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Verfahren zum Anordnen von Rohrleitungen.
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anordnen und Installieren
von Rohrleitungen in Gebäuden, vorzugsweise mehrgeschossigen Häusern, wobei die
Leitungen an einen im Erdgeschoss des Gebäudes vorgesehenen Verteiler angeschlossen
sind und sich durch das Gebäude nach verschiedenen Anschlusspunkten für Zapfstellen,
Radiatoren od.dgl. hocherstrecken.
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Gegenstand der Erfindung ist, ein neues wirksames und arbeitsersparendes
Verfahren zum Verlegen und Installieren von Leitungen für z.B. Gebrauchswasser und
Zentralheizung in mehrgeschossigen Häusern zu schaffen. Die das erfindungsgemässe
Verfahren im wesentlichen kennzeichnenden Merkmale bestehen darin, im Haus bei dessen
Errichten ein System von, Kästen oder Kammern für Verteiler, Ventile und andere
Armaturen umfassenden Hohlräumen und Leerrohren oder Kanälen mit Abzweigungen zu
schaffen, welche Leerrohre, Kanäle und Abzweigungen einerseits die genannten Kästen
oder Kammern untereinander verbinden und sich andererseits bis zu den bezüglichen
Anschlusspunkten heranerstrecken, und im Hohlraumsystem durch Einschieben von biegsamen
Rohren und durch Montage von Verteilern u.dgl. das gewünschte Rohrleitungssystem
vorzusehen.
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Das Verfahren ist nachstehend an Hand der Zeichnung näher beschrieben.
Darin zeigt: Fig. 1 ein schematisches Bild der Rohrinstallation in einem mehrgeschossigen
Haus, und Fig. 2, 3 und 4 für zwei, drei bzw. vier Stockwerkseinheiten beabsichtigte
Verteiler.
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Das erfindungsgemässe Verfahren lässt sich in zwei Phasen aufteilen.
Die erste Phase, die gleichzeitig mit dem Errichten des Gebäudeskeletts ausgeführt
wird, umfasst das Anordnen und Einbetonieren von einem Treppenhauskasten 1, Leerrohren
2, Stockwerkkästen 3 und Leerrohrabzweigungen 4 in einer Grundplatte oder Kellerbalkenlage
I und zweckmässigen, das Treppenhaus umschliessenden Wänden II oder anderen, in
zweckdienlicher Weise gelegenen Wänden. Man hat im Gebäude eine von einem zentralen
Ort, z.B. der Grundplatte oder dem Kellerdach des Treppenhauses ausgehendes verzweigtes
System von Hohlräumen, die sich bis zu den bezüglichen
Nassräumen,
z.B. Badezimmer, Küche usw., der verschiedenen Stockwerke oder zu den Radiatoren
darin heranerstrecken.
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Die zweite Phase umfasst das Anordnen des inneren. Systems, d.h.
die eigentlichen Leitungen mit den zugehörigen Ventilen, Zweigleitungen u.dgl. Im
Treppenhauskasten 1 wird der Treppenhausverteiler 6 vorgesehen, von dem sich die
Treppenhaus leitung 6 zu den Stockwerkverteilern 7 erstreckt. Von den Stockwerkverteilern
7 laufen die Stockwerksleitungen 8 zu den Anschlusspunkten 9 des bezüglichen Stockwerks,
wo die inneren Kupplungen oder Armaturen der Funktionsstellen angeschlossen werden.
Man kann auch bei Multipeln von Stockwerkseinheiten weitere Innenleitungen in den
Leerrohren und den Stockwerkkästen montieren, und in der Zeichnung ist die rundherumlaufende
Leitung oder Ringleitung 10, die den Treppenhausverteiler 5 mit einem der obersten
Stockwerkverteiler 7' verbindet, sowie Verteilerleitungen 11 gezeigt, die die Stockwerkverteiler
7 lotrecht verbinden.
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Die verschiedenen Bestandteile des Leerrohrsystems und des Innensystems
sind im folgenden in der oben erwähnten Reihenfolge beschrieben.
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Der Treppenhauskasten 1 ist bei Häusern ohne Keller auf der Grundplatte
des Treppenhauses angebracht und besteht aus einem direkt einbetonierten, druckimprägnierten
Holzkasten. Der Treppenhauskasten kann die Abmessungen 1100 x 1100 x 600-700 mm
haben. Er ist unter der Fussbodenebene versenkt, besichtigbar und mit einem Bodenablauf
versehen. Unter dem Kastendeckel ist eine isolierende Abschirmung aus zweckmässigem
Material angebracht.
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Bei Häusern mit Keller ist der Treppenhauskasten in der Kellerbalkenlage
des Treppenhauses versenkt angebracht und vom Keller aus besichtigbar. Die Abmessungen
sind zweckmässigerweise gleich der Breite des Kellerganges, und zwar z.B. 1100 mm,
und die Versenkung in der Kellerbalkenlage 10 mm.
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Der Stockwerkkasten 2 wird aus galvanisiertem Eisenblecrl z.B. mit
den Abmessungen 500 x 300 x 120 mm hergestellt. Dieser besichtigbare Kasten 2 wird
in zweckmässige Wandabschnitte einbetoniert und mit den Leerrohren verbunden, wodurch
er zusammen mit diesen einen Raum zur Verbindung des Stockwerkverteilers 7 mit den
Treppenhallsslerteiler- und Stockwerkleitungen sowie für die Verlegung cler Ringleitung
10 gewährt. Die Stockwerkkästn 2 für (las Heir:system haben einen vertikalen Anschluss
für das ;erneiname Leerrohr für die Zu- und Rücklaufleitungen der Installat on.
Auf der
Vorderseite ist eine Aussparung zum Anschluss an einen horizontalen
Rohrschlitz in Aussenwandteilen vorgesehen. Die für Warm- und Kaltwasser bestimmten
Stockwerkkästen sind mit doppelten vertikalen Leerrohranschlüssen für Kalt- bzw.
Warmwasserleitungen versehen.
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Für den Anschluss der nicht durch die Leerrohre 2 laufenden Leitungen
des Erdgeschosses sind im Deckel des Kastens 2 Aussparungen vorgesehen. Der Deckel
des Kastens ist leicht abnehmbar und besteht aus feuerfestem Material. Der Stockwerkkasten
mit den zugehörigen Leerrohranschlüssen wird nach der Installation mit feuerfestem
Isolierstoff gefüllt.
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Die Leerrohre 2 bestehen aus spiralgefalzten galvanisierten Blechrohren
vom Typ "Spiro" und werden sowohl horizontal als auch vertika] in feuerfestem Material
verlegt. Die Leerrohre haben beträchtlich gröbere Abmessungen als die Innenrohre
und eine unbedingte Forderung an Wasserdichtigkeit liegt nicht vor, während dagegen
eine hohe Forderung an die Festigkeit der Rohre gegen Betonierdruck und äussere
Beschädigung besteht. Die Rohre müssen ausserdem verhältnismässig glatte Innenflächen
aufweisen und nicht mit grösseren Winkeln als höchstens 45° verlegt werden. Bei
horizontaler Einbetonierung in einer Grundplatte sind die Leerrohre mit Abfall gegen
den Treppenhausverteiler und nicht mit einem grösseren Winkel als 45° in der Horizontalebene
und 45° vertikal bei der Hochführung in den Stockwerkkasten zu verlegen. In beiden
Fällen sollen die Rohrkrümmer einen solchen Durchmesser und Länge besitzen, dass
zwei Irnenrohre von 22 x 1 mm ohne Biegung durch die Krümmer hindurchgeführt erden
können. Dies ist aus dem Gesichtspunkt der Montage notwendig, da man bei der Horizontalmontage
die Rohrkrümmer auf die Innenrohre aufsteckt. In jeder Stockwerkebene haben die
Leerrohre 450-ige Abzweigungen, die nach der Installation mit feuerfestem Material
und Zementeinguss abgedichtet werden. Die Leerrohre 2 können in üblicher Weise,
wo dies erforderlich ist, auswendig gegen Wäime und Kälte mit hierfür geeignetem
Material isoliert werden. Diese I-olierung der I.eerrollre ist nicht als Standard,
sondern als zusätzliche Isolierung anzusehen, da die Hohlräume und Mäntel der Leerrohre
den normalen Bedarf des und/oder der Innenrohre an Isolation und Schutz genügen.
Da die Leerrohre an den Engen mit feuc-rfectem Isolierstoff verschlossen sind, ist
die Luftbewegung im Rohr unbedeutend und somit auch die Wärmeabgabe. I)ie Abdichtungen
und Zementeingüsse an den Rohrenden innerhalb des Stoc@werkteils verhindern au serdem
die Uebertragung von Feiner und Schall zwischen
den darüberliegenden
Stockwerken und den über die gleichen Üeerrohre angeschlossenen Wohnungen.
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Für die 2-, 3- und 4-Stockwerkeinheiten gilt allgemein, dass die
Leerrohre 2 einen Innendurchmesser von etwa 75 mm in der Horizontal- als. auch der
Vertikalebene besitzen sollen. Beim Anbau einer oder mehrerer Einheiten steigt die
Abmessung in der Vertikalebene von 75 auf 100 mm.
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Der Treppenhausverteiler 5 besteht aus einem Hauptversorgungsrohr
mit T-Rohrabzweigungen und Kupplungsteilen. Der Verteiler für das Heizsystem ist
aus Eisenmaterial und der Verteiler für das Kalt- und Warmwassersystem aus Kupfer
hergestellt. Die Verbindung von Verteiler und Rohren erfolgt mittels Kupplungen
oder durch Löten. Der Verteiler ist im Treppenhauskasten untergebracht und ist über
die Treppenhaus leitungen mit dem Stockwerkverteiler verbunden. Zur Bewirkung eines
Kreislaufes in dem Ringleitungssystem hat der Treppenhausverteiler 5 für warmes
Zapfwasser einen Einzelwiderstand zwischen den beiden Abzweigungen nach diesem System.
Die Verteiler sind stets nichtisoliert und haben als Standard eine Hauptrohrabmessung
und eine Zweigrohrabmessung sowie zwei, drei, vier und fünf Abzweigungen.
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Der Stockwerkverteiler 7 besteht aus einem stark konzentrierten T-Rohrstück
mit Kupplungsteilen. Der Verteiler ist aus Kupfer oder Metall sowohl für die Heizungs-
als auch die sanitären Installationen hergestellt. Die Verbindung von Verteiler
und Rohren erfolgt mittels Kupplungen oder durch Löten. Der Verteiler ist im Stockwerkkasten
3 untergebracht und über die Treppenhaus leitungen 6 mit den darüberliegenden Treppenhausverteilern
und den Obergeschossleitungen mit den verschiedenen Funktionsstellen, wie Badezimmer,
Küche, Radiatoren usw., verbunden. Der Verteiler ist stets nichtisoliert und hat
als Standard drei, vier und fünf Abzweigungen.
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Laut Standard können höchstens vier Stockwerke von einem Stockwerkverteiler
versorgt werden.
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Die Treppenhaus leitungen 6, die horizontal und biegsam oder weich
sind, gehen von dem Treppenhaus verteiler 5 für die bezüglichen Versorgungssysteme
aus und erstrecken sich zu den in den Stockwerkkästen 3 untergebrachten Stockwerkverteilern
7 oder auch direkt zu Anschlusspunkten 9 für Radiatoren und Zapfstellen, die nicht
an den Stockwerkverteiler angeschlossen sind. Die Treppenhausleitung hat eine weiche,
fugenlose Rohrwandung aus Kupfer, Stahl oder Kunststoff mit Forderung an unbedingte
Drnhtigkeit für Druckwasser.
Die Leitung ist als Standard nichtisoliert
und kann infolge ihrer geringen Abmessung und niedrigen Streckgrenze von Hand sowohl
in das umschliessende Leerrohr eingeführt als auch aus ihm herausgezogen werden.
Bei den Abmessungen 22, 18, 16 x 1 mm werden vorteilhaft Hilfswerkzeuge für die
horizontalen Montagen angewendet.
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Die Treppenhausrohre 6 für kaltes und warmes Gebrauchswasser werden
je für sich in getrennten Leerrohren montiert, während die Zu- und Rücklaufleitung
des Heizsystems ohne Ungelegenheit zusammen verlegt werden können.
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Von dem Stockwerkverteiler gehen die vertikalen, weichen Stockwerkleitungen
8 des bezüglichen Versorgungssystems zu den Anschlusspunkten der bezüglichen Stockwerke
aus. Im übrigen gilt in zutreffenden Teilen das über die Treppenhausleitungen 6
Erwähnte.
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Die Verteilerleitungen 11 werden bei fünfgeschossigen und höheren
Häusern angewendet und dienen als Verbindungsleitungen zwischen zwei übereinander
gelegenen Stockwerkverteilern. Im übrigen gilt in zutreffenden Teilen das über die
Treppenhaus leitungen Erwähnte.
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Die Ring leitung 10 verbindet den Treppenhaus verteiler 5 mit dem
oder den Stockwerkverteilern 7, die von dem Treppenhausverteiler 5 direkt versorgt
werden sollen, von welchem Treppenhausverteiler 5 das Ringleitungssystem somit ausgeht.
Wenn kein Zapfen im System vorkommt, dient das Ringleitungssystem als ein Kreislaufsystem
und dabei mit umgekehrter Strömungsrichtung des Wassers entweder in der Ring leitung
oder auch in den Verteiler- und Treppenhaus leitungen, abhängig davon welches Ende
des Treppenhausverteilers an das Warmwasserkreislaufsystem angeschlossen ist.
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Die Ringleitung 10 wird im allgemeinen an den aus dem Gesichtspunkt
der Belastung und des Druckes am schlechtesten gelegenen Stockwerkverteiler angeschlossen.
Meistens ist dies der höchstgelegene Stockwerkverteiler 7'. Dieser Umstand schliesst
jedoch nicht die Möglichkeit aus, niedriger gelegene Einheiten sowohl gesondert
als auch paarweise verbunden mit anderen an die Ringleitung angeschlossenen Einheiten
einzuschalten. Zu beachten ist jedoch, dass die Funktion der Ringleitung als Kreislaufleitung
nur bei der niedrigsten Anschlussstelle gilt, welche gegenüber höher gelegenen Anschlussstellen
als Kurzschlusspunkt funktionieren wird. Im übrigen gilt in zutreffenden Teilen
das über die Treppenhaus leitungen Erwähnte.
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Die Erfindung ist nicht auf die oben beschriebenen und in
der
Zeichnung dargestellten Ausführungen beschränkt, sondern lässt- im Rahmen der nachstehenden
Patentansprüche mehrere Abänderungen zu.