DE2241369B2 - Elektrode für Bleiakkumulatoren - Google Patents
Elektrode für BleiakkumulatorenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Elektrode für Bleiakkumulatoren als Träger für die aktiven Massen und zur
Stromzu- bzw. -abführung von bzw. zu den Polen, welche aus einer Antimon, Arsen und Tellur enthaltenden
Bleilegierung besteht.
An Elektroden von Bleiakkumulatoren wird die Forderung gestellt, daß sie in verdünnter Schwefelsäure
beständig sind. Außerdem muß die Elektrode bei Verwendung am positiven Pol sehr oxidationsfest sein
und bei Verwendung am negativen Pol reduzierenden Einflüssen widerstehen können.
Da reines Blei diesen Forderungen im allgemeinen nicht genügt, ist es bereits bekanntgeworden, für
derartige Elektroden Bleilegierungen zu verwenden, die zwischen 5 und 12% Antimon und eventuell noch
weitere Metalle wie Zinn, Arsen und Kupfer enthalten. Die weiteren Zusätze dienen vor allem der Erhöhung
der Korrosionsfestigkeit. Allerdings hat die Verwendung von Bleilegierungen statt des reinen Bleis nicht nur
den Vorteil der Härtung und der Erhöhung der Korrosionsfestigkeit, sondern auch einige Nachteile, die
im folgenden angegeben werden.
Die elektrische Leitfähigkeit einer Blei-Antimon-Legierung ist deutlich geringer als die des reinen Bleis oder
von Blei mit einer geringen Menge an Zusätzen. Die Folge ist eine Erhöhung des Innenwiderstandes des
Akkumulators, den man bisher nur durch Erhöhung des Gewichtes verringern konnte. Obwohl durch die
bekannten Zusätze die Korrosionsfestigkeit erhöht wird, läßt sich nicht vermeiden, daß im Laufe der Zeit
vor allem das positive Gitter angegriffen und dabei aus dem Metall auch der Gehalt an Antimon herausgelöst
wird. Dieses Antimon wird zum großen Teil in der positiven Masse gespeichert; ein Teil geht allerdings in
Lösung. Die in Lösung gegangenen Antimonionen können zur negativen Platte diffundieren und werden
dort in feinverteilter l-orm als elementares Antimon vor
allem bei der Ladung abgeschieden. Da dieses elementare Antimon eine wesentlich geringere Überspannung
gegenüber Wasserstoff aufweist als das Blei, findet die Entwicklung von Wasserstoff an der
negativen Elektrode vorzugsweise an den Stellen statt, wo sich Antimon abgeschieden hat
Diasen Vorgang bezeichnet man allgemein als Vergiftung der negativen Elektrodenplatte. Sie führt zu
einer Erniedrigung der Ladeschlußspannung bzw. bei Ladung mit Spannungsbegrenzung zu einer erhöhten
ίο Stromaufnahmefähigkeit. Diese erhöhte Stromaufnahme
wird nur teilweise zur Ladung ausgenutzt, während der andere Teil zur Entwicklung von Wasserstoff und
Sauerstoff in der Zelle führt.
Abgesehen davon, daß die Entwicklung von Wasserstoff zu einer Explosionsgefahr führen kann, werden auch nicht unbedenkliche Mengen an hochgiftigem Antimonwasserstoff entwickelt.
Abgesehen davon, daß die Entwicklung von Wasserstoff zu einer Explosionsgefahr führen kann, werden auch nicht unbedenkliche Mengen an hochgiftigem Antimonwasserstoff entwickelt.
Eine Wasserstoffentwicklung ist auch im Ruhestand der Zelle als sogenannte Selbstentladung festzustellen.
Bei Akkumulatoren, die im Pufferbetrieb oder im Bereitschafts-Parallelbetrieb arbeiten, ist in solchen
Fällen ein höherer Ladeerhaltungsstrom notwendig, der auch zu einem höheren Wasserverbrauch und damit
einem höheren Wartungsbedarf führt.
Diese Nachteile antimonhaltiger Bleilegierungen für die Elektroden von Bleiakkumulatoren haben zur
Entwicklung antimonfreier Legierungen, z. B. Blei-Calcium-Legierungen,
geführt, die ähnlich wie Blei-Antimon-Legierungen erheblich härter als reines Blei sind.
iü Es hat sich aber herausgestellt, daß die auch hier
unvermeidbare Korrosionsschicht sehr porös ist und nicht fest auf dem Gitter haftet, so daß das
darunterliegende Material nicht vor weiterem Angriff geschützt ist. Zellen mit derartigen Legierungen sind
j5 daher sehr empfindlich gegenüber Ladungen im
Gasungsbereich und neigen zu einem Ablösen der positiven Masse vom Gitter, was sich in starken
Einbußen an Zellenkapazität bemerkbar macht.
In der DE-OS 15 71 926 wird ein Bleiakkumulator mit tragenden und stromleitenden Elektroden-Gitterstäben
und diese umgebendem aktiven Material beschrieben, bei dem die Bleilegierung der Gitterstäbe aus
mindestens 99,9 Gew.-% reinem Blei besteht, und der restliche Gewichtsanteil aus einem oder mehreren der
Zusätze Tellur, Silber, Arsen, Molybdän oder Platin besteht. Diese in der Druckschrift als antimonfreie
Bleilegierung bezeichnete Legierung weist die bei Bleiantimonlegierungen auftretenden Nachteile, nämlich
die Ablagerung von feinverteiltem elementarem Antimon auf der negativen Elektrodenplatte und die
damit verbundene Wasserstoffentwicklung, nicht auf. Desgleichen soll die in der DE-OS 15 71 926 beschriebene
Bleilegierung auch bessere mechanische Eigenschaften aufweisen als reines Weichblei.
Die angegebenen Nachteile von Bleiantimonlegierungen sowie von reinem Weichblei sollen auch durch die in
der DE-OS 19 26 238 beschriebene Bleilegierung für die Elektroden-Gitterstäbe von Bleiakkumulatoren beseitigt
werden. Diese vorbekannte Bleilegierung enthält 99,9 bis 99,95% chemisch reines Blei und außer der
natürlichen Verunreinigung mit höchstens 0,001% Antimon sowie insgesamt nicht über 0,004% Verunreinigungen
die Zusätze Tellur, Silber und Arsen. Nachteilig an diesen Bleilegierungen mit sehr geringem
bzw. fehlendem Antimongehalt, die in beiden Druckschriften als »antimonfrei« bezeichnet werden, ist, wie
oben bereits für die Blei/Calcium-Legierungen ausgeführt
wurde, daß die Qualität der positiven Elektrode
beeinträchtigt wird. Die Anfangskapazität und die Haltbarkeit der positiven Elektrode in der elektrischen
Leistung werden infolge eines ungenügenden Kontaktes der aktiven Masse mit dem positiven Gitter durch
Bildung einer porösen Korrosionsschicht beeinträchtigt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Elektrode der eingangs genannten Art zu schaffen, die
über die gesamte Lebensdauer des Akkumulators ein im wesentlichen unveränderliches Verhalten zeigt. So soll
nicht nur die Wasserstoffentwicklung verhindert und eine gute mechanische Festigkeit der Elektrode erreicht
werden, sondern auch eine korrosionsfeste Elektrode geschaffen werden, so daß die Akkumulatorzellen
gegen Tiefeniladungen und gegen Ladungen im Gasungsbereich unempfindlich sind.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Elektrode der genannten Art geschaffen, bei der die Bleilegierung
einen Antimongehalt zwischen 0,05 und 0,9%, einen Arsengehalt zwischen 0,01 und 0,07% und einen
Tellurgehalt zwischen 0,03 und 0,07% aufweist.
Durch diese Legierung wird eine harte, korrosionsfeste Elektrode geschaffen, deren mechanische Festigkeit
gut ist, und bei der sich in keinem Betriebszustand nachweisbare Mengen von Antimonwasserstoff bilden
können. Die Korrosionsschicht haftet fest an der Gitterplatte und ist praktisch porenfrei. Dadurch wird
die weitere Korrosion sehr stark verlangsamt und ein guter elektrischer Kontakt zur aktiven Masse L-ewahrt.
Akkumulatorzellen, bei denen eine Elektrode gemäß der Erfindung als positives Gitter verwendet wird, sind
daher gegen Tiefentladungen und auch gegen Ladungen im Gasungsbereich wesentlich unempfindlicher als
Zellen, deren positive Gitter aus antimonfreien Legierungen bestehen.
Der Antimongehalt liegt vorzugsweise zwischen 0,15 und 0,5%.
Der Gehalt an Arsen liegt vorzugsweise bei 0,03%.
Der Gehalt an Tellur liegt vorzugsweise bei 0,05%.
Die Gießbarkeit der Legierung kann durch einen Zusatz von max. 0,03% Silber oder durch einen Zusatz
von 0,1 % Zinn verbessert werden.
Gegenüber aus bekannten Bleilegierungen hergestellten Elektroden weist die erfindungsgemäße Elektrode
als wesentlichen Vorteil auf, daß der bisher übliche Ladefaktor, der bekanntlich als Quotient der Strommenge
bei Ladung gegenüber der bei Entladung definiert ist, von üblicherweise 1,20 auf 1,01 bis 1,05
abgesenkt werden kann. Der Wirkungsgrad des Bleiakkumulators ist dadurch wesentlich erhöht.
Des weiteren kann eine Ladung im Gasungsbereich ohne Beeinträchtigung der Zellenqualität durchgeführt
werden, was in bestimmten, nicht zu kurzen Zeitabständen zweckmäßig ist, um die vertikale Säureschichtung
auszugleichen.
Die Selbstentladung bei Verwendung der erfindungsgemäßen Elektrode ist von Anfang an sehr gering und
erhöht sich über die gesamte Lebensdauer nicht wesentlich. Es sind somit konstante Verhältnisse über
die gesamte Lebensdauer gewährleistet.
Die Wasserstoffentwicklung in allen Betriebszuständen ist über die gesamte Lebensdauer des Akkumulators
praktisch konstant und geringer als bei den bekannten Bleiakkumulatoren.
Beim Betrieb in stationären Anlagen, z.B. beim Pufferbetrieb oder Bereitschafts-Parallelbetrieb, sind
ίο die erforderlichen Ladeerhaltungsströme sehr klein und
bleiben praktisch über die gesamte Lebensdauer im wesentlichen die gleichen. Somit eignet sich die
erfindungsgemäße Elektrode besonders für die Verwendung in Bleiakkumulatoren, die in derartige Anlagen
eingebaut werden. Ein überraschender Vorteil der erfindungsgemäßen Elektrode besteht darin, daß bei mit
ihr ausgestatteten Bleiakkumulatoren auf eine Ladeerhaltung im Bereitschafts-Parallelbetrieb ganz verzichtet
werden kann, wenn nur die Batterie etwa alle 6 bis 8 Wochen bzw. nach einem Einsatz nachgeladen bzw.
aufgeladen wird. Damit verbunden ist der Vorteil, daß der Bedarf an Nachfüllwasser erheblich kleiner ist als
bei bekannten Bleiakkumulatoren.
Besonders überraschend aber ist es, daß trotz der Verwendung von Antimon in der Legierung keine
merklichen Mengen des hochgiftigen Antimonwasserstoffes gebildet werden.
Eine erfiudungsgemäße Elektrodenplatte ist in der beigefügten Zeichnung beispielsweise in Draufsicht
dargestellt. Die eigentliche Gitterplatte 11 ist an ihrer oberen Seite durch eine Bleileiste 12 abgeschlossen, die
zweckmäßig aus dem gleichen Material wie die Gitterplatte selbst besteht. An einem Ende der oberen
Leiste 12 ist die Blei-Anschlußfahne 14 einstückig mit der Leiste angeordnet.
Vorzugsweise besteht die in der Zeichnung veranschaulichte erfindungsgemäße Elektrode aus einer
Bleilegierung der folgenden Zusammensetzung:
Der Zusatz von Silber ist nicht unbedingt notwendig; er wirkt sich jedoch günstig auf die Gießbarkeit aus. In
ähnlicher Weise verhält sich ein Zusatz von Zinn.
Eine Erhöhung des Antimongehaltes auf etwa 0,9% ergibt eine erhöhte mechanische Festigkeit und
gleichzeitig bessere Korrosionseigenschaften; die Verwendung eines Antimongehaltes an der oberen Grenze
des erfindungsgemäßen Bereiches beeinträchtigt jedoch etwas die Gießfähigkeit und führt zu einer Verminderung
der elektrischen Leitfähigkeit des Gitters, so daß der Bereich von 0,15 bis 0,5% Antimongehalt bevorzugt
ist.
| Antimon | 0,15 bis 0,5% |
| Arsen | 0,02 bis 0,04% |
| Tellur | 0,05% |
| Silber | 0,01% |
| Rest Blei |
Claims (6)
1. Elektrode für Bleiakkumulatoren als Träger für die aktiven Massen und zur Stromzu- bzw.
-abführung von bzw. zu den Polen, welche aus einer Antimon, Arsen und Tellur enthaltenden Bleilegierung
besteht, dadurch gekennzeichnet, daß die Bleilegierung einen Antimongehalt zwischen
0,05 und 0,9%, einen Arsengehalt zwischen 0,01 und 0,07% und einen Tellurgehalt zwischen 0,03 und
0,07% aufweist.
2. Elektrode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Antimongehalt zwischen 0,15 und
0,5% liegt
3. Elektrode nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Arsengehalt 0,03% beträgt.
4. Elektrode nach einem der vorhergehenden Atisprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Tellurgehalt
0,05% beträgt.
5. Elektrode nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Legierung
noch zusätzlich bis 0,03% Silber zugesetzt sind.
6. Elektrode nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Legierung noch
0,1% Zinn zugesetzt sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2241369A DE2241369C3 (de) | 1972-08-23 | 1972-08-23 | Elektrode für Bleiakkumulatoren |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2241369A DE2241369C3 (de) | 1972-08-23 | 1972-08-23 | Elektrode für Bleiakkumulatoren |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2241369A1 DE2241369A1 (de) | 1974-03-07 |
| DE2241369B2 true DE2241369B2 (de) | 1981-06-19 |
| DE2241369C3 DE2241369C3 (de) | 1984-03-15 |
Family
ID=5854279
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2241369A Expired DE2241369C3 (de) | 1972-08-23 | 1972-08-23 | Elektrode für Bleiakkumulatoren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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Families Citing this family (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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| DE3042011A1 (de) * | 1980-11-07 | 1982-06-03 | Metallgesellschaft Ag, 6000 Frankfurt | Blei-antimon-knetlegierung |
| US4456579A (en) * | 1982-09-30 | 1984-06-26 | Gnb Batteries Inc. | Low antimony lead-based alloy and method |
Family Cites Families (3)
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| DE1571926B2 (de) * | 1964-05-25 | 1973-12-06 | Ab Tudor, Stockholm | Bleiakkumulator |
| DE1926238A1 (de) * | 1969-05-22 | 1970-12-10 | Tudor Ab | Bleiakkumulator fuer Hochleistungsbatterien |
-
1972
- 1972-08-23 DE DE2241369A patent/DE2241369C3/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2241369C3 (de) | 1984-03-15 |
| DE2241369A1 (de) | 1974-03-07 |
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