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Kopierverfahren Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kopierverfahren
bei Verwendung eines thermisch entwickelbaren lichtempfindlichen photographischen
Materials, insbesondere ein Kopierverfahren zur Verbesserung der photographischen
Eigenschaft eines thermisch entwickelbaren, lichtempfindlichen Sübersalzmaterials.
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Es sind zahlreiche Verfahren zum Wiedererzeugen oder Kopieren eines
Bildes mit Hilfe von Licht bekannt. Unter diesen Verfahren ist Silberhalogenidverfahreii
üblich, Gemäß dieses Verfahrens wird ein lichtempfindlicher Silberhalogenidfilm
oder ein lichtempfindliches Silberhalogenidpapier zum Erhalt eines latenten Bildes
bildmäßig belichtet. Das sich ergebende latente Bild wird mit einer chemischen EnteAcklungslösung
entwickelt und fixiert.
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Ein anderes typisches Verfahren ist ein elektrophotographisches Verfahren.
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Diese Kopiermethoden benötigen jedoch Belichtung, Entwicklung und
Fixierung. Der Bebandlungsvorgang ist nachteiligerweise kompliziert.
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Außerdem muß der Film nach der Behandlung mit Wasser gewaschen werden,
da beim Silberhalogenidverfahren mehrere Chemikalien verwendet werden.
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In letzter Zeit ist ein neues lichtempfindliches Material entwickelt
worden, das zur Entwicklung keine Chemikalien und Fixierbehandlungen nötig macht.
Solches lichtempfindliches Material ist als Dry Silver Film (Warenbezeichnung, erhältlich
bei Minnesota Mining & Manufacturing Co. ) und die gesamte Bildaufzeichnung,
d. h. bildweise Belichtung und thermische Entwicklung, wird trocken durchgeführt.
Somit kann das F ilmbehandlungsv erfahren vereinfacht werden. Bei diesem lichtempfindlichen
Material sind jedoch nicht mehrere Materialtypen mit verschiedenen photographischen
Eigenschaften verfügbar, und deshalb ist der Anwendungsbereich begrenzt. Im Mikrofilmbereich
besteht das Original hauptsächlich in einem geschriebenen Dokument, und deshalb
ist es wünschenswert, daß der r -Wert eines lichtempfindlichen Materials
groß
ist. Da das oben genannte lichtempfindliche Material lediglich einen begrenzten
Anwendungsbereich hat, ist es bei Verwendung des lichtempfindlichen Materials im
Mikrofilmbereich nötig, die photographischen Eigenschaften des lichteinpfindli ehen
Materials durch Änderung der Entwicklungstemperatur und -zeit zu verändern.
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Dies ist jedoch nur in einem engen Bereich möglich, und außerdem ist
die Behandlung kompliziert.
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Es ist auch ein Verfahren bekannt, bei dem zur Verbesserung der photographischen
Eigenschaften eine Hilfsbelichtung verwendet wird, aber auch hier ist es nicht möglich
die photographischen Eigenschaften in weitem Bereich zu ändern.
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Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Verbesserung
der photographis-chen Eigenschaften eines in einem Kopierverfahren verwendeten,
thermisch entwickelbaren lichtempfindlichen Materials verfügbar zu machen. Insbesondere
soll dabei stets im Trockenverfahren gearbeitet werden.
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Erfindungsgemäß wird dies mit einem Kopiem7erfahren erreicht, bei
dem
die Gesamtfläche eines thermisch entwickelbaren, lichtempfindlichen Silbermaterials
vor der vollständigen Durchführung der Belichtung bei einer Temperatur, die in dem
für das lichtempfindliche Material geeigneten Ent'vicklungstemperaturbereich liegt,
gleichmäßig einer I-Iilfs-Wärmebehandlung und nach der Belichtung einer thermischen
Entwicklung unterzogen wird.
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Mit der vorliegenden Erfindung ist also ein Kopierverfahren zur Verbesserung
der photographischen Eigenschaften verfügbar gemacht, bei dem ein thermisch entrvickelbares,
lichtempfindliches Material vor oder während der Belichtung gleichmaßig erwärmt
wird.
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In der Zeichnung zeigen: Fig. 1 graphisch den Zusammenhang zwischen
einem entavickelten Silbersalzfilm und einer Belichtungs stärke; Fig. 2 schematisch
einen Lesekopierer; und Fig. 3 eine vergrößerte Querschnitt sansicht eines Tisches
von Fig. 2.
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Als erfindungsgemäß benutztes thermisch entwickelbares lichiempfindliches
Material können folgende Materialien verwendet werden: (1) Ein Aufzeichnungsmaterial
mit einer eine bilderzeugende Zusammensetzung aufweisenden Bedeckungsschicht, wobei
die Zusammensetzung ein oxydierendes Mittel, ein reduzierendes Mittel und eine relativ
geringe Menge eines strahlLungsempfindlichell Schwermetallsalzes enthält, aus dem
auf eine Bestrahlung hin in Kontakt mit der bilderzeugenden Zusammensetzung freies
Metall entstehte (2) Ein Aufzeichnungsmaterial mit einer Bedeckungsschichtg die
ein organisches Silbersalz mit Silberionen, die in einem Moleld in Gruppenform verbunden
sind, eine katalytische Menge eines auf photochemischen Wege reduzierenden Silberhalogenids,
das im gesamten Volumen des organischen Silbersalzes verteilt und mit fast allen
Silberionen des organischen Silbersalzes Kontaktiert ist, und ein schwaches reduzierendes
Mittel enthält.
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Als typisch für die oben erwähnten oxydierenden Mittel können organische
Sill)ersalze wie Orthosulfobenzim idsilbersalz, Silber-5-chlorosalicyamidoxim, Silber-
5-nitrosalicylam idoxim und das Salz einer langkettigen Fettsäure wie Silberbehenat
angesehen werden.
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Als typisches reduzierendes Mittel können organische Verbindungen
erwähnt werden, wie substituiertes Pyrazolidon, substituiertes und nichtsubstituiertes
Hydroxyl am in, Aminophenol und D ihydr inphenol (dihydric phenol).
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Als typisches strahlenempfindliches Schwermetall können anorganische
oder organische Salze von Silber, Kupfer, Chrom und Kobalt genannt werden. Wenn
diese Schwermetallsalze durch Strahlung aktiviert werden, werden sie zu freiem Metall,
dh. elementarem Metall, reduziert.
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Das thermisch entwickelbare lichtempfindliche Silbersalzmaterial gemäß
der vorliegenden Erfindung kann hergestellt werden durch Beschichten eines Auf ze
ichnungsmater ialträgers, wie Holzmehlpapier, Celluloseacetat und Polyäthylenterephthalat,
mit der bilderzeugenden
Zusammensetzung und dem strahlenempfindlichen
Salz, und zwar durch Verwendung eines Klebstoffs, beispielsweise eines Mischpolymerisats
von Butadien und Styrol, Polyäthylenglycol, Polyamid und dgl.
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Anderes thermisch entwickelbares lichtempfindliches Silbersalzmaterial
nach obigem Punkt (2) kann hergestellt werden durch Beschichten eines Polyäthylenterephthalatträgers
mit einem organischen Silbersalz wie Silberbehenat, Silberstearat und dgl., mit
einem Silberhalogenid und einem schwach reduzierenden Mittel wie Ilydrochinon, Methylhydroxynaphthalen,
Catechol und dgl..
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Das thermisch entwickelbare lichtempfindliche Material wird für eine
kurze Zeitdauer bildmäßig belichtet. Darauf wird die gesamte Fläche des belichteten
Teils eine geeignete Zeit lang gleichmäßig auf eine geeignete Temperatur erwärmt,
um eine bleibende sichtbare Aufzeichnung zu erhalten.
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Erfindungsgemäß wird das thermisch entwickeibare lichtempfindliche
Material vor der vollständigen Durchführullg der Belichtung auf eine
Temperatur
erwärmt, die in dem für das lichtempfindliche Material geeigneten Entwicklungstemperaturbereich
liegt (H ilfserwärmung).
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Die Hilfs-Erwärmungstemperatur verändert: sich in Abhängigkeit von
der für lichtempfindliche Material geeigneten Entwicklungstemperatur. Im allgemein
wird eine Temperatur von 90°C bis 1600 C angewendet.
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Wenn die Hilfs-Erwärmungstemperatur über der Grenze des Entwicklungstemperaturbereiclles
liegt, erhöht sich die Schleierdichte des lichtempfindlichen hIaterials, so daß
sich im lichtempfindlichen Material Schleier und Zerstörungen bilden.
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Die niedrigste Hilfs-Erwärmungstemperatur hängt von der niedrigsten
für das lichtempfindliche Material geeigneten Entwicklungstemperatur ab. Wenn die
niedrigste Hilfs-Erwärmungstemperatur unter der niedrigstcn Tcmperatur liegt, bei
der das lichtempfindliche Aufzeichnungsmaterial entwickelt werden kann, ist die
Wirkung schlecht und es kann keine Verbesserung erreicht werden.
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Die II ilfs-Wärmeb ehandhmg kann während einer Zeitdauer durch geführt
werden, die höchstens zweimal so groß wie die für das lichtempfindliche Material
geeignete Entwicklungszeit ist.
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Somit können die photographischen Eigenschaften des lichtempfindlichen
Materials verbessert werden, und der γ-Wert kann durch Anwendung einer II
ilfs-Wärmeb ehandlung unter den oben angegebenell Temperatur-und Zeitdauerbedingungen
geändert werden.
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In Fig. 2 beziehen sich die Bezugsziffern 5, 6 und 7 auf eine Beleuchtungsquelle
mit einer Wellenlänge im Bereich von 450 bis 550 nm, eine Kondenserlinse bzw. einen
reflektierenden Spiegel. Zwischen dem reflektierenden Spiegel 7 und einer Projektionslinse
9 ist ein Mikrofilm angeordnet, und ein reflektierender Spiegel 10 ist drehbar im
Lichtweg der P rojektionslinse 9 angeordnet. Vor einer Lesevorrichtung ist ein durchsichtiger
Schirm 11 vorgesehen und über dem reflektierenden Spiegel 10 ist ein Filmkopiertiasch
12 angeordnet.
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Ein thermisch entwickelbarer Silbersalzfilm 13 ist auf dem Tisch 12
derart angeordnet, daß die Fläche mit dem lichtempfindlichen Mittel engen Kontakt
mit der belichtenden Fläche des Tisches 12 hat. Wenn der reflektierende Spegel 10
eine durch einen durchgezogenen Strich
angedeutete Stellung hat,
wird das Bild des Mikrofilms 8 über die Projektionslinse 9 und den reflektierenden
Spiegel 10 auf den Schirm 11 projiziert, jedoch nicht auf den Tisch 12. Zum Zweck
des Kopierens eines Mikrofilmbildes 8 wird der reflektierende Spiegel 10 in eine
durch eine gestrichelte Linie 10' angedeutete Stellung verschoben und das Mikrofilmbild
8 wird auf den auf dem Tisch 12 angeordnete kopierenden Film 13 projiziert.
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Wie aus Fig. 3 hervorgeht, umfaßt der Tisch 12 einen durchsichtigen
Teil 14, zum Beispiel eine Glasplatte, auf dem ein Nesafilm 16 gleichmäßiger Dicke
liegt. An beiden Enden sind mit einer Stromquelle verbundene Elektroden 15 und 15'
vorgesehen. An einem Ende des durch sichtigen Teils 14 ist ein Thermistor 17 zur
Temperaturmessung vorgesehen, um die Hilfs-Erwärmungstempcratur zu steuern. Wenn
eine Spannung an die beiden Elektroden 15 und 15' angelegt wird, wird im Nesafilm
16 joule' sehe Wärme erzeugt, so daß die Temperatur des duchsichtigen Teils 14 ansteigt.
Wenn nach dem Betrachten eines aufgezeichneten Mikrofilmbildes 8 auf dem Schirm
11 eine Kopie nötig ist, wird durch Drücken eines Kopierknopfes (nicht gezeigt)
eine Spannung an die beiden Elektroden 15 und 15' angelegt, so daß der Tisch 12
geheizt
wird, und demzufolge der mit dem Tisch 12 in engem Kontakt
befindliche thermisch entrickeiiare Silber salzfilin 13, und somit erfährt der Film
13 eine Hilfs-Erwärmung. Nach Beendigung der Hilfs-Erwärmung wird der reflektierende
Spiegel 10 von der durchgezogen dargestellten in die gestrichelt dargestellte Stellung
10' gebracht, und der Silbersalzfilm 13 wird einer bildmäßigen Belichtung unterzogen.
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Nach der Belichtung kehrt der reflektierende Spiegel 10 in seine ursprungliche
Stellung zurück, und der Silbersalzfilm 13 wird auf eine thermische entwicklungseinrichtung
(nicht gezeigt) gebracht, und dort erhält man eine vollständige Kopie Wird der kopierende
Film 13 gleichzeitig mit der Belichtung erwärmt, erhält man dieselbe Wirkung wie
oben. Da Glas eine niedrige thermische Leitfähigkeit hat, kann es leicht auf einer
konstanten Temperatur gehalten werden, und die Entwicklung kann unmittelbar nach
dem Heizen durchgeführt werden.
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Desweiteren kann eine andere Heizplatte als die durchsichtige Vorrichtung
12 verwendet werden. Für den Fall, daß die lichtempfindlichen Eigenschaften eines
kopierenden Films 13 durch Erwärmen vor und während der Belichtung geändert werden
und der kopierende Film weiterhin zum Entwickeln erwärmt wird, ist es möglich, wenn
die durchsichtige Vorrichtung 12 in der oben erwähnten Vorrichtung für
lange
Zeit auf konstanter Temperatur gehalten wird, eine kontinuierliche heizung zu bewirken
vor der Belichtung, während der Belichtung und zum Entwickeln Die folgenden Beispiele
sind zur Erläuterung der vorliegenden Erfindung gedacht. Es ist damit jedoch keine
Beschränkung der Erfindung auf diese Beispiele beabsichtigt.
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Beispiel 1 Dry silber Typ 796 (Warenbezeichnung, erhältlich von l,jnesota
Mining and Manufacturing Co. ) wurde als thermisch entwickelbres lichtempfindliches
Silbersalzmaterial verwendet. Dieser lichtempfindliche Film wurde vor der Belichtung
für 10, 20 und 30 Sekunden auf 130°C erwärmt. Dann wurde dieser lichtempfindliche
Film mit einer Fluorcszenzlampe (15 W) in einem Abstand 50 mm belichtet. Nach dem
Belichten wurde jeder lichtempfindliche Film durch 10 Sekunden langes erwärmen auf
1300 C entwickelt. Das Ergebnis ist graphisch dargestellt in Fig. 1, in der die
Abszisse den Logarithmus der Beliehtungsstärke
E und die Ordinate
die Dichte des thermisch entwickelbaren Silbersalzfilms nach der Belichtungs-Wärmebehandlung
zeigt.
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Kurve 1 zeigt eine charakteristische Kurve eines lichtempfinclllchen
Films, der ohne Hilfs-Erwärmung belichtet und entwickelt worden ist. Mit 2, 3 und
4 sind charakteristische Kurven von lichtempfindlichen Filmen bezeichnet, die nach
10, 20 bzw. 30 Sekunden langer Hilfs-Erwärmung belichtet und entwickelt wunden.
Als Resultat ergaben sich für die lichtempfindlichen Filme -Werte von 2, 0, 3, 0,
2, 5 bzw. 1, 4. Dieses Ergebnis zeigt, daß die -Werte von 2, 0 auf 3, 0 angestiegen
sind.
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Beispiel 2 Dry Silber Typ 790 Varenbezeichnung, erhältlich von Minesota
Mining and Manufacturing Co.) wurde als lichtempfindliches Material vemvendet. Dieses
lichtempfindliche Papier wurde in der in Beispiel 1 angegebenen Weise behandelt.
Der t-Wert des- vor der Belichtung einer Hilfs-Erwärmung unterzogenen lichtempfindlichen
Papiers erhöhte sich um maximal 50 % gegenüber dem vor der Belichtungleiner Hilfserwärmung
unterzogenen
lichtempfindlichen Papier.