DE2263152A1 - Verfahren zur heterogenen katalyse einer chemischen reaktion in fluessiger phase - Google Patents
Verfahren zur heterogenen katalyse einer chemischen reaktion in fluessiger phaseInfo
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Description
ETAT FRANCAIS (armement)
10, rue Saint-Dominique
10, rue Saint-Dominique
5 - Paris (7) 'rankreich
Verfahren zur heterogenen· Katalyse einer chemischen
Reaktion in flüssiger Phase
Die Erfindung betrifft ein heterogenes Katalyseverfahren einer chemischen Reaktion und insbesondere ein Verfahren
zur katalytischen Zersetzung von Wasserstoffsuperoxid. Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur Durchführung
dieses Verfahrens.
Bekanntlich wird Wasserstoffsuperoxid in der Industrie wegen seiner oxidierenden Eigenschaften, zum Beispiel in
der Farbstoffchemie und in der Bleichmittelindustrie,
verwendet und zwar meist als mehr oder weniger verdünnte Lösung in verschiedenen pH-Bereichen, oft bei hohen pH-Werten
(Bleichen).
Dr.Ha/Mk
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Ebenso bedient man sich der Oxidations/Reduktionseigenschaften des Wasserstoffsuperoxids für Verbrennungsreaktionen
oder zur Selbstzersetzung. In der Technik der Reaktionsmotoren, insbesondere der Raketenmotoren, kann
das Wasserstoffsuperoxid als Monergol im konzentrierten Zustand verwendet werden (vorzugsweise 85 - 99% )
so daß man eine Verbrennungstemperatur und als Folge davon den höchstmöglichen spezifischen Impuls aufgrund,
der durch seine Zersetzung frei werdenden hohen Wärmeenergie von 23,44 Kilokalorien pro Mol erzielt.
Diese gleiche Zersetzungsreaktion kann wegen der Erzeugung von Sauerstoff genutzt werden, der dann zum Beispiel
zur Schaffung oder Auffrischung von Atmungsatmosphären dient (in der Luftfahrt, Raumfahrt, Seefahrt, Bergbau
usw.) neben der Ausnutzung anderer Systeme, beispielsweise den Superoxiden oder den Chloratkerzen. Außerdem kann die
gleichzeitige Bildung von Wasser und das Freiwerden von Wärme im Fall des Wasserstoffsuperoxids,dessen Interesse
für das Gebiet der Weltraumforschung begründen. In jedem Falle leidet die Verwendung von katalytisch zersetztem
Wasserstoffsuperoxid unter der Schwierigkeit, die sauerstofferzeugende Reaktion zu steuern.
Die Zersetzung von Wasserstoffsuperoxid in HgO und Og kann
katalytisch aktiviert werden. Zahlreiche "Katalysatoren" wurden für die Zersetzung von Wasserstoffsuperoxid, insbesondere
im Hinblick auf die Verwendung in Raketenmotoren, vorgeschlagen. Unter diesen seien die zum Betrieb der die
Propergolzuführungspumpen antreibenden Walter-Turbinen verwendeten Permanganate genannt, wie sie in den Vp Raketen
von den Deutschen während des zweiten Weltkriegs eingesetzt wurden. Später hat man echte Katalysatoren, z.B. das Silber,
verwendet. Verschiedene Varianten dieser Art wurden eingesetzt,
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Zum Beispiel beschreibt Charles E. Saunders (USA-Patent
3 019 197) einen Katalysator, der aus elektrolytisch auf einem Träger abgeschiedenem porösem Silber besteht und
wiederum von einer Silberoxidschicht bedeckt,ist. ,.
John W. Putt und Thomas K. Rice (USA-Patent 3 212 255) beschreiben
einen Katalysator, der aus einer doppelten Abscheidung von Silber und Nickel auf einem silberreichen
Träger besteht.
Zur Erhöhung der Reaktionsfähigkeit des mit dem Katalysator, zum Beispiel Silber, in Kontakt befindlichen Wasserstoffsuperoxids,
insbesondere zur Erhöhung der katalytischen Wirksamkeit bei tiefer Temperatur, hat man auch
die Einführung verschiedener Stoffe in das Wasserstoffsuperoxid voigeschlagen. So beschreiben Herman J. Baumgartner
und Georges C. Hood (USA-Patente 3 333 419 und 3 347 630) ein Verfahren, bei welchem in das Wasserstoffsuperoxid
eine geringe Menge eines Mineralsalzes eines Metalls mit feststehender Wertigkeit, und zwar eines
Metalls ausgehend von der zweiten Spalte des periodischen Systems (J = 30) und insbesondere des Zinks, Kadmiums und
der seltenen Erdelemente, eingeführt wird.
Herman J. Baumgartner und Richard M. Roberts (USA-Patent
3 156 089). schlagen die Einführung geringer Mengen organischer Reste vor, die aus der Herstellung des Wasserstoffsuperoxids
durch Oxidation eines sekundären Alkohols stammer., wie dies in dem US-Patent 2 871 104 beschrieben ist. Schließlich schlagen Richard M. Roberts und Geza S. Ronay die Ein-,
führung geringer Mengen polarer löslicher Verbindungen mit einer halogenierten Kohlenwasserstoffkette bestimmter Art
in das Wasserstoffsuperoxid vor.
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Die Wirksamkeit dieser verschiedenen Additive ist Jedoch verhältnismässig gering.
Zusammengefaßt sind die Nachteile der derzeitigen Methode
zur Zersetzung von Wasserstoffsuperoxid mittels Silber in einer heterogenen Katalyse (insbesondere bei seiner Verwendung
als Gasgenerator oder Raketenmotor) die folgenden:
Die Steuerung der Zersetzung kann nur durch die dem Katalysator zugeführte Wasserstoffsuperoxidmenge erfolgen,
wenn das Wasserstoffsuperoxid mit dem Katalysator in Kontakt gebracht wurde, existiert kein bekanntes Verfahren, um die
Reaktion in situ zu steuern und noch weniger, um sie anzuhalten,
der Katalysator löst sich langsam in dem Wasserstoffsuperoxid;
er "verbraucht sich". Parallel beobachtet man ein Absinken der katalytischen Aktivität (oder der Zersetzungsgeschwindigkeit des Wasserstoffsuperoxids).
Die Erfindung ermöglicht die Beseitigung der vorstehend erwähnten Nachteile.
Die Erfindung betrifft somit ein heterogenes Katalyseverfahren einer chemischen Reaktion in flüssiger Phase, das
insbesondere auf die katalytische Zersetzung wässriger Lösungen von Wasserstoffsuperoxid Anwendung findet; der
verwendete Katalysator ist metallisch und gehört in die Klasse der Übergangselemente der Gruppen I, VI, VII und
VIII des periodischen Systems; das Verfahren kennzeichnet sich dadurch, daß der Katalysator einer Spannung ausgesetzt
wird, die ihn elektrochemisch polarisiert.
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Vorzugsweise können die verwendeten Katalysatoren metallisches Silber oder eine Silberverbindung, eine
Platinverbindung oder ein Element der Platingruppe, ein Element der Triaden oder eine Verbindung eines
solchen letzteren sein.
Vorzugsweise betrifft die Erfindung ein vorstehend beschriebenes Verfahren, wobei man der Lösung des
Wasserstoffsuperoxids ein Salz oder eine Verbindung zugibt, die eine erhöhte elektrische Leitfähigkeit
dieser Lösung gewährleistet»
Man kann auch der Wasserstoffsuperoxidlösung ein Salz oder eine Verbindung zusetzen, welche den pH-Wert dieser
Lösung fixieren.
Eine andere Möglichkeit der Erfindung ist ein Verfahren
der vorstehend beschriebenen Art, das sich außerdem dadurch kennzeichnet, daß man der Lösung eine Inhibitor-Zusammensetzung
für die Zersetzung des Wasserstoffsuperoxids zugibt. Dieser Inhibitor ist vorzugsweise ein
Phosphat.
Gemäß einer anderen Aufgabe der Erfindung kann die an den Katalysator angelegte Spannung eine Katodenspannung oder
eine Wechselspannung, die kontinuierlich öder intermittierend angelegt wird, sein.
Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren der vorstehend
beschriebenen Art, das sich dadurch kennzeichnet, daß man vor der katalytischen Zersetzung eine katodische
Polarisation des Katalysators bewirkt.
Schließlich betrifft die Erfindung eine Vorrichtung für die
Anwendung des vorstehend beschriebenen Verfahrens, die aus
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einem Sauerstoffgenerator mit regelbarer Ausbeute besteht«1
der enthält:
einen Gleichstromgenerator
eine Katalysekammer, in welcher die katalytische Zersetzung
einer Lösung von Wasserstoffsuperoxid unter Freiwerden von
Sauerstoff erfolgt, wobei diese Kammer mindestens zwei von dem Generator unter Spannung gesetzte Elektroden enthält,
wovon mindestens eine aus einem Katalysator für die Zersetzungsreaktion besteht,
eine den freigesetzten Sauerstoff aufnehmende Pufferkammer, die mit einem Manometer oder einem Druckgeber verbunden ist,.
eine Vorrichtung zur Regelung der Spannung an den Elektroden, die durch.das Manometer oder den Druckgeber gesteuert
wird.
Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die
Zeichnung ausführlicher beschrieben, ohne auf die beschriebenen Ausführungsformen beschränkt zu sein.
In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 und 2 schematische Schnittansichten von Vorrichtungen zur Feststellung der Versuchsergebnisse,
Fig. 3 und A schematische Darstellungen von zwei Ausführungsformen erfindungsgemäßer Sauerstoffgeneratoren mit
regelbarer Ausbeute.
Die Erhöhung der katalytischen Wirksamkeit, beispielsweise durch Silber, kann ausgehend von dem folgenden Versuchsbericht
veranschaulicht werden, den Fig. 1 schematisch zeigt.
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Ein Silberdraht 1 ragt in den Katodenraum 2 einer elektrochemischen Zelle rn.1t zwei getrennten Räumen, enthaltend
eine 15 Gew.-% ige, mit Kaliumnitrat versetzte Lösung von
Wasserstoffsuperoxid (molare Lösung).
Der zweite Raum 3, der von dem ersten durch eine salzhaltige Abdichtung mit einer Agar-Agar-Brücke 4 und einer Scheibe 5
aus Glasfritte getrennt ist, enthält eine nicht dargestellte
Ag/AgN03 0,5 molare Vergleichselektrode. Das aus dem Katodenraum durch das Abführungsr'ohr 6 austretende freigewordene
Gas wird gemessen und man leitet daraus die Zersetzungsgeschwindigkeit ohne Polarisation und für verschiedene
Werte der zwischen den Elektroden angelegten Spannung ab. Der Katodenraum, der einen in einer Hülse 8 aus geschliffenem
Glas befestigten Kupferdraht 7 enthält, ist durch Stopfen
9 und 10 verschlossen. Die Ergebnisse sind die folgenden:
| angelegte | Spannung | spezifische Zer | cm /s. | cm | % Erhöhung |
| setzungsgeschwindigkeit | cmr/s. | cm. | |||
| 0 | 0,145 | cnr/s. | cm | ||
| -0,1 | Volt | 0,20 | cm /s. | cm | 38 |
| -0,4 | Volt | 0,39 | cm /s. | cm | 170 |
| -0,5 | Volt | 0,42 | 190 | ||
| -1 | Volt | 0,42 | 190 |
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Die Erhöhung der Zersetzungsgeschwindigkeit ist eine zunehmende Funktion der angelegten Potentialdifferenz. Außerdem ist
diese Erscheinung vom Auftreten eines Stroms in dem Elektro-
—L· — H
lysekreis in der Größenordnung von 10 bis 10 Angström,
in Abhängigkeit von der angelegten Spannung, sowie von einer beträchtlichen Erhöhung des pH-Werts in dem Katodenraum
begleitet. Diese pH-Änderungen können durch die Trennung der Elektroden veranschaulicht werden.
In der Praxis ist die Verwendung einer nicht angreifbaren Gegenelektrode (z.B. Platin) in einem einzigen Raum wesentlich
günstiger zur Feststellung dieses Effekts: Erhöhung des Elektrolysestroms, Herabsetzung des internen Widerstands,
Stabilität des pH-Werts der Lösung. In diesem Fall kann man das an den Katalysator angelegte Potential mit Hilfe
einer Bezugselektrode verfolgen.
Die allgemein als "Montierung mit drei Elektroden" bezeichnete
Bauart wird in den nachstehend beschriebenen Versuchen verwendet.
Fig. 2 zeigt eine schematische Schnittansieht einer Zelle
mit drei in einem einzigen Raum angeordneten Elektroden. Das thermische Gleichgewicht wird durch die Zirkulation
einer thermostatischen Flüssigkeit in einen an die Wand angrenzenden Mantel gewährleistet. Der Katalyseraum 12
enthält die beiden Bezugselektroden 13,die Arbeitselektrode
14 und die Gegenelektrode 15. Wie zuvor werden die Gase durch ein Rohr 16 abgeführt, die Zelle ist durch eine
Dichtung 17, z.B. aus Teflon, verschlossen und die Elektrode 14 ist mittels eines Kupferdrahts 18 an eine Stromquelle
angeschlossen.
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Der überraschende Einfluß des Polarisationseffekts auf die
katalytische Zersetzung des Wasserstoffsuperoxid kann festgestellt werden, wenn man diesen Effekt mit der durch das
Faraday1sehe Gesetz gegebenen Erhöhung der Geschwindigkeit
vergleicht ( Freiwerden von Sauerstoff an der Platinanode)
wie dies in Tabelle 2 angezeigt ist.
| Art der Zersetzung | spezifische Geschwindigkeit |
| Katalyse Elektrolyse * Polarokatalyse * |
0,022 crn^/s» cm2 0,037 cm^/s. cm2 0,30 cnr/s. cm |
* Potential 0,85 Volt/E.C.S., Stromsträke 0,045 Ampere
( E. CS. = rait KCL gesättigte Kalomelelektrode)
Dieses letztere Beispiel erläutert die durch die Polarisation
des Katalysators bewirkte Erhöhung der katalytisehen und elektrolytischen Aktivitäten und rechtfertigt die dieser
Erhöhung gegebene Bezeichnung "polarokatalytischer Effekt".
Man kann somit in Bezug auf diesen Effekt einmal eine Stromausbeute und zum andern einenPolarokatalysekoeffizienten
definieren; der letztere ist das Verhältnis von Zersetzung unter einer gegebenen Spannung zur Geschwindigkeit in
Abwesenheit von Polarisation ( oder bei reiner Katalyse).
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Dieser Koeffizient kann hohe Werte erreichen, insbesondere in phosphathaltigem Milieu, wo die rein katalytische Aktivität
extrem herabgesetzt ist, wie man aus Tabelle 3 entnehmen kann.
| angelegtes Potential | polarokatalytischer Koeffizient |
| 0,25 Volt/ECS | 1 |
| 0,50 Volt/ECS | 2,5 |
| 2,25 Volt/ECS | 19 |
| 2,75 Volt/ECS | 26 |
| 7,25 Volt/ECS | 34 |
| 9,75 Volt/ECS | 40 |
Phosphatpuffer
HD0o, 15,5 %
HD0o, 15,5 %
pH 5,9
Im Falle konzentrierter Wasserstoffsuperoxidlösungen zeigt sich der polarokatalytisehe Effekt ebenso, wenn man einen
Puffer auf Phosphatbasis verwendet, der einen Inhibitor für die katalytische Zersetzung bildet. Man erhält dann durch
Polarisation des Katalysators die partielle oder totale Wiederherstellung seiner reinen katalytischen Aktivität
in Abwesenheit von Phosphat, wie dies die in Tabelle 4 angegebenen Versuchen bezeugen.
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| Potential Volt/ECS |
Zersetzungsgeschwindigk. | A | Lösung B | Grad | d.Wiederherstellung | % | Lösung B | % |
| 0 | Lösung | 0 | Lösung A | 96 | 0 | % | ||
| 1 | 0 C | cnr/s | 0,2 cm5/s | 0 | 70 | 6 | % | |
| 2 | 0,55 | cm /s | 0,3 cm5/s | 3 | /0 | 10 | % | |
| 3 | 2,6 | cm /s | 0,45cm5/s | 14 | 96- | 15 | % | |
| 4 | 4,9 | cm /s | O,6Ocm5/s | 25 | 20 | |||
| 5 | 6,8 | cm /s | 0,80cm5/s | 35 | 26 | |||
| 8,5 | 50 | |||||||
Lösung A: 30 Gew.-96
Lösung B: 98 Gew.-%
Lösung B: 98 Gew.-%
Die Zersetzung von Wasserstoffsuperoxidlösungen durch Polarokatalyse
besitzt eine bestimmte Anzahl vorteilhafter Eigenschaften, die bei der Anwendung ausgenutzt werden können.
So ist die Wirkung des Katalysators nicht von einem Materialverlust begleitet, wie dies für gewöhnlich der Fall ist.
Andererseits kann die Entwicklung der Zersetzungsgeschwindigkeit als Funktion der Zeit leicht durch Einwirkung auf die
Polarisation des Katalysators verhindert werden. Insbesondere können die Lösungen mit Konzentrationen unter 30% nach dem
erfindungsgemässen Verfahren rascher oder vollständiger zersetzt werden. Außerdem wurde beobachtet, daß die Abnahme
der Aktivität des Katalysators während seiner Wirkung durch intermittierende Polarisation vermieden werden kann, wobei
die Ruheperioden eine spotane Regenerierung seiner anfänglichen Aktivität ermöglichen.
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Der von Silber gezeigte polarokatalytische Effekt bei der
Zersetzung von Wasserstoffsuperoxid findet sich bei einer ganzen Anzahl von allgemein für ihre katalytischem Eigenschaften
bekannten Metallen. Beispielsweise sei das
Platin genannt, für welches ebenfalls hohe polarokatalytische Koeffizienten gefunden wurden, wie dies die
Tabelle 5 zeigt.
Platin genannt, für welches ebenfalls hohe polarokatalytische Koeffizienten gefunden wurden, wie dies die
Tabelle 5 zeigt.
| angelegte Spannung | 4 Volt | spezifische Zer- | cm /s. cm | elektrokataly- | Koeffizient |
| 4 Volt | setzungsgeschwindigk. | cm /s. cm | tischer | ||
| 0 | 7 | 0,004 | emv s. cm | 1 | 25 |
| 2, | 4 | 0,033 | cm /s. cm | 8. | |
| 4, | 0,067 | cm /s. cm | 17 | 5 | |
| 5, | 0,13 | 32, | |||
| 6, | 0,168 | 42 | |||
30 Gew.-%ige Wasserstoffsuperoxidlösüng, auf pH 6,8
gepuffert, Platinelektrode.
Ganz allgemein erfolgt die Zersetzung von Wasserstoffsuperoxid
durch Polarokatalyse unter vorstehend angegebenen Bedingungen mit einem hohen Faraday*sehen Wirkungsgrad
(siehe z.B. Tabelle 1). Daraus folgt, daß dieses Verfahren mit einem minimalen Aufwand elektrischer Energie durchgeführt werden kann.
(siehe z.B. Tabelle 1). Daraus folgt, daß dieses Verfahren mit einem minimalen Aufwand elektrischer Energie durchgeführt werden kann.
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Das Verfahren kann bei den verschiedenen technischen Verwendungen des Wasserstoffsuperoxids Anwendung finden
und insbesondere da, wo die katalytische Zersetzung des
Wasserstoffsuperoxids Anwendung findet, indem die Bedingungen dieser Zersetzung verbessert werden können:
Kontrolle der Zersetzung, höhere Ausbeute, momentane höhere Geschwindigkeit, schnellere Reaktionsauslösung,
Verhinderung des Aufbrauchs des Katalysators.
Ein nicht beschränkendes Ausführungsbeispiels eines Sauerstoffgenerators
mit geregelter Ausbeute nach dem erfindungsgemässen
Verfahren wird durch die Fig. 3 und veranschaulicht. .
Die Zersetzungsreaktion findet in dem Katalyseraum 19
statt, der freigewordene Sauerstoff gelangt in einen Pufferraum 20 bevor er seiner Verwendung zugeführt wird.
Ein Manometer 21 mißt den Druck in dem Pufferraum und
steuert den Druckregler 22, der von einem Generator mit Gleichstrom 23 versorgt wird.
Die Vorrichtung zur Regelung der Zersetzungsgeschwindigkeit kann transistorisiert werden, so daß man eine sehr kurze
Ansprechzeit erzielt, wie dies schematisch in Fig. 4 dargestellt ist. In diesem Fall wird die Feststellung des
Drucks dann durch einen schnellen Druckgeber 24 gewährleistet, welcher ein Signal zu der Druckregelvorrichtung
25 an die Klemmen der Elektrode schickt. Die Spannung nimmt zu, wenn der Druck absinkt und umgekehrt, was die
Erzielung einer beliebigen Sauerstofflieferung des Generators ermöglicht.
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Man kann so Monergolmotore oder Sauerstoffgeneratoren mit großer Anpassung an die Jeweilige Verwendung herstellen.
In der chemischen oder parachemischen Industrie kann dieses Verfahren ebenfalls Anwendung finden und zwar zur Einstellung
des Titers von Wasserstoffsuperoxid oder auch zur Einstellung seines pH-Werts in einer Zelle mit getrennten Abteilungen
zur Durchführung chemischer Verfahren oder auch zur Durchführung von elektrochemischen Oxidationen oder Reduktionen
an dem Katalysator.
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Claims (12)
1. Verfahren zur heterogenen Katalyse einer chemischen Reaktion in flüssiger Phase, insbesondere katalytische
Zersetzung wässriger Lösungen von Wasserstoffsuperoxid,
wobei ein zu den Übergangselementen der Gruppen I, VI, VII und VIII des periodischen Systems gehörender metallischer
Katalysator verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, daß dieser Katalysator an eine eine elektrochemische
Polarisierung bewirkende Spannung gelegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Katalysator aus metallischem Silber, oder einer Silberverbindung
besteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Katalysator aus einem Element der Triaden oder einer Verbindung eines solchen Elements besteht.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Katalysator aus Platin oder einer Platinverbindung
■ oder einem Element der Platingruppe besteht»
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß man der Wasserstoffsuperoxidlösung ein Salz oder eine Verbindung zusetzt, welche dieser
Lösung eine erhöhte elektrische Leitfähigkeit verleihen.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5» dadurch gekennzeichnet, daß man der Wasserstoffsuperoxidlösung
ein Salz oder eine Verbindung zusetzt, welche den pH-Wert dieser Lösung fixieren.
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7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß man der Lösung eine Verbindung zusetzt, welche die Zersetzung des Wasserstoffsuperoxids hemmt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verbindung ein Phosphat ist.
9· Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß an den Katalysator eine Katodenspannung angelegt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß an den Katalysator eine Wechselspannung oder eine intermittierende Spannung angelegt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß man vor der katalytischen Zersetzung eine katodische Polarisation des Katalysators bewirkt.
12. Vorrichtung zur Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bestehend aus einem Sauerstoffgenerator
mit regelbarer Leistung, enthaltend: einen Gleichstromgenerator, einen Katalyseraum, in welchem
die katalytische Zersetzung einer Wasserstoffsuperoxidlösung unter Freiwerden von Sauerstoff erfolgt, wobei dieser Raum
mindestens zwei durch den Generator unter Spannung gehaltene Elektroden besitzt, wovon mindestens die eine aus einem
Katalysator für die Zersetzungsreaktion besteht, weiter enthaltend einen den freigesetzten Sauerstoff aufnehmenden,
mit einem Manometer oder einem Druckgeber verbundenen Pufferraum und eine Vorrichtung zur Regelung der Spannung
an den Elektroden, die von dem Manometer oder dem Druckgeber gesteuert wird.
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