-
Vorrichtung zur Entnahme von Silage aus einem Silo Die Erfindung betrifft
eine Vorrichtung zur Entnahme von Silage aus einem Silo, enthaltend eine auf der
Oberseite des Futterstocks drehbar angeordnete Fräse, ein über dem inneren Rand
der Fräse angeordnetes, durch einen Motor angetriebenes Fördergebläse sowie eine
an das Fördergebläse anschließende Rohrleitung.
-
Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art sind die Fräse, der Fräsenmotor,
das Fördergebläse und der Gebläse-Antriebsmotor auf einer Bodenplatte angeordnet
und werden gemeinsam um die Siloachse gedreht. Das Fördergebläse ist hierbei mit
etwa waagerechter Achse angeordnet, so daß der Druckstutzen vertikal nach oben weist.
Die an diesen Druckstutzen anschließende, feststehende Rohrleitung ist durch die
Decke des Silos nach außen geführt.
-
Eine solche Vorrichtung ist mit verschiedenen Nachteilen behaftet.
Da die Rohrleitung in vertikaler Richtung an Cas sich mit der Fräse drehende Fördergebläse
anschließen muß, ergeben sich große Rohrleitungslängen, was zur Erzielung einer
hohen Förderleistung ein außerordentlich leistungsstarkes Gebläse erfordert. Wegen
der konstruktiven Verbindung von Fräse, Fördergebläse und Antriebsmotor muß man
andererseits das Gewicht und die Abmessungen des Fördergebläses möglichst klein
halten, da sich andernfalls zu große Schwierigkeiten beim Einbringen der Vorrichtung
in das Silo und beim Herausnehmen aus dem Silo ergeben. Ungünstig
ist
bei der bekannten Ausführung weiterhin, daß die Anordnung des Fördergebläses und
seines Antriebsmotors auf der die Fräse tragenden Bodenplatte die Drehführung dieser
Einrichtung durch das stark erhöhte Gewicht erschwert und daß die Stromzuführung
zu dem verhältnismäßig starken Gebläsemotor ein teueres Schleifringsystem erfordert.
-
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine zur Entnahme
von Silage aus einem Silo dienende Vorrichtung zu schaffen, die die oben aufgezeigten
Nachteile der bekannten Ausführungen vermeidet.
-
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Fördergebläse
und der Gebläse-Antriebsmotor relativ zur Fräse feststehend angeordnet sind.
-
Auf diese Weise ergibt sich die Möglichkeit, die räumliche Lage des
Fördergebläses, insbesondere die Richtung seines Druckstutzens, so zu wählen, wie
dies zur Erzielung einer kurzen Förderrohrleitung optimal ist.
-
Zweckmäßig schließt die Achse des Fördergebläses und des unmittelbar
angeflanschten Antriebsmotors mit der Vertikalen einen Winkel zwischen 0 und etwa
450 ein. Sobald das Silo im obersten Teil entleert ist, kann bei der erfindungsgemäßen
Vorrichtung die weitere Entleerung durch die seitlichen Silo-Luken erfolgen, die
üblicherweise in unterschiedlichen Höhen vorgesehen sind. Man kommt auf diese Weise
zu sehr kurzen und wenig gekrümmten Rohrleitungen, was die Erzielung hoher Förderleistungen
gestattet.
-
Eine weitere beachtliche Leistungssteigerung ist dadurch möglich,
daß bei sonst gleichen Verhältnissen ein größeres Fördergebläse eingesetzt werden
kann, da sich bei feststehender, zentraler Anordnung von Fördergebläse und
Antriebsmotor
eine wesentlich günstigere Gewichtsverteilung ergibt als bei einem mit der Fräse
drehbaren Gebläsesystem.
-
Vorteilhaft ist bei der erfindungsgemäßen Lösung weiterhin, daß das
Schleifringsystem lediglich die Stromzuführung zu dem verhältnismäRig kleinen Fräsenmotor
bewirken muß, nicht Jedoch zu dem wesentlich stärkeren, ortsfest angeordneten Gebläse-Antriebsmotor.
-
Die an die Saugseite des Fördergebläses anschließende Rohrleitung
weist erfindungsgemäR zweckmäßig einen biegsamen oder einen schwenkbaren Teil auf,
weiterhin einen in seiner Länge veränderlichen Teil. Auf diese Weise kann sich das
Fördergebläse mit der Fräse bei zunehmender Entleerung des Silos absenken, während
die Förderrohrleitung so lange durch eine Silo-Luke nach außen geführt bleibt, bis
die nächste Silo-Luke freigelegt ist und die Förderrohrleitung durch diese hindurchgeführt
werden kann.
-
Die Entleerung des obersten Teiles des Silos erfolgt erfindungsgemäß
zweckmäßig in der Weise, daß das Fördergebläse auf dersilodecke angeordnet und durch
ein Teleskoprohr mit der Fräse verbunden wird. Es versteht sich, daß alle Rohrverbindungen,
die im Laufe des Betriebes gelöst und wieder hergestellt werden müssen, als Schnellkupplungsverbindungen
ausgebildet werden.
-
Von Vorteil ist weiterhin, daß sich das Fördergebläse mit seinem
Antriebsmotor im Bedarfsfalle auch unten neben dem Silo aufstellen läßt, da die
konstruktive Verbindung zur Fräse ohne Schwierigkeit gelöst werden kann. Dies ist
beispielsweise dann von Bedeutung, wenn bei der Entnahme von Silage aus bestimmten
Gründen das Fördergebläse nicht im Silo angeordnet sein soll oder wenn das Fördergebläse
nicht zur Entnahme von Silage, sondern zur Beschickung des
Silos
benutzt werden soll. Man wird das Gehäuse des Fördergebläses zweckmäßig mit geeigneten
Holmen oder ähnlichen Halterungen versehen, die bei einer Verwendung des Fördergebläses
außerhalb des Silos zur Aufnahme eines Fahrgestelles dienen können.
-
Einige Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung veranschaulicht.
Es zeigen Fig.1 eine Schemadarstellung eines ersten Ausführungsbeispieles der Erfindung;
Fig.2 eine Ansicht der erfindungsgemäRen-Vorrichtung bei Anordnung des Fördergebläses
auf der Silodecke; Fig.3 eine Schemadarstellung eines weiteren Ausführungsbeispieles
der Erfindung.
-
Bei dem in Fig.1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist in einem Silo
1 auf der Oberseite des Futterstockes 2 eine Fräse 3 angeordnet, die durch einen
nicht dargestellten Motor angetrieben wird und um die Achse 4 drehbar ist. Die Abstützung
und Fährung erfolgt durch Rollen 5.
-
Oberhalb des inneren Endes der Fräse 3 ist ein Fördergebläse 6 angeordnet,
das durch einen direkt angeflanschten Motor 7 angetrieben wird. Fördergebläse 6
und Motor 7 sind relativ zur Fräse 3 feststehend angeordnet. Zu diesem Zweck enthält
das zwischen dem inneren Ende der Fräse 3 und der Saugseite des Fördergebläses 6
angeordnete Saugrohr 8 eine Kupplung 9 zwischen dem mit der Fräse 3 drehbaren Saugrohrteil
und dem mit dem Fördergebläse 6 feststehenden Saugrohrteil. Diese Kupplung 9 enthält
zugleich die Schleifringkontakte für die Stromzuführung zum (nicht dargestellten)
Fräsenmotor.
-
Die an die Druckseite des Fördergebläses 6 anschließende Rohrleitung
enthält bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel einen schwenkbaren Teil 10 (Schwenkachse
11), dessen Neigung gegenüber der Horizontalen einstellbar ist. Weiterhin schließt
sich an den Rohrleitungsteil 10 ein in seiner Länge veränderlicher Teil 12 an, der
als Teleskoprohrstück ausgebildet ist.
-
Die von den Teilen 10 und 12 gebildete Rohrleitung ist durch eine
seitliche Luke 13 des Silos 1 nach außen geführt und im Bereich der Luke mit einer
Abstützung 14 versehen. An das äußere Ende dieser Rohrleitung schließt sich noch
eine pendelbewegliche Abwurfklappe 15 an.
-
Die Funktion der erfindungsgemäßen Vorrichtung dürfte aufgrund der
obigen Beschreibung ohne weiteres verständlich sein: Das von der Fräse 3 bei ihrer
Drehbewegung um die Achse 4 nach innen (Pfeil a) geförderte Gut wird durch das Saugrohr
8 vom Fördergebläse 6 angesaugt und durch die an die Druckseite anschließende Rohrleitung
(Teile 10, 12) nach außen gefordert (Pfeile b). Sinkt das Niveau des Futterstockes
2 allmählich ab, so sinkt auch die von der Fräse 3 und dem Fördergebläse 6 gebildete
Anordnung mit entsprechend ab. Die gelenkige Halterung des Rohrleitungsteiles 10
und des Rohrleitungsteiles 12 im Bereich der AbstUtzung 14 sowie die durch das Teleskoprohrstück
ermöglichte Längenänderung gewährleisten dabei eine einwandfreie Aufrechterhaltung
der Rohrverbindung bei dieser Lageänderung von Fräse und Fördergebläse. Ist der
Futterstock 2 genügend weit abgebaut, so wird die nächst tiefere Luke 16 geöffnet
und die Rohrleitung durch diese Luke nach außen geführt. Man erkennt, daß dies mit
wenigen Handgriffen möglich Ist.
-
Fig.2 veranschaulicht, wie der oberste Teil des Silos 1 entleert
wird, d.h. der Bereich, in dem noch eine seitliche Luke, sondern nur die in der
Decke 17 vorgesehene zentrale öffnung 18 zur Entleerung zur Verfügung steht. In
diesem Fall ist das Fördergebläse 6 mit dem angeflanschten Antriebsmotor 7 auf der
Silodecke 17 abgesetzt. Der mit dem Fördergebläse 6 feststehende Saugrohrteil ist
durch ein Teleskoprohr 19 verlängert, an das sich unten die bereits erwähnte Kupplung
9 und das mit der Fräse 3 drehbare Saugrohr 8 anschließen.
-
Fig.3 zeigt schließlich ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Achse
des Fördergebläses 6' und des angeflanschten Antriebsmotors 7' mit der Vertikalen
einen Winkel i einschließt. Der Saugstutzen 20 des Fördergebläses 6' ist.
-
gegenüber der Gebläseachse derart geneigt, daß seine Achse etwa vertikal
verläuft. An diesen Saugstutzen 20 schließt sich über die bereits erwähnte Kupplung
9 wieder das mit der Fräse 3 drehbare Saugrohr 8 an.
-
Die an die Druckseite des Fördergebläses 6 7 anschließende Rohrleitung
enthält bei diesem Ausführungsbeispiel einen vorzugsweise als Metallspiralschlauchstück
ausgebildeten biegsamen Teil 21, der durch eine Halterung 22 gegen größere Längenänderungen
geschützt ist. Diese Halterung 22 ist einerseits (Achse 23) gelenkig mit dem Druckstutzen
24 des Fördergebläses 6' verbunden und andererseits an dem Teleskop-Rohrteil 12
befestigt.
-
Diese geneigte Anordnung von Fördergebläse und Gebläse-Antriebsmotor
führt einerseits zu einer besseren Gewichtsverteilung der auf das drehbare Fräsensystemvon
oben wirkenden Gewichte. Zum andern wird auf diese Weise die notwendige Krümmung
der an die Druckseite des Fördergebläses
anschließenden Rohrleitung
in der tiefsten Stellung der Fräse verringert.
-
Das schräge Ansetzen des Ansaugstutzens 20 an das Gehäuse -des Fördergebläses
6' beeinflußt schließlich die Ansaugverhältnisse in günstiger Weise; dadurch verringert
sich auch der Winkel, um den die Silage im Fördergebläse 6' umgelenkt werden muß.