DE2214351B2 - Vorrichtung zur Herstellung von Fasern aus thermoplastischem Material, insbesondere von Glasfasern - Google Patents
Vorrichtung zur Herstellung von Fasern aus thermoplastischem Material, insbesondere von GlasfasernInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Fasern aus thermoplastischem Material,
insbesondere von Glasfasern, mit einem mit großer Geschwindigkeit rotierenden hohlen Zentrifugalkörper,
dessen Inneres der kontinuierlichen Aufnahme des geschmolzenen Materials dient und der einen Umfangsmantel
hat mit einer Anzahl von Reihen von Öffnungen, die dem Ausschleudern des Materials durch Zentrifugalkraft
in zahlreichen dünnen Strömen, welche danach durch abwärts gerichtete heiße Gasströme zu Fasern
ausgezogen werden, dienen, und der eine Bodenfläche angrenzend an den unteren Rand des Mantels hat, die
der fließenden Verteilung und Führung des Materials zum unteren Rande des Mantels hin dient sowie der
Bildung eines Vorrats geschmolzenen Materials auf der ganzen Höhe der Innenfläche des Mantels.
Durch die DE-OS 15 96 480 ist eine solche Vorrichtung
bekannt geworden. Diese bekannte Vorrichtung hat den Nachteil, daß durch die Temperatur des
geschmolzenen Glases sich der Zentrifugalkörper verzieht Gemäß dieser OS soll dieser Erscheinung
durch Abstandsregulierung entgegengewirkt werden. Es hat sich gezeigt, daß die Deformation um so stärker
ist, je größer der Durchmesser des Zentrifugalkörpers isL Diese Deformation hat zur Folge, daß die Standzeit
des Zentrifugalkörpers vermindert wird. Dies kann auch durch die genannte Abstandsregulierung nicht verhindert
werden. Andererseits geht das Bestreben dahin, den Zentrifugalkörper möglichst groß zu machen, damit
die Zahl der Schleuderöffnungen in seinem Umfangsmantel möglichst groß gemacht werden kann, so daß ein
möglichst großes Ausbringen gegeben ist. Durch Versuche wurde festgestellt, daß es für die Faserherstellung
außerdem von Bedeutung ist, daß Temperaturunterschiede an verschiedenen Stellen der Umfangswandung
und des Bodens des Zentrifugalkörpers möglichst vermieden werden sollen. Diese Forderung ist
aber, bedingt durch die Betriebsverhältnisse, bisher nicht in ausreichendem Maße erfüllt.
Gemäß den DE-OS 14 21 104 und 19 30 093 und gemäß der DE-PS 12 37 724 ist es bekannt geworden,
durch Induktionsspulen eine gewisse Zusatzheizung auszuüben. Diese Zusatzheizungen umgeben den
Umfangsmantel des Zentrifugalkörpers konzentrisch und sollen auf diesen Umfangsmantel oder auch nur auf
den unteren Teil dieses Umfangsmantels erwärmend wirken. Durch die DE-PS 10 91 698, Abb. 5, ist bereits
bekannt geworden, den Boden des Zentrifugalkörpers durch Flammen zu erwärmen. Die Erwärmung durch
Flammen kann aber nicht genügend gezielt eingesetzt werden, um das Deformieren des Zentrifugalkörpers zu
verhindern.
Durch die DE-PS 12 37 724 ist bekannt geworden, den Boden des Zentrifugalkörpers offen auszubilden und
statt dessen an der Unterseite lediglich einen ringförmigen Rand vorzusehen. Auf diese Weise kann das
Verziehen gemindert werden, ist aber insbesondere bei großen Zentrifugalkörpern nicht ausreichend vermieden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen vorzusehen, durch die die Deformation des
Zentrifugalkörpers beim Betrieb entscheidend vermindert und entsprechend seine Standzeit verlängert wird.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die Maßnahmen im Kennzeichendes Anspruches 1.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die Maßnahmen im Kennzeichendes Anspruches 1.
Die gesonderte ringförmige Scheibe hindert die Gefahr des Verziehens in der Hitze. Wenn auch der
Außenrand der Scheibe unten an den Umfangsmantel dicht anschließt, so ist dies doch nicht zu vergleichen mit
dem Boden gemäß der DE-PS 15 96 480, der mit dem Umfangsmantel einstückig ist. Durch die Einstückigkeit
ist die Gefahr des Verziehens in der Hitze gegeben, und zwar insbesondere bei einem Zentrifugalkörper mit
großen Abmessunger.. Dadurch, daß die gesonderte ringförmige Scheibe und der Umfangsmantel zwei Teile
sind, ist trotz des dichten Anschließens der Scheibe an den Umfangsmantel ein Spannungsausgleich beim
Erhitzen gegeben. Die verhältnismäßig geringe radiale Erstreckung der Scheibe wirkt in demselben Sinne.
Außerdem ist von Bedeutung die Induktionsspule unterhalb der Scheibe. Hierdurch kann die Scheibe
gezielt erwärmt werden, so daß sie etwa gleichmäßig aufgeheizt wird. Die Aufheizung auf eine gleichmäßige
Temperatur, die nahe der Temperatur des Mantels ist, ist auch vorteilhaft für die Erzeugung einer gleichmäßigen
Temperatur des Glasschmelzfiusses. Durch die DE-PS 12 37 724 ist eine Heizung mit lnduktionsstrom
bekannt geworden, bei der der untere Teil des Umfangsmantels beheizt werden soll. Diese Beheizung
ist nicht gezielt auf den Boden gerichtet und bewirkt somit nicht die Vergleichmäßigung der Temperatur, wie
sie mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung erreicht wird.
Vorteilhafte Ausführungsarten und Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind beschrieben in
den Ansprüchen 2 bis 5. Die Frequenz zwischen etwa 6000 und 20 000 Hz hat den Vorteil, daß bei ihr noch
kein nennenswerter Skineffekt auftritt, durch den die Beheizung ungleichmäßig werden würde. Der zunehmende
Durchmesser der öffnungen des Umfangsmantels vom unteren zum oberen Teil dieses Mantels
bewirkt eine Vergleichmäßigung der ausgeschleuderten Maierialströme und somit eine Vergleichmäßigung der
erzeugten Fasern.
Die erfindungsgemäßen Maßnahmen ermöglichen die Erzielung einer sehr gleichmäßigen Temperatur auf
dem Wege, den der Glasschmelzfluß bis zum Ausschleudern aus dem Umfangsmantel nimmt. Durch Versuche
wurde festgestellt, daß der Temperaturgradient unter 15°C pro Zentimeter gehalten werden konnte ind sogar
nur etwa 5°C pro Zentimeter betrug.
Zwei Beispiele der Erfindung sind in den F i g. 1 und 2 dargestellt.
Gemäß der Zeichnung umfaßt die Vorrichtung zur Erzeugung der Fasern einen rotierenden Körper 1, der
an einer hohlen Achse 2 befestigt ist, die seinen Antrieb mit großer Geschwindigkeit bewirkt. Der Körper I hat
einen Umfangsmantel 3, in welchem Öffnungen 4 zum Ausschleudern des Materials vorgesehen sind. Unter
dem rotierenden Körper ist als Bodenfläche eine gesonderte ringförmige Scheibe 5 befestigt.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 ist in Achsrichtung und fest am hohlen Körper ein Korb 8
vorgesehen, der an seinem Umfang Öffnungen 9 hat.
Das thermoplastische Material 10 wird in geschmolzenem Zustand in Richtung der Achse der hohlen Achse
2 (Fig. 1) zugeführt und fällt in den Korb 8, von wo es durch die Wirkung der Fliehkraft durch die öffnungen 9
ausgeschleudert wird, um sich über die Oberfläche der Scheibe 5 auszubreiten. Das Material erreicht dann den
unteren Teil des Umfangsmantels 3 und breitet sich über dessen ganze Höhe aus, um aus den öffnungen 4 des
Mantels in Form von dünnen Strömen ausgeschleudert zu werden.
Die ringförmige Scheibe 5 besteht aus demselben Metall wie der Umfangsmantel 3, und ihr Innendurchmesser
unterschreitet nicht den halben Durchmesser des Mantels 3.
Die Temperatur der Scheibe 5 wird auf den gewünschten Wert gebracht, der in der Nähe der
Temperatur des Umfangsmantels liegt, durch die Zufuhr von Wärme durch Berührung mit dem geschmolzenen
Material und mittels !nduktionsströme, die in der Scheibe erzeugt werden. Man verwendet hierzu eine
Induktionsspule 18, deren Windungen in einer Ebene senkrecht zur Rotationsachse des rotierenden Körpers
angeordnet sind. Diese Induktionsspule liegt unterhalb der Höhe der Scheibe 5. Sie wird gespeist mit Strömen
mittlerer Frequenz von der Größenordnung 6 bis 20 kHz oder mehr.
Die aus dem rotierenden Körper 1 ausgeschleuderten Materialströme werden der Wirkung von Verbrennungsgas
ausgesetzt, das mit großer Geschwindigkeit und hoher Temperatur aus dem Schlitz 11 bzw. der
Entspannungsöffnung einer ringförmigen Verbrennungskammer 12, die koaxial zum rotierenden Körper
ist, austritt. Die Wirkung dieser Gase bewirkt das Ausziehen der dünnen Materialströme zu feinen Fasern.
Eine ergänzende Wirkung auf die dünnen Ströme kann erzielt werden mittels eines ringförmigen Strahles,
insbesondere von warmer Luft oder von Dampf, der durch einen Blaskranz 14 erzeugt wird, welcher
außerhalb des Schlitzes 11 der Verbrennungskammer angeordnet ist.
Ein innerer Brenner 19 ist konzentrisch zu den Glasströmen angeordnet und gestattet, den Zentrifugalkörper
auf eine passende Temperatur zu bringen, ehe Glas zugeführt wird. Diese Temperatur wird danach
durch Glas selbs'. aufrechterhalten.
Der Durchmesser der öffnungen 4 des Umfangsmantels 3 kann einen Wert haben, der von der Scheibe 5 bis
zum oberen Teil des Mantels 3 zunimmt.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2 wird eine Reserve an geschmolzenem Material über die ganze
Höhe des Umfangsmantels 3 gebildet. Diese Reserve wird in einer ringförmigen Kammer 7 gebildet, deren
innere Wand aus einer Trennwand 6 besteht. Das geschmolzene Material breitet sich über die Oberfläche
der Scheibe 5 aus und tritt zwischen den unteren Teilen des Mantels 3 und der Trennwand 6 durch, um die
Kammer 7 vollständig auszufüllen. Vorzugsweise ist die Höhe des ringförmigen freien Raumes, der am unteren
Teil zwischen der Trennwand 6 und dem Umfangsmantel 3 gebildet wird, in der Größenordnung von 5 bis
10 mm.
Man bewirkt so einen konstanten und gleich großen Druck auf alle Schleuderöffnungen 4 des Umfangsmantels
3 und dadurch eine gute Gleichmäßigkeit der dünnen Materialströme, welches auch die Höhe der
öffnungen, aus denen sie ausgeschleudert werden, seL
Gegen die ringförmige innere Wand 6 ist eine wärmedämmende Verkleidung 13 angeordnet.
Die F i g. 2 zeigt ebenfalls die Induktionsspule 18, die dazu dient, die Temperatur der Scheibe 5 aufrechtzuhalten
oder zu erhöhen. Diese Anordnung ist analog derjenigen gemäß Fig. 1.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Vorrichtung zur Herstellung von Fasern aus thermoplastischem Material, insbesondere von
Glasfasern, mit einem mit großer Geschwindigkeit rotierenden hohlen Zentrifugalkörper, dessen Inneres
der kontinuierlichen Aufnahme des geschmolzenen Materials dient und der einen Umfangsmantel
hat mit einer Anzahl von Reihen von Öffnungen, die dem Ausschleudern des Materials durch Zentrifugalkraft
in zahlreichen dünnen Strömen, welche danach durch abwärts gerichtete heiße Gasströme zu
Fasern ausgezogen werden, dienen, und der eine Bodenfläche angrenzend an den unteren Rand des
Mantels hat, die der fließenden Verteilung und Führung des Materials zum unteren Rande des
Mantels hin. dient sowie der Bildung eines Vorrats geschmolzenen Materials auf der ganzen Höhe der
Innenfläche des Mantels, gekennzeichnet durch eine Ausbildung der Bodenfläche als
gesonderte ringförmige Scheibe (5), deren Außenrand unten an den Umfangsmantel (3) dicht
anschließt, durch einen Innendurchmesser der Scheibe (5), der den halben Durchmesser des
Mantels (3) nicht unterschreitet, und durch eine unterhalb der Scheibe (5) koaxial zu dieser
angebrachte Induktionsspule (18), die eine lokale Heizwirkung ausübt zur Erzeugung einer gleichmäßigen
Temperatur der Scheibe (5), die nahe der Temperatur des Mantels (3) ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Speisung der Induktionsspule (18) mit
Strömen von einer Frequenz zwischen etwa 6000 und 20 000 Hz.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die ringförmige Scheibe (5) aus
dem gleichen Material besteht wie der Umfangsmantel (3).
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Zenlrifugalkörper
(1) einen Durchmesser von wenigstens 300 mm und insbesondere über 400 mm hat, und daß der
Umfangsmantel (3) wenigstens 10 Reihen von Öffnungen (4) aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der
Öffnungen (4) des Umfangsmantels (3) von der Höhe der ringförmigen Scheibe (5) bis zum oberen Teil des
Mantels (3) zunimmt.
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