DE2128170A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Her stellen von Glasfasern - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Her stellen von GlasfasernInfo
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Description
201-211 Martins Building, Water Street,
Liverpool.L2, 3 SR, Lancashire, England
Bezeichnung: Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen
von Glasfasern
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen fortlaufender Glasfasern.
Bekannt ist ein Verfahren zum Herstellen fortlaufender Glasfasern, bei dem geschmolzenes Glas in einem rinnenartigen
Tiegel aus einer Platinlegierung enthalten ist, wobei zur Erhitzung elektrischer Strom durch die Legierung
geleitet wird. Durch mehrere Bohrungen in der Unterseite, die mit nach unten ragenden, hohlen Vorsprüngen,
sog. "Zwiebeln", versehen sind, tritt das Glas aus. Die kritische Stelle bei der Faserbildung ist die Zone, in
der die Fasern von den Zwiebelspitzen weggezogen werden. Das geschmolzene Glas bildet einen auf dem Kopf stehenden
Kegel, wenn es unter Schwerkraft an den Zwiebelspitzen fließt und es bildet sich an jeder Kegelspitze eine Faser.
Es wurde nun gefunden, daß es möglich ist, Glasfasern aus
einer Glasschmelze gemäß herkömmlicher Verfahrenstechnik
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herzustellen. Es wurde ferner gefunden, daß es nicht nötig ist, sich beim Ziehen der Fasern nach unten auf die auf
das flüssige Glas wirkende Schwerkraft als Hauptteil der
Form- oder Antriebskraft zu stützen. Bei einem Verfahren,
bei dem die Schwerkraft 90 % der Ziehkraft liefert, wie es bei dem bekannten Verfahren der Fall ist, kann man nur
geringfügig von den verfahrensbedingten opitmalen Bedingungen abweichen, ohne daß der Betrieb entweder infolge "Überflutung" oder infolge von "Kaltbrüchen11 zusammenbricht,
die durch übermäßige Viskositätsverringerung an den Zwiebelspitzen verursacht sind. Es wurde nun
gefunden, daß man mehrere Fasern kontinuierlich aus einer Glasoberfläche im wesentlichen durch auf die Fasern wirkende
Zugkräfte ziehen kann. Wenn man gegen die Schwerkraft arbeitet, wird das Ziehen der Fasern ganz von den
auf die Faser ausgeübten Zugkräften bewirkt.
Die vorliegende Erfindung schafft daher ein Verfahren zum Herstellen von Glasfasern, bei dem man die Glasfasern aus
geschmolzenem und eine Viskosität von wenigstens 1000 Poise aufweisenden Glas mit einem Satz Dorne zieht, die
mit dem geschmolzenen Glas in Berührung gebracht werden,
wobei man zuläßt oder bewirkt, daß das Glas an jedem einzelnen Dorn haftet; die Dorne werden dann von der Glasoberfläche
wegbewegt, so daß das Glas in Form von Fasern ausgezogen wird; die so gebildeten Fasern werden auf eine
entsprechende Wickelvorrichtung gebracht; man sieht ferne nahe oder an der Glasoberfläche Meniskusbegrenzungsvorrichtungen zur Vermeidung der Vereinigung der beim Zieher
der einzelnen Fasern gebildeten Menisken vor. Die Meniskusbegrenzungsvorrichtungen
sind vorzugsweise eine Reihe von Öffnungen, die zu den Dornen derart angeordnet sind,
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daß jeder Dorn durch eine Offnunghindurchtritt, wenn der
Satz Dorne mit dem Glas in Berührung gebracht wird.
Vorzugsweise wird eine Viskosität im Bereich von 5000
bis 6000 Poise zum Ziehen der Glasfasern angewandt.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform benutzt man als
Dorne hohle Metallrohre j die oben und unten offen sind un
mit dem unteren Ende in die Glasschmelze getaucht werden, um anschließend wieder herausgezogen zu werden, so daß
jedes Rohr eine Glasfaser aus der Glasschmelze zieht. Es M
ist natürlich wichtig, daß sichergestellt wird, daß die Faser beim Herausziehen des Dorns aus der Glasschmelze
mit einem Glasklümpchen fest am Dorn haftet, wobei dieses Glasklümpchen anschließend nicht abfällt; der Vorteil
der Benutzung hohler Dorne besteht darin, daß eine gewiss Menge des geschmolzenen Glases in das hohle Rohr eintritt
und folglich die Haftung zwischen dem Glas und dem Dorn verbessert wird.
Erfindungsgemäß kann man die Glasfasern im wesentlichen senkrecht nach oben oder auch unter irgendeinem belie- M
bigen Winkel zur Horizontalebene schräg nach oben ziehen. Gemäß einer Variante kann man die Glasfasern aber auch
im wesentlichen senkrecht abwärts oder im wesentlichen waagerecht oder unter irgendeinem Winkel zur Horizontalebene schräg nach unten ziehen.
Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung. Die Meniskusbegrenzungsvorrichtung
kann beim Ziehen der Fasern nach oben beispielsweise eine feuerfeste Platte mit einei
Reihe von Öffnungen sein, wobei diese Platte gelagert ist
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oder auf der Glasoberfläche schwimmt; ferner kann es sich aber auch um ein Metalldrahtgitter handeln, das am oder
nahe der Glasoberflache gelagert ist; diese Vorrichtung
kann auch eine Metallplatte mit gebohrten oder ausgestanzten Löchern sein. Das verwendete Metall soll resistent
sein gegen die unter den gegebenen Arbeitsbedingungen auftretende Korrosion. Wenn eine feuerfeste Platte
verwendet wird, die aus Kohlenstoff hergestellt ist, oxydiert diese, wobei die Oxydationsgeschwindigkeit von den
Arbeitsbedingungen abhängt. Bei gewissen Gläsern kann es
erforderlich sein, diese Platte häufiger auszuwechseln. Die Meniskusbegrenzungsvorrichtung kann nach Wunsch elektrisch
beheizt sein.
Wenn die Glasfasern nach unten gezogen werden, muß sich
die Meniskusbegrenzungsvorrichtung notwendigerweise mit dem Glas in Berührung befinden und dieses tragen, so daß
das Glas nur durch die Öffnungen austreten kann; in diesem
Falle ist beispielsweise die Verwendung eines Drahtgitters nicht möglich.
Die verwendeten Dorne sind vorzugsweise zusammen in einem
Halter montiert, so daß jeder einzelne Dorn mit einer Öffnung in der Meniskusbegrenzungsvorrichtung fluchtet,
wobei dieser Halter mit den Dornen auf die Meniskusbegrenzungsvorrichtung
hin und von dieser weg bewegt werden kann. Der Dorn kann aus einem Material hergestellt sein,
das bei Berührung mit dem Glas von diesem benetzt wird, beispielsweise Glasstäbe. So können die Dorne aus einer
Reihe von Glasstäben bestehen, die in einem Träger oder Halter montiert sind. Gemäß einer anderen, oben bereits
erwähnten Ausführungsform können die Dorne aus einer Reihe
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hohler Metallrohre bestehen. Zusätzlich zu dem oben bereits erwähnten Vorteil besteht bei Metallrohren die Möglichkeit,
an das innere der Rohre einen leichten Unterdruck anzuschließen, wenn die Rohre mit dem Glas in Berührung
sind, so daß die Haftung zwischen dem geschmolzenen Glas und den Dornen verbessert wird. Nach Bedarf
kann man, wenn die Fasern auf die Wickelvorrichtung übergeben worden sind, die Rohre erhitzen und ihr Inneres
unter Überdruck setzen, um die Rohre vom Glas im inneren derselben zu befreien. ^
Andererseits kann man die Dorne auch energisch zum Stillstand bringen, etwa durch Aufprall auf einen Anschlag, so
daß die Glasklümpchen, mit denen die Fasern an den Rohren befestigt sind, wegbrechen.
Die vorliegende Erfindung ist nicht auf ein Verfahren beschränkt, bei dem alle Dorne gleichzeitig mit der Glasoberfläche
in Berührung gebracht werden. Man kann die Dorne unterteilen, so daß das Ziehen der Glasfasern aus
einer Oberfläche mit nur einem Teil der Gesamtzahl der Fasern beginnt, während die übrigen Fasern nach und nach - ™
hinzutreten. Es wurde ferner festgestellt, daß die waagerechte Ausrichtung der Dorne auf die Glasoberflache nicht
kritisch ist, solange die Dorne und die Glasoberfläche
derart zueinander liegen, daß jeder Dorn mit der Glasoberfläche in Berührung kommt. Ein Dorn kann tiefer unter die
Oberfläche treten als der andere Dorn, ohne daß der einwandfreie Ablauf des Verfahrens beeinträchtigt würde. Es
wurde gefunden, daß als hohle Metalldorne Injektionsnadelr
aus Edelstahl geeignet sind.
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Das Maß der Öffnungen ist wesentlich größer, als bei den
"Zwiebeln" der herkömmlichen Vorrichtungen. Bei den herkömmlichen
Vorrichtungen hat die Spitze einen Durchmesser in der Größenordnung von 2 mm, während der Durchmesser
der Öffnungen, die bei den Meniskusbegrenzungsvorrichtungen gemäß der vorliegenden Erfindung angewendet v/erden,
vorzugsweise größer als 2,5 mm ist und vorzugsweise 7,5 mm nicht überschreiten soll. Die Auswahl der Größe der öffnung
bestimmt sich nach der Dicke der herzustellenden Faser und dem Durchsatz, wobei die Faser umso dicker und
der Durchsatz umso größer wird, je größer die Öffnung ist. Die Öffnungen müssen nicht unbedingt kreisförmig sein und
die Form bestimmt sich in manchen Fällen aus der Notwendigkeit, möglichst viel Öffnungen in einer gegebenen Fläche
anzuordnen, während die mechanische Festigkeit der Meniskusbegrenzungsvorrichtung
erhalten bleibt. Wenn zahlreiche engabgesetzte Fasern gezogen werden, wird der Glasdurchsatz
je Faser von der angewendeten Absetzung (Pitching) beeinflußt. So haben 5 mm Öffnungen mit 7 mm Absetzung
etwa 30 % geringere Glasflußgeschwindigkeit als 5 mm
Öffnungen mit 13 mm Absetzung.
Die Temperatur, bei der Fasern gezogen werden können, ist unterschiedlich in Abhängigkeit von der Eigenart der Glaszusammensetzung
und davon, ob nach oben oder nach unten gezogen wird. Jeder Fachmann kann die "besten Bedingungen"
zum Ziehen ohne weiteres bestimmen.
Weitere Aufgaben, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben
sich aus der folgenden Beschreibung, wobei auf die beiliegenden Zeichnungen Bezug genommen wird. In den
Zeichnungen zeigt:
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Fig. 1 die Faserbildungscharakteristik des Glases nach dem folgenden Beispiel I,
Fig. 2 die Faserbildungscharakteristik des Glases nach dem Beispiel 2,
Fig. 3 die Faserbildungscharakteristik des Glases nach Beispiel 3,
Fig. 4 in einer Draufsicht die mit der Glasoberfläche
in Berührung befindliche Meniskusbegrenzungsvorrichtung,
Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie A-A in Fig. 4,
Fig. 6a, 6b und 6c in perspektivischen Darstellungen verschiedene Ausführungsformen der Meniskusbegrenzungsvorrichtungen
,
Fig. 7 in einem der Fig. 5 entsprechenden Schnitt die Aufwickeleinrichtung und
Fig. 8 in einem weiteren Schnitt die Dornanordnung.
Im Rahmen der weiteren Erörterung der Grundlagen der vorliegenden Erfindung wird zunächst auf die Figuren 1, 2
und 3 Bezug genommen. Es wurde gefunden und in diesen Figuren dargestellt, daß für jedes 'beliebige Glas die Temperatur,
bei der die Fasern gezogen werden können, bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens, sei es daß
nach oben oder nach unten gezogen wird, wesentlich niedriger ist als bei dem bekannten Verfahren. In den Diagrammen
der Figuren 1 bis 3 ist für die einzelnen Glasarten die Faserbildungstemperatur in Celsiusgraden in Abhängigkeit
von der Einzelfaserglasfließgeschwindigkeit in pounds je Faser-Stunde und der herkömmliche Faserbildungsbereich
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- 8 mit dem gestrichelten Rechteck A dargestellt.
Fig. 1 zeigt die Faserbildungscharakteristik bei nach
oben gezogenen Fasern für das Glas gemäß Beispiel 1, wobei die nominal besten Bedingungen von der senkrechten
Linie 1 dargestellt werden und die Temperatur, bei der die Fasern gemäß der vorliegenden Erfindung gezogen v/erden
können, mit der geneigten Linie 2 dargestellt ist. Fig. 2 zeigt die Faserbildungscharakteristik bei nach
oben gezogenen Fasern für das Glas gemäß Beispiel 2, wobei die nominal .besten Bedingungen wiederum mit der senkrechten
Linie 1 dargestellt ist und die Temperatur, bei der die Fasern gemäß der vorliegenden Erfindung gezogen
werden können, von der geneigten Linie 2 dargestellt wird. Fig. 3 zeigt die Faserbildungscharakteristik bei nach
oben und nach unten gezogenen Fasern des Glases gemäß Beispiel 3. Die senkrechte Linie 1 gibt die nominal besten
Bedingungen bei nach oben gezogenen Fasern an und die geneigte Linie 2 zeigt die Temperatur, bei der Fasern gemäß der vorliegenden Erfindung gezogen werden können. Die
senkrechte Linie 3 gibt die nominal besten Bedingungen
beim Ziehen der Fasern nach unten an und die geneigte
Linie 4 zeigt die Ergebnisse gemäß der vorliegenden Erfindung.
Man erkennt, daß in allen Fällen die nominal "besten Bedingungen"
bei niedrigeren Temperaturen gegeben sind, als bei dem bekannten Verfahren. Dank der Möglichkeit, die
Temperatur herabzusetzen und die Viskosität zu vermindern, bei denen das Glas gezogen wird, kann man mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren Fasern aus Glas mit hohem Schmelzpunkt herstellen, die mit den herkömmlichen Vorrichtungen
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nicht wirtschaftlich gezogen werden konnten. Die Grenze
für das Ziehen solcher Gläser bei niedriger Temperatur ist der Entglasungspunkt (devitrification point), d.h.,
daß einige hochschmelzende Gläser, wenn man sie mit dem vorliegenden Verfahren zieht, entglasen, während jedoch
die Gläser mit den nachfolgend angegebenen Zusammensetzungen mit dem Verfahren gemäß der Erfindung zu Fasern
gezogen werden können.
Die Temperatur des Glases an oder nahe den Meniskusbegrenzungsvorrichtungen
ist bestimmend für die Faserbildungsviskosität, wobei die Massetemperatur des Glases
derart sein muß, daß das Glas zur Meniskusbegrenzungsvorrichtung fließt. Man kann daher die Viskosität unabhängig
von der Massetemperatur des Glases dadurch steuern, daß man die Meniskusbegrenzungsvorrichtungen heizt oder
kühlt.
Die Ziehgeschwindigkeit kann man selbstverständlich mit Rücksicht auf den erforderlichen Durchsatz verändern,
es wurde jedoch gefunden, daß man mit Geschwindigkeiten im Bereich von etwa 5 m/Sek. bis 75 m/Sek. arbeiten kann.
Beim Verfahren gemäß der Erfindung ist wegen der niedrigeren Faserbildungstemperatur die Gefahr einer "Überflutung"
wesentlich geringer und man erreicht eine höhere Lebensdauer des verwendeten Materials. Das Verfahren gemäß
der Erfindung ist auch weniger empfindlich gegen Einschlüsse, so daß man erwünschtenfalles auch Glas geringerer
Qualität benutzen kann. Ferner zeigte es sich, daß der Bruch einer einzelnen Faser insbesondere beim Ziehen
nach oben nicht zu nahezu sofortigen weiteren Brüchen
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führt, so daß die Menge an anfallendem Abfall verringert wird und längere, fortlaufende Fasern hergestellt werden
können.
In der obigen Beschreibung wurde ausgeführt, daß die Fasern
nach oben und nach unten gezogen werden können. Bei sorgfältiger Steuerung der Bedingungen kann man selbstverständlich
das Verfahren mit den Meniskusbegrenzungsvorrichtungen und der Glasoberfläche in einer senkrechten
Ebene rechtwinklig zur horizontalen Ebene und unter irgendeinem Winkel zwischen dieser Stellung und der horizontalen
Ebene durchführen. In diesem Falle kann es erforderlich sein, zum Beispiel die öffnungen in den Meniskusbegrenzungsvorrichtungen
derart anzuordnen, daß das Glas aus jeder Öffnung unter gleichen Bedingungen gezogen
werden kann.
Die Erfindung wird nun weiter mit Bezug auf die Figuren
4 bis 8 erläutert.
Bei der dargestellten Ausfuhrungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist Glas in einem Bad oder Behälter 1 enthalten, der elektrisch erhitzt wird und mit Kontakten
2 und 3 an eine Stromquelle angeschlossen ist. Mit 4 ist eine Meniskusbegrenzungsvorrichtung bezeichnet, die aus
einer Metallplatte besteht, in die eine Anzahl Öffnungen
5 eingebohrt oder eingestanzt ist. Fig. 8 zeigt eine Dornanordnung, die aus zwei an einem Rahmen 12 gelagerten
Haltern 6 und 7 besteht, die gleichzeitig oder unabhängig voneinander zur Glasoberfläche abgesenkt werden können.
Die einzelnen Dorne 8 fluchten mit den Öffnungen 5 in der
Meniskusbegrenzungsvorrichtung 4. Durch diese Vorrichtung
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4 kann man bei Bedarf einen Heizstrom leiten.
Im Betrieb werden bei der dargestellten Vorrichtung die zwei Dornhalterungen 6 und 7 zur Glasoberfläche abgesenkt
(das Glas hat vorzugsweise eine Viskosität im Bereich von 5000 bis 6000 Poise), bis die Dorne die Glasoberfläche
berühren. Dann werden die Dorne angehoben, wobei Glasfasern aus dem Glas gezogen werden, wenn die
Dorne die Glasoberflache verlassen. Nachdem sich die Dorne in einer solchen Höhe befinden, daß die Fasern auf
eine Wickelvorrichtung 11 übergeben werden können, wird das weitere Ziehen der Fasern von der Wickelvorrichtung
übernommen, während die Dorne vom anhaftenden Glas dadurch befreit werden, daß ihre Halter energisch gegen
Anschläge 12 am Ende des Bewegungsweges der Halter prallen.
Man kann nach Wunsch Überwachungsvorrichtungen vorsehen,
um sicherzustellen, daß alle oder im wesentlichen alle Dorne mit der Glasoberfläche in Berührung kommen.
Die folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung, nicht
aber zur Abgrenzung der Erfindung.
Ein Quantum Glas, das normalerweise zur Glasfaserherstellung mit einem Rotationsverfahren verwendet wird, wurde
in das Schmelzbad eingebracht und soweit erhitzt, daß man
grade Fasern aus der Oberfläche ziehen kann. Durch fortschreitende, weitere Erhöhung der Glasmassetemperatür so
weit, bis die Faserbildung aufhörte, wurde der anwendbare Temperaturbereich von 1100 bis 1200 G bestimmt. In-10
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nerhalb dieses Temperaturbereiches konnte man Glasfasern mit Durchmessern zwischen 0,012 mm (0,0005 inch) und
0,060 mm (0,0024 inch) herstellen. Die gradlinige Geschwindigkeit der Fasern während des Ziehvorganges lag
zwischen 5 m/Sek. und 20 m/Sek.
0,060 mm (0,0024 inch) herstellen. Die gradlinige Geschwindigkeit der Fasern während des Ziehvorganges lag
zwischen 5 m/Sek. und 20 m/Sek.
Die Grenztemperatures wurden folgendermaßen bestimmt:
1. Niedrigste Temperatur:
Bei der die zum Ziehen der Fasern erforderliche Zugspannung Spannungen erzeugte, die höher sind
als die Zugfestigkeit der Fasern.
2. Höchste Temperatur:
Bei der das Gleichgewicht zwischen der Oberflächenspannung und den Viskositätskräften
am Meniskus verlorengeht, was zunächst zu einem unstabilen Meniskus und schließlich zum Zusammenbruch des Meniskus führt.
am Meniskus verlorengeht, was zunächst zu einem unstabilen Meniskus und schließlich zum Zusammenbruch des Meniskus führt.
Versuche gleich denen des Beispiel 1 wurden bei 11E"-Glas
durchgeführt. Es wurde gefunden, daß es möglich ist,
Glasfasern bei einem Glasmassetemperaturbereich von 1220 bis 1380 C mit Ziehgeschwindigkeiten zwischen 5 m/Sek.
und 20 m/Sek· zn ziehen. Die hergestellten Glasfasern
hatten Durchmesser zwischen 0,022 und 0,1 mm (22 und 100 Mikrometer). Für dieses Glas wurde die obere Grenztemperatur wie im Beispiel 1 bestimmt, die untere Temperatur
l- war jedoch diejenige, bei der im Glaskörper Entglasung
(devitrification) auftrat. Es wurde jedoch weiter gefun-"
Glasfasern bei einem Glasmassetemperaturbereich von 1220 bis 1380 C mit Ziehgeschwindigkeiten zwischen 5 m/Sek.
und 20 m/Sek· zn ziehen. Die hergestellten Glasfasern
hatten Durchmesser zwischen 0,022 und 0,1 mm (22 und 100 Mikrometer). Für dieses Glas wurde die obere Grenztemperatur wie im Beispiel 1 bestimmt, die untere Temperatur
l- war jedoch diejenige, bei der im Glaskörper Entglasung
(devitrification) auftrat. Es wurde jedoch weiter gefun-"
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den, daß man bei Auftreten der Entglasung Fasern herstellen
kann, wobei in den Fasern kristalline Einschlüsse vorhanden
waren.
Eine weitere Versuchsreihe wurde mit einem Glas durchgeführt, daß Zirkon enthielt und einen viel höheren Erweichungspunkt
als die beiden anderen, obengenannten Gläser hatte und bei dem folglich die für die Faserbildung angewendeten
Glasmassetemperaturen im Bereich von 140(T bis 1500 C lagen. Weitere Messungen zeigten, daß die Temperatur
des Meniskusfußes bis zu 200 G niedriger war als die Glasmassetemperatur. Typischerweise konnte man bei
einer Glasmassetemperatür von 1450 C die Temperatur am
Meniskusfuß unabhängig im Bereich von 1250 C bis 1350 C
steuern. Bei der Anwendung von linearen Ziehgeschwindigkeiten zwischen 5 m/Sek. und 60 m/Sek. wurden Fasern mit
Durchmessern von 0,01 bis 0,1 mm (10 bis 100 Mikrometer) hergestellt. Die Grenztemperaturen dieses Glases wurden
wie im Beispiel 1 bestimmt.
Versuche mit einem Glas, mit dem im Bereich von 1000 bis 3000 Poise Fasern hergestellt werden konnten, zeigten,
daß mit einer Flüssig-Temperatur von etwa 1420 C dieses
Glas auf 1430 bis 1500°C erhitzt werden muß. Dieses Glas hatte bei weitem den kleinsten, anwendbaren Temperatur-,
bereich und zeigte intensive Entglasung bei den niedrigej ren Temperaturen, bei denen nur vorübergehende Faserbildung
möglich war. Fasern wurden erfolgreich bei einer
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Glasmassetemperatur über 1450 C und einer Temperatur am Meniskusfuß von 1450 C gezogen. Die sich ergebenden Fasern
hatten Durchmesser im Bereich.von 0,012 bis 0,05 mm (12
bis 50 Mikrometer) bei linearen Ziehgeschwindigkeiten von 25 bis 1,5 m/Sek. Die Grenztemperaturen wurden wie im Beispiel
1 bestimmt.
Es wurde gefunden, daß Alkali- oder Fensterglas, das billig und leicht erhältlich ist, aus der Schmelze leicht
zu Fasern gezogen werden kann. Bei Glasmassetemperaturen von 1100 bis 1250 C mit Temperaturen am Meniskusfuß zwischen
1100° und 1200°C konnte man Fasern mit 0,012 bis 0,06 mm (12 bis 60 Mikrometer)-Durchmesser bei Ziehgeschwindigkeiten
von 25 bis 1,5 m/Sek. ziehen.
Es wurde gefunden, daß bei den meisten der obenerwähnten Gläser die beste Viskosität des Glases am Fuß des Meniskus
5000 bis 6000 Poise betragt, während man jedoch zum Beispiel·Alkaliglasfasern bei einem Bereich von 1000 bis
10000 Poise herstellen kann.
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Claims (13)
- 201-211 Martins Building, Water Street,Liverpool L2, 3 SR, Lancashire, EnglandBezeichnung: Verfahren und Vorrichtung zum Herstellenvon GlasfasernAnsprücheVerfahren zum Herstellen von Glasfasern durch Ziehen der Glasfasern aus geschmolzenem Glas mit einer Viskosität von wenigstens 1000 Poise, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Satz Dorne mit dem geschmolzenen Glas in Berührung bringt und zuläßt oder bewirkt, daß das Glas an jedem einzelnen Dorn haftet, daß man die Dorne dann von der Glasoberfläche wegfaewegt, so daß das Glas in Faserform ausgezogen wird, daß man die so gebildeten Fasern anschließend zu einer Wickeleinrichtung führt und daß man an oder nahe der Glasoberfläche Meniskusbegrenzungsvorrichtungen zur Vermeidung der Vereinigung der Menisken während des Ziehens der einzelnen Fasern anordnet.
- 2) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Fasern im wesentlichen senkrecht nach oben zieht.
- 3) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Fasern unter einem zwischen der senkrechten und der waagerechten Ebene liegenden Winkel schräg nach obenzieht. 10 9851/123 2
- 4) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Dorne gemeinsam in einem Halter derart montiert, daß jeder einzelne Dorn mit einer Öffnung in den Meniskus begrenzungsvorrichtungen fluchtet und auf diese Vorrichtungen hin und zurück bewegbar ist.
- 5) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man rohrförmige, an einen leichten Unterdruck angeschlossene Dorne verwendet.
- 6) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß man geschmolzenes Glas mit einer Viskosität im Bereich von 5000 bis 6000 Poise verwendet.
- 7) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Trennung der Dorne von anhängendem Glas die Dorne am Ende ihres Weges gegen Anschläge prallen läßt»
- 8) Vorrichtung zum Herstellen von Glasfasern, gekennzeichnet durch einen Behälter (1), in dem das Glas erhitzt wird, bis es eine Viskosität von wenigstens 1000 Poise hat, durch eine Einrichtung zur Bewegung eines Satzes von Dornen (8) in Berührung mit dem geschmolzenen Glas derart, daß das geschmolzene Glas an jedem der Dorne haftet, durch eine Einrichtung zur Wegbewegung der Dorne von der Glasoberfläche, um dabei Glasfasern aus dem Glas zu ziehen, durch eine Wickelvorrichtung 0-1) zur Aufnahme der Glasfasern und durch an oder nahe der Glasoberfläche angeordnete Meniskusbegrenzungsvorrichtungen (4) zur Vermeidung der Vereinigung der beim Ziehen der einzelnen Fasern gebildeten Menisken.109851/1232-*- 212 817 θ A
- 9) Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Dorne (8) an beiden Enden offene Rohre sind.
- 10) Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Meniskusbegrenzungsvorrichtung bei einer Vorrichtung zum aufwärtsziehen der Fasern eine feuerfeste Platte (4) mit einer Reihe von Öffnungen (5) ist. ■
- 11) Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß g die Platte (4) auf der Glasoberfläche schwimmt.
- 12) Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Meniskusbegrenzungsvorrichtung bei einer Vorrichtung zum aufwärtsziehen der Fasern ein Metalldrahtgitter ist.
- 13) Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß die Dorne (8) an einem Halter (6,7)
montiert sind, der zum Glasschmelzenbad hin und von diesem weg bewegbar ist.1098S1/1232J .Leerseite
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