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Siebmaschine, insbesondere zum Absieben von siebschwierigen Materialien
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Siebmaschine, insbesondere zum Absieben
von siebschwierigen Materialien, mit an einem Siebrahmen befestigten, abwechselnd
aufeinanderfolgenden ersten und zweiten Auflagern, die in Längsrichtung des Grundrahmens
gesehen im wesentlichen gleiche Abstände voneinander haben und mit denen ein durch
begrenzte Verstellung dieser Abstände zonenweise spann- bzw. entspannbarer Siebboden
aus elastisch nachgiebigem Material fest verbunden ist.
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Derartige Siebmaschinen sind beispielsweise durch die DT-PSen 1 206
372 sowie 1 275 339 bekannt. Gegenstand beider Patentschriften sind Siebmaschinen,
bei denen die ersten und zweiten Auflager zwei verschiedenen Systemen angehören,
die gemäß der Patentschrift 1 206 372 zueinander gegenläufig kreisende Drehbewegungen,
entsprechend der Patentschrift 1 275 339 zueinander gegenläufige begrenzte Kippbewegungen
um ihre Längsachsen ausführen. Diese Anordnung zweier gegenläufig zueinander bewegbarer
Systeme ist jedoch sowohl hinsichtlich der Herstellung als auch des Betriebes sowie
der Wartung verhältnismäßig aufwendig, weil sämtliche Auflager eine gesonderte drehbare
Lagerung ebenso wie einen gesonderen Antrieb erfordern, wobei jeweils dafUr gesorgt
werden muß,
daß die beiden Systeme auch tatsächlich im für einen
einwandfreien Betrieb erforderlichen Umfang gegenläufig arbeiten. Hinzu kommt bei
den bekannten Siebmaschinen, daß sich bei der Absiebung selbst verhältnismäßig unübersichtliche
Verhältnisse ergeben, weil der nachgiebige Siebboden entsprechend den aufeinanderfolgenden
Auflagern abwechselnd jeweils ein Zone, die in den entspannten Zustand übergeht-,
und eine Zone, die in den gespannten Zustand übergeht, aufweist. Dadurch erfahren
unmittelbar nebeneinanderliegende Bereiche des Siebgutes eine unterschiedliche Behandlung,
durch die es zu einer Beeinträchtigung des Siebvorganges und zu einer Herabsetzung
des Wirkungsgrades kommen kann.
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Aufgabe vorliegender Erfindung ist daher die Schaffung einer Siebmaschine,
die ebenso wie die bekannten Siebmaschinen in der Lage ist, den Siebboden abwechselnd
zu spannen und zu entspannen, so daß ein Anhaften klebrigen Siebgutes daran und
somit ein Zusetzen der Sieböffnungen verhindert wird, bei der diese Spannung- bzw.
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Entspannung des Siebbodens jedoch mit geringerem Aufwand und geringerer
Beeinträchtigung eines kontinuierlichen Siebvorgangs und somit besserem Wirkungsgrad
als bisher erfolgen kann.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist eine Siebmaschine der eingangs genannten
Art erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß die ersten Auflager jeweils starr
mit dem Siebrahmen verbunden und nur die zweiten Auflager schwenkbar in dem Rahmen
gelagert sind und daß die zweiten Auflager mittels bei ihrer Verschwenkung im wesentlichen
symmetrisch in entgegengesetzten Richtungen laufender Anschlußpunkte in den Verlauf
des Siebbodens geschaltet sind.
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Durch die beste Anordnung jeweils der Hälfte der Auflager ergibt sich
bereits ein erheblich einfacherer Aufbau, weil insoweit keine Schwenk- bzw. Drehlager
eingebaut und später auch nicht gewartet zu werden brauchen. Angetrieben müssen
nur noch die zweiten Auflager werden, auf die jedoch eine einzige, einheitliche
Antriebsbewegung einwirken kann. Die zwischen den auf-inanderfolgellden ersten und
zweiten Auflagern befindlichen Abschnitte des Sie bodens werden bei Betrieb der
Siebmaschine nach der Erfindung jeU
weils entweder gleichartig entspannt
oder aber gespannt, so daß zu einem bestimmten Zeitpunkt über die ganze Siebmaschinenlänge
die gleiche Wirkung auf das Siebgut ausgeübt wird und somit ein weitgehend kontinuierlicher
Arbeitsablauf und insofern ein guter Wirkungsgrad sichergestellt ist.
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Die Erfindung wird nahstehend zusammen mit weiteren Merkmalen anhand
eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der zugehörigen Zeichnung erläutert.
In der Zeichnung zeigen: Fig. 1 schematisch einen Längsschnitt durch eine Siebmaschine
nach der Erfindung; Fig. 2 schematisch eine Seitenansicht der Siebmaschine nach
Fig. 1; Fig. 3 eine schematische Darstellung, die den Verlauf des Siebbodens im
gespannten bzw. entspannten Endzustand erkennen läßt; und Fig. 4 schematisch in
vergrößertem Maßstab eine Seitenansicht eines zweiten Auf lagers in seiner Zuordnung
zu angrenzenden Bereichen des Siebbodens.
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Im einzelnen zeigt Fig. 1 eine allgemein mit 10 bezeichnete Siebmaschine,
die einen ebenfalls allgemein mit 12 bezeichneten Siebrahmen mit Seitenwangen 14
aufweist. Diese Seitenwangen 14 sind durch Traversen (nicht dargestellt) miteinander
verbunden, so daß sie in bekannter Weise einen geeigneten Siebkasten bilden.
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Zwischen den Seitenwangen erstrecken sich in gleichmäßigen Abständen
voneinander abwechselnd erste Auflager 16 und zweite Auflager 18, an denen ein allgemein
mit 20 bezeichneter Siebmodell aus elastischem, nachgiebigem Material befestigt
ist, Durch offnunArdes Siebbodens 20 hindurchgetretenes Siebgut wird von einer Sammelwanne
22 aufgefangen, an deren Unterseite das Siebgut
in der mit einem
Pfeil 24 angedeuteten Weise austritt.
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Die ersten Auflager 16' sind mit den Seitenwangen fest verbunden und
können dabei ggf. die Funktion der zur Verbindung der Seitenwangen erforderlichen
Traversene ausüben. Die jeweils zwischen zwei benachbarten ersten Auflagern 16 mittig
angeordneten zweiten Auflager 18 sind dagegen, wie in vergrößertem Maßstab mit Fig.
4 veranschaulicht, in den Seitenwangen 14 mittels Wellen 26 schwenkbar gelagert,
an die etwa gleichlange radiale Ansätze 28 anschließen.
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Mittels dieser Ansätze 28 sind die zweiten Auflager 18 unmittelbar
in den Verlauf des Siebbodens 20 geschaltet, so daß der Siebboden 20 in einzelnen
Siebmatten entsprechende Siebbodenabschnitte 20a, 20b, 20c unterteilt wird, wie
das mit Fig. 1 angedeutet st.
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Die freien Enden der radialen Ansätze 28 sind dabei jeweils etwa senkrecht
an die entsprechenden Endkanten der Siebbodenabschnitte 20a, 20b, 20c ... angesetzt.
Die -den mit einem Ansatz 28 verbundenen-Endkanten abgewandten Endkanten der Siebbodenabschnitte
20a, 20bj 20c ... sind jeweils fest an eines der starr mit dem Siebrahmen 12 verbundenen
ersten Auflager 16 angeschlossen.
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Wie mit Fig. 2 gezeigt, können auf über die Seitenwangen 14 seitlich
hinausragenden Enden der Wellen 26 radial verlaufende Kipphebel 30 sitzen, die über
Lagerstellen 32 gelenkig mit einer etwa in Längsrichtung des Siebrahmens 12 verlaufenden
Schubstange 34 gekoppelt sind. Ein in Fig. 2 rechts liegendes Ende der Schubstange
34 ist außermittig an eine Exzenterscheibe 36 angelenkt, die mittels eines nicht
dargestellten Motors etwa in Richtung des Pfeiles 37 angetrieben werden kann, so
daß die Schubstange 34 eine oszillierende Bewegung ausführt und dabei über die Kipphebel
30 die Wellen 26 begrenzt zwischen einer ersten und einer zweiten Endlage hin- und
herschwenkt. In der ersten Endlage, die in Fig. 3 mit durchgehenden Linien angedeutet
ist, werden die Siebbodenabschnitte 20a, 20b, 20c ... durch die Ansätze 28 jeweils
von den korrespondierenden ersten Auf lagern 16 weggezogell und somit in ihren gespannten
Zustand überführt. In der zweiten Endlage, die in Fig. 3 mit gestrichelten Linien
angedeutet ist, sind die Ansätze zu weQ korrespont enden ersten Auflagtrn (16)
hingeschwenkt
worden, so daß sie den minimal möglichen Abstand von diesen einnehmen und somit
die Siebbodenabschnitte entspannt werden und in dei aus Fig. 3 ersichtlichen Weise
durchhängen.
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Beim Übergang aus der zweiten in die erste Endlage wird auf den einzelnen
Abschnitten des Siebbodens 20 aufliegendes Material 38 entsprechend den Verhältnissen
Fig. 4 nach oben und links geschleudert, sodaß es längs einer mit dem Pfeil 40 angedeuteten
Wurfkurve weiterwandert. Hierbei fällt Material 41, das kleiner als eine Sieböffnung
42 ist, durch den Siebboden 20 hindurch, während größeres Material weitergeführt
wird. Durch die fortlaufende Spannung und Entspannung des Siebbodens 20 wird gewährleistet,
daß die Sieböffnungen 42 sich auch bei der Verarbeitung von siebschwierigem, d.h.
insbesondere feuchtem oder klebrigem Gut, nicht zusetzen. Der Spann- bzw. Entspannvorgang
erfolgt dabei auf besonders einfache und übersichtliche Weise. Sämtliche Abschnitte
des Siebbodens 20 durchlaufen synchron stets die gleichen Zyklen, so daß keine störende
Beeinflussung von in benachbarten Siebbodenabschnitten verarbeitetem Gut eintreten
kann.
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Durch die aus Fig. 1 ersichtliche treppenförmige Abstufung des Siebbodens
20 wird auch verhindert, daß einmal zum Ende des Siebbodens 20 gefördertes Gut ggf.
in unerwünschter Weise entgegen der Siebrichtung zurückwandemkann. Als Material
für den Siebboden kommen in bekannter Weise etwa Gummi oder Kunststoff infrage.
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Die radiale Entfernurgdes Punktes, an dem die Schubstange 24 an die
Exzenterscheibe 36 angelenkt ist, von dem Mittelpunkt der Exzenterscheibe 36 kann
mittels eines Langloches o. dgl. verändert werden, sodaß sich das Maß, um das e4eh
die Abstände zwischen benachbarten ersten und zweiten Auflagern beim Wechsel zwischen
der ersten und der zweiten Endlage ab- bzw. zunehmen, nach Bedarf einstellen läßt.
Die Drehzahl des Antriebs für die Exzenterscheibe 36 kann dabei zwischen 400 und
900 U/min schwanken. Durch eine veränderliche Siebneigung kann Einfluß darauf genommen
werden, inwieweit das Siebgut in horizontaler Richtung eine Weiterbewegung erfährt.
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Es versteht sich, daß es erfindungsgemäß hinsichtlich der Verbindung
der zweiten Auflage mit dem Siebboden vor allem darauf ankommt, daß die Auflager
bei ihrer Verschwenkung unmittelbar eine gegenläufige Bewegung auf die angrenzenden
Siebbodenabschnitte ausüben können. Bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel-erfolgt
diesntittels der beiden diametralen, radialen Ansätze 28, jedoch könnte grundsätzlich
statt dessen die Welle 26 beispielsweise auch mit einem Ritzel versehen sein, das
mit zwei gegenüberliegenden Zahnstangen zusammenarbeitet, so daß wiederum bei der
Hin- und Herbewegung der Welle 26 die beiden angrenzenden Siebbodenabschnitte jeweils
in der gleichen Weise zu den benachbarten ersten Auflagern hin oder aber von diesen
wegbewegt werden.
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Patentansprüche: