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Verfahren zum Reinigen von Rechen in hydraulischen Anlagen sowie
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zum Reinigen von in hydraulischen Anlagen, wie z.B. Abwassergerinnen angeordneten
Rechen, wobei eine auf der Anströmseite des Rechens angeordnete Harke am Ende einer
Abwärtsfahrt zum Erfassen des Rechengutes um eine horizontale, zum Rechen parallele
Achse geschwenkt und dann aufwärts bewegt wird.
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Es sind Reinigungsvorrichtungen für Rechen bekannt, bei denen die
Reinigerharke in der unteren Umkehrstellung derart um eine Horizontalachse geschwenkt
wird, daß sich ihre vordere Arbeitskante am Boden des Gerinnes in oder unter das
dort vor dem Rechen liegende Rechengut schiebt, dieses bis zum Rechen hin untergreift
und es anschließend bei der Aufwärtsfahrt nach oben zieht. Es kann jedoch mitunter
vorkommen, daß sich gerade am Rechenfuß besonders schwere oder stark verdichtete
Feststoffe oder besonders lange Teile, die zudem noch in Strömrichtung liegend angeschwemmt
wurden, angesammelt haben. Diese Feststoffe bzw. Gegenstände vermag die Reinigerharke
in vielen Fällen nicht zu unterfassen, weil ihr Weg zum Rechen hin im wesentlichen
geradlinig ist und die Arbeitskante der Harke eventuellen Hindernissen nicht nach
oben ausweichen kann. Die Harke bleibt als im Abstand vom Rechen stehen, gleitet
von dem Hindernis ab und kann erst weiter oben mit der Arbeitskante bis zum Rechen
vordringen. Bei Reinigerharken, bei denen das Einschwenken am Fuß des Rechens zwangsweise
erfolgt, die also weder von dem Schwenkbetrieb noch von ihrer seitlichen Führung
her eine Nachgiebigkeit auSweisen, treten in solchen Betriebsfällen Schäden an der
Harke, am Rechen oder an der Harkenführung auf, abgesehen davon, daß es auch unerwünscht
ist, Rechengut über längere Zeit ungeräumt am Fuß des Rechens zu belassen. Bei nicht
zwangsgeführten Putzwagen wird bei cer Greifbewegung, wenn sie auf Widerstand stößt,
der Wagen vo Rechen abgehoben. Wurde das Rechengut nicht erfaßt, dann :;clìtigv
der Wagen beim anschließenden Hubvorgang gegen den Rechen, was ebenfalls zu Schäden
führen kann.
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Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Reinigen von Rechen
anzugeben und eine Vorrichtung zu seiner Durchführung zu schaffen, bei denen möglichst
ein vollautomatischer Reinigungsvorgang ohne Beeinträchtigung durch die obengenannten
oder andere Störungsursachen möglich ist.
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Gemäß der Erfindung wird die Reinigung nunmehr so durchgeführt, daß
die Harke um eine derart in Abstand vor dem Rechen liegende Achse geschwenkt wird,
daß ihre in Bewegungsrichtung vorn liegende Kante eine zur Rechenebene etwa tangentiale
Bahn durchläuft, urxldaß die Harke so weit geschwenkt wird, daß der in Schwenkrichtung
hinter der Kante liegende Teil der Harke das Rechengut von der Seite des Rechens
her umfaßt.
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Ein derartiger Schwenk- bzw. Eingreifvorgang schält also gewissermaßen
von solchen schwierigen und kompakten Rechengutansammlungen nach und nach Teile
ab, da die Arbeitskante der Harke nunmehr statt von einer zum Rechen senkrechten
eine tangential zu ihm verlaufende Vorschubrichtung hat, wobei sich ihr Eindringwiderstand
entsprechend verringert.
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Die gekrümmte Bahn ist vorzugsweise ein Kreis bzw. Kreisabschnitt
bei während des Schwenkvorganges feststehender Horizontalachse; wird die Achse während
des Schwenkvorganges entweder parallel zum Rechen oder - z.B. durch die Querschnittsform
der Harke bedingt - senkrecht zum Rechen, so ist auch
eine andere,
z.B. ellipsische Bahn möglich und unter Umständen vorteilhaft.
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Mit einer solchen Arbeitsweise ist es auch möglich, die bei Schwenkung
vorne liegende Kante der Harke in der unteren Umkehrstellung in einer solchen Richtung
auf der Bahn bzw. dem Kreis zu bewegen, daß sie sich von oben der Rechenebene nähert
und
nach deren Berührung über einen Tiefstpunkt hinaus wieder von
ihr entfernt, so daß die Harke also von oben hinter und danach vom Rechen weg unter
das Rechengut greift. Die Harke muß demnach nicht gleich zu Beginn des Greifvorganges
die z.B. mit Gestrüpp durchsetzte Sandschicht des am Rechenfuß lagernden Rechengutes
durchschneiden; sie greift vielmehr ohne nennenswerten Widerstand von oben
bzw. schräg hinten durch die Stäbe des Rechenrostes und faßt hierbei zumindest so
weit unter das Rechengut, daß beim anschließenden Aufwärtsgang ein größerer Teil
hiervon mit nach oben gezogen wird. Rechengutteile, die durch die Vorderkante der
Harke beispielsweise vom Rechen weggedrückt werden, werden anschließend durch den
Strömungsdruck wieder gegen den Rechen geschoben und können beim nächsten Räumvorgang
abgeräumt werden. Selbstverständlich ist es auch möglich, die Harke abwechselnd
auch in der bisher bekannten Weise, also in der Gegenrichtung zu drehen, so daß
Je nach Art, Menge und Sperrigkeit des vorhandenen Rechengutes durch Eingriff in
der einen oder anderen Drehrichtung das beste Ergebnis erzielt wird.
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Am vorteilhaftesten wird die Harke' bei der zuvor geschilderten neuen
Schwenkrichtung so-weit geschwenkt bzw. gedreht, bis ihr in Schwenk- bzw. Drehrichtung
hinten liegende Kante in der Rechenebene zu liegen kommt; diese Kante bleibt während
der Aufwärtsfahrt dort und bildet somit die Räumkante. Auch hierbei verringert sich
der Kraftbedarf der Harke, da die tangentiale Katltenausrichtung und -bewegung das
Rechengut leichter löst.
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Auch aber Abwärtsfahrt der Harke kann es vorteilhaft sein, ?IE'£ifl
die beim anschließenden Schwenkvorgang in der unteren Umkehrstellung vorne liegende
Kante der Harke in der Rechenebene gehalten
wird, so daß sie sich
bei der nachfolgenden Schwenkung nicht erst auf den Rechen zu bewegen muß. Diese
Voreinigung des Rechens ist besonders gründlich, weil die Reinigerharke sie im leeren
Zustand durchführt. Auf diese Weise können auch dickere Schwimmschichten abgeschöpft
werden, wobei die Harke nicht bis zum Rechenfuß abgesenkt zu werden braucht.
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Hinsichtlich der zeitlichen Aufeinanderfolge der Fahrbewegungen einerseits
und der Schwenk- bzw. Drehbewegungen andererseits bieten smch wiederum mehrere vorteilhafte
Möglichkeiten an. Die eine besteht darin, die Schwenkbewegungen der Harke, also
auch die für den Abwurf des Rechengutes, nur während des Stillstands des die Harke
tragenden Reinigerwagens vorzunehmen. Eine hierfür geeignete Vorrichtung ist besonders
einfach, wenn für beide Bewegungsarten ein einziger Antrieb verwendet wird. Aber
auch bei der anderen Variante der Gleichzeitigkeit beider Bewegungen kann die Antriebsmechanik
dadurch vereinfacht werden, daß die Fahrbewegungen durch einen Direktantrieb und
die Schwenkbewegungen in Abhängigkeit von den Fahrbewegungen durchgeführt werden
Eine weitere Ausgestaltung des neuen Verfahrens ist dadurch gegeben, daß die Harke
alle Schwenk- bzw. Drehbewegungen inuner im selben Umlaufsinn ausführt, wobei sich
diese Bewegungen je vollständigen Räumzyklus vorzugsweise zu einem vollen Umlauf
ergänzen.
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Die Erfindung ermöglicht insbesondere einen vollautomatiseiler, Betrieb
der Harke, wobei z.B. die Schwenkbewegung der Harke (i,i:'Dt die beim Auftreffen
der Harke auf Rechengut auftretende Ändem@ der Antriebskraft für den Reinigerwagen
selbsttätig ausgelöst: h'i.'X'h.
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Schließt sich an das Ende der Aufwärtsfahrt der Harke ein Abwurfvorgang
durch erneute Schwenkung der Harke an, so kann dieser
Abwurfvorgang
vorteilhafterweise durch die Bewegung der Harke über das obere Ende des Rechens
oder seiner Verlängerung hinaus selbsttätig ausgelöst werden.
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Eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
mit einer auf der angeströmten Seite des Rechens auf- und abbewegbaren zum Erfassen
und Abwerfen des Rechengutes um eine Horizontalachse schwenkbaren Reinigerharke
ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigerharke als konzentrisch
zu ihrer Schwenkachse angeordnetes Segment eines Zylindermantels oder eines Hohlpolygons
ausgebildet ist, wobei ihr Außendurchmesser derart bemessen und die Führung derart
ausgestaltet ist, daß die Reinigerharke die Rechenebene zumindest bei der in der
unteren Umkehrstellung erfolgenden Schwenkbewegung höchstens berührt. Sie ist dadurch
in der Lage, in beiden Richtungen um ihre Achse zu schwenken, wozu erfindungsgemäß
ihre beiden zur Schenkachse parallel verlaufenden Längskanten als Schneiden ausgebildet
oder mit entsprechend der Spaltweite des Rechens angeordneten Zähnen versehen sind.
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Von den beiden,horizontalen Kanten der Harke ist dann diejenige,
die in Drehrichtung vorne liegt, die Arbeitskante; diese Funktion können demnach
beide Kanten haben, weil Ja abwechselnd die eine oder andere Kante in vom Rechen
weg bzw. auf den Rechen zu gerichteter Bewegung das Rechengut untergreifen kann.
Konstruktiv ist die Ausbildung einer Harke als Zylindermantelschale mit durch Zc'itI
bestückten Arbeitskanten äußerst einfach herzustellen; sie @@n@ Zur Führung und
Versteifung an der Außenseite in UmSangsrich-uz.g verlaufende Rippen haben, die
mindestens auf einer Seite über die Längskante der Harke hinausragen. Diese kreissegmentförmigen
Rippen haben vorzugsweise ebenfalls solche Breite und sind in einem
solchen
Abstand zueinander angeordnet, daß sie beim Schwenkvorgang genau in die Rostspalten
eingreifen und das Rechengut sicher herausräumen. Außerdem wird hierdurch beim Erfassen
des Rechengutes eine gewisse Seitenführung gewährleistet, durch die sich zusätzliche
Führungse-inrichtungen in den meisten Fällen erübrigen.
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Dies ist besonders dann wichtig, wenn einerseits die Harke an vorzugsweise
formschlüssig angreifenden Zugmitteln aufgehängt ist und wenn andererseits die Länge
der Harke kleiner ist als die Rechenbreite, wenn der Rechen also abschnittsweise
geräumt und die Harke nach jedem Räumvorgang um eine Harkenlänge versetzt werden
muß.
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Bei dieser Bauart tun die Rippen gute Führungsdienste, statt etwaiger
fester Führungsschienen.
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Zur Begünstigung der neuen Art des Erfassens des Rechengutes können
die Roststäbe am Fuß entgegen der Zuströmrichtung abgebogen sein, wobei die Zwischenräume
zwischen den Stäben weit nach unten reichen, so daß dort das Rechengut hohl liegt
und leicht erfaßt werden kann.
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Um die Harke nicht auf den Roststäben schleifen zu lassen, ist es
vorteilhaft, an der Reinigerharke, und zwar vorzugsweise an deren Schwenkachse,
frei drehbare Stützräder zur Einhaltung ihres Abstandes zum Rechen vorzusehen. Diese
Stützräder können sich dann auf Teilen des Rechens bzw. dessen oberer Verlängerung
oder auf parallel zum Rechen in oder an den Gerinnewänden verlauSenden Führungsbahnen
abstützen. Mindestens eines der Stützräder kann einen Spurkranz aufweisen, damit
die Harke auch bei der Abwärtsfah@@ bei der sie im allgemeinen keine Berührung mit
dem Rechen ha> seitlich geführt ist.
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Bei schmalen Rechen, bei denen also Harkenlänge und Rechenbreite
übereinstimmen, können in den Rinnen, in denen die Stützräder Führungsbahnen haben,
auch gleichzeitig die Zugmittel für die
Auf- und Abbewegung der
Harke und für ihre Schwenkvorgänge Platz finden. Diese liegen dann außerhalb der
unmittelbaren Strömung, so daß sich Feststoffe, und zwar insbesondere faserige Feststoffe,
an ihnen nicht festsetzen können.
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Da es ferner vorkommen kann, daß die Zugmittel z.B. beim Aufsetzen
der Harke auf eine dicke Schwemmstoffschicht vollkommen entlastet werden, können
zur Sicherung des formschlüssigen Eingriffs dieser Zugmittel auf der Schwenkachse
gelagerte Führungsmittel, wie Schuizkästen od.dgl., vorgesehen sein, die die Zugmittel
in einem ihren Eingriff sichernden Abstand umgeben.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung werden an Hand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert, die in den Zeichnungen dargestellt sind.
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Es zeigen: Fig. 1 einen vertikalen Längsschnitt durch eine komplette
Rechenreinigungsvorrichtung mit einer an Zugmitteln aufgehängten Reinigerharke,
Fig. 2 einen horizontalen Teilschnitt durch die Reinigungsharke der Fig.l, Fig.
3 eine Variante zu Fig.2, Fig.4 und 5 eine Ergänzung zu der in Fig. 1 gezeigten
Vorrichtung im vertikalen Längsschnitt und in der Draufsicht, h Fig. 6 eine schematische
Darstellung zur Verdeutlicung der Blockiersicherung, Fig. 7 eine weitere Schemazeichnung
, die den Abwurfvorgang erläutert, Fig. 8 eine andere Rechenreinigungsvorrichtung,
bei der die Harke an einem Auslegerarm schwenkbar befestigt ist UtL Fig.9 und 10
Schemaskizzen zur Veranschaulichung verschiedener 18, -lichkeiten der Harkenbewegungen.
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Gleiche Teile in den einzelnen Figuren werden durch dieselben Bezugsziffern
gekennzeichnet.
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In einem Gerinne 1 ist ein Rechenrost 2 angeordnet, der mit seinem
Fuß in eine Vertiefung 3 des Gerinnebodens 4 ragt und mit seinem oberen Ende an
einer horizontal verlaufenden Schiene 5 befestigt ist. Diese Schiene 5 ist an der
Unterseite einer über das Gerinne verlaufenden Brücke 6 angeordnet. Diese Brücke
kann zum Beispiel begehbar sein, um den Rechen und die Funktion des Rechenreinigers
beobachten- zu können; sie kann aber auch die Fahrbahn für einen quer verfahrbaren
Rechenreiniger sein oder zum Absetzen eines Rechengutkübels dienen.
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Die obere Fortsetzung des Rechenrostes 2 besteht aus
einer
Schurre 7, die an ihrem oberen Ende in Form einer Rutsche 8 nach unten abgewinkelt
ist und über einem Quer förderband 9 endet.
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Der Rechenreiniger 10 hat die Form einer Kreissegmentschale, auf
deren Außenseite ebenfalls kreissegmentförmige Rippen 11 in einem solchen Abstand
befestigt sind, daß sie in die Zwischenräume zwischen den Roststäben des Rechens
2 eingreifen und somit dem Rechenreiniger während des Greifvorgangs eine zusätzliche
seitliche Führung bieten. Diese Rippen 11 überragen die Kreissegmentschale 10 zumindest
an der einen Seite um einen gewissen Betrag und bilden auf diese Weise eine mit
Zähnen versehene Arbeitskante. Die Rippen 11 haben außerdem die Aufgabe, die dünnwandige
Schale beulfest zu machen. Dies um so mehr, als die reissegmentschale 10 gelocht
ist, damit das Wasser ablaufen kann und nicht mit dem Rechengut zusammen abgeworfen
wird.
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Zum Auf- und Abbewegen des Putzwagens und fur die Schwenkbewegungen
der Putzharke 10 sind flexible Zugmittel 13, 14 vorgesehen, die paarweise um mit
der Kreissegmentschale 10 verbundene Räder 15 geschlungen sind. Als Zugmittel kommen
Seile, insbes. Knotenseile, ferner Zahnriemen oder Ketten (Laschenketten und dergl.)
in Frage. Die Achsen 16 der Räder 15 bilden gleichzeitig die Schwenkachse der Putzharke.
Die Achsen, die an
den Stirnscheiben 27' der Putzharke befestigt
sind, sind zu den Gerinnewänden hin verlängert und tragen dort je ein Stützrad 17,
das den gleichbleibenden Abstand des Putzwagens vom Rechen sicherstellt. Die Zugmittelräder
15 sind von Schutzkästen 25 umgeben, die verhindern, daß die formschlüssig eingreifenden
Zugmittel im Falle ihrer völligen Entlastung außer Eingriff kommen.
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In den Figuren 2 und 3 sind zwei lIöglicEieiten zur Führung und Abstützung
des Putzwagens dargestellt. Während gem. Fig. 2 hierzu in den Gerinnewänden Ausnehmungen
18 vorgesehen sind, in denen Führungsbahnen 19 für die Stützräder 17 gebildet sind,
besitzen die Stützräder gern. Fig. 3 einen Spurliranz 20, der zwischen zwei Roststäbe
greift und somit ein ungewolltes seitliches Verschieben des Putzwagens verhindert.
Bei der in Fig.2 dargestellten Bauart handelt es sich um einen sogenannten stationären
Rechenreiniger, da dieser stets an seiner Stelle verbleibt und jeweils den Rechen
in seiner ganzen Breite räumt; im Gegensatz hierzu räumt die Putzharke bei der Ausführungsform
nach Fig. 3 jeweils nur einen Teil des Rechenrostes und wird für den nächsten Reinigungsvorgang
um eine Harkenlänge versetzt, ist also instationär, wobei das zugehörige Fahrwerk
schienenlos oder schienengebunden sein kann.
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Die Zugmittel 13, 14 für den Rechenreiniger werden von zwei mit steuerbaren
Antrieben verbundene Haspelradpaare 21, 22 betätigt, die paarweise ihre Bewegungen
unabhängig voneinander ausführen können. Vorzugsweise sind die beiden Haspelradpaare
an ein Differentialgetriebe mit 3 Arten angeschlossen, wobei ein Haspelradpaar (z.B.22)
direkt mit einem den einen Getriebeast treibenden IIubmotor verbunden ist, während
das andere Paar (21) mit dem zweiten Getriebeast Verbindung hat.
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Ein zweiter Bremst bzw. Steuermotor ist an dem dritten Getriebeast
angeschlossen. Durch entsprechende Drehrichtungs- und Drehzahlsteuerung kann praktisch
jede beliebige Drehzahl- und Drehrichtungsdifferenz der beiden Haspelradpaare eingestellt
werden, so daß keine weiteren Betätigungsmittel nötig sind. Um bei Formschlußfehlern
zwischen den Zugmitteln und dem zugehörigen Haspelradpaar eine gleicllmäßige Lastverteilung
zu sichern, kann vorzugsweise zwischen die beiden Haspelräder 21 für die rechenfernen
Zugmittel 13 ein weiteres Differentialgetriebe eingefügt werden, das mit einer Ausgleichsperre
versehen sein kann, die immer dann eingelegt wird, wenn die Putzharke eine Schwenkbewegung
ausführt.
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Aus Fig. 4 und 5 ist zu ersehen, daß über dem nach unten abgeknickten
Teil der Schurre 7 auf jeder Seite
ein selbständiger, federnd und
schwenkbar gelagerter schmaler Bahnabschnitt 26 vorgesehen ist. Diese Bahnabschnitte
26 wirken mit einem Paar mit der Putzharke 10 fest verbundener Rollelemente 27,
die auch TeiLe der Stirnscheiben 27'der Kreissegmentschale sein können, zusammen.
Die Rollelemente 27 können ihrerseits entweder mit einem Reibungsbelag oder einer
Verzahnung versehen sein, so daß durch schlupffreies Abrollen der Rollelemente die
Putzharke unter gleichzeitigem Vorschub um ihre Schwenkachse 16 gekippt und dabei
entleert wird.
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Die federnde Abstützung der Bahnabschnitte 26 dient der Betätigung
eines Steuerschalters 28, der bei seinem Ansprechen das Windwerk von Hub auf Abwurf
umschaltet, Eine weitere selbsttätige Schaltmöglichkeit ist dadurch gegeben, daß
gem. Fig. 1 die den kompletten Windwerksantrieb tragende Platte 29 ebenfalls federnd
abgestützt ist. Auch hier ist ein Schalter vorhanden, der jedoch immer nur dann
anspricht, wenn die Platte 29 entlastet, die Putzharke also auf einen Widerstand
gestossen ist. Es ist auch möglich, nur die Lagerböcke der Haspelradpaare federnd
abzustützen und sie mit Hilfe von Gelenkwellen mit dem dann festen Getriebe zu verbinden.
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Jeder vollständige Rechenreinigungsvorgang läuft im wesentlichen
folgendermaßen ab: Zu Beginn, wo sich die Putzharke 10 von der mittleren, in Fig.
1 strichpunlrtiert dargestellten Stellung 10' aus in Pfeilrichtung 12 abwärts bewegt,
laufen beide Haspelradpaare 21, 22 mit gleicher Drehzahl gegensinnig um. Die Putzharke
verbleibt somit bis zum Fuß des Rechens bzw. bis zu dem Augenblick, in dem sie auf
eine dichte Schwemmselschicht stößt, unverändert in der vom Rechen entferntesten
Stellung. In beiden Fällen, in denen die Zugmittel 13, 14 entlastet werden, spricht
der an der hoch federnden Getriebestützplatte 29 vorhandene Schalter oder das an
den federnden Haspelrad-Lagerböcken vorgesehene Schalterpaar an. Dieser Schaltimpuls
bewirkt, daß durch weiteres Abwickeln des rechennäheren Zugmittels 14 und durch
gleichzeitiges Aufwickeln des rechferneren Zugmittels 13 die Putzharke in Pfeilrichtung
23 gedreht wird. Die Putzharke durchläuft hierbei die strichpunktiert dargestellte
Lage, in der sie mit den Rippen 11 bzw. ihren zahnartigen Vorderenden zwischen die
Roststäbe zu greifen beginnt, und gelangt schließlich unter das Rechengut. Sobald
dieser Zustand erreicht ist, wird auch die Drehrichtung des rechennäheren Haspelradpaares
22 umgesteuert, so daß die Putzharke anschliessend ohne weitere Drehung am Rechen
hochgezogen wird.
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Die Stützräder 17 bzw. 20 rollen hierbei auf den Führungsbahnen 19
bzw. den Roststäben und danach auf der
Schurre 7 ab. Am oberen
Ende der Schurre wird der Abwurfvorgang dadurch eingeleitet, daß die Stützräder
von der Schurre freikommen und statt dessen die Rollelemente auf die Bahnabschnitte
auflaufen. Der hierbei betätigte Steuerschalter 28 schaltet das Windwerk ab und
beendet damit den Hubvorgang. Beim anschließenden Freigeben der Zugmittel, bei dem
es je nach Neigung der Bahnabschnitte auch nötig sein kann, das rechenferne Zugmittel
13 aufzuwickeln, vollführt die Kreissegmentschale unter gleichzeitigem Wandern nach
rechts eine Drehung im Uhrzeigersinn, wodurch sie in die strichpunktiert dargestellte
Lage 10" (Fig.1) gelangt und dabei das Rechengut abwirft. Ein weiterer Endschalter
am Ende der Bahnabschnitte kann den Rücklauf der Putzharke bis zum Kopf der Schurre
einleiten, wo sie in Startposition verbleibt.
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Ein etwas anderer Abwurfvorgang ergibt sich,wenn man z.B. die Schwenkachse
gegen ggf. schalterbetätigende Anschläge fahren läßt und - was nicht dargestellt
ist -die Kreissegmentschale dann durch gleichsinniges Drehen der beiden Haspelradpaare
21, 22 um die festgehaltene Schwenkachse verdreht. Es ist aber auch denkbar, die
Putzharke mit ihrer zum Rechen hin gerichteten Kante gegen Anschläge, Kurvenbahnen
oder dergl. fahren zu lassen, so daß durch Weiterschieben der Harke nach rechts
ein Schwenkvorgang um diese festgehaltene Kante durchgeführt wird.
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Auf die geschilderte Art und Weise kann jeder Reinigungsvorgang vollautomatisch
ablaufen, wobei er entweder durch einen manuellen Einschaltevorgang, durch ein Intervallschaltwerl
oder durch ein Staumeßgerät,das auf einen bestimmten Niveauunterschied vor und hinter
dem Rechen anspricht, eingeleitet wird.
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Auch kann die Möglichkeit gegeben sein, den automatischen Ablauf
jederzeit manuell unterbrechen und beeinflussen zu können. So ist es mitunter zweckmäßig,
schon beim Abwärtsgang der Harke das Rechengut abzustreifen und um Rechen fluß zu
schieben. Hierzu würde dann die Harke in eine Stellung gebracht, in der ihre konkave
Seite nach unten weist und die Zähne zwischen die Roststäbe greifen.
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Ferner ist es durchaus möglich, daß die Harke beim ersten Greifvorgang
nicht genug Rechengut erfassen kann, weil dieses zu stark komprimiert ist. In diesen
Fall kann die Harke mehrmals in beiden Drehrichtungen gegen bzw. unter das Rechengut
gefahren werden, bis sich dieses genügen d gelockert hat. Die restlichen Abschnitte
des Reinigungsvorganges, nämlich Hochfahren und Abwerfen, könnten dann wieder automatisch
ablaufen.
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Zur Durchführung eines sicheren Betriebs- ist es vorteilhaft, wenn
vor allem zwei Kriterien erfüllt sind:
Sobald sich bei der Räunf@hrt
die Putzherke verklemmt oder sonstwie überlastet wird, soll sie ohne selbsttätigen
Abwurf des Rechenguts mgeh@lten werden, und im oberen Abwurfpunkt darf statt der
Abwurfschwen@@ewegung kein Abheben der Uarke erfolgen. Es ist @öglich, lediglich
durch Wahl bestimmter geoketrischer Verhältnisse für die Einhaltung dieser Krite@ien
zu sorgen.
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Die erste Forderung ist dann erfüllt, wenn die Durchmesser der Zugmittelräder
15 und der schalenförmigen Putzharke 10 sowie deren Gewicht so gewählt sind, daß
das Produkt aus der w. Rechen 2 parallelen Eigengewichtskomponente 32 des Putzwagens
und dem Radius 30 der Zugmittelräder 15 größer ist als das Produkt aus der Summe
der von den Windwerksmotoren an den Haspelrädern 21, 22 aufgebrachten Umfangskräfte
33,34 (die mit der Blockierkraft identisch ist) und der Abstand 35 zwische@ dem
Angriffspunkt des rechennahen Zugmittels 14 und dem Rechen 2 (siehe Fig.6). Dunn
tritt die Zugkraftbegrenzung der Windwerkantriebe bereits in Kraft, bevor die Putzharke
vorzeitig um die blockierte Vorderkante kippen kann.
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Fig. 7 zeigt die geometrischen Verhältnisse zur Erfüllung der zweiten
Forderung: hier muß der Abstand 36 des Schwerpunktes S der mit Rechengut gefüllten
Harke 10
von der Drehachse 16 der Kreissegmentschale 10 auch im
gekippten Zustand kleiner sein als der Radius 30 der Zugmittelräder 15, so daß beim
Einholen den linken Zugmittels 1) die Lage des Schwerpunktes ein Schwenken in die
Gegenrichtung verhindert.
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Nicht dargestellt ist in den Zeichnungen, daß bei derartigen Rechenreinigern
der Putzwagen auch auf einer von der Aufwärtsfahrt abweichenden, vom Rechen weiter
entfernten Bahn zum Rechenfuß gelangen kann. Derartige Führungen, die im allgemeinen
oben mit einer Weiche zum Übergang von der einen zur anderen Bahn versehen sind,
dürfen jedoch als bekannt vorausgesetzt werden.
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Als weitere Variante für den Fahrantrieb kommen auch Konstruktionen
in Frage, bei denen der Antriebsmotor direkt am Putzwagen angeordnet ist und mit
einem Treibrad kraft- oder formschlüssig in eine ortsfeste Laufbahn eingreift.
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Im Gegensatz zu den vorbeschriebenen Systemen, die sich durch nur
einen Freiheitsgrad, nämlich den längs des Rechens, auszeichnen, handelt es sich
bei der aus Fig. 8 ersichtlichen Ausführungsform um ein solches mit zwei Freiheitsgraden.
Dies wird dadurch erreicht, daß die Harke 10 statt in Längsführungen durch einen
Auslegerarm 58 geführt ist, der seinerseits frei schienkbar an einem kreisenden
Lenker 59 befestigt ist. Durch sinnvolles Einstellen der Antriebsgeschwindigkeiten
und der Drehrichtungen kann praktisch jede Bahn für die Harke 10 erzielt werden,
z.I3.
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die in der Zeichnung dargestellte. Hierbei vollführt die LIEtnlc bei
der Aufwärtsräumfahrt eine vom Rechen weggerichtete KippWg, wenn sie in bezug auf
den Auslegerarm 38 festgehalten wird,llas im Interesse einer sicheren Rechengutaufnahme
durchaus erwünscht
ist. Auch bei den nachfolgenden Bewegungsabschnitten
(Pfeile 41, 42,43) können Antriebe zeitweise stillstehen, so z.B. bei der Rückkehr
der Harke aus der Abwurfstellung 10" zum Rechen zuerst der Antrieb 40 zwischen Lenker
und Auslegerarm und dann der Antrieb 44 für den Lenker. Ein solches Antriebs- und
Führungssystem bietet dann natürlich auch die Möglichkeit, durch Steuerung von Hand
die Harke in jeder beliebigen Höhenlage vom Rechen weg zu ziehen, um dadurch festklemmendes
Rechengut zu lösen, das zu einem Blockieren der Harke in Hubrichtung führen würde.
Schließlich bietet es im Gegensatz zu den sogenannten Seilrechen auch noch den Vorteil,
daß auch in Senkrichtung Kraft ausgeübt werden kann, während beim Seilrechen hierfür
nur das (gegebenenfalls noch um den Auftrieb verringerte) Eigengewicht zur Verfügung
steht.
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Die Figuren 9 und 10 sollen nochmal im Zusammenhang die Bewegungsphasen
der Harke und die Möglichkeiten zum Variieren dieser Phasen aufzeigen. Nach dem
Abwurf des Rechengutes auf eine Lore 45 erfolg en gemäß Fig.9 gleichzeitig oder
nacheinander das Kippen der Harke um etwa 900 und das Verfahren nach links in die
Ausgangsstellung für die Tauchfahrt, bei der die Harke in der rechenfernsten Lage
verbleibt. Am unteren Umkehrpunkt wird dann die Harke in der gewünschten Richtung,
und zwar hier im Uhrzeigersinn, um eine Dreivierteldrehung verschwenkt und erfaßt
dabei das am Rechenfuß lagernde Schwemmgut. In dieser Stellung, in der die hintere
Harkenkante am Rechen hochfährt, sammelt sich das R @hengut in der Harke. Damit
es beim Verlassen des Rechens. @jedoch@@ über die Räumkante ins Wasser zurückfällt,
erfolgt an dieser ;it ein Rückwärtskippen der Harke. Diese Harkenstellung wird bia
zum Abwurf beibehalten, der durch Rechtsdrehen der Harke eingeleiteQ
wird.
Die Harke muß also während eines Zyklus je zwei Schwenkbewegungen im und entgegen
dem Uhrzeigersinn durchführen, was in manchen Fällen einen zu hohen Antriebs- und
Steuerungsaufwand bedeutet. Dem kann jedoch begegnet werden, wenn der vereinfachte
Bewegungsablauf nach Fig.10 angewendet wird. Hier fällt einerseits das Verdrehen
der Harke in die Tauchstellung und andererseits das Rückwärtskippen am oberen Rechenende
fort. Es verbleiben nur noch die Abwurf- und die Greifbewegung, die - wie dargestellt
- in derselben Drehrichtung erfolgen, so daß eine Drehrichtungsumlcehr der Harke
nicht erforderlich ist. Daß dabei die Harke bei Tauchfahrt bereits räumt, kann ebenso
erwünscht sein wie die Tatsache, daß die Harke am oberen Rechenende bereits die
Stellung mit maximalem Aufnahmevermögen einnimmt.
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Die zur Teil- oder Vollautomatisierung der Xxx Reinigungszyklen erforderlichen
Bauelemente, wie Staumeßgerät, Zeit- bzw. Pausenschaltwerk, Endschalter, kraftabhängige
Schalter (z.B. Schlaffseilsteuerung) usw., aber auch Sicherheitsvorrichtungen, wie
Überlastabschalter und -anzeiger, akustische Warnvorrichtungen usw., sind handelsübliche
Teile, deren Art und gegenseitige Verknüpfung hier nicht besprochen zu werden brauchen,
da sie jedem Fachmann geläufig sind.