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Verfahren und Vorrichtung zum Auslegen und Zuschneiden eines bahnentörmigen
flexiblen Materials, insbesondere in der Konfektion Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zum Auslegen und Zuschneiden eines bahnenförmigen flexiblen Materials, insbesondere
in der Konfektion, bei dem eine Stoffbahn von einem Ballen abgewickelt, ausgelegt
und unter Ausmerzung von Stoffehlern in den zu erstellenden Konfektionsgrößen und
Lagenbildern entsprechende Längenabschnitte geschnitten wird. Neben Zuschnitten
für die-Bekleidungsindustrie kann es sich dabei auch um Zuschnitte für andere, derartiges
I'aterial benötigende Serienfertigun.g handeln, beispielsweise in der Schuhindustrie
oder bei Folsterarbeiten in der Nöbelindustrie. Das Material kann außer textilen
Stoffen auch aus Kunststoffolien, Kunstleder und dergleichen bes-tenen.
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Das Abwickeln der Stoffbahn von einem Ballen vonhand erfordert beträchtlichen
Zeit- und Kraftaufwand, ist also für die Xonfektion unwirtschaftlich. Es kann immer
nur ein etwa dem vorgesehenen Länge abschnitt entsprechendes Stück der Bahn ausgelegt
werden, da ein Nachziehen oder -heben des Ballens unrationell wäre, außerdem den
Stoff beansprucht und zu unerwünschter Faltenbildung führen kann, außerdem unverhältnismäßig
viel Arbeitszeit erfordern würde. Es ist daher beim Auslegen vonhand erst am ausgelegten
Stück möglich, einen Stoffehler festzustellen. Dies kann beim Ausmerzen des fehlerhaften
Stückes zum Verlust eines Stoffabschnittes bis fast zur Länge eines Längenabschnittes
führen.
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Es sind-daher Verfahren entwickelt worden, bei denen- das Auslegen
maschinell erfolgt. Dabei wird der Anfang der Stoffbahn auf dem Auslegetisch festgeklemmt
und, während die Maschine von der Klemmstelle wegfährt, mittels wenigstens einer
angetriebenen Rolle oder Walze vom Stoffballen abg-ezogen und ausgelegt. Zur Fehlerfeststellung
wird der Stoff zwischen dem Ballen und dem Auslegetisch mittels mehrerer Umlenkrollen
bzw. -walzen eine kleine Strecke etwa vertikal geführt, so daß sich eine Schaufläche
ergibt, die von der Bedienungsperson beobachtet werden kann. Auf diese Weise wird
das Erkennen der Fehlerstelle erleichtert und ein zeitsparendes Heranführen der
notwendigen Schnittstelle an die Schneidvorrichtung ermöglicht. Aber auch bei diesen
Verfahren ist es unvermeidbar, daß das Ausmerzen der Fehlerstelle den Verlust eines
breiten Stoffstreifens zur Folge hat.
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Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs beschriebenen
Art zu entwickeln, das den Stoffverlust durch das Fehlerausschneiden auf ein Minimum
beschränkt.
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Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Aufgabe dadurch gelöst,
daß die Stoffbahn in einer einer Mehrzahl von Längenabschnitten entsprechenden Gesamtlänge
ausgelegt wird, die Stoffbahn nach Brmittlung der Stoffehler wieder aufgewickelt
wird, die Länge abschnitte so auf die ausgelegte Gesamtlänge abgestimmt werden,
daß die Stoffehler unter einem minimalen Stoffverlust ausgemerzt werden, und schließlich
die Stoffbahn entsprechend der festgelegten Folge der Langenabschnitte wieder abschnittweise
ausgelegt und geschnitten wird.
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Das Auslegen der Stoffbahn in einer Gesamtlänge, die einer Mehrzahl
von Längenabschnitten entspricht, ermöglicht es, Fehl erstellen in weitem Abstand
von der vorderen Bahnkante zu erkennen. Es ist auf diese Weise möglich, für die
ausgelegte Stoffbahn eine Folge von unterschiedlichen für-verschiedene Konfektionsgrößen
und/oder Lagenbilder geeigneten Längenabschnitten derart - festzulegen, daß die
jeweiligen Schnittstellen möglichst nahe an der auszumerzenden Fehlerstelle liegen.
Damit wird für jede Fehlerstelle.nur das Ausschneiden eines schmalen Stoffstreifens
erforderlich. Die Stoff er sparnis beim Schneiden eines ganzen Ballen kann gegenüber
den eingangs
geschilderten bekannten Verfahren mehrere Meter betragen.
Dabei ist der Mehraufwand an Arbeit gering, da sich für das festlegen einer Folge
bestimmter Längenabschnitte je nach Lage der Behlstellen Tabellen vorbereiten lassen,
die es überflüssig machen, jedesmal neu zu rechnern. Nach dem Festlegen der Abschnittsfolge
kann außerdem rasch und zügig geschnitten werden, da auf Fehler nicht mehr geachtet
werden muß und jeweils nur der abzuschneidende Längenabschnitt auszulegen ist, Vorteilhaft
rasch und einfach läßt sich das Verfahren derart durchführen, daß der Stoffballen
zum Auf- bzw. Abwickeln über einem Auslegetisch in Jeweils einer von dessen beiden
Längsrichtungen verschoben und durch -die Verschiebebewegung eine-Drehbewegung des
Ballens derart b-ewirkt und gesteuert wird, daß die Umfangsgeschwindigkeit des Ballens
der Verschiebegeschwindigkeit gleich und die Drehrichtung in einer Verschieberichtung--
zum Aufwickeln, in der anderen Verschieberichtung zum Abwickeln des Stoffes führt.
Das Abstimmen -der UmSangsgeschwindigkeit auf die Verschiebegeschwindigkeit gewährleistet
ein spannungsfreies, völlig gleichmäßiges-Auslegen bzw. Wiederaufwickeln des Stoffes
ohne Rücksicht auf den Ballendurchmesser, der sich beim Auslegen bzw, -Wiederaufwickeln
einer langen Bahn zwangsläufig ändert. Der Stoff wird wender gespannt- noch gestaut,
Faltenbildung wird vermieden. Außerdem wird der Stoff in keiner Weise beansprucht.
Beim Auslegen und Wiederaufwickeln einer langen Stoffbahn vonhand ohne mechanische
Hilfsmittel
läßt sich ein derart ausgeglichenes, spannungsfreies
Arbeiten nicht erreichen. Insbesondere beim Aufwickeln sind unterschiedliche Spannungen,
Faltenbildung oder schiefes Wickeln unvermeidlich.
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Außerdem würde das Auslegen und Wiederaufwickeln beträchtlichen Zeitaufwand
erfordern. Bei ungleichmäßigem Wiederaufwickeln entsteht außerdem ein erhöhter Arbeitszeitbedarf
beim Wiederauslegen, um diese Mangel auszugleichen. Es ist außerdem mit ungleichmäßigen
Längenabschnitten zu rechnen. Die bekannten Verfahren zum maschinellen Auslegen
des Stoffes erlauben kein Wiederaufwickeln, da der Stoff nicht durch direktes Antreiben
des Ballens, sondern einer ihn vom Ballen abziehenden Rolle erfolgt. -Diese Stoffbewegung
läßt sich nicht umkehren. Außerdem wird der Stoff, obwohl er mit gleichbleibender
Geschwindigkeit unabhängig vom Ballendurchmesser abgewickelt wird, ständig auf Zug
beansprucht.
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Die Erfindung schafft auch eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens,
die einen Auslegetisch mit einer einer Mehrzahl von Längenabschnitten entsprechenden
Länge, eine über die ganze Länge des Arbeitstisches verschiebliche Fördereinrichtung
für den Ballen mit einer Halterung für dessen drehbares Lagern, eine dem Ballen
eine Drehbewegung um seine Achse wahlweise in einer der beiden möglichen Richtungen
erteilende Einrichtung und eine Schneideeinrichtung aufweist. Die verschiebliche
Fördereinrichtung und die Einrichtung zum Drehen des Stoffballens erlauben ein rasches
und müheloses Ab- bzw. Aufwickeln der Stoffbahn. Der Auslegetisch kann
daher
so lang sein, wie es die räumlichen Verhältnisse gestatten, Je länger der Auslegetisch
ist, desto rationeller läßt sich die Folge der Längenabschnitte in Bezug auf das
Ausmerzen der Fehler festlegen. Die Fördereinrichtung kann dabei vonhand oder mittels
eines motorischen Antriebes verschiebbar sein. Die Einrichtung zum Drehen des Ballens
kann direkt oder indirekt angetrieben werden, sie kann auch ihrerseits auf die Fördereinrichtung
zu deren-Verschieben einwirken. Vorteilhaft einfach und sinnfällig kann die dem
Ballen eine Drehbewegung erteilende Einrichtung durch das Verschieben der Fördereinrichtung
antreibbar sein.
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Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
weist wenigstens ein an den Umfang des Ballens-andrückbares Reibrad bzw. eine Reibrolle
mit zur Achse der Ballenlagerung etwa paralleler Drehachse auf. Das Reibrad bzw.
die Reibräder übertragen eine ihnen erteilte Drehbewegung durch Reibmitnahme auf
den Ballen derart, daß dessen UmSangsgeschwindigkeit der Drehgeschwindigkeit der
Reibräder gleich ist. Der beim Ab- und-Aufrollen eines gesamten Ballens ständig
wechselnde Durchmesser hat damit keinen Einfluß auf die Auslegegeschwindigkeit.
Während die Reibräder an einer Ball'ensei-t;e eingreifen, kann sich an liner von
ihnen nicht berührten Stelle der Stoff von dem sich über dem wisch drehenden Ballen
ungespannt und unbeansprucht mit entsprechender Drehgeschwindigkeit ab- bzw. wiederaufwickeln.
Die einzige Belastung des Stoffes ist das Eigengewicht des zwischen dem Ballen und
dem Auslegetisch hängenden Abschnittes. Ferner stellen die Reibräder oder die Reibrolle
eine gewisse Führung für die jeweils oberste Stofflage dar.
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Vorteilhaft einfach sind das Reibrad, bzw. die Reibräder gegenüber
der Halterung des Ballens in Längsrichtung verschieblich angeordnet.
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Sie sind damit jeweils dem Ballendurchmesser entsprechend an dessen
Umfang herbringbar. Sie können abgezogen werden, wenn ein neuer Ballen auf die Halterung
gebracht wird. Ferner ist jederzeit durch einfaches Abziehen der Räder das Auf-
bzw. Abwickeln zu unterbrechen und schließlich känn im Bedarfsfall die ganze Vorrichtung
mit einem Ballen verschoben werden, ohne daß gewickelt wird.
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Der Antrieb der Reibräder kann auf verschiedene Weise erfolgen, beispielsweise
direkt oder indirekt durch einen motorischen Antrieb, der mitverfahrbar ist. Vorteilhaft
einfach können dem Reibrad bzw. den Reibrädern feststehende Abrollflächen zum Erzwingen
einer Drehbewegung während des Verschiebens der Fördereinrichtung zugeordnet sein;
Auf diese Weise erfolgt die Drehbewegung der Reibräder selbsttätig bei jedem Verschieben
der Vorrichtung und zwar je nach der Verschieberichtung in einem bestimmten Drehsinn.
Es ist also weder ein umsteuerbarer Antrieb, noch ein aufwendiges Getriebe erforderlich.
Die Einrichtung ist auf diese Weise wirtschaftlich herstellbar und störungssicher.
Außerdem gewährleistet diese Antriebsart, daß die Umfangsgeschwindigkeit des Ballens,
unabhängig von dessen Durchmesser, immer genau der Verschiebegeschwindigkeit entspricht,
da sie gleich der Abrollgeschwindigkeit der Reibräder auf deren Abrollflächen ist.
Der Stoff wird also auch unabhängig von der Verschiebegeschwindigkeit der Vorrichtung
immer
ohne Spannung gleichmäßig ausgelegt bzw. wiederaufgewickelt.
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Der Ablauf dieser Vorgänge ist damit völlig unabhängig davon, in welcher
Weise dle-Vorrichtung selbst verschoben wird, vonhand, durch maschinellen Antrieb
und mit welchen - Verschiebeeinrichtungen.
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Die-Reibräder können einen relativ großen, den Ballendurchmesser übertreffenden
Durchmesser aufweisen. Damit ergibt - sich ein großer Spielraum für das Andrücken
der Reibräder an den Ballen, der ein Verstellen des Ballens oder der Räder bei großen
Durchmesserschwankungen des Ballens weitgehend überflüssig macht. Ferner wird die
Drehzahl der Reibräder niedrig gehalten und damit ihren Drehlagern und ihren Reibflächen
eine höhere Lebensdauer gesichert. Darüberhinaus ist der Kraftaufwand beim Verschieben
vorteilhaft niedrig.
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Um die Vorrichtung für Ballen unterschiedlicher Stoffbreite brauchbar
zu machen, können wenigstens zwei Reibräder mit-in Richtung ihrer Drehachse-veränderlichem
Abstand angeordnet sein. Dies ist besonders dann einfach durchführbar, wenn die
Reibräder auf einer gemeinsamen Drehachse sitzen und wenn sich die Abrollfläche
weitgehend geschlossen über die ganze Bahnbreite erstreckt. Die Verstellarbeit kann
vorteilhaft dadurch eingespart werden, daß wenigstens drei Reibräder ortsfest mit
in Richtung ihrer Drehachse ungleichen Abständen angeordnet sind. Da die in der
textilen
Konfektion auftretenden Stoffbreiten sich im allgemeinen
auf einige wenige, ganz bestimmte Werte beschränken, es ferner für die Funktion
der erfindungsgemäßen Vorrichtung im allgemeinen keinen Unterschied macht, an welchen
Stellen der Stoffbreite das Reibrad oder die Reibräder angreifen, ist di& Anordnung
von drei Reibrädern, von denen die beiden äußeren einen Abstand etwa zwischen hundert
und hundertzwanzig Zentimeter, das mittlere von einem der äußeren Räder einen Abstand
in der Größenordnung von vierzig bis sechzig Zentimeter aufweist, normalerweise
ausreichend. Diese Anordnung hat den Vorteil, daß nicht nur kein Verstellen der
Räder beim Wechseln der Ballenbreite notwendig ist, sondern auch jedem der Reibräder
eine ortsfeste Abrollfläche zugeordnet werden kann, ohne daß dazwischen weitere
Flächen zur Verfügung stehen müssen. Die Anordnung wird dadurch einfacher, leichter
und stabiler.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist die Fördereinrichtung als Hängebahn mit Laufschienen-und -rollenanordnungen
über dem Auslegetisch ausgebildet. Sie belastet den Auslegetisch also in keiner
Weise. Er ist darüberhinaus von beiden Seiten frei zugänglich, was die Ermittlung
der Fehlerstellen erleichtert. Bei vorübergehenden Platzbedarf kann der Auslegetisch
beliebig verkürzt oder entfernt werden, ohne daß ein umständliches Auf- bzw. Abbauen
der Fördereinrichtung notwendig ist.
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Für ein beliebig großes Ausbilden der Reibräder -steht ausreichender
Raum zur Verfügung. Ferner sind deren Lager, insbesondere bei einem
im
mittleren Bereich des Stoffballens angeordnetes Reibrad, hängend wesentlich günstiger
anzubringen. Dies gilt auch für das Anordnen einer oder mehrerer Abrollflächen über
dem Arbeitstisch.
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Bei einer bevorzugten, vorteilhaften Ausführungsform kann die Unterseite
der Laufschienen der Fördereinrichtung die Abrollflächen für die Reibräder bilden.
Es sind somit keine eigenen Bauelemente als Abrollflächen erforderlich. Ferner werden
die Achsen der Reibräder, insbesondere wenn jedes Reibrad einzeln gelagert ist,
nicht auf Verwindung beansprucht. Ungleichmäßiger Lauf der Räder oder Rlemmgefahr
sind damit ausgeschlossen.
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Die Vorrichtung weist vorteilhaft eine die Drehbewegung des Ballens
verhindernde, wahlweise lös- und anziehbare Bremse auf. Der Antrieb des Ballens
kann auf einfache Weise dadurch unterbrochen werden, daß die Reibräder von seinem
Umfang abgezogen werden. Durch die Massenträgheit ist Jedoch im allgemeinen mit
einem kurzen Weiterdrehen des Ballens zu rechnen, das mit einem entsprechenden Auf-
und Abwickeln von Stoff verbunden ist. Dies kann auf einfache Weise durch die Bremse
verhindert werden. Sie kann günstigerweise ebenso wie die antreibenden Reibräder
am Umfang des Ballens angreifen. Vorteilhaft ist sie als etwa senkrecht zu dessen
Drehachse anlegbarer, winkelförmiger Bügel mit Reibbelag ausgebildet. Der Bügel
umgreift einen Teil des Ballenumfanges und liegt, vom Ballendurchmesser weitgehend
unabhängig, an wenigstens zwei Stellen flächig an.
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Vorteilhaft kann der Bügel über der Halterung für den Ballen an einem
zum Lösen der Bremse betätigbaren Seilzug aufgehängt sein. In»R,u,hXe4XW stellung
setzt sich damit der Bügel durch sein eigenes Gewicht auf den Ballen auf und wird
nur-bei Betätigung der Fördereinrichtung mittels des Seilzuges hochgezogen. Er kann
in dieser Stellung fixiert oder, wenn die Vorrichtung-vonhand verschoben wird, so
lange festgehalten werden, ~bis-die Drehbewegung des Ballens verhindert werden soll.
Dann genügt ein Loslassen des Betätigungsgriffes und die Bremse legt sich selbsttätig
an.
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Die Halterung für das drehbare Lagern des Ballens kann sehr einfach
aufgebaut sein. Stoffballen sind üblicherweise über einen rohrförmigen Eern gewickelt.
Es genügt somit eine diesen Kern mit Spiel durchsetzende Achse, um dem Ballen eine
freie Drehbewegung zu ermöglichen. Vorteilhaft kann die Achse zusätzlich drehbar
gelagert sein in zweiten einem die größte Ballenbreite übertreffenden Querabstand
angeordneten Drehlagern. Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind die. Drehlager
zusätzlich jeweils in Verschieberichtung der Vorrichtung und in der Höhe gegenüber
der Laufschaene verstellbar. Dies ermöglicht es, den Ballen je nach seinem Durchmesser
in eine für den Angriff der Reibräder günstige Position zu bringen. Die Drehlager
sind hierzu vorteilhaft jeweils an einem schwenkbar und/oder längsverschieblich
gelagerten Stutzarm angeordnet. Ferner kann die Halterung an der Fördereinrichtung
vorteilhaft quer zu deren Verschieberichtung verschieblich angeordnet sein. Es ist
damit möglich,
den Ballen wenigstens teilweise seitlich des Auslegetisches
in die Halterung einzubringen, was eine Arbeitserleichterung, insbesondere die Verwendung
einer Zuführeinrichtung für den Ballen, ermöglicht.
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Bei einer Vorrichtung für Ballen, die ihr mittels einer an einem Schienensystem
auf- Rollen verschieblichen Hängeeinrichtung mit an den Rollen aufgehängter, den
ro-hrförmigen Kern des Ballens durchsetzender Achse zugeführt werden, kann die Vorrichtung
zur Aufnahme des Ballens mit seiner Hängeeinrichtung einen senkrecht zur Verschieberichtung
angeordneten und in dieser seiner Längsrichtung relativ zum Auslegetisch verschieblichen
Schienenabschnitt aufweisen und die Lager für die Achse können mittels ihrer Stützarme
aus dem Uberschiebeweg des Ballens heraus- und dann unter die Achse bewegbar-sein.
Das Anbringen des Ballens an der Vorrichtung erfolgt somit praktisch mühelos, da
nirgends das Ballengewicht manipuliert werden muß. Sobald der Ballen zusammen mit
seiner Hängeeinrichtung am Schienenabschnitt der Vorrichtung auf gehängt ist, können
die längsverschieblichen und/oder schwenkbaren Stützarme die Drehlager an die Achse
heranführen. Es ist nunmehr lediglich notwendig, durch Verschieben oder Anheben
der Stützarme und ihr Fixieren die Ballenachse an ihrer Aufhängung in die gewünschte
Lage relativ zu den Reibrädern zu schwenken.
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Eine bevorzugte Ausführungsform der Vorrichtung weist einen an der
Laufschiene hängend verschieblichen ersten Rahmen mit daran drehbar
gelagerten,
an der Unterseite der Laufschiene abrollenden Reibrädern, einen am ersten Rahmen
und an der Laufschiene in Richtung der Laufschienen verschieblich gelagerten zweiten
Rahmen und einen am zweiten Rahmen quer zur Richtung der Laufschienen verschieblichen
dritten Rahmen mit einem Schienenabschnitt für die den Ballen tragende Hängeeinrichtung,
beidseitig unter der Achse der Hängeeinrichtung anlegbaren Lagern an verstellbaren
Stützarmen und deren FUhrungen und mit ihrer Bremse mit Seilzug und Bedienungshebel
auf. Die Verschiebemöglichkeit zwischen dem ersten und dem zweiten Rahmen erlaubt
das Heranschieben bzw. Abziehen der Reibräder vom Ballen.
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Der querverschiebliche dritte Rahmen ermöglicht nicht nur in der schon
vorstehend geschilderten Weise das einfache Uberschieben des hängend herangeförderten
Ballens auf die Vorrichtung, er ermöglicht auch das Einstellen des Stoffbahnrades
relativ zur Auslegetischkante je nach der Ballenbreite. Ferner ermöglicht er, ebenfalls
je nach der Ballenbreite, das Zuordnen zwischen dem Ballen und den Reibrädern in
Qgerrichtung. Daß der die Reibräder tragende Rahmen gleichzeitig der auf der Fördereinrichtung
verfahrbare Rahmen ist, erleichtert das Verschieben, aber auch das rasche Abziehen
der Reibräder vom Ballen, wenn ein rascher Halt erwünscht ist, Dies trifft insbesondere
für das zweite Auslegen der Stoffbahn in Einzelabschnitten zu, wo ein zu weites
Auslegen nochmaliges Aufwickeln und damit Arbeitszeitverlust bedeutet. Beim Verschieben
der Vorrichtung vonhand, wie es bei der be;vorzugten Ausfü-hrungsform erfolgt, bewirkt
schon das einfache Analten des die Reibräder tragenden Rahmens ein Abheben vom Ballen;
denn der zweite und dritte Rahmen bewegen sich durch die Massenträgheit noch eine
kleine Strecke weiter
und damit von den Reibrädern weg. Eine weitere
Drehbewegung des Ballens wird durch gleichzeitiges Loslassen der Bremse verhindert.
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Beim Verschieben in umgekehrter Richtung wird der dritte Rahmen angehalten
und der Rahmen mit den Reibrädern entfernt sich durch die Trägheitsbewegung.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der einzigen Fig. der
Zeichnung dargestellt. Sie -zeigt eine perspektivische Ansicht einer Vorrichtung
zum Auslegen und Schneiden eines Stoffes.
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Die Vorrichtung weist einen Auslegetisch 1 mit etwa 14 Meter Länge
auf. Daran ist eine Schneideeinrichtung 2 quer über den Auslegetisch auf Schienen
2a verschieblich angeordnet. Uber dem Auslegetisch ist eine insgesamt mit 3 bezeichnete
Fördereinrichtung angeordnet, die über'die ganze Länge des Auslegetisches f verschieblieh
ist. Sie trägt einen Ballen 42 von dem durch das Verschieben eine Stoffbahn 4a abwickel-
und auf dem Auslegetisch auslegbar ist, wie die Zeichnung zeigt.
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Zur Fordereiorichtung 3 gehören drei Laufschienen 5 mit kreisförmigem
Querschnitt. Sie sind derart über dem Auslegetisch 1.angeordnet, daß der Abstand
zwischen den beiden äußeren Laufschienen kleiner als die Breite des Auslegetisches
ist und die Abstände
zwischen jeweils einer äußeren Laufschiene
und der Zwischenlaufschiene verschieden groß sind. Die Zwischenlaufschiene 5a ist
aus Übersichtlichkeitsgründen in der Zeichnung nur in Bruchstücken angedeutet. An
den äußeren Laufschienen 5 ist mittels sich jeweils auf der Oberseite der Laufschiene
abstützenden Laufrollenpaaren 6 ein erster Rahmen 7 verschieblich aufgehängt. Jedem
Laufrollenpaar 6 ist eine an der Unterseite der Laufschiene abrollende Gegendruckrolle
6a zum Abstützen bei ungünstiger Gewichtsverteilung zugeordnet.
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Ein zweiter Rahmen 8 ist am ersten Rahmen in Richtung der*Laufschiene
längsverschieblich mittels Kugeln 9 und je zwei Laufrollenpaaren 6' auf der Laufschiene
gelagert und trägt seinerseits einen an ihm mittels Kugeln 10 quer-zur Richtung
der Laufschienen verschieblich angeordneten dritten Rahmen 11.
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Am ersten Rahmen 7 sind auf einer Drehachse 12 zwei Reibräder 13 gelagert.
Sie sind als Speichenräder ausgebildet und weisen als Lauffläche einen elatischen
Gummibelag auf. Auf der Drehachse 12 sind sie in Achsrichtung verstellbar anzubringen.
Die Laufschiene 12 ist in vertikaler Richtung relativ zu den Laufrollen 6 derart
angeordnet, daß bei auf den Laufschienen aufgesetzten Laufrollen 6 die Reibräder
13 mit ihren Laufflächen an der Unterseite der Laufschienen 5 anliegen. Ferner ist
am ersten Rahmen 7 ein Handgriff 14 zum Verschieben des Rahmens auf den Laufschienen
vonhand vorgesehen.
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Am dritten Rahmen 11 ist quer zur Richtung der Laufschienen ein Schienenabschnitt
15 mit kreisförmigem Querschnitt angeordnet.
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Eine als Ganzes mit 16 bezeichnete Hängeeinrichtung für den Ballen
4 ist auf den Schienenabschnitt 15 aufgeschoben. Sie weist zwei Tragstreben 16a
auf,- die- jeweils an einem gabelförmigen Ende ein Laufrollenpaar 16b tragen und
am anderen Ende etwa halbkreisförmig gebogen sind zum Einlegen einer Achse 16c.
Auf der Achse 16c ist der Ballen 4 mit seinem rohrförmigen Kern 4b mit Spiel aufgeschoben.
Am dritten Rahmen 11 sind beidseitig ferner Jeweils ein Stützarm 17 längsverschieblich
in einer Führung 18 gelagert, wobei die Führung 18 ihrerseits mittels eines Schwenklagers
19 an einem Seitenteil 11a des dritten Rahmens 11 um eine horizontale Achse beweglich
angeordnet ist. Jeder Stützarm 17 trägt an einem Ende ein Lager 20 für das drehbare
Lagern der Achse 16c der Hängeeinrichtung und weist an seinem anderen Ende einen
Vorsprung 17a auf.
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Am Seitenteil Ila des dritten Rahmens sind mehrere Einrastkerben 21
für den Vorsprung 17a angeordnet. Ferner ist am dritten Rahmen 11 eine Bremse 22
höhenverstellbar aufgehängt. Sie hat die Form eines winkelförmigen Bügels mit einem
Reibbelag 22a und stützt sich in Ruhestellung durch ihr eigenes Gewicht am Umfang
des Ballens 4 ab.
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Zu ihrer Betätigung ist ein Seilzug 23 vorgesehen, der über mehrere
Umlenkrollen 24 am Rahmen 11 geführt ist und dessen Ende an einem Bedienungshebel
25 befestigt ist. Der Bedienungshebel 25 ist mit einem Gelenk 26 an einem der Seitenteile
Ila des dritten Rahmens 11 gelagert.
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Im Vordergrund der Zeichnung ist ein Schienensystem 27 durch das Ende
einer Schiene und eines darauf laufenden Rollenpaares 16a angedeutet, welches Schienensystem
zum Zuführen von Ilängeeinrichtungen mit Ballen für die Vorrichtung bestimmt ist.
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Die in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung ermöglicht das Durchführen
des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Auslegen und Schneiden eines Stoffes in Längenabschnitte
unter Ausmerzung von Stoffehlern in folgender Weise: tiber das Schienensystem 27
wird ein Ballen 4 an seiner Hängeeinrichtung 16 der Vorrichtung zugeführt. Der Rahmen
11 wird soweit qrler zur Längsrichtung der Laufschiene 5 bzw. des Auslegetisches
1 auf das Schienensystem 27 zu verschoben, daß der an ihm angebrachte Schienenabschnitt
15 sich an das entsprechende Ende des Schienensystems 27 anlegt. Damit k4:=i die
Hängeeinrichtung 16 mit dem Ballen 4 an ihren Rollenpaaren 16b einfach überschoben
werden. Die Stützarme 17 können dabei durch entsprechende Längsverschiebung und
gegebenenfalls zusätzliches Schwenken aus dem Ballenweg heraus bewegt werden. Die
Endkante der Ruhrung 18 wirkt dabei als Anschlag für die Längsverschiebung. Nach
dem Durchsohieben der Rängeeinrichtung mit dem Ballen werden die Stützarme 17 so
verschoben und geschwenkt, daß ihre Lager 20 die Achse 16c aufnehmen. Durch neuerliches
Verstellen der Stützarme 17 wird die Achse 16c und damit der Ballen 4 in eine Stellung
gebracht und durch Einrasten der Vorsprünge 17 in eine entsprechende Kerbe 21 in
dieser Stellung gehalten, die durch seinen Umfang bestimmt wird und ein günstiges
Angreifen der Reibräder ermöglicht.
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Die Reibräder 13 sind durch ihre verstellbare Lagerung auf der Achse
12 in drei verschiedene Arbeitsstellungen bringbar, die der Breite des auszulegenden
Ballens entsprechend gewählt werden. Die gezeichnete Arbeitsstellung, bei der sich
die beiden Reibräder jeweils unter den äußeren Laufschienen 5 befinden, entspricht
den großen Ballenbreiten. Bei kleineren Ballenbreiten kann wahlweise eines der beiden
Reibräder unter die Zwischenschiene 5a gebracht werden. Nach diesem Einstellen der
Vorrichtung verschiebt die Bedienungsperson, in dem sie am Handgriff 14 angreift,
den ersten Rahmen soweit, daß die Reibräder am Umfang des Ballens 4 anliegen.
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Durch Verschwenken des Bedienungshebels 25 und Festhalten in der verschwenkten
Stellung löst sie die Bremse 22. Beim weiteren Verschieben des ersten Rahmens verschiebt
sich nunmehr die ganze Fördereinrichtung über dem Auslegetisch. Die Reibräder 13
laufen beim Verschieben der Vorrichtung zwangsläufig an der Unterseite der Laufschienen
5 ab. Die ihnen dadurch erteilte Drehbewegung übertragen sie auf den Umfang des
Ballens 4, von dessen den Reibrädern abgekehrter Seite dadurch eine Stoffbahn 4a
abgewickelt wird und zwar mit der gleichen Geschwindigkeit, mit der die Fördereinrichtung
verschoben wird. Die Stoffbahn 4a legt sich auf dem Auslegetisch aus. Dies erfolgt
vorzugsweise über die ganze Länge des Auslegetisches, die einer Mehrzahl von Längenabschnitten
entspricht. Am Ende der Verschiebebewegung wird der Bedienungshebel für die Bremse
losgelassen, worauf sich diese durch ihr eigenes Gewicht auf den Ballen aufsetzt
und ein Nachdrehen verhindert. Auf der ausgelegten Stoffbahn 4a werden die Stoffehler
festgestellt. Nach der Lage der
Stoffehler wird eine Folge nach
Konfektionsgrößen und Lagenbildern verschiedener Längenabschnitte festgelegt, die
ein Ausmerzen der Fehl erst ellen mit minimalstem Stoffverlust ermöglicht. Anschließend
wird der Stoffballen durch entgegengesetztes Verschieben der Vorrichtung wieder
aufgewickelt, wobei die Aufwickelgeschwindigkeit durch die Reibräder der Verschiebegeschwindigkeit
entspricht. Dabei greift die Bedienungsperson am dritten Rahmen an, wodurch der
Ballen an die Reibräder herangezogen wird. Zum Zuschneiden der Längenabschnitte
wird nunmehr von der Stoffbahn Jedesmal nur der in der Folge festgelegte Längenabschnitt
ausgelegt und abgeschnitten, bis die überprüfte Stoffbahn zu Ende ist. Dann beginnt
das Verfahren von neuem.
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Zeigt sich während des Auslegen einer Stoffbahn eine Stoffverschiebung,
beispielsweise bei einem ungleichmäßig oder schiefgewickelten Ballen, genügt das
Anhalten des ersten Rahmens durch die Bedienungsperson, um ein Abheben der Reibräder
vom Ballen zu bewirken, da sich der zweite Rahmen mit dem dritten in Folge der Trägheit
entsprechend verschiebt. Beim Aufwickeln wird der dritte Rahmen angehalten, die
Reibräder heben durch das Weiterlaufen des ersten Rahmens ab. Korrekturen der ausgelegten
Bahn können dann Jederzeit vonhand erfolgen, mit oder ohne Abbremsen des Ballens.
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Die Durchführung des- erfindungsgemäßen Verfahrens ist nicht an eine
Vorrichtung nach dem Ausführungsbeispiel gebunden. Es können anstelle
zweier
verstellbar angeordneter Reibräder drei Reibräder fest in unterschiedlichen Abständen
mit entsprechenden Laufschienen vorgesehen sein und der Ballen durch entsprechende
Querverschiebung in den richtigen Eingriffsbereich gebracht werden. Es kann auch
eine durchgehende Reibrolle anstelle von Einzelrädern vorgesehen sein. Die Verwendung
der ohnehin notwendigen Laufschienen als Abrollfläche ist besonders wirtschaftlich
im Aufbau, es kann jedoch auch eine eigene, möglicherweise über die ganze Breite
zum beliebigen Verstellen der Räder durchgehende geschlossene?läche eigens angebracht
werden. Anstelle eines ganzen querverschieblichen Rahmens kann für das Vberschieben
des Ballens von einem Schienensystem auch nur der Schienenabschnitt quer verschieblich
angeordnet sein. Dies erschwert jedoch das Einstellen des Ballens nach seiner Breite
zu den angeordneten Rädern. Es ist außerdem möglich, einen anderen als den die Reibräder
tragenden Rahmen an den Laufschienen aufzuhängen. Ferner ist die spezielle Ausbildung
der Laufschienen und der Laufrollen beliebig.
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Bei Vorrichtungen, denen die Stoffballen nicht auf Hängeeinrichtungen
zugeführt werden können, kann der entsprechende Schienenabschnitt entfallen. Beim
Einlegen des Ballens mit einer Achse oder beim Aufschieben auf eine zur Vorrichtung
gehörige, drehbar gelagerte Achse muß dann jedoch das ganze Ballengewicht manipuliert
werden.
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Die Bewegbarkeit der Stützarme kann auch durch andere Führungs- und
Lagerelemente erzielt werden, ebenso kann ihr Feststellen in vershiedenen Ar-beitsstellungen
durch andere Binrast- oder Verriegelungselemente bewirkt werden. Die Handgriffe
der das Verschieben der Fördereinrichtung und das Bedienen der Bremse können so
angeordnet sein, daß sie mit einer Hand gemeinsam ergreifbar sind Rahmen der Erfindung
können die Fördereinrichtung und/oder die Reibräder maschinell angetrieben werden.
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- Patentansprüche -