DE2353265C2 - Bugwulst für Schiffe - Google Patents
Bugwulst für SchiffeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Bugwulst, der starr mit dem Schiffskörper verbunden ist, der sich bis vor das
vordere Lot erstreckt und dessen obere Begrenzungsfläche zum vorderen Lot hin abfällt, und bei welchem die
Neigung der oberen Begrenzungslinie einer vertikalen Längsschnittfläche durch den Wulst gegen die Horizontale in einem Winkel geneigt ist, der in dem Bereich von
2° bis 21° liegt
Bugwülste sind bekannte Formelemente des Unterwasserschiffes, die zur Reduktion der erforderlichen
Antriebsleistung angeordnet werden.
Man ist üblicherweise bestrebt, den Wellenwiderstand (Normalkraft auf die Schiffsoberfläche) durch den
Wulst in der Weise zu reduzieren, daß das vom Bugwulst erzeugte Wellensystem mit den übrigen Wellen so
interferiert, daß sich ein Gesamtwellensystem geringerer Energie einstellt. Eine andere, besonders für völlige
Wülste zutreffende Betrachtungsweise geht davon aus, daß das im Bugwulst untergebrachte Deplacement in
geringerer Weise zum Widerstand beiträgt als an anderen Stellen des Schiffsrumpfes.
Ein Teil der Wellenenergie wird gleich nach Entstehung in Wärme umgesetzt, wenn sich die Wellen
— besonders die Bugwellen — überschlagen. Dieser Widerstandanteil wird Spritzer- oder Wellenbrechungswiderstand genannt. Mit BugwUlsten ist es möglich, auch
diese Widerstandskomponente klein zu halten oder in Sonderfällen ganz zum Verschwinden zu bringen.
Der Reibungswiderstand wird besonders bei vor dem Lot vorspringen Wülsten vergrößert. Der Ablösungswiderstand kann durch den Bugwulst vergrößert oder
verkleinert werden. Der Propulsionsgütegrad wird vom
Bugwulst meist leicht verbessert Dabei ist die Verbesserung größer als durch die Reduktion des Schubbelastungsgrades und als Folge der Widerstandsminderung erklärbar. Der Propulsionsgütegrad wird auch
s dann meßbar besser, wenn sich der Bugwulst widerstandsmäßig neutral verhält
Außer der durch die Potentialtheorie — Quell-Senkenverfahren — erfaßbaren Verdrängungswirkung des
Bugwulstes ist eine Leitfiächenwirkung vorhanden. Die
ίο Leitflächenwirkung der Wulstoberseite führt häufig zu
Spritzerbildung und Widerstandserhöhung, wenn das Wasser durch die Wulstoberseite nach oben geleitet
wird und es dann mit der in der Gegend des Vorstevens entstehenden Bugwelle zu Resonanzerscheinungen
! j kommt Zur Vermeidung dieses Effektes ist es üblich, die
Wulstoberseite in einem Abstand von der Wasseroberfläche anzuordnen, der etwa der Wulstbreite entspricht.
Kann man diese Oberflächenstörung vermeiden, dann ist nach der Potentialtheorie für hochliegende Wülste
μ eine noch stärkere Widerstandsreduktion zu erwarten.
Die Konturen der Oberseite von Bugwülsten, die vor dem Lot vorspringen, sind üblicherweise so gehalten,
daß das Wasser vom Staupunkt aus bis hinter dem Vorsteven auf der ganzen Strecke nach oben geleitet wird,
d. h, üblicherweise erfolgt eine Leitflächenwirkung in
einer unzweckmäßigen Richtung.
In der Zeitschrift »Seewirtschaft«, 1971, S. 827, wird in
Abbildung la ein Schiff mit einem Bugwulst skizziert, bei dem die Potentialwirkung des Wulstes mit Hilfe der
Singularitätenmethode durch eine als Bugwulst benutzte Kugel demonstriert wird. Die Kugel ist mit dem
Schiffskörper durch einen Konus verbunden, der eine horizontale Achse besitzt. Eine Leitflächenwirkung ist
hier aus folgenden Gründen nicht zu erwarten: Der
3.1 Wulst besteht aus einem horizontalen, zentralsymmetrischen Körper, bei dem auf der Oberseite die Strömung nach unten geleitet wird, bei dem aber auf der
Unterseite die Strömung nach oben geleitet wird. Auf der großen Entfernung zur W?.sserlk..ie hin ist die Leit
flächenwirkung von Ober- und Unterseite weitgehend
ausgeglichen. Auch in der Beschreibung wird nur die Potentialwirkung erwähnt, nicht aber eine Leitflächenwirkung.
Weiter ist eine Bugform mit drei Bugwülsten bekannt,
die nach hinten abfallende, obere Begrenzungsflächen
aufweisen. Zwischen den Bugwülsten befindet sich jeweils ein Strömungskanal, der die Aufgabe hat, das
von vorn anströmende Wasser nach unten unter den Schiffsboden zu leiten. Es handelt sich hier um eine
Zwangsführung des Wassers in zwei Kanälen, die schräg nach unten gerichtet und offen sind. Auf der Wulstobersei'e wird ein annähernd konstanter Strömungsquerschnitt ohne einen wellenbceinflussenden Effekt erzielt
(FR-PS 15 21 376).
Es ist auch ein starr mit dem Schiffskörper verbundener Bugwulst bekannt, der sich vor das vordere Lot
erstreckt und dessen obere Begrenzungsfläche zum vorderen Lot hin abfällt, wobei die Neigung der oberen
Begrenzungslinie gegen die Horizontale in einem
Winkel ist, der im Bereich von 2° bis 2\° liegt (Mitteilungen Nr. 4/1968 des Forschungszentrums des
Deutschen Schiffbaues).
Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem Bugwulst, der starr mit dem Schiffskörper verbunden ist, sich bis vor
<>5 das vordere Lot erstreckt und dessen obere Begrenzungsfläche zum vorderen Lot hin abfällt, und mit dicht
unter der Wasseroberfläche liegenden Oberseiten, die in Ruhelage die Wasseroberfläche durchstoßen, die Ober-
fläohenstörungen der Wasserströmung stark zu reduzieren.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, daß die obere Begrenzungslinie
einer Schnittfläche durch den Bugwulst parallel zur vertikalen Mittellängsschiffsebene im Seitenabstand von 2
bis 4% der Schiffsbreite und im Bereich des Vorstevens einen größten senkrechten Abstand von der Konstruktionswasserlinie
von höchstens 1/4 des Konstruktionstiefganges
hat und daß die obere Begrenzungslinie auf der halben Wulstlänge einen senkrechten Abstand zur
unteren Begrenzungslinie von mindestens 3A des Konstruktionstiefganges
hat.
Wenn die Wulstoberseite von vorn in Richtung Steven eine abfallende Tendenz hat, fließt das Wasser am
Steven glatter ab als bei üblichen Wulstformen, bei denen die Oberseite vor dem Steven eine nach hinten ansteigende
Tendenz hat. Durch die nach hinten abfallende Wulstoberseite ist es möglich, die Wulstseitenkontur
bis an die Konstruktionswasserlinie heranzuführen oder noch darüber hinaus zu gehen, wie es potentialtheoretisch
von Vorteil ist, ohne die bei üblictron Wulstformen
damit verbundenen widerstandserhöhenden Wasseroberflächenstörungen in Kauf nehmen zu müssen.
Es ist strömungstechnisch vorteilhaft, bei einem Bugwulst dieser Gattung die obere Begrenzungsfläche mindestens
auf eine Länge von '/2% der Schiffslänge zum vorderen Lot hin abfallen zu lassen.
Unabhängig von der nach hinten abfallenden Wulstoberseite kann der Bugwulst durch ein in der Mittellängsschiffsebene
angebrachtes Füllblech fast beliebig profiliert werden. Dieses Füllblech kann in vorteilhafter
Weise als Steven zum Eisbrechen durch Anheben der Eisdecke ausgebildet werden. Weiterhin kann dieses
Blech auch statischen und ästhetischen Zwecken dienen. Die Anordnung solcher Füllbleche ist aus der Zeitschrift
»Hansa«, 1968, Nr. 13, S. A 27, bekannt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
dargestellt, das im folgenden näher beschrieben wird. Es zeigt
F i g. 1 einen Querschnitt durch einen Bugwulst in der Spantebene I-l der F i g. 2 und
F i g. 2 eine Vorstevenkontur einschließlich Bugwulst gemäß F i g. 1.
Die Fig. I zeigt die Hauptspantkontur 1 und die
Mittellängsschiffsebene 2. Die Schnittfläche 11-11 befindet
sich im Abstand von 3% der Schiffsbreite parallel zur Mittellängsschiffsebene 2.
Gemäß F i g. 2 bezeichnet die Linie 3, 4 einen auf der Wulstoberseite gelegenen Teil der Begrenzungslinie
der Schnittfläche !!-!! mit einer Länge von mindestens einem halben Prozent der Schiffslänge.
Das vordere Lot ist mit 5 bezeichnet. Ein Füllblech 6 kann in bestimmten Fällen angeordnet werden. Die
Konstmktionswasserlinie ist mit 7 bezeichnet.
Die obere Begrenzungsfläche des Bugwulstes fällt nach hinten ab, so daß die Wasserströmung im Bugwulstbereich
vor dem Vorsteven eine nach abwärts gerichtete Komponente, die glättend auf die im Vorstevenbereich
aufsteigende Bugwelle wirkt, erhält.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Bugwulst, der starr mit dem Schiffskörper verbunden ist, der sich bis vor das vordere Lot erstreckt
und dessen obere Begrenzungsfläche zum vorderen Lot hin abfällt und bei welchem die Neigung der
oberen Begrenzungslinie einer vertikalen Längsschnittfläche durch den Wulst gegen die Horizontale
in einem Winkel geneigt ist, der in dem Bereich von 2" bis 21° liegt, dadurch gekennzeichnet, daß die obere Begrenzungslinie einer
Schnittfläche (II-Il) durch den Bugwulst parallel zur
vertikalen Mittellängsschiffsebene (2) im Seitenabstand von 2 bis 4% der Schiffsbreite und im Bereich
des Vorstevens einen größten senkrechten Abstand von der Konstruktionswasserlinie (7) von höchstens
1A des Konstruktionstiefganges hat und daß die
obere Begrenzungslinie auf der halben Wulstlänge einen senkrechten Abstand zur unteren Begrenzungslinie von mindestens 3M des Konstruktionstiefganges hat.
2. Bugwulst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die obere Begrenzungsfläche mindestens auf eine Länge von Ui0Io der Schiffslänge zum
vorderen Lot (5) hin abfällt
3. Bugwulst nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an der oberen Begrenzungsfläche
in der vertikalen Mittellängsschiffsebene (2) ein Füllblech (6) mit nach hinten ansteigender Oberkante angeordnet ist
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2353265A DE2353265C2 (de) | 1973-10-24 | 1973-10-24 | Bugwulst für Schiffe |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2353265A DE2353265C2 (de) | 1973-10-24 | 1973-10-24 | Bugwulst für Schiffe |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2353265B1 DE2353265B1 (de) | 1975-02-27 |
| DE2353265C2 true DE2353265C2 (de) | 1978-07-13 |
Family
ID=5896280
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2353265A Expired DE2353265C2 (de) | 1973-10-24 | 1973-10-24 | Bugwulst für Schiffe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2353265C2 (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| NO334428B1 (no) * | 2009-01-27 | 2014-03-03 | Vard Design As | Anordning ved skrog for et flytende fartøy |
-
1973
- 1973-10-24 DE DE2353265A patent/DE2353265C2/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2353265B1 (de) | 1975-02-27 |
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