DE227678C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zwillingsnähmaschine zum gleichzeitigen Säumen
zweier paralleler Stoffkanten vornehmlich zur Herstellung von Taschentüchern; sie kann aber
auch bei Maschinen für andere Fabrikationszwecke Verwendung finden.
Es ist bereits eine Einrichtung zum Hohlsäumen bzw. zum gewöhnlichen Säumen der
Ränder von Stoffbahnen zwecks Herstellung
ίο von Taschentüchern angegeben worden. Bei
dieser Einrichtung sind zwei Maschinen zum gleichzeitigen Säumen der Ränder der Stoffbahn
angeordnet. Hierbei sind dann selbsttätig wirkende Einrichtungen getroffen, vermöge
welcher bei Fadenbruch oder überhaupt bei Fehlen des Fadens die beiden Maschinen
stillgesetzt werden. Die betreffenden Anordnungen sind dort rein mechanischer Natur,
und es wird zum Entkuppeln der treibenden Verbindungen die Triebkraft der Maschine
nutzbar gemacht.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist bei derartigen Maschinen eine Anordnung getroffen
worden, bei welcher die Hauptfunktionen auf elektrischem Wege ausgeübt werden, wodurch eine wesentliche Vereinfachung
der Konstruktion der Maschine erzielt wird. Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
Fig. ι ist eine Vorderansicht der getroffenen Einrichtung bei teilweisem Schnitt.
Fig. 2 veranschaulicht einen Einzelteil der Einrichtung.
Fig. 3 veranschaulicht in vergrößerter Stirnansicht einen der Maschinenarme.
Fig. 4 ist eine Seitenansicht zu Fig. 3,
Fig. 5 ein Schaltungsschema der elektrischen Verbindungen und
Fig. 6 eine Einzeldarstellung eines der zur' Verwendung kommenden Messer.
Auf der Zeichnung sind mit AA1 die beiden
Gestellarme einer Zwillingsnähmaschine bezeichnet, welche auf dem Tisch α montiert sind.
Der Antrieb wird von einer Welle b mittels Riemens oder Schnur hergeleitet, welche auf
kurzen Wellen e e1 verschiebbar . sitzende Stufenscheiben d dx in Drehung versetzen.
Auf den Wellen e e1 sitzen außerdem Scheiben f f1, welche durch, Schnur oder Riemen mit
den Triebwellen g g1 der beiden Maschinen
verbunden sind. An der unteren Seite des Tisches α sind zwei dreiarmige Hebel h h1 vorgesehen,
die Zapfen i i1 tragen, mittels welcher
die Scheiben d d1 zwecks Antriebes der Maschinen
mit den Scheiben f f1 gekuppelt werden. Bei umgekehrter Bewegung der Hebel
legen sich Bremsflächen j j1 gegen den Umfang der Scheiben f f1 und halten diese zu derselben
Zeit an, zu der die Zapfen i ix außer Zusammengriff
mit den Scheiben d d1 kommen. Die Bewegungen der Hebel h h1 werden durch
Elektromagnete B B1 geregelt. Die Elektromagnete liegen im Stromkreis von auf den
Maschinenarmen angeordneten Regelungseinrichtungen, derart, daß vermöge letzterer die
Magnete beim Reißen oder Schlaffwerden eines
Fadens irgendeiner Maschine zur Freigabe der Scheiben d d1 veranlaßt werden. Aus den
Fig. 3 und 4 ist zu ersehen, daß der Faden der Garnrolle über die übliche Spannvorrichtung
läuft und dann unter den Haken 0 des Gewichtes p tritt. Von hier ist der Faden durch
die zweite Spannvorrichtung q zu dem Arm / des Fa.denaufnehmers und sodann in der üblichen
Weise zu der Nadel s geführt. Das Gewicht p trägt an seinem oberen Ende eine
schräge Fläche t, welche sich gewöhnlich mit dem unteren Ende eines bei υ drehbar gelagerten
Hebels u in Eingriff befindet. Wenn sich der Fadenaufnehmerarm r in der oberen Hublage
befindet, gibt der Hebel das Gewicht p für einen Moment frei, welches dann im regelrechten
Betriebe durch die Spannung des Fadens m gehalten wird. Wenn jedoch ein Bruch des Fadens
stattgefunden hat, fällt das Gewicht bei Freigäbe durch den Hebel u herunter. Diese Bewegung
des Gewichtes oder eines anderen Teiles wird in irgendeiner Weise für die Regelung
der Wirkung der Elektromagnete BB1 nutzbar
gemacht. Bei der dargestellten Konstruktion bewegt sich das Gewicht p in einer
Metallhülse bl, an welche der Draht Q1 angeschlossen
ist. Das Gewicht trägt ein schräges Ende a3, welches zwecks Schließens des Stromkreises
Q Q1 in Kontakt mit einer Platte bs
kommen kann, die an einem Träger aus Isoliermaterial sitzt. Beide Maschinenarme A und Ax
sind mit dieser Anordnung ausgestattet. Mit Bezug auf Fig. 5, welche das Schaltungsschema zeigt, sei bemerkt, daß als Stromquelle
ein kleiner Generator X verwendet werden kann, der zweckmäßig durch die Welle b oder
eine sonstige ständig umlaufende Welle angetrieben wird. Aus dem Schaltungsschema
ist zu ersehen, daß die beiden Magnete B und S1 mit dem Generator X und den Polen
b3 δ4 verbunden sind, derart, daß beim Fallen
eines Gewichtes der Stromkreis über beide Magnete hinweg geschlossen wird, die letzteren,
also beide, erregt werden und die Hebel h h1 anheben, wodurch die Kupplung aufgehoben
wird. Der Stromkreis ist gewöhnlich geöffnet, so daß die Magnete keinen Einfluß im Sinne
des Hebens auf die Hebel h h1 ausüben. Die
Hebel h h1 werden gewöhnlich in ihrer unteren
oder Bremsstellung durch auf den Stiften d3 dl
sitzenden Federn c3 c4 gehalten. Die Stifte sind, wie Fig. 2 zeigt, an den Enden von Hebeln
e3 (oder e4) angeordnet, die mit Lenkstangen
f3 (oder f4) in Verbindung stehen.
Diese letzteren sitzen drehbar an den Handhebeln g3 (oder g4), die sich in an der Vorderseite
der Maschine angeordneten Lagern bzw. Trägern drehen können. Befindet sich der Handhebel g3 in der Stellung nach Fig. 2, so
übt die Feder c8 einen Druck gegen den Hebel h aus, der groß genug ist, um die Kupplung in
Wirkung zu halten; reißt jedoch ein Faden oder fehlt er aus irgendeinem Grunde, so zieht
der Magnet B den Hebel gegen die Spannung seiner Feder nach oben und hebt die Kupplung
auf. Wenn sich der Hebel g3 in der punktiert angegebenen Stellung befindet, legt sich ein
kleiner Stift gegen die Unterseite des Hebels und bewegt ihn nach aufwärts in die aus Fig. 1
ersichtliche Stellung. In dieser Stellung ist er wirkungslos, ob der Magnet erregt wird oder
nicht, da die Kupplung unter allen Umständen außer Eingriff gehalten wird.
Der Zweck der Einrichtung ist der, die Möglichkeit zu haben, irgendeine Maschine von
Hand außer Tätigkeit bringen und in solcher Lage festhalten zu können, um Besichtigungen,
Reparaturen u. dgl. vorzunehmen. Bei der beschriebenen Einrichtung werden zwei Maschinen
auf selbsttätige Weise genau kontrolliert, so daß beim Fehlen eines Fadens auf einer der Maschinen beide Maschinen sogleich
und sicher stillgesetzt werden.
Um ein Anhalten der Maschinen bei Fehlen bzw. Reißen des Unterfadens (Schiffchenfadens)
zu bewirken, ist — wie Fig. 4 zeigt — der Presserfuß i5 geteilt und zwischen den beiden
Teilen ein am oberen Rande geschärftes Messer jb angeordnet worden. Wenn ein
Schiffchenfaden reißt oder die Unterfadenspule abgelaufen ist, wird der Oberfaden an der
unteren Stoffseite nicht länger verriegelt, so daß er nach einigen Stichen der Maschine —
durch die Nadel geführt — die in Fig. 3 punktierte schräge Lage einnimmt. Da die Nadel
auf und nieder geht, wird der Faden über die Schneide des Messers j5 gebracht und bei der
nächsten Abwärtsbewegung der Nadel abgeschnitten, worauf das Gewicht p fällt und die
beiden Maschinen angehalten werden. Bei Verwendung von Zwillingsnähmaschinen der
vorliegenden Art kann eine Maschine rückwärts laufen, so daß der Faden, anstatt sich —
wie in Fig. 3 — nach hinten zu legen, nach der Vorderseite des Presserfußes gerichtet wird.
In diesem Fall kann der Faden im wesentlichen in der beschriebenen Weise durch ein kurzes
Messer Is (Fig. 6) abgeschnitten werden, welches
an der Rückseite des Presserfußes vorgesehen ist. In gewissen Fällen, z. B. dann,
wenn der Kontrollmechanismus so beschaffen ist, daß eine geringe Bewegung des Gewichtes
o. dgl. möglich ist, können die Messer zum Abschneiden des Fadens auch weggelassen werden.
Um dies zu ermöglichen, werden die Kontakte b3 der Gewichte p p1 so eingestellt,
daß eine geringe Bewegung zum Lösen der Kupplung genügt. Bei einer solchen Anordnung
wird beim Ausgehen des Fadens eine genügende Schlaffheit in dem Fadenteil m zwi-
sehen den Spannvorrichtungen η und q erzeugt,
um eine geringe Bewegung des Gewichtes nach unten hin zu ermöglichen, so den Stromkreis
Q Q1 zu schließen und die Kupplung aufzu-
Die einzelnen Anordnungen der vorliegenden Erfindung können — anstatt wie dargestellt —
durch gleichwertige ersetzt werden. Auch kann das elektrische System in der verschiedensten
ίο Weise variiert und anstatt des Gewichtes z. B.
ein Hebel o. dgl. verwendet werden. Die Erfindung schließt ganz allgemein elektrische
Mittel ein, die beim Fehlen des Fadens einer einzelnen Maschine bei Zwillingsnähmaschinen
auch diejenige Maschine stillsetzen, bei der der
Faden in Ordnung ist. Unwesentlich ist es, ob die Maschinen gewöhnlich durch mechanische
■ Mittel in Betrieb gehalten und durch Beeinflussung von Magneten angehalten werden
oder ob dies umgekehrt geschieht. Bei dem elektrischen System kann man ein rotes Licht
oder ein sonstiges Signal in einen Nebenschluß einschalten, welches Stromversagung anzeigt,
so daß die Maschine erforderlichenfalls von Hand stillgesetzt werden kann. Es kann ein
elektrisches System verwendet werden, bei welchem bei Stromversagung alle Maschinen
stillgesetzt werden. Dies bedingt dann die Anordnung entweder von Relais oder Stromunterbrechern
an Kontrollgewichten oder Hebein, welche beim Reißen oder Schlaffwerden
des Fadens oder beim Zurückbleiben einer Maschine in Wirksamkeit treten.
Claims (2)
1. Zwillingsnähmaschine zum gleichzeitigen Säumen zweier paralleler Stoffkanten,
bei welcher nach Reißen oder Ausgehen des Fadens einer Maschine die andere oder beide
Maschinen zugleich, und zwar durch eine gewöhnlich unter dem Einfluß der Fadenspannung
stehende Vorrichtung bewirkt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die die Maschinen mit ihren Antriebsmechanismen
verbindenden Organe (Kupplungen usw.) durch einen elektrischen Stromkreis ausgelöst
werden, der beim Fehlen des Fadens geschlossen oder unterbrochen wird.
2. Zwillingsnähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beim Reißen
oder Ausgehen des Unterfadens (Schiffchenfadens) die elektrische Auslösung in der
Weise bewirkt wird, daß der Oberfaden durch eine Messeranordnung abgeschnitten wird, oder daß die entstehende Schlaffheit
des Oberfadens benutzt wird, um eine Kontaktvorrichtung zur Wirkung zu bringen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
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| US405400XA | 1908-07-25 | 1908-07-25 |
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| DE946583C (de) * | 1952-07-25 | 1956-08-02 | Carl Zangs Aktien Ges Maschf | Unterfadenwaechter |
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- 1909-07-20 GB GB191003730D patent/GB191003730A/en not_active Expired
- 1909-07-24 FR FR405400A patent/FR405400A/fr not_active Expired
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Also Published As
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| GB191003730A (en) | 1910-07-20 |
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