und vermindert um eine dritte Kraft gebildet aus dem Druck in der Kammer 21 mal
Querschnittsfläche des Bolzens 27 und ferner vermindert'um eine
vierte, dynamische Kraft. Diese dynamische Kraft ist abhängig von der Geschwindigkeit des Druckmittels im Sitz und der Strahlumlenkung.
Dieser dynamische A.nteil der Kraft wirkt schließend auf das Schließglied 25 und würde bei fehlendem Kolben 32 bewirken,
daß oberhalb einer bestimmten Druckhöhe der vom Schließglied 25 aufgesteuerte Querschnitt bei weiter zunehmendem Druck
mehr und mehr zugesteuert würde. Nun wirkt aber der Kolben 32 als Drosselelement in der Bohrung 13» so daß der über den Kanal
22 in der Kammer 21 wirksame Druck niedriger ist als der Druck vor dem Kolben 32. Somit übt der Kolben 32 eine Kraft auf das
Schließglied 25 aus.
Durch die Wahl von Länge und Durchmesser des Kolbens 32 im Verhältnis
zum Durchmesser der Bohrung 13 läßt sich dabei eine solche Drosselung erreichen, daß die dynamische Kraft vollkommen
ausgeglichen wird. Darüber hinaus kann auch eine durch die Flüssigkeitsreibung am Kolben 32 entstehende, relativ geringe
Kraft zusätzlich mit berücksichtigt und auch ausgeglichen werden. Gerade bei hohen Drücken, insbesondere bis 500 bar und
bei einem Kegelwinkel des Schließglieds um 90° kann die dynamische Kraft besonders hohe Werte annehmen und stabile Lagen
des Sitzventilkörpers 24 verhindern, wenn sie nicht ausgeglichen
wird.
Wie Fig. 2 näher zeigt, nimmt die durchströmende Druckmittelmenge in Abhängigkeit vom Druck gemäß der Kurve 38 nach einer
Parabelfunktion zu. Die Kurve 39 zeigt demgegenüber das Abbiegen von der Parabelfunktion bei bekannten Ventilen ohne die erfindungsgemäßen
Merkmale; infolge des immer stärker wirksam werdenden dynamischen Kraftanteils wird bei den bekannten Ventilen
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ein Sitzventilkörper in Richtung Schließen bewegt und die durchströmende Druckmittelmenge trot.z steigenden Drucks verringert
.
Ohne vom Erfindungsgedanken abzuweichen, ist es möglich, den Sitzventilkörper anstelle des kegeligen Schließkörpers mit einem
kugelförmigen Schließkörper auszustatten. Auch wäre es möglich, anstelle des gezeichneten Kolbens ein anderes Drosselelement
zu setzen, das die gewünschte Wirkung erreicht. Ferner könnte das Drossel element auch als ein vom Schließkörper getrennter,
in der Bohrung geführter Kolben ausgebildet sein, der mit dem Schließkörper in Wirkverbindung steht.
Das erfindungsgemäße Ventil läßt sich nicht nur besonders vorteilhaft
bei Magnetventilen mit reiner Wegeventilfunktion einsetzen, sondern auch bei Magnetventilen, die einen hydraulischen
Druckmittelstrom proportional zu elektrischen Eingangssignalen steuern. Ferner ist auch eine Verwendung bei druckausgeglichenen
Druckreglern in vorteilhafter Weise möglich. Anstelle des äußerst vorteilhaften elektromagnetischen Antriebs kann auch ein hydraulischer
oder pneumatischer Antrieb treten, ohne vom Erfindungsgedanken abzuweichen. "
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Claims (12)
1.) Ventil mit einem Sitzventilkörper, auf den in einander entgegengesetzten
Richtungen die Kraft einer Feder und eines Antriebs einwirken können und welcher Sitzventilkörper die
Verbindung zwischen wenigstens einem Zulauf-Anschluß und einem Ablauf-Anschluß steuert und gegenüber dem statischen
Druck im ZuIauf-AnSchluß druckausgeglichen ist, dadurch gekennzeichnet,
daß dem Sitzventilkörper (24) im Zulauf-Anschluß (14) ein Drosselelement (32) vorgeschaltet ist, das
mit dem Sitzventilkörper (24) in Wirkverbindung steht, daß ein dem Druckausgleich dienender Kanal (22) im Bereich zwischen
Drosselelement (32) und einem Ventilsitz (16) vom Zulauf-Anschluß (14) abzweigt und daß das Drosselelement (32)
eine solche Größe aufweist, daß die von ihm verursachte Kraft auf den Sitzventilkörper (24) bei strömendem Druckmittel
im Zulauf-Anschluß dem dynamischen Anteil der Kraft auf den Sitzventilkörper (24) mindestens nahezu das Gleichgewicht
hält.
2. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Drosselelement ein Kolben (32) ist, der in einer den Zulauf-Anschluß
(14) bildenden Bohrung (13) angeordnet ist.
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3. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Drosselelement (32) mit dem Sitzventilkörper (24) fest
verbunden ist.
4. Ventil nach einem der Ansprüche 2 und 3 mit einem Gehäuse,
dadurch gekennzeichnet, daß der Sitzventilkörper (24) ein kegeliges Schließglied (25) aufweist, das mit einem Bolzen
(27) in einer Längsbohrung (19) des Gehäuses (11) geführt ist und das von der Feder (26) in Richtung des Ventilsitzes
(16) gedrückt wird und daß das Schließglied (15) auf seiner dem Bolzen (27) gegenüberliegenden Seite einen den Kolben
.(32) tragenden Fortsatz(31) aufweist.
5. Ventil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der wirksame Durchmesser des Ventilsitzes (16) und der des Bolzens (27) gleich groß sind.
6. Ventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Fortsatz (31) einen kleineren Außendurchmesser aufweist
als der Kolben (32) und seine Länge so groß ist, daß der Kolben (32) im Abstand von einer Öffnung (23) des Kanals
(22) angeordnet ist.
7. Ventil nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die den Zulauf-Anschluß bildende Bohrung (13), der Ventilsitz (16) und die Längsbohrung (19) gleichachsig
angeordnet sind.
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8. Ventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kegelwinkel
des Schließgliedes (25) vorzugsweise um etwa 90° beträgt.
9. Ventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge
und/oder der Außendurchmesser des Kolbens (32) im Verhältnis zum Innendurchmesser der Bohrung (13) so aufeinander abgestimmt
sind, daß die dynamische Kraft auf das Schließglied vollkommen kompensiert wird.
10. Ventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kol ben (32) zylindrisch ausgebildet ist.
11. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Sitzventilkörper als Kugel ausgebildet ist.
12. Ventil nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß es einen elektromagnetischen Antrieb (12)
aufweist. rj
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Leerseite
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732329639 DE2329639A1 (de) | 1973-06-09 | 1973-06-09 | Ventil |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732329639 DE2329639A1 (de) | 1973-06-09 | 1973-06-09 | Ventil |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2329639A1 true DE2329639A1 (de) | 1975-01-02 |
Family
ID=5883648
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19732329639 Pending DE2329639A1 (de) | 1973-06-09 | 1973-06-09 | Ventil |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2329639A1 (de) |
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1973
- 1973-06-09 DE DE19732329639 patent/DE2329639A1/de active Pending
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