DE2123601A1 - Fadensteuervorrichtung bei Nähmaschinen - Google Patents
Fadensteuervorrichtung bei NähmaschinenInfo
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Description
DR.-INQ. · DIPU-INO. M.SC. CP..-PHYS. DR. DIPL-PHVS.
HÖGER - STELLRECHT - (i«!ESS3ACH - HAECKER
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11. Mai 1971
Union Special Machine Company 400 North Franklin Street Chicago, Illinois 60610 / U.S.A.
Fadensteuervorrichtung bei Nähmaschinen
Die Erfindung betrifft eine Fadenführungs- oder -steuervorrichtung
bei Nähmaschinen/ insbesondere bei Kettenstichnähmaschinen, die es der Bedienungsperson gestatten, die Festigkeit des
gebildeten Stiches in Abhängigkeit von dem zu vernähenden Werkstück einzustellen.
In der Bekleidungsindustrie herrscht ein ständig wachsender Bedarf für Nähmaschinen, die für die Herstellung loser oder
lockerer Stiche geeignet sind. Ein wesentlicher Grund hierfür ist das Auftreten einer unerwünschten Kräusel- oder Runzelbildung
an Nähten bei der Herstellung "dauergebügelter" Kleidung.
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Es wurde gefunden, daß diese Kräuselung hauptsächlich durch die
Schrumpfung der Nahtfäden verursacht ist, wie sie während der Forrabügelung solcher Kleidungsstücke auftritt, wobei das betreffende
Kleidungsstück gewöhnlich mit einem. Finish-Reagenz behandelt wird, das anschließend durch Einbringen des Kleidungsstückes
in einen heißen Ofen ausgehärtet wird« Es wurde gefunden, daß die Nahtkräuselung durch Anwendung lockerer Stiche beträchtlich
reduziert werden kann.
Bisher wurden lockere Stiche bei der Herstellung von Kleidungsstücken
als unerwünscht betrachtet, und zwar im wesentlichen wegen Ihrer Sperrigkeit, insbesondere bei der Herstellung von
Kettenstichen. Ein weiterer Grund für die Unerwünschtheit loser Stiche lag in dem erhöhten Fadenverbrauch pro Stich und nicht
zuletzt In dem sogenannten "Grinsen" oder "Klaffen" der Naht,
worunter die Erscheinung verstanden wird» daß zwischen den miteinander
verbundenen Stoffstücken die Fäden sichtbar werden.
Zur Erzeugung eines in brauchbarer Weise lockeren Stiches wird eine Fadenführungsvorrichtung benötigt t die derart einstellbar
ist, daß sie an die jeweiligen Eigenschaften der verschiedenen Nähmaterialien anpaßbar ist. Hierzu wurden bereits Mechanismen
vorgeschlagen, die jedoch nur für ganz spezielle Kettenstichmaschinen geeignet waren. Diese Mechanismen waren weiterhin kompliziert
und aufwendig und ließen sich bei anderen MascMnentypen nicht anbringen.
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Die Erfindung geht von der Aufgabe aus, diesem Mangel abzuhelfen
und eine Fadenführungsvorrichtung vorzuschlagen, die an beliebige Nähmaschinen anbringbar ist und bei geringem Aufwand
eine Veränderung der Stichfestigkeit in weiten Grenzen in einfacher Weise ermöglicht. Außerdem soll sich die erfindungsgemäße
Vorrichtung nicht nur für Kettenstich-, sondern auch für Steppstichnähmaschinen eignen.
Die erfindungsgemäße Fadenführungsvorrichtung umfaßt im wesentlichen
eine Befestigungsplatte, die mit Hilfe einer einzigen Schraube am Arm einer Nähmaschine befestigt werden kann. Die
Befestigungsplatte weist eine Schlitzführung auf, die sich quer über den Laufweg des Nähfadens zwischen einem üblichen
Fadenspanner und der üblichen, am Nadelhebel angeordneten öse erstreckt. Weiterhin ist erfindungsgemäß in dieser Schlitzführung
der Befestigungsplatte ein ösenglied verschieblich und fixierbar, das den Nähfaden aufnimmt und je nach seiner Einstellung
das Ausmaß der Fadenschleife steuert, welche aus dem
Nähfaden durch dl^ Bewegung der am Nadelhebel vorgesehenen
öse während des Betriebes der Nähmaschine gebildet wird.
Mit Hilfe der Erfindung lassen sich folgende Wirkungen und Vorteile
erzielen.
1. Es wird eine Fadensteuerung für Zwei-Faden-Nähmaschinen vorgeschlagen,
die es einer Bedienungsperson erlaubt, den Abzug des Nadelfadens jeweils so einzustellen, daß sich entweder
feste oder lockere Stiche über einen weiten Bereich hinweg herstellen lassen.
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2. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann rasch und genau auf die jeweils vorherrschenden Nähbedingungen eingestellt werden,
ohne daß dabei irgendwelche Veränderungen in4er Einstellung
der üblichen Fadenspannmittel· notwendig sind.
3. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist in ihrem Aufbau kompakt,
erfordert wenig Platz und kann zum Zwecke einer besseren Beobachtung durch die Bedienungsperson an der Vorderseite des
überhängenden Armes einer Nähmaschine befestigt werden, wobei die Nähmaschine beispielsweise eine den Faden tragende
Nadel 1 und einen einen weiteren Faden tragenden Greifer haben kann.
4. Die erfindungsgemäße Vorrichtung besitzt weiterhin zwei stationäre Fadenführer, die an dem Nähmaschinengestell in
einem bestimmten, räumlichen Verhältnis zueinander angeordnet sind; ferner sind Mittel vorgesehen, um dieses Verhältnis
zu verändern, sowie verschiebliche Fadenführungen, die in einer vertikalen Ebene hin- und herbewegbar sind, um den
Nadelfaden zwischen den stationären Fadenführungen zu steuern, Die Wirksamkeit dieser Fadensteuerung hängt dabei von dem
Änderungsgrad des erwähnten räumlichen Verhältnisses ab, um auf diese Weise mehr oder weniger Faden in das System einzuspeisen
und auf diese Weise einen festen oder lockeren Stichzu bilden.
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5. Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfaßt wenigstens zwei stationäre
Fadenführer, von denen der eine fest an dem überhängenden Arm der Nähmaschine angeordnet ist, während der andere
einstellbar in einem schräg verlaufenden Schlitz befestigt ist, der in einer am überhängenden Nähmaschinenarm befestigten
Platte vorgesehen ist.
6. Bei der erfindungsgemäßen Fadensteuerung veranlaßt die Einjustierung
des einen, verstellbaren Fadenführers entlang dem
* schräg verlaufenden Schlitz eine Veränderung des erwähnten
räumlichen Verhältnisses zwischen den beiden stationären Fadenführern, und zwar sowohl in horizontaler, als auch vertikaler
Richtung. Ferner sind erfindungsgemäß entlang dem Schlitz Einstellmarkierungen vorgesehen.
7. Bei der erfindungsgemäßen Fadenführungsvorrichtung kann schließlich die kombinierte Wirkung der stationären Fadenführermittel
und der verschieblichen Fadenführermittel dadurch reguliert werden, daß die räumliche Beziehung zwischen den
stationären Fadenführungen in der Vertikalen und Horizontalen verändert wird, was eine genaue zeitliche Einstellung der
Stichsetzung und des Fadenabzuges des' Mechanismus relativ zum Auf- oder Abwärtshub der Nadel gestattet.
Die nachstehende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung dient im Zusammenhang mit beiliegender Zeichnung der
weiteren Erläuterung. Es zeigen:
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Fig. 1 eine Teilseitenansicht einer üblichen Kettenstichnähmaschine
mit einer erfindungsgexaäßen Fadens teuervorrichtung;
Fig. 2 eine Querschnittsansicht entlang der Linie II - II in Fig. 1;
Fig. 3 eine vergrößerte Teilschnittansicht entlang der
Linie III - III in Fig. 1 und
Fig. 4, 5 und 6, vergrößerte schematische Ansichten von Nähten mit mehr oder weniger größerer Festigkeit
der einzelnen Stiche.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich grundsätzlich für Nähmaschinen beliebiger Art. Im Nachstehenden wird sie im Zusammenhang
mit einer Kettenstichnähmaschine IO beschrieben, wie sie unter der Klassenbezeichnung 56300 von der Anmelderin
hergestellt und vertrieben wird. Die Nähmaschine IO ist mit
einer hin- und hergehenden, an ihrer Spitze mit einem Nadelöhr versehenen Nadel 11 ausgerüstet und besitzt weiterhin einen
Greifer 12, der ebenfalls einen Faden trägt und unter einer üblichen Stofftrageplatte 13 angeordnet ist. Der Greifer 12
wird in üblicher Weise so betätigt, daß er stirnseitige Bewegungen zum Ausziehen und Abwerfen der Nadelschleife sowie seitliche
Bewegungen ausführt, die dazu dienen, ein Fadendreieck
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für den Eintritt der abwärts laufenden Nadel 11 auszubilden. Die dargestellte Maschine liefert einen Zwei-Faden-Kettenstich,
der unter der Typenbezeichnung 401 bekannt ist.
Die Nähmaschine IO umfaßt weiterhin einen Rahmen 14, von dem
lediglich ein Teil des üblichen, tiberhängenden Armes 15 dargestellt
ist. Der Arm 15 trägt den herkömmlichen Nadelkopf in dem eine hin- und hergehende Nadelstange 17 gelagert ist. Das untere
Ende der Nadelstange trägt die Nadel 11, während das obere Ende der Nadelstange 17 mit einer öse 18 versehen ist, die sich zusammen
mit der Nadelstange 17 bewegt und als erstes Fadenabzugmittel dient.
Der Maschinenrahmen 14 ist weiterhinmit der üblichen, einstellbaren
Fadenspannvorrichtung versehen, die auf der Zeichnung das Bezugszeichen 20 trägt und in üblicher Weise zwei vorgespannte
Scheiben 21 aufweist.
Eine Maschine der hier dargestellten und beschriebenen Art läßt sich z. B. der USA-Patentschrift 3 418 955 entnehmen.
Der Nadelantrieb der Maschine 10 umfaßt einen Nadelhebel 22, der
schwenkbar auf einem Zapfen 23 gelagert ist. Der Zapfen 23 ist seinerseits in dem überhängenden Arm 15 quer angeordnet und in
(nicht dargestellten) Lagern gelagert. Ein Nadelstangenlenker 24 ist mit seinem einen Ende gelenkig mit dem Ende des Nadelhebels
22 verbunden, während sein anderes Ende an einem mit der Nadelstange 17 verbundenen Arm 25 angelenkt ist. Der Lenker
24 dient als Antriebsverbindungsglied, um die Nadelstange 17 im Nadelkopf 16 hin- und herzugewegen, wenn der Nadelhebel 22 auf-
und abschwingt.
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Zwischen firm 15 und Nadelkopf 16 ist an der Vorderseite des
Maschinenrahmens 14 ein im. wesentlichen vertikal verlaufender
Schlitz 26 von schwach gekrümmter Gestalt vorgesehen durch den
hindurch eine am Nadelhebel 22 angeordnete Fadenöse 27 nach außen ragt. Die ösen 18 und 27 bilden die beiden bereits erwähnten
beweglichen oder verschieblichen Fadenführungen und wirken als Fadenaufnahme- und -abzugsmittel. Die öse 27 ist mit Hilfe
einer Schraube 28 starr am Nadelhebel 22 gehalten.
Von der Oberseite des Armes 15 steht ein mehrfach gebogener Draht 3O ab. Dieser Draht 30 verläuft ausgehend vom Arm 15 zunächst
nach oben und dann nach links, hierauf nach unten und wiederum nach links und schließlich geringfügig aufwärts. Das
linke Ende des Drahtes 3O liegt, wie aus Fig. 2 hervorgeht, im
wesentlichen in einer vertikalen Ebene oberhalb des Schlitzes 26 CFig. 1). Der Faden verläuft von der öse 27 über den Draht
30 durch die öse 18 und zur Nadel 11 hinab.
Wie am besten in Fig. 1 dargestellt, ist die Maschine 10 auf
der rechten Seite des Schlitzes 26 mit einem erfindungsgemäßen
Fadensteuerelement 31 ausgerüstet. Dieses Element umfaßt im wesentlichen eine etwa dreieckige Befestigungsplatte 32, die
starr an der Vorderseite des überhängenden Armes 15 mit Hilfe einer einzigen Schraube 33 gehalten ist. Die Schraube 33 verläuft
durch eine in vertikaler Richtung längliche öffnung 29
in der Platte 32, so daß die Platte 32 am Arm 15 geringfügig nach oben und unten einjistiert werden kann. Die Schraube 33
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ist in einen Adapterring 34 (Fig. 2) eingeschraubt, der seinerseits
in eine Gewindebohrung 35 in der Wand des Armes 15 eingeschraubt ist, Um die Befestigung der Platte 32 zu erleichtern,
ist deren oberer Rand mit zwei Lippen 36 versehen, die rechtwinklig von der Platte 32 abstehen. Die Lippen 36 liegen an
der Wand des Armes 15 an, um die Platte 32 hiergegen festzustellen wie dies deutlich aus ELg. 2 hervorgeht.
Die Befestigungsplatte 32 besitzt Seitenkanten 37, 38 und 40. Die Seitenkante 40 trägt die Lippen 36 und dient bei der dargestellten
Maschine als Feststellkante gegen einen im wesentlichen überhängend ausgebildeten, stufenartigen Vorsprung 41εη der Wand des
Armes 15. Die Seitenkante 38 besitzt keine besondere Funktion, während die Seitenkante 37 etwa parallel zu einem Führungsschlitz
42 läuft, der in der Befestigungsplatte 32 ausgebildet ist und etwa von der rechten unteren Ecke zur linken oberen Ecke der
Platte 32 verläuft. Bei der dargestellten Ausführungsform ist
die Platte 32 so eingestellt, daß der Schlitz 42 etwa um 32° zur Horizontalen geneigt ist.
Der Schlitz 42 dient der Ein- und Feststellung einer stationären ^
öse 43, die ein Teil eines ösengliedes 44 ist. Das ösenglied 44
let a» besten aus Fig. 3 ersichtlich vnd kann entlang den Schlitz
42 verschoben und an diesem in jeder beliebigen Stellung festgestellt werden. Das Ösenglied 44 umfaßt eine Platte 45, in die in
der Nähe des einen Plattenendes eine Schraube 46 eingeschraubt ist. Die Schraube 46 trägt ferner auch die Basis der öse43. Ferner
ist auf die Schraube 46 ein Abstandsring 47 zwischen Platte 45 und öse 43 aufgeschoben, dessen Dicke etwas größer als die
Dicke der Platte 32 ist, so daß der Ring als Führung im Schlitz 42 dienen kann.
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Eine zweite, größere Schraube 48 ist in das gegenüberligende
Ende der Platte 45 eingeschraubt. Diese Schraube 48 besitzt einen Schaft 50, dessen Durchmesser im wesentlichen der Breite
des Schlitzes 42 entspricht, so daß dieser Schaft 5O als.weitere
Führung für das ösenglied 44 innerhalb des Schlitzes 42 dient.
Die Schraube 48 ist ferner mit einer Schulter 51 versehen, die gegen einen vom Schaft 5O getragenen Ring 52 drückt. Wenn die
Schraube 48 angezogen wird, wirkt der Ring 52 mit der Platte 45 in der Welse zusammen, daß er die Platte 32 zwischen sich festklemmt
und auf diese Welse das ösenglied 44 in der einjustierten
Lage feststellt.
Wenn die Festigkeit oder Lockerheit des gebildeten Stiches ein gestellt werden soll, ist es lediglich erforderlich, daß die
Bedienungsperson die Schraube 48 löst und das ösenglied 44 in die gewünschte Stellung verschiebt und anschließend das ösenglied durch Anziehen der Schraube 48 wieder feststellt. Die öse
43 ist so angeordnet, des sie in wesentlichen In einer vertikalen
Ebene verlauft, während die den Faden führende ösenöffnung im
wesentlichen entlang einer horizontalen Achse verläuft.
Markierungen auf der »efestigungeplatte 32 «eben aa, da· «·*
öeswflied 44 bei einer Verschiebung. **ch lift*· o**m «las« lockeren Stich ergibt, während das nach unten recht« verschobene
ösenglied zu einem festen Stich führt, was ebenfalls durch entsprechende Markierungen dargestellt ist. In Fig. 1 sind drei
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verschiedene Wege dargestellt, auf denen der Faden zur Nadel 11
geführt werden kann. Diese Wege entsprechen drei verschiedenen, willkürlich gewählten Einstellungen der stationären Fadenöse 43.
Die erwähnten Wege sind rait A, B bzw. C,bezeichnet. Diese Hege
weichen lediglich zwischen der Fadenspannvorrichtung 2O"und der öse 27 voneinander ab. Der Fadenweg von der öse 27 zur Nadel 11
bleibt jeweils derselbe und verläuft über den Draht 3Ot durch
die öse 18 und nach unten zur Nadel 11.
In Fig. 1 ist die Nadel 11 in ihrer untersten Stellung gezeichnet,
wobei der Greifer 12 zurückgezogen ist und eine Nadelfadenschleife 5O abgeworfen hat.
Aus den schematisch dargestellten Laufwegen des Nadelfadens,
die aus einer unbegrenzten Zahl möglicher Wege ausgewählt sind, geht hervor, daß die Richtung und die Länge des Fadenweges
zwischen der Spannvorrichtung 20 und dem Werkstück W von der Einstellung der f^e 43 abhängt, die ihrerseits durch die Lage
des ösengliedes 44 im Schlitz 42 bestimmt ist. Dieser Fadenweg kann von der einen zur anderen Einstellung erheblich variieren.
In der Zeichnung sind beispielsweise drei Einstellmöglichkeiten angedeutet, von denen eine mittlere mit A und zwei extreme
Einstellungen mit B bzw. C bezeichnet sind.
Bei der Einstellung A ist die Gesamtdistanz des Fadenlaufweges zwischen der Spannvorrichtung 20 und dem Werkstück W in beiden
Richtungen des Nadelhubs näherungsweise gleich. Natürlich wird
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während der Stichbildung und vom Vorrücken des Werkstückes in
der Maschine immer eine gewisse Fadenmenge verbraucht,- so daß
während eines Auf- oder Äbwärtshubes der Nadel und der zugeordneten Abzugsglieder 18 und 27 eine Fadenverkürzung in dem einen
oder anderen Zeitpunkt eintritt. Bei der Einstellung A hält die
Abzugsbewegung der ösen 18 und 27 den Nadelfaden gesirafftf wenn
die Nadel nach oben zu laufen beginnt. Dies veranlaßt die Stichsetzung. Aufgrund der auftretenden Fadenverkürzung wird neuer
Faden vom Vorrat abgezogen. Der so gebildete Stich ist in Fig. 5 dargestellt. Man erkennt, daß die Nadelfadenschleife 51 nicht
vollständig in das Werkstück W hinaufgezogen ist, was zu einem Stich führt, der weder sehr fest noch sehr locker ist.
Bei der Einstellung B des ösengliedes 44 ist die gesamte Länge
des Fadenweges kürzer, wenn die Nadel und die beweglichen ösen 18 und 27 in ihrer Untenstellung sind. Dies bedeutet, daß während
des Abwärtshubes der Nadel 11 und der ösen 18 und 27 dem
System weniger Faden zugeführt wird als während des Aufwärtshubes. Hieraus folgt, daß während des Abwärtshubes der Nadel 11
keine Spannung ausgebildet wird, da zu dieser Zeit eine ausreichende Fadenmenge vorhanden ist. Bei der Stichbildung im Verlauf
des Werkstückvorschubes wird hingegen Faden verloren. Ferner wird während des Aufwärtshubes der Nadel der gesamte lockere
Faden von den ösen 18 und 27 aufgenommen, so daß sich allmählich eine Spannung im Faden ausbildet. Dies veranlaßt zunächst, daß
der Nadelfaden fest in das Material eingezogen wird, um den
Stich zu setzen und Faden vom Vorrat abzuziehen, wenn die Nadel
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das obere Ende ihres Hubes erreicht. Aus Fig. 6 geht für diesen Fall hervor, daß sich ein relativ fester Stich ausbildet, wobei
die entstehenden Schleifen 52 im wesentlichen keine horizontale
Komponente besitzen.
Aus dem Voranstehenden ergibt sich, daß je weiter die öse 43 nach unten und rechts verschoben wird,, ein um so festerer Stich
entsteht, Wenn dementsprechend die öse aus der mit ausgezogenen Linien in Fig. 1 dargestellten Stellung nach unten rechte verschoben
wird, wird der Stich zunehmend fester bis zu einer maximalen Festigkeit, die dann erreicht ist, wenn sich die öse 43 in ihrer
untersten Lage befindet.
Umgekehrt: Je höher die öse 43 im Schlitz 42 eingestellt ist,
umso lockerer wird der Stich. Dies geht darauf zurück, daß der Weg des Nadelfadens am äußeren Ende des Abwärtshubes der Nadel
und der ösen 18 und 27 beträchtlich länger als der Fadenweg bei gleicher Einstellung der öse 43 am oberen Ende des Nadelhubes
ist. Wenn das ösenglied 44 etwa so eingestellt ist, daß sich der Fadenweg C ergibt, ist der Fadenweg am Ende des Abwärtshubes
langer als am Ende des Aufwärtshubes. Hierbei gewinnt die besondere Lage des Drahtes 30 als zusätzliches Aufnahme- oder Abzugsmittel Bedeutung, da der Draht alle Fadenlose während der Endphase
der Abwärtsbewegung der Nadel 11 aufnimmt. Bis zu diesem Punkt war ausreichend viel Faden im System vorhanden, um den
Faden locker zu halten. Bei der jetzt erläuterten, besonderen Einstellung des Ösengliedes 44 beginnt die Endphase mit dem Abwerfen
der Nadelfadenschleife vom Greifer 12. Dies veranlaßt, daß
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1. der Stich gesetzt wird und
2. neuer Faden vom Vorrat abgezogen wird.
Der Stich, der daraus resultiert, wenn das ösenglied 44 so eingestellt
ist, daß sich der Fadenweg C ergibt, ist in Fig. 4 dargestellt. Aus dieser Figur geht hervor, daß die Nadelfadenschleife
53 an der Unterseite des Werkstückes W weit zurückreicht, und
zwar fast bis zum nächsten Stich. Beim nachfolgenden Aufwärtshub
der Nadel 11 und der ösen 18 und 27 wird nun die gesamte Fadenmenge, die in das System eingezogen wurde, ausgespielt, so
daß die volle Fadenmenge verfügbar ist. Aus diesem Grund entsteht im Nadelfaden während des Aufwärtshubes der Nadel keine
Spannung. Infolgedessen wird während dieser Phase kein Faden aus der gebildeten Schleife oder aus dem Vorrat abgezogen.
Aus dem Voranstehenden geht hervor, daß es die erfindungsgemäße
Fadensteuervorrichtung 31 einer Bedienungsperson ermöglicht, die Länge des Fadenweges willkürlich zu verändern, um auf diese
Weise die Erzeugung lockerer oder festerer Stiche zu bewirken. Dies kann einfach dadurch erreicht werden, daß die stationäre
öse 43 im Führungs schlitz 42 verschoben und in der gewünschten
Stellung festgekeilt wird.
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Claims (7)
1. Fadensteuervorrichtung für eine Nähmaschine, bei der ein
Faden von einer Spannvorrichtung zu einer von Antriebsmittein
hin- und herbewegten Nadel verläuft und an den AntriebsmitteIn
der Nadel wenigstens eine mitbewegte Fadenöse vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Nadel CH) und der
von den Antriebsmitteln (22) mitbewegten Fadenöse (27) eine ortsfeste Fadenführung (30) und zwischen der Spannvorrichtung
und der Fadenöse {27} ein Fadensteuerelement (31) angeordnet
sind, und daß das Fadensteuerelement (31) eine Befestigungsfläche (32) mit quer zum Faden verlaufendem Führungsschlitz
(42) aufweist, in dem ein ösenglied (43, 44) verschieblich
und in vorgewählter Lage feststellbar ist.
2. Fadenführungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das ösenglied (43, 44) eine Platte (45) mit im Führungsschlitz (42) gleitenden Führungsmitteln (46, 47, 55)
und eine Feststellschraube (48) aufweist.
3. Fadenführungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß eine den Faden aufnehmende öse (43) des ösengliedes (44) mit dem einen Führungsmittel (46) verbunden
ist.
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4. Fadenführungsvorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Befestigungsfläche als Platte (32) ausgebildet ist, die lösbar an der Maschine gehalten und mit
dem Führungsschlitz (42) versehen ist.
5. Fadenführungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigungsplatte (32) mit
einer Kante an einer Schulter (41) des Nähmaschinenrahmens anliegt und mit einer einzigen Schraube (33) festgehalten ist,
6. Fadenführungsvorriehtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die mitbewegte Fadenöse (27) an einem oszillierenden Nadelhebel (22) angeordnet ist,
der eine die Nadel ·ί11) tragende Nadelstange (17) hin- und herbewegt.
7. Fadenführungsvorriehtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß an der Nadelstange (17) eine zweite mitbewegte Fadenöse (18) angeordnet ist und die
ortsfeste Fadenführung (30) zwischen dieser Fadenöse und der mitbewegten Fadenöse (27) am Nadelhebel (22) angeordnet ist.
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