DE2355869C3 - Vorrichtung zum Feststellen von Beschädigungen an einer korrosionshindernden Auskleidung auf der Stahlwand eines Behälters - Google Patents
Vorrichtung zum Feststellen von Beschädigungen an einer korrosionshindernden Auskleidung auf der Stahlwand eines BehältersInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Feststellen von Beschädigungen an einer korrosionshindernden
Auskleidung auf der Stahlvvand eines Behälters mit
einer in die Behälterflüssigkeit ragenden Platinelektrode und einer zwischen Behälterwand und Elektrode
angeschlossenen Meßeinrichtung.
Eine Vorrichtung dieser Art ist bekannt (DE-AS 16 48 474). Hierbei ist eine von außen angelegte
Gleichspannung zur Stromkompensation der von der Platinelektrode erzeugten Spannung vorgesehen, so
daß bei defekter Innenauskleidung ein Depolarisaiionsstrom
fließt, der zur Schadenmeldung und Alarmierung ausgenutzt wird. Die hier vorgesehene zusätzliche
Gleichspannungsquelle ist nachteilig. Die Zuverlässigkeit der Überwachung hängt weiigehendst von dieser
äußeren Spannungsquelle ao und es müssen daher zusätzliche Vorrichtungen zum Ljerwachen dieser
Gleichspannung vorgesehen sein. Solche zusätzlichen Spannungsquellen sind außerdem dann unerwünscht
bzw. sogar unbrauchbar, wenn Anlagen überwacht werden sollen, bei denen Explosionsgefahr besteht.
Es ist an sich auch schon vorgeschlagen worden (DE-OS 2154 127) unter Verwendung einer Glaselektrode
oder einer Bezugselektrode beispielsweise aus Ag/AgCI besteht, zur Überwachung eine
Spannungsmessung durchzuführen. Eine derartige Spannungsmessung mit einem relativ hochohmigen
Spannungsmesser besitzt den Nachteil, daß die Überwachung durch Störsignale sehr leicht beeinträchtigt wird.
Bei einem Raktionskessel mit einem elektromotorgetriebenen Rührwerk treten beispielsweise Störspannungen
von 30 Millivolt und mehr in der Behälterwand auf und diesen Spannungen würde eine Spannungsmessung
nach diesem älteren Vorschlag überlagert werden. Das Signal-Störspannungs-Verhältnis ist bei dieser Vorrichtung
nach dem älteren Vorschlag also sehr schiecht.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung der eingangs erwähnten Art zu schaffen, bei der ohne
zusätzliche äußere Spannungsquellen eine sichere Überwachung der korrosionshindemden Auskleidung
auf der Stahlwand eines Behälters möglich ist.
Diese Aufgabe wird, ausgehend von einer Vorichtung der eingangs erwänten Art, erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß als Meßeinrichtung eine passive Strom-Meßschaltung verwendet wird. Vorzugsweise ist hierbei der
zwischen Platinelektrode und Stahlwand liegende Innenwiderstand der Strommeßschaltung relativ
niederohmig gewählt, beispielsweise in der Größenordnung von 100 Ohm.
Gemäß der Erfindung wird also nicht mehr wie bei der Vorrichtung der eingangs erwähnten Art eine
Leitfähigkeitsmessung mit einer äußeren Speisespannungsquelle durchgeführt, sondern unmittelbar eine
Strommessung durch entsprechende niederohmige Ausbildung des äußeren Strommeßkreises. Eine äußere
Spannungsquelle wird damit überflüssig, Fehlanzeigen oder sogar Anzeigeausfälle durch Ausfall der Speisespannungsquelle
sind vermieden und die Vorrichtung
ίο kann auch in explosionsgefährdeten Räumen bedenkenlos
eingesetzt werden. Die erfindungsgemäße Vorrichtung gewährleistet auch ein sehr gutes Signal-Störspannungs-Verhältnis.
im folgenden wird anhand der Zeichnungen eine
'5 bevorzugte Ausführungsform der Erfindung näher t rläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Überwachung
einer Emailauskleidung,
F i g. 2 das Ersatzschaltbild der Überwachi.ngsvorrichtung,
wobei der defekte Apparat durch das Pt-Fe-Element dargestellt ist.
F i g. 3 das Blockschema der Anzeigeeinrichtung einer industriellen Überwachungsvorrichtung mit einem
Kompensationsschreiber für 50 mV, mit Netzanschluß und Alarmkontakten, einer Alarnilampe und einem
Meßwiderstand von 100 Ohm mit Abgriff zum Eichen bei Inbetriebnahme.
Der in Fig. 1 SLfiematisch im Schnitt gezeigte
Apparat 1 besitzt eine Stahlwandung 2, die auf der Innenseite mit einer Emailschicht 3 überzogen ist. An
einigen Stellen, an denen die Emailschicht bereits früher Beschädigungen aufgewiesen hat, befinden sich sogenannte
Tantal-Plomben 4, die zur Reparatur eingesetzt wurden. Eine vom Apparat elektrisch isolierte Platinelektrode
5 ist im Inneren des Apparats angeordnet. Die Platinelektrode ist über einen außerhalb des Apparats
liegenden 100 Ohm Meßwiderstand 6 mit der Wandung 2 des Apparats verbunden. Ein Millivoltmcter oder
Anzeigegerät 7 ist parallel zum Meßwiderstand geschaltet.
Bei Beschädigung der Emailschicht und Anwesenheit eines elektrisch leitenden Mediums 8 im Apparat, bildet
die Platinelektrode 5 mit der exponierten Stahlfläche 9 ein Pt-Fe-Element. Ein von diesem Element gelieferter
Strom fließt dann durch den Meßwiderstand 6. Dieser Strom, der mit dem Millivoltmeter 7 durch Messung des
Spannungsabfalls über den Meßwiderstand ermittelt wird, ist ein Maß für die Auflösungsgeschwindigkeit des
Eisens und daher für das Ausmaß der Beschädigung der Emailschicht.
Die Kriterien zur Wahl des zweckmäßigsten Wertes des Meßwiderstandes ergeben sich einerseits aus dem
unten beschriebenen Meßprinzip, andererseits aus dem Bestreben, den höchsten Rauschabstand bei der
Signalmessung zu erreichen, damit die Beschädigungen der Emailschicht eindeutig erkannt werden können.
Das Meßprinzip kann anhand des Ersatzschaltbildes in Fig. 2 erläutert werden. Eine erste Spannungsquelle
10 und deren Quellenwiderstand stellen das Pt-Ta-EIement dar, das zwischen der Platinelektrode 5 und den
Ausbesserungsteilen aus Tantal 4 entstehen kann, wenn auf diesen Ausbesserungsteilcn sich keine vollständig
isolierende Schicht bildet. Eine zweite Spannungsquclle
11 und deren Quellenwiderstand stellen das Pt-Fe-EIement
dar, das sich bei schadhafter Emailschicht zwischen der Platinelektrode 5 und der exponierten
Stahlfläche 9 bildet. Ein Schalter 12 ermöglicht die Darstellung des guten oder schadhaften Zustands der
Emailschicht. Der Widerstand 6 und das Millivoltmeter oder Anzeigegerät 7 dienen zur Strommessung.
Wenn der Schalter 12 offen ist, entspricht dies der Emailschicht in gutem Zustand, d. h. das Pt-Fe-Element
11 ist nicht vorhanden und allein das Pt-Ta-Element 10
und die eventuellen Störquellen bilden eine Spannung, die aber bei Belastung mit einem 100 Ohm Meßwiderstand
6 zusammenbricht, denn der resultierende Innenwiderstand des Pt-Ta-Elementes und eventueller
Störquellen is' viel größer als der Meßwiderstand. Wenn der Schalter 12 geschlossen ist, entspricht dies
einer beschädigten Emailschicht, das Pt-Fe-Element 11 ist vorhanden und ein markanter Anstieg der gemessenen
Spannung erfolgt, denn der Innenwiderstand des Pt-Fe-Elementes ist kleiner als der Meßwiderstand, so
daß beim Pt-Fe-Element — im Gegensatz zum Pt-Ta-Element und den Störqueüen — die treibende Spannung
bei niederohmischer Belastung nicht zusammenbricht.
Der Meßwiderstand ist also so zu wählen, daß er viel
kleiner als der resultierende Innenwiderstand des Pt-Ta-Elementes und der Störqueiien und größer als
der Innenwiderstand des Pt-Fe-Elementes ist.
Der optimale Wert des Meßwiderstandes ist je nach Leitfähigkeit des verwendeten Elektrolyts zu ermitteln.
Dafür kann mit einem Eisenstab eine defekte Emailschicht simuliert und mittels eines variablen Widerstandes
der optimale Wert des Meßwiderstandes ermittelt werden, mit dem das höchste Signal-Rausch-Verhältnis
erreicht wird. In den Versuchen im Betrieb mit jo Bromwasserstoffsäure (60 Gcw.% HiO. 40 Ge\v.-%
HBr, bei einer Temperatur von 95J) als Elektrolyt, wurde der oben angegebene optimale Wert von
100 Ohm ermittelt.
Versuche im Betrieb haben gezeigt, daß bei dem oben angegebenen Strommeßverfahren ein Verhältnis des
gemessenen Parameters von etwa 5,8 zwischen guter und schadhafter Emaillierung erreicht wird. Dadurch
lassen sich Schaden der Emailschicht eindeutig feststellen. Da der Störabstand genügend groß ist, eignet sich
das Siromneßverfahren für die kontinuierliche Überwachung
des Emaüschichtzustandes im Betrieb. Die sofortige Anzeige ermöglicht frühzeitig, geeignete
Maßnahmen zu treffen.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird für die Anzeige, Fig.3, als Anzeigegerät 13 ein Kompensationsschreiber
für 50 mV 14 mit Netzanschluß 15 eingesetzt; dadurch ist es möglich, den Emaüzustand
kontinuierlich zu registrieren und verfolgen. Eine Alarmvorrichtung 16 wird bei Überschreitung eines
voreingestellten Schwellwertes betätigt. Um das Anzeigegerät )3 zu eichen und den Ansprechwert der
Alarmvorrichtung einzustellen, ist es nötig, bei Inbetriebnahme des Gerätes eine defekte Emailschicht mit
einem Eisenstab zu simulieren. Dieser Stab wird eingetaucht und der Ausschlag des Schreibers 14 auf
80 % eingestellt, der Ansprechwert der Alarmvorrichtung wird auf 50 % festgelegt.
Es ist im weiteren zweckmäßig die gemessene Spannung zu integrieren, damit die Menge des bei
Beschädigung der Emailschicht in Lösung gegangenen Eisens festgestellt werden kann. Dies? 'ntegration kann
mit einer in der Alarmvorrichtung eingebauten Integratorschaltung durchgeführt werden.
Die Erfahrungen aus den Versuchen zeigten, daß die aktive Platinelektrode möglichst tief im Apparat
angeordnet sein muß, damit dieser auch bei niedrigem Flüssigkeitsniveau überwacht werden kann. Im weiteren
muß die Elektrode so konstruiert sein, daß der am Platin entstehende Wasserstoff von der Platinoberfläche
aufsteigen kann, ohne sich erst anzusammeln. In Reaktionskesseln wird die Platinelektrode vorzugsweise
am Stromstörer oder Thermorohr befestigt. Die Verbindungsleitung wird im Email eingebettet. Eine
weitere Möglichkeit besteht darin, eine Platin-Schraubenelektrode am Auslaufventil zu montieren. Die
Elektrode wird gegen den Ventilschaft elektrisch isoliert und die Zuleitung erfolgt durch den Ventilschaft. Beim
Einbauen ist darauf zu achten, daß alle Metallteile, die überwacht werden sollen, elektrischleitend mi', der
Kesselwand verbunden werden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Vorrichtung zum Feststellen von Beschädigungen an einer korrosionshindemden Auskleidung auf
der Stahlwand eines Behälters mit einer in die Behälterflüssigkeit ragenden Platinelektrode und
einer zwischen Behälterwand und Elektrode angeschlossenen Meßeinrichtung, dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßeinrichtung eine passive Strom-Meßschaltung (6,7) ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der zwischen Platinelektrode (3) und
Stahlwand (2) liegende Innenwiderstand (6) der Strommeßschaltung niederohmig, insbesondere in
der Größenordnung von 100 Ohm, gewählt ist.
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