DE227801C - - Google Patents
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- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01H—SPINNING OR TWISTING
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 227801 KLASSE 47h. GRUPPE
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Erzielung einer periodisch
wechselnden Geschwindigkeit von Maschinen. Als Ausführungsbeispiel ist die Anwendung
der Vorrichtung für Ringspinnmaschinen gewählt worden.
Bei diesen wird die Geschwindigkeit in dem Sinne veränderlich gemacht, daß bei jedem
Auf- und Niedergang der Ringplatte die Gesch windigkeit in der tiefsten Stellung der Ringplatte
am größten, in der höchsten Stellung am kleinsten ist. In der tiefsten Stellung geschieht
die Aufwindung des Fadens entsprechend der Kegelform der Kötzerspitze auf den größten, in
der höchsten Stellung auf den kleinsten Durchmesser. Die Spannung, welche das zwischen
dem Streckzylinder und dem Kötzer befindliche Stück des Fadens erhält, ist abhängig von
dem Durchmesser des Kötzers und der Geschwindigkeit der Spindeln. Je kleiner der
Kötzerdurchmesser und je größer die Spindelgeschwindigkeit ist, um so größer ist die Fadenspannung.
Um aber mit Vorteil die höchstmögliche Nummer und 'die geringstmögliche
Drehung zu erzeugen, ist es sehr wichtig, daß die Fadenspannung möglichst gleich groß erhalten
wird. Aus den oben angegebenen Wechselbeziehungen ■'■ zwischen Kötzerdurchmesser
und Spindelgeschwindigkeit geht hervor, daß man eine annähernd gleichbleibende Fadenspannung
erreichen kann, wenn man die Geschwindigkeit während des Aufsteigens der
Ringplatte, also beim Übergang auf den kleinen Kötzerdurchmesser, allmählich abnehmen läßt
und umgekehrt.
Dieses Ziel hat man zu erreichen versucht, indem man die Ringspinnmaschine mit Hilfe
eines Riemenkegelpaares angetrieben hat. Durch entsprechende Verschiebung des Kegelriemens
während des Spieles der Ringplatte ist eine Veränderung der Geschwindigkeit recht wohl möglich,
doch hat diese Art des Antriebes keine Verwendung in der Praxis gefunden.
Bei elektrischem Betrieb hat man mittels der sogenannten Einphasenmotoren eine weitgehende
Regelbarkeit in der Hand. Diese Motoren sind aber sehr teuer und verwickelt. Da ihr unmittelbarer Anschluß an die Leitungsnetze der Drehstromkraftwerke aber gewöhnlich
aus betriebstechnischen Gründen nicht gestattet wird, so macht sich eine Umformung
des dreiphasigen Stromes nötig, wodurch außerdem die Betriebskosten erhöht werden.
Bei der vorliegenden Erfindung wird nun das genannte Ziel mit Hilfe eines sogenannten
Differentialgetriebes in Verbindung mit einem Schneckengetriebe erreicht.
Auf der Zeichnung stellt Fig. 1 die Gesamtanordnung
des Getriebes, soweit dasselbe Gegenstand der Erfindung ist, dar. Fig. 2 ist ein
Schnitt durch das Differentialgetriebe und Fig. 3 eine Darstellung der Neuerung in Verbindung
mit einer Ringspinnmaschine.
Das Differentialgetriebe besteht aus den beiden Kegelräderpaaren 1, 2 und 3, 4 (Fig. Ί
und 2) und dem Differentialrad 5, welches hier
als Schneckenrad ausgebildet ist. In dem Differentialrade 5 sitzen zugleich die Bolzen
für das Kegelräderpaar 3, 4. Das Kegelrad 1 sitzt fest auf der Trommelwelle 6 der Maschine,
während sowohl das Differentialrad 5 als auch das Kegelrad 2 lose und unabhängig voneinander
sowie von der Hauptwelle 6 auf der langen, konzentrisch angeordneten Nabe 7 des Trommellagers .8 drehbar sind. Letzteres trägt
die Lagerbüchse 9 für die Trommelwelle, währen die verlängerte Nabe 7 diese selbst nicht berührt.
Auf der Nabe des Kegelrades 2 sitzt fest die Antriebscheibe 10. Wird das Differentialrad
5 festgehalten und an der Drehung verhindert, so erhält das Rad 1 und mit ihm die Trommelwelle
eine Drehung, welche gleich groß, aber entgegengesetzt gerichtet ist (s. die Pfeilrichtungen
α und b) als diejenige der Antriebsriemscheibe 10. Das Differentialrad 5 hat dabei
das Bestreben, sich im Sinne des Pfeiles c in gleicher Richtung wie Riemscheibe 10 zu drehen.
Erteilt man nun dem Rad 5 eine Drehung in dem genannten Sinne, oder vermindert man den
die Drehung verhindernden Widerstand, so daß das Differentialrad der Drehung von 10
folgen kann, in welchem Falle die Drehbewegung als »passiv« bezeichnet werden kann, so
wird die Geschwindigkeit vom Rad 1 und somit der Trommelwelle um die doppelte Anzahl
der Umdrehungen von 5 vermindert. Da bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel die vier
das Differentialgetriebe bildenden Kegelräder alle den gleichen Durchmesser besitzen, so wird
nämlich, wenn beispielsweise das Rad 1 festgehalten und das Rad 2 gedreht wird, das
Differentialrad 5 mit der halben Geschwindigkeit des Rades 2 umlaufen. Es wird also, wenn
beispielsweise das Rad 2 zwei Umdrehungen macht und gleichzeitig das Differentialrad 5
eine Umdrehung in gleicher Drehrichtung macht, das belastete Rad 1 stillstehen; es besitzt
also eine Geschwindigkeit, welche gegenüber der Geschwindigkeit des Rades 2 um die
doppelte Umdrehungszahl des Differentialrades 5 vermindert ist. Die Drehbewegung
von Rad 5 kann also eine aktive oder eine passive sein. Im ersteren Falle müßte der Antrieb
entweder wiederum durch ein Kegelpaar erfolgen, um eine wechselnde Geschwindigkeit
zu erhalten, oder er kann auch durch einen kleinen Elektromotor mit stark veränderlicher
Umlaufszahl bewirkt werden. Weit einfacher ist die Erzielung einer passiven Drehung, wenn
je nach dem größeren oder geringeren Widerstände, welcher der Drehbewegung entgegengesetzt
wird, diese letztere verringert oder vergrößert wird. Der Widerstand kann nun z. B.
ein Bremswiderstand sein. Entweder kann man dann die Bewegung mittels eines veränderlichen
Bremsbahdes oder einer Reibungskupplung nach Belieben abbremsen, oder man kann durch das
Differentialrad 5 einen kleinen Elektromotor in Betrieb setzen, dessen Umlaufszahl durch entsprechende
regelbare Belastung verändert werden kann. Diese Anordnung wird ebenfalls
verwickelt und hat den Nachteil, daß der Verlust durch die Reibungsarbeit um so größer ist,
je schneller das Differentialrad und je langsamer die Trommelwelle α läuft.
In der vorliegenden Erfindung ist nun mit dem Differentialrad 5 ein Schneckenrad 11 verbunden,
in welches eine Schnecke 12 eingreift. Die Schnecke 12 sitzt fest auf einer Welle 13,
welche durch die Lager 14 und 15 getragen wird. Das Schneckenrad 11 übt einen Druck
im Sinne des Pfeiles e (Fig. 1) auf die Schnecke 12
aus, welcher auf Welle 13 übertragen und von der Schraube 16 aufgenommen wird. Auf diese
Weise ist ein äußerst leichter Gang der Welle 13 gewährleistet. Die Schnecke 12 stellt somit
den die Drehung des Differentialrades 5 verhindernden Widerstand dar. Macht man nun
die Steigung der Schnecke genügend groß, so ist der Reibungswiderstand allein nicht mehr
fähig, die Drehung zu verhindern, und die Schnecke mit der Welle 13 sowie das Differentialrad
kommen zum Drehen. Der Arbeitsverlust durch Reibung ist hierbei sehr gering.
Es ist nun beabsichtigt, die Schnecke stillstehen zu lassen, wenn die Maschine die höchste
Geschwindigkeit haben soll, also wenn die Ringplatte jeweils ihre tiefste Stellung hat. Auf
der Welle 13 sitzt zu diesem Zwecke eine Bremsscheibe 17, um welche in weiter unten
beschriebener Weise ein Bremsband 18 (Fig. 3) gelegt ist. Die Drehbewegung kann beginnen,
sobald die Bremswirkung aufgehoben ist. Es liegt nun im Sinne der Erfindung, daß die Zunahme
der Geschwindigkeit von Welle 13, d. i. also die Abnahme der Geschwindigkeit der
Maschinenhaupt- oder Trommelwelle stetig und in gleichmäßig beschleunigter Weise erfolgt.
Zu diesem Zwecke ist die Bremsscheibe 17 genügend schwer und groß vorgesehen, so daß die
Beschleunigung der Masse der Scheibe nach Erfordernis festgelegt werden kann. Wenn es
nun auch im allgemeinen genügen wird, die Größe der Scheibe für die verschiedenen Arten
und Bestimmungen der Ringspinnmaschinen ein für allemal festzulegen, so kann man andererseits
die Beschleunigung dennoch regelbar machen, indem man die Bremsscheibe entweder zum Auswechseln gegen solche von anderem
Gewicht geeignet macht, oder indem man am Ende der Welle 13 noch eine oder mehrere Zusatzscheiben
19 auswechselbar anordnet, wie es die punktierte Zeichnung in Fig. 1 darstellt.
Das Getriebe zum Abbremsen der Geschwindigkeit ist in der Gesamtanordnung Fig. 3 veranschaulicht.
Die Zeichnung stellt eine Ring-
Spinnmaschine gewöhnlicher Bauart dar mit den für die Erfindung hauptsächlich in Betracht
kommenden Teilen der Aufwindevorrichtung.
Eine von der Trommelwelle 6 mittels in der äußeren Gestellwand befindlicher, in der Zeichnung
als nebensächlich weggelassener Räderübersetzungen angetriebene Hilfswelle 20 treibt
einerseits den Vorderzylinder 21 des Streckwerkes, andererseits durch die Schnecke 22
ein Schneckenrad 23. Gemeinsam mit diesem auf dem gleichen Zapfen sitzt das Hubexzenter
24, welches auf die im Doppelhebel 26, 32 sitzende Rolle 25 einwirkt. Hebel 26 ist lose
drehbar auf dem Zapfen 27, und der untere Arm 32 trägt ein Stellstück 33 mit dem Schaltexzenter
34. Am Zapfen 27 sitzt gleichfalls lose schwingend der einarmige Hebel 28, welcher die
Rolle 35 trägt. Am unteren Ende des gebogenen Hebels 28 sitzt ferner der Zapfen 29, an welchem
ein starkes Stahlband angehängt ist, dessen anderes Ende auf dem Umfang einer fest auf dem Drehzapfen 36 sitzenden Scheibe 37
befestigt ist. Ein zweites Stahlband 31 führt nach dem doppelarmigen Hebel 38,39; am
Ende des Armes 39 sitzt eine Rolle 40, auf welcher die Ringplatte 41 mittels der Hubstange 42
aufruht. Diese Aufwindevorrichtung ist nicht Gegenstand der Erfindung; die verschiedenen
Stellungen der Einzelteile derselben werden lediglich zweckmäßig für die Bedienung der
Bremsvorrichtung des Erfindungsgegenstandes verwertet. Die genannten Stellungen und Bewegungen
sind aber in mehr oder weniger abgeänderter Form bei allen anderen Aufwindevorrichtungen
vorhanden oder lassen sich doch leicht mit einfachen mechanischen Hilfsmitteln von denselben ableiten.
Das Schneckenrad 23 und das Exzenter 24 drehen sich mit gleichmäßiger Geschwindigkeit
im Sinne des Pfeiles f; das Exzenter 24 erzeugt
zunächst eine schwingende Bewegung des doppelarmigen Hebels 26, 32, welche Bewegung
dann weiter durch das Exzenter 34, welches an der Schwingung teilnimmt, auf
Hebel 28 und schließlich auf die Ringplatte 41 übertragen wird. Die Drehbewegung des
Schneckenrades 23 wird nun zunächst zum periodischen Abbremsen der Drehung von Bremsscheibe 17 (Fig.. 1 und 3) benutzt. Das
Schneckenrad 23 ist fliegend auf dem Drehzapfen 44 angeordnet und trägt in einem
Schlitz 42 verstellbar den Zapfen 43, an welchem das eine Ende des Bremsbandes 18 angehängt
ist. Das andere Ende ist mit einer Hubstange 45 verbunden, welche durch ein an dem Lagerträger 46 befestigtes Führungsstück 47 hindurchgeht. Über die Hubstange 45
ist eine Druckfeder 48 geschoben, deren Spannung durch Mutter 49 mit Gegenmutter geregelt
werden kann. Die Feder 48 drückt also die Stange 45 nach unten, welche Bewegung durch
eine ebenfalls verstellbare Mutter 50 während eines Teiles der Zeit der Auf windung abgegrenzt
wird.
In der Zeichnung Fig. 3 ist nun die Aufwinde-Vorrichtung dargestellt, während die Aufwindung
des Fadens auf den kleinsten Durchmesser des Kötzers erfolgt und die Ringplatte im Begriff ist, wieder nach unten zu gehen.
Die Bremsscheibe 17 hat jetzt ihre größte Geschwindigkeit, und das Abbremsen muß jetzt
beginnen, damit die Scheibe bis zum Ende des rasch erfolgenden Niederganges der Ringplatte
41 zum Stillstand gelangt. Es tritt hier also eine Vernichtung der beim Aufstieg der Ringplatte
der Bremsscheibe 17 erteilten lebendigen Kraft ein; dieser Zustand dauert aber nur kurze Zeit,
so daß eine andauernde Bremsarbeit nicht zu leisten ist. Durch Verstellen der Muttern 49
und 50 einerseits und des Zapfens 43 andererseits kann die Dauer der Bremswirkung sowie
deren Beginn und Ende nach Belieben abgegrenzt werden. Sobald die Ringplatte 41 in. der
tiefsten Stellung angelangt ist, befindet sich der Zapfen 43 in der durch das + 51 angedeuteten
Stellung. Nunmehr beginnt das Ansteigen der Ringplatte, und indem sich das
Schneckenrad 23 weiterdreht, wird die Spannung des Bremsbandes nach und nach vermindert,
bis in der Stellung 53 des Zapfens 43 die Mutter 50 wieder zum Aufsitzen auf der Führung
47 kommt, von welchem Zeitpunkt ab die Lockerung des Bremsbandes 18 erfolgt. Von
hier ab ist während der nächsten halben Umdrehung des Schneckenrades 23 und des Exzenters
24, also während des ganzen weiteren Aufstieges der Ringplatte 41, die Bremswirkung
des Bremsbandes 18 aufgehoben. Unter dem Einfluß des von dem Differentialschneckenrad 11
(Fig. ι und 2) auf die Gänge der Schnecke 12 ausgeübten Druckes beginnt also die Welle 13
und die Scheibe 17 die Drehbewegung. Mit der fortschreitenden Beschleunigung und der Zunahme der Geschwindigkeit von Welle 13 vermindert
sich also unter der bereits beschriebenen Wirkungsweise des Differentialgetriebes die Geschwindigkeit
der Trommelwelle 6. Es liegt nun auf der Hand, daß durch Vergrößerung oder Verminderung der Schwungmasse entweder
der Bremsscheibe 17 oder der Zusatzscheiben 19 die Beschleunigung der Bremsscheibe entsprechend
verändert werden kann. Auf die oben beschriebene Weise läßt sich ohne weitere Hilfsmittel eine allmählich abnehmende Geschwindigkeit
der Trommelwelle 6 erreichen und so regeln, daß die Geschwindigkeit beim Aufwinden auf die Kötzerspitze ihren Mindestwert
erreicht hat.
Sobald ein neuer Abzug auf der Maschine begonnen, also lediglich auf die leere Hülse ge-
spönnen wird, ist es erwünscht, während des ganzen Auf- und Niederganges der Ringplatte
mit geringerer Geschwindigkeit zu arbeiten, bis der sogenannte Ansatz des Kötzers eine gewisse
Größe erreicht hat. Um dies zu erreichen, ist es nötig, die Stange 45 so viel zu heben,
daß eine Anspannung des Bremsbandes nicht oder nur wenig stattfinden kann. Das untere
Ende der Stange 45 ist bei 54 durch einen BoI-zen mit dem um 56 drehbaren Hebel 55 verbunden.
Außerdem trägt der letztere noch eine Rolle 57. Bei Beginn des Spinnprozesses, also
in der tiefsten Stellung der Ringplatte, ruht die Rolle 25 des Hebels 26 auf dem tiefsten Punkt
58 des Exzenters 34. Indem dieses Exzenter nach jedem Spiel der Ringplatte durch ein
Sperrad in bekannter Weise eine geringe Drehung erhält, erfolgt der allmähliche Anstieg
der Ringplatte. Die Scheibe 37 erfährt demnach außer einer hin und her gehenden Drehbewegung
auch eine langsam fortschreitende Drehung im Sinne des Pfeiles g. Auf der Scheibe
37 sitzt eine Nase 59; diese befindet sich in der tiefsten Stellung der Ringplatte unter der
Rolle 57 des Hebels 55 und hebt dadurch diesen und mit ihm die Stange 45 an, so daß die erwähnte
Lockerung des Bremsbandes 18 erreicht wird, auch wenn der Hebd 26 am weitesten
rechts steht. Mit fortschreitender Kötzerbewicklung gibt infolge der allmählichen Linksdrehung
von Scheibe 37 die Nase 59 die Rolle 57 frei, zuerst jeweils in der höchsten Stellung der
Ringplatte, bei welcher aber eine Anspannung des Bremsbandes bekanntlich nicht stattfinden
kann, weil hierbei der Hebel 26 am weitesten links steht und die Mutter 50 durch Aufsitzen
auf der Führung 47 einen weiteren Niedergang der Stange.45 verhindert. Mit weiterem Fortschreiten
der Wicklung kommt auch in der tiefsten Stellung der Ringplatte die schräg abfallende
Fläche 60 der Nase 59 in das Bereich der Rolle 57, diese nach jedem Spiel immer mehr
freigebend, so daß die Zeitdauer des Abbremsens immer mehr zunimmt, bis nach vollendetem
Ansatz ein Anheben der Stange 45 in der beschriebenen Weise überhaupt nicht mehr stattfindet,
sondern das regelmäßige Abbremsen einzig durch das Spiel des Hebels 26 erfolgt.
Diese Neuerung gewährt außerdem noch die Möglichkeit, auch kurz vor vollendetem Kötzer die Maschine kurze Zeit langsam laufen zu lassen, indem man das Bremsband 18 aus der Rille der Bremsscheibe 17 herausnimmt.
Diese Neuerung gewährt außerdem noch die Möglichkeit, auch kurz vor vollendetem Kötzer die Maschine kurze Zeit langsam laufen zu lassen, indem man das Bremsband 18 aus der Rille der Bremsscheibe 17 herausnimmt.
Die in dem Schneckengetriebe 11, 12 und in
den Lagern der Welle 13 entstehende Reibung verhindert an sich schon, daß die Umdrehungszahl
der Welle 13 eine zu große wird und daher die Geschwindigkeit der Maschine eine unerwünschte
Verzögerung erfährt. Will man aber auch hier eine Regelung eintreten lassen, so hat
man diese Möglichkeit durch die Hilfsbremse 61 (Fig. 1), deren Bremswirkung durch das Anhängegewicht
62 beliebig abgestuft werden kann.
Wenn auch eine Veränderung der Geschwindigkeit in so häufig wiederkehrender Folge in
der Hauptsache nur bei Ringspinnmaschinen in Betracht kommt, so läßt sich die Erfindung
natürlich auch für alle anderen Maschinen verwenden, bei denen eine solche Veränderlichkeit
der Geschwindigkeit erwünscht ist.
An Stelle des Schneckengetriebes kann auch eine Zahnradübersetzung angewendet werden;
dieselbe hätte aber beim Abbremsen einen zu großen Arbeitsverlust zur Folge. Außerdem ist
die Regelbarkeit der Geschwindigkeit dadurch unvollkommen.
Claims (6)
1. Antriebsvorrichtung zur Erzielung einer periodisch wechselnden Geschwindigkeit mit
Hilfe eines Differentialgetriebes, dessen Differehtialradgeschwindigkeit durch Belastung
vermindert werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß das Differentialrad durch den
Widerstand, welchen der vom Differentialrad aus erfolgende Antrieb einer mit Beharrungsmassen
versehenen Welle bietet, dauernd nachgiebig belastet ist und zur Erzeugung einer abnehmenden und allmählich
wieder zunehmenden Geschwindigkeit des Differentialrades seine Belastungswelle periodisch
gebremst und beim Freigeben durch die Beschleunigung der Beharrungsmassen allmählich wieder entlastet wird.
2. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Belastungswelle des Differentialrades außer mit der
periodisch angezogenen und nachgelassenen Bremse mit einer zweiten Bremse versehen
ist, durch deren regelbare Einstellung, wenn erforderlich, eine zusätzliche Belastung des
Differentialrades herbeigeführt werden kann.
3. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die das Differentialrad
belastende Welle mit regelbaren bzw. auswechselbaren Schwungmassen versehen ist, um den Grad der Geschwindigkeitszunahme
des Differentialrades beim Freigeben seiner Belastungswelle ändern zu können.
4. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Belastungswelle bei der Zunahme der Geschwindigkeit
des Differentialrades einerseits unter starker Vergrößerung der Geschwindigkeit von diesem
angetrieben wird, und daß andererseits dementsprechend bei der allmählichen Bremsung
der Belastungswelle infolge des großen Übersetzungsverhältnisses, nur geringe Ge-
schwindigkeitsänderungen für das Differentialrad
sich ergeben, so daß durch Einwirkung einer verhältnismäßig geringen Bremskraft
auf eine große Geschwindigkeit sehr feine Abstufungen in der im ganzen wesentlich
geringeren Umdrehungszahl des Differentialrades erreicht werden.
5. Ausführungsform der Vorrichtung nach Anspruch 1 zum Antrieb von Spinnmaschinen,
um in an sich bekannter Weise durch die periodisch wechselnde Antriebsgeschwindigkeit
eine stets gleichbleibende Fadenspannung zu erstreben, dadurch gekennzeichnet, daß das angetriebene Zentralrad des
Differentialgetriebes mit der Antriebswelle der Trommel verbunden ist und die Bremsung
und Freigabe der Belastungswelle des Differentialrades von den Ringbankbewegungen
abgeleitet wird.
6. Ausführungsform der Vorrichtung nach Anspruch 1 für Spinnmaschinenantrieb, dadurch
gekennzeichnet, daß die in Abhängigkeit von der Ringbankbewegung erfolgende Bremsung der Belastungswelle zeitweise aufgehoben
oder beliebig verändert werden kann.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT51014D AT51014B (de) | 1908-02-29 | 1909-03-31 | Antriebsvorrichtung zur Erzielung einer periodisch wechselnden Geschwindigkeit. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE227801C true DE227801C (de) |
Family
ID=488230
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1908227801D Expired - Lifetime DE227801C (de) | 1908-02-29 | 1908-02-29 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE227801C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1273389B (de) * | 1963-01-30 | 1968-07-18 | Zinser Textilmaschinen Gmbh | Streckzwirnmaschine |
-
1908
- 1908-02-29 DE DE1908227801D patent/DE227801C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1273389B (de) * | 1963-01-30 | 1968-07-18 | Zinser Textilmaschinen Gmbh | Streckzwirnmaschine |
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