DE2324795C3 - Gerät zur Behandlung von Abwasser mit einer von einem Ende zum anderen durchströmten elektrolytischen Zelle - Google Patents
Gerät zur Behandlung von Abwasser mit einer von einem Ende zum anderen durchströmten elektrolytischen ZelleInfo
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- DE2324795C3 DE2324795C3 DE19732324795 DE2324795A DE2324795C3 DE 2324795 C3 DE2324795 C3 DE 2324795C3 DE 19732324795 DE19732324795 DE 19732324795 DE 2324795 A DE2324795 A DE 2324795A DE 2324795 C3 DE2324795 C3 DE 2324795C3
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Description
Die Erfindung betrifft ein Gerät zur Behandlung von Abwasser nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches.
Ein bekanntes Gerät dieser Art dient dazu, im Abwasser kolloidal enthaltene Substanz praktisch vollkommen
auszuflocken oder gelöste organische oder anorganische Substanzen elektrolytisch zu dissoziieren, wobei
einige dann unlösliche Fällprodukte bilden, während andere wieder in Form von Gasen aus der Flüssigkeit
austreten oder als Gase mit der Flüssigkeit zusammen neue chemische Verbindungen bilden. Es sind in dem
bekannten Gerät Hilfselektroden vorgesehen, die mittels Isolierringe gegeneinander abgestützt sind. Eine
derartige Konstruktion beeinflußt die gleichmäßige Strömungsverteilung, so daß in der Folge eine intensive
Umströmung der Elektrodenflächen nicht mehr gesi
chert ist
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, die Strömungsverteilung in der Zelle zu verbessern und damit die
Abscheidungswirkung zu intensivieren.
Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruches gelöst.
Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruches gelöst.
Zur besseren Erläuterung wird die Erfindung nun an einem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel
anhand der einzigen Figur eingehend erläutert.
Diese Figur zeigt eine oberseitig aufgebrochene und frontseitig aufgeschnittene elektrolytische Zelle gemäß
der Erfindung in perspektivischer Darstellung. Diese Zelle ist eine insgesamt mit 1 bezeichnete, kontinuierlich
arbeitende elektrolytische Zelle. In ihr befinden sich zwei Hauptelektroden 2,2a, die einander gegenüberstehen
und an den Innenwänden der Zelle selbst befestigt sind, so daß hinter ihnen kein Abwasser durchfließen
kann. Die Elektroden 2 und 2a sind an die Klemmen einer Energiequelle in üblicher Weise angeschlossen. In
der elektrolytischen Zelle 1 sind weiterhin zahlreiche stabförmige, leitende Hilfselektroden 3 angebracht,
deren Enden mit nicht leitenden Befestigungselementen festgelegt sind, so daß sie parallel zu den Elektroden 2,
2a verlaufen. Die zahlreichen Hilfselektroden 3 liegen fest zwischen den Elektroden 2 ut.d 2a und nahe
beieinander, jedoch mit Abstand gegeneinander in Reihen und Zeilen. Eine Gruppe dieser stabförmigen
Hilfselektroden 3 kann entweder vertikal oder horizontal oder auch in einer Kombination von beiden
festgelegt sein, und ihre Befestigung mit Hilfe der Befestigungselemente braucht nicht unbedingt an
beiden Enden vorgenommen zu worden. Die Befestigungselemente
können als porüse Plastikplatten oder sonst wie isolierende Körper wie Plastik- oder
Gummiröhren ausgebildet sein, wodurch die stabförmigen Hilfselektrode mit entsprechendem Abstand
zueinander gehalten sind.
Zusätzlich is: die Zelle mit einer Speicherzelle 32 am Boden ausgestattet, der durch eine mit einer Vielzahl
von Durchtrittslöchern 35 versehene Trennwand 34 gebildet wird. Zwischen die Hill'selektrodenstäbe 3 ist
eine Anzahl von Stäben 3a aus isolierendem Werkstoff in den Zwischenräumen eingesetzt, um den Abwasserstrom
besonders zu lenken. Die Hilfselektroden 3 und die isolierstoffstäbe 3a können mit Tragplatten, in die
sie eingesetzt sind, zu einer Einheit zusammengefaßt sein, als welche sie in ihrer Gesamtheit herausnehmbar
in die Zelle eingesetzt sind.
Das Abwasser, das behandelt werden soll, gelangt durch den Einlaß 21 in die Speicherzelle 32. Es fließt
dann aus der Speicherkammer in die elektrolytische Zelle 1, in der es zwischen den Hilfselektroden 3 und den
Isolierstäben 3a in hin- und hergeführten Strömungen fließt. Folglich wird das Abwasser sehr wirksam
elektrolytisch behandelt, wozu besonders der hin- und herführende Strom, der zu einer intensiven Berührung
der Oberfläche der Hilfselektroden 3 führt, beiträgt.
Bei einem Versuch mit Abwasser, das Zyanid enthielt, wurde folgendes Ergebnis erhalten. Das Abwasser der
untersuchten Probe erhielt ein Zinkzyaniu-Komplexsalz (Zyan-Konzentration von 200 ppm) und zusätzliche
Verbindungen (pH: 12,1), die Hypochloridsaurcionen nach der elektrolytischen Dissoziation absonderten, wie
etwa Bleichpulver von hoher Reinheit oder Natriumhy· poclhlorid. Die Leistungsdichte, die benötigt wurde, um
den pH-Wert der Probe auf den Wert pH =9 zubringen, war 0,55 kVA · min/ll, wobei die dann übrigbleibende
Zyankonzentration geringer als 1 ppm war. Das heißt
also, daß eine elektrolytische Abwasserbehandlung mit hohem Wirkungsgrad innerhalb kurzer Zeit durchgeführt
werden kann.
Als Werkstoff für die Elektroden ist jedes Material verwendbar, das eine gute Leitfähigkeil garantiert. Zu
bevorzugen sind Graphit, rostfreier Stahl, Aluminium, Eisen, Eisenoxid oder Bleiperoxid.
Die Arbeitsweise des Gerätes zur Behandlung von
Abwasser soll nun weiter beschrieben werden. Durch den Einlaß 21 wird das zu behandelnde Abwasser in die
elektrolytische Zelle 1 eingelassen. Wenn dann eine Gleichspannung an die Elektroden 2 und 2a gelegt wird,
tritt an den stabförmigen Hilfselekiroden 3 und auf den Flächen der positiven Elektrode 2 eine elektrolytische
Oxidalionsreaktion auf. die zu einer metallischen Abscheidung, einer Zyanidzerlegung oder sonstigen
Oxidationsvorgängen führt. Gleichzeitig läuft an den negativen Elektroden 2a und den negativen Teilen der
Hilfselektrode!! 3 eine elektrolytische Reduktionsreaktion ab, wodurch eine metallische Absonderung oder
Zerlegung oder sonstige Reduktion vor sich geht. Durch eine derartige Reaktion ist es möglich, die schädlichen
Bestandteile im Abwasser zu zerlegen oder zu beseitigen und das Abwasser auf diese Art zu reinigen.
Der Behandlungsvorgang soll nun an einem tatsächlieh
durchgeführten Versuch beschrieben werden. In einer Plastikelektrolytzelle von den Abmessungen
10 cm Lange, 10 cm Breite und 20 cm Tiefe ist ein Paar von Graphitplattenelektroden an den Innenwänden der
Zelle angebracht. Sie haben voneinander einen Absland von 7,5 cm. Zwischen den Elektroden sind dicht
beieinander Duraluminiumstäbc befestigt von 5 mm Durchmesser und 15 cm Länge, die parallel /u den
beiden Elektroden verlaufen. Die elektrolylische /eile
wird dann mit dem zu behandelnden Abwasser gefüllt, das Nickelionen in einer Konzentration von 100 ppm
enthält, woraufhin eine Gleichspannung an die lilcktroden gelegt wird. Dadurch, daß Aluminiumhydroxid aus
den Duraluminiümstäben durch Elektrolyse herausgelöst wird, ist es möglich, in kurzer Zeit bei niedrigen
Stromwerten die Nickelionen abzusondern. Bei Anlegen einer Wechselspannung konnte im wesentlichen
dasselbe Ergebnis erreicht werden. Statt Duraluminium für die Hilfseiektroden zu verwenden, hätte auch
Aluminium oder eine Legierung mit Aluminium als Hauptbestandteil >/erwendet werden können oder auch
Eisen, Magnesium oder Zink oder eine Legierung, die diese Metalle enthält, wobei dann etwa dasselbe
Ergebnis erhalten worden wäre. Es hat sich auch gezeigt, daß das Elektrodenpaar mit gutem Erfolg aus
demselben Metall hergestellt werden kann wie die Hilfseiektroden. Da die Hydroxide der aufgezählten
Metalle alle die Tendenz haben zu flocken und koagulieren, ist es auch möglich, außer den Nickelionen
andere Schwermeiallionen, Schwebsioffe. Schlamm. Farbrückstände und Kieselerde in kurzer Zeil auszusondern
oder auch mit Hilfe eines gelösten Elektrodenmetalls die Reduktion von Chromsäure vorzunehmen. Es
ist eine natürliche Gegebenheit, daß durch Herabsetzen der Abstände zwischen den Elektroden die anzulegende
Spannung gesenkt werden kann, so daß mit der Erfindung eine kontinuierliche Elektrolyse in dem zu
behandelnden Wasser mit äußerst hoher Wirksamkeit durchgeführt werden kann.
In einer weiteren Plastikelektrolytzeile von den Abmessungen 10 cm Länge, 10 cm Breite und 20 cm
Tiefe ist ein Paar Grjphitplattenelektroden an den Innenwänden installiert in Oppositionsstellung zueinander,
so daß der Abstand zwischen den Elektroden 7.5 cm beträgt. Als Hilfseiektroden sind zahlreiche Graphitstäbe
von 10 mm Durchmesser und 15 cm L, nge
vorgesehen, die voneinander einen Abstand von 2 mm haben und parallel zu den Hauptelektrode verlaufen.
Die mit den Graphitstäben ausgestattete Elektrolyt/eile wird dann mit dem zu behandelnden Abwasser gefüllt.
welches Zyanionen und Zyankomplexionen in einer
Konzentration von 100 ppm enthält. An die beiden Elektroden wird eine Gleichspannung gelegt. Ls wurde
nur eit e sehr k'ir/e Zeit benötigt, durch elektrolytische
Oxidation und Zerlegung bei niedrigen .Stromwerter, das Zyanid zu behandeln. Wenn eine /.yanidlösung
Verunreinigungen wie Sehwermetallioiien, Schwebstoffe,
Schlamm. Farbrückstände usw. enthält, wird das
Zyanid durch Zerlegen behandelt, wobei die Graphitstäbc als Hilfseiektroden ? im Bereich nahe dem Einlaß 21
und Aluminiumelektroden oder solche aus derartigem Metall im Bereich des Auslasses angeordnet werden für
die Zerlegung und die Bildung der Hydroxidflocken. In
der Einlaßzone wird das Zyanid dann elektrochemisch in ein Oxid umgewandelt und dieses dann zusammen mit
den anderen Verunreinigungen in der Auslaßzonc
eingefangen. Für diesen Fall sind beide Elektroden 2 und 2,7 aus Graphit hergestellt. Es können auch eine
Graphitplatte als positive Elektrode und rostfreier Stahl oder ein Element vergleichbarer Art für die stabförmigen
Hilfseiektroden 3 und die negative Elektrode verwendet werden. Verwendung unterschiedlicher
Arten von Metallen für die Elektroden zur Zerlegung des Zyanid und für die Elektroden zur Beseitigung der
Verunreinigungen sind ebenfalls möglich.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Gerät zur Behandlung von Abwasser mit einer von einem Ende zum anderen durchströmten
elektrolytischen Zelle, in der Hauptelektroden angeordnet und an eine Stromquelle angeschlossen
sind und in der zwischen den Hauptelektroden parallel zu diesen in Reihen und Spalten angeordnete,
isoliert befestigte, stabförmige Hillselektroden aus leitendem Werkstoff vorgesehen sind, d a durch
gekennzeichnet, daß ein Paar von flächenförmigen Hauptelektroden (2, 2a) vorgesehen
ist, wobei die Hauptelektroden (2,2a) parallel zu den zwei sich in Fließrichtung erstreckenden
Seitenwänden der ZeKe (1) angeordnet sind, und daß parallel zu den Hilfselektroden (3) und mit Abstand
dazu in deren Zwischenräumen Stäbe (3a) aus Isoliermaterial zur Strömungslenkung stehen.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die elektrolytische Oxydationsbehandlung
von Abwasser, das wenigstens ein Zyanid enthält, das leitende Material der stabförmigen
Hilfselektroden (3) Kohlenstoff, Graphit oder ein Metalloxyd ist.
3. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das leitende Material der stabförmigen
Hilfselektroden (3) eine Legierung enthält, aus der sich ein Metallhydroxyd herausgelöst.
4. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Behandlung einer Zyanidlösung. die
Schwermetallionen und sonstige Verunreinigungen enthält, das leitende Material der stabförmigen
Hilfselektroden (3) Metall ist und eine einfache Kohlenstoffsubstanz enthält.
5. Gerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil der stabförmigen Hilfselektroden
(3) aus Metall besteht und weitere Stabelektroden aus einer einfachen Kohlenstoffsubstanz gesondert
angebracht sind.
6. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Speicherzelle (32)
am Boden der elektrolytischen Zelle (1) durch eine Trennwand (34) gebildet ist, die eine Anzahl von
Durchtrittslöchern (35) aufweist, wobei die Speicherzelle (32) einen Einlaß (21) für das zu behandelnde
Abwasser hat, so daß das Abwasser durch die Speicherzelle und die Löcher (35) in der Trennwand
(34) in die elektrolytische Zelle eintritt.
Applications Claiming Priority (6)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP5140372 | 1972-05-24 | ||
| JP47051403A JPS499856A (de) | 1972-05-24 | 1972-05-24 | |
| JP5738972A JPS5416135B2 (de) | 1972-06-09 | 1972-06-09 | |
| JP5738972 | 1972-06-09 | ||
| JP7656572U JPS5146365Y2 (de) | 1972-06-30 | 1972-06-30 | |
| JP7656572 | 1972-06-30 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2324795A1 DE2324795A1 (de) | 1974-01-24 |
| DE2324795B2 DE2324795B2 (de) | 1976-09-16 |
| DE2324795C3 true DE2324795C3 (de) | 1977-04-28 |
Family
ID=
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