DE2240119C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Beseitigen von mittels Wasser ausgespülten, radioaktiv kontaminierten Filterstoffen mittlerer bis starker Aktivität - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Beseitigen von mittels Wasser ausgespülten, radioaktiv kontaminierten Filterstoffen mittlerer bis starker AktivitätInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 2.
b5
In der Kerntechnik fallen regelmäßig radioaktiv kontaminierte Filterstoffe an, die es zu beseitigen gilt
Sie stammen beispielsweise aus Abluftfiltern und aus Ionenaustauschfiltern, die für die Dekontamination von
Abwässern eingesetzt werdea Wenn der Durchflußwiderstand der Filter zu sehr angestiegen ist oder wenn
sich die Ionenaustauscherharze wegen Verschmutzung oder aus sonstigen Gründen nicht mehr in sinnvoller
Weise regenerieren lassen, muß der Filterstoff beseitigt werden. Die Konzentration von Radionukliden im Filter
hat dann im Normalfall zu einer mittleren bis starken Radioaktivität des Filterstoffes geführt
Der zu beseitigende radioaktiv kontaminierte Filterstoff wird mit Wasser unter Druck aus dem Filter
gespült und über eine Rohrleitung zusammen mit dem Wasser zu einem Behälter transportiert Anschließend
muß er vom Wasser getrennt und nach Einbetten in eine Verfestigungssubstanz an einem möglichst sicheren Ort,
beispielsweise in einem stillgelegten Salzbergwerk, abgelagert werden.
Aus der DT-OS 14 64 859 sind ein Verfahren und eine
Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art bekannt, wobei einem Einhüllapparat, der aus einem zweiwelligen Schneckenmischer besteht, der radioaktive
Schlamm einerseits und als Verfestigungssubstanz dienendes Bitumen andererseits zugeführt werden,
wobei die Zuführung durch eine gemeinsame Zugabeöffnung oder durch zwei gesonderte Zugabeöffnungen
erfolgt In diesem beheizbar ausgebildeten Schneckenmischer werden der radioaktive Schlamm, dem
gegebenenfalls Emulgierhilfsmittel zugesetzt sind, und das Bitumen bei erhöhter Temperatur gemischt. Mittels
der mit ihren Schneckenwindungen ineinandergreifenden, gleich- oder gegensinnig antreibbaren Schneckenwellen erfolgt eine innige Durchmischung von Bitumen
und radioaktivem Schlamm; der Austrag aus dem Einhüllapparat erfolgt dann gegen einen Gegendruck.
Anschließend wird dieses Gemisch aus Bitumen, Schlamm und Emulgierhilfsmittel einer Flüssigkeitsabtrennapparatur zugeführt. Diese Flüssigkeitsabtrennapparatur besteht wiederum aus einem zweiwelligen
Schneckenmischer, in dem durch eine entsprechende konstruktive Ausgestaltung am Ende des Mischers ein
starker Gegendruck aufgebaut wird, aufgrund dessen ein Teil des Wassers aus der Bitumen-Schlamm-Emulsion ausgepreßt wird.
Diese in ihrem Wassergehalt reduzierte Bitumen-Schlamm-Emulsion wird einer zweiwelligen Verdampfer-Schneckenpresse zugeführt, in der das Restwasser
durch Verdampfen entfernt wird. Das Einhüllen, das Flüssigkeitsabtrennen und das Verdampfen des Restwassers können auch in einer einzigen Apparatur
vorgenommen werden.
Das bekannte Verfahren und die bekannte Vorrichtung sind hinsichtlich des erforderlichen apparativen
Aufwandes und hinsichtlich des erforderlichen Energieeinsatzes unwirtschaftlich. Außerdem können hiermit
nur schlammförmigc radioaktive Abfälle schwacher Aktivität verfestigt werden, ohne daß die Gefahr zu
hoher örtlicher Aktivitätskonzentrationen in der verfestigten Endsubstanz auftreten.
Aus der DT-AS 15 89 839 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Aufbereitung radioaktiver oder giftiger
Rückstände, die in Form von eingedickten Lösungen oder Schlämmen vorliegen, bekannt, wobei die Rückstände in einem Trockner getrocknet und anschließend
in einem Schneckenmischer bei erhöhter Temperatur unter Hinzufügung poröser Körner kontinuierlich in
einem Bindemittel fixiert werden. Die, um dieses Verfahren durchzuführen, erforderlichen Einrichtungen
»ind, um allein die in relativ geringen Mengen anfallenden radioaktiv kontaminierten Filterstoffe zu
beseitigen, erheblich zu aufwendig und unwirtschaftlich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Verfahren und die Vorrichtung der eingangs genannten
Art so auszubilden, daß für die Beseitigung der Filterstoffe bereits vorhandene, zum Einbetten von
schlammförmigen radioaktiven Abfällen schwacher Aktivität dienende Vorrichtungen eingesetzt werden
können.
Diese Aufgabe wird für das Verfahren der eingangs beschriebenen Art erfindungsgemäß durch die im
kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst
Für die Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art wird diese Aufgabe durch die im kennzeichnenden Teil
des Patentanspruchs 2 angegebenen Merkmale gelöst.
Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen wird erreicht, daß die radioaktiv kontaminierten Fiiterstoffe
mittlerer bis starker Aktivität, die mit Wasser aus den Filtern herausgespült worden sind, einer ganz exakten
Dosierung zugeführt werden, wobei in einer ersten Stufe eine Eindickung der Filterstoff-Wasser-Mischung
bis zu einem Grad erfolgt, daß diese Mischung gerade noch förderfähig ist. In einer zweiten Stufe wird dann
bei gleichzeitiger exakter Dosierung der größte Teil des noch vorhandenen Wassers entzogen, so daß nur noch
eine Oberflächenfeuchte aufweisende Filterstoff-Partikein
dem Bitumen zugeführt werden. Aufgrund de? feinen Dosierung können die radioaktiv kontaminierten
Filterstoffe in feinverteilter Form in Bitumen eingebettet werden, so daß bestimmte vorgegebene Werte für
die Aktivitätskonzentration der verfestigten Endsubstanz nicht überschritten werden. Weiterhin können
bereits vorhandene Verdampfer-Schneckenpressen zum Einbetten von schwach strahlenden radioaktiven
Abfällen in Bitumen zu der erfindungsgemäßen Vorrichtung ausgebaut werden, so daß gleichzeitig die
schlammförmigen radioaktiven Abfälle schwacher Aktivität und die Filterstoffe mittlerer bis starker Aktivität,
die in verhältnismäßig geringen Mengen anfallen, eingebettet, d. h. beseitigt werden können. Diese
Filterstoffe werden, ohne den normalen Betrieb zu unterbrechen, zusätzlich zu den schlammförmigen
Abfällen fein dosiert in das Bitumen eingebettet und dort unter Wärmeeinwirkung von der Oberflächenfeuchte befreit.
Wenn bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die Maßnahmen nach dem Patentanspruch 3 vorgesehen
werden, dann wird hierdurch eine hohe Betriebssicherheit und Dosiergenauigkeit erreicht.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine vereinfachte Darstellung einer Vorrichtung zum Beseitigen von strahlenden Filterstoffen im
Querschnitt und
F i g. 2 einen Teilschnitt durch die Vorrichtung nach Fig. 1, gemäß Linie M-II.
Der mit Druckwasser aus einem in Fig. 1 nicht dargestellten Filter herausgespülte und nach dem
Herausspülen in Form von bröckeligen Harzpartikeln vorliegende Filterstoff wird mit dem Wasserstrom über
eine Rohrleitung 1 einem Behälter 2 zugeführt. Dieser μ Behälter 2 dient einmal als Vorratsgefäß für den
nachfolgenden Dosiervorgang, zum anderen erfolgt in ihm die erste Stufe der Wasserabscheidung. Das Wasser
wird dazu über eine Leitung 3 abgezogen, während die Harzpartikeln durch ein Sieb 4 zurückgehalten werden.
Es wird in dieser Stufe so viel Wasser abgeschieden, daß eine gerade noch förderfähige Festsioff-Wasser-Mischung
verbleibt Um eine Entmischung der beiden Komponenten zu verhindern, ist im Behälter 2 ein
Turbulenz erzeugender Rührer 5 angeordnet
Über eine Leitung 6, und mit einem Überdruckventil 7 abgesichert, wird in dem Behälter 2 ein konstanter
Überdruck aufrechterhalten, der eine gleichmäßige Funktion der Vorrichtung, insbesondere der Dosierung,
gewährleistet Alle Anschlüsse von Rohrleitungen an den Behälter 2 und der Durchtritt der Welle des Rührers
5 durch den Behälterdeckel sind sorgfältig abgedichtet Über eine am Boden des Behälters 2 angeschlossene
Rohrleitung 8 wird die Zweiphasenmischung durch eine schematisch angedeutete Förderpumpe 9 einer Entwässerungs-
und Dosiereinrichtung zugeführt Diese Einrichtung besteht aus einer Schneckenmaschine 10 mit
zwei parallel angeordneten, ineinandergreifenden, gegenläufig drehenden und von einem Gehäuse 11
umschlossenen Schneckenwellen 12 und 12'. Das Gehäuse 11 weist eine Eingabeöffnung 13 für die zu
behandelnde Mischung, eine Ablauföffnung 14 für das abzutrennende Wasser und eine Austragsöffnung 15 auf
und ist in Förderrichtung schräg aufwärts angeordnet. Die durch die öffnung 13 eintretende Mischung wird
durch die Schneckenwellen 12 und 12' erfaßt. Dabei werden die festen Harzpartikeln durch die dichtend
ineinandergreifenden Schneckenwellen 12, 12' zwangläufig aufwärts in Richtung der Austragsöffnung 15
gefördert, während das Wasser durch die vorhandenen Spalte in Gegenrichtung abwärts läuft und aus dem
Gehäuse 11 über die Ablauföffnung 14 austritt.
Die Neigung der Schneckenmaschine 10 ist so gewählt, daß die Austragsöffnung 15 kurz oberhalb der
durch die Ablauföffnung 14 gehenden Horizontalebene (durch eine gestrichelte Linie 16 angedeutet) liegt. Das
Wasser kann somit nicht mit den Feststoffpartikeln aus der Austragsöffnung 15 austreten, mit Ausnahme der an
den Partikeln haftenden Oberflächenfeuchte, die im weiteren Verlauf des Verfahrens verdampft wird.
Größere Mengen Wasser würden die nachfolgende Verdampfereinrichtung überlasten.
Die Schneckenmaschine 10 erfüllt außer dem Wasserabscheiden auch die Funktion, die Feststoffpartikeln
starker Aktivität sehr gleichmäßig dosiert auszutragen. Aus der Austragsöffnung 15 gelangen die
Partikeln über ein Fallrohr 17, das mit einer als Abstreifvorrichtung wirkenden Förderschnecke 18
ausgerüstet ist, in eine Verdampfer-Schneckenpresse 20. Die senkrechte Anordnung des Fallrohrs 17 und die
zusätzliche Verwendung einer Abstreifvorrichtung 18 ist nötig, weil die nun vom Wasser getrennten
Harzpartikeln wegen ihrer Klebrigkeit nicht rieselfähig sind und stark zum Anbacken neigen. Ein Anbacken und
Festsitzen an den Wänden würde die Dosiergenauigkeit stark verschlechtern.
In der Verdampfer-Schneckenpresse 20, die im vorliegenden Fall vier in einem Gehäuse 21 angeordnete
und zu zwei ineinandergreifenden Paaren zusammengefaßte Schneckenwellen 22', 22" j 23', 23" aufweist,
werden nach einem bekannten Verfahren schlammförmige radioaktive Abfälle schwacher Aktivität bei
erhöhter Temperatur in Bitumen eingearbeitet. Das Gehäuse 21 ist dazu mit Heizkanälen 24 versehen. Beim
Einmischen in das heiße Bitumen verdampft das Wasser und wird durch eine Entgasungsleitung 25 abgezogen
(F ig. 2).
Das als Binde- und Verfestigungsmittel dienende Bitumen wird, zusammen mit den eingearbeiteten
strahlenden Abfällen, am Ende der Verdampfer-Schneckenpresse 20 über eine Leitung 26 ausgetragen und in
nicht dargestellte Fässer eingefüllt, in denen es sich verfestigt und damit zur endgültigen Lagerung bereit ist.
In F i g. 2 sind eine Zugabeöffnung 27 für das Bitumen
und eine Zugabeöffnung 28 für die schlammartigen Abfälle schematisch dargestellt. In die in der Verdampfer-Schneckenpresse
20 aufbereitete Mischung wird nun der Filterstoff über das Fallrohr 17 in geringen Menge!
gleichmäßig eindosiert — Pfeile 29 deuten dies an und dann fein verteilt eingearbeitet. Die anfallende!
Mengen an Filterstoff sind gering gegenüber den in de Verdampfer-Schneckenpresse 20 ohnehin verarbeitetei
Mengen an radioaktiven Fällschlämmen oder Verdamp ferkonzentraten und damit wird die für das Bitumei
zulässige Aktivitätskonzentration, unter Berücksichti gung der eingehaltenen Sicherheitsmarge, durch di<
zusätzlich eingearbeiteten Abfallstoffe nicht überschrit ten.
Claims (3)
1. Verfahren zum Beseitigen von mittels Wasser ausgespülten, radioaktiv kontaminierten Filterstoff s
fen, mittlerer bis starker Aktivität, wobei die Filterstoffe bei erhöhter Temperatur in feiner
Verteilung in einem vorgegebenen Mengenverhältnis in Bitumen eingebettet werden, wobei nach einer
Vorabtrennung von Wasser das Restwasser durch Verdampfen entfernt wird und wobei die mit den
Filterstoffen versetzte Verfestigungssubstanz in Behälter abgefüllt und gelagert wird, dadurch
gekennzeichnet, daß die Vorabtrennung von Wasser zweistufig erfolgt, wobei in der ersten Stufe
aus der Filterstoff-Wasser-Mischung so viel Wasser abgeschieden wird, daß eine gerade noch förderfähige Filterstoff-Wasser-Mischung verbleibt, und dann
in der zweiten Stufe unter gleichzeitiger genauer
Dosierung der Filterstoffe Wasser bis auf eine an den Filterstoffen haftende Oberflächenfeuchte abgeschieden wird, und daß anschließend diese feuchten
Filterstoffe dosiert in der Vorrichtung für das Einbetten der in großen Mengen anfallenden
schlammförmigen radioaktiven Abfälle schwacher Aktivität zusammen mit diesen in das Bitumen
eingebettet werden, wobei die Oberflächenfeuchte verdampft wird.
2. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch 1, mit einer kontinuierlich arbeitenden zum Wasserentzug dienenden Schneckenmaschine, der ein Behälter für eine eingedickte
Filterstoff-Wasser-Mischung über eine Rohrleitung vorgeordnet ist, und mit einer Einrichtung zur
Zugabe von Filterstoff in einer vorgegebenen Menge über ein Fallrohr in eine Schneckenpresse,
die mit einer Zugabeöffnung für Bitumen versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die zwangfördernde Schneckenmaschine (10) eine Entwässerungsund Dosiereinrichtung ist, daß der vorgeordnete
Behälter (2) mit einem Rührer (5), einer Rohrleitung (1) zum Zuführen einer Filterstoff-Wasser-Mischung, einer Leitung (6) zur Zugabe von Überdruck,
einer Leitung (3) zum Abführen von abgetrenntem Wasser und einer Rohrleitung (8) mit Förderpumpe
(9) versehen ist, daß an der Austragsöffnung (15) der Schneckenmaschine ein mit einer abstreifenden
Förderschnecke (18) ausgerüstetes Fallrohr (17) vorgesehen ist, das in die Verdampfer-Schneckenpresse (20) mündet, und daß die Zugabeöffnung (27)
für Bitumen und eine Zugabeöffnung (28) für die schlammförmigen radioaktiven Abfälle schwacher
Aktivität in die Verdampfer-Schneckenpresse (20) einmünden.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, wobei die Schneckenmaschine mit zwei gegenläufigen und
ineinandergreifenden Schneckenwellen versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneckenmaschine (10) schräg aufwärts angeordnet, so daß ihre
Austragsöffnung (15) etwas höher als die Ablauföff- eo nung (14) für das abgetrennte Wasser angeordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19722240119 DE2240119C2 (de) | 1972-08-16 | Verfahren und Vorrichtung zum Beseitigen von mittels Wasser ausgespülten, radioaktiv kontaminierten Filterstoffen mittlerer bis starker Aktivität |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19722240119 DE2240119C2 (de) | 1972-08-16 | Verfahren und Vorrichtung zum Beseitigen von mittels Wasser ausgespülten, radioaktiv kontaminierten Filterstoffen mittlerer bis starker Aktivität |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2240119A1 DE2240119A1 (de) | 1974-01-03 |
| DE2240119B1 DE2240119B1 (de) | 1974-01-03 |
| DE2240119C2 true DE2240119C2 (de) | 1978-01-26 |
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