DE2305761B2 - Photochemischer Reaktor - Google Patents
Photochemischer ReaktorInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen photochemischen Reaktor mit einem Reaktionsgefäß zur Aufnahme
von zu bestrahlenden Substanzen, einer UV-Strahlungsquelle sowie Leuchtstoffen zm Umwandlung
des UV-Lichtes der Strahlungsquelle in eine die photochemischeu Reaktionen der Substanzen bewirkende
Wellenlänge.
Bei bekannten Reaktoren dieser Bauart werden als Strahlungsquellen Quecksilber-Niederdrut klumpen
verwendet, deren Röhren mit LeuchtstoHen beschichtet
sind (s. Cat. No. RPR -204-208 der Firma »The Southern New England Ultraviolet Company,
954 Newfield Street, Middletown, Connecticut 0(->457,
U.S.A.). Je nach der gewünschten Wellenlänge werden dabei Lampen mit unterschiedlicher Leuchistotfbeschichtung
eingesetzt. Diese Lampen haben jedoch nur eine begrenzte Lebensdauer, da insboondeie
infolge der Elektrodenzerstäubun^ die Leuchtstoffe in ihrer Strahlungsleistung nach einer gewissen Betriebszeit
nachlassen. Außerdem sind für die Lampen hohe Kühlleistungen erforderlich, da die Leuchtstoffe
nur bei relativ niedriger Temperatur von etwa 20 C optimal arbeiten.
Die vorliegende Erfindung hat zur Aufgabe, einen photochemischen Reaktor der eingangs beschriebenen
Art zu schaffen, mit dessen Komponenten wesentlich längere Betriebszeiten sowie eine erhöhte Ausnutzung
der Strahlungsquelle erreicht werden können.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht erfindungsgemäß darin, daß die Leuchtstoffe von der Strahlungsquelle
räumlich getrennt zwischen dieser und dem Reaktionsgefäß in einem evakuierbaren oder mit
einem Schutzgas füllbaren Zwischenraum angeordnet sind. Der Zwischenraum kann dadurch geschaffen
werden, in dem das Reaktionsgefäß unter Hinhalten eines vorgegebentn Abstandes von einem Mantel
aus reinem Quarzglas umschlossen ist. Das Reaktionsgefäß besteht zweckmäßig aus Glas oder einem
Filterquarz, wobei die Leuchtstoffe auf dessen der Strahlungsquelle zugewandter Außenwand angebracht
sind. Sollen jedoch die zu belichtenden Substanzen in flüssigen Stickstoff oder flüssige Luft getaucht werden,
so wird die Innenwand des Quarzmantels mit den Leuchtstoffen versehen, iamit diess auf ihrer
optimalen Arbeitstemperatur gehalten werden können.
Mit diesen erfindungsgemäßen Maßnahmen wird insbesondere erreicht, daß die Lebensdauer und die
zulässige Intensität der Strahlungsquelle nicht mehr von den Leuchtstoffen bzw. deren Wirksamkeit begrenzt
wird, da sich diese außerhalb des Gasentladungsraumes der Lampe befinden und hier wesentlich
leichter auf ihrer optimalen Arbeitstemperatur (etwa 200C) gehalten werden können. Dies wiederum
gestattet sowohl eine Erhöhung der Strahlungsleistung als auch eine bessere und längere Ausnutzung
der Leuchtstoffe. Das Reaktionsgefäß und der Quarzmantel sind im Normalfall mittels einander
zugeordneter Flanschen lösbar miteinander yerbunden.
Dadurch kann ein Reaktionsgefäß mit einer bestimmten Leuchtstoffbeschichtung leicht gegen ein
Gefäß mit einer anderen Leuchtstoffschicht ausgewechselt werden, so daß die Apparatur an unterschiedliche
Wellenlängen angepaßt werden kann. Dasselbe gilt auch für den Quarzmantel, sofern dieser
die Leuchtstoffe trägt Wird jedoch das Reaktionsgefäß auf sehr niedrige Temperaturen gebracht,
z. B. mit flüssigem Stickstoff gefüllt, so müssen, um ein Vakuum von etwa 10~e Torr in dem Zwischenraum
aufrechtzuerhalten, aus Dichtheitsgründen Gefäß und Quarzmantel fest miteinander verschmolzen
werden. Dabei werden die Substanzen bzw. die Substanzlösungen in gesonderte Quarzgefäße eingefüllt,
die in den flüssigen Stickstoff eintauchen, während die Leuchtstoffschicht auf der Innenseite des äußeren
Quarzmantels aufgebracht wird, um die Leuchtstoffe funktionsfähig zu erhalten.
Um die von der Strahlungsquelle gelieferte Strahlung bestmöglich auszunutzen, reicht der Quarzmantel
bis auf einen geringen Kühlspalt an die Strahlungsquelle heran.
Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind in das Reaktionsgefäß zylindrische Verdrängungskörper
einsetzbar, die zusammen mit der Innenwand des Reaktionsgefäßes die Bildung von Ringräumen unterschiedlichen Volumens gestatten,
so daß auch geringe Substanzmengen in dem selben Gefäß optimal behandelt werden können. Vor allem
können dadurch unabhängig von dem Volumen der zu belichtenden Substanz äußerst kurze Bestrahlungszeiten erreicht werden, da der ausnutzbare Strahlungswinkel
der Quelle bei gleichbleibendem Mantelbzw. Gefäßdurchmesser immer gleich groß bleibt.
Der Verdrängungskörper kann darüber hinaus auch gleichzeitig zur Kühlung der Substanzen herangezogen
werden, indem er z. B. als Kühlaggregat ausgebildet ist, durch das ein Kühlmedium hindurchgeleitet
wird.
Um eine gleichmäßige und optimale Reaktion der zu bestrahlenden Substanzen zu erzielen, ist es ferner
von Vorteil, den zylindrischen Verdrängungskörper mit einer achsparallelen, vorzugsweise zentralen
Rücklaufleitung zu versehen, die beidseitig mit dem Ringraum in Verbindung steht und an deren unterem
Ende ein von außen angetriebener Magnetrührer für die Zirkulation der Substanzen angeordnet ist. Dadurch
werden sehr hohe Umlaufgeschwindigkeiten der Substanzen bzw. der Substanzlösungen erzielt,
die die gewünschten photochemischen Reaktion, insbesondere bei geringer Eindringtiefe der Strahlung;
beschleunigen.
An Stelle des Rührers kann man auch durch ein« oder mehrere Treibieitungen ein Schutzgas, ζ. Β
Stickstoff, leiten, das am unteren Ende des Verdrängungskörpers durch an dessen Peripherie angebracht«
Fritten austritt, sodann durch die Substanzlösunj hindurch oben perlt und dabei die Lösung nacl
oben mitreißt bis zum oberen Ende des Rücklaufs
so daß ebenfalls eine Zirkulation der Substanzen ein- obere öffnung 28 wieder auszuströmen. Dabei wird
geleitet wird. die in dem Gefäß 1 befindliche Substanzlösung
Ausführungsbeispiele und weitere Einzelheiten der (Pfeile A) entlang der Gefäßwand nach oben getrie·
Erfindung werden an Hand der Zeichnungen näher bei», um dann durch das .-rentrale Rohr 18 des Ver-
eriäutert. 5 drängungskörpers 3 wieder zum Gefäßboden 29 zu-
F i g. 1 zeigt schematisch im Längsschnitt einen rückzuströmen.
photocheraischen Reaktor, bei dem der äußere Im Verlaufe des Aufwärtsströmens der Substanz-Quarzmantel
und das Reaktionsgefäß lösbar mitein- lösung trifft die von der Strahlungsquelle 4 angeregte
ander verbunden sind; Sekundärstrahlung der Leuchtstoffe 12 auf die Sub-
F i g. 2 zeigt einen Reaktor, bei dem der äußere io stanzen und bewirkt die gewünschten photochemi-
Quarzmantel und das Reaktionsgefäß fest mitein- sehen Reaktionen. Die Strahlenquelle 4 wird dabei
ander verschmolzen sind; in an sich bekannter Weise gekühlt; die Strahlungs-
Fig. 3 zeigi schematisch eine Anordnung, bei der leistung kann jedoch mit Hilfe der Erfindung erheb-
das Reaktionsgefäß die Strahlungsquelle, die lösbar lieh höher gehalten werden als bei bekannten Reak-
mit dem leurhtstoffbeschichteten Quarzmantel ver- 15 toren dieser Bauart,
bunden ist, ringförmig umschließt; An Stelle des Spül- oder Schutzgases oder zusätz-
Fig.4 zeigt eine Anordnung, bei der der Zwi- lieh zu diesem ist am Boden 29 des Gefäßes 1 ein
schenraum durch zwei konzentrische Rohre gebildet von außen angetriebener Rührer 30 vorgesehen, der
wird, die an ihren offenen Enden vakuumdicht mit- die Substanzlösung aus dem Rohr 18 ansaugt und
einander verschmolzen sind. *o entlang der Wand des Gefäßes 1 hochdrückt
Der Reaktor besteht im wesentlichen aus dem Die obere öffnung 28 dient neben dem bereits er-
Reaktionsgefäß 1, dem Quarzmantel 2, dem Ver- läuterten Zweck zum Füllen und Entleeren des Ge-
drängungskörper 3 und der den Quarzmantel um- fäßes 1 mit bzw. von der Substanzlösung und gege-
schließenden Strahlungsquelle 4. Das Reaktions- benenfalls zum Einführen von Meßinstrumenten wie
gefäß 1 und der Quarzmantel 2 sind an ihrem oberen 25 einem Thermometer.
Ende mittels Flanschen 5, 6, einer zwischengeschal- Die F i g. 2 zeigt eine Ausführungsform, die die
teten Dichtung 7, Druckringen 8, 9, und Schrauben Behandlung der Substanzen bei sehr tiefen Tempe-
10 miteinander verbunden, so daß sie einen nach raturen gestattet. Hierzu sind der Quarzmantel 31
außen abgeschlossenen, ringförmigen Zwischenraum und das aus Quarz unterschiedlicher Durchlässig-
11 bilden, der evakuiert oder mit einem Schutzgas 30 keitsbereiche (sogenanntes Filterquarz) bestehende
gefüllt ist. Auf der Außenseite des Gefäßes 1 ist die Reaktionsgefäß 32 unter Einhalten eines Zwischen-Leuchtstoffschicht
12 aufgebracht. Der Boden des raumes 33 an ihren oberen Enden miteinander verGefäßes
1 bleibt durchsichtig, damit der Reaktions- schmolzen. Das Gefäß 32 ist mit flüssigem Stickstoff
raum leicht beobachtet werden kann. Das Gefäß 1 oder flüssiger Luft 34 gefüllt, in die ein weiteres
hat oben und unten eine radiale Erweiterung, damit 35 Quarzgefäß 35 eintaucht, das die Substanzlösung 36
beim Einführen desselben in den Mantel 2 die emp- enthält. In diesem Fall ist die Leuchtstoffschicht 37
findltche Leuchtstoffschicht nicht beschädigt wird. auf der Innenseite des Quarzmantels 31 angebracht.
An Stelle der unteren Erweiterung kann auch ein Die F i g. 3 stellt eine Ausführungsform dar, bei
Silikonring treten, damit beim Verschrauben des Ge- der es möglich ist, die UV-Strahlungsquelle 38 (z. B.
fäßes 1 mit dem Mantel 2 eine eventuelle Verkantung 40 eine Quecksilberhochdruck- oder Niederdrucklampe),
nicht zum Bruch führt. Der Verdrängungskörper 3 anstatt an der Peripherie zentral anzuordnen und für
trägt an seinem oberen Teil einen Hut 13, der mit- die zu belichtenden Substanzen einen die Quelle 38
tels eines Flansches 14, einer Dichtung 15, einem umschließenden Ringraum 39 vorzusehen, wobei die
Druckring 16, Schrauben 17, und dem Druckring 9 Leuchtst {!schicht 40 dann ebenfalls zwischen Quelle
mit dem G :fäß 1 verbunden ist 45 38 und Substanzraum 39 in einem gesonderten Zwi-
Der Verdrängungskörper 3 besteht im wesent- schenraum 41 untergebracht wird. Hierzu sind die
liehen aus zwei konzentrischen Rohren 18, 19, die beiden Quarzmäntel 42, 43 unter Einhalten eines
einen abgeschlossenen Ringraum 20 bilden. In die- Zwischenraumes 41 an ihren oberen Enden miteinsen
Ringraum 20 ist eine Kühlmittelzufuhrleitung 21 ander verschmolzen. In diesem Fall ist die Leuchtgeführt,
die mit ihrer Mündung bis in die Nähe des 50 Stoffschicht 40 auf der Innenseite des Quarzmantels
Ringraumbodens 22 ragt. An den oberen Abschluß 42 angebracht. Quarzmantel 42 ist mit Flanschen 44
23 des Rangraumes 20 ist eine Rücklaufleitung 24 lösbar mit dem Bestrahlungsgefäß 45 verbunden,
angeschlossen, so daß das Kühlmittel nach seinem Dadurch kann die Strahlungsausbeute noch weiter Austritt aus der Leitung 21 den Ringraum 20 von erhöht werden. Für die Kühlung der Quelle sind unten nach oben durchströmt und durch die Leitung 55 Kühlluftzu- und -ableitungen 46, 47 vorgesehen.
angeschlossen, so daß das Kühlmittel nach seinem Dadurch kann die Strahlungsausbeute noch weiter Austritt aus der Leitung 21 den Ringraum 20 von erhöht werden. Für die Kühlung der Quelle sind unten nach oben durchströmt und durch die Leitung 55 Kühlluftzu- und -ableitungen 46, 47 vorgesehen.
24 abgeführt wird. In der F i g. 4 wird der Zwischenraum 48 aus zwei
Ein weiteres Rohr 25 ist ebenfalls durch den Hut in Abstand voneinander gehaltenen, konzentrischen
13 und den Ringraum 20 hindurchgeführt und mün- Quarzrohrcn 49. 50 gebildet, die an ihren Stirnseiten
det in einer unteren Kammer 26, die an ihrer Peri- vakuumdicht miteinander verschmolzen sind. Die
pherie gasdurchlässige Fritten 27 trägt. Alle drei So Leuchtstoflschicht 51 ist innerhalb dieses Zwischen-Rohre
21, 24 und 25 sind mit dem Hut 13 verlötet, raumes 48 auf dem inneren Rohr 49 aufgebracht,
so daß eine feste Verbindung zwischen dem Hut 13 Das Gefäß 52 aus Quarzrohrglas für die zu be- und dem Körper 3 besteht. lichtenden Substanzen ist zentral innerhalb des Dop-Wird nun durch das Rohr 25 ein Spüi- oder pelrohrs 49, 50 angeordnet, während die Strahlungs-Schutzgas (für Photoreaktionen unter Sauerstoff- 65 quelle 4 die Rohre 49, 50 umschließt. Diese Anordausschluß), z. B. Stickstoff, geleitet, so tritt es durch nung kann mit Vorteil bei relativ langen Bestrahdie Fritten 27 aus und perlt durch die in dem Ge- lungsgefäßen angewendet werden, da hierdurch vor faß 1 befindliche Substanzlösung, um durch die allem die Bruchgefahr vermindert wird.
so daß eine feste Verbindung zwischen dem Hut 13 Das Gefäß 52 aus Quarzrohrglas für die zu be- und dem Körper 3 besteht. lichtenden Substanzen ist zentral innerhalb des Dop-Wird nun durch das Rohr 25 ein Spüi- oder pelrohrs 49, 50 angeordnet, während die Strahlungs-Schutzgas (für Photoreaktionen unter Sauerstoff- 65 quelle 4 die Rohre 49, 50 umschließt. Diese Anordausschluß), z. B. Stickstoff, geleitet, so tritt es durch nung kann mit Vorteil bei relativ langen Bestrahdie Fritten 27 aus und perlt durch die in dem Ge- lungsgefäßen angewendet werden, da hierdurch vor faß 1 befindliche Substanzlösung, um durch die allem die Bruchgefahr vermindert wird.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Photochemischer Reaktor mit einem Reaktionsgefäß zuF Aufnahme von zu bestrahlenden Substanzen, einer UV-Strahlungsquelle sowie Leuchtstoffen zur Umwandlung des UV-Lichtes der Strahlungsquelle in eine die photochemischen Reaktionen der Substanzen bewirkende Wellenlänge, dadurch gek eηλζeLe h Qct, daß die Leuchtstoffe (12) von der Strahlungsquelle (4) räumlich getrennt zwischen dieser und dem Reaktionsgefäß (1) in einem evakuierbaren oder mit einem Schutzgas füUbaren Zvisdn-nraum (11) angeordnet sind.
Priority Applications (4)
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|---|---|---|---|
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| DE2305761A DE2305761C3 (de) | 1973-02-07 | 1973-02-07 | Photochemischer Reaktor |
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|---|---|
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| DE2305761C3 DE2305761C3 (de) | 1975-08-28 |
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ID=5871089
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |