DE2344780A1 - Antibiotikum xk-49-1-b-2, verfahren zu seiner herstellung auf mikrobiologischem wege und arzneipraeparate - Google Patents
Antibiotikum xk-49-1-b-2, verfahren zu seiner herstellung auf mikrobiologischem wege und arzneipraeparateInfo
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Description
Antibiotikum XK-49-1-B-2, Verfahren zu seiner Herstellung auf
mikrobiologischem Wege und Arzneipräparate
Priorität: 7. September 1972, Japan, Nr. 89085/72
Die Erfindung betrifft das neue Antibiotikum XK-49-1-B-2, ein
Verfahren zu seiner Herstellung auf mikrobiologischem Wege und Arzneipräparate.
Das Hydrochlorid des Antibiotikums XK-49-1-B-2 ist durch folgende
Eigenschaften gekennzeichnet:
(a) Elementaranalyse: C = 32,13 %, N = 14,20 %, H = 6,34 %
und Cu = 3,4 %r
(b) UV-Spektrum (Wasser): im wesentlichen gemäß Fig. 1 mit
Absorptionsmaxima bei 244 und 293 mu?
(c) IR-Spektrum: im wesentlichen gemäß Fig. 2 mit Hauptbanden
bei folgenden Wellenzahlen (cm ): 3400, 3200 (sh),'295O, 1720, 1655, 1635,
1580 bis 1550, 1520 bis 1510 (sh), 1460, 1250, 1050, 1010, 980 (sh);
409811/1174
"2 - 234A780
(d) Verhältnis der UV-Absorption (Wasser) 244/293 ΐηι: 1,34;
(e) Farbreaktion: positive Sakaguchi-, Pauli- und Ehrlich-
Reaktionen, negative Ninhydrinreaktion;
(f) Papierchromatographie: Rf-Werte gemäß Tabelle I;
(g) Dünnschichtchromatographie an Kieselgel: R^-Werte gemäß
Das Antibiotikum XK-49-1-B-2 ist wasserlöslich und reagiert alkalisch. Daher betrifft die Erfindung auch die Salze des
Antibiotikums mit Säuren, insbesondere das Hydrochlorid.
Das Hydrochlorid XK-49-1-B-2 ist leicht bläulich oder grünlich gefärbt und gut wasserlöslich. Es ist löslich in Methanol,
schwach löslich in Äthanol und fast unlöslich in organischen Lösungsmitteln, wie Aceton, Butanol, Essigsäureäthylester,
Essigsäurebutylester, Diäthylather und Benzol. Es weist keinen
definierten Schmelz- oder Zersetzungspunkt auf, sondern zersetzt sich bei Temperaturen über 190 C allmählich. Das in Fig.
abgebildete UV-Spektrum ist in Wasser, 0,1 η Salzsäure und 0,ln Natronlauge aufgenommen. Das in Fig. 2 abgebildete IR-Spektrum
ist die Aufnahme eines KBr-Preßlings.
Außer den vorgenannten Farbreaktionen zeigt das Plydrochlorid von
XK-49-1-B-2 eine schwache Reaktion beim Farbtest mit Kaliumpermangat.
Die R^-Werte dieses Hydrochlorids sind in Tabelle I zusammengestellt.
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Tabelle I
Rf-Werte des Hy<3 roch lor ids von XK-49-1-B-2 bei aufsteigender
Papierchromatographie:
| Laufmittel | Rf-Wert | Laufzeit, Std. |
| 20 % (Gew./Vol.) Ammoniumchlorid 10 % (Gew./Vol.) Ammoniumchlorid 1 /o (Gew./Vol.) Ammoniumchlorid 0,5 %(Gew./Vol.) Ammoniumchlorid mit Wasser gesättigtes n-Butanol n-Butanol-Essigsäure-Wasser (3:1:1 Volumverhältnis) mit Wasser gesättigter Essigsäure- äthylester mit Wasser gesättigtes n-Butanol mit 2 % (Gew./Vol.) p-Toluolsulfon- säure und 2 % (Vol./Vol.) Piperidin |
0,75 0,72 0,40 0,15 0,00 0,08 0,00 0,02 |
3 3 3 3 ' 15 15 4 15 |
Im folgenden wird das Antibiotikum der Erfindung mit bekannten
Antibiotika verglichen. Bisher.sind keine wasserlöslichen, basisch reagierenden Antibiotika bekannt, die von Mikroorganismen
der Gattung Streptosporangium gebildet werden. Aus den vorstehenden Ausführungen geht hervor, daß XK-49-1-B-2 wasserlöslich ist,
basisch reagiert, Amidbindungen aufweist, Kupfer enthält und UV-Absorptionsmaxima bei 244 und 293 mu aufweist. Es sind bisher
folgende Antibiotika mit diesen Eigenschaften bekannt: Phleomycin (vgl. T. Ikekawa et al., J. Antibiotics, Ser.Al7,
(1964), S. 194), Bleomycin (vgl. H. Umezawa et al., J. Antibiotics Ser.Al9 (1966), S. 200; H. Umezawa et al., J. Antibiotics Ser.
A19 (1966), S. 210 und US-PS 3 681 491), Zorbamycin, Zorbonomycin B, Zorbonomycin C (vgl. A.D. Argoudelis et al.,
L_ J. Antibiotics, Bd. 24 (1971), S. 543), YA56-X und YA56-Y ^
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(vgl. Y. Ito et al., J. Antibiotics, Bd. 24 (1971), S. 727).
Wie bereits erwähnt, beträgt das Verhältnis der XJV-Absorption 244/293 bei XK-49-1-B-2 1,34, während dieses Verhältnis bei
Phleomycin, Zorbamycin, Zorbonomycin C, YA45-X und YA56-Y 2,89, 2,91, 2,77, 2,78 bzw. 2,85 beträgt. Das Antibiotikum der
Erfindung unterscheidet sich also darin von den vorgenannten bekannten Antibiotika. Die entsprechenden Absorptionsverhältnisse
für Bleomycin und Zorbonomycin B betragen 1,1 bis 1,3 bzw. 1,21. In dieser Beziehung ist das Antibiotikum der Erfindung
diesen beiden Antibiotika ähnlich. Bekanntlich gibt es von Bleomycin die Komponenten A^, A^, A.,, A^, Aj-/ Ag, B,, B2, B~, B^
und B5. Bei der Sakaguchi-Reaktion reagieren XK-49-1-B-2- und
die Bleomycin-B-Komponenten positiv, während alle A-Komponenten von Bleomycin negativ reagieren. Außerdem gibt XK-49-1-B-2 eine
negative Ninhydrin-Reaktion, während Bleomycin A^, A5 und A^
positiv reagieren. Das Antibiotikum der Erfindung unterscheidet sich also in dieser Beziehung von den genannten Bleomycin A-Komponenten.
In Tabelle II sind die Rf-Werte von XK-49-1-B-2 bei Dünnschichtchromatographie
an Kieselgel unter verwendung von verschiedenen Laufmitteln mit den entsprechenden Werten von Bleomycin A2, A5,
B„ und B. sowie von Zorbonomycin B verglichen.
L _J
U 0 9 8 1 1 / 1 1 7 4
| 1 | Rf-Wert | 2 | 3 | 4 | |
| 0,20 | 0,75 | 0,35 | 0,40 | ||
| 0,28 | 0,46 | 0,55 | 0,08 | ||
| 0,05 | 0,60 | 0,25 | 0,08 | ||
| 0,54 | 0,80 | 0,70 | 0,10 | ||
| 0,14 | 0,75 | 0,68 | 0,10 | ||
| 0,05 | 0,77 | 0,83 | 0,25 | ||
| Substanz ^^"""^^-^ | |||||
| XK-49-1-B-2 | |||||
| Bleomycin A? | |||||
| Bleomycin A5 | |||||
| Bleomycin B3 | |||||
| Bleomycin B4 | |||||
| Zorbonomycin B | |||||
Laufmittel 1: obere Phase eines Gemisches aus Chloroform,
Methanol und 17prozentigem wässrigem Ammoniak (2:1:1 Volurateile)
2: Gemisch aus einer lOprozentigen Ammoniumacetatlösung und Methanol (1:1 Volumteile)
3: Gemisch avxs Methanol, einer lOprozentigen
Ammoniumacetatlösung und lOprozentigem wässrigem
Ammoniak (10:9:1 Volumteile)
4: 0,05 m Citronensäurepuffer vom pH-Wert 6,5
Aus Tabelle II geht hervor, daß sich das Antibiotikum der Erfindung
von Bleomycin B3 und Zorbonomycin B in den Rf-Werten
bei Dünnschichtchromatographie an Kieselgel unterscheiden. Außerdem geht aus dieser Tabelle hervor, daß XK-49-1-B-2 den
gleichen R^-Wert wie Bleomycin B* bei Verwendung eines Gemisches
aus einer lOprozentigen Ammoniumacetatlösung und Methanol (1:1) als Laufmittel aufweist. Aus der US-PS 3 681 491 ist es
bekannt, daß die Rf-Werte von Bleomycin B,, B3 und B5 bei der
Dünnschichtchromatographie mit dem gleichen Lösungsmittelsystem, d.h. einem Gemisch aus einer lOprozentigen Ammoniumacetatlösung
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sich
und Methanol (1:1),/vom entsprechenden Wert von B4 unterscheiden.
und Methanol (1:1),/vom entsprechenden Wert von B4 unterscheiden.
Der Rjr-Wert von B^ beträgt 0,50, während die entsprechenden Werte
von B,, B3 und B1- 0,15, 0,68 bsw. 0,52 betragen. Daraus ergibt
sich ein Unterschied des Antibiotikums der Erfindung von Bleomycin B,, B^ und B1-.
Aus den vorstehenden Ausführungen geht hervor, daß das Antibiotikum
XK-49-1-B-2 neu ist und sich von den vorgenannten Antibiotika
deutlich unterscheidet.
Das Verfahren zur Herstellung des Antibiotikums XK-49-1-B-2
auf mikrobiologischem Wege ist dadurch gekennzeichnet, daß man einen Mikroorganismus der Gattung Streptosporangium, der zur
Bildung von XK-49-1-B-2 fähig ist, in einem Nährmedium züchtet, das Antibiotikum XK-49-1-B-2 in der Gärmaische anreichert und
anschließend daraus gewinnt.
Als besonders geeignet hat sich die Art Streptosporangium violaceochromogenes erwiesen. Der typische Stamn Streptosporangium
violaceochromogenes I-K-49 wurde aus einer Bodenprobe aus
dem Sumpf gebiet in Yoshioka-rnura, Kitagunma-gun, Gunma-ken,
Japan, isoliert. Dieser Stamm wurde bei der American Type Culture Collection, Rockville, Maryland, unter der Nummer 21807
hinterlegt. Dieser Stamm hat die folgenden Eigenschaften: I. Morphologische Eigenschaften;
Gutentwickeltes Substratmycel, verzweigt, Durchmesser 0,4 bis
0,8 u,
Luftmycel septiert, 0,6 bis 0,8 u Durchmesser, gerade mit ein-
Luftmycel septiert, 0,6 bis 0,8 u Durchmesser, gerade mit ein-
L_ fachen Verzweigungen. _j
A 0 9811/1174
Es wird praktisch keine Bildung von schleifen- oder spiralförmigem
Luftmycel beobachtet. Es bilden sich reichlich kugelförmige Sporangien auf dem Luftmycel. Die Sporangien
haben einen Durchmesser von 4 bis 9 u. Die Sporangxophoren sind länglich geformt und weisen eine Länge von 15 bis 30 u
und einen Durchmesser von etwa 0,6 bis 0,8 ρ auf.
Die Sporangiosporen sind spiralförmig in den Sporangien angeordnet.
Sie sind oval oder zylindrisch geformt, v/eisen eine Größe von 0,8-0,9p χ 1,2-1,Sp auf. Sie haben eine glatte
Oberfläche, v/eisen keine Geißeln auf und sind nicht beweglich.
II. Züchtuncfseigenschaften auf verschiedenen Nährmedien
Das Wachstum auf natürlichen Nährmedien ist im allgemeinen sehr gut. Das Substratmycel ist goldfarben und das Luftmycel weiß bis
rosa-weiß. Auf einem /^gar-Medium bildet sich tief rötlich-violettes
Pigment. Das Wachstum auf synthetischen Medien ist gering, wobei sich reichlich Luftmycel in pulvriger Form bildet.
Die Züchtungseigenschaften auf verschiedenen allgemein verwendeten
Nährmedien nach einer zweiwöchigen Züchtung bei 27°C sind in Tabelle III zusammengestellt. Die Farbangaben entsprechen der
Einteilung in "Color Harmony Manual" (Container Corporation of America).
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Tabelle III Züchtungseigenschaften auf verschiedenen Nährmedien
| Medium | Substratmycel | Luftmycel | lösliches Pigment |
| Czapek-Ägar | W: gering F: farblos |
W: mäßig, pulvrig F: muschel- rosa (5ba) |
keines |
| Glucose-. Asparagin-Ägar |
W: gering F: farblos |
W: mäßig, pulvrig F: muschel- rosa (5ba) |
keines |
| Nähragar | W: gut F: orange farben (41a) |
W: gut F: v.'eiß (a) |
F: himbeer farben (9nc) |
| J3i-Albumin- Agar |
Vi: gering F: farblos |
W: mäßig, pulvrig F: muschel- rosa (5ba) |
keines |
| Stärke-7\gar | W: gering F: farblos |
W: gering F: muschel- rosa (5ba) |
keines |
| Hefeextrakt- Malzextrakt- Agar |
W: mäßig F: goldfarben (21c) . |
W: gering F: weiß (a) |
keines |
| Hafermehl-Agar | W: mäßig F: goldfarben (21c) |
W: gut F: muschel- rosa (5ba) |
C: schrnutzig- gelb (l«l/2gc) |
| Glycerin- Asparagin-Agar |
W: gering F: kolonial gelb, mais gelb (2ga) |
W: gering F: weiß (a) |
keines |
| Bennett-Agar | W: gut F: melonen gelb (3ga) |
W: gut F: weiß (a) pfir- sichrosa (5ea) |
C: himbeer- farben (9nc) |
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Emerson-Agar
W: gut
F: bernsteinfarben (3nc)
W: gut
F: weiß (a)
C: himbeer· farben (9nc)
Glucose-Hefeextrekt-Agar
W: gut
F: kolonialgelb, maisgelb (2ga)
W: gut
F: weiß (a)
keines
Pepton-Eisen-Agar
W: gering
F: senf-goldfarben (2ne)
W: gering F: weiß (a)
keines
Tyrosin-Agar
W: gering F: kolonialgelb
maisgelb (2ga)
W: mäßig, pulvrig
F: muschelrosa (5ba)
keines
W: Wachstum
F: Farbe
F: Farbe
Die Verwertung von Kohlenstoffquellen ergibt sich aus Tabelle IV,
Tabelle IV Verwertung von Kohlenstoffquellen
| Kohlenstoffquelle | Verwertung | Kohlenstoffquelle | Verwertung |
| D-Arabinose | - | D-Mannit | - |
| D-Galactose | + | D-Mannose | ++ |
| D-Glucose | ++ | D-Raffinose | - |
| Glycerol | + | L-Rhamnose | - |
| D-Lactose | - | " Stärke | ++ |
| D-Fructose | ++ | D-Xylose | + |
| D-Inosit | + | Saccharose | + |
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- 10 - "1
(1) Wachsturasbedingungen;
Das Wachstum ist gut unter aeroben Bedingungen. Die Wachsturastemperatur
beträgt 25 bis 4O°C mit einem Teraperaturoptimum bei 30 bis 37 C. Der genannte Stamm wächst in einem pH-Bereich
von 6,0 bis 8,5 bei einem pH-Optimum um 7,3.
(2) Verflüssigung von Gelatine:
Bei einer Stichkultur wird keine Verflüssigung von Gelatine
beobachtet (2 Wochen bei 27 C) . Es tritt aber eine leichte Verflüssigung nach einer längeren Züchtungsdauer auf.
(3) Wirkung auf Milch:
Das Wachstum ist gering,und es tritt nach zweiwöchiger
Züchtung bei 27 C keine Änderung ein. Nach einer Züchtung von etwa einem Monat wird Koagulation und Heptonisierung
beobachtet.
(4) Zersetr.ung von Cellulose: negativ
(5) Stärkehvdrolvse: positiv
(6) Reduktion von Uitrat: positiv
(7) Bildung von Tyrosinase: negativ
(8) Chromoqene Wirkung: negativ
Der Stamm MK-49 bildet auf einem Agar-I-Iedium kugelförmige
Sporangien am Luftmycel. Die Sporangiosporen bilden keine
Geißeln und sind nicht beweglich. Eine reichliche Anzahl von Sporangiosporen ist innerhalb eines Sporangiums spiralenförmig
miteinander verbunden.
Aufgrund dieser morphologischen Eigenschaften wird der Stamm
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" n - 23U780
MK-49 als sporangienbildender Actinomycet, insbesondere als
Stamm der Gattung Streptosporangium eingeordnet. Es sind etwa 20 Arten der Gattung Streptosporangium bekannt. Es existiert
zwar bisher keine systematische Klassifikation der Mikroorganismen der Gattung Streptosporangium, jedoch werden nach der Farbe
des Luftmycels vier Ilauptgruppen unterschieden/ d.h. eine rosafarbene,
eine grünlichgraue, eine dunkelgraue und eine weiße Gruppe. Die Farbe des reifen Luftmycels des Stammes MK-49 ist
rosa
musche.l/farben. Aus diesem Grund wird dieser Stamm in die rosafarbene
Gruppe eingeordnet. In dieser rosafarbenen Gruppe sind bisher die folgenden 7 Arten bekannt: Stroptosporangium amethystogenes,
Streptosporangium longisporum, Streptosporangium nondiastaticum, Streptosporangium pseudovulgare, Streptosporangium
roseum, Streptosporangium rubrum und Streptosporangium
vulgäre.
Tabelle V zeigt die Eigenschaften des Stammes MK-49 im Vergleich
mit den vorgenannten sieben bekannten Arten.
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23U780
| Sporan- giura |
Sporangio- spore |
Substrat- mycel |
|
| Mikro- organisus |
6-8μ | 1,0-1,3 χ1,5-1,9μ |
hellgrau, gelblich braun |
| Strepto- sporangium arnethy- atogenfts |
7-13μ | 0 ,7χ2,,1μ | rot, hellrot, bräunlich rot |
| Strept.o- Djiorangium longlsporum |
10-15μ | 1,3χ1,5μ | blaßgelb, braun |
| Streptc- sporangium non- diastaticum |
7-10μ | 1,2χ1,5μ | blaßbraun, hellbraun |
| Strepto- sporangiura pseudo- vulgare |
5-9μ | 1,0-1,3 χ1,5-1,9μ |
rötlicht orangefarben^ blaßgeIb |
| Stregto- sporangium roseum |
6-11μ | 0,8-l,4u kugel förmig |
blaßrosa, hellrot, weiß,schmutz igweiß |
| Strepto- sporangium rubrura |
6~8μ | 1,0-1,2 χΐ^δ-ΐ^μ |
gelblich orangefarben, orangefarben, blaßrosa |
| Strepto- sporangium vulgäre |
3,5-9μ | 0,8-0,9 Χΐ,2-1,6μ |
goldfarben melonengelb |
| MK-4 9 |
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Tabelle V (Fortsetzung)
| lösliches Pigment |
Kohlenstoffquelle | L-Rhamnose | Gela tine |
Milcl | Reduktion des Nitrats |
Wa cli s- tums- temp. |
| keines | Inosit | ± | - | + | + . | |
| keines | + | + | - | |||
| blaßgelb braun |
- | + | + | + | 42°C | |
| blaßgelb braun |
- | - | + | + | + | 420C |
| purpur- stichig braun |
- | + | + | + | + | |
| keines | + | + | ± | |||
| blaßgelb, gelb |
+ | + | + | - | ||
| himbeer farben |
+ | ± | + | + | ||
| ± |
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"14" 23U780 Π
Da der Stamm MK-49 ein hirabeerfarbenos lösliches Pigment
bildet, ist er der Species Streptosporangium roseum ähnlich.
Streptosporangium roseum weist ein rötlich-orangefarbenes bis
blassgelbes Substratraycel auf Medien mit gutem Wachstum auf und
bildet ein lösliches Pigment von purpurfarbener bis brauner Farbe. IEC-49 bildet demgegenüber ein goldfarbenes bis melonengelbes
Substratmycel und ein himbeerfarbenes lösliches Pigment mit antibakterieller Wirkung gegen gram-positive Bakterien.
Außerdem verwertet der Stamm MK-49 L-Rhamnose nicht, während
diese von Streptosporangium roseum verwertet wird. Aufgrund dieser Eigenschaften unterscheidet sich der Stamm MK-49 klar von
der Art Streptosporangium roseum.
Der Stamm MK-49 wird einer neuen Art zugeordnet, die aufgrund des charakteristischen löslichen Pigments als Streptosporangium
violaceochromogenes bezeichnet wird.
V7ie im Fall von anderen Actinomyceten können aus diesem Stamm künstliche Mutanten erhalten werden, beispielsweise mit Hilfe
von W-Strahlen, Co -Strahlen, Röntgenstrahlen und Behandlung
mit verschiedenen mutagenen Verbindungen. Die Erfindung betrifft auch sämtliche Mutanten, die zur Bildung von XK-49-1-B-2 in der
Lage sind.
Zur Züchtung des Erfindungsgemäßen Stammes und seiner Mutanten
können übliche Verfahren verwendet werden. Das Nährmedium kann verschiedene Kohlenstoffquellen, v/ie Glucose, Stärke, Glycerin,
Mannose, Fructose, Inosit, Mannit, Saccharose und/oder Melassen,
L 409811/1174 J
Γ - 15 - 23U780 Π
enthalten. Je nach ihrer Verv;ertbarkeit können auch Kohlenwasserstoffe,
Alkohole und organische Säuren verwendet werden. Als
anorganische und organische Stickstoffquellen können Ammoniumchlorid, Ammoniumsulfat, Harnstoff, Ammoniumnitrat, Natriumnitrat,
Pepton, Fleischextrakt, Hefeextrakt, Trockenhefe, Maisquellflüssigkeit, Sojabohnenmehl, Casaminsäure und/oder lösliche
pflanzliche Proteine verwendet werden. Gegebenenfalls können anorganische Salze, wie Natriumchlorid, Kaliumchlorid,
Calciumcarbonat und/oder verschiedene Phosphate zugesetzt v/erden.
Außerdem können gegebenenfalls organische oder anorganische Substanzen zugesetzt werden, die das Wachstum des verwendeten
Mikroorganismus und die Bildung von XK-49-1-B-2 fördern.
Die Züchtung wird vorzugsweise in einem flüssigen Nährmedium
durchgeführt. Insbesondere eignet sich das Submersverfahren unter gleichzeitigem Rühren. Die Züchtungstemperatur beträgt 25 bis
40 C. Vorzugsweise wird die Züchtung bei einem pH-Wert um den Neutralwert durchgeführt.
Das Antibiotikum der Erfindung reichert sich in der Gärmaische
im allgemeinen nach 5- bis 15-tägiger Züchtung an. Sobald die Bildung von XK-49-1-B-2 in der Gärmaische ihr Maximum erreicht,
wird die Züchtung unterbrochen und das gewünschte Produkt aus der Gärmaische nach dem Abtrennen der Mikroorganismenseilen,
beispielsweise durch Filtration, isoliert und gereinigt.
Die Isolation und Reinigung des Antibiotikums aus dem Filtrat
wird nach Verfahren durchgeführt, die zur Isolation und Reini-
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gung von Stoffwechselprodukten von Mikroorganismen aus Gärmaischen
üblich sind.
Da XK-49-1-B-2 basisch reagiert und in Wasser gut löslich, aber
in organischen Lösungsmitteln mit Ausnahme von Methanol und Äthanol kaum löslich ist, kann das gewünschte Produkt nach üblichen
Verfahren, die zur Reinigung von wasserlöslichen, ?oasischreagierenden
Verbindungen angewendet werden, gereinigt v/erden. Insbesondere kann XK-49-1-B-2 durch eine geeignete Kombination
folgendermaßen gereinigt v/erden: Adsorption und Desorption an einem Kationenaustauscherharζ und Aktivkohle, Säulenchromatographie
unter Verwendung von modifizierter Cellulose, Sephadex LH-20, Sephadex G-IO, Sephade;: G-25 und Carboxymethyl-Sephadex
C-25 und Adsorption und Desorption an porösen Ionenaustauscherharzen .
Beispielsweise wird das Gärmaische-Filtrat zuerst auf den pH-Wert
6,5 eingestellt und anschließend am Kationenaustauscherharz Amberlite IRC-50 (H+-Form) adsorbiert. Nach dem Waschen
mit Wasser wird mit 0,5n Salzsäure eluiert. Die aktive Fraktion
-i-
wird neutralisiert und an Amberlite IRC-50 (M-I. -Form) adsorbiert.
Sodann wird mit wässriger 0,5m Ammoniumformiatlösung eluiert. Die aktive Fraktion wird an Amberlite IRC-50 (H -Form)
adsorbiert und sodann mit 0,5n Salzsäure eluiert. Die erhaltene Aktive Fraktion wird mit Dowex 44 (OH -Form) neutralisiert und
anschließend zur Trockene eingedampft. Das erhaltene trockene Produkt wird in 50prozentigem Methanol gelöst. Diese Lösung wird
an Sephadex LH-20 säulenchromatographisch gereinigt. Als Lauf-L und Elutionsmittel wird 50prozentiges Methanol verwendet. ι
U0 98 11/1174
Γ -17- Π
Nach dem Trocknen der aktiven Fraktion erhält man ein grünlichgraues
rohes Pulver. Dieses rohe Pulver wird in 0,1m wäßriger Ammoniumformiatlösung gelöst. Die erhaltene Lösung wird an
Carboxymethy1-Sephadex C-25 adsorbiert und mit einem 0,1-1,0m
Ammoniumforiniat-Konzentrationsgradienten eluiert. Das XK-49-1-B-2
wird mit einer Fraktion, die 0,30 "bis 0,35m an Ammoniumformiat
ist, eluiert. Sodann wird die XK-4-9-1-B-2-Fraktion an Amberlite
CG-50 (H -Form) adsorbiert und mit 0,5n Salzsäure eluiert. Die aktive Fraktion wird mit Dowex 44 (OH~-Form) auf den pH-Wert 6,5
eingestellt und zur Trockne eingedampft. Das trockne Produkt wird in 50prozentigem Methanol gelöst und die Lösung an Sephadex
LH-20 saulenchromatographisch gereinigt. Als Lauf- und Elutionsmittel
wird 50prozentiges Methanol verwendet. Die aktive Fraktion
wird eingedampft. Beim Versetzen der konzentrierten Lösung mit Aceton erhält man das blaugefärbte Hydrochlorid von XK-49-1-B-2.
XK-49-1-B-2 ist ein wertvolles Antibiotikum mit einem breiten
antibakteriellen Wirkungsspektrum gegen gram-positive und gramnegative Bakterien. Es besitzt auch eine starke antibakterielle
Wirkung gegen bestimmte Stämme von Staphylocoecus aureus und
Escherichia coli, die gegen verschiedene bekannte Antibiotika resistent sind.
Das Antibiotikum der Erfindung hat auch eine Antitumorwirkung
gegen bestimmte Tumoren.Es hemmt das Wachstum von HeLazellen in Gewebekulturen bei sehr geringen Konzentrationen. Außerdem weist
es eine hervorragende Antitumorwirkung auf den festen Tumor
L- 40981 1/1174 J
Sarcoma 180 und auf Ehrlich-Ascites-Tumorzollen bei Mäusen auf.
Die Erfindung betrifft daher auch Arzneipräparate, bestehend aus dem Antibiotikum XK-49-1-B-2 und üblichen Trägerstoffen und/oder
Verdünnungsmitteln und/oder Hilfsmitteln.
Die antibakterielle Wirkung von XK-49-1-B-2 gegen verschiedene Mikroorganismen geht aus Tabelle VI hervor.
Antibakterielles V/irkungsspektrum von XK-49-1-B-2, bestimmt nach
der Agar-Verdünnungsmethode.
Untersuchter Mikroorganismus
j Minimale Hemmkon-Izentration,
μ/ml
Streptococcus faecalis ATCC 10541 Staphylococcus aureus ATCC 6538-P
Staphylococcus aureus KY 8942 (resistent gegen Kanamycin, Paromomycin
und Streptomycin)
Staphylococcus aureus KY 8950
(resistent gegen Streptomycin, Tetracyclin,
Penicillin und Sulfonamid)
Staphilococcus aureus KY 8953 (resistent gegen Streptomycin, Kanamycin,
Paromomycin, Tetracyclin, Neomycin, Kanendomycin und Erythromycin)
Staphylococcus aureus KY 8956
(resistent gegen Streptomycin, Paromomycin,
Tetracyclin, Erythromycin und Oleandomycin)
Staphylococcus aureus KY 8957
(resistent gegen Chloramphenicol, Streptomycin,
Kanendomycin, Tetracyclin und Paromomycin)
41,7 0,066 4,2
0,26 ■ 4,2
• 4,2 4,2
409811/1174
Tabelle VI (Fortsetzung)
23U78Ö
| Bacillus subtilis Nr. IO7O7 | 0,0011 |
| Bacillus cereus ATCC 9654 | 0,066 |
| Bacillus cereus var. rnycoides ATCC 9465 | < 0,0001 |
| Klebsieila pneumoniae ATCC IOO5I | 0,055 |
| Escherichia coll ATCC 26 | 0,004 |
| Escherichia coli KY 8302 (resistent gegen Chloramphenicol, Strepto mycin, Kanamycin, Paromomycin, Tetracyclin und Spectinomycin) |
0,26 |
| Escherichia coli KI 8510 (resistent gegen Chloramphenicol, Strepto mycin, Kanamycin, Gentamicin, Kanendomycin, Paromomycin, Tetracyclin und Spectinomycin) |
0,13 |
| Escherichia coli KY 8514 (resistent gegen Streptomycin) |
0,26 |
| Escherichia coli KY 8515 (resistent gegen Streptomycin, Kanamycin, Paromomycin und Neomycin) |
0,033 |
| Pseudomonas aeruginosa BMH //1 | 10,4 |
| Proteus vulgaris ATCC 6890 | 1,52 |
| Shigella sonnei ATCC 9290 | 0,055 |
| Salmonella typhosa ATCC 9992 | 0,055 |
Λ09811/1174
23U78Q
Aus dieser Tabelle geht hervor, daß XK-49-1-B-2 eine sehr starke
antibakterielle Wirkung gegen eine Reihe von gram-positiven und gram-negativen Bakterien aufweist.
Die Antitumorwirkung des Antibiotikums der Erfindung wird am
festen Tumor Sarcoma 180 bei Mäusen untersucht. Dazu v/erden männlichen Mäusen von etwa 20 g Körpergewicht üubkutan kleine Mengen
des festen Tumors Sarcoma 180 transplantiert. Jeweils 10 Mäusen, denen der Tumor transplantiert wurde, wird eine Lösung mit
3 mg/kg der zu untersuchenden Verbindung intraperitoneal verabfolgt. Die Verabfolgung beginnt am Tag nach der Transplantation
und wird die folgenden 8 Tage einmal täglich vorgenommen. Zur Kontrolle wird auf die gleiche Weise ein entsprechendes Volumen
Kochsalzlösung injiziert. Am 10. Tag nach der Transplantation werden die Mäuse getötet, und das Gewicht der Tumoren wird bestimmt.
Das Verhältnis des durchschnittlichen Tumorgewichts der Testtiere zum durchschnittlichen Tumorgewicht der Kontrolltiere
(T/K) wird bestimmt. Die Ergebnisse sind in Tabelle VII zusammengestellt.
| Untersuchte Verbindung | Dosis mg/kg |
Durchschnittliches Tumorgewicht am 10. Tag, g |
T/K |
| XK-4-9-1-B-2 Hydrochlorid Bleomycin Komplex Kochsalzlösung L (Kontrolle) |
3,0 χ 8 3,0 χ 8 |
0,36 1,03 3,13 |
0,12 0,33 I |
09811/1174
Zur Bestimmung der Antitumoraktivität des Antibiotikums der Erfindung
gegen Ehrlich-Ascites-Tumorzellen bei Mäusen werden 0,5 ml (mit 10 Tumorzellen) einer verdünnen Abdominaleffusion
intraperitoneal an männliche Mäuse von etwa 20 g Körpergewicht verabfolgt. Die Lösung der zu untersuchenden Verbindung wird in
einer bestimmten Dosis intraperitoneal verabfolgt· Die Verabfolgung beginnt am Tag nach der Ascites-Injektion und wird" 6 Tage
lang täglich vorgenommen. Zur Kontrolle wird ein entsprechendes Volumen Kochsalzlösung auf die gleiche Weise verabfolgt. Die Mäuse
werden 60 Tage lang beobachtet. Das Verhältnis der durchschniti liehen Überlebenszeit der Testtiere zur durchschnittlichen Überlebenszeit
der Kontrolltiere (T/K) wird berechnet. Die Ergebnisse sind in Tabelle VIII zusammengestellt.
Wirkung von XK-4-9-1-B-2 auf Ehrlich-Ascites-Tumorzellen bei
Mäusen
| Untersuchte | Dosis | durchschnitt | ; | durch | T/K | Anzahl |
| Verbindung | mg/kg | liche Körper | schnitt | der über | ||
| gewicht sverän | liche | lebenden | ||||
| derung am 10. | Überle | Tiere am | ||||
| Tag, g | benszeit; | 25. Tag | ||||
| Tage | ||||||
| XK-4-9-1-B-2 | 2,0 χ 6 | -1,1 | >38,4 | >2,86 | 9/10 | |
| (Hydrochlorid) | ||||||
| Mitomycin C | 1,8 χ 6 | +0,5 | 30, A | 2,22 | 5/10 | |
| Kochsalzlösung | .3,8 | 13,7 | _ | 0/10 | ||
| (Kontrolle) |
U0 9811/1174
Aus den Tabellen VII und VIII geht hervor, daß das Antibiotikum
der Erfindung eine ausgezeichnete Hemmwirkung auf das Vachstua
von Sarcoma 180 (fester Tumor) sowie eine starke Wirkung auf die Überlebenszeit von Mäusen mit Ehrlich-Ascites-Tumor auf v/eist.
Das Antibiotikum der Ex^findung hemmt den festen Tumor Sarcoma
180 bei Mäusen zu nahezu 90 Prozent. 9 von 10 Mäusen, denen
Ehrlich-Ascites-Tumorzellen transplantiert wurden, überlebten
bei Behandlung mit XK-49-1-B-2. Außerdem hemmt das Antibiotikum
der Erfindung das Wachstum von HeLazellen in Gewebeku.lturen bei
einer Konzentration von 1 /u/ml zu 40 bis !30 Prozent.
Die Beispiele erläutern die Erfindung.
Streptosporangium violaceochromogenes ΜΚ-Λ9 ATCC 21807 (PERM ITr.
1518) wird als Inocolum verwendet. Als erstes Anzuchtmedium wird
ein 2 Prozent Glucose, 0,5 Prozent Hefeextrakt, 0,5 Prozent Pepton und 0,1 Prozent Calciumcarbonat enthaltendes Medium verwendet,
das vor der Sterilisation einen pH-Wert von 7,2 aufweist. Eine öse des Anzuchtstamms wird als Inoculum auf 3O ml des ersten
Anzuchtmediums, das sich in einem 250 ml fassenden Erlenmeyer-Kolben
befindet, übertragen und unter Schütteln 5 Tage bei 300C gezüchtet. 30 ml der flüssigen Anzuchtkultur v/erden als Inoculum
auf 300 ml eines zweiten Anzuchtmediums übertragen, das
mit
sich in einen/iettprallplatten versehenen, 2 Liter fassenden
Erlenmeyer-Kolben befindet. Die Zusammensetzung des zweiten Anzuchtmediums
ist die gleiche wie die des ersten. Die zweite Anzucht wird unter Schütteln 2 Tage bei 3O0C durchgeführt,
L ■ ■ - -J
40981 1/1174
Γ - 23 - Π
1,5 Liter der zweiten flüssigen Anzuchtkultur (entsprechend dem
Inhalt von 5 Flaschen) werden als Inoculum auf 15 Liter eines dritten Anzuchtmediurns übertragen, das sich in einem 30 Liter
fassenden Fermenter aus korrosionsbeständigem Stahl befindet. Die Zusammensetzung des dritten Ansuchtniediums ist die gleiche
wie die des ersten. Man züchtet 2 Tage bei 3O0C bei einer Belüftungsgeschwindigkeit
von 15 Liter/min und einer Rührgeschwindigkeit
von 350 U/min. 15 Liter der dritten flüssigen Anzuchtkultur
v/erden auf 100 Liter eines vierten Anzuchtmediums der gleichen Zu3ammeηsetaung wie des ersten Mediums, das sich in einem 300
Liter fassenden Fermenter befindet, übertragen. Man züchtet 2 Tage bei 300C bei einer Belüftungsgeschviindigkeit von 100 Liter/
min und einer Rührgeschwindigkeit von 150 U/min. Schließlich
werden 100 Liter der vierten flüssigen Anzuchtkultur als Inoculum auf 1000 Liter eines in einem 3000 Liter fassenden Fermenter befindlichen
Fermentationsmediums übertragen. Das Fermentationsmedium
enthält 2 Prozent Glucose, 0,1 Prozent Hefeextrakt, 1,5 Prozent Pepton und 0,1 Prozent Calciumcarbonat. Der pH-V/ert vor
der Sterilisation beträgt 7,2. Man züchtet 12 Tage bei 300C bei
einer Belüftungsgeschviindigkeit von 500 Liter/min und einer Rührgeschwindigkeit
von 150 U/min. Nach 12tägiger Züchtung haben sich
in der Gärmaische 0,5 mg/Liter XK-4-9-1-B-2 gebildet.
100 Liter der gemäß Beispiel 1 erhaltenen vierten flüssigen Anzuchtkultur
vierdon als Inoculum auf 1000 Liter eines in einem 3OOO Liter fassenden Fermenter befindlichen Fermentationsmediuins
übertragen. Das Fermentationsmedrum enthält 2 Prozent Glucose,
L 409811/1174 -l
5 Prozent Maiscuellflüssigkeit ui:l 0,1 Prozent Calciumcarbonat.
Der pH-V/ert des Mediuns vor der Sterilisation beträgt ?,2. Nan
züchtet 12 Tage bei 300C bei einer Belüftungsgeschwindigkeit von
3000 Liter/min und einer Rührgeschv/indigkeit von I50 U/min. Nach
Htägiger Züchtimg weist die Gärmaische eine Aktivität auf, die
2 mg/Liter ΧΚ-Λ9-1-Β-2 entspricht.
1000 Liter der gemäß Beispiel 1 erhaltenen Fermentationsflüssigkeit
i\'erden mit konzentrierter Salzsäure auf den pH-'./ert 3 eingestellt.
Sodann v/erden etwa 40 kg Filtrierhilfe (Radiolite Kr.
600 der Firma Showa Kagaku Kogyo Co., Ltd.) zugesetzt. Die Mikroorganismenzellen
und unlösliche Bestandteile werden abfiltriert. Das Filtrat wird mit konzentrierter wäßriger Ammoniaklösung auf
den pH-:.7ert 6,5 eingestellt und auf eine Chromatographiersäule
aufgesetzt, die 50 Liter Kationenaustauscherharz, Amberute IRC-50
(H -Form), enthält. Das XK-4-9-1-B-2 wird an diesem Harz adsorbiert.
Das Harz wird mit Wasser gewaschen und anschließend mit 0,5n Salzsäure eluiert. Die aktive Fraktion wird mit Amberlite
IR-4B (0H~-Form) neutralisiert und anschließend über eine
Chromatographiersäule gegeben, die 500 ml Amberlite IRC-50 (ML· -Form)
enthält. Alle aktiven Substanzen werden am Harz adsorbiert. Nach dem V/aschen mit Wasser werden Verunreinigungen durch Elution
mit 0,3n wäßriger Ammoniaklösung eluiert. Sodann wird das Harz wieder mit Wasser gewaschen und anschließend mit 0,5m wäßriger
Ammoniumformiatlösung eluiert. Man erhält eine Fraktion, die das
XK-49—1-B-2 enthält. Diese Fraktion wird mib der etwa 4-fachen
Volumenmenge Wasser verdünnt, mit konzentrierter Salzsäure auf
40981 1/1174 J
den pH-'.-.'ert 6,5 eingestellt und über eine Chromatograph! er säule
gegeben, die 200 ml Amberlite IRC-50 (H -Form) enthält. Die aktiven
Sxibstanzen werden am Harz adsorbiert. Nach dem Waschen mit
V/asser wird· mit 0,5n Salzsäure eluiert. Die aktive Fraktion wird
mit Dowex 44 (OH -Form) neutralisiert und sodann unter vermindertem
Druck zur Trockne eingedampft. Der Rückstand wird in einer geringen Menge einer 50prozentigen wäßrigen Methanollösung gelöst
und über eine Ohromatographiersäule gegeben, die mit 50prozentigem,
wäßrigem Methanol vorbehandeltes Sephadex LH-20 enthält.
Als Lauf- und Elutionsmittel wird 50prozentiges wäßriges Methanol verwendet. Die aktive Fraktion wird unter vermindertem
Druck eingeengt. Der Rückstand wird mit der 10fachen Volumenmenge
Aceton versetzt. Dabei fällt ein graugrüner Niederschlag aus. Man erhält 1,2g eines trockenen Pulvers. Die Aktivität von 1 mg
dieses Pulvers entspricht der von 200 μ des Hydrochloride von XK-4-9-1-B-2.
Beispiel 4 Liter
950 / der gemäß Beispiel 2 erhaltenen Fermentationsflüssigkeit
werden mit konzentrierter Salzsäure auf den pH-Wert 5»0 eingestellt.
Nach Zusatz von etwa 40 kg Filtrierhilfe Radiolite Nr. 600 wird die Gärmaische filtriert. Das Filtrat wird über eine
Chromatographiersäule gegeben, die 100 Liter eines porösen
Ioivenaustauscherharzes, HP 10, enthält. Nach dem Waschen des
Harzes mit Wasser wird mit einer 50prozentigen wäßrigen Methanollösung
die aktive Substanz eluiert. Die entsprechende Fraktion wird eingeengt. Nach dem Versetzen des Rückstands mit der etwa
lOfachen Volumenmenge Aceton erhält man 50 g eines dunkelbraunen
L- 409811/1174 J
Γ - 26 -
Pulvers. Die Aktivitrat von 1 mg dieses Pulvers entspricht der
von 20 μ des Hydrochloride von XK-4-9-1-B-2. Dieses Pulver wird
in 200 ml V/asser gelöst und über eine Chromatographiersäule mit
Amberlite IRC-50 (KH^ -Form) gegeben. Zuerst wird mit O,3n wäß-
wäßriger
riger Ammoniaklösung^ sodann mit 0,5m/Ammoniumforaiatlösung und
schließlich mit O,5n Salzsäure eluiert. Auf diese V/eise erhält man eine das XK-4-9-1-B-2 enthaltende Fraktion. Diese !Traktion
wird unter Verwendung von Amberlite IRC-50 (H -Form) und Sephadex LH-20 gemäß Beispiel 3 gereinigt. Man erhält schließlich
2,8 g eines graugrünen Pulvers. Die Aktivität von 1 mg dieses Pulvers entspricht der von 200 ,u des Hydrochlorids von XK-4-9-1 B-2.
500ng des gemäß Beispiel 3 und Beispiel 4- erhaltenen rohen Pulvers
von XK-49-1-B-2 werden in 50 ml einer 0,1m wäßrigen Ammoniumf
ormiatlösung gelöst. Die erhaltene Lösung wird über eine mit 30 ml CM-Sephadex C-25 beschickte Säule gegeben. Die aktive Verbindung
wird am Harz adsorbiert. Das Harz wird mit 300 ml einer 0,1m wäßrigen Ammoniumformiatlösung gewaschen. Sodann wird mit
insgesamt 2 Liter einer wäßrigen Ammoniumformiatlösung mit einem Konzentrationsgradienten von 0,1 bis 1,0m eluiert. XK-4-9-1-B-2
wird mit der 0,30 bis O,35m-Fraktion eluiert.' Diese Fraktion
wird über eine mit 20 ml Amberlite CG-50 (H -Form) gegeben. Nach dem Waschen des Harzes mit Wasser wird es mit 0,5n Salzsäure
eluiert. Die aktive Fraktion wird mit Dowex 4-4- (OH -Form) auf den pH-Wert 6,0 eingestellt und sodann zur Trockne eingedampft.
Der Rückstand wird in einer geringen Menge einer 50prozentigen
40981 1/1174 J
wäßrigen Methane lic sung gelöst und eodann über eine mit Sephadex
LH-20 "beschickte Säule gegeben, die mit einer JpOprozentigen
wäßrigen Methanollösung vorbehandelt wurde. Als Lauf- und EIutionsmittel
v:ird eine 50prozentige wäßrige Methanollösung verwendet.
Die aktive Fraktion wird eingedampft und das Konzentrat mit der lofachen Volumeninenge Aceton versetzt. Man erhält schließlich
% mg des Hydrochlorids von XK-A-9-1-B-2 in Form eines blauen
Pulvers.
409811/1174
Claims (1)
- PatentansprücheAntibiotikum XK-49-1-B-2, dessen Hydrochlorid folgendermaßen gekennzeichnet ist(a) Elementaranalyse:-C 32,13 Prozent, N 14,20 Prozent,H 6,34 Prozent und Cu 3,4 Prozent;(b) UV-Spektrum (Wasser): im wesentlichen gemäß Fig. 1 mitAbsorptionsmaxima bei 244 und 293· πρΐ(c) IR-Spektrum: im wesentlichen gemäß Fig. 2 mit Hauptbanden bei folgenden Wellenzahlen (cm ) 3400, 3200 (sh), 2950, 1720, 1655, 1635, 1580 bis 1550, 1520 bis 1510 (sh), 1460, 1250, 1050, 1010, 980 (sh);(d) Verhältnis der UV-Absorption (Wasser) 244/293 mju: 1,34;(e) Farbreaktion: positive Sakaguchi-, Pauli- und Ehrlich-Reaktion, negative Ninhydrinreaktion5(f) Papierchromatographie: R -Werte gemäß Tabelle I;(g) Dünnschichtchromatographie an Kieselgel: R~-Werte gemäßTabelle II.2. Hydrochlorid des Antibiotikums gemäß Anspruch 1.3. Verfahren zur Herstellung des Antibiotikums XK-49-1-B-2 gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Mikroorganismus der Gattung Streptosporangium, der zur Bildung von XK-49-1-B-2 fähig ist, in einem geeigneten Nährmedium züchtet und das in der Gärmaische angereicherte Antibiotikum gewinnt.L— / Λ Λ η Ί Ί i Λ Λ *~i I —-IA-, Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Mikroorganismus der Art Streptοsporangium violaceochro mogenes verwendet.5« Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als Mikroorganismus Streptοsporangium violaceochromogenes ATGC 21807 verwendet,6. Verfahren nach Anspruch 3» dadurch gekennzeichnet,, daß man die Züchtung bei Temperaturen von 25 his 40°0 und bei einem etwa neutralen pH-Wert durchführt.7. Arzneipräparate, bestehend aus dem Antibiotikum XK-4-9-1-B-2 gemäß Anspruch 1 und/oder Verdünnungsmitteln und/oder Hilfsstoffen.8. Streptοsporangium violaceochromogenes ATOO 21807.L 409811/1174
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