DE2736279C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Regeln des Betriebs
eines Ofens nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine
Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens.
Bei Industrieöfen ist in den meisten Fällen eine Anordnung von
Rohren vorhanden, die um eine oder mehrere Flammen gruppiert
sind. Durch diese Rohranordnung strömt das Material bzw. der
Stoff, der erhitzt und/oder verdampft werden soll. Hierbei handelt
es sich häufig um eine Flüssigkeit, z. B. ein Öl oder ein
Ölprodukt. Zusätzlich sind auch chemische Umwandlungen bei dem
hindurchgeleiteten Stoff herbeiführbar. Als Beispiel ist das
Spalten bzw. Cracken von Naphtha zur Erzeugung von Äthylen bekannt.
Hierbei wird Wärme sowohl durch Strahlung als auch durch
Konvektion übertragen.
Die Rohranordnung weist üblicherweise zwei oder mehr parallele
Rohrschlangen auf. Das zugeführte Material wird auf die Rohrschlangen
verteilt, und an den Enden der Rohrschlangen werden
Materialströme wieder vereinigt. Die einzelnen Ströme können
unabhängig voneinander mit Hilfe von Ventilen geregelt werden.
Hierbei ist wichtig, eine solche Verteilung des Materials zu
wählen, daß eine örtliche Überhitzung eines Rohrs und/oder des
hindurchströmenden Materials vermieden wird.
Ein gattungsgemäßes Verfahren zum Regeln des Betriebs eines
Ofens und eine dazugehörige Vorrichtung sind aus der GB-PS
11 73 857 bekannt. Hierbei wird der zu erhitzende und/oder zu
verdampfende Materialstrom auf mindestens zwei parallele Rohrschlangen
verteilt, die Temperatur T i des Materials am Ende jeder
Rohrschlange gemessen und der Mittelwert
(wobei
n die Zahl der parallelen Schlangen im Ofen bedeutet) berechnet
wird, jede der Differenzen - T i benutzt wird, um ein Signal
zu erzeugen, mittels dessen der die betreffende Rohrschlange
passierende Materialstrom so eingestellt wird, daß sich die betreffende
Differenz - T i verkleinert.
Eine Vorrichtung zum Durchführen dieses bekannten Verfahrens
weist Geräte zum Messen der Temperatur des Materials am Ende
jeder Rohrschlange, Geräte zum Messen des Materialdurchsatzes
jeder Rohrschlange, Geräte zum Regeln des Materialdurchsatzes
jeder Rohrschlange, ein Rechenelement zum Berechnen von
sowie von Δ T i = - T i für jede Rohrschlange, wobei das Rechenelement
zu diesem Zweck an die genannten Temperaturmeßgeräte
angeschlossen ist, auf. Des weiteren ist je ein Regler für jede
Rohrschlange vorgesehen, wobei der Eingang jedes Reglers für
den gemessenen Wert mit dem zugehörigen Temperaturmeßgerät verbunden
ist und der Eingang für den Sollwert an den Ausgang des
genannten Rechenelements für den entsprechenden Wert von Δ T i
angeschlossen ist, und die Ausgänge dieser Regler mit den zugehörigen
Reglern für den Materialdurchsatz jeder Rohrschlange
verbunden sind. Zum Messen der Temperatur des gesamten von dem
Ofen abgegebenen Materialstroms ist ein weiteres Gerät vorgesehen
sowie eine Einrichtung zum Regeln des dem Brenner des Ofens
zugeführten Brennstoffstroms.
Obwohl das bekannte Verfahren und die zugehörige Vorrichtung
insgesamt befriedigend arbeiten, ist es erwünscht, die Wärmebelastung
noch gleichmäßiger auf die Rohrschlangen zu verteilen,
um einen wirtschaftlichen Betrieb zu erlauben und die Lebensdauer
des Ofens zu verlängern.
Demgemäß liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu
schaffen, so daß die Gefahr extremer Temperaturdifferenzen in
den Rohrschlangen vermindert ist und daß gleichzeitig eine Reinigung
der Rohrschlangen in größeren Zeitabständen erfolgen
kann.
Ein diese Aufgabe lösendes Verfahren und eine Vorrichtung sind
mit ihren Ausgestaltungen in den Patentansprüchen gekennzeichnet.
Erfindungsgemäß wird von den genannten Temperaturen T i der
höchste Wert T i max gewählt, um mit Hilfe der Differenz
T i max - T s , bei welcher T s einen Sollwert bezeichnet, der in
Beziehung zu der Temperatur T o des den Ofen verlassenden gesamten
Materialstroms steht, zur Erzeugung eines Signals zu verwenden,
mittels dessen die Wärmeerzeugung in dem Ofen so eingestellt
wird, daß sich die Differenz T i max - T s verkleinert.
Bei der Anwendung des vorstehend geschilderten erfindungsgemäßen
Regelverfahrens bleibt der durch den Ofen geleitete gesamte
Materialstrom nicht konstant. In manchen Fällen ist es jedoch
wichtig, daß der Strom konstant gehalten wird, oder daß man in
der Lage ist, ihn zu regeln. Dieser Forderung kann entsprochen
werden, wenn man dafür sorgt, daß jedes Signal den Soll- oder
Einstellwert für die Regelung des Materialstroms durch die betreffende
Rohrschlange proportional zu der Differenz - T i
verstellt. Nunmehr bleibt der Gesamtmaterialstrom tatsächlich
konstant, da die Summe der Abweichungen von (arithmetischen)
Mittelwert
stets gleich Null ist, und weil daher die
Summe der Veränderungen, die jeweils proportional zur Abweichung
sind, ebenfalls gleich Null ist.
Weiterhin kommt es vor, daß mit einer variablen Versorgung
des Ofens mit Material zu rechnen ist. Dies kann seinen
Grund in einer nicht konstanten Zufuhr von Material, z. B.
von einer anderen Anlage aus, oder in einem sich verändernden
Bedarf bezüglich des Endprodukts des Ofens haben. In
solchen Fällen wird gemäß der Erfindung für jede Rohrschlange
das Verhältnis
berechnet, wobei C eine Konstante
und F s der Sollwert für den Gesamtdurchsatz des Ofens
ist; das Verhältnis R i wird zur Regelung des die betreffende
Rohrschlange passierenden Materialstroms benutzt. Auf
diese Weise erhält jede Rohrschlange ihren Anteil F i des zugeführten
Materialstroms, und gleichzeitig bleiben die Vorteile
des erfindungsgemäßen Regelverfahrens erhalten. Für
das Verhältnis R i gilt:
Als Beispiel für Bedingungen, unter
denen mit einem variablen zugeführten Materialstrom zu rechnen
ist, sei der Fall genannt, daß ein zugeführter Flüssigkeitsstrom
von einem Raum aus zugeführt wird, in dem eine
vorbestimmte Standhöhe aufrechterhalten werden muß, z. B. vom
unteren Ende einer Destillationskolonne. In diesem Fall kann
man den Sollwert F s aus der Standhöhe der Flüssigkeit ableiten.
Ändert sich die Standhöhe der Flüssigkeit, wird der
Wert F s so verändert, daß die Standhöhe wieder ihren Sollwert
annimmt.
Vorteilhaft ist es, die Differenz T o - T s zur Nichtlinearisierung
der Regelung der Wärmeleistung des Ofens zu verwenden, indem
man den proportionalen Regelfaktor und die integrale Wirkungszeit
des Wärmeleistungsreglers vergrößert, sobald die genannte
Differenz zunimmt. Diese Zunahme kann höchstens den Wert
des Faktors 6 erreichen. Die Wirkung dieser Regelung besteht
darin, daß die nach oben gerichteten Veränderungen von T i max
verringert werden.
Das erfindungsgemäße Regelverfahren läßt sich mit Hilfe von
Reglern bekannter Art in Verbindung mit speziellen Rechenelementen
durchführen, die gegebenenfalls als
elektronische Rechenelemente ausgebildet sein können. Es
ist auch möglich, die gesamte Regelvorrichtung nach den
Grundsätzen der direkten digitalen Regelung oder der Überwachungsregelung
aufzubauen. Diese Alternative wird vorzugsweise
bei großen Werken angewendet, wo sich bereits ein Digitalrechner
oder mehrere Kleinrechner in Gebrauch befinden,
z. B. zur Regelung des Betriebs anderer Teile der Anlage sowie
für die Verarbeitung und Darstellung von Daten.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand
schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1, 2 und 3 jeweils einen Ofen mit vier parallelen
Rohrschlangen in Verbindung mit einer bestimmten
Ausführungsform;
Fig. 4 bis 8 graphische Darstellungen von Versuchsergebnissen.
Fig. 1 zeigt eine Flamme 1, die zum Erhitzen von Rohrschlangen
2, 3, 4 und 5 dient. Der Brennstoff zur
Erzeugung der Flamme 1 wird über eine Leitung 6 zugeführt,
und der Brennstoffstrom wird mittels eines Ventils 7 geregelt.
Das zu erhitzende und/oder zu verdampfende Material
wird der Anlage über eine Leitung 8 zugeführt und mit Hilfe
von Ventilen 9, 10, 11 und 12 auf die vier Rohrschlangen
verteilt. Das gesammelte Material verläßt die Anlage über
eine Leitung 50.
Den Rohrschlangen sind Temperaturmesser 13, 14, 15 und 16
sowie Durchflußmesser 17, 18, 19 und 20 zugeordnet. Die Durchflußmesser
messen jeweils die Materialmenge, welche die betreffende
Rohrschlange je Zeiteinheit durchströmt. Ein weiterer
Durchflußmesser 21 mißt den über die Leitung 6 zugeführten
Brennstoffstrom, und ein weiterer Temperaturmesser
22 mißt die Temperatur des von dem Ofen abgegebenen Materialstroms
50. Ein Temperaturregler 23 bestimmt den Sollwert für
den Brennstoffstromregler 24. Durchflußregler 25, 26, 27
und 28 steuern die Ventile 9, 10, 11 und 12.
Die bis jetzt genannten Bezugszahlen bezeichnen in Fig. 2
und 3 entsprechende Elemente.
Bei der Anordnung nach Fig. 1 werden die Signale der Temperaturmesser
13, 14, 15 und 16 einem Rechenelement 29 und
einem Wähler 30 zugeführt. Das Rechenelement 29 berechnet
den Mittelwert der gemessenen Temperaturen, d. h. im vorliegenden
Fall
Der Mittelwert bildet den Sollwert
für die Regler 31, 32, 33 und 34. In dem Regler 31 wird
die Temperatur mit der Temperatur in der Rohrschlange 5
verglichen, die durch den Temperaturmesser 16 gemessen wird.
Das Ausgangssignal des Reglers 31 bildet den Sollwert für
den Durchflußregler 28. Dieser Teil der Regelvorrichtung ist
bestrebt, die durch den Temperaturmesser 16 gemessene Temperatur
mit der mittleren Temperatur abzugleichen. Entsprechendes
gilt für die Regler 32, 33 und 34.
Aus den gemessenen Temperaturen der Rohrschlangen 2, 3, 4
und 5 wählt der Wähler 30 den höchsten Wert T i max aus. In
dem Regler 35 wird dieser höchste Wert mit einem Sollwert T s
verglichen, so daß ein Ausgangssignal entsteht, das den Sollwert
für den Regler 23 bildet. Aus dem Vergleich mit der gemessenen
Temperatur des abgegebenen Stroms 50 ergibt sich
der Sollwert für den Durchflußregler 24, der den Brennstoffstrom
6 regelt. Die Temperatur des abgegebenen Stroms 50
folgt dem Sollwert für den Regler 24 zum Regeln des Brennstoffstroms.
Somit wird die Temperatur des abgegebenen Stroms
50 durch den höchsten Wert T i max bestimmt, der in einer
Rohrschlange auftritt, wobei diese Temperatur den Sollwert T s
nicht überschreiten kann.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Anordnung hat das Rechenelement
36 die Aufgabe, die durch die Rohrschlangen 2, 3, 4 und
5 geleiteten Materialströme so zu regeln, daß der Gesamtstrom
8 bzw. 50 konstant bleibt, während natürlich die Aufgabe der
Regler 25, 26, 27 und 28 zum Abgleichen jeder Temperatur
T i mit der mittleren Temperatur unverändert bleibt. Zu
diesem Zweck werden die Signale der Temperaturmesser 13, 14
15 und 16 zu dem Rechenelement 36 übertragen, damit die mittlere
Temperatur berechnet wird. Danach wird für jede Rohrschlange
die Differenz - T i ermittelt. Hierauf wird für
jeden Durchflußregler 25, 26, 27 und 28 auf der Basis der
Differenz - T i ein Sollwert berechnet, der jetzt proportional
zu dieser Differenz schrittweise vergrößert wird. In
diesem Zusammenhang wird der Sollwert F s für den gesamten
Materialstrom 8 berücksichtigt, wie es in Fig. 2 durch den
Pfeil 37 angedeutet ist. Das Rechenelement 38 erfüllt die
Aufgabe des Wählers 30 und des Reglers 35 nach Fig. 1. Der
Sollwert T s ist in Fig. 2 durch den Pfeil 39 angedeutet.
Somit regelt das Rechenelement 36 den gesamten durch die
Rohrschlangen geleiteten Strom und den Abgleich zwischen
den Strömen, während das Rechenelement 38 den Abgleich zwischen
der Solltemperatur und der höchstzulässigen Temperatur
regelt.
Fig. 3 zeigt eine Anordnung, bei welcher der zuzuführende
Strom 8 dem unteren Teil einer Kolonne 41 mittels einer Pumpe
40 entnommen wird. Die Standhöhe der Flüssigkeit in der
Kolonne 41 muß innerhalb bestimmter Grenzen gehalten werden.
Um dies zu ermöglichen, sind ein Standhöhenmesser 42 und ein
Regler 43 vorhanden. Das Ausgangssignal des Standhöhenreglers
43 wird Rechenelementen 44, 45, 46 und 47 zugeführt. Jedes
dieser Rechenelemente berechnet das Verhältnis zwischen dem
Ausgangssignal des Standhöhenreglers 43 und der Differenz
- T i , die für jede Rohrschlange durch das Rechenelement 48
berechnet wird. Somit wird die Flüssigkeitsmenge, deren Austreten
aus der Kolonne 41 zugelassen wird, und die durch den
Standhöhenregler 43 bestimmt wird, auf die verschiedenen
Rohrschlangen 2 bis 5 verteilt. Außerdem berechnet auf der
Basis des Sollwertes T s (Pfeil 49) das Rechenelement 48 den
Sollwert für den Regler 23 in der anhand von Fig. 2 bezüglich
des Rechenelements 38 beschriebenen Weise.
Fig. 3 zeigt ferner ein Rechenelement 51, mittels dessen
sich der proportionale Regelfaktor und die integrale Wirkungszeit
des Reglers 23 auf die durch das Rechenelement 48
berechnete Differenz T i max - T s einstellen läßt.
Die vorstehend beschriebenen Regelverfahren lassen sich mit
Hilfe von Reglern bekannter Art und speziellen Rechenelementen
verwirklichen, wobei die Rechenelemente dazu dienen,
z. B. ein Verhältnis, einen Mittelwert oder dergl. zu berechnen.
Jedoch ist es auch möglich, für sämtliche Berechnungen
einen Digitalrechner zu benutzen. Auch die Funktionen der
Regler können vollständig von einem Digitalrechner übernommen
werden.
Öl wurde in einer Durchsatzmenge von etwa 3000 t/Tag durch
einen Ofen mit vier Rohrschlangen geleitet. Die höchstzulässige
Temperatur T max betrug 390°C. Fig. 4A zeigt für eine
willkürlich gewählte Zeitspanne von 120 min die Änderungen
der Temperatur an den Enden jeder der Rohrschlangen 1, 2, 3
und 4 für den Fall, daß nur mit manueller Regelung gearbeitet
wurde. Hierbei trat eine Streuung von etwa 11°C auf. Die Änderungen
der Temperatur T o des gesamten abgegebenen Materialstroms
sind in Fig. 4B im gleichen Temperatur- und Zeitmaßstab
dargestellt wie in Fig. 4A. Auch der Sollwert T s ist
angegeben. Wegen der starken Streuung mußte für T s ein Wert
von etwa 380°C gewählt werden, um die Gefahr zu vermeiden,
daß die Temperatur irgendeiner Rohrschlange den Wert T max
überschritt.
Fig. 4C und 4D zeigen die Ergebnisse der Anwendung der Erfindung
bei konstanter Ölzufuhr. Die Temperaturkurven für die
Rohrschlangen 1, 2, 3 und 4 befinden sich jetzt in Deckung,
und die Kurve für T o ist mit jeder der Kurven für die vier
Rohrschlangen identisch. Nunmehr kann man den Sollwert T s so
wählen, daß er viel weniger weit von T max entfernt ist, d. h.
man kann den Sollwert im Vergleich zur manuellen Regelung
nach Fig. 4B entsprechend der Strecke a in Fig. 4D erhöhen.
In diesem Fall wird die Wirkung der Veränderung des gesamten
Öldurchsatzes für einen Ofen ähnlich demjenigen des Beispiels
I dargestellt, bei dem die Regelung in der erfindungsgemäßen
Weise erfolgt. Fig. 5A zeigt die Temperaturänderungen T i und
den Öldurchdatz F i für die vier Rohrschlangen für den Fall
der manuellen Regelung. Die Temperatur T o des gesamten abgegebenen
Stroms ist ebenfalls angegeben. Diese Temperatur T o
ist niedriger als jede der Temperaturen T i , was auf eine Verdampfung
zwischen den Punkten zurückzuführen ist, an denen
T i und T o gemessen wurden. Die gestrichelte Linie T s veranschaulicht
den Sollwert der Temperatur T o .
In Fig. 5B bezeichnet der Pfeil b den Zeitpunkt, in dem die
gesamte Ölzufuhr um 292 t/Tag verringert wurde, und der Pfeil
c bezeichnet den Zeitpunkt, in dem die Ölzufuhr um 292 t/d
gesteigert wurde. Fig. 6A und 6B veranschaulichen die Wirkungen
dieser schrittweisen Veränderungen für den Fall der Anwendung
einer erfindungsgemäßen Regelung. Der anfängliche
Störeinfluß auf die Temperaturen T i und T o wird offenbar
schnell neutralisiert. Die relative Streuung bei den Temperaturen
T i ist sehr gering.
Bei einem Ofen ähnlich dem gemäß dem Beispiel II benutzten
wurde die Wirkung einer Nichtlinearität des Reglers für die
Brennstoffzufuhr als Funktion der Differenz T o - T s (Regler
23 nach Fig. 3) gemessen.
Hierbei ergaben sich vier Fälle. Der Fall I gilt für die
normale Einstellung des Reglers, der Fall II für eine Verdoppelung
des proportionalen Regelfaktors und der integralen
Wirkungszeit, der Fall III für den Faktor 4 und der Fall IV
für den Faktor 6.
Fig. 7 zeigt die Änderungen der Temperaturen T i , die bei
allen vier Rohrschlangen jedesmal übereinstimmten, für die
Fälle I bis IV, wobei die Differenz T o - T s den Wert 1°C
überschritt. Fig. 8 veranschaulicht die jeweilige Stellung
VP des Ventils 7 in der Brennstoffleitung nach Fig. 3.
Es zeigt sich, daß die Schwankungen der Temperaturen T i mit
zunehmendem Multiplikationsfaktor abnehmen. In Fig. 8 sind
die Stellungen des Ventils 7 für die Fälle III und IV wiedergegeben.
Bezüglich der Verringerung der Schwankungen der
Brennstoffzufuhr erweist sich der Fall III als günstiger als
der Fall IV.
Claims (7)
1. Verfahren zum Regeln des Betriebs eines Ofens mit wenigstens
zwei parallelen Rohrschlangen, auf welche ein zu erhitzender
und/oder zu verdampfender Materialstrom verteilt wird,
die Temperatur T i des Materials am Ende jeder Rohrschlange gemessen
und der Mittelwert
(wobei n die Zahl der
parallelen Schlangen im Ofen bedeutet) berechnet wird, jede der
Differenzen - T i benutzt wird, um ein Signal zu erzeugen,
mittels dessen der die betreffende Rohrschlange passierende Materialstrom
so eingestellt wird, daß sich die betreffende Differenz
- T i verkleinert,
dadurch gekennzeichnet,
daß von den genannten Temperaturen T i der höchste Wert T i max
gewählt wird, um mit Hilfe der Differenz T i max - T s , bei welcher
T s einen Sollwert bezeichnet, der in Beziehung zu der Temperatur
T o des den Ofen verlassenden gesamten Materialstroms
steht, zur Erzeugung eines Signals zu verwenden, mittels dessen
die Wärmeerzeugung in dem Ofen so eingestellt wird, daß sich
die Differenz T i max - T s verkleinert.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß jedes der entsprechend einer der Differenzen - T i erzeugte
Signal veranlaßt wird, den Sollwert für die Regelung des
Materialdurchsatzes der betreffenden Rohrschlange proportional
zu der betreffenden Differenz - T i zu verstellen.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß für jede Rohrschlange das Verhältnis
berechnet wird, wobei C eine Konstante ist und F s den Sollwert
des gesamten Materialdurchsatzes des Ofens bezeichnet, und daß
das Verhältnis R i zur Regelung des Materialdurchsatzes der betreffenden
Rohrschlange verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der genannte Sollwert F s für einen Flüssigkeitsstrom aus
der Standhöhe der von einem Behälter aus zuzuführenden Flüssigkeit
abgeleitet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Differenz T o - T s zur Nichtlinearisierung der Regelung
der Wärmeleistung des Ofens benutzt wird, und zwar dadurch, daß
bei einer Zunahme dieser Differenz der proportionale Regelfaktor
vergrößert und die integrale Wirkungszeit der Wärmeleistungsregelung
verlängert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die genannte Vergrößerung bzw. Verlängerung höchstens dem
Faktor 6 entspricht.
7. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch
1 bis 6, mit Geräten (13, 14, 15, 16) zum Messen der Temperatur
des Materials am Ende jeder Rohrschlange (2, 3, 4, 5) Geräten
(17, 18, 19, 20) zum Messen des Materialdurchsatzes jeder
Rohrschlange, Geräten (25, 26, 27, 28) zum Regeln des Materialdurchsatzes
jeder Rohrschlange, einem Rechenelement (29)
zum Berechnen von
sowie von Δ T i = - T i für jede Rohrschlange, wobei das Rechenelement
zu diesem Zweck an die genannten Temperaturmeßgeräte
angeschlossen ist, je einem Regler (31, 32, 33, 34) für jede
Rohrschlange, wobei der Eingang jedes Reglers für den gemessenen
Wert mit dem zugehörigen Temperaturmeßgerät verbunden ist
und wobei der Eingang für den Sollwert an den Ausgang des genannten
Rechenelements für den entsprechenden Wert von Δ T i
angeschlossen ist, und die Ausgänge dieser Regler mit den
zugehörigen Reglern für den Materialdurchsatz jeder Rohrschlange
verbunden sind, einem Gerät (22) zum Messen der Temperatur
des gesamten von dem Ofen abgegebenen Materialstroms
(50), einer Einrichtung (24) zum Regeln des dem Brenner des
Ofens zugeführten Brennstoffstroms,
gekennzeichnet durch
ein Rechenelement (48) zum Berechnen der Differenz T i max - T s ,
das mit den genannten Temperaturmeßgeräten verbunden ist, und
durch einen Regler (23), dessen Eingang für den gemessenen Wert
mit dem Gerät zum Messen der Temperatur des gesamten Materialstroms
verbunden ist, dessen Eingang für den Sollwert an den
Ausgang des Rechenelements zum Ermitteln der Differenz
T i max - T s angeschlossen ist und dessen Ausgang mit dem Gerät
zum Regeln des Brennstoffstroms verbunden ist.
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