DE22633C - System, um auf einem und demselben Drahte telegraphiren und mittelst Telephon fernsprechen zu können - Google Patents
System, um auf einem und demselben Drahte telegraphiren und mittelst Telephon fernsprechen zu könnenInfo
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- H04—ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
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- H04M11/00—Telephonic communication systems specially adapted for combination with other electrical systems
- H04M11/06—Simultaneous speech and data transmission, e.g. telegraphic transmission over the same conductors
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Description
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KAISERLICHES
PATENTAMT
fernsprechen zu können.
Die vorliegende Erfindung besteht in einer
eigenthümlichen Einrichtung und Anordnung der Apparate zum Telegraphiren und Telephoniren
, wodurch auf ein und demselben Draht telegraphische Signale verschiedener Art
gleichzeitig ausgewechselt werden können und wobei das gewöhnliche Telegraphenbureaü vollständig
unabhängig bleibt von demjenigen, in welchem die Apparate zum Fernsprechen oder
Telephoniren aufgestellt sind.
Man kann beispielsweise auf demselben Draht telegraphiren. mittelst eines Morse-, Hugh es-
oder Wheatstone- etc. Apparates und gleichzeitig telephoniren, d. h. beliebige Töne übermitteln,
oder telegraphiren und gleichzeitig fernsprechen , d. h. articulirte Worte übertragen,
oder auch telegraphiren, gleichzeitig telephoniren und fernsprechen.
Dieses System beruht auf zwei vom Erfinder
entdeckten Principien. : ;;
Erstes Princip.
Sendet man durch einen Telegraphendraht
plötzliche Ströme, z. B. solche, welche man erhält, wenn dieser Draht vermittelst eines Morseschen
Manipulators in directe Verbindung mit einer Batterie gesetzt wird, so bringt ein Telephon,
welches direct oder indirect in die Leitung dieses Drahtes oder eines parallelen, benachbarten
Drahtes eingeschaltet ist, bei jeder Schliefsung und bei jeder Unterbrechung des
Stromes einen intensiven Ton hervor. Dies beweist, dafs beim Anfang und Ende einer
jeden Stromschliefsung die Elektricität den Draht intermittirend durchfliefst; denn wäre
diese Elektricitätsströmung ununterbrochen und regelmäfsig, so würde die Membran des Telephons
sich einfach einbiegen, aber nicht vibriren.
Sendet man durch diesen Draht statt der plötzlichen nur graduelle Ströme, d. h. solche
Ströme, welche bei der Schliefsung des Stromkreises allmälig bis zu einem constanten Maximum
zunehmen und dann wieder allmälig abnehmen, bis ihre Strömung gänzlich oder theilweise
aufhört, so biegt sich die Membran des Telephons nur ein, aber sie vibrirt nicht. Beim
Durchgang des Stromes bringt daher die Membran keinen Ton mehr oder nur einen sehr schwachen
Ton hervor, was der Beweis ist, dafs in diesem Fall die Elektricitätsströmung nicht mehr interrnittirerid,
sondern merklich continuirlich ist.
Wenn man also die plötzlichen Ströme, deren man sich in der Telegraphie gegenwärtig bedient,
durch graduelle Ströme ersetzt, so verschwinden die Unannehmlichkeiten, welche durch
die Induction der Telegraphendrähte auf die Telephondrähte entstehen. Aufserdem kann
man auf ein und demselben Drahte telephoniren und telegraphiren, da einestheils die zum
Telephoniren bestimmten Ströme keinen Einflufs auf die Empfangsapparate im Telegraphenbureau ausüben und änderentheils graduelle,
zum Telegraphiren benutzte Ströme, selbst wenn sie directe (primäre) sind, keine störende
Wirkung in dem Telephon mehr hervorzubringen vermögen.
Die vorstehend beschriebene Erfindung, dafs durch die Benutzung der graduellen Ströme,'
welche zum gleichzeitigen Telegraphiren und Telephoniren auf einem und demselben Draht sehr
nützlich sind, die Induction der Telegraphendrähte auf die Telephondrähte beseitigt wird,
bildet den Gegenstand eines früheren Patentes.
Das vorliegende Patent betrifft ein System für gleichzeitiges Telegraphiren und Telephoniren,
wobei das Telegraphenbureau und das Telephonbureau vollständig unabhängig von einander
bleiben.
Das Charakteristische dieses Systems besteht in der Trennung der für die gewöhnliche TeIepraphie
benutzten Ströme von den undulirenden Strömen, welche bei den Apparaten zum Fernsprechen und Telephoniren oder harmonischen
Telegraphiren zur Benutzung kommen. Diese Trennung wird durch die Wirkung der Induction oder der Condensation herbeigeführt,
ohne die zum Fernsprechen oder Telephoniren benutzte Leitung in metallischen Contact mit
der zum gewöhnlichen Telegraphiren erforderlichen Leitung zu bringen. Die beiden Leitungen
bleiben daher unabhängig von einander.
Zweites Princip.
In Fig. 6 der beiliegenden Zeichnung stellen A und A' zwei Condensatoren von geringer
Capacität (1fi Microfarad genügt) dar, welche
in die bei S und S' von einer Telegraphenleitung L-R sich abzweigenden Drähte CS und
C S' eingeschaltet und bezw. mit den Apparaten der Telephonstationen, wovon y der Empfänger
und yl der Sender sein soll, in Verbindung stehen. Z und Z1 sind zwei andere
in der Telegraphenleitung L-R direct liegende Abzweigungen, die keinen Condensator eingeschaltet
haben, aber einen Widerstand von nicht weniger als 500 Ohm darbieten.
Auf diese Weise kann man während der telephonischen Unterhaltung die Abzweigungen Z
und Z' aus- oder einschalten, ohne dafs sich irgend welche Verminderung in der Intensität
der durch das Telephon wahrgenommenen Töne merklich macht. Dies ist dann noch der Fall,
wenn der Telephonempfänger einen Widerstand von mehr als 2 000 Ohm darbieten
würde.
Stellen demnach Z und Z', Fig. 6, die Installationen
zweier beliebigen Telegraphenstationen dar, wo mit graduellen Strömen gearbeitet wird,
so kann deren Arbeit dem Functioniren des Telephons in keiner Weise schädlich sein. Umgekehrt
kann die Installation der Telephonstation nicht den geringsten schädlichen Einflufs
auf die Telegraphenapparate ausüben, weil die für letztere bestimmten Ströme sich nicht
durch die Condensatoren abzweigen können. Auf diese Weise erhält man zwei besondere
Dienste, welche getrennt und gänzlich unabhängig von einander sind, aber auf einem und demselben
Draht ausgeführt werden können.
Unter der Voraussetzung, dafs gegenseitige Unabhängigkeit der beiden auf demselben Draht
ausgeführten Dienste vorhanden ist, läfst sich der gleiche Zweck auch auf dem Wege der
Induction erreichen, indem man die zum Telephoniren bestimmte Abzweigung mit dem secundären
Draht einer mit weichem Eisenkern versehenen Inductionsspule verbindet, deren primärer
Draht einestheils mit der Linie und anderentheils mit der Telegraphenstation in Verbindung steht, auf welcher übrigens nur mit
graduellen Strömen gearbeitet wird. Es sei hier jedoch bemerkt, dafs die erste vermittelst
Condensation ausgeführte Einrichtung bessere Resultate liefert, als die zuletzt beschriebene.
Die Fig. 1 der beiliegenden Zeichnung stellt die Einrichtung dar, bei welcher die Trennung
der Ströme verschiedener Natur durch Induction und Fig. 2 diejenige, bei welcher die Trennung
durch Condensation bewirkt wird.
In Fig. ι ist A eine mit Eisenkern versehene
Inductionsspule, deren primärer Draht die Verbindung zwischen der Linie L-R und der Abzweigung
T-B, welche zum Telegraphenbureau Z führt und deren secundärer Draht die Verbindung
zwischen der Erde T' und der Abzweigung C-S herstellt, welch letztere nach dem
Bureau Y führt, in welchem die Apparate zum Fernsprechen oder Telephoniren aufgestellt sind.
In den beiden Stationen können die Apparate in der gewöhnlichen Weise angeordnet sein.
Die einzige hier zu erfüllende Bedingung besteht darin, dafs die Abzweigung T-B von dem
Telegraphenbureau Z nie isolirt oder ausgeschaltet sein und auf letzterem nur mit graduellen
Strömen gearbeitet werden darf.
In Fig. 2 ist A der Condensator, dessen eine Seite mit der Linie L-R und dessen andere
Seite mit der Abzweigung S- C verbunden ist, welch letztere zum Telephonbureau Y führt,
worin die Apparate zum Fernsprechen und Telephoniren, wie üblich, aufgestellt sein können.
Das Telegraphenbureau Z steht bei dieser Einrichtung in directer Verbindung mit der
Hauptlinie L-R durch die Abzweigung T-B. In diesem Fall ist die einzige Bedingung zu erfüllen,
dafs im Telegraphenbureau die Abzweigung T-B nie direct mit der Erde in Verbindung
stehe, immer einen Widerstand von wenigstens 500 Ohm darbiete, und dafs das Bureau
mit graduellen Strömen arbeite. Zur Erreichung dieses Zweckes ist die aus der Fig. 2 ersichtliche
Einrichtung der Telegraphenstation Z die beste, weil der Widerstand der Drahtspule des
Empfangsapparates R' immer zwischen der Leitung und der Erde eingeschaltet bleibt.
Für den Fall, dafs die gewöhnlichen Einrichtungen oder Anordnungen der Telegraphen-
apparate beibehalten werden sollen, müfste ein Elektromagnet K zwischen der Batterie P
und dem Manipulator M oder zwischen ersterer und der Erde T' eingeschaltet werden.
In der Fig. 3 ist der Elektromagnet K zwischen der Batterie und dem Manipulator und
in Fig. 4 zwischen der Batterie und der Erde eingeschaltet.
Zu bemerken ist, dafs der Widerstand dieses Elektromagneten nicht weniger als 500 Ohm
betragen darf.
Obschon in dem Vorstehenden erwähnt wurde, dafs die Apparate auf der Fernsprechstelle Y
in der üblichen Weise angeordnet sein können, so dürfte doch deren Einrichtung, um auf lange
Distanzen mit einem besseren Erfolg zu arbeiten, eine Aenderung erfahren.
In diesem Fall ist es rathsam, die durch die Fig. 5 dargestellte Einrichtung zu wählen, welche
sich durch die Benutzung eines Commutators JP' auszeichnet, welcher von der gleichen Construction
ist wie der Manipulator eines Morse-Apparates, und den Zweck hat, bei dem Empfang
den Widerstand des Uebertragers U und bei der Uebertragung den Widerstand des
Empfängers E aus dem Stromkreise auszuschalten.
Claims (1)
- Patent-An spruch:Die durch die Fig. 1 bis 6 dargestellten Einrichtungen der zum Telegraphiren, Fernsprechen oder Telephoniren gebräuchlichen Apparate, welche Einrichtungen im wesentlichen darin bestehen, dafs ein Condensator A in die von zwei Punkten ausgehenden Abzweigungen C-S eines Telegraphendrahtes LR, auf dem beim Telegraphiren mit graduellen Strömen gearbeitet wird, eingeschaltet und die beim Fernsprechen oder Telephoniren gebräuchlichen Apparate hinter den Condensator in diese Abzweigungen eingesetzt werden, wodurch bezweckt wird:a) die undulirenden, zum Fernsprechen oder Telephoniren erforderlichen Ströme von den continuirlichen, beim Telegraphiren benutzten Strömen zu trennen;b) auf einem und demselben Draht elektrische Signale verschiedener Natur gleichzeitig auswechseln, so insbesondere gewöhnliche Telegramme und articulirte Worte oder beliebige Töne gleichzeitig übermitteln zu können undc) diesen doppelten Dienst ausführen zu können, ohne die zum Fernsprechen oder Telephoniren benutzte Leitung in metallischen oder leitenden Contact mit der gewöhnlichen Telegraphenleitung zu bringen, welch letztere auf diese Weise vollständig unabhängig bleibt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE27272T |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE22633C true DE22633C (de) |
Family
ID=5621227
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT27272D Active DE27272C (de) | System, um auf einem und demselben Drahte telegraphiren und mittelst Telephon fernsprechen zu können | ||
| DENDAT22633D Active DE22633C (de) | System, um auf einem und demselben Drahte telegraphiren und mittelst Telephon fernsprechen zu können |
Family Applications Before (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT27272D Active DE27272C (de) | System, um auf einem und demselben Drahte telegraphiren und mittelst Telephon fernsprechen zu können |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (2) | DE22633C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1172180B (de) * | 1958-12-08 | 1964-06-11 | Wistra Ofenbau | Ofen zur Waermebehandlung von feinkoernigem Gut mit schachtfoermigen Durchlaufkammern |
-
0
- DE DENDAT27272D patent/DE27272C/de active Active
- DE DENDAT22633D patent/DE22633C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1172180B (de) * | 1958-12-08 | 1964-06-11 | Wistra Ofenbau | Ofen zur Waermebehandlung von feinkoernigem Gut mit schachtfoermigen Durchlaufkammern |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE27272C (de) |
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