DE2322706A1 - Verfahren zur herstellung von bruchund abriebfesten aktivkohlen - Google Patents
Verfahren zur herstellung von bruchund abriebfesten aktivkohlenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft harte, bruch- und abriebfeste Aktivkohlen sowie ein Verfahren zu deren Herstellung aus Mischungen
von feinpulvrigen, kohlenstoffreichen Materialien und Bindemitteln auf Basis Phenol-Aldehyd-Gemischen und/oder
deren Kondensationsprodukten durch Formen und Aushärten unter Erhitzen bei gleichzeitigem Freisetzen von flüchtigen
Stoffen sowie anschließender Gasaktivierung.
Geformte Aktivkohlen kommen auf verschiedenen Anwendungsgebieten zum Einsatz. Sie werden zur Entfärbung und Reinigung
von Flüssigkeiten, zur Gewinnung und Rückgewinnung von flüchtigen Stoffen, zur Reinigung von Gasen sowie als
Katalysatoren bzw. als Katalysatorträger verwendet.
Die Anwendung erfolgt in der Regel in der Weise, daß ein ruhendes oder schwach bewegtes Kohlebett von den zu behandelnden
Medien durchströmt wird. Aus strömungstechnischen Gründen ist es dabei notwendig, ein möglichst einheitliches,
von der Form her möglichst wenig Widerstand bietendes Material einzusetzen. Desgleichen ist ein Material, das unter
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den Betriebsbedingungen einen feinkörnigen Abrieb absondert,
ungünstig. Des weiteren sollen Aktivkohlen auah mehrfache
Regenerationen ohne großen Abrieb und Bruch UQV Granalien
überstehen.
Für die Herstellung geformter Aktivkohlen sind verschiedene Methoden bekannt geworden:
Pulverförmige Aktivkohlen werden z.B. mit Lösungen von Polymeren, wie z.B. Carboxymethylzellulose bzw. Zellulose-Acetat,
Polyacrylnitril, Polyestern, Polyäthylen, Alkylsulfonate und ähnlichen Stoffen, geformt und getrocknet.
In einigen Fällen werden die getrockneten Formlinge anschließend einem Pyrolyseprozeß unterworfen. Dies ist jedoch
nur in den Fällen sinnvoll, in denen'das Bindemittel bei der Pyrolyse einen koksartigen Rückstand hinterläßt.
Üblicherweise als rezente Brennstoffe bezeichnete Materialien, wie z.B. zerkleinerte Holzabfälle (Sägemehl), Torf,
Stroh, Nußschalen und ähnliche, werden mit wäßrigen Lösungen von Zinkchlorid oder Phosphorsäure vermischt, geformt,
getrocknet und nach bekannten Verfahren aktiviert.
Weitgehend inkohlte Materialien, wie z.B. Steinkohle, Braunkohlenschwelkoks,
Torfkoks, Kokosschalenkoks, Koks aus
Säureschlamm, Rückstände aus der Verschwelung von Kunstharzen, Holzkohle oder Mischungen dieser Stoffe, werden
mit Bindern wie Teer, Pech, Bituminae, Asphalt und/oder
Fraktionen aus diesen Stoffgemischen oder mit Sulfitablauge gemischt, geformt, gegebenenfalls getrocknet, verschwelt
und in bekannter Weise mit Wasserdampf und/oder Kohlendioxid aktiviert.
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Kunstharze, wie z.B. Polyvinylidenchlorid, Styrol-Divinyl-Harze,
Polyfurfuryalkohol, Furfuryl-Aldehyd-Harze, Phenolaldehyd-Harze,
werden nach dem Verschwelen mit aktivierend wirkenden Gasen in bekannter Weise aktiviert.
Die nach den vorstehend beschriebenen Verfahren hergestellten Aktivkohlen sind für viele Anwendungszwecke nicht abrieb-
und bruchfest genug. In einigen Fällen leiden durch die verwendeten Bindemittel die Adsorptionseigenschaften oder
aber es bleiben Anteile des Aktiviermittels oder des Bindemittels zurück, die bei der späteren Anwendung stören.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine geformte, harte, d.h. abrieb- und bruchfeste Aktivkohle herzustellen
mit guten strömungstechnischen und guten Adsorptionseigensehaften. Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wurde gelöst
durch ein Verfahren zur Herstellung von bruch- und abriebfesten Aktivkohlen durch Herstellung von Formungen aus feinteiligen,
kohlenstoffhaltigen Ausgangsstoffen, mit einem Bindemittel, Härten der Formlinge und Aktivierung derselben bei
Temperaturen von etwa 700 bis 1200°C mit Wasserdampf und/ oder Kohlendioxid, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß
die kohlenstoffhaltigen Materialien mit einem Bindemittel aus einer Mischung von Phenolen und Aldehyden und/oder deren
Kondensationsprodukten verformt werden.
Zur Herstellung der Formlinge werden etwa J>0 bis 85, vorzugsweise
75 bis 85 Gew.-^ feinteiliges kohlenstoffhaltiges
Material (bezogen auf Trockengewicht bei 1000C) mit
70 bis 15* vorzugsweise I5 bis 25 Gew.-%, Bindemittel vermischt und verformt. Anschließend werden die so erhaltenen
Formlinge bei Temperaturen von 20 bis 7500C getrocknet und
gehärtet, wobei bei diesen Temperaturen flüchtige Produkte freigesetzt werden.
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Nach der Aktivierung werden überraschenderweise Aktivkohlen mit einer Abrieb- und Bruchfestigkeit erhalten, wie sie nach
bisher bekannten Verfahren nicht hergestellt werden konnten. Auch die Adsorptionseigenschaften sind gut, so daß Aktivkohlen
erhalten werden, die universell einsetzbar sind.
Als kohlenstoffhaltige Ausgangsmaterialien werden aschearme Steinkohlen mit etwa 10 bis 30 Gew.-^ flüchtigen Anteilen,
Anthrazit, Braunkohlenkokse, Braunkohlenbriketts, Torfkoks, Kokosschalenkoks, Petrolkoks, Verkokungsrückstand von Säureschlamm
aus der Schmierölraffinerie sowie koksartige Rückstände aus der thermischen Zersetzung von Kunstharzen allein
oder im Gemisch mit den anderen Ausgangsmaterialien verwendet.
Die Ausgangsstoffe werden so weit aufgemahlen, daß sie ein
Sieb mit einer Maschenweite von 0,075 *nm größtenteils passieren.
Die als Binder dienenden Phenole und Aldehyde können in Form ihres Gemisches,als teilweise kondensierte Vor-
und Zwischenstufen, in auskondensierter Form und in Form von Rückständen, die bei .der Herstellung und Verarbeitung
dieser Produkte entstehen, verwendet werden. Sie werden in flüssiger Form, als Lösung in Wasser, Alkoholen oder
Kohlenwasserstoffen, als feines Pulver oder geschmolzene mit den kohlenstoffhaltigem Stoffen vermischt. Bei Einsatz
von nicht oder teilweise kondensierten Produkten können vor, während, oder nach der Formung noch alkalische oder saure
Katalysatoren zugegeben werden; diese bewirken, daß eine vollständige Kondensation und sehnellere Aushärtung erfolgt.
Im Fall der schmelzbaren Harze empfiehlt es sich, während des Formens noch Stoffe zuzusetzen, die beim späteren Erhitzen
der Formlinge Formaldehyd abspalten, wie z.B. Para-
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Formaldehyd und Hexamethylentetramin. Im Falle der Anwendung von pulverförmigen Harzen wird das Harz mit dem kohlenstoffreichen
Material vermischt und ein vorzugsweise wasserlöslicher Stoff mit bindenden Eigenschaften, wie
z.B. Carboxymethylzellulose, Stärkekleister, Alkylbenzolsulfonate,
zur zeitweiligen Bindung vor und während des Erhitzens zugesetzt.
Als phenolische Bindemittelkomponente können generell solche Phenole verwendet werden, die mit Aldehyden Kondensationsprodukte
zu bilden vermögen. In der Hauptsache werden solche Phenole verwendet, die leicht zugänglich sind. So
können ein- und mehrwertige Phenole, wie z.B. Phenol, Brenzkatechin, Resorcin, Hydrochinon, alkylsubstituierte
Phenole, wie z.B. Kresole, Xylenole, mehrkernige ein- oder mehrwertige Phenole, wie z.B. Naphthole, ρ,ρ'-Dihydroxydiphenyl-dimethylmethan,
Oxyanthracene, sowie Verbindungen, die außer phenolischen OH-Gruppen noch zusätzliche funktionelle
Gruppen enthalten, wie z.B. Phenolsulfonsäuren, Carboxyl-Gruppen-haltigen Phenole, wie z.B. Salicylsäure
bzw. auch Verbindungen, die phenolisches Hydroxyl zu reagieren vermögen, wie z.B. Phenoläther. Infrage kommen vor
allem Rohphenole oder Rohkresole, sowie Rückstände, Abfall- und Zersetzungsprodukte, die Phenol enthalten, bzw.
aus denen Phenole in Freiheit gesetzt werden können.
Dabei können die Phenole auch im Gemisch mit nicht phenolischen Verbindungen eingesetzt werden, die wie z. B. Harnstoff
und Melamin mit Aldehyd in ähnlicher Weise wie Phenol zu reagieren vermögen.
Als aldehydische Bindemittelkomponente werden in gleicher Weise leicht zugängliche Aldehyde, wie z.B. Formaldehyd
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und seine Polymeren (Paraformaldehyd oder Polyoxymethylen)
sowie Acetaldehyd - speziell in Form des Paraldehyds verwendet. Daneben können auch andere allphatische oder
aromatische ein- und mehrwertige, gesättigte oder ungesättigte Aldehyde, wie z.B. Butyraldehyd, Benzaldehyd, Salicylaldehyd,
Furfurol, Acrolein, Crotonaldehyd, Glyoxal oder Gemische dieser Aldehyde verwendet werden. Eine mit
Vorteil verwendete Bindemittelkomponente ist auch das Hexamethylentetramin. Verwendbar sind gleichermaßen Rückstände,
Abfall- und Zersetzungsprodukte, die Aldehyde enthalten, bzw. aus denen Aldehyde in Freiheit gesetzt werden
können.
Generell lassen sich die verwendbaren Phenole und Aldehyde durch die Formeln
(D (II)
darstellen, worin die Buchstaben und Indices folgende Bedeutung haben:
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Rn und
SO5H, Halogen, COOH;
V/asser st off oder ein beliebiger organischer Rest,
vorzugsweise verzweigte oder geradkettige Alkylreste,
insbesondere C,- bis Cg-Alkylreste; C1--
oder Cg-Cycloalkylreste; Arylreste, vorzugsweise
Phenyl-, Diphenyl- oder Naphthylreste
können auch Bestandteile eines cycloaliphatischen 5, 6, 7 oder 8 C-Ringes sein;
2 oder 3;
0 bis 3, wobei, wenn m größer als 1 ist, R., in
Metastellung zur OR2,-Gruppe steht;
M bis 3.
Wie bereits ausgeführt, können die vorgenannten Phenole und Aldehyde als solche in Mischung den zu bindenden kohlenstoffhaltigen
Materialien zugegeben werden, wobei dann die Kondensation während der Härtung der Formlinge erfolgt. Die Kondensation
kann jedoch auch teilweise oder vollständig vor der Vermischung mit den zu bindenden kohlenstoffhaltigen Materialien
durchgeführt werden. Die Kondensation erfolgt nach den bekannten Methoden, siehe z.B. Houben-Weyl.
Bei der Kondensation entstehen Produkte der allgemeinen Formel ·
/»■
(in)
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in der die Buchstaben und Indices die vorstehend angegebene Bedeutung haben.
Das weitgehend auf eine Korngröße unter 0,075 nun gemahlene
Ausgangsmaterial wird mit dem flüssigen oder gelösten Binder vermischt und durch Kneten zu einer homogenen, plastischen
Masse verarbeitet.
Im Falle der Anwendung des Binders in Lösung können vor
oder während des Knetprozesses noch Lösungsmittel zugegeben werden. Im Falle der Anwendung von Bindern in Form
einer Schmelze wird oberhalb der Schmelztemperatur in der Regel bei Temperaturbereich zwischen 50 und 1500C in beheizten
Apparaturen gearbeitet.
Im Falle der Anwendung von festen Bindern sollte das Bindemittel auf eine ähnliche Korngröße wie das kohlenstoffhaltige
Material gemahlen werden. Die Pulver werden vermischt und unter Zusatz einer Lösung eines lediglich
bis zur Stufe des Schwelprozesses als Hilfsbinder wirkenden Materials in den .plastischen Zustand gebracht. Ale
Hilfsbinder kommen z.B. Stärkekleister, Carboxymethylzellulose, Zelluloseacetat, Alkylbenzolsulfonate und Ligninsulfonate
infrage.
Der Hilfsbinder wird in Form einer verdünnten, wäßrigen
oder alkoholischen Lösung in einer Menge zugegeben, die zur Plastifizierung der Masse ausreicht.
Die plastische Mischung wird in geeigneten Apparaturen wie
Strangpressen, Schneckenpressen, Brikettiermaschinen zu Formlingen verarbeitet. Bei Anwendung hitzehärtbarer Binder
muß darauf geachtet werden, daß beim Kneten und Formen keine wesentliche Erhitzung auftritt. Nach der Formung ist
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es zweckmäßig, die Formlinge eine gewisse Zeit lang (etwa 1 bis 24 Std., vorzugsweise 4 bis 12 Std.) ruhen zu lassen,
wobei je nach Art des verwendeten Harzes bereits eine Verfestigung der Formlinge eintritt. Danach werden die Formlinge
mit einer Aufheizgeschwindigkeit von 30 bis 60 C/Std.
auf ca. 150 bis 2000C erwärmt. Dabei entweichen Lösungsmittel
sowie flüchtige Produkte, und die Aushärtung schreitet weiter fort. Es ist günstig, die Temperatur langsam zu steigern,
da andernfalls ein Erweichen unter Verformung, die Ausbildung von Rissen im Gut und ein Aufblähen der Formlinge
erfolgen kann. Die Trocknung soll möglichst im ruhenden oder schwach bewegten Bett erfolgen, z.B. in Tunnelstrocknern, Bandtrocknern oder Drehrohrofen.
Nach Erreichen einer Temperatur von ca. I50 bis 2000C werden
die Formlinge bei einer Aufheizgeschwindigkeit von bis 120°C/Std. vorzugsweise in einer an Sauerstoff armen
Atmosphäre, z.B. unter Luftabschluß oder bei direkter Beheizung mit Luftunterschuß auf ca. 600 bis 7500C erwärmt.
Dieser Temperaturbereich wird so lange eingehalten, bis keine flüchtigen Stoffe mehr entweichen. Normalerweise
genügen 10 bis 60 Minuten nach Erreichen der Endtemperatur. Auch während des Schwelprozesses nimmt die Härte noch
weiter zu. Das Aufheizen auf die Endtemperatur der Verschwelung darf nicht in beliebig kurzer Zeit erfolgen, da
sonst wie bei zu schneller Trocknung das Gut rissig werden kann oder sich aufbläht. Die Verschwelung erfolgt zweckmäßig
in direkt oder indirekt beheizten Apparaten, z. B. Etagenofen, Drehrohrofen, in denen das Gut in stetiger
Bewegung gehalten werden kann. Die Aktivierung erfolgt in an sich bekannter Weise durch Einwirkung von Wasserdampf
und/oder Kohlendioxid bei Temperaturen zwischen 700 und 10000C in einer der hierfür üblichen Vorrichtung v/ie Drehrohr-,
Etagen- oder Wirbelöfen.
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Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Aktivkohlen haben ein Benzol-Aufnahmevermögen von 25 bis 70 $, bezogen auf eingesetzte Gewichtsmenge Aktivkohle,
eine Methylenblauzahl von 10 bis 25, einem Bruch von 0,3
bis 0,8 c/o, einem Abrieb von 0,1 bis 0,6 und einer Druckhärte
von 15 bis 25 kp.
Nachfolgend wird das erfindungsgemäße Verfahren anhand von Beispielen näher erläutert. In den Beispielen wurden die
Adsorptionseigenschaften und die Festigkeitswerte wie folgt bestimmt:
a) Benzolaufnahmevermögen
Aus einem Luftstrom mit einer Benzolkonzentration entsprechend 90 % der Sättigungskonzentration bei 200C adsorbierte
Menge Benzol, ausgedrückt in G-ew.-$>, bezogen auf die eingesetzte
Aktivkohlemenge.
b) Methylenblauzahl
Diejenige Menge (in Milliliter) einer 0,15 gew.-^igen wäßrigen
Methylenblaulösung, die von 100 mg Aktivkohle entfärbt wird.
c) Abriebtest
In einer Prozellankugelmühle, Länge 9 cm, Durchmesser 7 cm,
werden 6 Kugeln a 8g und 2 Kugeln ä 10 g sowie 100 ml Formlinge
eingefüllt und eine Stunde mit 100 U/min bewegt. Danach wird der Bruch (kleiner als 2,5 mm) sowie der Staub
(kleiner als 0,075 mm) ausgesiebt und ausgewogen.
d) Druckhärte
Belastbarkeit der Probekörper bei Scheiteldruckbeanspruchung bis zum Bruch.
Ein zylindrischer Formkörper von ca. 4 mm 0 und 8 bis 12 mm
Länge wird an beiden Enden auf eine feste Unterlage aufgelegt, In der Mitte des Körpers bleibt eine Strecke von ca. 4 mm,
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die nicht auf einer Unterlage aufliegt. Auf diesen Teil wirkt
ein Stempel mit zunehmender Kraft ein. Die auf den Probekörper im Moment des Bruches einwirkende Kraft wird gemessen.
Eine feingemahlene Steinkohle (Siebrest über 0,075 mm ca·
10 %>) wurde bei Raumtemperatur mit einem wasserlöslichen,
vorkondensierten Harz auf der Basis Phenol-Formaldehyd (hergestellt nach Ulimann, IJ, Seiten 455 - W) und Wasser
im-Verhältnis 4,25 ' 1 : 1*15 vermischt, während einer
Stunde in einem Kneter zu einer plastischen Masse verarbeitet und anschließend in einer Schneckenpresse zu Strängen
mit einem Durchmesser von ca. 5*5 mm geformt. Die Stränge
wurden in zylindrische Formlinge mit einer Länge von 6 bis 12 mm zerteilt. Die derart erhaltenen Formlinge wurden
12 Stunden bei Raumtemperatur stehen gelaesen und anschließend
bei einer Aufheiζgeschwindigkeit von 60°C/Std.
in einem langsam bewegten, direkt beheizten Drehrohrofen auf 18O°C erhitzt. Die nachfolgende Verschwelung erfolgte
in reduzierender Atmosphäre in dem gleichen, schneller bewegten Aggregat bei einer Aufheizgeschwindigkeit von
75°C/Std. auf 6500C. Das Material wurde 2 Stunden bei dieser
Temperatur belassen. Danach erfolgte die Aktivierung im gleichen Aggregat bei 85Ο - 9200C unter Zugabe von
Wasserdampf.
Die aktivierten Formlinge hatten einen Durchmesser von 4,2 - 4,5 mm und eine Länge von ca. 4-10 mm. Ihr Aufnahmevermögen
für Benzol aus der Gasphase betrug 47 Gew.-Jß,
ihre Methylenblau-Zahl betrug 16. Der Abrieb- und Bruchtest in der Kugelmühle ergab Werte von 0,1 %s und die
Belastbarkeit der Formlinge bis zum Bruch bei Scheiteldruckbeanspruchung (Druckhärte) betrug im Mittel 22 kp.
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Beispiele 2-7 (Tabelle) wurden analog Beispiel 1 durchgeführt. Etwaige Abweichungen sowie die gemessenen Eigenschaften
sind in der Tabelle aufgeführt worden.
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O
CD
OO
co
co
Ul
| Beispiel | Ausgangs- material |
Harz | Verhältnis Ausg.-Mat. :Harz:Wasser |
Standzeit bei Raum temperatur |
Aufheiz- geschw. bis 180° |
| h | °C/h | ||||
| 2 | Braunkohlen schwelkoks |
Phenol- Formal dehyd |
2,5:1,0:1,4 | 4 | 30 |
| 3 | Fettkohle Braunkohlen schwelkoks 75 : 25 |
Phenol- Formal dehyd |
3,0:1,0:1,4 | 4 | 30 |
| 4 | Fettkohle | Phenol- Benzal dehyd |
2,0:1,0:0,0 | 12 | 60 |
| 5 | Fettkohle | Phenol- Paral- dehyd |
1,8:1,0:0,0 | 12 | 60 |
| 6 | Fettkohle | Resorcin- Formal- dehyd |
1,8:1,0:0,0 | 12 | 60 |
| 7 | Fettkohle | Naphtol- (l)-sul- fonsäure (7) Form aldehyd |
4,0:1,0:1,4 | 48 | 50 |
I-O K)
-J ■Γ
OD
Ul
4=- I
| Beispiel | Aufheizge- schw. von l80°C bis 65O0C |
Stand zeit bei 65O0C |
Benzol- Aufnahme vermögen |
Methylen- blau-Ad- sorpt. Leistg. |
Kugelr härte St. |
nühlen- Br. |
Druck härte |
| °C/h | h | ml | % | % | kp | ||
| 2 | 50 | 1 | 42,6 | 12 | 0,5 | 0,7 | 19,3 |
| 3 | 50 | 1 | ^7,2 | 12 ' | 0,6 | 0,9 | 17,8 |
| 4 | 80 | 0,5 | 44,7 | 18 | 0,2 | 0,4 | 25,3 |
| 5 | 80 | 0,5 | 42,4 | 14 | 0,4 | 0,5 | 16,6 |
| 6 | 80 | 0,5 | 39,9 | 13 | 0,2 | 0,5 | 18,6 |
| 7 | 75 | 1 | 44,2 | 20 | 0,1 | 0,3 | 18,4 |
IS
Die vorliegenden Beispiele zeigen, daß die hergestellten Formkohlen gute Adsorptionseigenschaften und eine bisher
nicht bekannte Druckhärte aufweisen. Die im Handel befindlichen Aktivkohlen besitzen demgegenüber Druckhärten von
etwa 4 bis I3 kp.
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Claims (10)
- Patentansprüche:(T) Verfahren zur Herstellung von bruch- und abriebfesten Aktivkohlen durch Formung von feinteiligen, kohlenstoffhai- tigen Ausgangsstoffen, mit einem Bindemittel, Härten der Formlinge unter Austreibung flüchtiger Stoffe und Aktivierung bei Temperaturen von etwa 700 bis 12000C mit Wasserdampf und/ oder Kohlendioxid, dadurch gekennzeichnet, daß die kohlenstoffhaltigen Materialien mit einem Bindemittel aus einer Mischung von Phenolen und Aldehyden und/oder deren Kondensationsprodukten geformt werden.
- 2) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als feinteilige kohlenstoffreiche Ausgangsstoffe weitgehend inkohlte Materialien wie Steinkohle, Braunkohlenschwelkoks, Holzkohle, Kokosschalenkoks, Torfkoks, Petrolkoks, Säureschlammkoks, koksartige Rückstände aus der thermischen Zersetzung von Kunstharzen sowie Mischungen dieser- Stoffe verwendet werden.
- 3) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Bindemittel Phenol, Kresole, Xylenole, Naphtole in Mischung mit oder kondensiert mit Formaldehyd, Methaldehyd, Paraldehyd, Acetaldehyd, Benzaldehyd verwendet werden.
- 4) Verfahren nach Anspruch 3* dadurch gekennzeichnet, daß als Bindemittel Mischungen von Rückständen, Abfall- und Zersetzungsprodukten verwendet werden, die Aldehyde und Phenole bzw. deren Kondensationsprodukte enthalten, bzw. solche Produkte, aus denen Phenole und Aldehyde in Freiheit gesetzt werden können.Le A 14 885 _ 16 -40 9047/0574
- 5) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Formlinge nach deren Herstellung 1 bis 24 Stunden, vorzugsweise 4 bis 12 Stunden, gelagert werden.
- 6) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5» dadurch ge-, ■kennzeichnet, daß die Formlinge unter Entfernung der flüchtigen Biwerden.tigen Bestandteile bei Temperaturen von 20 bis 75O°C gehärtet
- 7) Verfahren nach Anspruch 6, dadurch, gekennzeichnet, daß der Härtungsprozeß zweistufig erfolgt, wobei in der ersten Stufe mit einer Aufheizgeschwindigkeit von ca. J5O bis 60° C/ Std. auf Temperaturen von etwa 150 bis 2000C erwärmt und in der zweiten Stufe mit einer Aufheizgeschwindigkeit von 40 bis l20°C/Std. auf Temperaturen von etwa 600 bis 7500C erwärmt wird.
- 8) Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in der zweiten Stufe in einer sauerstoffarmen Atmosphäre gearbeitet wird.
- 9) .Aktivkohlen mit einem Benzolaufnahmevermögen von 25 bis 70 %\ einer Methylenblau-Zahl von 10 bis 25i einem Abrieb von 0,1 bis 0,6 %; einem Bruch von 0,3 bis 0,8 %\ und einer Druckhärte von I5 bis 25 kp.
- 10) Aktivkohlen, hergestellt nach einem der Ansprüche 1 bis 7.Le A 14 885 - 17 -409847/0574
Priority Applications (12)
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|---|---|---|---|
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| BE143777A BE814389A (fr) | 1973-05-05 | 1974-04-30 | Production de pieces moulees robustes en charbon actif |
| CA198,755A CA1037938A (en) | 1973-05-05 | 1974-05-02 | Production of strong active carbon moldings |
| JP49048913A JPS5014595A (de) | 1973-05-05 | 1974-05-02 | |
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