DE229772C - - Google Patents
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D05—SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
- D05C—EMBROIDERING; TUFTING
- D05C3/00—General types of embroidering machines
- D05C3/04—General types of embroidering machines with horizontal needles
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Sewing Machines And Sewing (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 52b. GRUPPE
VOGTLÄNDISCHE MASCHINEN-FABRIK
(vormals J. C. & H. DIETRICH) AKT-GES.
in PLAUEN i.V.
Schiffchenstickmaschine. Patentiert im Deutschen Reiche vom 20. Dezember 1907 ab.
Die für den Betrieb einer selbsttätigen Schiffchenstickmaschine, des sogenannten
Stickautomaten, erforderliche jacquardkarte wurde bisher mittels einer besonderen, mühsam
von Hand betriebenen Kartenschlagmaschine in einem verhältnismäßig langsamen Arbeitsvorgang hergestellt. Da man
aber bekanntlich aus der Verteilung und Anordnung · der in die Jacquardkarte geschlagenen
Löcher das durch ihre Vermittlung von dem Stickautomaten zu liefernde Stickerei- ·
muster auch nicht annähernd erraten kann, so suchte man sich, um dennoch eine augenfällige
Probe des geschlagenen Musters zu gewinnen, in der AVeise zu helfen, daß man
eine kleine Stickvorrichtung, die nur etwa zwei bis vier Nadeln mit ebenso vielen Schiffchen
besaß, neben die. Kartenschlagmaschine setzte und deren Stickereirahmen so mit ihr
in Bewegungsabhängigkeit brachte, daß darauf eine der gleichzeitig geschlagenen Karte entsprechende
Stickerei entstehen mußte. Nach jedem Arbeitsspiel der Kartenschlagmaschine drehte man die kleine Welle des angekuppelten
Stickmechanismus einmal herum, wodurch jedesmal ein einzelner Stich' in der bei
Schiffchenstickmaschinen bekannten Weise durch das Zusammenwirken der Nadeln und
Schiffchen gebildet wurde. Dann stellte man die Kartenschlagmaschine für die nächste
- Lochung ein, drehte wieder die Stickmechanismuswelle einmal um und wiederholte dieses
Spiel immer wieder von vorn, bis das ganze Muster fertig war. Das nahm viele Stunden
Zeit, bei größeren Mustern ganze Tage' in Anspruch, und man gewann trotz dieser umständlichen,
kostspieligen Arbeit doch immer nur eine Musterprobe von beschränkter Größe, die keinen anderen als nur den Notzweck einer Kontrolle der Richtigkeit der ge-
geschlagenen Jacquardkarte erfüllen konnte.
Über diesen dürftigen Zweck weit hinausgreifend,
wird g'emäß der vorliegenden Erfindung an eine vorhandene Schiffchenstickmaschine
von bekannter Bauart und Größe eine selbsttätige Kartenschlagmaschine so angekuppelt,
daß letztere nicht nur in genau demselben Tempo arbeitet wie jene, sondern
auch von demselben Antrieb aus in Gang gesetzt werden kann. Darin liegt der kennzeichnende
Unterschied des Neuen vom Bekannten, daß früher eine langsam, mühsam
von Hand betriebene Schlagmaschine der Hauptzweck war und eine kleine Stickvorrichtung
lediglich zu deren Kontrolle diente, während hier eine wirkliche Stickmaschine den Hauptzweck erfüllt und die Jacquardmusterkarte
gewissermaßen so ganz nebenher, mühelos, fast kostenlos und ohne den geringsten Zeitaufwand irgendwelcher persönlichen
Handtätigkeit fertiggestellt wird.
Es kann hierbei ebensowohl eine mittels eines 'Pantographen geführte Stickmaschine
als auch ein sogenannter Stickautomat benutzt werden. Im ersteren Falle, d. h. wenn man
eine mittels Pantographen geführte Stick-
γ 2
maschine benutzt, wird man u. a. den Vorteil erreichen, ein vom Musterzeichner neu entworfenes
Stickereimuster auf seinen Marktwert hin prüfen zu können. Denn da auf einer Stickmaschine gewöhnlicher Größe Stickereien
von 15 bis 20 m Gesamtlänge mit einem Male erzeugt werden, so genügt dieses Quantum
vollauf, um in zahlreiche Proben zerschnitten an die Kundschaft verteilt zu werden, damit
der Stickereifäbrikant erfahre, ob das neue Muster Anklang findet oder unverkäuflich ist.
Ist letzteres der Fall, so ist der entstandene Schaden nicht von erheblicher Bedeutung, da
die Herstellung der Jacquardkarte fast kostenlos bewirkt wurde und nur die völlig unvermeidbaren
< Kosten an Materialverbrauch, Musterzeichnung und Amortisation in die
Kalkulation einzustellen sind. Hat aber im anderen Falle das neue Muster eine gute Aufnähme
gefunden, so kann der Fabrikant die einlaufenden, vielleicht eiligen Aufträge sofort
ohne den geringsten Zeitverlust ausführen, weil die Jacquardkarte bereits fertig daliegt,
um auf dem Stickautomaten verwendet zu werden. Darin liegt der große wirtschaftliche
Wert und der technische Fortschritt der vorliegenden Erfindung.
Wählt man die andere der oben genannten beiden Anordnungen, d. h. eine Kartenschlagmaschine
nicht in Verbindung mit einer pantographisch geführten Schiffchenstickmaschine,
sondern mit einem Stickautomaten, so ersetzt sie eine Jacquardkartenkopiermaschine. Gesetzt
den Fall, in dem angenommenen Beispiel habe das an die Kundschaft ausgesendete Muster so ausnehmend gut gefallen, daß ungewöhnlich
große und sofort auszuführende Bestellungen einlaufen, so braucht man nur, während ein Stickautomat arbeitet, die an ihn
angehängte Schlagmaschine mitlaufen zu lassen, und man hat binnen kürzester Zeit
eine so große Anzahl Jacquardkarten des gleichen Musters, daß mit ihrer Hilfe unbegrenzt
zahlreiche Bestellungen binnen kürzester Frist erledigt werden können.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes deutet auf der Zeichnung Fig. 1
in schematischer Darstellung an. Fig. 2 zeigt einen Einzelteil der Jacquardkartenschlag-
maschine. '.
In Fig. ι bedeutet 1, 2, 3 das abgebrochene
Stück des Maschinengerüstes am linken Ende einer Schiffchenstickmaschine von übrigens
bekannter Bauart. Mittels der beiden Tragarme 4, 5 ist daran das Musterbrett 6 befestigt. Der große Stickereirahmen 7, 8, 9
wird mittels des Pantograph«! 10 geleitet,
dessen Schnabel 11 aber nicht nur, wie bei jeder gewöhnlichen Schiffchenstickmaschine,
auf den Linien der an dem Brett 6 befestigten Musterzeichnung hin und her geführt wird,
sondern außerdem zur Bewegung der nachstehend beschriebenen Kartenschlagmaschine
in zwei einander im rechten Winkel überkreuzenden Schleifen 12, 13 eingreift. Mög- 6g
liehst reibungsfrei ist die eine Schleife bei 14, 15, die andere bei 16, 17 geradlinig geführt.
Wird der Pantographenschnabel 11 längs einer genau wagerechten Linie verschoben,
so bleibt die Schleife 12 unbeweglich und nur 13 folgt dieser Verschiebung. Das
Umgekehrte tritt ein, wenn 11 in genau senkrechter Linie verschoben wird. Führt man
aber den Punkt :r 1 längs einer schrägen oder einer krummen Linie, so werden sich beide
Schleifen 12 und 13 gleichzeitig in der einen oder der anderen Richtung verschieben
müssen.
Alle diese Verschiebungen der beiden Schleifen 12, 13 werden nun mittels der nachstehend
beschriebenen Bewegungsübertragungsmittel zur Einstellung zweier Lochstempel 18 und 19 benutzt, die über dem Papierstreifen
20 in Kreisbögen um die Drehzapfen 22, 221 als Mittelpunkte schwingend
hin und her fahren. Aus dem Papierstreifen 20 entsteht nun eine Jacquardkarte in der
Weise, daß er in der Richtung des Pfeiles 21 durch eine in der Zeichnung nicht angegebene
Schaltvorrichtung schrittweise langsam fortbewegt ■wird, während die beiden Lochstempel.
18,19 mittels der in Fig. 2 dargestellten Lochvorrichtung jedesmal zwei
Löcher in das Papier 20 einschlagen.
Da die Bewegungsübertragungsmittel von
12 nach 18 bei dem in Fig. 1 angegebenen
Ausführungsbeispiel genau die gleichen sind wie diejenigen von 13 nach 19, so genügt es
für das Verständnis der Erfindung, wenn hier nur die eine Mechanismengruppe erklärt wird.
Um den feststehenden Zapfen 22 schwingt ein Hebel 23, dessen freies Ende 24 nach
einem Kreisbogen um 22 als Mittelpunkt gekrümmt ist. Der Hebel 23 bildet mit einem
Zahnradsegment 25 ein starres Ganzes. Eine Zahnstange 26 greift einerseits in die Zähne
des Segments 25, andererseits in die Zähne eines Zahnrades 27 ein. Auf diese Weise sind
der Hebel 23, der den Lochstempel 19 trägt, und die Welle 28, auf der das Zahnrad 27 befestigt
ist, zwangläufig miteinander verbunden, d.h. jeder Stellung, die das Zahnrad 27 bei seiner Drehbewegung einnimmt, entspricht
eine ganz bestimmte Stellung- des Lochstempels 19 vor dem Papier 20.
Auf der Welle 28 ist außerdem eine glatte Scheibe 29 befestigt, gegen deren Umfang
eine glatte Laufschiene 30 dadurch gepreßt werden kann, daß eine sehr kräftige Feder
31 den Schieber 32 heranzieht. Der Schieber
32 ist in dem Lager 33 und die Laufschiene 30 ist in dem Schieber 32 gleitbar gelagert.
Durch die von der Feder 31 ausgeübte Pressung wird zwischen 30 und 29 so viel
Reibung erzeugt, daß die Scheibe 29 sich drehen muß, wenn die Laufschiene 30 geradlinig
verschoben wird. Durch das Gelenk 34 ist die Laufschiene 30 mit dem bei 16, 17 gelagerten Querstück der Schleife
13 verbunden. Alle Bewegungen der Schleife 13 werden daher mittels der Teile 30,
29, 27, 26, 25 auf den Lochstempel 19 übertragen. Jeder Stellung, welche die
Schleife 13 bei ihren Bewegungen auf dem Musterbrett 6 einnimmt, entspricht eine bestimmte
Stellung des Lochstempels 19 auf dem Papier 20.
Der bei 331 gelagerte Schieber 321, der
unter dem Einfluß der Feder 311 die Laufschienen 301 gegen das Reibrad 291 zu drücken
hat, ist durch Hebel 35, Stange 36 und Hebel 37 mit dem Schieber 32 gelenkig verbunden.
An dem dr.eiarm.igen Hebel 37 ist eine Laufrolle 38 drehbar gelagert, die gegen den Umfang
eines Exzenters 39 anliegt.
Die Welle 40, auf welcher das Exzenter 39 befestigt ist, ist durch eine in der Zeichnung
nicht dargestellte Räderübertragung so mit der Hauptwelle der Schiffchenstickmaschine
i, 2, 3, 7, 8, 9 verbunden, daß sie genau dieselben Umdrehungen machen muß wie jene.
Der hohe und der tiefe Teil des Umfanges des Exzenters 39 ist so angeordnet, daß die
Laufrolle 38 in der Richtung des Pfeils 41 abgedrückt ·. wird, wenn die Nadeln der
Stickmaschine in den Stickereistoff eingestochert sind. Denn in diesem Augenblick
muß der Stickereirahmen 7, 8, 9 unbeweglich stillgehalten werden, und infolgedessen muß
auch der Päntographenschnabel 11 feststehen,
und das ganze System 13, 30, 12, 301 steht
in diesem Augenblick still. Dadurch aber, daß die Rolle 38 in Richtung des Pfeils 41 bewegt
wird, wird die Berührung einerseits zwischen 30 und 29, andererseits zwischen 301 und
291 vorübergehend aufgehoben. Erst dann, wenn sich die Welle 40. weitergedreht
hat, bis sich die Rolle 38 nicht mehr auf dem hohen Umfang des Exzenters 39 befindet,
bewirken die Federn 31 und 311 wieder, daß
die Reibungsmitnahme zwischen 30 und 29 bz\v. zwischen 301 und 291 erfolgt.
Die Welle 28 ist mit einer in der Zeichnung nicht dargestellten Einrichtung versehen,
durch die sie—.ähnlich· wie eine Windfangtür
— in beiden Drehrichtungen durch Federn selbsttätig in eine mittlere Grundstellung zurückgedreht
wird, sobald sie .durch den Reibräderantrieb 29, 30 links oder rechts herum
gedreht war und dann, der Feder 31 entgegen, durch Abheben der Laufschienen 30 von dem
Reibrad 29 freigegeben ist. ' g0
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Schiffchenstickmaschine, dadurch gekennzeichnet, daß deren Stickereirahmen gg mit der Einrichtung zum mustergemäßen Einstellen der Lochstempel einer Kartenschlagmaschine und der Antrieb der Schiffchenstickmaschine mit dem das Einschlagen der Lochstempel in die Karte ^0 bewirkenden Mechanismus derart gekuppelt sind, daß die Kartenschlagmaschine entsprechend dem Arbeitsgang der Schiffchenstickmaschine Karten schlägt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT50340D AT50340B (de) | 1907-12-19 | 1909-03-30 | Schiffchenstickmaschine. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE229772C true DE229772C (de) |
Family
ID=490044
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1907229772D Expired - Lifetime DE229772C (de) | 1907-12-19 | 1907-12-19 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE229772C (de) |
-
1907
- 1907-12-19 DE DE1907229772D patent/DE229772C/de not_active Expired - Lifetime
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