DE2358051B2 - Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Mischen von Formstoffen für GieBereizwecke - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Mischen von Formstoffen für GieBereizweckeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Mischen von Formstoffen für Gießereizwecke,
bei dem kontinuierlich getrennt ein Formsand/Binde mittelgemisch und ein Formsand/Katalysalorgemisch
hergestellt und getrennt voneinander von oben in eine mechanische Mischeinrichtungen enthaltende Endmischkammer
eingeführt werden, in welcher die beiden Vormischungen durch sich drehende Misch werkzeuge
miteinander vermischt werdcti, wonach die fertige
Formstoffmischung aus einem Auslaß im Boden der
F.ndmischkammer kontinuierlich ausgetragen wird.
Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung eines derartigen Verfahrens mit einem
Paar von Misch- und F'ördereinheiten. von denen die eine zur Herstellung eines Sand/Bindemittelgemisches
und die andere /ur Herstellung eines Sand/Kalalysa-
!organisches dient, eine Endmischkaminer mit einem Auslaß für die fertige Formsandmischling im Unterende,
wobei für die Vormischungen der beiden Miseh- und Fördereinrichtungen im Oberende der Endmischkammer
ein Einlaß vorgesehen ist und mit einer drehangetriebenen sich inittig nach unten durch die Endmischkaminer
erstreckenden Welle an der über die Länge in Abständen angeordnete Mischelemente befestigt
sind.
Die Tendenz bei Formstoffen für Gießerei/wecke zeigt in den letzten Jahren, daß eine weitere Verkürzung
der Aushärtzeiten das Ziel der Entwicklung insbesondere kalihärlender Formsande ist, wobei die bisher
mittels der speziellen Bindemittel und Katalysatoren erreichten Aushärtzeiten in der Größenordnung von
wenigen Minuten, beispielsweise weniger als 1S Minuten
liegen. Die Fintwicklung dieser schnell aushärtenden I ormstoffe für Gießcreizwecke und deren praktische
Verwendung führte jedoch zu Schwierigkeiten und Komplikationen beim Herstellen von derartigen Formsioffmischungen,
sowohl verfahrenstechnischer als auch anlagentechnischer Art auf Grund der Tatsache,
daß das Aushärten in dem selben Moment beginnt, s wenn das Bindemittel mit dem Katalysatoi zusammengebracht
wird, so daß das Austragen tes Gemisches in
die Formkästen und Kernkästet ausreichend schnell erfolgen muß. um jegliche vorzeitige Erhärtung der
Formstoffmischung zu vermeiden. Darüber hinaus müssen die verwendeten Mischvornchtuniien siä.idia vereinigt
werden, da die Formstoffmischung nicht, nicht • einmal in Resten, zurückbleiben und dor; erharten darf.
Bei der Herstellung derartiger Formstoffmischungen
muß ferner /wischen der chargenweisen Herstellung derartiger Fotmsioffmischungen und der kontinuierlichen
Arbeitsweise unterschieden werden. Bei chargenweise arbeitenden Mischern bzw. Mischverfahren werden
abgemessene Mengen der zu vermischenden Materialien in den Mischer eingeführt und anschließend eine
bestimmte festgelegte Zeitspanne !"ineinander vermischt,
ehe sie aus dem Mischer in einen Kernkasten oder Formkasten ausgetragen werden.
Anschließend kann dann nach moglL 'lerw eise erforderlichen
Reinigungsarbeiten des Mischers dieser Vorgang wiederholt werden, wobei wiederum bestimmte
abgemessene Materialmcngen in den Mischer eingeführt
und eine weitere Charge gemischt und in einen Formkasten oder Kernkasten ausgetragen wird. Bei
kontinuierlich arbeitenden Mischern b/w. kontinuierlidien
Verfahren /um Mischen von Formsiotfen wird
der Mischer kontinuierlich mit den die Fomstoffmischung
bildenden Materialien beschickt und gibt ebenfalls kontinuierlich die Mischung an Kernkasten oder
Formkästen ab Folglich wird ein derartiger Mischer nicht intermittierend betrieben und kann offensichtlich
/U einer sehr viel schnelleren Produktion führen, da er kontinuierlich Formstoffmischungen abgibt. Gleichzeitig
kann ein kontinuierlich arbeitender Mischer verwendet
werden, um Chargen an Formstoffmischung bestimmten Volumens zu erzeugen, indem die Betriebszeit entsprechend gewählt wird. Bei der kontinuierlichen
Arbeitsweise ergeben sich beim Mischen der schnell aushärtenden Gießereiformstoffe, die eine Abbinde/eit
von lediglich ein paar Minuten aufweisen. noch durch diese Zeitgre.11/.c zusätzliche Probleme, da
innerhalb dieser Zeit einerseits das \· .!ständige Vermischen
der Materialien erreicht sein 111 jIJ, ehe die Reaktion
/wischen dem Bindemittel und dem Katalysator so weil fortgeschritten ist, daß es zu einem verfrühten
Aushärten gekommen ist und da andererseits ein ständiger Durchsatz und eine ständige Bewegung der
Formstolfmischung in der zur Verfügung stehenden Zeit gewährleistet sein muß.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zum kontinuierlichen Mischen von Formstoffen für Gicßerci/wecke der oben beschriebenen Art zu
schaffen, bei dem innerhalb der kurzen zur Verfügung stehenden Zeitspanne eine vollständige Mischung erzielt
und dennoch unter Vermeidung der eingangs geschilderten Probleme eine kontinuierliche Arbeitsweise
mit hohem Durchsatz des Formstoffgemisches erzielbar ist.
Bei einem bekannten kontinuierlichen Mischverfahren (Modem Casting, September 1%4. Anzeigenseite) ^
besteht die erste Maßnahme zur Beseitigung der mit schnell härtenden F'ormstoffcn verbundenen Probleme
durin, getrennt und kontinuierlich ein Formsand/Bindemittelgemisch
und ein Formsand/Katalysatorgemisch herzustellen, welche Vorgemische dann getrennt voneinander
von oben, in eine mechanische Mischeinrichtungen enthaltende Endmischkammer eingeführt, vermischt
und am Unterende der Endmischkammer kontinuierlich ausgetragen werden. Bei diesem bekannten
Verfahren ist als Mischwerkzeug in der Endmischkammer ein Schneckenmischer verwendet worden, so daß
die bei der Herstellung der Endmischung auftretenden Frobleme nicht vollständig gelöst werden können, da
bei dem angestrebten Durchsatz i.icht gewährleistet ist.
daß die beiden Vormischungen ausreichend miteinander vermischt werden und da andererseits die Verweilzeit
in einem derartigen Schneckenmischer zu groß ist. wenn die tatsächlich sorgfältige Vermischung der Vor
mischungen gewährleistet sein soll.
Beim chargenweisen Mischen von Gießereilormstotfen der genannten Art wurde das Endmischerproblem
beispielsweise durch konstruktive Maßnahmen gelöst,
wie sie in der DTAS 20 35 951. der DL-PS 72 354 und
der GB-PS 10 7b 007 beschrieben sind.
So ist in der DT-AS ein chargenweise arbeilender
Mischer beschrieben, bei dem getrennt in zwei Misch-
und Fördereinheiten hergestellte Vonnischungen, nämlich
ein Sand/Katalysatorgemisch und ein Sand/Bindemittelgemisch
in eine Mischkammer eingetragen werden. Bei dieser chargenweise arbeitenden Vorrichtung
sind an einer senkrechten Welle durch radial und geneigt verlaufende Stangen gebildete Mischwerkzeuge,
ein konzentrisches Mischelement und obere und untere flügelar.ige Kral/er vorgesehen. Diese Mischwerkzeuge
teilen den in die luidmischkammer eingetragenen
Vonnischungen keinerlei Bewegungskomponenten mit. da die Mischungen in Form eines Doppelkegels aufgeschnitten
und im mittleren Bereich verwirbelt werden, wobei zusätzliche Kratzer zum Reinigen der Wandungen
der Endmischkammer vorgesehen sind und die Mischwerkzeuge über einen Motor mit einer Drehzahl
im Bereich zwischen 200 und 250 Umdrehungen pro Minute angetrieben werden.
Bei dem in der DL-PS 72 354 beschriebenen chargenweisc
arbeitenden Mischvorrichtung wird eine Vormischung aus Sand und Bindemittel erzeugt und in
einen Speicher überführt, welcher dann durch eine Dosierschnecke
in die Endmischkammer gefördert wird. In der Endmischkammcr sind obeie und untere flache
Mischklingen vorgesehen, von denen die untere als Kratzerklinge für den Boden der Endmisehkammer
ausgebildet ist, wobei zwischen diesen beiden Gruppen radial verlaufende Stangen angeordnet sind, tue zur
Verwirbelung der in der Endmischkammer enthaltenen Formstoffc dienen.
Aus der GB-PS 13 08 445 ist ein ebenfalls chargenweise
arbeitender Mischer grundsätzlich gleicher Bauart, wie der bekannte Mischer nach der DT-AS
20 35 451 bekannt.
Wegen der grundsätzlich unterschiedlichen Bedingungen bei kontinuierlichen Mischverfahren derartiger
Formstoffe und chargenweise arbeitenden Mischverfahren sind irgendwelche Merkmale aus dem Gebiet
der bekannten chargenweisen Mischer kaum auf kontinuierliche Mischverfahren übertragbar.
Ausgehend von dem eingangs definierten bekannten Verfahren wird die der Erfindung zugrunde liegende
Aulgabe dadurch gelöst, daß das Mischung bildende Material einerseits durch einen Teil der auf einer senkrechten
Mischerwelle: angeordneten Mischwerkzeuge bei seiner durch Schwerkraft nach unten in Richtung
dos Auslasses gerichteten Bewegung durch Vorschub
unter gleichzeitigem Mischen unterstützt wird und daß dies: Bewegung andererseits durch einen /weilen Teil
der auf der gleichen Mischerwelle befindlichen Werkzeuge
unterbrochen wird, indem dem Material eine entgegengesetzt zum allgemein nach unten zum Auslaß
erfolgenden Strom des Materials nach oben zurückgerichtete Bewegungskomponente mitgeteilt wird.
Durch diese Verfahrensweise wird den speziellen Anforderungen der in I rage kommenden schnell härtenden
Formstoffe für Gießereizwecke in optimaler Weise Rechnung getragen, wodurch eine zufriedenstellende
kontinuierliche Arbeitsweise bei gleichzeitiger bester Durchmischung der beiden Vorniischuiigcti innerhalb
der vergleichsweise kurzen Entfernung zwischen
dem Einlaß und dem Auslaß der Endmischkanime"
gewährleistet wird.
Ausgehend von der aus der DTAS 20 35 951 bekannten
Vorrichtung für eine chargenweise Mischung wird die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe bei
einer Vorrichtung zur Durchführung des oben beschriebenen Verfahrens unter Verwendung der eingangs genannten
bei chargenweise arbeitenden Mischern bekannten Merkmale dadurch gelöst, daß die Mischclemcnlc
aus einer Gruppe von Mischfiügein und einer Gruppe von Ablenkflügeln bestehen, daß die Oberflächen
der Mischflügel in Ebenen angeordnet sind, weicht; in Drehrichtung der angetriebenen Welle nach unten
geneigt sind und daß die Oberfläche der Ablenkflügei
in Ebenen angeordnet sind, die in Drehrichtung na"h oben geneigt sind.
Nach einer vorteilhaften Weiterbildung dieser Vorrichtung sind die Mischelemente in Dreiergruppen angeordnet,
wobei jede Dreiergruppe aus zwei Mischflügeln und einem Abienkflügel besteht.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der erfiridur.gsgemäßen
Vorrichtung kann dadurch geschaffen werden, daß die beiden Mischflügel einer jeden
Gruppe die gleiche Oberflachengröße aufweisen, daß der Ablenkflügel unterhalb der beiden Mischflügel angeordnet
ist und daß diese drei Mischelemente in einer Gruppe winklig versetzt angeordnet sind, wobei der
Ablenkflügel in einem Zwischenraum zwischen und unterhalb der beiden Mischflügcl angeordnet ist.
Im einzelnen kann die Vorrichtung nach der Erfindung
derart weitergebildet werden, daß die Außenkanten sämtlicher Mischelemente im Abstand von der Innenfläche
der Endmischkammer verlaufen und daß die Mischciemente derart angeordnet sind, daß die gesamte
Innenfläche der Endmischkammer überstreichen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform dieser Bau-E;rt sind sämtliche Mischelemcme derart angeordnet.
daß sich die von ihnen überstrichenen Flächenstreifen tier Innenfläche der Endmischkammer überlappen.
Mit besonderem Vorteil ist es auch möglich, unterhalb
der Austragöffnungen der beiden Misch- und Fördereinheiten und oberhalb des obersten Mischflügels
einen Raum 24 vorzusehen und in diesem Raum an der Welle Kratzerflügel anzuordnen, um die Innenfläche
und die Unterkante der Austragöffnungen zu reinigen.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die Endmischkammer
umgekehrt kegelstumpfförmig ausgebildet. Hierdurch ergeben sich besondere Vorteile bei der Reinigung der Endmischkammer.
Eine besonders zweckdienliche Anordnung der Mischelemente besteht darin, daß am Unterende der
Welle eine gesonderte aus vier Mischfiügein bestehende Gruppe von Mischelcmenlen vorgesehen ist.
Zur Erleichterung von Waruingsarbeitcn und Reinigung
ist es bevorzugt, daß die Endmischkammer aus zwei aneinander angelenkten Teilen besteht, die seitlich
auseinanderschwenkbar sind.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand einer in den Zeichnungen beispielhaft veranschaulichten Ausführungsform
näher erläutert. Es zeigt E i g. 1 eine Seitenansicht einer vollständigen Vorrichtung
zur Durchführung des crfindiingsgeniäßen
Verfahrens.
F i g. 2 eine Endansicht dieser Vorrichtung und F i g. 3 eine perspektivische Darstellung der letzten
Austragkammer und des Inneren derselben in vergmßertem
Maßstab.
In I-" i g. I sind mit Ausnahme der Endmischkammer,
die allgemein mit 14 bezeichnet ist. die verbleibenden Abschnitte der Vorrichtung in allgemein bekannter
Konstruktion ausgeführt, die im folgenden in den Grundzügen entsprechend einer möglichen Ausl'ührungsform
der Vorrichtung zum getrennten Mischen und Fördern des Formsand/Bindemittelgemisches und
Formsand/Katalysatorgemisches für die Abgabe an die Endmischkammer beschrieben werden soll.
Gemäß den F i g. 1 und 2 sind zwei M + F-Einheiten in der Regel Schneckenmischer bekannter Form mit 11
bezeichnet, und diese sind Seite an Seile angeordnet und werden aus Fülltrichtern 12 mit Formsand beschickt.
Es werden abgemessene Mengen des ßindemiitels
bzw. des Katalysators in die entsprechenden Misch- und Fördereinheiten bei \2n eingeführt, so daß
cmc Vermischung von Formsand/Bindemittel bzw. Formsand/Katalysator während der Förderung der
Gemische entlang den Förderrohren zu den Austragenden stattfindet, bei welchen die beiden getrennten Gemische
in die Endmischkammcr 14 eingefüllt werden. Die Misch- und Fördereinheiten 11 sind in bekannter
Weise verschwenkbar auf einem Auflager 13 angeordnet, welches Zusatzteile der Vorrichtung, wie die Pum
pen für das Bindemittel und den Katalysator aufnimmt. Eine detaillierte Beschreibung dieses Abschnitts der
Vorrichtung scheint nicht erforderlich, da dieser dem Fachmann gut bekannt ist und hier nur als Beispie! die
nen soll.
Gemäß F i g. 3 ist an dem Austragende der Misch- und Fördcreinhcitcn ti die Endmischkammer 14 angeordnet,
deren äußeres Gehäuse aus einer umgekehrten kegelstumpfförmigen Konstruktion besteht, die unterhalb
der Austragenden der Misch- und Förderernheiten 11 befestigt ist, so daß die ausgelragenen Vormischungen
dieser Einheiten durch die Öffnungen 15 hindurch in das obere Ende der umgekehrten konisch gestalteten
Endmischkammer 14 gelangt. Oberhalb der Misch- und Fördereinheiten 11 ist am Austragende ein
Elektromotor 16 angeordnet, dessen Antriebswelle 17 nach unten ragt und mit einer Welle 17a verbunden ist
die sich mitten durch die umgekehrt kegelstumpfförmi
ge Endmischkammer 14 zum unteren Ende desselber hin erstreckt.
An der Welle 17a sind in axialer Richtung entlang
der Welle in Abständen zueinander eine Anzahl vor Mischflügeln befestigt die so ausgelegt und angeordne
sind, daß dadurch eine sehr schnelle und intensive Ver mischung von Formsand, Bindemittel und Katalysato
fi5 innerhalb der relativ kurzen Länge der Endmischkam
mer erreicht wird. Man ist beispielsweise dabei bc strebt, die Umdrehungsgeschwindigkeit der Welle 17
in der Größenordnung von 720 Umdrehungen pro M
QOfI
nute zu halten, wobei zum Vergleich darauf hingewiesen
wird, daß die Umdrehungsgeschwindigkeit der Wellen der hier wie üblich als Schneckenmischer ausgebildeten
Misch- und Fördereinheiten 11 in der Größenordnung von 85 Umdrehungen pro Minute liegt.
Die Mischflügel an der Welle 17.7 sind so ausgelegt,
daß das Gemisch nicht nur zum unteren Austragende der Endmischkammer 14 hin gemischt und geschleudert
wird, sondern gleichzeitig derart auf das Gemisch eingewirkt wird, daß Bereiche desselben kontinuierlich
nach oben entgegen dem allgemein nach unten verlaufenden Hauptstrom gerichtet und abgelenkt werden, so
daß dadurch eine sehr intensive Vermischung sichergestellt wird, und ebenso ein Zustand aufrechterhalten
wird, den man in seiner Wirkung als »Turbulenz« in der Endmischkammer 14 bezeichnen kann, so daß die Ausbildung
irgendwelcher relativer »toter« Stellen oder Punkte, bei welchen eine vorzeitige Erstarrung beginnen
könnte, vermieden wird. Zur Ausbildung dieses turbulenten Strömungszustandes kommt es durch die beiden
entgegengesetzt gerichteten Strömungen, indem die sich gegen die Hauptströmung bewegenden Formstoffteilchen
eine große Anzahl von Störstellen bildet. Zu diesem Zweck sind einige der Mischflügel so angeordnet,
daß ihre Hauptebene relativ zur Welle 17;/ räch unten geneigt verläuft, während bei anderen
Mischflügeln die Hauptebene in einer Richtung verlauft, die relativ zur Welle 17a allgemein nach oben
gerichtet ist.
An dem oberen Ende der Welle 17;/ sind innerhalb der Endmischkammer 14 zwei derartige nach unten geneigt
verlaufende Mischflügel 18 vorgesehen, und es isi
weiter ein nach oben zu geneigt verlaufender Flügel 19 vorgesehen, der hier als Ablenkflügel bezeichnet werden
soll. Die Mischflügel 18 weisen nahezu die gleiche Flache auf, und die Fläche jedes Mischflügels 18 ist
c'i'va halb so groß wie die Fläche des Ablenkflügels 19.
Die Mischflügel 18 sind in axialem Abstand untereinander angeordnet und der Ablenkflügel 19 ist in axialem
Abstand unterhalb des untersten Mischflügels 18 derart angeordnet, daß er ungefähr unterhalb dem Spalt /wischen
den Mischflügeln 18 liegt, so daß dadurch ein Teil des Gemisches, das durch die Mischfiügel 18 nach unten
zu gelenkt wird, durch den Ablenkflügel 19 zurück in den Raum geworfen wird, der durch das herabfallende
Gemisch eingenommen ist.
In ähnlicher Weise sind unterhalb der Mischelemente 18 und 19 weitere zwei nach unten geneigt verlaufende
Mischflügel 20 vorhanden und ebenso ein nach oben geneigt verlaufender Ablenkflügel 21 usw. bis zum imteren
Ende der Welle, bei welchem sich die Reihenfolge der Mischelemente ändert und mit vier Mischflügeln
21,1 ohne Ablenkflügel endet.
Die Außenkanten aller Mischclemente sind so angeordnet,
daß nur ein Zwischenraum /wischen den SS Außenkanten und der Wandung der Endmischkammer
14 übrigbleibt. Auch ist die Anordnung der Mischelemente so getroffen, daß sich die von ihrem Außenkanten
überstrichenen Flächenstreifen überlappen, also die gesamte innere Fläche der Endmischkammer 14 zwi- f>o
sehen dem oberen Ende t4a und dem unteren Ende 146 durch Überstreichen sauber gehalten werden kann. Die
Vorrichtung ist daher selbstreinigend, was das Innere der Endmischkammer 14 betrifft. Die Förderschnecken
der Misch- und Fördereinheiten 11 drehen sich in ft5 zueinander entgegengesetzten Richtungen, und zwar
derart, daß am Austragende die beiden Förderschnekken ihre Vormischungen durch die Austragöffnungen
15 in Richtung der zentralen vertikal verlaufenden Achse der Endmischkammer 14 abgeben. In dem Raum
24 der Endmischkammer 14 zwischen dem oberen Ende 14;/der Endmischkammer 14 und den Austragöffnungen
15 sind keine Mischflügel oder Ablenkflügel an der Welle 17;/ befestigt, wodurch verhindert wird, daß
Teile des Gemisches aus der Endmischkammer zurück in die Austragenden der Misch- und Fördercinhcilen 11
geschleudert werden. Dieser Raum 24 ist jedoch mit zwei Abstreichblättern ausgestattet, von denen das eine
die Form eines Kratzerflügels 22 hat, der am Umfang des oberen Mischflügels 18 befestigt ist und nach oben
ragt, derart, daß er an der Innenfläche des Raumes 24 schleift. Das andere Abstrciehblatt besteht ebenfalls
aus einem Kial/.erflügel 22, der am oberen Ende der Welle 17;/ befestigt ist und in radialer Richtung von
dieser Welle absteht, so daß dieser Krai/crflügel die Flachen der Oberseite des Raumes 24 im Bereich der
Austragöffnungen 15 abstreicht und verhindert, daß sich an den Austragöffnungen der Endmischkammer
nach oben zurückgeworfenen Teile des Gemisches festsetzen und aufbauen.
Am unteren Ende der Endmischkammer 14 ist ein pneumatisch angetriebener Formsand-Schieber bekannter
Form vorgesehen, welches nicht in F i g. 3 gezeigt ist. jedoch allgemein in F i g. 1 mit 14c bezeichnet
ist. Dieser Schieber dient dazu, beim Anlauf der Vorrichtung in der Endmischkammer 14 einen Vorrat des
Gemisches hervorzurufen und wird nach einer kurzen Zeitperiode geöffnet, um das Austragen des Gemisches
in die Form- und Kernkästen zu ermöglichen, die unterhalb
angeordnet sind. An der Endmischkammer ist ein Anschluß (nicht gezeigt) vorgesehen, um die Möglichkeit
zu schaffen, für Reinigungszwecke Luft nach unten durch die Kammer zu blasen, wenn die Vorrichtung
außer Betrieb gesetzt werden soll. Es ist wichtig, daß die Endmischkammer 14 von jeglichen Rückständen
der Formstoffmischung nach dem Außerbetriebsctzen gereinigt wird, und zwar soll dies so schnell wie möglich
erfolgen, um /u verhindern, daß irgendwelche Reste des Gemisches innerhalb der Kammer erstarren. Es
stellt ein vorteilhaftes und erfindungswesentliches Merkmal der Form und Bauart der erfindungsgemäßen
Vorrichtung dar. die eine besonders wirkungsvolle und schnelle Reinigung oder Durchspülung ermöglicht. Es
soll im folgenden als Beispiel eine typische Folge von Arbeitsscheuen bei einem Reinigungszyklus beschrieben
werden, der unmittelbar nach Außerbetricbsetzcn durchgeführt werden soll.
Der erste Schritt besteht darin, daß man die zwei Misch- und Fördereinheiten 11 anhält, so daß keine
weiteren Vormischungen mehr in die Endmischkammer 14 abgegeben werden. Nach dem Anhalten der beiden
Misch- und Fördereinheiten läßt man die Welle 17;/ 4 Sekunden lang weiterdrehen. Der Motor 16 wird
dann für eine Periode von vier Sekunden angehalten, so daß die Welle 17a für diese Periode stillsteht und dadurch
die Formstoffmischung in der Endmischkammer 14 die Möglichkeit hat, durch Schwerkraft von einer
Höhe einer Gruppe der Mischelemente zur nächsten zu fallen, wobei dies erforderlich ist, da die Drehung det
Welle 17a bewirkt, daß das Gemisch nach oben zurück geworfen wird. Danach wird der Motor 16 wieder an
gelassen, und zwar für eine Periode von 3 Sekunden und es wird während dieser Periode der Druckluftan
Schluß geöffnet, um Luft nach unten durch die End mischkammer 14 zu blasen. Der Motor 16 wird erneu
fur cmc weitere 4-Sekunden-Periodc angehalten, dami
509 527/26
990
das Gemisch wiederum weiter unter dein Einfluß der Schwerkraft zu fallen, und es. wird dann danach für eine
letzte Periode von 5 Sekunden der Motor 16 wieder angelassen und gleichzeitig der Druckluftanschluß geöffnet,
um einen letzten Luftstoß der Druckluft während dieser letzten Periode von 5 Sekunden zu erzeugen.
Nach diesem Reinigungsvorgang wird der Schieber 14c geschlossen.
Das zuvor geschilderte Beispiel eines typischen Reiiiigiingszyklusses
beansprucht eine Periode \on 20 Sekunden, und es besteht die Möglichkeit, dall eine geeignete
elektrische Steueranlage vorgesehen weiden kann, urn den Reinigungszyklus automatisch ablaufen
/ti lassen.
Der zuvor geschilderte Reinigungszyklus ist erforderlich,
wenn die Vorrichtung für irgendeine relativ lunge Zeitdauer außer Betrieb gesetzt wird, wahrend
eines kontinuierlichen Produktionslaules können jedoch kurze Perioden auftreten, während welchen die
Vorrichtung angehallen wird (/. [J. bis 20 Sekunden),
wobei dann keine Reinigung erforderlich ist.
In bevorzugter Weise wird die konische Endmischkammer
14 aus zwei Teilen hergestellt, die längs einer axial auf einer Seile des konischen Gehäuses nach unten
verlaufenden Linie aneinander angelenkt sind, so daß die Teile der konischen Endmischkammer getrennt
und auseinandergeschwenkt werden können, um periodisch eine Reinigung durchführen zu können.
Kin wichtiger praktischer Vorteil der Vorrichtung besteht in der Möglichkeit eines kontinuierlichen Beiriebcs.
um also eine Anzahl von Form- und Kernkasten einen nach dem anderen zu füllen, wenn man mit
den an früherer Stelle erwähnten schnell kalthärtenden Bindemitteln arbeitet. Die Kombination aus Mischflügeln
und Ablenkflügeln und deren Wirkung, wie sie zuvor beschrieben winde, führt zu einer sorgfaltigen Vermischung
in kürzester Zeit, wobei jedoch gleichzeitig das Gemisch mit hoher Geschwindigkeit nach unten
durch die Endmischkammer 14 gefördert wird. Das Gemisch kann dann entweder direkt in Formkasten odei
Kernkasten ausgetragen werden, oder kann aus dei Hndmisehkammer 14 direkt in die Blaskammer einet
Formmaschine ausgetragen werden.
Die Vorrichtung nach der Erfindung kann jedoch ebenso in geeigneter Weise dazu verwende! werden
ίο Chargen der Formstoffgemische zu erzeugen, wenr
dies gewünscht wird. Dies kann dadurch erreicht wer den, daß man eine automatische Zcitsteucranlage lüi
die Misch- und Fördereinheiten 11 in Verbindung mi einer automatischen Zeitsteueranlage für die oben be
schriebene Reinigung und Durchspülungsarbeit verwendet.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
990
Claims (10)
1. Verfahren zum kontinuierlichen Mischen von Formstoffen für Gießereizwecke, bei dem kontinuierlich
getrennt ein Formsand/Bindemittelgemiseh und ein Formsand/Katitlvsatorgemisch hergestellt
und getrennt voneinander von oben in eine mecha-Bische
Mischeinrichtungen enthaltende Endmischkammer eingeführt werden, in welcher die beiden
Vormischungen durch sich drehende Mischwerkzeuge miteinander vermischt werden, wonach die
fertige Formsioffmischung aus einem Auslaß im Boden der Endmischkammer kontinuierlich ausgetragen
wird, dadurch gekennzeichnet, daß
das die Mischung bildende Material einerseits durch einen Teil der auf einer senkrechten Mischerwelle
angeordneten Mischwerkzeuge bei seine durch Schwerkraft nach unten in Richtung des Auslasses
gerichteten Bewegung durch Vorschub unier gleichzeitigem Mischen unterstützt wird und daß
diese Bewegung andererseits durch einen zweiten
Teil der auf der gleichen Mischerwelle befindlichen Werkzeuge unierbrochen wird, indem dem Material
eine entgegengesetzt /um allgemein nach unten zum Auslaß erfolgenden Strom des Materials nach
oben zurück gerichtete Bewegungskoni ponenie
mitgeteilt wird.
2. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einem Paar von Misch- und
f-örderemheiten. von üencn die eine zur Herstellung
eines Sand/Bindemiuclgemisches und die andere
zur Herstellung eines Sand/katalvsaiorgemisches
dient, einer F.ndmischkammer mit einem Auslaß für
die fertige Formsandmischung am Unterende, wobei lür die Vormischungen der beiden Misch- und
Fördereinrichtungen im Oberende der Endmisehkammer ein Einlaß vorgesehen ist und mit einer
drehangetriebenen sich niittig nach unten durch die Endmischkammer erstreckenden Welle, an der über
die Lange in Abständen ungeordnete Mischcleniente
befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die
Mischelemente (18 bis 21.:/) aus einer Gruppe von Mischflügeln (18. 20. 21 ;i) und einer Gruppe von Ab
lcnkflügeln (19, 21) bestehen, daß die Oberflächen
der Mischflügel (18. 20. 21;/) in Ebenen angeordnet sind, welche in Drehlichtung der angetriebenen
Welle (17;i) nach unten geneigt sind und daß die Oberflächen der Ablenkflügei (19, 21) in Ebenen angemdnet
sind, die in Drehrichtung nach oben geneigt sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischelemcnte (18 und 2i) in
Dreiergruppen angeordnet sind und daß jede Dreicrgruppe aus zwei Mischflügeln (18 und 20) und
einem Ablenkflügel (19, 21) besteht.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Mischflügel (18 odei 20)
einer jeden Cinippe die gleiche Oberflachengröße aufweisen, daß der Ablenkflügei (19 oder 21) unterhalb
der beiden Mischflügel angeordnet ist und daß diese drei Mischelemente einer Gruppe winklig versetzt
angeordnet sind, wobei der Ablenkflügel in einem Zwischenraum zwischen und unterhalb der
beiden Mischflügel .ingeordnet im. '"*
5. Vorrichtung nach eil cm tier Anspriu he 2 bW 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Außenkanten sämtlicher Mischelemente (18 und 21./) im \bst.md
von der Innenfläche der Endmischkammer (14) laufen und daß die Mischelemente derart angeordnet
sind, daß sie die gesamte Innenfläche der Endmischkammer überstreichen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß sämtliche Mischelemente (18 bis 21.;) derart angeordnet sind, daß sich die von ihnen überstrichenen
Flächenstreifen der Innenfläche der Endmischkammer (14) überlappen.
7. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb
der Austragöffnungen (15) der beiden Misch- und Fördereinheiten (11) und oberhalb des obersten
Mischerflügels (18) ein Raum (24) vorgesehen ist und daß in diesem Raum an der Welle Kratzerflügel
(22) vorgesehen sind, um die innenfläche und die Unterkamen der Austragöffnungen (15) zu reinigen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7. dadurch gekennzeichnet, daß die Endmischkammer
(14) umgekehrt kegelstumpfförmig ausgebildet im.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß am Unterende der
Welle (17<'i) eine gesonderte aus vier Mischflügeln (.21;/) bestehende Gruppe von Mischelemcnten vorgesehen
ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche 2 bis 9. dadurch gekennzeichnet, daß die
Endmischkammer aus zwei aneinander angelenkten Teilen besteht, die seitlich auseinanderschwenkbar
sind.
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