Die Erfindung betrifft einen Schneidkopf für eine Vorrichtung zum Schneiden von Pflanzen, insbesondere
für einen Rasenkantenschneider gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Ein derartiger Schneidkopf ist in der Fig.8 der
DE-OS 20 23 391 offenbart Bei ihm erfolgt die Mitnahme
der Arbeitsabschnitte der Schneidleinen durch vom Gehäuse getragene, im wesentlichen radial verlaufende
Mitnehmflächen, und die Verriegelungseinrichtung für die Vorratsrollen besteht aus einem selbsthemmenden
Zahnradgetriebe, welches ein von hand verstellbares mittiges Antriebsrad und an die Vorratsrollen angeflanschte
Ritzel aufweist
Bei dem bekannten Schneidkopf werden somit sämtliche Schneidleinen synchron nachgestellt, so daß man
einer unterschiedlichen Abnutzung der Arbeitsabschnitte der verschiedenen Schneidleinen nicht Rechnung
tragen kann. Außerdem unterliegen die Schneidleinen an den radial außenliegenden Enden der im wesentlichen
radial ausgerichteten Mitnehmflächen bei Drehzahländerungen erheblichen Knickbelastungen.
Durch die vorliegende Erfindung soll ein solcher bekannter Schneidkopf dahingehend verbessert werden,
daß die Schneidleinen einzeln nachgezogen werden können und sowohl beim Abziehen von der Vorratsrolle
als auch im Betrieb knickfrei geführt sind.
Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch einen Schneidkopf gemäß dem kennzeichnenden Teil
des Anspruchs 1.
Es ist zwar an sich bekanr.t, den Arbeitsabschnitt
einer von einer Vorratsrolle abgezogenen Schneidleine an der Austrittsstelle des Schneidkopfgehäuses über
eine gekrümmte Umfangsfläche abzustütztea So ist in dem DE-GM 69 19 841 ein. Schneidkopf beschrieben,
der am unteren Rand seiner Umfangswand eine Vielzahl
ίο konvex gekrümmte Flanken aufweisender Zähne aufweist,
zwischen denen eine entsprechende Vielzahl von Austrittsöffnungen für die Schneidleine liegt In axialer
Richtung ist die Schneidleine jeweils durch eine flexibel verformbare Stirnscheibe der Vorratsrolle in einer der
Austrittsöffnungen gehalten, und durch Ziehen am Arbeitsabschnitt der Schneidleine in Richtung der
Schneidkopfachse kann man unter Verformung der Vorratsrollenstirnscheibe die Schneidleine aus einer
Austrittsöffnung herausbewegen. Man kann dann unter Aufrechterhaltung der Zugbelastung ein Schneidleinenstück
von der drehfest mit dem Schneidkopfgehäuse verbundenen Vorratsrolle abwickeln und dann unter
Zugentlastung die Schneidleine in eine andere, in Umfangsrichtung versetzte Austrittsöffnung einlegen.
Unter Betriebsbedingungen ist die Schneidleine zwischen
der oberen Begrenzungskante der sie aufnehmenden Austrittsöffnung und einer Umfangsrandkante der
VorratSiOllenstirnscheibe eingespannt Man hat somit eine punktuelle statische Belastung der Schneidleine an
der Einspannstelle. Außerdem kann man nach diesem Prinzip jeweils nur eine Schneidleine von einer einzigen
Vorratsrolle des Schneidkopfes abwickeln.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in Unteransprüchen angegeben.
Die Ausbildung der Verriegelungseinrichtung gemäß Anspruch 2 ermöglicht ein einfaches Abspulen eines
neuen Schneidleinenstückes von einer der Vorratsrollen auch mit schmutzigen Händen, da auf die betrachtete
Vorratsrolle nur eine axiale Kraft ausgeübt zu werden braucht
Mit der Weiterbildung der Erfindung gemäß Anspruch 3 wird erreicht, daß die Abstützgeometrie für
den Arbeitsabschnitt der Schneidleine unabhängig vom effektiven Durchmesser der Vorratsrolle ist, welcher bei
jedem Abziehen eines Schneidleinenstückes etwas abnimmt
Nachstehend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung
näher erläutert. In dieser zeigen
F i g. 1 einen axialen Schnitt durch den Schneidkopf eines Rasenkantenschneiders;
F i g. 2 einen Schnitt längs der Schnittlinie II-II von
Fig. I;
F i g. 3 einen Schnitt längs der Linie IH-III von F i g. 2; Fig.4 eine seitliche Aufsicht auf den oberen Abschnitt
des Schneidkopfes nach F i g. 1 gesehen in Richtung der Pfeile IV von F i g. 1;
F i g. 5 einen Schnitt längs der Linie V-V von F i g. 2; und
F i g. 6 einen transversalen Schnitt durch eine Vorratsrolle des Schneidkopfes nach F i g. 1 längs der dortigen
Schnittlinie VI-VI.
F i g. 1 zeigt einen Schneidkopf 27 eines Rasenkantenschneiders,
der über ein Halterohr 28 geführt wird, an dessen oberem, in der Zeichnung nicht wiedergegebenen
Ende Griffe und ein Antriebsmotor angeordnet sind. Letzterer arbeitet auf eine flexible Welle 29, die
sich durch das Halterohr 28 nach unten erstreckt und
am unteren Ende einen Vierkant 30 trägt Letzterer ist in eine komplementäre Mitnehmöffnung eines Kupplungsstückes
31 eingesetzt, das auf einen oberen Gewindeabschnitt einer Antriebswelle 40 aufgeschraubt ist,
die drehfest mit dem Schneidkopf 27 verbunden ist
Die Antriebswelle 40 ist über Gleitlagerbuchsen 38, 39 in einem Klemmstück 32 gelagert, das im oberen Abschnitt
mit einem Längsschlitz 34 versehen ist, so daß es durch Anziehen von in Augen 33 des Klemmstückes 32
angeordneten Klemmschrauben 35 mit dem unteren Ende des Halterohres 28 verbunden werden kann.
Die Axiallagerung deF Antriebswelle 40 im Klemmstück 32 besorgen eine Lagerscheibe 41 sowie ein
vergrößerten Durchmesser aufweisender Wellenabschnitt 42. Am unteren Ende des letzteren ist ferner eine
Abstützscheibe 43 angeschweißt
Ein mit Gewinde versehener unterer Endabschnitt 44 der Antriebswelle 40 ist in einen metallischen Einsatz 47
eingeschraubt, der in das Material eines aus Kunststoff oder Metall hergestellten Gehäuses 48 des Srhneidkopfes
27 eingebettet ist
Das Gehäuse 48 ist oben durch eine Kappe 49 verschlossen, deren Umfangswand die Umfangswand des
Gehäuses 48 in axialer Richtung über eine beträchtliche Strecke überlappt
Das Gehäuse 48 hat vier unter gleichem Winkelabstand angeordnete Aufnahmeräume 50 für Schneidleinen-Vorratsrollen
52. Von jedem Aufnahmeraum 50 führt eine Öffnung 51 durch die Umfangswand des Gehäuses
48. die außenliegenden Endabschnitte der Öffnungen 51 sind abgerundet Damit ist gewährleistet daß
eine Schneidleine 61, welche in im wesentlichen radialer Richtung von einer Vorratsrolle 52 abgezogen wird, bei
der zugeordneten Öffnung 51 nur geringen mechanischen Belastungen ausgesetzt ist
Die Aufnahmeräume 50 sind am in F i g. 1 unterliegenden Ende durch untere Tragflansche 53 begrenzt,
welche die Vorratsrollen 52 abstützen. Durch die Tragflansche 53 sind so Bedienungsöffnungen für die Vorratsrollen
52 begrenzt, deren Durchmesser kleiner ist als der Durchmesser der Aufnahmeräume 50.
Die Tragflansche 53 sind auf ihrer Oberseite mit Klauen 55 und dazwischenliegenden Ausnehmungen 54
versehen. Diese arbeiten mit Klauen 58 und dazwischenliegenden Ausnehmungen einer unteren Stirnscheibe 57
der zugeordneten Vorratsrolle 52 zusammen, welche in F i g. 6 näher gezeigt ist Die Klauen und Ausnehmungen
auf der Stirnscheibe 57 einer Vorratsrolle bilden somit zusammen mit den Klauen und Ausnehmungen
auf dem Tragflansch 53 des zugeordneten Aufnahmeraumes 50 eine Verriegelung für die Vorratsrolle 52 in
Drehrichtung.
Die Vorratsrollen 52 sind durch eine an ihrer oberen Stirnscheibe 56 angreifende Druckfeder 59, dl·; an der
Innenseite der Kappe 49 abgestützt ist, jeweils in der Zeichnung nach unten vorgespannt, so daß die Klauen
58 der Vorratsrollen 52 in eine in die Ausnehmungen 54 der Tragflansche 53 eingreifende Stellung vorgespannt
sind.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist ist das innenliegende
Ende der Schneidleinen 61 jeweils durch eine Bohrung 60 des Nabenabschnittes der Vorratsrollen 52 hindurchgeführt
und durch Verknoten gegen Herausrutschen gesichert Das freie Ende einer Schneidleine 61 läuft jeweils
tangential vom momentanen äußeren Rand des Schneidleinenvorrates ab und durchsetzt die zugeordnete
Öffnung 51. Durch ein aus elastomerem Material gefertigtes Druckstück 62, das in eine Ausnehmung 63
des Gehäuses 48 im Preßsitz eingesetzt ist, wird die Schneidleine 61 ständig gegen die eine Begrenzungswand der zugeordneten Öffnung 51 gedrückt an
welche sich in Drehrichtung gesehen die abgerundetet, gekrümmte Wand anschließt Die durch das Druckstück
S2 auf die Schneidleine 61 ausgeübte Klemmkraft ist so groß, daß sie durch Ziehen an der Schneidleine 61
überwunden werden kann.
Zur Einstellung der Länge des radial außerhalb der Umfangswand des Gehäuses 48 liegenden Arbeitsabschnittes
einer Schneidleine 61 braucht die Bedienungsperson nur von unten gegen die Stirnscheibe 57 der dieser
Schneidleine zugeordneten Vorratsrolle 52 zu drükken, so daß die Klauen 58 dieser Stirnscheibe 57 aus den
Ausnehmungen 54 des zugeordneten Flansches 53 herausbewegt werden, und dann an der Schneidleine 61 zu
ziehen, wodurch sich ein neues Schneidleinenstück gewünschter Länge von der Vorratsrolle 52 abwickeln
läßt Nach dem Abziehen des neuen Schneidleinenstükkes wird die Stirnscheibe 57 einfach losgelassen, so daß
— gegebenenfalls unter weiterem Ausüben von Zug auf die Schneidleine 61 — die Klauen 58 wieder in die Ausnehmungen
54 einrasten.
Wird versehentlich ein zu großes Schneidleinenstück von einer Vorratsrolle 52 abgezogen, so kann die
Schneidleine auch wieder auf die Vorratsrolle zurück aufgewickelt werden, indem man auf die Vorratsrolle
nicht nur eine axiale Kraft zum Ausrücken der Klauen 58 aus den Ausnehmungen 54 ausübt sondern zugleich
auch die Vorratsrolle 52 noch dreht, wozu die Stirnscheibe 57 mit axial nach unten vorstehenden Noppen
64 versehen ist.
Müssen leere Vorratsrollen durch neue ersetzt werden, so braucht man nur die Klemmschrauben 35 zu
lösen und den gesamten Schneidkopf 27 zusammen mit dem Klemmstück 32 vom Halterohr 28 abzuziehen.
Dann wird das Gehäuse 48 vom mit Gewinde versehenen Endabschnitt 44 der Antriebswelle 40 abgeschraubt,
so so daß man die Kappe 49 abheben kann. Damit besteht nun von oben ein freier Zugang zu den Aufnahmeräumen
50 für die Vorratsrollen 52, und man kann die leeren Vorratsrollen einfach gegen neue ersetzen. Das Zusammenbauen
des Schneidkopfes 27 und sein Wiederansetzen an das Halterohr 28 erfolgt umgekehrt wie der
soeben beschriebene Auseinanderbau.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen