DE2349649B1 - Zusammen mit einem Anhaengerbremsventil einsetzbares Umschaltventil - Google Patents
Zusammen mit einem Anhaengerbremsventil einsetzbares UmschaltventilInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein zusammen mit einem Anhängerbremsventil einsetzbares Umschaltventil
zum Rangieren von druckluftgebremsten Anhänger-Fahrzeugen mit Zweileitungs-Bremse, die eine mindestens
einen Kreis aufweisende Betriebsbremse und eine Federspeicherbremszylinder aufweisende Hilfs-
und/oder Feststellbremse besitzt, mit einem Gehäuse und einem in ihm dichtend geführten Schieber, der
durch einen von der Druckluft der Vorratsleitung beaufschlagbaren Kolben in die Normalstellung geführt
und dort gehalten ist, in der die zu dem Vorratsbehälter des Kreises führende Leitung abgesperrt ist, und der
manuell in eine Rangierstellung verschiebbar ist, in der die Bremsen gelöst sind.
Ein derartiges Umschaltventil ist aus der DT-OS 21 35 924 bekannt, die ansonsten eine Zweileitungs-Zweikreis-Anhängerbremsanlage
zeigt, weiche zwei getrennte Anhängerbremsventile aufweist. Eines der beiden Anhängerbremsventile steht über das Umschaltventil
mit den Federspeicherbremszylindern, die nur in einem Kreis angeordnet sind, in Wirkverbindung.
Das Umschaltventil wird bei dem Anschluß und der Durchströmung der Vorratsleitung der Anhängerbremse
durch einen am Schieber angeordneten Kolben in die Normalstellung geführt und dort gehalten, falls der
Schieber nicht schon vorher in der Normalstellung war. Bei dem Abkuppeln des Anhängers werden in üblicher
Weise die Federspeicherbremsen angezogen. Zu Rangierzwecken kann der Schieber des Umschaltventils
manuell in die Rangierstellung gebracht werden, wobei die Vorratsleitung abgetrennt und die Federspeicherbremszylinder
mit Druckluft aus dem Vorratsbehälter des einen Kreises beschickt werden. Diese bekannte
Zweileitungs-Zweikreis-Anhängerbremsanlage weist den Nachteil auf, daß sich die Bremsdrücke der Betriebsbremse
und der Hilfs- und/oder Feststellbremse in den kombinierten Federspeicherbremszylindern
überlagern können, so daß die Radbremsen an dieser Stelle einer Überlastung ausgesetzt sind. Diese Überlastung
tritt immer dann auf, wenn Betriebsbremse und Hilfs- und/oder Feststellbremse gleichzeitig betätigt
werden.
Aus der US-PS 30 95 244 ist eine Druckluftbremsanlage bekannt, die mit Federspeicherbremszylindern
ausgerüstet ist. Die Federspeicherbremszylinder sind über die Betriebsbremse und über die Hilfs- und/oder
Feststellbremse ansprechbar. Um eine Überlastung zu vermeiden, ist ein Zweiwegeventil in die Leitungsverbindung
eingeschaltet, welches auch als Schnellöseventil ausgebildet sein kann. Das Zweiwegeventil arbeitet
derart, daß jeweils nur der höhere Bremsdruck weitergegeben wird. Ein Schnellöseventii ist derart aufgebaut,
daß der jeweils höhere Druck den Einlaßsitz des jeweils niederen Druckes schließt. Mit beiden Ventilen ist
es somit möglich, eine Überlastung der Radbremsen zu vermeiden. Allerdings erfordert der Einbau von Zweiwegeventilen
oder Überlastungsschutzventilen eine Erhöhung des Aufwandes für die gesamte Bremsanlage.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Umschaltventil der eingangs beschriebenen Art in Verbindung
mit einer Druckluft-Zweileitungs-Bremsanlage aufzuzeigen, bei der bei einfachem Aufbau eine Überlastung
der Betriebsbremse und der Hilfs-und/oder Feststellbremse vermieden wird.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß
zum Zwecke eines Überlastungsschutzes der Bremse der Kolben des Schiebers als Differentialkolben ausgebildet
ist, der auf seiner größeren Wirkfläche von der Druckluft der Vorratsleitung und auf seiner kleineren
Wirkfläche von der Bremsluft der Betriebsbremse beaufschlagt ist. Die Erfindung zeigt auf, wie durch geringfügige
konstruktive Änderungen dem Umschaltventil, welches in derartigen Bremsanlagen ohnehin
vorhanden ist, eine zweite Funktion, nämlich die Über-
lastsicherung der Radbremse, zusätzlich zugeordnet werden kann. Selbstverständlich erfüllt das Umschaltventil
zum Rangieren von druckluftgebremsten Anhänger-Fahrzeugen seine bekannte Funktion. Ein weiterer
wesentlicher Vorteil des Umschaltventiles mit dem Differentialkolben
und der definierten Anströmung besteht darin, daß bei länger anhaltenden Betriebsbremsungen,
beispielsweise bei Gefällefahrten, die Vorratsleitung nicht unterbrochen wird, so daß die Vorratsbehälter
laufend nachgefüllt werden können. Die erfindungsgemäße Ausbildung des Umschaltventils ist auch
insofern vorteilhaft, als bei Betriebszuständen, in denen das Motorfahrzeug relativ viel Druckluft verbraucht
hat und die Betätigung der Betriebsbremse erforderlich wird, die Bewegung des Schiebers des Umschaltventils
dazu führt, daß die Vorratsleitung zu dem Vorratsbehälter des Anhängers und den Federspeicherbremszylindern
des Anhängers kurzzeitig unterbrochen wird, so daß die Druckluftbeschaffungsanlage des Motorfahrzeuges
die Druckluftvorratsbehälter auf dem Motorfahrzeug auffüllen kann und ferner das ungewollte Einsetzen
einer Bremsung des Anhängers durch die Federspeicherbremszylinder nicht möglich ist.
Mit besonderem Vorteil ist in an sich bekannter Weise das Gehäuse des Umschaltventils an dem Gehäuse
des Anhängerbremsventils ansetzbar oder in diesem integriert vorgesehen. Damit ergibt sich ein besonders
einfacher Aufbau der Bremsanlage. Die Leitungsverbindungen zwischen dem Anhängerbremsventil und
dem Umschaltventil werden sehr kurz und bestehen nur aus einzelnen Bohrungen im gemeinsamen Gehäuse.
Die Konstruktion des Umschaltventils ist unabhängig davon, ob das Anhängerbremsventil für einkreisige
oder für zweikreisige Anhängerbremsung ausgebildet ist.
In bevorzugter Ausführungsform ist die kleinere Wirkfläche des Differentialkolbens aus einer Kreisringfläche
gebildet, deren Außendurchmesser dem Außendurchmesser der größeren Wirkfläche entspricht und
deren Innendurchmesser von einer zentrischen Bohrung im Schieber begrenzt ist, in der ein ortsfester
Fortsatz vom Gehäuse hineinreichend dichtend vorgesehen ist. Diese Ausbildung erfordert lediglich die Anbringung
einer durchgehenden Bohrung im Gehäuse des Umschaltventils. Es ist aber selbstverständlich auch
möglich, den Differentialkolben als Stufenkolben auszubilden, so daß die kleinere Wirkfläche als Kreislauffläche
ausgebildet ist.
Der Schieber weist in an sich bekannter Weise zwei Dichtungen auf, die zwischen sich eine Verbindungsnut
einschließen, wobei die der größeren Wirkfläche zugeordnete Dichtung als in Richtung des Flusses der
Vorratsluft überströmbare Rückschlagmanschette ausgebildet ist. Diese Ausbildung ist erforderlich, um eine
Rückströmung der Vorratsluft aus dem Lösebehälter in die abgekuppelte Vorratsleitung zu vermeiden.
Der Durchmesser des ortsfesten Fortsatzes am Gehäuse des Umschaltventils ist größer als der Durchmesser
der den Bedienungsknopf tragenden Schieberstange, so daß auf jeden Fall sichergestellt ist, daß der
Schieber des Umschaltventils normalerweise in die Normalstellung geführt bzw. in dieser gehalten wird
und sich aus dieser Stellung nur dann herausbewegt, wenn entweder Rangierbewegungen durchgeführt werden
oder der Überlastschutz bewirkt wird.
Eine besonders einfache Ausführungsform des Aufbaues des Umschaltventils ergibt sich dann, wenn die
kleinere Wirkfläche des Differentialkolbens des Schiebers aus einer Kreisringfläche gebildet ist, deren Innendurchmesser
von dem Durchmesser der den Bedienungsknopf tragenden Schieberstange bestimmt ist.
Hierzu ist es im allgemeinen erforderlich, die Achse des Umschaltventils etwa in 90° zu der Achse des Anhängerbremsventils
anzuordnen, sofern beide Ventile baulich vereinigt sind. Das Umschaltventil kann aber
auch in anderer Weise angeordnet werden, wenn dies der Durchmesser des Steuerkolbens des Anhängerbremsventiles
zuläßt. Keinerlei Schwierigkeiten treten selbstverständlich auch dann auf, wenn Umschaltventil
und Anhängerbremsventil als getrennte Aggregate ausgebildet sind und lediglich über Leitungen in Verbindung
stehen. Der wesentliche Vorteil dieser Ausbildungsform besteht darin, daß ein ortsfester Fortsatz am
Gehäuse des Umschaltventils entbehrlich wird und die ohnehin vorhandene Schieberstange, die den Bedienungsknopf
trägt, gleichzeitig dazu herangezogen wird, die kleinere Wirkfläche des Differentialkolbens mitzubilden.
Ferner erübrigt sich die Anbringung einer Entlüftungsbohrung in der Schieberstange.
Einige bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und im folgenden
beschrieben. Es zeigt
F i g. 1 einen Längsschnitt durch das mit dem Anhängerbremsventil baulich vereinigte Umschaltventil
sowie die wesentlichen Teile einer einkreisigen Anhängerbremsanlage,
F i g. 2 eine ähnliche Anlage wie in F i g. 1, lediglich für zweikreisige Anhängerbremsung und
F i g. 3 einen Querschnitt durch das Umschaltventil in einer weiteren Ausführungsform.
Das Umschaltventil 1 ist mit dem Anhängerbremsventil 2 baulich vereinigt. Das Gehäuse 3 des Anhängerbremsventils
2 geht in das Gehäuse 4 des Umschaltventiles 1 über. Es ist auch möglich, das Gehäuse
4 von dem Gehäuse 3 lösbar und ansetzbar zu gestalten oder aber das Umschaltventil 1 als von dem Anhängerbremsventil
2 getrenntes Aggregat auszubilden und lediglich entsprechende Leitungsverbindungen vorzusehen.
Das Umschaltventil 1 weist einen im Gehäuse 4 dichtend geführten Schieber 5 auf, der eine Schieberstange
6 besitzt, die in einem nach außen durchreichenden Bedienungsknopf 7 endet. Wesentliches Merkmal des
Schiebers 5 ist der Differentialkolben 8, der eine große Wirkfläche 9 und eine kleinere Wirkfläche 10 aufweist.
Zur Lagerung des Schiebers 5 ist eine durchgehende Bohrung 11 im Gehäuse 4 vorgesehen. Die größere
Wirkfläche 9 des Differentialkolbens 8 ist hier als Kreisringfläche ausgebildet. Der Außendurchmesser
der größeren Wirkfläche 9 wird durch den Durchmesser der Bohrung 11 bestimmt, während der Innendurchmesser
durch den Durchmesser der Schieberstange 6 festgelegt wird. Die Schieberstange 6 ist mit Hilfe einer
Dichtung 12 dichtend und gleitend im Gehäuse 4 geführt.
Die kleinere Wirkfläche 10 ist ebenfalls eine Kreisringfläche. Zu diesem Zweck weist der Schieber 5 eine
Bohrung 13 auf, in die ein ortsfester Fortsatz 14 hineinreicht, der in der gezeigten Weise mit dem Gehäuse 4
verbunden bzw. an diesem angeordnet ist. Eine Dichtung 15 in dem ortsfesten Fortsatz 14 legt diesen Innendurchmesser
fest.
Der Schieber 5 weist darüber hinaus in an sich bekannter Weise zwei Dichtungen 16, 17 auf, die zwischen
sich eine Verbindungsnut 18 einschließen.
Auf der Seite der größeren Wirkfläche 9 des Schie-
bers 5 bzw. des Differentialkolbens 8 ist die Vorratskammer 19 angeordnet, während sich auf der gegenüberliegenden
Seite ein Raum 20 befindet, der mit der Bremskammer in Verbindung steht
Die Vorratsleitung 21 der Zweileitungs-Anhängerbremse
ist an einen Verschluß 22 herangeführt, der Verbindung zu der Vorratskammer 19 hat.
Das Anhängerbremsventil 2 besitzt einen Anschluß 23 für die Bremsleitung 24. Das Anhängerbremsventil 2
ist ansonsten nicht Gegenstand der vorliegenden Anmeldung. Es besitzt einen Steuerkolben 25, einen
Drucksicherungskolben 26, einen ortsfesten Gehäuseeinsatz 27 und ein Aus- und Einlaßventil 28, die so zusammenwirken,
wie dies etwa auch bei bekannten Anhängerbremsventilen der Fall ist Von dem Raum 20
des Umschaltventils 1 führt eine Bohrung 29 zu der Bremskammer 30, über deren Anschluß 31 eine Leitung
32 zu den Bremszylindern 33 führt Am Gehäuse 3 des Anhängerbremsventils 2 ist ferner ein Anschluß 34 vorgesehen,
von dem eine Leitung 35 zu dem Vorratsbehälter 36 der Betriebsbremse führt Ein Anschluß 37
gestattet die Verbindung einer Leitung 38 mit einem Vorratsbehälter 39 zum Lösen der Federspeicherbremszylinder
beim Rangieren. Die Federspeicherbremszylinder 40 sind über eine Leitung 41 an einen
Anschluß 42 angeschlossen. Der Anschluß 42 steht über eine Bohrung 43 mit der Vorratskammer 19 des Umschaltventils
1 in Verbindung. An die Verbindungsnut 18 schließt ein Kanal 44 zwischen dem Umschaltventil
1 und dem Anhängerbremsventil 2 an, der in der gezeigten Weise Verbindung mit dem Vorratsbehälter 39
hat. An dem Gehäuseeinsatz 27 ist ein Rückschlagventil in Form einer Rückschlagmanschette 45 vorgesehen
und angeordnet, die die Aufgabe hat, die Rückströmung von Vorratsluft aus dem Vorratsbehälter 39 und dem
Vorratsbehälter 36 in die Vorratsleitung 21 zu verhindern.
Die Funktion und Wirkungsweise des Umschaltventils 1 in Verbindung mit dem Anhängerbremsventil 2 in
der dargestellten Bremsanlage ist folgende:
Die Anlage ist in drucklosem Zustand dargestellt, wobei sich der Schieber 5 des Umschaltventils 1 in der
Normalstellung befindet Werden die Vorratsleitung 21 und die Bremsleitung 24 an die entsprechenden Kupplungsköpfe
eines Motorfahrzeuges angeschlossen und die Druckluftbeschaffungsanlage in Betrieb gesetzt, so
ist die Bremsleitung 24 entlüftet während Vorratsluft durch die Vorratsleitung 21 herangeführt wird. Diese
Vorratsluft führt zunächst den Schieber 5 des Umschaltventils 1 in die in F i g. 1 gezeigte Normalstellung,
falls er sich nicht schon in dieser Stellung befindet, und hält ihn dort fest, indem die Vorratsluft in der Vorratskammer
19 auf die größere Wirkfläche 9 des Differentialkolbens einwirkt Der Raum 20 ist entlüftet. Aus der
Vorratskammer 18 strömt Vorratsluft über die Bohrung 43, den Anschluß 42 und die Leitung 41 zu den
Federspeicherbremszylindern 40, die hierdurch gelöst werden. Gleichzeitig strömt Druckluft über die Rückschlagmanschette
45 und den Anschluß 37 durch die Leitung 38 in den Vorratsbehälter 39. Hat sich der
Druck genügend aufgebaut so daß der Drucksicherungskolben 26 entgegen der Kraft der ihn beaufschlagenden
Feder verschoben wird, so daß das Durchlaßventil öffnet, so gelangt Vorratsluft über den Anschluß
34 und die Leitung 35 in den Vorratsbehälter 36 für die Betriebsbremse. Das Einlaßventil 28 ist geschlossen.
Das Anhängerfahrzeug ist in diesem Zustand betriebsbereit, d. h. es kann von dem Motorfahrzeug mitgenommen
werden.
Wird eine Betriebsbremsung erforderlich, so wird über die Bremsleitung 24 Druckluft auf den Steuerkolben
25 gegeben, wodurch das Auslaßventil geschlossen und das Einlaßventil 28 geöffnet wird, so daß Druckluft
aus dem Vorratsbehälter 36 über die Bremskammer 30 und die Leitung 32 zu den Bremszylindern 33 strömen
kann. Gleichzeitig gelangt die ausgesteuerte Bremsluft über die Bohrung 29 in den Raum 20 des Umschaltventils
1 und beaufschlagt die kleinere Wirkfläche 10 des Differentialkolbens 8. Da auf der größeren Wirkfläche
9 des Differentialkolbens 8 der Vorratsdruck lastet, hat der Bremsdruck keine Möglichkeit, den Schieber 5 bzw.
den Differentialkolben 8 aus seiner Normalstellung herauszuführen. Ist jedoch durch einen vorherigen relativ
großen Druckluftverbrauch auf dem Motorfahrzeug der Druck in der Vorratsleitung 21 bis zu einem gewissen
Grade gesunken, so kann der ausgesteuerte Bremsdruck in dem Raum 20 zu einer kurzzeitigen Verschiebung
des Schiebers 5 aus der Normalstellung heraus führen. Dabei wird die Bohrung 43 von der Dichtung 15
überfahren, so daß die Bohrung 43 mit dem Kanal 44 über die Verbindungsnut 18 in Verbindung steht so daß
Druckluft aus dem Vorratsbehälter 39 zu den Federspeicherbremszylindern
40 geführt wird und die Federspeicherbremszylinder daher gelöst bleiben. Eine Nachfüllung
von Vorratsluft auf dem Anhängerfahrzeug ist in diesem Moment nicht möglich, so daß die Druckluftbeschaffungseinrichtung
auf dem Motorfahrzeug Gelegenheit hat, den Druckluftvorrat auf dem Motorfahrzeug
beschleunigt zu ergänzen. Ist der Druck in der Vorratsleitung 21 jedoch wieder über den entsprechenden
Grenzwert gestiegen, so wird der Differentialkolben 8 bzw. der Schieber 5 wieder in seine Normalstellung
zurückgeführt
Wird bei nichtbetätigter Betriebsbremse die Hilfs- und/oder Feststellbremse durch die Entlüftung der
Vorratsleitung 21 eingesteuert, dann werden die Federspeicherbremszylinder 40 entlüftet und damit die Bremse
angelegt. Der Schieber 5 des Umschaltventils 1 verbleibt währenddessen in der Normalstellung. Wird jetzt
zusätzlich zu der eingeschalteten Hilfs- und/oder Feststellbremse eine Betriebsbremsung durchgeführt, so gelangt
Druckluft über die Bremsleitung 24 auf den Steuerkolben 25, so daß sich endlich auch in der Bremskammer
30 ein entsprechender Druck aufbaut, der über die Bohrung 29 auch in dem Raum 20 ansteht. Dieser
Druck schaltet nun das Umschaltventil 1 um, d.h. er führt den Differentialkolben 8, da er auf seiner großen
Wirkfläche 9 entlüftet ist, in die Rangierstellung über, in der die Bohrung 43 mit dem Kanal 44 verbunden ist.
Damit gelangt Druckluft aus dem Vorratsbehälter 39 in die Federspeicherbremszylinder 40, so daß die Federn
zusammengedrückt und die Hilfs- und/oder Feststellbremse ausgeschaltet wird, während gleichzeitig die
Betriebsbremsung durch die Beaufschlagung der Bremszylinder 33 erfolgt. Wird anschließend die Betriebsbremsung
beendet während die Hilfs- und/oder Feststellbremse noch eingeschaltet ist, dann wird auch
der Raum 20 entlüftet, so daß das Umschaltventil 1 in der Rangierstellung verbleibt Erst ein Drückanstieg in
der Vorratsleitung 21 bewirkt die Rückführung des Schiebers 5 in die Normalstellung.
Beim Rangieren ist der Anhänger abgekuppelt, so daß die Vorratsleitung 21 und die Bremsleitung 24 entlüftet
sind. Infolgedessen ist die Feststellbremse mit Hilfe der Federspeicherbremszylinder 40 angezogen.
Wird nun durch Ziehen am Bedienungsknopf 7 der'
Schieber 5 in die Rangierstellung überführt, so gelangt Druckluft aus dem Vorratsbehälter 39 zu den Federspeicherbremszylindem
40, so daß diese gelöst werden und der Anhänger manövrierfähig ist. Der Anhänger
kann in einfacher Weise wieder festgebremst werden, indem der Schieber 5 von Hand in die Normalstellung
zurückgeführt wird. Wird diese Rückverstellung vergessen, so wird der Schieber 5 automatisch beim Ankuppeln
der Vorratsleitung 21 und entsprechender Druckerhöhung in die Normalstellung zurückgeführt.
Wird aber aus irgendeinem Grunde zuerst die Bremsleitung 24 angeschlossen, während die Vorratsleitung 21 noch unterbrochen ist, so steht Druckluft
über die Bremsleitung 24 an, die aus irgendeinem Grunde eingeschaltet ist. Damit wird auch in der Bremskammer
30 ein entsprechender Bremsdruck ausgesteuert werden und der Schieber 5 durch Druckaufbau in dem
Raum 20 in die Rangierstellung verschoben, so daß auf jeden Fall die Federspeicherbremszylinder 40 belüftet
werden und damit eine Überlagerung der Bremskräfte der Betriebsbremsung und der Hilfs- und/oder Feststellbremse
vermieden wird. Wird anschließend die Vorratsleitung 21 angekuppelt, so erfolgt auch hier ein
Druckanstieg, so daß der Schieber 5 wieder in die Normalstellung zurückgeführt wird, so daß das Fahrzeug
betriebsbereit ist, also die Federspeicherbremszylinder 40 keine Bremswirkung ausüben.
In F i g. 2 ist eine zweikreisige Anhängerbremsanlage dargestellt, bei der zwei Anhängerbremsventile 2
aneinandergeflanscht sind. Eines dieser Anhängerbremsventile 2 weist das Umschaltventil 1 auf, welches
so ausgebildet ist, wie an Hand von F i g. 1 beschrieben. Lediglich die Dichtung 16 ist hier als Rückschlagmanschette
47 ausgebildet, während an Stelle der Rückschlagmanschette 45 eine Dichtung 48 vorgesehen ist.
Die Funktion ist analog. Die Bremsanlage ist mit Doppelbremszylindern
46 ausgestattet, die zweikreisig über die Leitungen 32; 32' angesteuert werden. Über die Leitung
41 werden die Federspeicherbremszylinder 40 beaufschlagt. Mit dem einen Umschaltventil 1 können
sämtliche Bremszylinder bedient bzw. geschaltet werden.
In F i g. 3 ist eine weitere Ausführungsform des Umschaltventils
1 dargestellt, welches sich durch besonders einfachen konstruktiven Aufbau kennzeichnet. Die große
Wirkfläche 9 des Differentialkolbens 8 ist hier als Kreisfläche ausgebildet. Die Schieberstange 6 wird
dazu benutzt, die kleinere Wirkfläche 10 zu bilden, die hier eine Kreisringfläche ist. Bei dieser Konstruktion
kann somit die Bohrung 11 durchgehend ausgeführt werden. Trotzdem wird der Differentialkolben 8 gebildet,
wobei die Schieberstange 6 eine Doppelfunktion erhält. Darüber hinaus wird der Aufbau des Schiebers 5
auch insofern einfacher, als die Entlüftungsbohrung 49 gemäß F i g. 1 in der Schieberstange 6 entbehrlich ist.
Der ortsfeste Fortsatz 14, die Bohrung 13 im Schieber 5 und die Dichtung 15 entfallen ebenfalls. Das Umschaltventil
1 gemäß F i g. 3 kann als separates Gerät ausgebildet sein oder aber auch mit dem Gehäuse eines einkreisigen
oder zweikreisigen Anhängerbremsventils baulich vereinigt sein, wobei es sich empfiehlt, die
Achse des Umschaltventils 1 etwa 90° zu der Achse des Anhängerbremsventils anzuordnen, damit der Bedienungsknopf
7 trotz des relativ großen Durchmessers des Steuerkolbens 25 gut zugänglich bleibt. Insbesondere
aus Gründen der guten Erreichbarkeit des Umschaltventils 1 kann dieses jedoch auch getrennt vom
Anhängerbremsventil 2 angeordnet werden, wobei lediglich entsprechend Leitungsverbindungen analog den
Bohrungen 43,44 und 29 vorzusehen sind.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen 5095Π/259
Claims (6)
1. Zusammen mit einem Anhängerbremsventil einsetzbares Umschaltventil zum Rangieren von
druckluftgebremsten Anhänger-Fahrzeugen mit Zweileitungs-Bremse, die eine mindestens einen
Kreis aufweisende Betriebsbremse und eine Federspeicherbremszylinder aufweisende Hilfs- und/oder
Feststellbremse besitzt, mit einem Gehäuse und einem in ihm dichtend geführten Schieber, der
durch einen von der Druckluft der Vorratsleitung beaufschlagbaren Kolben in die Normalstetlung geführt
und dort gehalten ist, in der die zu dem Vorratsbehälter des Kreises führende Leitung abgesperrt
ist, und der manuell in eine Rangierstellung verschiebbar ist, in der die Bremsen gelöst sind,
dadurch gekennzeichnet, daß zum Zwekke eines Überlastungsschutzes der Bremse der Kolben
des Schiebers (5) als Differentialkolben (8) ausgebildet ist, der auf seiner größeren Wirkfläche (9)
von der Druckluft der Vorratsleitung (21) und auf seiner kleineren Wirkfläche (10) von der Bremsluft
der Betriebsbremse beaufschlagt ist.
2. Umschaltventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in an sich bekannter Weise sein
Gehäuse (4) an dem Gehäuse (3) des Anhängerbremsventils (2) ansetzbar oder in diesem integriert
vorgesehen ist.
3. Umschaltventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die kleinere Wirkfläche
(10) des Differentialkolbens (8) aus einer Kreisringfläche gebildet ist, deren Außendurchmesser dem
Außendurchmesser der größeren Wirkfläche (9) entspricht und deren Innendurchmesser von einer
zentrischen Bohrung (13) im Schieber (5) begrenzt ist, in der ein ortsfester Fortsatz (14) vom Gehäuse
(4) hineinreichend dichtend vorgesehen ist.
4. Umschaltventil nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (5) in an sich bekannter
Weise zwei Dichtungen (16; 17) aufweist, die zwischen sich eine Verbindungsnut (18) einschließen,
wobei die der größeren Wirkfläche (9) zugekehrte Dichtung (16) als in Richtung des Flusses
der Vorratsluft überströmbare Rückschlagmanschette (47) ausgebildet ist.
5. Umschaltventil nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser des
ortsfesten Fortsatzes (14) größer als der Durchmesser der den Bedienungsknopf (7) tragenden Schieberstange
(6) ist.
6. Umschaltventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die kleinere Wirkfläche
(10) des Differentialkolbens (8) des Schiebers (5) aus einer Kreisringfläche gebildet ist, deren Innendurchmesser
von dem Durchmesser der den Bedienungsknopf (7) tragenden Schieberstange (6) bestimmt
ist.
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|---|---|---|---|
| DE19732349649 DE2349649C2 (de) | 1973-10-03 | 1973-10-03 | Zusammen mit einem Anhängerbremsventil einsetzbares Umschaltventil |
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| DE19732349649 DE2349649C2 (de) | 1973-10-03 | 1973-10-03 | Zusammen mit einem Anhängerbremsventil einsetzbares Umschaltventil |
Publications (2)
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| DE2349649B1 true DE2349649B1 (de) | 1975-03-13 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19732349649 Expired DE2349649C2 (de) | 1973-10-03 | 1973-10-03 | Zusammen mit einem Anhängerbremsventil einsetzbares Umschaltventil |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2349649C2 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3605444A1 (de) * | 1985-02-23 | 1986-09-25 | Graubremse Gmbh, 6900 Heidelberg | Druckluftbremsanlage fuer anhaenger |
| DE3630892A1 (de) * | 1986-09-11 | 1988-03-24 | Graubremse Gmbh | Zweileitungs-bremsanlage fuer anhaenger |
| EP1188634B1 (de) * | 2000-09-14 | 2008-02-06 | WABCO GmbH | Anhängerbremsventil für Anhängefahrzeuge mit elektronischer Bremsregelung und erweiterter Sicherheit des geparkten Anhängers |
-
1973
- 1973-10-03 DE DE19732349649 patent/DE2349649C2/de not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3605444A1 (de) * | 1985-02-23 | 1986-09-25 | Graubremse Gmbh, 6900 Heidelberg | Druckluftbremsanlage fuer anhaenger |
| DE3630892A1 (de) * | 1986-09-11 | 1988-03-24 | Graubremse Gmbh | Zweileitungs-bremsanlage fuer anhaenger |
| EP1188634B1 (de) * | 2000-09-14 | 2008-02-06 | WABCO GmbH | Anhängerbremsventil für Anhängefahrzeuge mit elektronischer Bremsregelung und erweiterter Sicherheit des geparkten Anhängers |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2349649C2 (de) | 1975-10-23 |
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