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Aus der schweizerischen Patentschrift 436 678 ist ein Messerkopf
mit nachstellbaren und auswechselbaren Messern bekannt, wobei in einem scheibenförmigen
Ringkörper ein verhältnismäßig flaches Messer angeordnet ist, das mittels einer
sich mit Druckschrauben gegen den Nutgrund abstützenden Klemmleiste gehalten wird.
Das Flachmesser weist eine Justierschraube auf, deren Kopf sich gegen den Nutgrund
abstützt. Zum Nachstellen des Flachmessers wird diese Justierschraube aus dem Messer
herausgedreht, wobei ein genauer Abstand durch zwischengelegte Distanzscheiben eingehalten
wird. Das Messer
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ist gegen ein Herausschleudern aus dem Ringkörper durch eine in einer
länglichen Nut des Flachmessers geführte Sicherungsschraube gesichert, durch die
aber nicht verhindert werden kann, daß sich das Messer während des Betriebes in
gewissem Umfang aus dem Ringkörper heraus bewegt. Lediglich ein vollständiges Herausschleudern
wird hierdurch verhindert. Ein genaues Justieren des Flachmessers ist also nicht
möglich.
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Aus der deutschen Offenlegungsschrift 1 453 295 ist ein Messerkopf
bekannt, bei dem in der Mantelfläche eines Ringkörpers in Längsrichtung der Mantelfläche
verlaufende Nuten vorgesehen sind, deren Seitenwände etwa parallel zueinander und
zum Radius geneigt verlaufen. Das Messer stützt sich mit einer Einstellschraube
am Nutgrund ab. Mit dieser Einstellschraube werden Verschiebungen des Messers in
den Ringkörper hinein bzw. aus dem Ringkörper heraus vorgenommen. Die Arretierung
des Messers in einer mit der Einstellschraube eingestellten Lage wird mittels einer
im Ringkörper angeordneten, in die Nut hineinragenden Arretierschraube vorgenommen,
die gegen eine gesonderte, senkrecht zur Richtung der Arretierschraube liegende
und ebenfalls gegenüber den Seitenflächen der Nut geneigte Anschlagfläche anliegt,
wodurch das Messer gegen die gegenüberliegende Wand gepreßt wird. Das Messer hat
einen etwa parallelogrammförmigen Querschnitt, wobei die Schneide in der Mitte einer
Längsseite angeordnet ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Messerkopf der eingangs
beschriebenen Art zur Verwendung für hohe Drehzahlen so auszugestalten, daß in einfachster
Weise mit möglichst geringem Zeitaufwand ein völlig exaktes Justieren und gleichzeitiges
Festlegen der Flachmesser in allen erforderlichen Richtungen vorgenommen werden
kann.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Ringkörper
an seinen beiden Stirnseiten lösbar angebrachte Deckelscheiben aufweist, daß die
Deckelscheiben jeweils einen, einen seitlichen Vorsprung jedes Flachmessers übergreifenden
ringförmigen Deckelrand aufweisen, wobei in jedem Deckelrand Justierschrauben zur
Begrenzung von Bewegungen des Flachmessers aus dem Ringkörper hinaus bzw. zur Verschiebung
jedes Flachmessers in den Ringkörper hinein angeordnet sind, und daß im Ringkörper
etwa senkrecht zu dessen Längsrichtung Justierschrauben zur Verschiebung bzw. zur
Begrenzung von Bewegungen jedes Flachmessers in den Ringkörper hinein angeordnet
sind, die das Flachmesser nach außen drückend an dessen Unterseite angreifen. Die
entscheidenden Vorteile des Erfindungsgegenstandes liegen darin, daß eine sehr genaue
und einfache Einstellung möglich ist, da jedes Flachmesser an vier Stellen unmittelbar
von Justierschrauben beaufschlagt wird, die zum einen ganz exakt auch sehr geringfügige
Verschiebungen und damit Einstellungen zulassen und die zum anderen das Messer auch
exakt in dieser Lage festhalten. Es kann also nicht vorkommen, daß ein Flachmesser
beim Arretieren wieder seine Lage ändert. Des weiteren ist eine äußerst einfache
Montage und Demontage möglich.
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Schließlich wird durch die die Vorsprünge der Flachmesser übergreifenden
Deckelränder noch verhindert, daß aus Unachtsamkeit nicht richtig festgeklemmte
Messer während des Betriebes aus dem Ringkörper hinausgeschleudert werden.
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Für den Fall, daß machmesser mit Profilen, bei-
spielsweise mit profilierten
Schneiden zum Fräsen von Nuten in Bleistiftbrettchen, verwendet werden, ist es vorteilhaft,
wenn in den Deckelscheiben Justierschrauben zur Verschiebung bzw. zur Begrenzung
von Bewegungen des Flachmessers in Längsrichtung des Ringkörpers angeordnet sind.
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Weiterhin ist es von Vorteil, wenn die Justierschrauben in jedem
Deckelrand in der Ebene der Vorsprünge jedes Flachmessers angeordnet sind, während
die im Ringkörper angeordneten Justierschrauben einen das Flachmesser nach außen
drükkenden konischen Ansatz aufweisen. Wenn darüber hinaus gemäß einem weiteren
vorteilhaften Merkmal der Erfindung die Justierschrauben ein Feingewinde aufweisen,
ist eine äußerst exakte Einstellung der Flachmesser möglich.
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Um einen genauen Sitz der Deckelscheiben an den Stirnseiten des Ringkörpers
zu gewährleisten, sitzen die Deckelscheiben mit ihrem Deckelrand auf an den Stirnseiten
des Ringkörpers befindlichen Zentrieransätzen auf und sind an den Stirnseiten mit
Inbusschrauben angeschraubt. Eine vorteilhafte Ergänzung des erfindungsgemäßen Messerkopfes
ist darin zu sehen, daß zum Besäumen von Bleistiftbrettchen an jeder Stirnseite
des Ringkörpers um etwa 900 gegenüber den Flachmessern versetzt zwei Seitenschneider
angebracht sind. Diese Seitenschneider sind vorteilhafterweise in etwa kreisbogenförmigen
Ausnehmungen im Ringkörper unter Zwischenschaltung von Distanzscheiben eingeschraubt
und werden von den Deckelscheiben seitlich abgedeckt.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird an Hand der Zeichnung
näher erläutert. In der Zeichnung zeigt Fig. 1 eine Stirnansicht eines Messerkopfes,
teilweise in aufgebrochener Darstellung, und F i g. 2 eine Seitenansicht des Messerkopfes,
teilweise im Schnitt.
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Ein Messerkopf gemäß der Erfindung besteht in wesentlichen aus einem
dickwandigen zylindrischen Ringkörper 1, der eine durchgehende koaxiale Bohrung
2 zur Aufnahme einer bekannten Antriebswelle einer Bleistiftbrettchen-Fräsmaschine
aufweist. In dem Ringkörper 1 sind zwei sich gegenüberliegende schwalbenschwanzförmige,
also sich keilförmig nach unten erweiternde Nuten 3 angebracht, die sich über die
gesamte Länge des Ringkörpers 1 erstrecken. In jeder Nut 3 ist ein Flachmesser 4
derart angeordnet, daß es flach gegen die in Drehrichtung gemäß Drehrichtungspfeil
5 zurücldiegende Seitenwand 6 der Nut anliegt. Es wird in seiner Lage durch eine
Klemmleiste 7 gehalten, die mittels als Schlitzschrauben ausgebildeten Druckschrauben
8, die sich wiederum gegen den Nutgrund 9 abstützen, nach oben gedrückt werden.
Die Seitenflächen der Klemmleisten 7 haben die gleiche Neigung, wie die Seitenwände
der Nut 3. In Verlängerung der Seitenwand 6 jeder Nut3 ist eine tiefergehende Nut
10 eingefräst, die den unteren Teil jedes Flachmessers 4 aufnimmt. Etwa senkrecht
zur mittleren Radialebene jeder Nut 4 ist im Bereich der seitlichen Enden jedes
Flachmessers 4 im Ringkörper 1 jeweils eine Gewindebohrung 11 vorgesehen, in die
eine als Schlitzschraube ausgebildete Justierschraube 12 eingeschraubt ist die an
ihrem Ende einen kegelförmigen Ansatz 13 aufweist, der unter die Unterseite des
Flachmessers 4 greift und, je nachdem, wie weit die Justierschraube 12 in die Gewindebohrung
11 hineingeschraubt ist, Bewegungen des Flachmessers
in den Ringkörper
hinein begrenzt bzw. das Flachmesser nach außen bewegt.
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Auf jeder Stirnseite des Ringkörpers 1 ist eine Deckelscheibe 14
mittels Inbusschrauben 15 fest angeschraubt. Die Deckelscheiben 14 weisen jeweils
einen riagförntigen, vorstehenden Deckelrand 16 auf, die jeweils in entsprechende
Ausnehmungen 17 an den Stimseiten des Ringkörpers eingreifen. Die Ausnehmungen 17
sind so ausgestaltet, daß die durch sie gebildeten scheibenförmigen Vorsprünge an
den Stirnseiten des Ringkörpers 1 als Zentrieransätze 17 a für die Deckelscheiben
14 wirken; d. h., die Innenflächen der Deckelränder 16 liegen dicht an den Außenflächen
der Zentrieransäzte 17 a an. Gleichzeitig übergreifen die Deckelränder 16 an den
seitlichen Enden der Flachmesser 4 befindliche rechteckige Vorsprünge 18. In jedem
Deckelrand 16 sind in den jeweiligen Ebenen der Vorsprünge 18 Gewindebohrungen 19
angebracht, in die als Schlitzschrauben ausgebildete Justierschrauben 20 eingeschraubt
sind, die gegen den oberen Rand der Vorsprünge 18 anliegen und, je nachdem, wie
weit sie in die Gewindebohrung 19 hineingeschraubt sind, die Bewegungen des Flachmessers
4 nach außen begrenzen, bzw. nach innen erzeugen.
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In den Deckelscheiben 14 sind parallel zur Achse des Ringkörpers
1 Gewindebohrungen 21 angebracht, in denen sich ebenfalls als Schlitzschrauben ausgebildete
Justierschrauben 22 befinden, die gegen die seitliche Begrenzung der Vorsprünge
18 anliegen und damit eine Längsverschiebung der Flachmesser in den Nuten 3 und
10 ermöglichen. Eine solche Justierung ist besonders dann wichtig, wenn die Flachmesser
wie im vorliegenden Fall Profile 23 aufweisen, da ja jeweils zwei einander entsprechende
Profile 23 exakt auf einer Querschnittsebene des Messerkopfes liegen müssen, damit
die Profile im Bleistiftbrettchen völlig exakt gefräst werden.
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In den Stirnseiten des Ringkörpers sind etwa um 900 gegenüber den
Nuten 3 versetzt achsparallel zur Achse des Ringkörpers 1 etwa kreisbogenförmige
Ausfräsungen 24, in die Seitenschneider 25 zum seitlichen Besäumen von Bleistiftbrettchen
unter Zwischenlegen von plangescliffenen Distanzscheiben 26 mittels Inbusschrauben
27 eingeschraubt sind. Die Inbusschrauben 27 sind nicht im Krümmungsmittelpunkt
der Ausfräsungen 24 angeordnet, damit sich die Seitenschneider 25 in letzteren abstützen
können.
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Die Seitenschneider 25 weisen eine über die Mantelfläche des Ringkörpers
1 vorstehende und durch eine entsprechende Ausnehmung in je dem ringförmigen Deckelrand
16 durchragende Schneide 28 auf, mittels derer die Bleistiftbrettchen, seitlich
auf genaue Breite bearbeitet werden.
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Der Einbau und das Justieren von Flachmessern in den Messerkopf geht
folgendermaßen vor sich: Zuerst werden je ein Flachmesser 4 in eine Nut 3 gegen
die Seitenwand 6 anliegend eingeschoben und die Druckschrauben 8 so weit in die
Klemmleiste 7 eingeschraubt, daß jedes Flachmesser 4 locker eingeklemmt ist. Anschließend
werden die vier Seitenschneider 25 mit den geschlifffenen Distanzscheiben 26 in
die Ausfräsungen 24 mittels der Inbusschrauben 27 eingeschraubt. Darauf werden die
Deckelscheiben 14 auf ihre Zentrierungen aufgeschoben und mittels der Inbusschrauben
15 gegen die jeweilige Stirnseite des Ringkörpers 1 geschraubt. Um ein bequemeres
Einstellen der Flachmesser zu erreichen, wird der Messerkopf zweckmäßigerweise auf
eine all gemein verwendbare Einstellvorrichtung gesetzt, die aus einer Platte mit
senkrechem, entsprechend dem Durchmesser der Bohrung 2 geschliffenen Mittelzapfen
besteht, wobei zusätzlich eine Meßuhr mit einer Teilung von t/roo mm verwendet wird.
Durch Drehen jeweils der an einer Seite eines jeden Flachmessers 4 befindlichen
Justierschrauben 12 und 20 kann jedes Flachmesser 4 aus dem Ringkörper 1 herausgehoben
oder in diesen hineingeschoben werden, wobei das Flachmesser aber jeweils in beiden
Bewegungsrichtungen festliegt. Mit den Justierschrauben 12 und 20 kann also jedes
Flachmesser 4 so ausgerichtet werden, daß seine Schneiden 23 absolut parallel zur
Achse des Ringkörpers 1 liegen und alle Schneiden 23 zu dieser Achse gleichen Abstand
haben. Außerdem ist durch diese Schrauben gewährleistet, daß die Flachmesser 4 ihre
etwa radiale Lage nicht ändern können. Mit den Justierschrauben 22 können die Flachmesser
4 axial verschoben und festgelegt werden, so daß jeweils zueinander gehörende Profile
23 auf verschiedenen Flachmessern jeweils exakt auf einer Querschnittsebene des
Messerkopfes liegen. Im Anschluß daran werden die Flachmesser 4 durch festes Anziehen
der Druckschrauben 8 in der Nut 3 festgeklemmt.
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Da sämtliche Justierschrauben 12, 20, 22 mit Feingewinde mit einer
Steigung von etwa 0,5-1 mm pro Gewindegang versehen sind, ist eine Justierung der
Flachmesser auf + lJtoo mm in verhältnismäßig kurzer Zeit möglich. Wenn der Messerkopf
für das Heraushobeln von Rohstiften eingesetzt wird, wobei es ebenfalls auf hohe
Genauigkeit ankommt, fallen die Seitenschneider fort, da keine Seitenbesäumung mehr
nötig ist.
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Der erfindungsgemäße Messerkopf ist selbstverständlich auch in der
allgemeinen Holzbearbeitung einsetzbar, und zwar insbesondere dort, wo es auf hohe
Oberflächengüte und sehr hohe MaßgenauRgkeiten ankommt.