DE2232002C3 - Aus zwei Schichten bestehendes Implantat und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Aus zwei Schichten bestehendes Implantat und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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- DE2232002C3 DE2232002C3 DE19722232002 DE2232002A DE2232002C3 DE 2232002 C3 DE2232002 C3 DE 2232002C3 DE 19722232002 DE19722232002 DE 19722232002 DE 2232002 A DE2232002 A DE 2232002A DE 2232002 C3 DE2232002 C3 DE 2232002C3
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Description
Die Erfindung betrifft ein aus zwei Schichten besteliendes
Implantat zum Einpflanzen zwischen zwei Gewebeschichten, deren Zusammenwachsen verhindert
Werden soll, wobei die eine aus Silicon bestehende Implantat-Schicht auf ihrer nach außen zeigenden Seite
ier Verhinderung von Gewebeeinwuchs glatt und die andere Implantat-Schicht auf ihrer nach außen zeigenden
Seite zur Förderung von Gewebeeinwuchs offenporig ist.
Es ist seit langer Zeit bekannt, daß schwere Verwundungen zu einer bleibenden Beschränkung der Beweglichkeit
des Körpers des Patienten führen können, wenn sich faseriges Narbengewebe entwickelt, das benachbarte
Knochen, benachbarte gegeneinander verschiebbare Muskeln, Sehnen und andere Gewebe miteinander
verbindet; dies gilt insbesondere in Fällen, in denen Gliedmaßen, z. B. mit Hilfe von Gipsverbänden
od. dgl. ruhiggestellt werden. Solche Vorgänge können als Folge komplizierter Knochenbrüche, insbesondere
sogenannter Zerlrümmerungsbrüche, oder bei der chirurgischen
Behandlung von Gelenken eintreten; ferner *5 können einander nahe benachbarte gebrochene Knochen
miteinander verwachsen; dies ist z. B. möglich, wenn sich nach einem Bruch oberhalb eines Fußknöchels
Knochengewebe bildet, welches das Schienbein mit dem Wadenbein verbindet.
Die bis jetzt angewendeten Wiederherstellungsverfahren,
die solchen Erscheinunger, entgegenwirken sollen, haben sich nicht als befriedigend erwiesen. Zu den
bis jetzt angewandten Verfahren gehört z. B. die Verwendung von Sehnen umschließenden Umhüllungen
aus Silicongummi zur Wiederherstellung der Gebrauchsfähigkeit einer Hand. Ferner werden in manchen
Kliniken ähnliche, nicht feslhaftende Flachmaterialien als Trennschichten zwischen benachbarten verletzten
Muskelbündeln verwendet, wobei in manchen Fällen eine Verbesserung des Zustandes der Patienten
erzielt wird, doch sind die Erfolge ungleichmäßig umj
nicht in allen Fällen befriedigend. Die Hauptursache für das Versagen dieses Verfahrens besteht darin, daß es
nicht möglich ist, die Fidchmaterialien zuverlässig in ihrer
Lage zu halten, so daß die Gefahr besteht, daß sich das Flachmaterial verschiebt oder sich zusammenballt
und aus dem Bereich der Verletzung herauswandert.
Somit ist es auf diesem Gebiet erwünscht, einerseits das Entsteher von Beweglichkeit beeinträchtigenden
Vernarbungen zwischen benachbarten, gegeneinander verschiebbaren Muskeln sowie das Entstehen von Vor
wachsungen zwischen benachbarten Knocnen ode:- zwischen einem Knochen und einem Muskel dort /u
verhindern oder einzuschränken, wo normalerweise gleitende Relativbewegungen od. dgl. möglich sein sol
len. Andererseits soll sich das Flachmaierial selbst in
seiner Lage halten, damit ein Herauswandern aus dem
gewünschten Wirkungsbereich vermieden wird.
In der DT-AS 21 38 831 ist bereits eine Prothese fur
den Ersatz eines verletzten Knochens oder Gelenkes mit einem zum Verwachsen mit einem Knochen bestimmten
steifen Prothesenteil vorgeschlagen worden das eine offenporige Oberflächenschicht aufweist. Die
vorgeschlagene Prothese hat den 7weck, das Einwachsen
zu begünstigen und die Haltbarkeit der Verwachsung zu verbessern. Dazu ist die Verwendung einer aus
Polyethylenterephthalat bestehenden Samtschicht auf einer Silikonschicht vorgeschlagen worden.
Die zuvor genannte Auslegeschrift berichtet zum Stande der Technik über Tierversuche, bei denen mittels
Amputation entfernte Gliedteile durch Metallseifencn
ersetzt wurden, die über eine begrenzte Fläche an ihrem körperfernen Ende mit Samtfaser überzogen
sind, um einen Hautverschluß durch Einwachsen des Zellgewebes zu erhalten. Diese Versuche verwendeten
keine vollständige Umhüllung mit einem Gewebe oder mit einer nachgiebigen Polsterung. Daher überstieg die
Lebensdauer einer solchen Einpflanzung im allgemeinen nicht 6 Monate und blieb oftmals darunter. Bei solchen
Einpflanzungen ist zu erwarten, daß selbst dann, wenn sie ganz mit Gewebe überzogen wären, aber keine
Elastizität aufweisen, nach längerer Zeit die Probleme des harten Aufeinanderiiegens von Metall und Knochen
auftreten, wenn die richtige Fixierung des Knochens erreicht ist.
Die DT-PS 9 53 381 betrifft Prothesen aus hydrophoben Kunststoffen, bei denen auf Grund der Stoffbeschaffenheil
die Verwachsungsfähigkeit in dem umgebenden Knochengewebe schlecht ist. Um die Ver
wachsungsfähigkeit zu verbessern, ist die Prothese ganz oder teilweise mit einem Schaumstoff insbesondere
aus Isozyanaten bekleidet. Der Gedanke einer Verhinderung des Zusammenwachsens von zwei Gewebeschichten
ist hier ebenso wenig berührt wie die Möglichkeit, den Schaumstoff einseitig mit einer Gleit-
jchicht zu bedecken.
Die DT-AS 10 04 771 befaßt sich mit möglichen Stoffen und Formen für den Knochenersatz. Unter anderem
werden im Beispiel auch Gleitfläche für Gelenke geschrieben, die aus einer formfesten Schaumstoffjchicht
bestehen, deren eine Oberflache mit einer glatten Gelenkschicht bedeckt ist. In die Schaumstoffschicht
soll der angefügte Knochen einwachsen. Das bekannte Implantat ist nur für die Anwendung als
Gleitfläche an einem Knochengelenk vorgesehen.
Die DT-AS 12 72 488 betrifft die Schaffung eines alloplastischen Materials für die temporäre Implantation
mit dem Ziel de*' langsamen Resorbierung des implantierten Materials. Das alloplastische Material kann
zwar aus ganz oder teilweise geschäumten vernetzten Polyurethanen bestehen. Es ist jedoch keine Rede davon,
daß der Träger des Implantats eine flexible Folie sein soll, die auf der einen Seite glatt un1 auf der anderen
Seite offenporig ist. Im übrigen ist nicht vorgese
hen, daß das erfindungsgemäße Implantat von dem Körpergewebe resorbiert werden soll.
Die CH-PS 5 06 285 beschäftigt sich mn einer in einem lebenden Gewebe zu verwendenden prothetitchcn
Vorrichtung mit einem Träger, dessen Oberfläche mindestens teilweise mit einem pyrolytischen Koh·
lenstoffüberzug bedeckt ist. wobei der pyrolytische Kohlenstoff eine bestimmte Dichte hat und mit einem
Zusatz in Form von dispergiertem Carbid versehen ist. Ein näherer Zusammenhang zwischen der p, optischen
Vorrichtung und dem eingangs beschriebenen. tius zwei Schichten bestehendem Implantat, besteht
nicht.
Die GB-PS 9 90 126 betrifft prothetische Teile und
Verfahren /ti ihrer Herstellung. Der dargestellte Knochen
besieht aus einem keramischen Material. Dieses Material ist im Schaftbereich offenporig; im Bereich
des Gelenkkopfes sind die Poren durch synthetisches
organisches Plastikharz verschlossen, um eine gute Gleitfläche zu ergeben. Von einer flexiblen Folie als
Implantat mit einer glatten und einer offenporigen Seite ist nicht die Rede.
Der Bericht von LW. B r e c k in »Clinical Orthopaedics
and Related Research«, Sep./Oki. 1967 und die
US-PS 35 77 837 befassen sich zwar mit der Anwendung von Hätten oder dünnen blattarügen Gebilden
zur Aufrechterhaltung einer gleitenden Bewegung /wischen Muskeln oder anderen Geweben, jedoch weist
Breck auf unbefriedigende Ergebnisse bei der Verwendung
von Cellophan-Folien hin, allerdings hut er gewisse Erfolge mit Silicongummi-Folie erzielt die mit dem
Muskel vernäht wurde. Diese Folie hai auf keiner Seite eine verwachsungsfähige Oberfläche. Dagegen ist die
aus Silicon bestehende Schicht des subkutanen Sehnen-Implantats nach der US-PS 35 77 837 auf einer Seite
mit einem verwachsungsfähigen, nicht näher definiertem Polyester-Maschennetz beklebt. Gerade diese Verklebung
verhindert aber ein Verwachsen in dem Maschengebiet. Außerdem besteht die Gefahr, daß sich die
beiden Schichten an der Klebestelle wieder losen. Was die vernähten Folien betrifft, so kann nicht ausgeschlossen
werden, daß sie mit der Zeit an ihren Nahten ausreißen, wodurch sie genauso wie Ccllophan-I olien
mit der Zeit unbrauchbar werden. Über eine erfolgreiche
Anwendung ist nichts bekanntgeworden.
Der Erfindung liegt unter Vermeidung der den he
kannten Implantaten anhaftenden Nachteile die spezielle
Aufgabe zugrunde, zwecks Erhaltung der relativen Reweirlichkeit das Entstehen von Vernarbungen
oder Verwachsungen zwischen Gewebeteilen oder Knochen oder zwischen Knochen und einem Muskel zu
verhindern oder einzuschränken und ein Herauswan dem des Implantats aus seinem Wirkungsbereich zu
vermeiden.
Diese Aufgabe wird bei dem eingangs genannten zweischichtigen Implantat erfindungsgemäQ dadurch
gelöst, daß auf die aus Silicon bestehende Implantat-Schicht ein aus Polyethylenterephthalat hergestellter
Samt aufvulkanisiert ist.
Man kann die glatte Schicht auch mit einem gewebeverträglichen
Geflecht oder Gewebe verstärken, das zweckmäßigerweise aus Polyäthylenterephthalat oder
Polytetrafluoräthylen besteht. Das aus zwei Schichten bestehende Implantat hat eine Dicke von etwa 0.25 bis
1.25 mm.
Das Implantat gemäß der Erfindung ist geeignet, das Entstehen von Verwachsungen der beschriebenen Art
/!i verhindern oder einzuschränken. Dieses Erzeugnis
ist mit dem lebenden Organismus verträglich, d. h. es
wird vom Gewebe oder von Körperflüssigkeilen nicht angegriffen, es bewirkt seinerseits aber auch keine
Schädigung des Körpers in seiner Umgebung, und us kann daher ständig im Körper des Patienten verbleiben.
Das erfindungsgemäße Erzeugnis ist flexibel und sehr anpassungsfähig und es läßt sich durch den Chirurgen
leicht in der gewünschten Weise zurichten und in den Körper des Patienten einfügen. Ein wichtiger Vor
teil des erfindungsgemäßen Implantats besteht darin. daß es die Eigenschaft hat. sich selbst in der gewünschten
Lage /U halten, so daß ein Herausw ändern aus dem
Wirkungsbereich verhindert wird.
Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren /;;:ν.
Herstellen eines aus /wci Schichten bestehenden Implantats
wird ein dünnes Flachmaterial aus einem nichvulkanisierten Elastomer in Flächcnberütirung mit de;
Rückseite eines dünnen Flachmaterialstücks in l-onn
eines Stoffes gebracht, der auf seiner von dieser Rückseite abgewandten Seite eine offenporige !"lache /um
Aufnehmen von hineinwachsendem Gewebe besitzt wobei die so angeordneten Flachmaterialien bei einer
Temperatur von etwa 21 bis 29CC einem Druck von
etwa 1.4 bis 7 kg/cm2 ausgesetzt werden, um ein zusammengesetztes
Flachmaterial zu erzeugen, und das zusammengesetzte Flachmatcrial etwa 5 bis 60 Minuten
lang auf etwa 150 bis 177'C erwärmt, um das Elastomer
zu vulkanisieren und zu polymerisieren.
Wenn der Silicongummi weniger tief in den Stoff eindringen soll, wird mit einem Druck iir. unteren Tcü des
genannten Bereichs und mit einer kürzeren Einwirkungs/eit gearbeitet; soll eine größere Eindringliefe erzielt
werden, wobei jedoch die Eindringliefe immer noch geregelt wird, arbeitet man mit einem Druck im
oberen Teil des genannten Breichs 'ind sieht eine längere Einwirkungszeit vor.
Das Implantat kann aam dienen, die gegenseitige
Verschiebbarkeit benachbarter Knochen eines Gelenks, z. B. des Schultergelenks und der Gelenke /wischen
den Unierarmknochen und den Knochen des
Handgelenks, aiifrecht/uci halten. Natürlich gibt es im
menschlichen Körper auch andere Stellen, an denen sich die Erfindung auf vo-teilhatte Weise anwenden
laßt.
Die Erfindung wird an Hand der in der Zeichnung
dargestellten Ausführungs- und Anwcndungs-Beispielc näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 perspektivisch ein Implantat in Form eines Flachmaterials.
Γ i g. 2 in einem Querschnitt clic Anordnung eines Implantats bei einem vierköpfigen Obcrschenkelmuskel,
wie sie erforderlich wird, wenn nach einer Verletzung des Oberschenkelknochens die Beweglichkeit des
Kniegelenks eingeschränkt ist,
F i g. 3 perspektivisch die Anordnung eines Implantats
auf dem mittleren Schenkclmuskel bei einer Fraktur des Oberschenkelknochens, wobei die darübcrliegenden
Muskeln usw. der Deutlichkeit halber fortgelassen sind,
F i g. 4 schematisch die Vorderseite des kurz oberhalb des Knöchelgelenks gebrochenen Unterschenkelknochens
eines menschlichen Beins, wobei man die Anordnung eines Implantats auf dem geschädigten Teil
des Schienbeins erkennt.
Im folgenden wird die Erfindung dadurch erläutert, daß die Behandlung eines Zustandes beschrieben wird,
wie er sich bei einem komplizierten Bruch oder einem Zertrütnmerungsbruch eines Oberschenkelknochens
ergibt, wobei ein Implantat gemäß der Erfindung zwischen den oberen Beinmuskcln angeordnet wird, die
normalerweise aufeinander gleiten, bei denen jedoch infolge der eingetretenen Verletzung häufig faserige
Vernarbungen oder Verwachsungen entstehen. Solche Verwachsungen können in einem mehr oder weniger
großen Ausmaß entstehen und führen gewöhnlich zu einer bleibenden Beschränkung der Beweglichkeit des
Kniegelenks. Diese Anwendung der Erfindung zum Verhindern des Entstehens von Verwachsungen wird
an Hand von F i g. 1 und 2 beschrieben.
Bei dem in F i g. 1 gezeigten Implantat handelt es sich um ein Flachmaterial 10, das eine offenporige Fläche
11 aufweist, die aus Polyäthylenterephthalat-Samt
besteht, sowie eine zweite glatte Fläche 12 aus Silicongummi,
welche gemäß F i g. 2 eine Stützschicht für den Si.mtflor 13 bildet, wobei das Material der Stützschicht
nicht vollständig in den Samt eingedrungen ist. so daß der Flor 13 eine ausreichende Höhe hat, damit er das
Wachstum von Gewebe anregen und das sich bildende Gewebe aufnehmen kann. F i g. 2 veranschaulicht im
Querschnitt die Anordnung des Implantats 10 zwischen dem mittleren Schenkelmuskel 14 und den übrigen Teilen
des vierköpfigen Oberschenkelmuskels, d. h. dem seitlichen Schenkelmuskcl 15 und dem inneren Schenkelmuskel,
denen der gerade Schenkelmuskel 18 nahe benachbart ist.
Ein Patient, bei dem das Implantat nach F i g. 1 und 2 verwendet wird, hat eine Fraktur in der Mitte des
Schaftes des Oberschenkelknochens 17 in Form eines komplizierten Bruchs oder eines Zertrümmerungsbruchs erlitten, wobei auch das benachbarte weiche
Gewebe verletzt worden ist. Wenn das weiche Gewebe und der Knochen geheilt sind, nachdem die Bruchstelle
während der für die Heilung benötigten Zeit ruhiggestellt worden ist, zeigt es sich häufig, daß die Beweglichkeit des Kniegelenks auf einen Bereich von wenigen
Winkelgraden eingeschränkt ist, woraus sich für den Patienten erhebliche Nachteile ergeben. Das Implantat
tO wird in diesem Fall verwendet, um in dieser Beziehung Abhilfe zu schaffen.
Mittels eines geraden seitliehen Einschnitts ist es
möglich, den vierköpfigen Oberschenkelmuskel von der Verwachsung zwischen seinen Bestandteilen zu befreien, so daß das beschriebene membranförmige Implantat eingefügt werden kann. Das aus dem Flachmaterial 10 bestehende Implantat wird in der erforderlichen Größe und Form zugeschnitten und festgenäht,
7 R an seinen Enden 19 und 20 (F i g. 3). wobei mindestens vier /eitweiligc Haltcstiicke angebracht werden,
um das Implantat in seiner Lage zu halten, bis das Gewebe so weit in das Implantat hineingewachsen ist.
daß es seine Lage nicht mehr verändern kann. Alternativ ist es möglich, das gleiche Verfahren während der
ersten Operation an einem glatten, nicht verunreinigten
Bruch als Vorbeugemaßnahme anzuwenden.
Ein weiterer typischer Fall, in dem das erfindungsgemäße Implantat Vorteile bietet, ist dann gegeben, wenn
ίο das Entstehen von Verwachsungen zwischen benachbarten
Knochen verhindert werden soll, deren relative Beweglichkeit aufrechterhalten werden muH. um eine
normale Funktion zu gewährleisten. Hierfür kommt z. R. der Bereich des Knöchelgelenks in Frage, wenn.
wie es häufig vorkommt, sowohl das Schienbein als auch das Wadenbein gebrochen sind, so daß die Gefahr
eines Verwachsens dieser Knochen besteht, wodurch die normale Dorsalflexion, d. h. das Anheben der Zehen
des Fußes, teilweise behindert würde. Bei der Vcrheihing
einer solchen Fraktur bildet sich häufig eine verknöcherte Verbindungsstelle zwischen dem Schienbein
und dem Wadenbein im Bereich des Bruchs. Ähnliche Verwachsungen können bei Brüchen im Bereich des
Handgelenks und des Unterarms entstehen. Das erfindungsgemäße Implantat kann in solchen Fällen vorteilhaft
verwendet werden, um das erneute Entstehen einer Brücke aus Knochenmaterial zu verhindern,
nachdem eine vorher entstandene Brücke operativ beseitigt worden ist. Auch bei einem schmerzhaften arthritischcn
Handgelenk, bei dem der Radialknochen und der benachbarte Handwurzelknochen (Mondbein)
und das Kahnbein befallen sind, ist die Erfindung bereits mit Erfolg angewendet worden.
Bei einem weiteren klinischen Versuch hatte der Patient in der aus Fig.4 ersichtlichen Weise kurz ober
halb des Kriöchelgelenks eine Fraktur des Schienbein1-
und des Wadenbeins erlitten. Die Bruehlinic 25 verlief
quer zum Schienbein 26 und zum Wadenbein 27 kurz oberhalb des Sprungbeins 28; nach der Heilung zeigte
es sich, daß die Dorsalflexion des Fußes dadurch erheb lieh beeinträchtigt wurde, daß sich eine Verbindung aus
Knochengewebe zwischen dem Schienbein 26 und dem Wadenbein 27 gebildet hatte, so daß die beiden Knochen
nicht mehr relativ zueinander bewegbar waren. Es wurde ein Einschnitt angelegt, die Knochenbriiche wurden
operativ entfernt, es wurde ein Implantat 10 der beschriebenen Art zu der Verletzung passend zugeschnitten,
das Implantat wurde in der aus F i g. 4 er sichtlichen Weise angeordnet und beide Enden des Implantats wurden mit dem Schienbein zeitweilig durch
Nahtstiche 29 verbunden. In diesem Fall wurde dei normale Gang des Patienten und die normale Funktior
des Beins wieder hergestellt
Bei einem anderen Patienten, der einen komplizier
ten Bruch des Oberschenkelknochens erlitten hatte zeigte es sich, daß der Beugewinkel des Kniegelenk:
nur noch etwa 20° betrug, was durch Muskelverwach sungen herbeigeführt worden war. Bei einer Operatioi
wurde ein Implantat 10 gemäß F i g. 2 zwischen den
mittleren Schenkelmuskel 14 und den übrigen Teilei des vierköpfigen Oberschenkelmuskels, d. h. dem seitli
chen Schenkelmuskel 15, dem inneren Schenkelmuskc 16 und dem nahe benachbarten geraden Schenkelmus
kel 18 angeordnet. Gemäß F i g. 2 wird die Stützschich
i3 aus Samtflor, in die das Gewebe hineinwachsen sol zur Anlage an dem mittleren Schenkelmuskel 14 ge
bracht so daß die aus dem Elastomer bestehende FIe ehe den übrigen Teilen des vierköpfigen Oberschenke
muskels zugewandt ist. Nach dem Einbringen des Implantats 10 war das Kniegelenk wieder in einem Winkelbereieh
von etwa 85" bewegbar.
Sämtliche Stoffe, die Bestandteile des erfindungsgemäßen
Erzeugnisses bilden, sind gewebevertriiglieh.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Aus zwei Schichten bestehendes Implantat zum Einpflanzen zwischen zwei Gewebeschichten, deren
Zusammenwachsen verhindert werden soll, wobei die eine aus Silicon bestehende Implantat-Schicht
auf ihrer nach außen zeigenden Seite zur Verhinderung von Gewebeeinwuchs glatt und die andere Implantat-Schicht
auf ihrer nach außen zeigenden Sei- »o te zur Förderung von Gewebeeinwuchs offenporig
ist, dadurch gekennzeichnet, daß auf die aus Silicon bestehende Implantat-Schicht (12) ein
aus Polyethylenterephthalat hergestellter Samt (11) aufvulkanisiert ist.
2. Aus zwei Schichten bestehendes Implantat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
glatte Schicht (12) mit einem gewebeverträglichen Geflecht oder Gewebe verstärkt ist.
3. Aus zwei Schichten bestehendes Implantat nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Geflecht oder Gewebe aus PolyäihylenterephthaUu
oder Polytetrafluoräthylen besteht.
4. Verfahren zum Herstellen eines aus zwei Schichten bestehenden Implantats nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein dünnes Flachmaterial aus ~inem nicht
vulkanisierten Elastomer in Flächenberührung mit der Rückseite eines dünnen Flachmaterialstücks in
Form eines Stoffs gebracht wird, der auf seiner von dieser Rückseite abgewandten Seite eine offenporige
Fläche zum Aufnehmen von hineinwachsendem Gewebe besitzt, daß die so angeordneten Flachmaterialien
bei einer Temperatur von etwa 21 bis 29°C einem Druck von etwa 1,4 bis 7 kg/cm2 ausgesetzt
werden, um ein zusammengesetztes Flachmaterial zu erzeugen, und daß das zusammengesetzte
Flachmaterial etwa 5 bis 60 Minuten lang auf etwa 150 bis 177"C erwärmt wird, um das Elastomer zu
vulkanisieren und zu polymerisieren.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US16108871A | 1971-07-09 | 1971-07-09 | |
| US16108871 | 1971-07-09 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2232002A1 DE2232002A1 (de) | 1973-01-18 |
| DE2232002B2 DE2232002B2 (de) | 1975-12-18 |
| DE2232002C3 true DE2232002C3 (de) | 1976-07-22 |
Family
ID=
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