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DE2312539A1 - Form- und kernsandbindemittel auf basis von silikaten organischer basen - Google Patents

Form- und kernsandbindemittel auf basis von silikaten organischer basen

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Publication number
DE2312539A1
DE2312539A1 DE19732312539 DE2312539A DE2312539A1 DE 2312539 A1 DE2312539 A1 DE 2312539A1 DE 19732312539 DE19732312539 DE 19732312539 DE 2312539 A DE2312539 A DE 2312539A DE 2312539 A1 DE2312539 A1 DE 2312539A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
guanidine
binder
weight
sand
silicate
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE19732312539
Other languages
English (en)
Inventor
Peter Huber
Rainer Dr Lihotzky
Horst Dr Michaud
Stefan Dr Weiss
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
SUEDDEUTSCHE KALKSTICKSTOFF-WERKE AG 8223 TROSTBERG
Evonik Operations GmbH
Original Assignee
SUEDDEUTSCHE KALKSTICKSTOFF-WERKE AG 8223 TROSTBERG
SKW Trostberg AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by SUEDDEUTSCHE KALKSTICKSTOFF-WERKE AG 8223 TROSTBERG, SKW Trostberg AG filed Critical SUEDDEUTSCHE KALKSTICKSTOFF-WERKE AG 8223 TROSTBERG
Priority to DE19732312539 priority Critical patent/DE2312539A1/de
Publication of DE2312539A1 publication Critical patent/DE2312539A1/de
Pending legal-status Critical Current

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    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
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    • B22C1/00Compositions of refractory mould or core materials; Grain structures thereof; Chemical or physical features in the formation or manufacture of moulds
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    • B22C1/18Compositions of refractory mould or core materials; Grain structures thereof; Chemical or physical features in the formation or manufacture of moulds characterised by the use of binding agents; Mixtures of binding agents of inorganic agents
    • B22C1/186Compositions of refractory mould or core materials; Grain structures thereof; Chemical or physical features in the formation or manufacture of moulds characterised by the use of binding agents; Mixtures of binding agents of inorganic agents contaming ammonium or metal silicates, silica sols
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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    • B22CFOUNDRY MOULDING
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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Mold Materials And Core Materials (AREA)

Description

  • Form- und Kernsandbindemittel auf Basis von Silikaten organischer Basen Gegenstand der Erfindung sind wasserlösliche silikatische Fc-F-und Kernsandbindemittel sowie binderhaltige Form- und Kernsamischungen für das Kohlensäure-Erstarrungsverfahren zur Hersv lung von Gießformen und Kernen für den Metallguß.
  • Die erfindungsgemäßen Bindemittel für Sandformen und Sandkerne zur Fertigung von Gußstücken aus metallischen Werkstoffen, it: besondere Gußeisen, Leicht- und Schwermetallen, bestehen aus wäßrigen Lösungen von Silikaten starker organischer Basen, vcrzugsweise aus wäßrigen Guanidinsilikatlösungen oder aus Gernisz:e=i von Guanidinsilikatzusammensetzungen und Alkalisilikaten.
  • Ferner können wäßrige quartäre Ammoniumsilikatlösungen wie T=-= -alkyl-, Tetraäthanol-, Methyltriäthanol-, Phenyltrimethyl- u=: Dimethyldibenzylamirtoniumsilikat als solche oder im Gemisch Alkalisilikaten als Bindemittel verwendet werden.
  • Des weiteren bestehen die erfindungsgemäßen mit Kohlendioxid kalthärtenden Form- und Kernsandmischungen für Gießformen un Kerne aus natürlichen oder synthetischen Formsanden und Guan: silikat oder quartären Amnioniumsilikaten oder aus Quarzsand (oder aluminiumoxidhaltigem Quarzsand oder Zirkonsand oder S-motte) und Gemischen von Guanidinsilikat und Wasserglas oder handelsüblichen Wasserglasbindern.
  • Außerdem- betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Guanidinsilikat-Wasserglas-Gemischen als Form- und Kernsandbindemittel, indem man wäßrige Lösungen-von Guanidiniumhydroxid mit neutralen (Modul = 3,3 - 3,4) oder hochkieselsauren (Modul = 3,9 - 4,0) Natronwasserglaslösungen versetzt.
  • Aussparungen in einem metallischen Gußstück werden dadurch erzielt, daß im allgemeinen Sandkerne, die auf besondere Art gebunden sind, in die Form eingelegt und von dem flüssigen Metall teilweise oder ganz umgossen werden. Diese Kerne werden nach Erstarren des Gußstücks entfernt und ergeben dann die Aussparungen oder Hohlräume. An die Beschaffenheit und Eigenschaften der Kerne werden in den meisten Fällen höhere, Anforderungen gestellt als an die Form.
  • In den letzten beiden Jahrzehnten ist in den Eisen- und Metallgießereien ein Formverfahren eingeführt worden, das unter dem Namen "Kohlensäure-Erstarrungsverfahren" bekannt geworden ist.
  • Das: Verfahren beruht darauf, daß dem Form- oder Kernsand als Bindemittel wasserlösliches Natriumsilikat (Natronwasserglas) zugesetzt und die Form oder der Kern nach dem Ausstampfen mit dieser Formsandmischung durch Einblasen von Kohlendioxid gehärtet wird.
  • Wasserglas als mit Kohlensäure reaktives Bindemittel für Form-und Kernsande hat neben vielen Vorteilen auch folgende Nachteile: 1.) Es ist allgemein bekannt, daß wasserglasgebundene Formen und Kerne nach dem Abguß noch von erheblicher Festigkeit sind und daher schlecht zerfallen. Das Entfernen der Kerne aus dem fertigen Gußstück ist deshalb erschwert. Der schlechte Kernzerfall bedingt hohe Putzzeiten.
  • Das Entkernen und Putzen der Gußstücke ist eine zeitraubende und kostspielige Arbeit, da Hilfskräfte beschäftigt und besondere arbeitshygienische Maßnahmen zur Lärm- und Staubverminderung getroffen werden müssen. Man hat daher dem Wasserglas sogenannte Zerfallsförderer, wiePechkohle, Bitumen, Kohlenstaub, Holzmehl oder Kohlehydrate, zur Begünstigung des Kernzerfalls zugesetzt. Dennoch ist man mit den Zerfallseigenschaften der Wasserglaskerne nicht zufrieden -die Putzzeiten sind immer noch unverhältnismäßig hoch.
  • 2.) Formsand-Wasserglas-Mischungen härten beim Ablagern an der Luft schnell aus. Diese Tatsache bereitet bei der Serienfertigung von Sandformen und Kernen mit Wasserglas als Bindemittel Schwierigkeiten, da die binderhaltigen Sandmischungen nicht auf Transportbändern vom Aufbereitungsort zu den Bunkern befördert werden können.
  • 3.) Im Gegensatz zu den hohen Festigkeitswerten bei getrockneten Erstarrungskernen weisen die nach dem Kohlensäure-Erstarrungsverfahren ausgehärteten Sandkerne relativ niedrige Werte auf. Es wurden daher bereits Schritte unternommen, die Festigkeiten wasserglasgebundener Kerne durch Zusätze zu erhöhen, um gießtechnische Schwierigkeiten auszuschalten.
  • Hierbei ist jedoch nicht zu umgehen, daß mit erhöhten Festigkeitswerten auch ein Verlängern der Putzzeiten infolge schlechten Zerfalls eintritt.
  • Die vorliegende Erfindung hatte zum Ziel, die Anwendungseigenschaften des Kohlensäure-Erstarrungsverfahrens zu verbessern und seine Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Die Aufgabe der Erfindung bestand in der notwendigen Entwicklung und Schaffung neuer Bindemittel und Bindemittelsysteme zur Herstellung von Sandformen und Sandkernen mit optimalen Zerfallseigenschaften für den Guß metallischer Werkstoffe.
  • Die Aufgabe wurde erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die herkömmlichen Wasserglasbindemittel in Form- und Kernsandmischungen zur Herstellung von Gußstücken aus metallischen Werkstoffen teilweise oder vollständig durch wasserlösliche Silikate starker organischer Basen enthaltende, insbesondere durch Guanidinsilikat oder technisch zugängliche quartäre Ammoniumsilikate ersetzt wurden.
  • Diese silikatischen Kern- und Formsandbindemittel auf Basis starker organischer Basen härten mit Kohlendioxid ifl der gleichen Weise wie Wasserglas aus. Sie sind zur Herstellung von Form- und Kernsandmischungen wesentlich besser als die herkömmlichen Wasserglasbinder geeignet. Abgegossene Kerne und Formen, die diese neuartigen, mit Kohlensäure reaktiven Bindemittel enthalten, zerfallen wesentlich leichter als Wasserglaskerne.
  • Überraschenderweise wurde gefunden, daß wasserlösliche Guanidinsilikatzusammensetzungen hervorragende Bindemittel zur Fertigung von Sandformen und Kerne für den Metallguß darstellen.
  • Mit Guanidinsilikat gebundene Kerne besitzen nach dem Gießen optimale Zerfallseigenschaften, so daß die Gußstücke aus Eisen, Leicht- oder Schwermetall sehr leicht entkernt werden können.
  • Der Kernsand rieselt bereits bei leichter Erschütterung heraus, wodurch sich erhebliche Putzkosten einsparen lassen. Die Verwendung von Guanidinsilikat als Kernsandbindemittel bedeutet nicht nur erhebliche Kostenersparnisse in der Putzerei, sondern gleichzeitig eine Kapazitätserweiterung, infolge beschleunigter Abwicklung des Arbeitsvorganges.
  • Guanidinsilikat, dessen Herstellung bereits in der Deutschen Auslegeschrift 1 300 927 beschrieben worden ist, stellt ein wasserglasanaloges, silikatisches und mit Kohlensäure kalthärtendes Bindemittel dar, das aus den Einzelkomponenten Guanidin und KieS selsäure besteht. Das Gewichtsverhältnis Guanidin : Siliciumdioxid kann in sehr weiten Grenzen zwischen 2 : 1 und 0,7 : 1 variiert werden. Als Bindemittel für Form- und Kernsand werden vorzugswei se Guanidinzusammensetzungen mit den Gewichtsverhältnissen Guanidin : SiO2 = 0,8 bis 1,2 in Form ihrer lagerstabilen 40-60-%igen wäßrigen Lösungen verwendet. Formsandmischungen zur Herstellung von Formen und Kernen mit vergleichbaren Eigenschaften gegenüber anderen Formverfahren enthalten in der Regel 2 - 5 Gew.-% dieser Bindemittel.
  • Beispielsweise wurden beim Guß von Eisen, Aluminium- und Kupferlegierungen sehr gute Ergebnisse erzielt, indem zur Kernherstellung dem in der Gießereiindustrie üblichen Quarzsand 2,5 - 5 Gew.% einer etwa 50 %igen wäßrigen Guanidinsilikatlösung mit 25 Gew.% Guanidin und 25 Gew.% Siliciumdioxid ttIolverhältnis Guanidin : SiO2 = 0,98) als Binder zugesetzt wurden.
  • Form- und Kernsandmischungen mit Guanidinsilikat als Bindemittel werden mit Kohlendioxid in analoger Weise wie wasserglashaltige Sandmischungen nach dem Kohlens äure-Erstarrungsverfahren ausgehärtet. Es hat sich jedoch gezeigt, daß mit Guanidinsilikat eine höhere Anfangsfestigkeit bei kürzerer Begasungszeit erzielt werden konnte. Zum Erreichen ausreichender Festigkeitswerte genügt daher eine erheblich kürzere Begasungszeit.
  • Das bedeutet eine wesentliche Senkung des Kohlendioxidverbrauchs- als wichtiger Kostenfaktor.
  • Guanidinsilikatgebundene Kerne können aufgrund ihrer wesentlich höheren Anfangsfestigkeitswerte gegenüber Wasserglaskernen sofort nach ihrer Herstellung, d.h. nach dem Begasen mit Kohlendioxid, verwendet werden.
  • Ein weiterer Vorteil von Guanidinsilikat als Form- und Kernsandbindemittel besteht darin, daß fertige Formstoff-Guanidinsilikat-Mischungen längere Zeit gelagert werden können, während mit Wasserglas aufbereitete Sandmischungen beim Stehen an der Luft schnell austrocknen und abbinden, so daß sie unter Luftabschluß zu lagern oder zumindest vor stärkerer Berührung mit der Luft zu schützen sind. Durch Verwendung von Guanidinsilikat ist die Möglichkeit gegeben, eine schnellere Austrocknung zu verhindern und damit binderhaltige Sandmischungen auf Transportbändern zu fördern.
  • Des weiteren hat sich gezeigt, daß Quarzsand-Guanidinsilikat-Mischungen ein besseres Fließvermögen besitzen und die Kern-und Formherstellung dadurch erleichtert wird.
  • Außerdem wurde gefunden, daß Guanidinsilikat auch in Verhindung mit Wasserglas oder üblichen Wasserglasbindern als Bindemittel für Kern- und Formsand zur Herstellung von Kernen und Formen mit guten Zerfaliseigenschaften angewendet werden kann.
  • Durch Zusatz von Guanidinsilikat können die anwendungstechnischen Eigenschaften von reinem Wasserglas und herkömmlichen Wasserglasbindern hinsichtlich Lagerfähigkeit der fertigen Sandmischungen, Kohlendioxidverbrauch, Anfangsfestigkeit und Zerfall der Kerne entsprechend der erfindungsgemäßen Aufgabe erheblich verbessert werden.
  • Sandmischungen, die neben Wasserglas noch Guanidinsilikat als Binderkomponente enthalten, haben wesentlich bessere Eigenschaften als nur natriumsilikathaltige Mischungen und lassen sich leicht aus den abgegossenen Gußstücken entfernen.
  • Durch Verwendung von Guanidinsilikat-Wasserglas-Gemitchen als Kernsandbindemittel, die durch einfaches Mischen von Guanidinsilikat mit Wasserglaslösungen hergestellt werden können, werden ebenfalls die Putzzeiten und -kosten stark gesenkt.
  • Binderkombinationen mit sehr guten Eigenschaften wurden durch Mischen von jeweils 100 Gew.Tln. einer 40-60 %igen Guanidinsilikatlösung mit dem Gewichtsverhältnis der Einzelkomponenten Guanidin : SiO2 = 0,8 - 1,2 mit 0 - 100 Gew.Tln. herkömmlichem Wasserglasbinder oder 0 - 100 Gew.Tln. Wasserglas mit einem Modul von 2,0 - 3,3 erhalten. Zur Herstellung der Formen und Kerne wurden dem Quarzsand jeweils 2 - 5 Gew.% derartiger Bindermischungen zugesetzt.
  • Als Bindemittel zur Herstellung von Sandkernen für den Leicht-und Schwermetallguß sowie den Grauguß hat sich beispielsweise ein Gemisch von 62,5 Gew.Tln. 48 eisiger Guanidinsilikatlösung mit 23 Gew.% Guanidin und 24-Gew,96 Siliciumdioxid mit 37,5 Gew.-Tln. handelsüblichem Wasserglasbinder mit Modul 2,5 und einer Dichte 1,6 g/cm³ vorzüglich bewährt.
  • Es hat sich gezeigt, daß auch durch Zusatz von Guanidinbaso in Form ihrer wäßrigen Lösungen zu neutralen oder hochkieselsauren Natronwasserglaslösungen Modul = 3,3 - 3,4 bzw. 3,9 -4,0) in einfacher Weise Bindemittelsysteme zugänglich sind, die in ihrer Zusammensetzung und in ihren Eigenschaften als Form- und Kernsandbindemittel den oben beschriebenen Guanidinsilikat-Wasserglas-Lösungen entsprechen.
  • Die erfindungsgemäße Aufgabe, Formstoffmischungen für das Kohlensäure-Erstarrungsverfahren mit verbesserten anwendungstechnischen Eigenschaften zur Herstellung von Sandformen und Sandkernen für den Metallguß zu schaffen, konnte dadurch gelöst werden, daß den in der Gießereiindustrie üblichen Form- und Kerns anden als Bindemittel Silikate von starken organischen Basen oder auch Gemische dieser Silikatzusammensetzungen mit technischen Natronwassergläsern oder herkömmlichen Wasserglasbindern beigemischt wurden. Die der Erfindung zugrundeliegenden Bindemittel und Bindemittelkombinationen mit Wasserglas weisen wesentliche Vorteile gegenüber den herkömmlichen Wasserglasbindern auf: 1.) Erheblich bessere Zerfaliseigenschaften der abgegossenen Formen und Kerne; 2.) bessere Lagerfähigkeit der fertigen, binderhaltigen Sandmischungen; 3.) Senkung des Kohlensäureverbrauchs, 4.) höhere Anfangsfestigkeitswerte der Formen und Kerne nach Begasen mit Kohlendioxid; 5.) besseres Fließvermögen der Sandmischungen.
  • Das Kohlensäure-Erstarrungsverfahren konnte also durch die vorliegende Erfindung technisch und wirtschaftlich verbessert werden.
  • Beispiele Beispiel 1 Festigkeiten von Sandmischungen und -kernen mit Guanidinsilikat allein oder Mischungen von Guanidinsilikat mit Wasserglas nach verschiedenen Begasungszeiten.
  • Die Versuche wurden mit handelsüblichem Quarzsand H 32 (Balterner Quarzsand) durchgeführt. Zur Herstellung der Probekerne wurden als Bindemittel eine 47 'yÓige wäßrige Lösung von Guanidinsilikat (23 Gew.% Guanidin, 24 Gew.% Siliciumdioxid) und ein handelsüblicher Wasserglasbinder (mit einem Modul 2,5 und unbekanntem Zusatz an Zerfallförderer) sowie Gemische von beiden verwendet. Die Festigkeit wurde durch Messung der Spaltfestigkeit nach DIN 52 401 an zylindrischen Probekörpern von 50 r1Ir1t, d und 50 mm Höhe charakterisiert. Diese Probekörper wurden immer in gleicher Weise durch 3 Rammschläge verdichtet.
  • Die Spaltfestigkeit wurde jedesmal sofort nach dem Begasen mit Kohlendioxid gemessen. Hierbei wurden die in Tabelle 1 wiedergegebenen Ergebnisse erhalten: Tabelle 1
    2
    Spaltfestigkeit in N / cm
    Begasungszeit
    Binderzusatz in Gew.% (Ilohlendioxid)
    zu Quarzsand H 32
    10 Sek. 20 Sek. 30 Sek.
    4,0 % Wasserglasbinder
    (WG) 5,2 8,3 14,5
    4,0 % Guanidinsilikat
    (GS) 13,5 16,8 17,6
    2,5 % GS + 1,5 % WG 11,6 21,2 22,2
    2,0 % GS + 2,0 % WG 11,3 17,8 21,0
    Man erkennt daraus, daß alle Sandmischungen, die Guanidinsilikat enthalten, unmittelbar nach dem Durchleiten von Kohlendioxid erheblich höhere Festigkeit besitzen als die mit Wasserglas gebundenen Mischungen.
  • Fast gleichartige Ergebnisse erhält man bei Verwendung von Tetra äthyl-, Methyltriäthanol- oder Phenyltrimethyl-ammoniumsilikat anstelle von Guanidinsilikat.
  • Beispiel 2 Zerfallseigenschaften von Kernen mit Guanidinsilikat oder Mischungen von Guanidinsilikat und Wasserglas als Bindemittel.
  • Die Zerfallseigenschaften wurden nach einem von W. Pohl und II. Sagmeister (Gießerei-Rundschau 16 (12), 23-28 (1969)> entwickelten Prüfverfahren untersucht.
  • - -Dazu wurden Prüfkerne entsprechend Beispiel 1 nach 24 h Lagerzeit 5 Min. lang bei 1020 C wärmebehandelt. Die gewogenen Kerne wurden dann in der Prüfapparatur, die aus einer drehbaren Siebtrommel mit Mitnehmern besteht, untersucht, wobei festgestellt wurde, nach welcher Zeit vollständiger Zerfall (100 %) bzw. teilweiser Zerfall eingetreten ist. Es wurden die in Tabelle 2 dargestellten Ergebnisse erhalten: Tabelle 2
    Binderzusatz in Gew.% zu Zerfall nach Zeit
    Binderzusatz in Gew.% zu
    Quarzsand H 32 in % in Sek
    4,0 % Wasserglas (WG) 1 30
    4,0 % Guanidinsilikat (GS) 100 0
    2,5 % GS + 1,5 % WG 100 19
    2,0 *,4 GS + 2,0 % GS 15 30
    Beispiel 3 Praktische Gießereiversuche a) Es wurden Kernsandmischungen mit 4 Gew.% Guanidinsilikat (entsprechend Beispiel- 1) bzw. mit 2,5 Gew.% Guanidinsilikat + 1,5 Gew.% Wasserglasbinder (entsprechend Beispiel 1) bzw. mit 4 Gew.% reinem Wasserglasbinder (entsprechend Beispiel 1) geprüft, wobei nicht nur der Kern, sondern auch die äußere Form jeweils aus der gleichen Kernsandmischung hergestellt nsLden. Die Abgüsse erfolgten mit Stahlguß (Gießtemperatur ca. 16000 C), Grauguß (14000 ß), Messing (10500 C) und Aluminium (7100 C). Nach dem Herausnehmen aus der Form zerfielen die Kerne und Formen mit 4 Gew.% Guanidinsilikat bzw. mit 2,5 Gew.% Guanidinsilikat + 1,5 Gew.% Wasserglasbinder außerordentlich leicht. Der Zerfall war umso leichter, je höher die Gießtemperatur lag.
  • - Der Zerfall war jedoch auch beim Aluminiumguß sehr gut. So konnten z.B. die Kerne auch in den dünnen Partien bei allen Abgüssen durch leichte Schläge von außen entfernt werden, während das bei den wasserglasgebundenen Kernen nicht möglich war. Dort mußten die Kerne mechanisch entfernt werden.
  • Die Abgüsse aus Grauguß, Messing und Aluminium erwiesen sich als vollständig dicht. Wie metallographische Schliffe zeigten, konnten die Oberflächen nicht von denen wasserglasgebundener Kerne unterschieden werden.
  • b) Ein verhältnismäßig großer Kern von 180 kp Gewicht wurde aus einer Sandmischung hergestellt, der 2,5 Gew.% Guanidinsilikat (Zusammensetzung entsprechend Beispiel 1) + 1,5 Gew.% handelsüblicher Wasserglasbinder mit Modul 2,5 und der Dichte 1,6 g/crn3 als Bindemittel beigemischt worden waren. Dieser Kern wurde, ausgenonmen die Kernmarken, mit Aluminiumlegierung vollstandig umgossen. nie Arbeitszeit zur Entiernunq dieses Kerns nach dem Gießen betrug bei dcin guanidinsilikathaltigen Binder nur 30 % gegentiSsr einem Kern, der mit dem entsprechenden ;dsserglashinder + zerfallförderer abgebunden worden war (100 %).
  • c) Zur Herstellung einer Serie von Kernen (Kerngewicht: 38 kp) für Gebläsegehäuse wurde eine Kernsandmischung aus 96 Gew.-Tin. Quarzsand, 2,5 Gew.Tln. Guanidinsilikatlösung (23,6 % Guanidin, 24,7 % Si02) und 1,5 Gew.Tln. Wasserglasbinder (Modul - 2,5; Dichte = 1,6 g/cm³) bereitet. Die Kerne wurden durch Begasen mit Kohlendio:-id ausgehärtet. Hierbei ging der Kohlendioxidverbrauch gegenüber den wasserglasaebundenen Vergleichskernen (4 Gew.% Wasserglasbinder obiger Zusammensetzung) erheblich zurück. Die Formen wurden mit Aluminiumlegierung abgegossen. Die Abspaltung von Am-moniak durch Zersetzung der Guanidinkomponente konnte nur beim Entleeren in heißem Zustand und nur in unmittelbarer Nähe der Gußstücke oder des entleerten heißen Sandes wahrgenommcn werden. Beine Geruchsbelästigung in der Halle trat auch beim heißen Entformen einer großen Anzahl von Gußteilen über mehrere Tage hinweg nicht auf. Im Vergleich zu den relnen Wasserglaskernen (mit- Zerfailförderer) konnten die Putzzeiten von 4 Min, 1 Sek. auf 3 Min, 7 Sek. (heiß entleert), das heißt um 22,5 %, bzw. von 4 Min, 8 Sek. auf 2 Min, 39 Sek. (kalt entleert), das heißt um 36 %,im Durchschnitt gesenkt werden.
  • d) Beim Abgießen von Getriebegehäusen in Kokillen mit Aluminium unter Verwendung von Sandkernen (Kerngewicht 12 kp) entsprechend Beispiel 3c wurden die in Tabelle 3 wiedergegebenen Putzzeiten erhalten: Tabelle 3
    a) heiß entleert Verqleichskerne Guanidinsilikat-
    Wassero,las
    b) kalt entleert 4 Gew.% Wasser- 4 Gew.% Binder-
    glasbinder (Mo- mischung
    dul = 2,5, Guanidin/Wasser-
    Dichte = 1,6 glas =
    g/cm3) + Zer- 2,5 : 1,5
    fallförderer
    a) Putzzeiten
    in Sek.: 31 22
    35 25
    38 lo
    40 25
    40 26
    42 26
    41' 15
    39 10
    38 (Mittel) 20 (Mittel)
    b) Putzzeiten
    in Sek.: 40 28 12
    41 28 11
    43 29 13
    35 14 09
    30 22 25
    28 21 28
    31 18 19
    35 ia 21
    32 25 23
    32 16 13
    10 10
    09 12
    35 (Mittel) 18 (Mittel)

Claims (1)

  1. Patentansprüche 1.) Mit Kohlendioxid kalthärtende Bindemittel für Sandformen und Sandkerne zur Herstellung von Gußstücken aus metallischen Werkstoffen mit einem Gehalt an wasserlöslichen Silikaten starker organischer Basen.
    2.) Bindemittel nach Anspruch 1, enthaltend wasserlösliche Guanidinsilikatzusammensetzungen im Gewichtsverhältnis der Einzelkomponenten Guanidin : Sio2 = 0,7 : 1 bis 2,0 : 1.
    3.) Bindemittel nach Anspruch 1 bis 2, bestehend aus vorzugsweise 40- bis 60-%igen wäßrigen Guanidinsil ikatlösunoen mit den Gewichtsverhältnissen Guanidin : Siliciumdioxid = 0,8 bis 1,2.
    4.) Bindemittel nach Anspruch 1 bis 3, bestehend aus Gemischen wäßriger Guanidinsilikat- mit Alkalisilikatlösungen.
    5.) Bindemittel nach Anspruch 4, bestehend aus einem Gemisch von 100 Gew.Teilen einer 40- bis 60-%igen Guanidinsilikatlösung, gemäß der Zusammensetzung nach Anspruch 3, mit O bis 100 Gew.Teilen eines handelsüblichen Wasserglasbinders für Form- und Kernsand oder mit 0 bis 100 Gew Teilen einer technischen Natronwasserglaslösung mit einem Modul von 2,0' bis 3,3, 6.) Bindemittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß vorzugsweise 62,5 Gew.Teile einer 47- bis 50-%igen wäßrigen Guanidinsilikatlösung mit dem Gewichtsverhältnis Guanidin : SiO2 = 0,9 bis 1,0 mit 37,5 Gew.Teilen eines handelsüblichen Wasserglasbinders mit Modul 2,5 bei Raumtemperatur gemischt werden.
    7.) Verfahren zur Herstellung von-Bindemitteln nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Umsetzen wäßriger Guanidinlösungen mit Alkalisilikaten der SiD2/Na20-Cewichtsverhältnisse von 3,3 bis 4,0, 8.) Verwendung von mit Kohlesäure kalthärtenden Bindemitteln und Sandmischungen nach Anspruch 1 bis 8 zur Herstellung von Gußstücken aus Eisen, Leicht- und Schwermetalllegierungen.
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
AT389249B (de) * 1985-06-20 1989-11-10 Petoefi Mgtsz Zusatz zum regulieren der nach dem giessen zurueckbleibenden festigkeit von wasserglasgebundenen gussformen und/oder kernen
CN119500988A (zh) * 2024-11-14 2025-02-25 中国地质大学(武汉) 一种基于浆料直写成形3d打印技术制备水溶性复合盐芯的方法

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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AT389249B (de) * 1985-06-20 1989-11-10 Petoefi Mgtsz Zusatz zum regulieren der nach dem giessen zurueckbleibenden festigkeit von wasserglasgebundenen gussformen und/oder kernen
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