PATENTANWALT ^JL3 55093
29. Oktober 1973 Anw.-Akte: .-27.61
PATENTAIMELDUIG \
Anmelder: The Babcock & Wilcox Company 161 East 42nd Street, lew York, N.T. 10017 - USA-
Titel: Verfahren zur Rückgewinnung von llran
Diese Erfindung betrifft chemische Verfahren, insbesondere ein wirksames und billiges Verfahren für die Bückgewinnung
von Uran aus Verfahrensabfällen.
Um Brennstoff für Kernreaktoren zu erzeugen, ist es oft
notwendig, Uranhexafluorid in Urandioxyd umzuwandeln. Für diesen Zweck sind zahlreiche Verfahren entwickelt worden.
Es ist z. B. vorgeschlagen worden,.-eine wässerige Lösung
aus Uranhexafluorid mit Ammoniak und Kohlendioxyd in dem "AUC"-Verfahren zu mischen. Zusätzlich zu einem Uranpräzipitat
erzeugt dieses Verfahren auch ein Filtrat und einen Absorptionswäscherabfall, die IEL (Ammoniumfluorid), Ammoniak
und Kohlendioxyd sowie Spuren von Uran enthalten. Das
5098U/0658 " 2 "
Kohlendioxyä wird aus dem Filtrat durch einen Austreiber
und einen Thermosiphon-Verdampferkreislauf entfernt, ·βίη
kostspieliges und kompliziertes Teil der Verfahrensanlage.
In den anschließenden Stufen werden außerdem kolloidale Aufschlemmungen
oder Gele gebildet, die verflüssigen, wenn sie
gerührt werden, und die erstarren, wenn sie stehen. Diese mit Thixotropie bezeichnete Eigenschaft führt dazu, daß
die Fluoridausiällungs- und -rückgewinnungsstufe unwirksam,
zeitraubend und kostspielig ist.
Es gibt noch weitere Gesichtspunkte, die wichtiger sind als die üblichen !tfirtschaftlichkeitserwägungen bei chemischen
Verfahren. So müssen z. B. die Verfahrensabfälle nicht nur vom Gesichtspunkt des Umweltschutzes aus akzeptabel sein,
sondern es darf auch das innerhalb der Verfahrensstufen angesammelte Uran zu keinem Zeitpunkt eine "kritische"
Masse erreichen, die ausreicht, um eine zufällige nukleare Kernspaltung einzuleiten« In dieser letztgenannten Beziehung
ist festgestellt worden, daß in dem das Aufgabegut für dieses Verfahren bildende Filtrat vorkommende Urankonzentrationen,
die höher sind als gewöhnlich, dazu neigen, ein (NIL), UFo-Präzipitat
in dem Austreiber der ersten Stufe zu verursachen.
Es ist möglich, daß sich dieses Präzipitat zu einer kritischen
Masse anlagert, die eine gefährliche Kernreaktion erzeugen kann«
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Dementsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein UrandioxydumwandlungsabfallbehandlungsTerfahren zu
schaffen, das sicher, dabei aber billiger und wirksamer als dasjenige ist, welches bisher bekannt ist«
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß bei
der Behandlung von wäßrigen Abfällen, die bei der Umwandlung Ton TJranhexafluorid in Urandioxid.anfallen, ein Gut
angesetzt wird,, das eine titrierbare Basizität von 2,0 bis
2,5 Gegenwerten pro Liter und eine Hydroniumkonzentration aufweist, die einem pH-v/ert von etwa 9,0 bis 9,5 entspricht
und das außerdem Karbonate, Fluoride und Ammonium enthält. Anschließend wird dem Gemisch Schwefelsäure zugesetzt,bis
das kombinierte Gemisch einenpH-iiiert hat, der zwischen 6,5
und 7 liegt,, Darauf wird das kombinierte Gemisch gekühlt
und gemischt, während die Schwefelsäure zugegeben wird. Dieses
geschieht, um die Karbonate aus dem kombinierten Gemisch freizusetzen, bis die Karbonatkonzentration in dem sich ergebenden
Gemisch auf weniger als 5 gr/1 abgebaut isto Darin
bleiben einige Sulfationen, um das sich ergebende Gemisch so umzusetzen, bis ein pHr-Wertvon 8,5 bis 9 erreicht ist.
Anschließend wird jedem Liter des Grundgemisches überschüssiges Wasserstoffperoxid zugesetzt, um das restliche
Grundgemisch in ein UO. . 2NEL . 2HF - Präzipitat und ein
im wesentlichen uranfreies Gut zu trennen, das die genannten Sulfatione enthält. In der nächsten Stufe wird das uranfreie
Gut dem Präzipitat entzogen und Kalziumoxid zugegeben, wobei die Sulfationen eine Thixotropie in dem sich bildenden
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Gemisch verhindern, und Kalziumfluorid und Kalziumsulfat
ausgefällt wird. Ammonium- und Wasserdampf wird dem Gut während der Kalziumoxidzugabe entzogen und zu Ammoniak
kondensiert. Dieses wird dem Gemisch zugesetzt, um einen pH-Wert zwischen 8,5 und 9 einzustellen. Schließlich wird
das Präzipitat aus dem Gut als neue chemische Uran- und Fluorid-Verbindung abgetrennt.
Ein typisches Beispiel der Erfindung beginnt mit einem Abwasser, einem Filtrat oder einer Verfahrensflüssigkeit und
einem Absorptionswäscherabfall aus dem "AUC" - Verfahren, wobei das Filtrat eine titrierfähige Basizität von 2,0 bis
2,5 Gleichwerten pro Liter (Gleichwert /2) und eine Hydroniumkonzentration hat, die einem pH-'./ert von etwa 9,0 bis 9,5
entspricht. Das pH-System ist ein bekanntlich quantitatives Maß für die Alkalität einer Lösung. Neutrale Lösungen haben
z.B. einen pH-wert von 7; saure Lösungen haben pH-Werte unter 7, während der pH-Wert von alkalischen Lösungen über
7 liegtο
Ein typisches Abwasser, das als Aufgabegut oder Verfahrensflüssigkeit für die Durchführung der Erfindung bildet, kann
große Mengen an Ammonium, Karbonat und Fluorid enthalten sowie eine verhältnismäßig kleine Uranmenge. Diese Flüssigkeit
wird in einen Säuerungsbehälter gegossen, in welchem sie mit genügend Rv)SO, (Schwefelsäure) gemischt wird, um
den pH-Wert auf 7 oder weniger herabzusetzen. Sie Reaktionsflüssigkeit wird gerührt und gekühlt, um COo - Gas freizu-
- 5 50.98 U/06 5 8
setzen, wodurch die Karbonatkonzentration auf eine annehmbare
Höhe herabgesetzt wird. Diese Verminderung der Karbonatkonzentration
fördert eine vollständigere Uranabscheidung in der zweiten Stufe des Verfahrens, weil festgestellt
worden ist, daß "hohe" iiarbonatkonzentrationen die Uranausfällung
hindern.
Die Verfahrensflüssigkeit wird dann zu einem Uranausfällbehälter
überführt, und eine wässerige Ammoniaklösung oder gasförmiges Ammoniak wird der Flüssigkeit zugesetzt, um den
pH-Wert auf 8,5 bis 9 zu erhöhen. Nach Herstellung einer
geeigneten basischen Lösung wird HpOr, (Wasserstoffperoxid)
dem Uranausfällbehälter für den Zweck der Uranabseheidung
zugesetzt. In Übereinstimmung mit einem Merkmal der Erfindung bleiben die aus der Schwefelsäurebehandlung mitgerissenen
Sulfate in Lösung in dem Uranausfällbehälter.
Das Uran wird fast vollständig in dieser Stufe ausgeschieden,
wobei der Äusscheidefaktor über 0,99 liegt. Es ist außerdem festgestellt worden, daß das Uran als eine neue anorganische
chemische Verbindung ausfällt, nämlich als U(L . 2EEL . 2HF
(jJranylperoxyd-2-Ämmoniak-2-(i7asserstofffluorid) J
lach Abschluß der Uranausfällung wird das sulfathaltige Ver
fahrensfiüssigkeitsfiltrat zu einem Fluorid-Ausfäll- und
-Filterbehälter überführt, um dieses Element rückzugewinnen. Um die Fluoride auszuscheiden, wird Kalziumoxyd dem Filtrat
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zugegeben und erhöht den pH-iiert der sich bildenden Flüssigkeit
auf etwa 12. Das Präzipitat, das in dieser dritten Stufe ausscheidet, enthält CaFp (Kaiziumfluorid), GaSO,
(Kalziumsulfat) und CaO.xHpO (hydriertes Kalziumoxyd)«,
Das Sulfat, welches in der ersten Stufe als Teil des Reagens zugesetzt wurde, welches benutzt wird, um das Kohlendioxyd
auszutreiben, bringt in der dritten Stufe den ungewöhnlichen und unerwarteten Vorteil, daß es eine bessere Filtrierung
fördert, indem es die Bildung des thixotropen Kolloids verhindert, das bisher alle Fluoridfiltrierungstechniken nach
dem bekannten Stand der Technik vereitelt hat.
In dieser dritten Stufe werden auch 'Wasserdampf und Ammoniak
verdampft, und durch einen Kondensator geleitet, um wäßriges ammoniak zu ergeben, von dem ein Teil in die zweite Stufe
zur pH-Einstellung zurückgeleitet werden kann«, Der Se st des
wäßrigen Ammoniaks kann außerdem für andere Zwecke zur Verfügung gestellt werden· Z. B. kann dieses zusätzliche wäßrige
Ammoniak "rektifiziert" oder in Wasser und trockenes Ammoniakgas getrennt werden. Das trockene Ammoniaksgas kann
dann in dem "AUC-Verfahren verwendet werden, aus dem die
Abflüsse, von denen hier die Rede ist, stammen«. Eine bestimmte Menge des trockenen Ammoniakgases kann auch für die pH-Einstellung
in der zweiten Stufe verwendet werden, wenn diese Stufe konstruiert ist, um gasförmiges Ammoniak aufzunehmen.
Die aus diesem Verfahren abgezogene Flüssigkeit kann über die
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normale Kanalisation beseitigt werden, weil die Industrie-
und Umweltschmutzstoffe in diesem Abwasser innerhalb der
maximalen Grenzen liegen, die gegenwärtig für. diese Stoffe
gelten oder vermutlich in der Zukunft annehmbar sein werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben«, Es
zeigt:
Fig. 1 ein senematisehes Verfahrensflußbild, über die Grundsätze der Erfindung;
Fig. 2 (in 10.000-facher Vergrößerung mit einem Abtastelektronenmikroskop)
die eindeutig bestimmte und stark geordnete kristalline Struktur, welche die neue Uranmasse
kennzeichnet, die in dem in Figur 1 dargestellten
Verfahren erzeugt wird;
Fig. 3 ein PuIverdiagramm der in Fig. 2 gezeigten Uranmasse
im Vergleich zu dem Pulverdiagramm einer bisher bekannten
Uranmasse; und
Fig. 4 die monokline Kristallstruktur, die die neue in Fig.
gezeigte Masse kennzeichnet. ■
Um Rohstoffe für das Verfahren zu speichern und anzusetzen,,
werden zwei Behälter vorgesehen, ein Filtratlagerbehälter 10
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und ein /ließbett-Absorptionswäscher-Äbfallbehälter 11.
Der Wascherabfallbehälter ist außerdem mit einem Rührwerk
12 und Eintrittsleitungen 13 scwie 14 ausgestattet, um dem
Abfall MlLHCO, bzw. wässeriges EEL zuzusetzen. Die Eintritte
13 und 14 sowie die dem Wäscherabfall durch diese Eintritte
zugesetzten Eeagentien sind nur für Verfahrensstudienzwecke gedacht. Die Temperatur des Mischers wird außerdem durch
einen Dampfmantel 15 aufrechterhalten, der auch für Studienzwecke vorgesehen ist.
Typische durchschnittliche chemische Analysen jiowie sonstige
chemische und physikalische Daten für diese Abfälle werden nachstehend in tabellarischer Form aufgeführt:
AUC-Filtrat Fließbett- Gemisch Absorptions- 1:1
| |
146 g/l |
wäscher-
Abfall |
103 |
g/l |
0 |
| |
74 g/l |
* 60 g/l |
114 |
g/l |
0-2,5E |
Gesamte Karbonatarten
als CO" |
100 g/l |
*153 g/l |
50 |
g/l |
|
| F" |
267 mg/1 |
nicht fest
stellbar |
168 |
mg/1 |
| U (insgesamt) |
66 mg/1 |
** 70 mg/1 |
|
|
| Fe (insgesamt) ** |
1 mg/1 |
|
|
|
| Cr (insgesamt) ** |
0,9mg/l |
|
|
|
| M (insgesamt) ** |
9,0-9,5 |
|
9, |
| pH |
2,0-2,5N |
8,8-9,0 |
2, |
| Titrierbare Base |
1,10 g/cc |
2,0-2,51 |
|
| Dichte (bei 180C) |
1,06 g/cc |
|
| |
|
Spezifische Wärme 0,92 Kcal/g-^ 0,94 Kcal/g-°C
* Aus Massenbilanz errechnet; ** Beobachtet
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Das "AUC"-FiItrat und der Wäscherabfall werden den Behältern
10 und 11 über Leitungen 16 bzwe 17 entnommen« Die beiden
Medien werden in gleichen Anteilen in einem oder in mehreren
Mischbehältern 20 verbunden, um ein Gemisch oder eine Flüssigkeit
zu bilden, die durch eine Leitung 21 zu einem Säuerungsbehälter 22 gefördert wird* Natürlich kann das Verfahren entweder
für das AUC-Filtrat oder den Wäscherabfall allein angewandt
werden.
Erläuternd sei gesagt, daß der Behälter 22 mit einem Rührwerk 23, einem COp - Gasabzug 24, einem HpSO, - Eintritt 25,
einem pH-Messer 26 und einer Kühlwasser-Tauchschlange 27 ausgestattet
ist.
HpSO, wird dem gerührten und gekühlten Gemisch in dem Behälter
durch ein nicht dargestelltes L-förmiges iiohr zugegeben, Ms der pH-Wert unter 7 und vorzugsweise bei etwa 6,5 liegt.
Andere starke Säuren, z. B. Salzsäure, Salpetersäure und Flußsäure, sind für Karbonatabscheidung geeignet. Schwächere
Säuren, z. B. Essigsäure, sind wahrscheinlich verhältnismäßig unwirksam und unwirtschaftlich für diesen Zweck«,
Das L-förmige Sohr wird für Säurezugabe benutzt, weil es
ermöglicht, daß das COp , welches durch den Kontakt zwischen Schwefelsäure und dem "AUC"-Abfallgemisch freigesetzt wird,
durch die Flüssigkeit strömt, bevor es ins Freie abgeblasen wird. Dieses Merkmal der Erfindung vermindert die Befreiung
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anderer flüchtiger Stoffe auf ein Minimum; eine solche Befreiung tritt gewöhnlich wegen der örtlichen Wärme ein,
die durch den Kontakt zwischen Flüssigkeit und Säure erzeugt wird.
Vorzugsweise hält die Kühlschlange 27 die Lösungstemperatur
in der ersten Stufe des Verfahrens unter 400G. In einer
erläuternden Ausführ,ungsform der Erfindung werden etwa 200
Liter (1) nur des "AUC"-FiItrats mit einer Zusammensetzung
der in der obigen Tabelle beschriebenen Art von dem "AUC-FiI-tratlagerbehälter
10 zum Säuerungsbehälter 22 überführto Je
nach der CO* - Konzentration werden 10 bis 20 1 des konzentrierten
HpSlO/ dem Behälter 22 zugesetzt, um den pH-Wert
auf 6,5 zu senken. Obwohl 6,5 ein bevorzugter pH-Wert ist, dürfte jeder unter 7 liegende saure pH-;iert annehmbar sein,
wobei, die Säure zugesetzt wird, bis die gewünschte Karbonatmenge ausgetrieben ist. Die Flüssigkeit in dem Behälter 22
wird kräftig während der Säurezugabe gerührt und wird, falls erforderlich, auf weniger als 4O0C gekühlt, um den Einschluß
anderer flüchtiger Stoffe in dem COp - Gas, das durch den
Abzug 24 freigegeben wird, auszuschalten.
Wenn die endgültige CO^ -Konzentration in der sich ergebenden
Flüssigkeit auf weniger als 5 g/l herabgesetzt ist, dann wird das Filtrat über eine Leitung 31 in ein Uranfilter 30
überführt. Das Uranfilter 30 ist mit Eintritten 32 bzw. 33
- 11 -
5Ö9BU/Ö€SS
für HpOp und gasförmiges IL ausgerüstet. Jedoch könnte in
diesem Fall wäßriges Ammoniak -verwendet werden, falls es gewünscht wird. Im Betrieb und in Übereinstimmung mit einem
weiteren Merkmal der Erfindung hat das flüssige Gemisch oder
das Restgemisch eine Konzentration von SOT - (Sulfat-) Ionen in lösung als Folge der Zugabe von HpSO, in der vorhergehenden
Säuerungsstufe. Wie nachstehend ausführlicher
beschrieben wird, scheint das Sulfation die Thixotropie zu hemmen und die Filtrierung in der dritten Stufe zu fördern.
Somit ist es durch die Zugabe von HpSO* in der ersten
Stufe nicht nur nicht notwendig, einen aufwendigen Thermosiphonverdampfer
und die zugehörigen Apparaturen vorzusehen, sondern man hat auch noch einen sinnvollen und unervrarteten
Gewinn in der letzten Stufe des Verfahrens,
Das Restgemisch, das zu dem Filter 30 gelangt, wird auf 45 bis 500C erhitzt*, Bei Erreichen dieses Temperaturbereichs
wird die Erhitzung abgeschaltete Das Restgemisch wird dann
durch Hinzufügung von NH^, als wäßrige Lösung oder Gas,
über den Eintritt 33 basisch gestaltet. Obwohl IEL für. die Zwecke der Erläuterung beschrieben wird, dürfte jede Base
dem Zweck der Erfindung dienlich sein, solange das Kation aus der Base in dem Verfahrensabfall akzeptabel ist und
das Uranpräzipitat erzeugt, das nachstehend vollständiger
beschrieben wird. Außerdem ist Ammoniak für den Erfindungszweck besonders geeignet, weil Ammoniumione sich zu Beginn
des Verfahrens in dem Aufgabegemisch befinden.
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Der pH-iVert des Bestgemisches sollte auf eine Größenordnung
von 8,5 bis 9 eingestellt werden. In diesem Zusammenhang ist festgestellt worden, daß ein "pH-V/ERT von 9 für das Verfahren
am geeignetsten ist, Nach der zuvorgenannten Erhitzung und pH-Einstellung wird über den Eintritt 32 das ^C^ der
Lösung zugesetzt. Etwa 2 ml von 60 tigern HpOp sind pro Liter
Restgemisch in dem Behälter 30 erforderlich, um einen ausreichenden Überschuß für eine optimale Uranabscneidung zu
bilden.
Das Uranfilter 30 hat außerdem auch ein Paar Filterkerzen mit einer G-esamtfilterfläche von 350 cm2 und einer Porosität
von 0,4 ju. bei einem nominellen Rückstand von 98 fot um die
Abscheidevorrichtung 34 zu bilden, die das Uranpräzipitat von dem Restgemisch trennt. Um das Mischen und Absetzen zu
fördern, hat der Filterbehälter 30 auch ein Rührwerk und eine innere Dampfschlange, die in der Figur der Zeichnung
jedoch nicht dargestellt sind. Der Abzug des Filtrats aus dem Filterbehälter 30 wird dadurch gefördert, daß man ein
Vakuum an den Filterkerzen 34 über eine Vakuumpumpe aufrechterhält (in der Figur der Zeichnung nicht dargestellt). Das
Reaktionsgemisch wird gerührt, und ein Präzipitat bildet sich langsam. In typischer Weise wird das Rühren etwa eine
Stunde lang fortgesetzt, wonach eine Stunde zum Absetzen eingeräumt wird. Am Ende der zweiten Stunde ist die Abscheidung
fast abgeschlossen; es wurde nachgewiesen, daß der Abscheidegrad dabei über 99 # Uranausfällung liegt.
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Wie in den Zeichnungen dargestellt, wird das Uranpräzipitat aus dem Filterbehälter 30 durch eine Abscheidevorrichtung
35 entfernt, nachdem etwa sieben oder acht Chargen in dem Filter 30 verarbeitet worden sind. Vorzugsweise, umfaßt die
Abscheidevorrichtung 35 ein einfaches Saugfilter mit aus nichtrostendem Stahl bestehenden gesinterten Filte'rplatten.
Es ist festgestellt worden, daß eine bestimmte Menge des
Uranpräzipitats in dem Filter verbleiben sollte, nachdem
der größte Teil dieses Materials über die Abscheidevorrichtung entfernt worden ist, um Keimstoff für die nächste Ausfällung
zu bilden. Diese Keimstoffbildung verbessert die
Absetz- und Filtrierfähigkeit der anschließenden Kestgemischchargen.
Es wird angenommen, daß dies stattfindet, weil das Uran in der überstehenden Flüssigkeit (d. h. in der
Flüssigkeit oberhalb des abgesetzten Präzipitats) durch Filtrierung in der Präzipitatschicht bedeutend vermindert
wird, die sich auf den Filterkerzen 34 gebildet hat. Es wird weiterhin erfindungsgemäß die Theorie vertreten, daß diese
Erscheinung eintritt, weil sehr feine Partikel, die sich in der überstehenden Flüssigkeit in Schwebe befinden, in
der Präzipitatschicht zurückbehalten werden und/oder alternativ das Uran, das nicht ausgefällt worden ist, auch in
dieser Schicht sorbiert wird.
Das FiItrat, das über die Filterkerzen 34 geleitet wird,
strömt in einen F~ - oder CaFp-CaSO4-CaO0xHpO-Ausfäll-
- 14 5098U/0658 .
und -Filterbehälter 36, wie in der Zeichnung dargestellt.
Der Behälter 36 hat einen Eintritt 37, durch den festen GaO der Eeaktionsflüssigkeit zugesetzt wird. Es ist außerdem
ein Dampfabzug 40 vorgesehen, durch den NEL - Dampf und Wasserdampf aus dem Behälter 36 abgezogen werden. Der Verfahrenswirkungsgrad
wird durch die M^-Rückgewinnung und -.Rückführung erhöht. Ein Präzipitatabzug 41 ist auch mit
dem Behälter verbunden, damit die F~ -, SOT und Hydratverbindungen
abgezogen werden können. Bariumoxyd, Magnesiumoxyd und Kalziumhydroxyd könnten auoh geeignet sein, um F""
und SOT auszufällen sowie NIL zu befreien, obwohl diese
Reagentien weniger attraktiv sind als das zur Erläuterung genannte CaO.
Ein weiterer Filtratabzug 42 ist vorgesehen, um die erschöpfte
Verfahrensflüssigkeit abzuziehen, die in Übereinstimmung mit einem Merkmal der Erfindung so niedrige Chemikalienkonzentrationen
hat, daß sie in übliche Abfallbeseiti-r
gungssysteme abgeführt werden kann.
Im Betrieb wird ein Vakuum von etwa 40 - 100 mm WS in dem Behälter 36 aufrechterhalten, um den IEL - und Wasserdampfabzug
zu beschleunigen. Die üblichen chemotechnischen Verfahrenseinrichtungen,
die auch zu dem CaFp - Ausfall- und
Filterbehälter 36 gehören, schließen einen Lufteintritt oder Durchbläser, ein Rührwerk, einen Dampfmantel und eine
innere Wasserkühlschlange ein (in der Zeichnung nicht dargestellt).
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Vorzugsweise wird das ^iltrat in dem Ca^ - Ausfall- und
-Filterbehälter ,36 auf 80 bis 850C erhitzt..- Bei Erreichen
dieses Temperaturbereichs wird die Erhitzung abgeschaltet
und festes CaO der Flüssigkeit zugesetzt. Die Reaktion zwischen der Flüssigkeit und dem CaO ist exotherm, d. h.
sie erzeugt Wärme..
Infolgedessen wird das CaO der Flüssigkeit sehr langsam zugegeben,
z. B. durch die Verwendung einer Aufgäbeschnecke. Das
CaO wird zugegeben, bis bei der bevorzugten Ausführungsform ein 20 $iger Überschuß über die errechnete Menge hinaus
erreicht ist, die erforderlich ist, um alles f~ und S07 auszufällen. So werden z. B. für eine Filtratcharge von
200 1 etwa 50 kg CaO in einem Zeitraum von 1,1/2 Stunden zugegeben.
Das sich ergebende Eeaktionsgemisch wird kontinuierlich gerührt, wenn der gasförmige EEL - und Wasserdampf befreit
werden. Diese Gase werden durch einen aus nichtrostendem Stahl bestehenden Wärmetauscher oder Kondensator 43 in
Platten- und Rahmenausführung geleitet, um den gasförmigen ΕΚ-* - und Wasserdampf zu kondensieren und wässeriges NEU
zu erzeugen. "
Wie es in der Zeichnung dargestellt ist, wird der Kondensator
43 für den· Zweck der M^ - Rückgewinnung vorgesehen.
Ein Teil des wässerigen NIL wird dem Kondensator 43 über den
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EEL - Eintritt 33 entnommen und in das Uranausfällfilter 30 für die pH-Einstellung in dieser zweiten Stufe zurückgeleitet,
wie zuvor beschrieben.
#ie es bereits zuvor erwähnt wurde, ist ein wichtiger und
sinnvoller Vorteil der Erfindung die verhältnismäßig störungsfreie und wirksame Filtrierung von Feststoffen aus der
Reaktionsflüssigkeit in dem CaFg - Äusfällbehälter 36, weil
das bis zu dieser dritten und letzten Stufe des Verfahrens mitgerissenes SOT die Gelentwicklung innerhalb des Behälters
zu hemmen scheint. Somit hat es den Anschein, daß Gelbildung, die dazu neigt, die Ausfällung von Feststoffen bei Filtraten
nach dem Stand der Technik zu vereiteln, nicht vorkommt, weil das Sulfation vorhanden ist, das von der ersten H2SO*-
Zugabe zu der ersten Stufe des Verfahrens mitgerissen wurde.
Der pH-w'ert der Flüssigkeit in dem Behälter 36 ist nicht
besonders wichtig, erreicht aber im allgemeinen etwa 12. Nachdem die GaO-Zugabe abgeschlossen ist, wird das Filtrat
gekocht, um mehr gasförmiges NH* auszutreiben und Restschlamm
in dem CaFp - Ausfällbehälter 36 zu lassen. Dieser Schlamm
ist nicht thixotrop und enthält in fester Form ein Gemisch aus CaF2, CaSO. und CaO0XH2O. Die Filtrierung dieses Feststoffs
aus Schlamm ist verhältnismäßig leicht und ergibt bei der erläuternden Ausführungsform der Erfindung 100 kg/h
Präzipitatkuchen.
Vorzugsweise umfaßt der CaF2 - Ausfäll - und -Filterbehälter
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36 ein Dorr-Oliver-Vakuumtrommelfilter, das mit Walzenabzug
ausgestattet sowie an eine Vakuumpumpen- und -behälterstation
angeschlossen ist.
Verfahrensabfallflüssigkeit, die über die Leitung 42 abgezogen wird, enthält eine unbedeutende Konzentration an Industrieabfallprodukten
und Schmutzstoffen. So ist z. B0 das Hit in einer Menge von weniger als TOO mg/1 -vorhanden;
das CO* kommt in einer Menge vor, die dem normal gelösten
GOp entspricht; die F~ - Konzentration ist geringer als
10 mg/1 und U ist geringer als 1mg/l,
wir uns nochmals der Figur 1 zuwenden, so ist festgestellt
worden, daß das Uranpräzipitat, welches sich an der Abscheidevorrichtung 35 bildet, ein hellgelbes Präzipitat
ist, das eine neuartige chemische Zusammensetzung hat, welche UO4 . 2IH5 . 2HF lautet £ Uranylperoxyd^-Ammoniak^-(Fluorwasserstoff)!.
Figur 2 der Zeichnung zeigt (bei einer 10.000-fachen Vergrößerung mit einem Abtastelektronenmikroskop)
die eindeutig bestimmte, stark geordnete kristalline Struktur, die diese Verbindung kennzeichnet. Diese Substanz
hat ein Pulverdiagramm, das einige Ähnlichkeiten mit demjenigen
hat, welches für 110,.4HpO mitgeteilt wurde. Figur
zeigt einen Vergleich zwischen den beiden Pulverdiagrammen, die allein für die betreffenden Verbindungen gelten und
dieselben kennzeichnen. Zwei herausragende Unterschiede zwischen diesen Bildern ergeben sich aus einer Studie dieser
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Figur. Wie man der Figur 3 entnehmen kann, hat sich das UO- . 2NEL . 2HF - Diagramm geringfügig nach rechts von
dem UO, . 4HpO - Diagramm verlagert. Die Intensität der
UO, . 2M7- . 2HF - Linien ist viel stärker als diejenige
der UO. . 4 HpO - Linien. Diese größere Intensität "beweist
die bessere Kristallinitat und die verhältnismäßig stärkere
Kristallitgröße der UO, . 2IH^ . 2HF - Verbindung.
Chemische Analysen unterstützen weiterhin diesen Beweis einer neuen anorganischen Verbindung, weil diese Analysen zeigen,
daß das Präzipitat in dem Filter 30 fast kein Wasser enthält, jedoch stattdessen offensichtlich gleichmolekulare
Mengen von Ammonium und Fluorid.
Beispiel
Ansetzen - Die für den Nachweis benutzte Probe wurde 200 einer "AUC" - Abfallösung entnommen, die 0,0021 M (Mol)
Uranylion, 9,32 M Ammonium, 9,10 M Fluorid, 0,02 M Gesamtkarbonat enthielt und einen pH-Wert von 9,0 hatte. Die
Gesamtmenge sonstiger Verunreinigungen lag unter 50 mg/l._
Die Ausfällung wurde bei 5O0C durchgeführt, indem 600 ml
40 $iger Wasserstoffperoxydlösung zugesetzt wurden, was
gegenüber Uranylion einem etwa zwanzigfachen Überschuß entsprach. Das Gemisch mit einer tief orangeroten Färbung wurde
kräftig gerührt, bis die erste Trübung erschien; dann wurde
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es einige Stunden lang stehen gelassen. Die Masse des FiI-trats,
das G,5 mg/1 Uran enthielt, wurde abgefüllt; die restliche Aufschlämmung wurde in der Abscheidevorrichtung
35 (Figur 1) filtriert, vorzugsweise über eine' Stahlfilterplatte » Das Präzipitat wurde mit destilliertem Wasser gewaschen,
bis es frei von Ammonium und Fluorid-war; dann wurde
es unter Vakuum bei Eaumtemperatur getrocknet.
Chemische Analysen - Für Uran» Ammoniak, Fluorid, peroxydischen Sauerstoff, Eisen, Wasser und G-esamtkarbonat.
Die Uranmenge in der Probe wurde durch ein volumetrisehes
Verfahren ermittelt. Eine Probe des getrockneten, festen Präzipitats wurde in verdünnter Schwefelsäure aufgelöst
und von kationischen Verunreinigungen dadurch befreit, daß dieselben mit Cupferron/Ghloroform entzogen wurdeno Diese
Extraktionstechnik wird in TID-7029 beschrieben (Nationales Technisches Informationsamt, US-Handelsministerium, Springfield,
Virginia 22151). Das Uran wurde auf den vierwertigen Zustand in einem Reduktor nach Jones abgebaut und anschließend
mit Ferrieisen oxydiert. Das so gebildete Ferroeisen wurde mit 0,025 ΪΓ Kaliumdichromat titriert, wobei
Batrium-Diphenylaininsulfat als Indikator diente„
Fluorid wurde in einer sauren Lösung der Präzipitatprobe auf folgende Weise bestimmt. Die Lösung wurde mit Chloressigsäure
und latriumhydroxyd bei einem pH-wert von 2,6
. - 20 S098U/0SB8
gepuffert und direkt mit 0,1 N Thornitratlösung titrierte
Als Indikator wurde Alizarin 3 verwendet.
Ammoniak in der Präzipitatprobe wurde durch das übliche Kjehldahl-Verfahren ermittelt. Dieses Verfahren wird z. B.
auf den Seiten 311 bis 313 von Analytische Chemie- eine Einführung von D. A. Skoog und anderen, erschienen bei Holt,
Rinchart and v/ins ton, New York, 1965, beschrieben.
Peroxydischer Sauerstoff wurde in dem Präzipitat durch Titrierung mit 0,1 ET Kaliumpermanganatlösung in der V/eise
bestimmt, die eingehender in der veröffentlichten Arbeit von G-. W. v'fatt, S. U. Achorn und J. L. Marley beschrieben wird
(Zeitschrift der amerikanischen chemotechnischen Gesellschaft,
3341, 1950). Die Wasseranalyse erfolgte nach der bekannten IJethode von Karl Fisher.
Alle diese Stoffe - Uran, Fluorid, Ammoniak und peroxydischer Sauerstoff - wurden in dem Präzipitat nachgewiesen, das in
der Abscheidevorrichtung 35 (Figur 1) abgetrennt wurde. Für die Bestimmung wurden die oben genannten Analyseverfahren
benutzt.
Die Ergebnisse der obigen Analysen sind wie folgt: Tabelle 1 Chemische Analyse und liolverhältnisse für
UO. . 2M5. 2HF
- 21 -5098U/0658
°/o errechnet für i° festge-.2HF
stellt
Festgestelltes
Molverhältnis
| U |
63.3 |
61.4-0.1 |
1.00 |
0 |
.04 |
| HB+ |
9.6 |
9.8± 0.1 |
2.11± |
0 |
.04 |
| F |
10.1 |
10.4- 0.1 |
2.12± |
0 |
.04 |
| Peroxydisches 0 |
8.5* |
8.8± 0.1 |
2.14+· |
|
|
| Karbonat (als CO* ) |
|
0.7- 0.1
O ^R"*"O 001 |
—_ |
|
|
| H2O |
|
KJ » _JO KJ . KJKJ I
0.2± 0.1 |
|
|
|
| |
|
|
| |
* Zwei Atome peroxydischen Sauerstoffs pro UO. - luolekül.
Das v/asser und das Karbonat sind offensichtliche Verunreinigungen,
und man suchte eine bekannte Formel, die zu den beobachteten Molverhältnissen passen würden. Keine bekannte
Verbindung paßt zu den Ergebnissen der obigen chemischen Analysen. Die Formel UO, . 2NIL . 2HF ist jedoch vollständig
mit den oben erwähnten chemischen Analysen vereinbar.
Röntgen-Pulverbeugungsanalyse - Die in Figur 3 dargestellten
Beugungsbilder für das Präzipitat erhielt man mit der Guinier-Kamerao Die .Röntgenstrahlen wurden in einer Söhre
5098U/0658
- 22 -
mit einer Kupferaufprallfläche erzeugt. Diese Aufprallfläche sendet eine Röntgenstrahlung aus, die eine bestimmte Frequenz
und Wellenlänge hat, welche mit "K0C-] - Linie" bezeichnet
wird. Im einzelnen wird die hier vorliegende Strahlung mit "CuK oC-i- Strahlung bezeichnet, bei der die Strahlungswellenlänge
(/\ ) gleich 1,5405.Angström-Einheiten
ist", wobei 1 Angström gleich 10" cm ist.
was den lachweis des einmaligen und neuartigen chemischen Charakters des Präzipitats an der Abscheidevorrichtung 35
(Figur 1) angeht, so wird nochmals auf Figur 3 verwiesen. Als Ausgangspunkt wird das PuIverdiagramm unzweideutig mit
dem bekannten Pulverdiagramm für UO, . 4EUO verglichen.
Um die rohen Pulverdiagrammdaten in eine Anzeige über das Kristallgefüge für diese neue 'Verbindung umzuwandeln, wurde
an den ßöntgendaten in üblicher Weise eine mathematische Analyse der "kleinsten Quadrate " vorgenommen. Die Analyse
der "kleinsten Quadrate " ergab, daß das Kristallgitter oder die Gefügeanordnung der Atome, die die einzelnen Kristalle
bilden, "inonoklin" ist. Nebenbei sei gesagt, daß eine "monokline"
Kristallstruktur durch drei Seiten a, b und c bestimmt ist, wobei die Gesamtwinkel zwischen den Seiten a
und b und den Seiten b und c gleich 900C ist, der G-esamtwinkel
zwischen den Seiten a und c nicht gleich 90° ist, die Seite c kürzer ist als die Seite a oder gleich lang wie
dieselbe und die Seite b eine willkürliche Länge aufweist. Die "monokline" Anordnung dieser neuen Verbindung ist in
- 23 5098U/0658
iigur'4 dargestellt. In Begriffen der üblichen Kristalleingliederungen
ausgedrückt kann man sagen, daß der »Yinkel f>
zwischen der horizontalen Seite a und der'vertikalen
Seite c des Kristalls 93.39° - 0,001° beträgt/ Der Winkel Y, der zwischen den beiden horizontalen Kristallseiten
a und b ausgebildet ist, ist 90 und die Längen der Seiten a, b und- c betragen 11.719 - 0,002 ,
6.648± 0,001'S bzwc 4.225 ± 0,001 S. . Diese KristalleingliederungsgröJBen
sind einmalig für diese chemische Verbindung und wiederholen sich nicht bei irgendeinem anderen
Stoff.
Die Ergebnisse der Röntgenanalyse, die die rohen Daten
lieferte, aus denen die Kristallstruktur entwickelt wurde, werden in Tabelle 2 aufgeführt.
Tabelle 2. Pulverdiagramm von UD4
Strahlung; Λ =1,5404 I)
2M
2HF
d (Ä) .
beobachtet |
hkl. |
-. . I .
( geschätzt ) |
| 5.85 |
200 j
110 i |
100 breit . |
| 4.23 |
00I
|
20 |
| 3.53 |
201 |
20 |
|
3,. 47
|
iiT |
20 |
| 3.37 |
310 ; |
50 |
| |
111 I |
|
5 09814/0658
-2 4-
|
a (I)
|
hkl |
I |
5 |
| Beobachtet |
|
(geschätzt) |
5 |
| 3.33 |
201 |
\ 10 |
5 |
| |
020 |
/ |
5 |
| 2.93 |
400 |
5 |
| 2.89 |
220 |
5 |
| 2.703 |
31? |
10 |
| 2.614 |
021 |
3 |
| 2.571 |
311 |
5 |
| 2.478 |
40Ϊ |
5 |
| 2.420 |
22T |
5 |
| 2.355 |
221 |
5 |
| 2.341 |
401 |
5 |
| 2.209 |
510 |
3 |
| 2.197 |
420 |
20 |
| 2.179 |
130 |
|
| 2.111 |
002 |
3 |
| 2.020 |
202 |
3 |
| 2.002 |
5ΐτ ;
> |
10 Diff. |
| |
112 ) |
|
| 1.983 |
42T |
r 10 |
| 1.963 |
112 |
|
| 1*945 |
202 ;
5 |
10 |
| |
13Ϊ 3 |
|
| 1.926 |
330 j |
| |
131 ! |
| 1.912 |
421 ; |
| |
511 : |
-25 -
509814/0658
a (S)
beobachtet |
hkl |
I -
(geschätzt) |
- |
| 1.829 |
312 |
3 |
| 1.812 |
60T |
3 |
| 1.781 |
022 |
3 |
| 1.773 |
33T |
1 |
| 1.760 |
402 |
• 1 |
| 1.748 |
312 |
5 |
| 1.731 |
601 |
5 Diff. |
| 1.682 |
620 |
10 |
| 1.662 |
040 |
5 Diff. |
| 1.621 |
710 |
3 |
| 1.609 |
530 |
3 |
| 1.598 |
240 |
3 |
| 1.591 |
62Ϊ |
3 |
| 1.569 |
512 |
1 |
| 1.556 |
422 |
1 |
| 1.545 |
041 |
3 Diff. |
| 1.535 |
621 |
1 |
| 1.522 |
132 |
5 |
| 1.504 |
24T |
3 Diff. |
| 1*484 |
711 j
512 I |
10 |
| 1.475 |
" 602 |
1 |
| 1.461 |
800 |
1 |
| 1.443 |
440 \ |
5 |
| |
332 I |
- 26 -
509814/0658
beobachtet
- 26 -
hkl
(geschätzt)
| 1.403 |
332 |
1 Diff. |
| 1.375 |
113 |
1 Diff. |
| 1.356 |
801 ;
• |
5 |
| |
113 ) |
|
| 1.347 |
203 ί |
3 |
| |
622 J |
|
| 1.336 |
730 |
1 |
| 1.321 |
712 ] |
|
| |
313 j |
5 |
| |
150 ! |
|
| 1.305 |
042 \ |
3 |
| |
532 J |
|
| 1.295 |
023 |
3 |
| 1.283 |
242 I |
1 |
| |
622 I |
|
| 1.275 |
313 |
1 |
| 1.264 |
640 j |
3 Diff. |
| |
242 ! |
|
| 1.257 |
821 |
3 Diff. |
worin die Miller-Indices hkl bekannte Bezeichnungen sind,
welche, verwendet werden, um die Ebenen in einem Kristallgitter zu kennzeichnen; siehe C. Kittel "Einführung in die
- 27 -
509814/0 658
- 27 - .
Festkörperphysik", Seite 13, erschienen bei John Wiley &
Sons, 1953; \d ist die Trennung zwischen den Ebenen, die
durch die Miller-Indices gekennzeichnet sind, und I^ ist
die relative Intensität einer Beugungslinie in Bezug auf die am stärksten ausgeprägte Linie in dem Beugungsbild.
Sowohl bei UO4 . 2NH5 o 2HF als auch bei UO4 . 4H2O wird
der wesentliche Gefügerahmen durch UO, - Einheiten gebildet,
wobei ITCL , +HF bzw. HoO Zwischengitterplätze zwischen
diesen UO4 - Einheiten einnehmen. Weiterhin scheint aus
einer Analyse der Daten hervorzugehen, daß die Stickstoff-
und Fluoratome in der UO4 . 2NH, « 2HF - Verbindung die
gleichen Gitterplätze einnehmen wie die Wassermolekül-Sauerstoffatome
in dem UO4 . 4HpO, mit dem die neue Verbindung
verglichen worden ist.
Diese neue chemische Verbindung UO4 . 2ITCL-. 2HF ist ein
nützliches Aufgabegut für die Erzeugung von UOp« Die
Verbindung wird außerdem hergestellt, ohne daß Umweltverschmutzungsstoffe gebildet werden. In der Praxis kann das
UO4 . 2M3 . 2HF - Präzipitat auf vielerlei Wegen in die
UOp - Produktion zurückgeleitet werden. Als typisch werden
drei dieser Verfahren nachstehend beschrieben.
Bei der ersten Technik wird UO4 . 2NH5 . 2HF mit dem "AUCMi
Pulver in dem UOp - Umwandlungsprozeß gemischt«, Bei-diesem
• - 28 5098U/0658
Verfahren wird das UO4 . 2HN, . 2HF und "AUC"-Gemisch
zunächst zu UO, gebrannt. Stöchiometrisches UOp, bei dem
genau zwei Sauerstoffatome für jedes Uranatom vorhanden sind, wird aus dem gebrannten UO^ erzeugt, indem man den
gesamten überschüssigen Sauerstoff in dem gebrannten UO, mit Wasserstoffgas brennt oder "reduziert". In dem stöchiometrischen
UOp vorhandene Fluoridverunreinigungen werden
durch Pyrohydrolyse beseitigt, d. h. das Gut wird unter Dampf gesetzt, um leicht trennbares HF zu erzeugen.
Das stöchiometrische UO2 - Pulver ist spontan in Luft
brennbar, d. h. es ist luftentzündlich. Dementsprechend
wird dieses UOp teilweise mit einer kontrollierten Luftmenge
oxydiert, um diese Eigenschaft der Luftentzündlichkeit zu
beseitigen. Das Ergebnis dieser zweiten Oxydation ist eine stabile, nicht-stöchiometrische Verbindung von etwa
ü02.08 Ms U02.20'
Bei der zweiten Technik wird das UO „ o 2NHZ . 2HF bei hohen
ο 4 3 Temperaturen (z. B. 750 G) in Gegenwart von Dampf und Luft
erhitzt (d.h. gebrannt und pyrohydrolysiert). Dieser Vorgang erzeugt U^Or, - Pulver, das weniger als 100 ppm Fluorid
hat. Das sich ergebende U,0o kann in verschiedenen Mengen
mit einem stabilen UO2 - Pulver gemischt werden, das man
aus der AUC-Umwandlung für zukünftige Verarbeitung erhält»
- 29 -
5098U/0658
Bei der dritten Technik wird UO/. 2NH, . 2HF in Salpetersäure
(HNO,) gelöst. Die sich ergebende Uranylnitratlösung
wird in die "AIIC" - Ausfällung aufgegeben. Das Präzipitat wird in stabiles UOp in der gleichen Weise umgewandelt,
wie sie in Verbindung mit der ersten Technik beschrieben wurde.
Somit ergibt die Erfindung nicht nur ein wirkungsvolles sekundäres Rückgewinnungsverfahren für den Entzug τοη nützlichen
Uranmengen aus Verfahrensabfällen in einer Umweltverschmutzungsstoffe
ausschaltenden v/eise, sondern auch eine neue und nützliche chemische Verbindung.
- 30 -
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