DE2124595B2 - Verfahren zum herstellen von leichtmetallkolben mit einer im kolbenboden angeordneten brennraummulde - Google Patents
Verfahren zum herstellen von leichtmetallkolben mit einer im kolbenboden angeordneten brennraummuldeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Leichtmetallkolben mit einer im Kolbenboden
angeordneten Brennraummulde.
Bei solchen Kolben ist die den Muldenrand bildende Zone des Kolbenbodens im Betrieb thermisch
besonders hoch und wechselnd beansprucht und neigt daher zur Rißbildung.
Es ist bekannt, diese Zone vor Rißbildung dadurch zu schützen, daß man sie als, Einsatzkörper aus
einem hitzcbeständif;en metallischen oder metallkeramischen
Werkstoff ausbildet (deutsche Offenlegungsschrilt 1933 520 bzw. britische Patentschrift
588 322). Derartige Einsatzkörper erhöhen jedoch das Gewicht des Leichtmetallkolbens bzw. werden
im Betrieb wegen ihrer schlechten Wärmeleitfähigkeit sehr heiß, so daß sie das umgebende Leichtmetall
auf eine Temperatur aufheizen können, bei der seine Festigkeit nur noch gering ist oder bei der es
zum Schmelzen kommt. Außerdem bereitet es Schwierigkeiten, eine einwandfrei haltbare Verbindung
zwischen dem Einsatzkörper und dem Kolbenkörper zu schaffen. Ferner ergeben sich durch die
unterschiedlichen Wärmedehnungen beider Metalle wiederum Spannungen. Eine Lösung zur Vermeidung
dieser Spannungen besteht nach der Lehre der deutschen Auslegeschrift 1294 098 in der Einfügung
eines zum Muldenrand konzentrischen zylindrischen Ringes in den Kolbenboden, wodurch eine ausgleichende
Gegenspannung aufgebracht werden soll. Diese Maßnahme ist jedoch recht aufwendig.
Weiter ist es bekannt, Werkstoffe durch Umschmelzen mittels Ladungsträgcrstrahlen zu veredeln
(»Elektronik« Nr. 5, Mai 1961, Seiten 146 bis 148). Dieses Umschmelzveredlungsverfahren beruht darauf,
daß ein in den Werkstoff eindringender Ladungsträgerstrahl jeweils nur eine sehr kleine, unmittelbar
in seinem Bereich liegende Werkstoffmenge aufschmilzt, während die Umgebung der Schmelzzone
kalt bleibt und das aufgeschmolzene Material daher unmittelbar nach dem Entfernen bzw. Fortschreiten
des Ladungsträgerstrahles stark abkühlt und sofort wieder erstarrt, weshalb der umgeschmolzene
Werkstoff ein sehr feinkörniges Gefüge, eine hohe Festigkeit und eine große Dehnfähigkeit erhält.
Da das umgeschmolzene Material ein etwas kleineres Volumen einmimmi als das nicht umgeschmolzene,
zieht sich das durch Umschmelzveredeln behandelte Werkstück etwas zusammen, was man in der Regel
in Kauf nehmen kann. Falls jedoch die geometrische Form des Werkstückes einen völligen Abbau der
Spannungen durch Gestaltänderung nicht zuläßt, können hohe Eigenspannungen auftreten.
ίο Eine solche für die Anwendung des Umschmelzveredelungsverfahrens ungünstige geometrische
Form weist aber gerade die im Bereich des Muldenrandes liegende Zone des Kolbenbodens auf. Diese
Zone hat eine geschlGssene Gestalt, welche den beim
Umschmelzveredeln auftretenden radialen und tangentialen Spannungen keine Möglichkeit zum Abbau
bietet. Deshalb war zu befürchten, daß sich hohe Eigenspannungen ergeben, wenn man di; um den
Muldenrand liegende Zone durch zum Brennraummuldenraiid parallele oder spiralförmig um diesen
verlaufende Umschmelznähte veredelt. Versuche haben ergeben, daß bereits durch vier zueinander parallele
Nähte die Eigenspannungen so hoch werden, daß der Muldenrand aufreißt. Wenn man, wie übüch.
mit einem Ladungsträgerstrahl arbeitet, der in sich parallel lediglich in der Nahtrichtung verschoben
wird, sind aber weit mehr als drei nebeneinanderliegende Nähte nötig, um die um den Muldenrand liegende
Zone auf einer für einen wirksamen Schutz notwendigen Breite, die erfahrungsgemäß etwa 4 mm
beträgt, vollkommen umzuschmelzen.
Wohl könnte man die Spannungen dadurch mildern, daß man den Kolben während der Umschmebbehandlung
auf höherer Temperatur hält, dadurch würde aber die erwünschte Wirkung, nämlich die
durch starke Abkühlung verursachte feinkörnige Ausbildung des umgeschmolzenen Werkstoffes, nur
teilweise eintreten. Außerdem ist ein Anwärmen der Kolben aufwendig und teuer.
Der Anwendung des Umschmelzveredelns mittels Ladungsträgerstrahles auf die um den Muldenrand
liegende Zone von Kolben stand außerdem die Überlegung entgegen, daß insbesondere die unmittelbar
am Brennraumrand liegende Zone einei Veredelung bedarf, daß aber dort auftreffende oder austretende
Strahlen den Muldenrand kraterartig zerklüften wurden.
Aus all diesen Gründen hat die Fachwelt bisher geglaubt, auf die Anwendung des Umschmelzveredeiungsverfahrens
auf die im Bereich des Muldenrandes liegende Zone des Kolbenbodens verzichten zu
müssen, obwohl seit langem ein dringendes Bedürfnis bestand, diese Zone vor Rißbildung zu schützen und
die Verwendung eines veredelten Werkstoffes hierfür besonders geeignet erscheinen mußte.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, beim Herstellen von Leichtmetallkolben mit einer im Kolbenboden
angeordneten Brennraummulde die Anwendung des bekannten Umschmelzveredelns mittels
Ladungsträgerstrahlen trotz der erwähnten Hindernisse zu ermöglichen.
Erfindungsgemäß ist diese Aufgabe dadurch gelöst, daß, ausgehend von einem Vorwerkstück, dessen
Brennraummulde um eine Bearbeitungszugabe in radialer Richtung verkleinert ist, der Bereich des späteren
Brennraumniuldenrandes durch an sich bekanntes Umschmelzen mittels eines Ladungsträgerstrahles
veredelt wird, indem zwei oder drei untereinander
und zum Brennraummuldenrand parallel verlaufende, sich teilweise überdeckende Umschmelznähte
in an sich bekannter Weise m'ttels eines quer zu deren Verlauf bzw. kreisförmig oder elliptisch schwingenden Ladungsträgerstrahles erzeugt werden, und S
daß danach der Brennraummuldenrand dorch Entfernen der Bearbeitungszugabe freigelegt wird.
Die Wirkung der damit beanspruchten Maßnahmen besteht darin, daß die unmittelbar am Brennraumrand auftretenden Strahlen in die Bearbeitungs-
zugabe hinein verlaufen, so daß der Brennraumrand nach dem Entfernen der Bearbeitungszugabe, etwa
durch Drehen, keinerlei Zerklüftung aufweist.
Da die üblichen Geräte zur Erzeugung von Ladungsträgerstrahlen, z.B. Elektronenstrahl-Schweiß-
maschinen, mit Einrichtungen zur periodischen Ab lenkung des Ladungsträgerstrahles ausgerüstet sind,
wie in »Werkstattstechnik«, Heft 9, 1961, Seiten 448 bis 454, dargelegt ist, bedeutet die Anwendung der
beschriebenen, an sich bekannten Strahlführung keinen zusätzlichen Aufwand.
Ein nach der Erfindung gefertigter Kolben weist eine um den Brennraummuldenrand liegende veredelte
Zone auf, die sehr gute Dehnungs- und Festigkeitseigenschaften bei sehr feinkörnigem Gefüge aufweist,
in der aber die Eigenspannungen weit unter dem kritischen Wert liegen, bei dem die Zone aufreißen
würde, was darin begründet sein mag, daß, indem der Ladungsträgerstrahl quer zum Verlauf der Umschmelznaht
schwingt, sich ein größerer Bereich des Werkstoffes im geschmolzenen Zustand befindet, als
dies bei der Verwendung eines nichtschwingenden Strahles der Fall ist. Den bei der Schrumpfung entstehenden
Spannungen steht damit ein größerer Querschnitt zum Ausgleich zur Verfügung, außerdem
kühlt sich das umgeschmolzene Material zwar auf dieselbe Temperatur wie bei der Verwendung eines
nichtschwingenden Strahles, aber nicht ganz so schlagartig ab.
™L Erfindung wird nachstehendI an,Hand eines
Ausführunesbeispiels beschrieben. Es zeigt
η gTemen Längsschnitt durch den fertigen Kobl wobeTdie Form, welche das zu seiner HerstelhS 5Le Vorwerkstück im Bereich der Brenn-
raummXaufwies, durch unterbrochene Linien an-
^Tg^eine Draufsicht auf den Kolben nach
FiFiR 3 in vergrößertem Maßstab und in schemati
cher DarLllung einen Längsschnitt durch Umschmelznähte,
die durch einen mitschwingenden Ladungsträgerstrahl hergestellt wurden,
F°4 ebenfalls schematisch und in vergrößertem
Mflßsteb einen Längsschnitt durch Umschmelznam,·.
die durch einen quer zu diesen schwingenden Ladungsträgerstrahl erzeugt wurden.
Der Kolben 1 weist eine Brennraummulde 2 auf,
um deren Rand 3 die veredelte Umschmelzzone 4 angeordnet ist. MUS ist die Bearbeitungszugabe des
Vorwerkstücks bezeichnet. Wie aus Fig.4 zu ersehen
ist ist die Umschmelzzone 4 aus drei zueinander und zum Muldenrand 3 parallelen Umschmeiznahten6
gebildet, die zusammen eine ausreichende Breite ft ergeben. Hätte man das Umschmelzen milk,-,
eines nicht quer zur Vorschubrichtung schwingenden Ladungsträgerstrahles vorgenommen, so hatte man,
wie das die Fig.3 zeigt, nur sehr schmale spitze Nähte 7 erzielt; zwei oder drei derartige Nahte hatten
auf keinen Fall ausgereicht, um eine genügend breite Zone aufzuschmelzen und zu veredeln, wahrend
mehr als drei Nähte zum Aufreißen des Muldenrandes geführt hätten.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zum Herstellen von Leichtmetallkolben mit einer im Kolbenboden angeordneten Brennraummulde, dadurch gekennzeichnet, daß, ausgehend von einem Vorwerkstück, dessen Brennraummulde (2) um eine Bearbeitungszugabe (5) in radialer Richtung verkleinert ist, der Bereich (4) des späteren Brennraummuldenrandes (3) durch an sich bekanntes Umschmelzen mittels eines Ladungsträgerstrahles veredelt wird, indem zwei oder drei untereinander und zum Brennraummuldenrand (3) para»el verlaufende, sich teilweise überdeckende Um- schmelznähte (6) in an sich bekannter Weise mittels eines quer zu deren Verlauf bzw. kreisförmig oder elliptisch schwingenden Ladungsträgerstrahles erzeugt werden, und daß danach der Brennraummuldenrand (3) durch Entfernen der Bearbeitungszugabe (5) freigelegt wird.
Priority Applications (2)
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