DE2215301A1 - Verfahren zur Herstellung eines Korpers mit anisotropen dauermagnetischen Eigen schäften - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Korpers mit anisotropen dauermagnetischen Eigen schäftenInfo
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Description
Dipl.-ing.. HORST AUER va/Ävdv .
Aii-iüldsr: NX PH;ü?5: OLOHiLAMPENfABRIEKEM
. Akte: fV rrx
Anmeldung vomi
"Verfahren zur Herstellung eines Körpers mit anisotropen dauermagnetischen Eigenschaften"
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Körpers mit anisotropen dauermagnetischen
Eigenschaften, dessen für diese Eigenschaften wesentlicher Bestandteil durch eine oder
mehrere Verbindungen von M und R mit hexagonaler Kristallstruktur gebildet wird, wobei M= Co oder
eine Kombination von Co mit einem oder mehreren der Elemente Fe, Ni und Cu und wobei R eines oder mehrere
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■ -2- PHN.55^0
der Elemente der seltenen Erden Yttrium und Thorium ist, von welchen Verbindungen der Existerizbereich mit
dem der Verbindung M,»R in dem System M-R ein Ganzes
bildet, dem ein rauher Körper aus einer oder mehreren dieser Verbindungen von M und R gebildet, zu einem
Pulver zerkleinert, in einem Magnetfeld ausgerichtet, komprimiert· und gesintert wird.
Es sei bemerkt, dass das Endprodukt neben einem Hauptbestandteil, der nur Verbindungen enthält,
die mit dem Existenzbereich der Verbindung M-R ein Ganzes bilden, auch einen Bestandteil enthalten kann,
der aus Verbindungen besteht, die einen grösseren Gehalt an R als die Verbindung M-H selber, z.B. M7R2,
enthalten.
Ein Verfahren der beschriebenen Art ist aus der niederländischen Offenlegungsschrift 6907^99
bekannt. Ausserdem lässt sich aus der Veröffentlichung
von F. Westendorp in "Solid State Communications",
Heft 8, S. 139 - 141, 1970 der Schluss ziehen, dass
zum Erhalten hoher Koerzitivkräf^e die S^ntertemperatur
innerhalb eines genau definierten Bereiches liegen muss, weil aus dieser Veröffentlichung hervorgeht,
dass die Koerzitivkraft TH_ eines gesinterten Materials
J-C
als Funktion der Sintertemperatur von einer gewissen
Temperatur an - für SmCo- etwa 800°C - schnell zunimmt,
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2218301
einen Höchstwert erreicht (fur ShOQ5 bei etwa 1Q7<5°C)
und dann wieder sehne 11 abnimmt· Es liegt daher auf
der Hand, bei einer derartigen Temperatur zu sintern,
dass ein Produkt mit maximaler TH erhalten wird, ;
4- C-
Es stellt sich aber hefaus, dass βϊ,η a
diese Weise hergesteilter Magnet im allgemeinen
einen grossen Nachteil aufweist: die Koerzitivkraft
und/oder die Form der Entmagnetisierungskurve, die
an dem Magneten gemessen wird, ändern sieh mit der.
Zeit, indem die Koerzitivkraft eines Teiles oder
der ganzen Menge des dauermagnetischen Materials, aus dem der Magnetkörper aufgebaut ist, nach einiger Zeit
abnimmt. Diese Erscheinung, die sich dadurch äussert,
dass zu zwei verschiedenen Zeitpunkten an einem Magnetkörper
gemessene Entmagnetisierungskurven sich nicht decken, wird als "Alterung" des Magnetkörpers bezeichnet.
Versuche haben ergeben, dass das Mass,
in dem Alterung auftritt, von der Temperatur, bei der die Sinterung stattfindet, abhängig ist. Ausserdem
wurde dabei festgestellt, dass oberhalb einer gewissen
hohen Sintertemperatur gar keine Alterung mehr auftritt. Es ist dabei aber unbedingt erforderlichj» dass während
einer bestimmten minimalen Zeitdauer gesintert wird* Zum Erhalten eines nicht alternden Magnetkörpers spll
die Sinterung daher bei einer Temperatur erfolgen, die :
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PHN.
die kritische Sintertemperatur der gewählten Zusammensetzung überschreitet. Unter der kritischen Sintertemperatur eines Pulvers einer bestimmten Zusammensetzung
ist hier die höchste Temperatur zu verstehen, bei der noch Alterung des gesinterten Pulvers auftritt.
Da, wie bereits auseinander gesetzt wurde,
bei höheren Sihtertemperaturen die Koerzitivkraft,
die, von einer bestimmten M-R-Verbindung ausgehend, maximal erreicht werden kann, von einer gewissen
Sintertemperatur an stark abnimmt, und weil gerade erst bei höheren Sintertemperaturen keine Alterungserscheinungen mehr auftreten, scheint es beim ersten
Anblick nicht möglich, einen Magnetkörper herzustellen, der nicht altert und ausserdem eine optimale Koerzitivkraft
aufweist.
Wie nachher an Hand der Zeichnung noch näher erläutert weiden wird, tritt bei Alterung eine
Abnahme der Koerzitivkraft und/oder eine Aenderung
der Form der Entmagnetisierungskurve (die "Beiilung")
auf. Eine Aenderung eines dieser Grossen oder der beiden Grossen äussert sich im Wert ·, H . Unter j_M H
i. r . r
ist die Grosse des Feldes zu verstehen, das angelegt
werden muss, um die remahente Magnetisierung M auf
die Hälfte herabzusetzen. Als Mass für die Kombination der Koerzitivkraft und der "Beulung" wird im folgenden
der Wert ι,, Η verwendet.
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-5- ' PHN.55^0 "
Das Verfahren nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass zum Erhalten eines nicht alternden gesinterten
Magnetkorpers mit einer optimalen Kombination von Koerzitivkraft und Form der Entmagnetisierungskurve
die Sinterung bei einer Temperatur erfolgt, die die kritische Sintertemperatur der gewählten
Zusammensetzung überschreitet, während sowohl bei. der Sinterung als auch bei den vorangehenden Hersteilungsschritten
Massnahmen getroffen werden, um zu verhindern, dass der Sauerstoffgehalt des Endprodukts einen an
Hand einer graphischen Darstellung der Beziehung zwischen der Koerzitivkraft und der Sintertemperatur
bei verschiedenen Sauerstoffgehalten zu bestimmenden kritischen Wert überschreitet.
Versuche haben nämlich überraschenderweise
ergeben, dass die Grosse ± H nicht nur eine Funktion
2 r
der Sintertemperatur, sondern auch des Sauerstoffgehalts des Endproduktes ist, und dass diese Beziehung derartig ist, dass, je höher die Sintertemperatur ist, desto weniger Sauerstoff zulässig ist, wenn eine optimale Kombination von Koerzitivkraft und "Beulung" erzielt werden soll. Dies hat zwei Folgen: Einerseits kann nun bei einer festen Sintertemperatur, die zur Herstellung eines nicht alternden Magneten erforderlich ist, eine höhere _^ H und insbesondere eine höhere
der Sintertemperatur, sondern auch des Sauerstoffgehalts des Endproduktes ist, und dass diese Beziehung derartig ist, dass, je höher die Sintertemperatur ist, desto weniger Sauerstoff zulässig ist, wenn eine optimale Kombination von Koerzitivkraft und "Beulung" erzielt werden soll. Dies hat zwei Folgen: Einerseits kann nun bei einer festen Sintertemperatur, die zur Herstellung eines nicht alternden Magneten erforderlich ist, eine höhere _^ H und insbesondere eine höhere
2 r
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-Q- PHN.55^0
Koerzitivkraft erreicht werden, als anfänglich angenommen
wurde, vorausgesetzt, dass der Sauerstoffgehalt genügend niedrig gehalten wird. Andererseits
kann, vorausgesetzt, dass der Sauerstoffgehalt genügend niedrig gehalten wird, bei einer höheren
Temperatur,als im vorher genannten Fall gesintert
werden, wobei ein akzeptabler Wert der Kombination von Koerzitivkraft und "Beulung" beibehalten wird.
Die Temperatur, bei der ein Pulver mit einer gegebenen Zusammensetzung gesintert werden soll, ist also
nicht so kritisch wie man z.B. auf Grund des Artikels in "Solid State Communications" annehmen würde, wenn
nur ein genügend niedriger Sauerstoffgehalt gesichert wird.
Ausserdem hat sich herausgestellt, dass
die erreichbare Dichte von dem Sauerstoffgehalt abhängig
ist. Umso niedriger der Sauerstoffgehalt des zu sinternd
en Materials ist, desto dichter kann es bei ein und derselben Temperatur gesintert werden.
Aus der niederländischen Offenlegungsschrift 69O7.499 ist es bekannt, die Sinterung in
einer inerten Gasatmosphäre in Gegenwart eines Sauerstoff binders durchzuführen. Ferner sind aus der
Literatur z.B. Massnahmen bekannt, die beim Sintern die Zumischung von Ca- oder Sm-Hybrid zu dem zu
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-?- PHN.55^0
sinternden Pulver erfordern, um den etwa vorhandenen
Sauerstoff zu binden. Eine genaue Beziehung zwischen Sauerstoffgehalt und Sintertemperatur einerseits
und Dichte und Koerzitivkraft bzw. "Beulung" andererseits
ist bisher aber nicht bekannt. ;
Es ist üblich, das gemahlene Pulver bei
einem Druck unterhalb 1 kB (z.B. von 0,3 kB) vorzuverdienten und es dann bei einem hohen Druck ( 15 bis
20 kB) isostatisch zu einer Dichte von >
80$ de:r theoretischen Dichte zu komprimieren. Nach einer Äusführungsform
des erfindüngsgemässen Verfahrens soll
die Kompression unter einem Drück von 0 bis 15 kB,
vorzugsweise zwischen 5 und 10 kB, erfolgen. Ueberraschenderweise
wurde nämlich gefunden, dass, wenn nur der Sauerstoffgehalt unterhalt des vorerwähnten
kritischen Wertes liegt, die Dichte des gesinterten Endprodukts immer oberhalb 90 % der theoretischen
Dichte liegt, unabhängig von der Grosse des isostatischen
Pressdruckes . Dies bedeutet insbesondere, . dass, bei geregeltem Sauerstoffgehalt, eine erhebliche
Ersparung in bezug auf die bei dem Verfahren zu verwendende
Apparatur erhalten werden kann,, weil statt einer Presse, die einen Druck von 15 bis 20 kB liefern
kann, eine Presse genügend ist, die einen Druck von 5 bis 10 kB liefern kann.
209842/082 2
-8- PHN.55^0
Die bekannten namentlich bei der Sinterung zu treffenden Massnahmen führen zwar in Sonderfällen
zu günstigen Ergebnissen, aber nach einer weiteren Erkenntnis aus der Erfindung ist es für die Herstellung
guter Magnete unbedingt erforderlich, dass bereits wahrend der dem Sintervorgang vorangehenden Stufen
und insbesondere während des Mahlens des Pulvers Massnahmen getroffen werden, um den Sauerstoffgehalt
unterhalb eines kritischen Wertes zu halten, der von den an das Endprodukt zu stellenden Anforderungen abhängig
ist.
Bisher ist es allgemein üblich, bei der Herstellung von Μ,-R-Pulvern Mahl vorrichtungen zu verwenden,
bei denen in flüchtigen organischen Flüssigkeiten (d.h. mit einem Siedepunkt unter 120°C), wie
z.B. Hexan, CCIk, Benzol, Aceton oder Toluol, gemahlen
wird. Insbesondere wird häufig getrocknetes Toluol benutzt, weil es verhältnismassig wenig Sauerstoff
enthält. In diesem Zusammenhang sei bemerkt, dass das sogenannte "nasse" Mahlen in Mahlflüssigkeiten
im allgemeinen zu Pulvern mit besseren und besser reproduzierbaren Aussichtsmöglichkeiten als das
sogenannte "trockne" Mahlen in Gasen, wie Argon und Wasserstoff, führt.
209 8 42/0822
-9- PHN.55^0
Nach einer weiteren Ausführungsform des
erfindungsgemässen Verfahrens soll das Mahlen zu einem
feinen Pulver in Gegenwart einer Metalloberflächen gut benetzenden Flüssigkeit, erfolgen.
Nach einer noch weiteren Ausführungsform
des erfindungsgemässen Verfahrens ist es dabei vorteilhaft, wenn als Mahlflüssigkeit eine organische
Flüssigkeit mit einem Siedepunkt unter 1200C benutzt
wird, die einen Bestandteil enthält, der die Eigenschaft aufweist, dass er Metalloberflächen bevorzugt
benetzt.
Es hat sich herausgestellt, dass durch die
Anwendung von Mahlflüssigkeiten der vorerwähnten Art während und nach dem Mahlvorgang ein zweckmässiger
Schutz der Pulverteilchen vor Oxydation dadurch· erhalten wird, dass sich um die Teilchen herum eine Haut
bildet.
Eine bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens
gemäss der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit, die die Eigenschaft aufweist,
dass sie Metalloberflächen gut bzw. bevorzugt benetzt,
eine fettige Substanz, wie ein Mineral-, Pflanzenoder Tieröl, ist. Unter fettigen Substanzen sind hier
Fette, OeIe und Wachse, d.h. nichtflüchtige, nicht wasserlösliche organische Stoffe zu verstehen. Es stellte
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-10- PHN.55^0
sich heraus, dass bei Anwendung dieser Substanzen während des Mahlvorgangs nach dem Pressen und Sintern
des Pulvers im allgemeinen Magnetkörper mit einem niedrigen Sauerstoffgehalt erhalten wurden.
Eine derartige Anwendung ist umso überraschender, als es an sich wiederspruchsvoll zu sein
scheint, dass bei einem MahlVorgang eine Flüssigkeit
benutzt wird, von der sich erwarten lässt, dass sie eine mehr oder weniger schmierende Wirkung hat. Es
stellt sich denn auch heraus, dass bei Anwendung einer Kornoberflächen gut bzw. bevorzugt benetzenden
Flüssigkeit nach der Erfindung die erforderliche Mahlzeit langer als bei Anwendung der üblichen Mahlflüssigkeiten
ist.
Das Verfahren nach der Erfindung ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass M für Co und R
für Sm steht und der Sauerstoffgehalt unterhalb 0,5 $
und insbesondere unterhalb 0,45 $ gehalten wird.
Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf einen gesinterten Magnetkörper, der durch eines der
obenstehenden Verfahren hergestellt ist.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine graphische Darstellung, in der für verschiedene Magnetkörper die Magnetisierung M
über dem aussen angelegten entmagnetisierenden Feld H aufgetragen ist;
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-11- PHN.55^0
Fig. 2 eine graphische Darstellung der Beziehung zwischen der Sintertemperatur und der
Koerzitivkraft;
Fig. 3 eine graphische Darstellung der relativen Alterung als Funktion der Sintertemperatur;
Fig. k eine graphische Darstellung der Beziehung
zwischen j_ H und der Sinter temperatur bei
2 r
verschiedenen Sauerstoffgehalten;
verschiedenen Sauerstoffgehalten;
Fig. 5 eine graphische Darstellung der
Beziehung zwischen dem Porenvolumen und dem Sauerstoffgehalt bv3i verschiedenen Temperaturen gesinterter
Endprodukte, und
Fig. 6 eine graphische Darstellung des
Sauerstoffgehaltes von in verschiedenen Mahlflüssigkeiten
gemahlenen Pulvern als Funktion der Zeit.
Die Erfindung wird mit Hilfe von an Sm-Co-Magneten
durchgeführten Untersuchungen veranschaulicht,
aber der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass im allgemeinen für jede M-R-Verbindung
eine kritische Sintertemperatur und ein kritischer Sauerstoffgehalt gefunden werden können.
Eine Anzahl von Sm-Co-Pulvermustern, z.B.
mit einem Atomverhältnis Sm : Co = h,k, die dadurch
erhalten wurden, dass in einer Schwingmühle Gusstücke unter verschiedenen den Sauerstoff beeinflussenden
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•12- PHN.55^0
Bedingungen zu einer Grosse von 2 bis 20 /um
pulverisiert wurden, wurden nach Vorverdichtung bei einem Druck von 0,3 kB unter einem isostatischen
Druck von 15 kB komprimiert, während die Ausrichtung in einem Magnetfeld von _+ 8000 Oe erfolgte. Dann
wurden während 30 Minuten auf verschiedene Temperaturen
zwischen 1050 und 1150° C gesintert. Es sei bemerkt,
dass die Sinterung unter verschiedenen Bedingungen erfolgen kann. Sie kann in einem Raum erfolgen, der
mit Hilfe einer Pumpe auf einem bestimmten Vakuum (z.B. zwischen 10 und 10 Torr) gehalten wird.
Auch kann in einer InertgasatmoSphäre gesintert werden,
entweder dadurch, dass ein konstanter Gasstrom über das Muster geführt wird, oder dadurch, dass das Muster
in einen verschlossenen Raum gesetzt wird, der vor der Sinterung leergepumpt und dann mit einem inerten Gas,
wie Argon, gefüllt wird. An den auf diese Weise erhaltenen Körpern wurden die Entmagnetisierungskurven
gemessen. Jeder dieser Körper wurde danach während 1000 Stunden in Luft auf einer Temperatur von 150° C
gehalten, wonach aufs neue die Entmagnetisierungskurven. ermittelt wurden. Die Temperatur von 150° C war erforderlich,
um das Auftreten etwaiger Alterungserscheinungen schneller feststellen zu können.
Diese Alterung des Magnetkörpers äussert sich in der Entmagnetisierungskurve, die an dem.
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-13- PHN.55^0
magnetisierten Magnetkörper gemessen werden kann. Eine derartige Kurve zeigt Fig. 1. Die Magnetisierung
M ist als Ordinate und das äussere Magnetfeld H als Abszisse aufgetragen. Die Kurve 1 ist eine für einen
dauernd magnetisierbaren Körper kennzeichnende Entmagnetisierungskurve.
Bei einem Feld TH .(Koerzitivkraft), dessen Richtung der Richtung der Magnetisierung
in dem Körper entgegengesetzt ist, ist die Magnetisierung M=O. Die Entmagnetisierungskurve 2 ist
kennzeichnend für einen Magnetkörper mit einer Koerzitivkraft (-pH „), die niedriger als die zur Kurve 1 gehörige
(TH ) ist. Wen die beiden Kurven auf gleiche wei-se
an demselben Magnetkörper, die zweite jedoch eine Zeit t nach der ersten, gemessen worden sind, ist
(jH «)■ - (jH „) die Alterung während der Zeit t.
Wenn nun aber nicht alles dauernd magnetisierbare Material, aus dem der Körper aufgebaut ist,,
altert - z.B. indem der Körper aus verschiedenen Verbindungen (entweder verschieden in M und/oder R
oder verschieden in Stöchiometrie) aufgebaut ist, von welchen Verbindungen die eine wohl und die andere
keine Abnahme der TH aufweist - kann an einem
Ic
Magnetkörper nach einer Alterung wahrend einer Zeit t
eine Entmagnetisierungskurve vom Typ 3 gemessen werden. Eine derartige Kurve weist eine geringere "Beulung"
auf, wahrend dennoch die Koerzitivkraft (_H 1) gleich
_L C I
2 0 5) Π U 7 /0822
-14- PHN.55^0
bleibt. Auch in einem solchen Falle ist von Alterung des Magneten die Rede. Ferner ist es möglich, dass
bei Alterung sowohl die Koerzitivkraft als auch die "Beulung" abnehmen.
In der graphischen Darstellung nach Fig. sind die Koerzitivkräfte sowohl vor (Kurve a1) als
auch nach einer Wärmebehandlung auf 150° C (Kurve a„)
aufgetragen, gemessen an bei verschiedenen Temperaturen gesinterten Sm-Co-Magnetkörpern, die alle nahezu den
gleichen Sauerstoffgehalt aufwiesen. Die Sinterzeit betrug stets 30 Minuten.
Aus dieser graphischen Darstellung ist ersichtlich, dass bei Sintertemperaturen unterhalb
1100° C die Kurven a^ und a„ sich nicht decken.
Bei diesen Temperaturen gesinterte Magneten weisen also noch Alterung auf. Bei Sintertemperaturen oberhalb
1100° C decken sich die Kurven a1 und a^: bei diesen
Temperaturen gesinterte Magneten weisen also keine Alterung mehr auf.
In der graphischen Darstellung nach Fig. ist die relative Alterung:
Hc(o) - Hc(t)
rrr—i c
X 1 00 $
Hc(o) ^
über der Sintertemperatur T aufgetragen. Dabei ist H
das äussere Feld, das angelegt werden muss, um eine
209ΒΛ2/0822
-15- PHN.554ο
Magnetisation jK übrig zu behalten, während H / \
2 i" c\°)
für H gemessen vor und H /,\ für H gemessen nach
■ C C y "C J C
einer Wärmebehandlung des Magnetkörpers bei 150° G
in Luft während einer Zeit t steht. Die Streuung der Messergebnisse ist angegeben, indem die erwähnte Beziehung nicht als eine einzige Linie, sondern als
schraffiertes Gebiet dargestellt wird. Auch aus dieser
graphischen Darstellung lässt sich eine kritische Sintertemperatür (d.h. eine Temperatur, oberhalb deren
gesintert werden muss, damit keine Alterung auftritt, von 1100° C herleiten.
In der graphischen Darstellung nach Fig. k ist JLw H als Funktion der Sintertemperatur bei verschiedenen
Sauerstoffgehalten aufgetragen. Dabei sei
bemerkt, dass, um den Einfluss des Sauerstoffgehaltes auf die magnetischen Eigenschaften möglichst vollständig
darstellen zu können, in der graphischen Darstellung auch Werte aufgeführt sind, die an Magneten
gemessen sind, die bei derartigen Temperaturen gesintert werden, dass sie Alterungserscheinungen aufweisen können. Um die verschiedenen Werte miteinander
vergleichen zu können, sind alle Messungen sofort nach
der Sinterung durchgeführt, bevor bei zu niedrigen Temperaturen gesinterten Magneten Alterung aufgetreten
ist.
209842/0822
-16- PHN.55^0
Es sei bemerkt, dass, um auch die "Beulung" der Entmagnetisierungskurven in den Vergleich einbeziehen
zu können, in Fig. k die Werte jlm H der
H -Werte (wie in Fig. 2) über der Sintertemperatur aufgetragen sind.
Aus dieser graphischen Darstellung ist ersichtlich, dass zum Erhalten einer guten Kombination
von Koerzitivkraft und "Beulung" (mit i„ H bezeichnet)
2"M c
ein bestimmter Sauerstoffgehalt zulässig ist, der von den zu stellenden Anforderungen abhängig ist.
Wenn z.B. ein Magnet mit j_ H von 10.000 Oe dadurch
"
c
hergestellt werden soll, dass bei 1120° C gesintert wird, dass der Sauerstoffgehalt nicht höher als 0,5 i°
(der kritische Wert) sein. Auf diese Weise wird ermöglicht, gesinterte M-R-Magneten durch übliche Techniken
herzustellen. Ohne dass unter vorbereiteten Bedingungen (z.B. in einem besonderen Raum mit einer vor Oxydation
schützenden sauerstoff- und wasserdampf freien Atmosphäre.) gearbeitet wird, können also dennoch gute Magneten
hergestellt werden.
Aus einem Vergleich der Sauerstoffgehalte und Porenvolumen verschiedener Endprodukte ergab sich
überraschenderweise, dass nicht nur entsprechend den Erwartungen bei einer höheren Temperatur gesintertes
Material eine grössere Dichte aufweist, sondern dass
9842/0822
-17- PHN.
auch die zu erreichende Dichte von dem Sauerstoffgehalt abhängig ist. Umso niedriger der Sauerstoffgehalt
ist, desto dichter kann das Material bei gleichbleibender Temperatur gesintert werden. Dieses Ergebnis
zeigt Fig. 5> in der das Porenvolumen über dem Sauerstoffgehalt
aufgetragen ist. Die Streuung in den Messergebnissen ist dadurch angegeben, dass die erwähnte
Beziehung nicht als eine einzige Linie, sondern als schraffiertes Gebiet dargestellt wird.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurden Magnetkörper mit verschiedenen Sauerstoffgehalten
auf folgende Weise hergestellt. Sm-Co-Gussstücke wurden in einer Schwingmühle unter Verwendung verschiedener
- den Sauerstoffgehalt des Pulvers beeinflussender
- Mahlflussigkeiten pulverisiert. Um den
Effekt der verschiedenen Mahlflussigkeiten nachzuweisen,
worden die erhaltenen Pulver während 100 Stunden der Luft ausgesetzt und wurde der Sauerstoffgehalt
nach regelmässigen Zeitintervallen gemessen. Die Messergebnisse sind in Fig. 6 aufgetragen. Es
stellt sich heraus, dass bei Anwendung von technischem Toluol als Mahlflüssigkeit ein hoher Sauerstoffgehalt
(i) mit einer oberen' Grenze von 0,8 bis 0,9 und einer
unteren Grenze von 0,6 bis 0,7 erhalten wird. Bei Anwendung von analysenreinem Toluol als Mahlflüssigkeit
wurde ein erheblich besseres Ergebnis (2) erzielt.
209842/0822 '
PHN.554Ό
gleich, wie bei der Anwendung eines Gemisches aus
technischem Toluol und 1O Vol.$ Mineralöl oder Oelsäure als Mahlf liissigfceit (3). Ein Mindestsauerstoff
gehalt wurde dadurch erzielt, dass* lediglich in Nimeralöl (z.B. in den unter den Handelsnamen
»Tellus 33» und "Tellus 15" erhältlichen Oelen)
gemahlen wurde (4). Da das OeI an den Pulverteilchen haftet und nicht von diesen Teilchen abdampft, wird
auch nach dem MahlVorgang eine befriedigende Schutzwirkung
erhalten. Das überflüssige OeI kann in einer
folgenden Stufe des Herstellungsverfahrens entfernt (weggewaschen) werden. Wenn nicht alles OeI entfernt
wird, kann das Endprodukt Sm-Karbid enthalten. Dies übt aber keinen Einfluss auf die magnetischen
Eigenschaften aus.
Der Effekt, der die Regelung des Sauerstoff gehalts auf die Dichte des Endprodukts hat, wird in
der nachstehenden Tabelle nachgewiesen.
| Kompr. | Dichte in | Sinter | Sinterzeit | gesinterte | it | 0,8 |
| Druck (kB) | bezug auf | tempera— | (Min.) | Dichte | 1 | |
| theoreti | tür C°C) | 0,39 | ||||
| sche | 0,41 | |||||
| 20 | 85 | 1100 | 15 | 89 | 0,43 | |
| 15 | 83 | 1100 | 15 | 86,3 | o,4o | |
| 15 | 84 | 1100 | 15 | 98 | 0,42 | |
| 10 | 76 | 1085 | 15 | 96,5 | 0,34 | |
| 10 | 75 | 1100 | 15 | 96 | 1,5 | |
| 4 | 62 | 1085 | 2O | 98 | ||
| 4 | 63 | 1Ο85 | 15 | 97 | ||
| 0 | 50 | 1095 | 1O | 97 | ||
| 0 | 50 | 1Ο85 | 15 | 64 | ||
209842/0822
-19- PHN. 55^0
Die Muster wurden alle bei einem Druck von 0,3 kB vorverdichtet. Der Druck beim isostatischen Komprimieren
variierte von 0 bis 20 kB (Spalte 1). Die Dichten nach dem isostatischen Komprimieren sind in der Spalte
2, die Sintertemperaturen in der Spalte 3 und die Sinterzeiten in der Spalte h angegeben. (Die Sintertemperaturen
sind die Temperaturen, die an einer dem zu sinternden Muster möglichst nahe liegenden Stelle
gemessen sind. Die reellen Sintertemperaturen können
davon noch +_ 1O0C abweichen). An den gesinterten
Endprodukten wurden die Dichte (Spalte 5) und der
Sauerstoffgehalt (Spalte 6) gemessen. Es ist deutlich ersichtlich, dass sogar bei einem Druck von 15 bis 20 kB
die Dichte des Endprodukts ungenügend ist, wenn der Sauerstoffgehalt nicht in ausreichendem Masse geregelt
wird. Andererseits stellt sich heraus, dass sogar ohne isostatische Kompression (θ kB) ein genügend
dichtes Endprodukt erhalten werden kann, wenn der Sauerstoffgehalt geregelt wird. Es sei noch bemerkt,
dass die Sinterung in einem verschlossenen Raum erfolgte,"
der entlüftet worden war und in den vor der
Sinterung ein inertes Gas (Argon) bis zu einem Druck von höchstens 0,8 atm. eingelassen war.
209842/ 0822
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung eines Körpers mit anisotropen dauermagnetischen Eigenschaften,dessen
für diese Eigenschaften wesentlicher Bestandteil durch eine oder mehrere Verbindungen von M und R
mit hexagonaler Kristallstruktur gebildet wird, wobei M =f Co oder eine Kombination von Co mit einem oder
mehreren der Elemente Fe, Ni und Cu und R eines oder mehrere der Elemente der seltenen Erden Yttrium und
Thorium ist, von welchen Verbindungen der Existenzbereich mit dem der Verbindungen Mt-R in dem System
M-R ein Ganzes bildet, bei dem ein rauher Körper aus einer oder mehreren dieser Verbindungen von M und R
gebildet, zu einem Pulver zerkleinert, in einem Magnetfeld ausgerichtet, komprimiert und gesintert wird,
dadurch gekennzeichnet, dass zum Erhalten eines nichtalternden gesinterten Magnetkörpers mit optimaler
Kombination von Koerzitivkraft und Form der Entmagnetisierungskurve
die Sinterung bei einer Temperatur erfolgt, die die kritische Sintertemperatur der gewählten
Zusammensetzung überschreitet, während sowohl bei der Sinterung als auch bei den vorangehenden Herstellungsstufen
Massnahmen getroffen werden, um zu verhindern, dass der Sauerstoffgehalt des Endproduktes
einen an Hand einer graphischen Darstellung der
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-21- PHN.55^0
Beziehung zwischen der Koerzitivkraft und der Sintertemperatur' bei verschiedenen Sauerstof fgehalte'n zu
bestimmenden kritischen Wert überschreitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kompression unter einem Druck von
0 bis 15 kB, vorzugsweise zwischen 5 und 10 kB, erfolgt.
3» Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass die Pulverisierung des rauhen Körpers in einer Mahlvorrichtung in Gegenwart einer
Flüssigkeit stattfindet, die die Eigenschaft aufweist, dass sie Metalloberflächen gut benetzt.
h. Verfahren nach Anspruch 3j dadurch gekennzeichnet,
dass in der Mahlvorrichtung eine organische , Flüssigkeit mit einem Siedepunkt unterhalb 120° G
verwendet wird, die einen Bestandteil enthält, der' die Eigenschaft aufweist, dass er Metalloberflächen
bevorzugt benetzt.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder h, dadurch
gekennzeichnet, dass die Metalloberflächen gut bzw. bevorzugt benetzende Flüssigkeit eine fettige Substanz,
wie ein Mineral-, Pflanzen- oder Tieröl, ist.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder "2, dadurch
gekennzeichnet, dass M für Co und R für Sm steht, und der Sauerstoffgehalt unterhalb 0,5 % und insbesondere
unterhalb 0,45 i° gehalten wird.
209842/0822
-22- PHN.55^0
7. Durch das Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche hergestellter gesinterter Magnetkorper.
8. Gesinterter Magnetkbrper, der durch das Verfahren nach Anspruch^ hergestellt ist, dadurch
gekennzeichnet, dass er Sm-Karbid enthält.
209842/0822
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