DE2128944C3 - Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Regelung des pH-Wertes - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Regelung des pH-WertesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur kontinuierlichen Regelung des pH-Wertes von Flüssigkeitsströmen
unterschiedlicher Zusammensetzung und/oder unterschiedlicher Strömungsmenge durch adaptive Steuerung
der Verstärkung der Regeleinrichtung und eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Um eine zufriedenstellende Regelung ohne Schwingungen zu erreichen, ist es notwendig, die Reglerparameter
an die Eigenschaften der Regelstrecke anzupassen. Die üblichen Regler besitzen für diesen Zweck
Einstellknöpfe, an denen die Reglerverstärkung und ggf. auch das Zeitverhalten des Reglers von Hand eingestellt
werden kann. Bei elektrischen Reglern erfolgt die Einstellung über veränderliche Widerstände oder
Potentiometer. Günstige Einstellwerte ergeben sich aus bekannten Optimierungsregeln.
Bei einer gegebenen günstigen Reglereinstellung ist eine zufriedenstellende Regelung nur so lange möglich,
wie die Verstärkung und das ZeitvefhHlten der Regelstrecke annähernd konstant bleiben. Andernfalls
müssen die Reglerparameter nachgestellt werden. Bei nichtlinearer Kennlinie der Regelstrecke ändert sich die
Regelstreckenverstärkung zusätzlich mit dem Sollwert, die Reglerverstärkung muß daher auch bei jeder
Änderung des Sollwertes korrigiert werden.
Bei der kontinuierlichen pH-Wert-Regelung treten diese Schwierigkeiten ebenfalls auf: Die statische
Kennlinie der pH-Wert-Regelstrecke ist ausgeprägt nichtlinear, ihre Form ist identisch mit der Titrations-
karte. Die Steigung der Kennlinie entspricht dabei der Tegelstreckenverstärkung. Bei Änderung des Sollwertes
(gewünschten pH-Wertes) ändert sich die Regelstreckenverstärkung und die Stabilität des Regelkreises
ist gefährdet, wenn die Reglerparameter nicht nachgestellt werden.
Außerdem ändert sich die Form und damit die Verstärkung der statischen Kennlinie in Abhängigkeit
von der Zusammensetzung der durchströmenden Flüssigkeit und der Titrationsmittel. Zum Beispiel
verflacht die Kennlinie mit einem größeren Anteil an Puffersalzen. Eine Änderung der Durchflußmenge
ändert ebenfalls die Regelstreckenverstärkung. Auch in diesen Fällen müssen die Reglerparameter nachgestellt
werden» um eine befriedigende Regelung zu sichern.
Um bei fest eingestellten Reglerparametern dennoch eine befriedigende pH-Wert-Regelung zu erhalten, sind
verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen worden: Reihenschaltung zweier Regelkreise, Kaskadenschaltung,
Verdünnung des Titrationsmittels mit dem zu regelnden Flüssigkeitsstrom im Nebenschluß (Regelungstechnik,
Bd. 2 [1954], S. 109-114), Störgrößenaufschaltung, Verwendung nichtlinearer Regler, Kompensation der
Nichtlinearität durch ein zweites nichtlineares Glied, erweiterter Stellbereich durch Verwendung mehrerer
Stellglieder, Verwendung großer Ausgleichbecken, Zusatz von Puffersalzen.
Die regelungstechnischen Maßnahmen versagen dann, wenn die Regelstreckenlinie nicht bekannt ist oder
sich zeitlich erheblich ändert Die verfahrentechnischen Maßnahmen erfordern unter Umständen einen wirtschaftlich
untragbaren Aufwand.
Eine Abhilfe bieten die adaptiven Verfahren, die bisher vor allem in der Raumfahrt und in der
Antriebstechnik angewendet werden. Bei diesen Verfahren werden die Reglerparameter selbsttätig von
Kenngrößen der Regelstrecke so gesteuert daß immer eine befriedigende Regelung gewährleistet ist
Auch für die kontinuierliche pH-Wert-Regelung wurde von R. W. Peters in dem Aufsatz »Selbstanpassende
pH-Wert-Regelung«, abgedruckt in Regelungstechnische Praxis und Prozeß-Rechentechnik 12 (1970);
Seiten 10 bis 16, eine adaptive Steuerung vorgeschlagen.
Dabei werden die Zeitparameter des Reglers von der Durchflußmenge gesteuert Diese Lösung hat jedoch
den Nachteil, daß die Regierverstärkung fest eingestellt werden muß.
Es ist auch eine Lösung bekannt, bei der aus dem pH-Wert und der Menge des zu regelnden Flüssigkeitsstromes die notwendige Menge an Titrationmittel
berechnet wird (H. S. Wilson und W. J. Wylupek, »Design of pH Control Systems«, Measurement and
Control, Bd. 2, September 1969. S. 336-342). Bei der Berechnung wird eine nicht gepufferte statische
Kennlinie vorausgesetzt Ist der zu regelnde Flüssigkeitsstrom jedoch gepuffert, so wird der berechnete
Austritts-pH-Wert nicht erreicht. Diese Abweichung vom Sollwert wird benutzt, um über einen PI-Regler die
Verstärkung der Titrationsmittelzugabe zu vergrößern.
Ein Nachteil dieses Verfahrens liegt darin, daß nicht
unterschieden wird, ob die pH-Abweichung am Austritt infolge Pufferwirkung erfolgt oder nur auf einer
vorübergehenden Störung beruht
Das Problem einer zeitlich veränderten Regelstrekkenkennlinie
und damit einer veränderlichen Regelstreckenverstärkung tritt vor allem bei der kontinuierlichen
pH-Wert-Regelung von Flüssigkeitsströmen unterschiedlicher Zusammensetzung und/oder unterschiedlicher
Durchflußmenge, z. B. bei der Neutralisation von Abwasser auf. Da die Zusammensetzung des
Abwassers unkontrolliert schwanken kann, ändert sich
auch die Regelstreckenverstärkung in unvorhergesehener Weise, wobei sie sich im ungünstigsten Fall im
Verhältnis 1 :100 ändern kann.
Eine \2ränderliche Regelstreckenverstärkung tritt
auch bei industriellen pH-Wert-Regelstrecken auf, wenn die Zusammensetzung oder der Durchfluß des
Flüssigkeitsstromes nicht konstant gehalten werden. Dieses trifft z. B. bei der pH-Wert-geref elten Alaunzugabe
in der Papierherstellung zu, wenn das Siebwasser im Kreislauf geführt wird und sich mit Puffersubstanzen
anreichert
Bei schwankender Zusammensetzung des Flüssigkeitsstromes ist es nicht denkbar, eine Ersatzgröße zu
finden, die einen vorgegebenen funktioneilen Zusammenhang mit der Regelstreckenverstärkung besitzt und
damit zur Parametersteuerung herangezogen werden kann.
Der vorliegenden Erfindung Hegt daher die Aufgabe zugrunde, bei der pH:Wert-Reg<;Iung von Flüssigkeitsströmen die Regelstreckenverstärkung kontinuierlich
direkt zu messen und danach mittels adaptiver Steuerung die Verstärkung der Regeleinrichtung
anzupassen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der gesamte Flüssigkeitsstrom oder ein proportionaler
Teil davon in zwei Teilsitröme aufgeteilt wird, wobei in mindestens einen Teilstrom Titrationsmittel in
konstanter, geringer Menge zugegeben wird, die entstehende pH-Wert-Differenz zwischen den Teilströmen
gemessen und das verstärkte Signal zur Steuerung der Verstärkung der Regeleinrichtung benutzt wird.
Die Verstärkung Vr der Regeleinrichtung bezieht sich
auf alle Übertragungsglieder (z. B. Regler, Stellglied),
die sich außerhalb der Regelstrecke im Regelkreis befinden. Sie ist das Produkt der Verstärkungen der
einzelnen Regelkreisglieder außerhalb der Regelstrekke. Üblicherweise kann nur die Verstärkung des Reglers
verstellt werden.
Der Zustrom an Titrationsmittel soll so eingestellt sein, daß die entstehende pH-Wert-Differenz trotz
Schwankungen der Zusammensetzung und der Durchlaufmenge
einen bestimmten Grenzwert nicht unterschreitet, der durch den Fehler bei der Messung der
pH-Wert-Differenz gegeben ist und bei etwa 4pH = 0,05
liegt.
Vorzugsweise wird zur pH-Wert-Änderung im Meßfühler für die Regelstreckenverstärkung in den
einen Teilstrom ein saures und in den anderen Teilstrom ein basisches Titrationsmi'tt1 gegeben, wobei es sich in
vielen Fällen emptiehti, ais. ι itrationsmittel für einen
Teilstrom jeweils das gleiche wie für die eigentliche pH-Wert-Regelung zu verwenden, um den Einfluß des
Titrationsmittels auf die Regelstreckenverstärkung zu berücksichtigen. Auch ist es günstig, wenn die beiden
Teilströme gleich groß gehalten werden.
Die Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens besteht aus einem Rohr, das sich in zwei parallele Rohre verzweigt, die sich wieder
vereinigen, wobei in jedem der parallelen Rohre in der Nähe des Strömungseintritts eine Dosiereinrichtung für
ein Titrationsmittel und in der Nähe des Strömungsaustritts eine pH-Meßelektrode vorgesehen ist und die
beiden pH-Meßelektroden über einen Differenzverstärker mit der Einstelleinrichtung an der Regeleinrichtung
verbunden sind.
Dabei ist es von Vorteil, wenn die Einstelleinrichtung an der Regeleinrichtung aus einem oder mehreren
Heißleitern und/oder Kaltleitern besteht, die vom eingeprägten Ausgangsstrom des Differenzverstärkers
geheizt werden.
Als pH-Meßelektroden werden vorzugsweise Glaselektroden eingesetzt, die gegeneinander geschaltet
werden. Dadurch entfällt eine Bezugselektrode, deren Diaphragma wegen seiner Neigung zu Verstopfung und
Veränderung seines Diffusionspotentials die hauptsächliehe Störungsquelle bei pH-Messungen ist
Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert:
F i g. 1 zeigt ein Prinzipschaltbild der vollständigen pH-Wert-Regelung nach vorliegender Erfindung;
Fig.2 zeigt ein Schaltbild des Meßfühlers, der in F i g. 1 nur seiner Lage nach angedeutet ist;
F i g. 3 stellt ein Teilstück einer Titrationskurve dar;
Fig.4 zeigt ein Schaltbild für den Teil zwischen Meßelektroden und Regeleinrichtung;
F i g. 3 stellt ein Teilstück einer Titrationskurve dar;
Fig.4 zeigt ein Schaltbild für den Teil zwischen Meßelektroden und Regeleinrichtung;
F i g. 5 zeigt ein Prinzipschaltbild für eine Ausführungsform der erfindungemäßen Vorrichtung.
In Prinzipschaltbild der vollständigen pH-Wert-Regelung mit adaptiver Steuerung der Verstärkung der
Regeleinrichtung gemäß Fig. 1 wird der pH Wert des Flüssigkeitsstromes 1 mit einer Elektrode 2 gemessen,
und der Regler 3a gibt zur Korrektur des pH-Wertes über Stellglieder 4 und 5 das saure Titrationsmittel 6
oder das basische Titrationsmittel 7 zu. Ein Teil oder der ganze durchströmende Flüssigkeitsstrom 1 wird durch
den in F i g. 2 näher erläuterten Meßfühler 8 geleitet und damit die Regelstreckenverstärkung V5 gemessen. Die
für die pH-Wert-Regelung verwendeten Titrationsmittel 6 und 7 werden ebenfalls über die Pumpen 9 dem
Meßfühler 8 zugeführt. Das Ausgangssignal des Meßfühlers 8 steuert über eine Anpassung 10 die
Verstärkung der Regeleinrichtung 3.
In Fig.2 wird der Meßfühler 8 der Fig. 1, der der
direkten Messung der Regelstreckenverstärkung dient, näher erläutert. Der durchströmende Flüssigkeitsstrom
I1 dessen pH-Wert geregelt werden soll, wird
vollständig oder zu einem proportionalen Teil durch den Meßfühler geleitet. Der Meßfühler besteht aus einem
Rohr 11, das sich in zwei vorzugsweise gleichgroße Rohre 12 und 13 verzweigt und so den durchströmenden
Flüssigkeitsstrom teilt. Über Pumpen 9 wird ein konstanter geringer Mengenstrom des sauren Titrationsmittels
6 und/oder des basischen Titrationsmntels 7 in die Teilströme 14 und 15 eingespeist. Nach einer
angemessenen Reaktionsstrecke 16 wird mit zwei pH-Meßelektroden 17 und 18 die verursachte pH-Wert-Differenz
zlpH zwischen den beiden Teilströmen gemessen. Anschließend werden die beiden Teilströme
14 und 15 wieder zusammengeführt.
In F i g. 3 wird an einem Teilstück einer Titrationskurve 19 gezeigt, daß die gemessene pH-Wert-Differenz 4pH näherungsweise der Steigung der Titrationskurve 19 und damit der Regelstreckenverstärkung proportional ist, welche durch die Tangente 20 im Arbeitspunkt A
In F i g. 3 wird an einem Teilstück einer Titrationskurve 19 gezeigt, daß die gemessene pH-Wert-Differenz 4pH näherungsweise der Steigung der Titrationskurve 19 und damit der Regelstreckenverstärkung proportional ist, welche durch die Tangente 20 im Arbeitspunkt A
gegeben ist. Durch die Titration mit den Titrationsmitteln
6 und 7 erfolgt in den Teilströmen 14 und 15 eine gegenläufige pH-Wert-Verschiebung zu den Punkten B
und C. Die Sekante 21 durch B und C. hat näherungsweise die gleiche Steigung wie die Tangente
20. Bei konstanter Zugabe des Tetrationsmittels ist die pH-Wert-Differenz zlpH der Steigung der Sekante 21
proportional. Je geringer die Zugabe an Titrationsmittel ist, um so besser ist die Annäherung an die Steigung der
Tangente 20. Der Differenzenquotient nähert sich dem entsprechenden Differentialquotienten, welcher der
Tangentensteigung entspricht.
In den Teilströmen 14 und 15 soll vorzugsweise jeweils das gleiche Titrationsmittel eingespeist werden,
das auch für die eigentliche pH-Wert-Regelung benutzt wird. Dadurch werden Änderungen- in der Zusammensetzung
des Titrationsmittels kompensiert. Zum Beispiel bedeutet ein verdünnteres Titrationskurve mit geringerer
Steigung, also eine geringere Regelstreckenverstärkung. Wird im Meßfühler das gleiche verdünnte
Titrationmittel benutzt, so ergibt sich eine kleinere pH-Wert-Differenz, es wird also auch die kleinere
Regelstreckenverstärkung gemessen.
Der erfindungsgemäße Meßfühler berücksichtigt zusätzlich den Einfluß der Strömungsmenge auf die
Regelstreckenverstärkung. Eine geringere Strömungsmenge entspricht einer größeren Regelstreckenverstärkung.
Bei einer geringeren Strömungsmenge erhält man im Meßfühler bei konstanten Mengenströmen an
Titrationsmittel eine größere pH-Wert-Differenz, was einer größeren Regelstreckenverstärkung entspricht
Eine besondere Störgrößenaufschaltung der Strömungsmenge auf die Reglerverstärkung entfällt somit.
Die Zugabe von Titrationsmittel kann auch nur in einem Teilstrom des Meßfühlers erfolgen, wobei man
die Sekante 22 bzw. 23 erhält.
Die Differenzmessung der pH-Werte in den beiden Teilströmen 14 und 15 erfolgt vorzugsweise mit zwei
Glaselektroden 17 und 18, die gegeneinander geschaltet werden. Die Messung muß mit einem Differentialverstärker
erfolgen, der zwei hochohmige Eingänge mit etwa 1012 Ohm Eingangswiderstand hat. Diese Verstärker
lassen sich aus den handelsüblichen Verstärkern mit einem hochohmigen Eingang aufbauen. Eine solche
Anordnung ist in der DE-AS 12 97 359 beschrieben.
Die gewünschte günstige Ven>i?rkung der Regeleinrichtung
erhält man aus der gemessenen Regelstreckenverstärkung nach den bekannten Optimierungsregeln.
Für eine pH-Wert-Regelstrecke, die einer Regelstrecke höherer Ordnung mit Ausgleich entspricht, und für
einen PI-Regler ergibt sich die günstige Verstärkung Vr der Regeleinrichtung zu:
Darin ist Vsdie Regelstreckenverstärkung im Arbeitspunkt, die Verzugszeit T11 und die Ausgleichszeit Tg sind
zeitliche Parameter der Regelstrecke, ihr Quotient kann für eine gegebene Anordnung als konstant angesehen
werden.
Die Verstärkung V5 der Regelstrecke liegt als
Spannungssignal am Ausgang des Differentialverstärkers vor. Aus der oben angegebenen Optimierungsgleichung
ergibt sich, daß die Verstärkung Vr der Regeleinrichtung umgekehrt proportional zur Regelstreckenverstärkung
V5 eingestellt werden muß. Üblicherweise wird zu diesem Zweck die Reglerverstärkung
durch Verändern eines Widerstandes eingestellt. Für die selbsttätige Steuerung ist jedoch die Verwendung
von motorgetriebenen Einstellpotentiometern sehr aufwendig. In F i g. 4 werden daher zur Veränderung
des Widerstandswertes fremdgeheizte temperaturabhängige Widerstände (Heißleiter und Kaltleiter)
eingesetzt Diese Heißleiter oder Kaltleiter sind einfache, leicht erhältliche Bauelemente, die sicher zu
handhaben sind. Die als Maß für die Regelstreckenver-Stärkung V1 am Ausgang des Differentialverstärkers 24
vorliegende Spannung U wird in einem weiteren Verstärker25 in einen eingeprägte Strom /»verwandelt
Dieser Strom /W heizt ohne direkte galvanische Verbindung über einen Heizwiderstand 26 einen
temperaturabhängigen Widerstand 27, der sich anstelle des EinsteHwiderstar.de· für die Reglerverstärkung
befindet Da der Zusammenhang zwischen Heizstrom /« und dem Widerstand R des tremperaturabhängigen
Widerstandes 27 nichtlinear ist muß die Kennlinie R = /(Zh) durch ein zusätzliches Netzwerk von passiven
Widerständen annähernd linearisiert werden. Die Ansprechverzögerung fremdgeheizter temperaturabhängiger
Widerstände liegt bei einigen Sekunden. Sie hat keinen nachteiligen Einfluß auf die Regelung, da sich
die Regelstreckenverstärkung normalerweise viel langsamer ändert
Da die Verstärkung Vr der Regeleinrichtung von allen Übertragungsgliedern außerhalb der Regelstrecke
abhängt kann der Meßfühler 8 nicht nur auf die Reglerverstärkung im engeren Sinne, sondern auch auf
die Verstärkung anderer Regelkreisglieder, z. B. Stellglieder einwirken.
Ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Regelstreckenverstärkung
auf die Verstärkung des Stellgliedes einwirkt ist in F i g. 5 abgegeben. Bei diesem Beispiel
erfolgt nur die Zugabe eines Titrationsmittels, die Schaltung für die Zugabe zweier Titrationsmittel baut
sich jedoch sinngemäß auf. Der pH-Wert des Flüssigkeitsstromes 1 wird mit einer Elektrode 2 gemessen und
der als Zweipunktregler ausgeführte Regler 3a gibt über ein Magnetventil 4 stoßweise das Titrationsmittel 6 zur
Korrektur des pH-Wertes zu. Die zugegebene Menge an Titrationsmittel wird dabei durch die Öffnungszeit
des Magnetventils 4 bestimmt und durch die maximale Durchflußmenge pro Zeiteinheit, welche die Verstärkung
des Magnetventils festlegt Diese maximale Durchflußmenge und damit die Verstärkung des
Magnetventils 4 wird durch ein vorgeschaltetes, motorgetriebenes Stellventil 28 bestimmt dessen
Stellung kontinuierlich vom Meßfühler 8 für die Regelstreckenverstärkung über die Anpassung 10
gesteuert wird. Bei diesem Beispiel wird also die Verstärkung der Regeleinrichtung 3 über die Verstärkung
des Magnetventils 4 verändert ohne daß ein Eingriff in die Geräte des eigentlichen Regelkreises
erfolgen muß.
Die Ausführung des Meßfühlers 8 für die Regelstrekkenverstärkung
richtet sich nach den genormten Abmessungen der Olaselektroden 17 und 18. Davon
ausgehend kann man für die Teilrohre 12 und 13 z. B. einen inneren Durchmesser von etwa 40 mm wählen.
Die Länge der Reaktionsstrecke 16 kann dann etwa 400 mm betragen. Die Strömungsgeschwindigkeit in
den Teilrohren 12 und 13 muß größer als 6 cm/sec, sein, damit turbulente Strömung vorhanden ist und eine gute
Durchmischung erreicht wird. Der zu erwartende Druckabfall liegt bei einigen mm WS. Der Meßfühler
wird zweckmäßigerweise aus Kunststoff gefertigt
Hierzu 5 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Verfahren zur kontinuierlichen Regelung des pH-Wertes von Flüssigkeitsströmen unterschiedlicher
Zusammensetzung und/oder unterschiedlicher Strömungsmenge durch adaptive Steuerung der
Reglerverstärkung, dadurch gekennzeichnet,
daß der gasamte Flüssigkeitsstrom oder ein proportionaler Teil davon in zwei Teilströmen
aufgeteilt wird, wobei in mindestens einen Teilstrom Titrationsmittel in konstanter, geringer Menge
zugegeben wird, die entstehende pH-Wert-Differenz
zwischen den Teilströmen gemessen und das verstärkte Signal zur Steuerung der Verstärkung der
Regeleinrichtung benutzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den einen Teilstrom ein saures und
in den anderen Teilstrom eiii basisches Titrationsmittcl
gegeben wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Titrationsmittel für
einen Teilstrom jeweils das gleiche wie für die eigentliche pH-Wert-Regelung verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Teilströme
gleich groß gehalten werden.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 4, bestehend aus einem
Rohr, das sich in zwei parallele Rohre verzweigt, die sich wieder vereinigen, wobei in jedem der
parallelen Rohre in der Nähe des Strömungseintritts eine Dosiereinrichtung für ein Titrationsmittel und
in der Nähe des Strömungsaustritts eine pH-Meßelektrode vorgesehen ist und die beiden pH-Meßelektroden
über einen Differenzverstärker mit der Einstelleinrichtung an der Regeleinrichtung verbunden
sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstelleinrichtung an der Regeleinrichtung
aus einem oder mehreren Heißleitern und/oder Kaltleitern besteht, die vorn eingeprägten
Ausgangsstrom des Differenzverstärkers geheizt werden.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß jede pH-Meßelektrode
aus einer Glaselektrode besteht
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| DE19712128944 DE2128944C3 (de) | 1971-06-11 | 1971-06-11 | Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Regelung des pH-Wertes |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE2128944C3 true DE2128944C3 (de) | 1980-12-04 |
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| US5247957A (en) * | 1991-10-24 | 1993-09-28 | H. B. Fuller Company | Modular lubrication multiple concentration control apparatus |
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| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
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