DE2121845C3 - Vorrichtung zum Regeln der Schußfolge (Kadenz) an automatischen Feuerwaffen - Google Patents
Vorrichtung zum Regeln der Schußfolge (Kadenz) an automatischen FeuerwaffenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Regeln der Schußfolge (Kadenz) an automatischen
Feuerwaffen mit einem dem Verschluß gleichachsig nachgeordneten, aus mechanischen und hydraulischen
Gliedern bestehenden und mit dem Verschluß selbsttätig kuppel- oder entkuppelbaren federnden Dämpfungssystem,
dessen aus Puffer und Feder bestehende mechanische Glieder der Aufnahme der Bewegungs- Si
energie des zurückgleitenden Verschlusses und dessen Rückführung in die Ausgangslage dienen, während
dessen aus Kolben und Zylinder bestehende hydraulische Glieder eine Erhöhung oder Verminderung; der
Schußfolge zulassen. f>o
In der DT-OS 14 28 774 wurde bereits eine Vorrichtung
zur Herabsetzung der Feuergeschwindigkeit automatischer Feuerwaffen vorgeschlagen. Unter
»Feuerwaffe« im Sinne der genannten DT-OS ist im Gegensatz zu der hier im folgenden noch zu h5
beschreibenden Erfindung jedoch ein konventionelles vollautomatisches Gewehr, kurzum eine Infanteriewaffe
mit einer Schußfolge von etwa 700 ... 800 Schuß/Minute, zu verstehen. Der Vorschlag nach de1· genannten
DT-OS geht dabei dahin, diese hohe Schußfolge auf etwa 400 ... 500 Schuß/Minute herabzusetzen, um
dadurch eine höhere Treffgenauigkeit zu erzielen.
Bei der Vorrichtung nach der DT-OS wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß in der Waffe ein durch den
Abzug betätigbarer Zusatzmechanismus angeordnet ist, der den Schlagbolzen bei verriegeltem Verschluß
zeitweilig zurückhält.
Bei automatischen Waffen, beispielsweise Maschinenkanonen oder Maschinengewehren, ist ein derartiger,
über den Abzug betätigbarer Zusatzmechanismus unbrauchbar und aus Sicherheitsgründen untragbar,
weil /.. B. bei heißgeschossener Waffe eine im Patronenlager verbliebene Pan one zur Selbstentzündung führen
könnte. Es liegt auf der Hand, daß in einem derartigen Falle nicht nur die Waffe zerstört, sondern vor allem das
Leben des die Waffe führenden Schützen gefährdet werden würde.
Durch die DT-PS 6 22 997 wurde eine Vorrichtung zur Veriangsamung der Schußfolge bei automatischen
Waffen bekannt, bei der die Drehbewegung des Kolbens unter Last erfolgt, d. h. beim Zurückstoßen des
Verschlusses wird dem Kolben noch bevor die Bewegungsenergie aufgebraucht ist. eine Drehung
erteilt. Dies hat als Nachteil zur Folge, daß durch die auf den Kolben einwirkende Kraft während dessen
Drehbewegung der am Kolben befindliche schraublinientormig
gestaltete Ansatz, der mit der Schraubennut des Zylinders im Eingriff steht, schon nach kurzer Zeit
unbrauchbar wird.
Ein weiterer wesentlicher Nachteil ist bei der genannten Vorrichtung dadurch gegeben, daß eine hohe
Schußfolge gar nicht möglich ist, da durch die Drehbewegung des Kolbens nur eine begrenzte
Kadenz-Regelung erreicht wird. Darüber hinaus führen bei dieser Vorrichtung der Kolben und die Kolbenstange
sowohl eine Vorwärts- und Rückwärtsbewegung als auch eine Drehbewegung aus, was zur Folge hat, daß
durch die Drehbarkeit des Kolbens jedoch eine sichere Abdichtung im Hinblick auf die Druckflüssigkeit nicht
gewährleistet ist.
Die vorliegende Erfindung hat sich demgegenüber die Aufgabe gestellt, eine automatische Feuerwaffe, wie
etwa eine Maschinenkanone oder ein Maschinengewehr, mit großer Schußfolge (Kadenz) zu schaffen, bei
der der gesamte Kadenzbereich stufenlos beeinflußbar ist, ohne daß die Gasdüsen gewechselt oder die
Abzugsmechanik stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Schußfolge läßt sich dabei im Sinne einer
Verringerung praktisch bis herab zum Einzelfeuer drosseln. Die Verschlußrücklaufgeschwindigkeit bleibt
dabei völlig gleich und liegt in dem einmal eingestellten Wert für die maximale Kadenz.
Die vorgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der in der Waffenlängsachse
angeordnete Kolben ortsfest innerhalb des Puffergehäuses gelagert ist und von dem beim Kuppeln bzw.
Entkuppeln des Verschlusses mit dem Puffer eine Relativbewegung gegenüber dem ortsfesten Kolben
ausführenden Zylinder umgeben ist, wobei der Kolben in seinem Zentrum mit einer in Richtung zur
Waffenlängsachse verlaufenden Zentralbohrung zum Durchtritt des Druckmediums versehen ist, deren
Querschnitt zum Regeln der Schußfolge mittels einer in der Kolbenstange angeordneten und manuell einstellbaren
Düsennadel veränderbar ist. Durch diese Ausbildung entsteht gegenüber den bekannten Ausführungen
der große Vorteil, daß die auf den Kolben auftretende
Kraft beim Rückstoß des Verschlusses axial aufgenommen wird, wodurch, da keine Drehbewegung des
Kolbens erfolgt, auch die Querbeanspruchungen völlig ausgeschaltet werden. Durch die vorteilhafte konstruktive
Gestaltung der Feuerwaffe ist demzufolge wenig Bauvolumen vorhanden.
Ein weiterer wichtiger Vorteil wird bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung dadurch erzielt, daß bei
dieser die jeweilige Kadenz sehr genau eingestellt werden kann, da die Düsennadel mehrere Gewindegänge
aufweist, so daß durch deren stufenlose Verschiebung ein exaktes Einstellen der Schußfolge gewährleistet ist.
Nach einem anderen Merkmal der Erfindung kann der Kolben mit einer Vielzahl umfangsverteilt angeordnetcr,
in Längsrichtung verlaufender Bohrungen versehen sein, die mittels eines ihnen gemeinsamen
fedcrbcliisleien D/chlungselementes verschließbar sind,
wobei einem anderen Ausgestaltungsmerkmal zufolge die im Kolben befindliche Zentralbohrung mit einem
Konus versehen sein kann, von dem mehrere Radial-Bohrungen abzweigen.
Zweckmäßigerweise kann nach einem weiteren Erfindungsmerkmal die dem Kolben zugekehrte Spitze
der Düsennadel kegelförmig ausgebildet sein, die zu dem Konus der Zentralbohmng korrespondiert.
In Anbetracht dessen, daß die Schußfolge bei Maschinenkanonen od. dgl. üblicherweise in der
Größenordnung von etwa 1000 Schuß pro Minute liegt, ist es einleuchtend und überzeugend zugleich, daß mit
der überaus klein und unaufwendig ausgebildeten erfindungsgemäßen Vorrichtung eine Reihe beträchtlicher
Vorteile einhergeht, von denen einer darin besteht, daß die Schußfolge kontinuierlich bis auf Einzelfeuer
herabgesetzt werden kann.
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird u.a. auch ohne Schwierigkeiten die gefechtstaktische Aufgabe
gelöst, Dauerfeuer in bestimmten gewünschten bzw. gcwollten Zeitintervallen bei größtmöglicher Feuergenauigkeit
zu schießen. Eine weitere wichtige Aufgabe, die mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung gelöst
wurde, liegt im ökonomisch-logistischen Bereich, da mit ihr in nicht zu übersehender Weise eine beträchtliche
Munitions-Ersparnis einhergeht. So kann die hohe Kadenz moderner Waffen wahlweise für z. B. die
Ausbildung herabgesetzt werden, um vor allem Munition einzusparen, es ergibt sich aber auch die
Möglichkeit im Bedarfsfall niedrige Kadenzen für Sonderaufgaben zur Verfügung zu haben. £0 ist es
beispielsweise im Kriegsfall möglich, beim Einbau der Waffe auf Flußboote oder im Kampfhubschrauber die
Uferstreifen oder die Waldflächen mit lang anhaltendem aber mit niedrigen Kadenzen geschossenen
Dauerfeuer abzustreifen, um den Gegner niederzuhalten.
Im folgenden soll die Erfindung anhand eines in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbcispicles
näher erläutert werden. Hierbei zeigt
F i g. I einen Vertikalschnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung vor ihrem Kuppeln mit dem r>o
Verschluß,
Fi g. 2 denselben Vertikalschnitt wie in F i g. !,jedoch
nachdem Kuppeln der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit dem Verschluß.
Nach erfolgtem Schuß beaufschlagt die Fläche 13a fts des Verriegclungsbolzens 13 die Fläche 6,7 des
Zylinderkopfes 6, der eine Ausnehmung 6i> zur Aufnahme des Verriegelungsbolzens aufweist. Mit
geringer zeitlicher Verzögerung trifft auch der Verschluß 12 mit seiner Stirnfläche 12a auf die korrespondierend
ausgebildete Fläche 2a des mit einer öffnung 2c versehenen Pufferkopfes 2 auf. Dabei werden sowohl
die Pufferfeder 3 als auch die Vorholfeder 8 so weit gespannt, bis die Bewegungsenergie der Verschlußmasse
aufgezehrt ist. Weiterhin wird beim Beaufschlagen der Fläche 6a durch die Fläche 13a der Hydraulikzylinder
5 über seinen Kopf 6 zurückgedrückt. Die Verriegclungselemcnte 7 — im vorliegenden Falle vier
umfangsverteilt angeordnete rotationssymmetrische Bolzen — streifen dabei zwangsläufig über die den
Vcniegclungselementen zugeordnete Steuerfläche 2b
des Pufferkopfes 2 hinweg und gelangen zunächst über eine Fläche 13c und dann hinter einen mit einer
Schrägfläche versehenen Bund 130 des Vcrricgelungsbolzens
13. Hierdurch erfolgt das Verriegeln zwischen dem Bund 130 und den Verriegelungselementen 7.
Die in der Kammer 5a des Zylinders 5 gespeicherte Druckflüssigkeit bewirkt, geregelt durch eine Vielzahl
von Bohrungen 4a des ortsfesten Kolbens 4, das Abheben einer Dichtung Wu von den Bohrungen 4a im
Sinne eines öffncns dieser Bohrungen. Das hierbei durch die Bohrungen 4a hindurchtretende Druckmedium
füllt die hintere Zylinderkammer 56 des Zylinders 5.
Die bei diesem Vorgang aufzuwendende Zeit ist proportional dem völligen Aufzehren der Bewegungsenergie der Verschlußmasse. Die in den Federn 3 und 8
gespeicherte Energie wird nunmehr wieder frei. Die Freigabe der Energie erfolgt jedoch nicht schlagartig,
sondern in der im folgenden beschriebenen verzögerten Weise:
Das in die Kammer 5b gelangte Druckmedium kann infolgedessen, daß die Bohrungen 4a mittels der
Dichtung 1 la und der auf diese einwirkenden Druckfeder 116 verschlossen sind, nicht mehr durch die
Bohrungen 4a in die Kammer 5a zurückströmen. Das Druckmedium muß vielmehr nun den Weg über eine
(oder mehrere) der umfangsverteilt angeordneten Drosselbohrungen 4£>
des Kolbens 4 nehmen. Diese Drosselbohrungen Ab sind mit einer im Kolben 4
zentrisch angeordneten Bohrung 4c verbunden, so daß das Druckmedium auf dem Wege dieser Zentralbohrung
4c wieder in die Kammer 5a gelangen kann.
Durch die im vorstehenden geschilderte Arbeitsweise, vor allem bedingt durch die Größe der Drosselbohrungen
4b, wird die Schußfolge bereits nachhaltig verringert. Diese Verringerung jedoch wäre nur eine
recht zufällig willkürliche, weil sie nur für eine bestimmte Schußfolge eingestellt ist.
Die vorgeschlagene Erfindung begnügt sich indes keineswegs nur mit einer derart begrenzten und zufällig
willkürlich gewählten Schußfolge-Einstellung.
Mit Hilfe der im folgenden noch geschilderten Mittel läßt sich die Schußfolge von einem Maximal- auf einen
Minimal-Wert — oder umgekehrt — stufenlos regulieren.
Ir1I Puffergehäuse la, das sich in ein Gehäuse 1
hineinerstreckt, ist in der Waffenlängsachse der mit einer Kolbenstange 4c/ versehene Kolben 4 befestigt.
Der mittels einer Mutter 9a an der Wand \b des Puffcrgehätises la befestigte Kolben 4 ist dabei in der
genannten Längsachse mit einer Bohrung 96 versehen, in welcher die Düsennadel 9 verschiebbar angeordnet
ist. Das in Richtung des Verschlusses 12 weisende Ende 9c der Düsennadel 9 ist im wesentlichen kegelförmig
ausgebildet. Durch Längsverschiebcn der Nadel 9 läßt sich die Menge des durch die Zentralbohrune 4c
21
hindurchtrctcndcn Druckmediums stufenlos verändern, so daß hierdurch die Schußfolge ebenfalls stufenlos, je
nach den gefechtstaktischen Erfordernissen, veränderbar
ist.
Das Verschieben der Düsennadel 9 erfolgt durch von außen einwirkende, jedoch in der Zeichnung nicht
weiter dargestellte Mittel, beispielsweise mit einem Schraubenzieher od. dgl. Hierdurch läßt sich die
Schußfolge den jeweiligen gefechtstaktischen Erforder-
nissen entsprechend vergrößern oder verkleinern.
Beim Vorlaufen des mit dem Verschluß 12 stan verriegelten Puffersystems laufen die Vcrricgclungsclc
mcnte 7 in ihre Ausgangsstellung zurück und lösen dabe
zugleich ihre starre Verriegelung mil dem Zylinderkop 6. Der Verschluß 12 mil seinem Vcrricgelungsbol/.cn 1.
wird nunmehr durch die Kraft nicht dargestellte Schließfedern in seine Ausgangslage zurückgeführt.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
- Patentansprüche:I, Vorrichtung zum Regeln der Schußfolge (Kadenz) an automatischen Feuerwaffen mit einem dem Verschluß gleichachsig nachgeordneten, aus mechanischen und hydraulischen Gliedern bestehenden und mit dem Verschluß selbsttätig kuppel- oder entkuppclbaren federnden Dämpfungssystem, dessen aus Puffer und Feder bestehende mechanische Glieder der Aufnahme der Bewegungsenergie des zurückgleitenden Verschlusses und dessen Rückführung in die Ausgangslage dienen, während dessen aus Kolben und Zylinder bestehende hydraulische Glieder eine Erhöhung oder Verminderung der Schußfolge zulassen, dadurch gekennzeichnet, daß der in der Waffenlängsachse angeordnete Kolben (4) ortsfest innerhalb des Puffergehäuses (la) gelagert ist und von dem beim Kuppeln bzw. Entkuppeln des Verschlusses mit dem Puffer eine Relativbewegung gegenüber dem ortsfesten Kolben ausführenden Zylinder (5) umgeben ist, wobei der Kolben in seinem Zentrum mit einer in Richtung zur Waffenlängsachse verlaufenden Zentralbohrung (4c) zum Durchtritt des Druckmediums versehen ist, deren Querschnitt zum Regeln der Schußfolge mittels einer in der Kolbenstange (4d) angeordneten und manuell einstellbaren Düsennadel (9) veränderbar ist.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (4) mit einer Vielzahl umfangsverteilt angeordneter, in Längsrichtung verlaufender Bohrungen (4a) versehen ist, die mittels eines ihnen gemeinsamen federbelasteten Dichtungselementes (lla) verschließbar sind.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die im Kolben (4) befindliche Zentralbohrung (4c) mit einem Konus versehen ist, von dem mehrere Radialbohrungen (4fa) abzweigen.
- 4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Kolben (4) zugekehrte Spitze (9c) der Düsennadel (9) kegelförmig ausgebildet ist, die zu dem Konus der Zentralbohrung (4c) korrespondiert.45
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US5601270A | 1970-07-01 | 1970-07-01 | |
| US5601270 | 1970-07-01 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2121845A1 DE2121845A1 (de) | 1972-01-05 |
| DE2121845B2 DE2121845B2 (de) | 1976-12-23 |
| DE2121845C3 true DE2121845C3 (de) | 1977-08-04 |
Family
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