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Verfahren und Vorrichtung zum selbsttätigen Binden von Material Die
Erfindung betrifft ein Arbeitsverfahren an einer Vorrichtung zum selbsttätigen Binden
von terial, wobei das Material von einer Schnur umschlungen, die Schnurenden gegebenenfalls
bei gleichzeitigem Spannen der Schnur gemeinsam erfaßt, an ihnen durch eine volle
Drehung eines Knüpferhakens ein einfacher Knoten vorbereitet und dieser beim Fortziehen
des liaterials gebildet wird, indem der Knoten vom Kntipferhaken gleitet, wobei
die zwischen Knüpferhaken und Knüpferzunge gefaßten Schnurenden durch die Knotenschlaufe
gezogen
werden, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
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derartige bekannte Verfahren sowie unterschiedliche zu ihrer burchfjihrung
dienende Vorrichtunen finden Verwendung, wenn Materialballen, Materialbündel oder
dergleichen verschnürt werden sollen, also beispielsweise Wndel von Tabakblnttern,
Blumen oder Gemise, Sackenden etc. fer Einfachheit halber wird nachfolgend nur noch
auf das Beispiel des Bindens von Tabakblattbündeln Bezug genommen, ohne daß die
l'rfindung darauf beschränkt wäre.
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Entsprechend der beschriebenen Bindeart wird der durch die Tätigkeit
des Knüpferhakens an den zusammengefaßten Schnurenden vorbereitete Knoten dadurch
vollendet, daß mit dem Fortziehen des Bündels aus Tabakblättern der Knoten vom Knüpferhaken
abgezogen wird. Infolge des nicht beliebig klein zu gestaltenden Querschnittes des
Knüpferhekens bedingt dies jedoch eine Verringerung des Umfanges der Knotenschlaufe,
die zumindest zu einem erheblichen Teil in einer Vergrößerung der Länge des Schnurteiles
aufgeht, der das Bündel umgibt, wodurch die Umbindung gelockert wird. Darin liegt
jedoch ein erheblicher Mangel, weil die sich endgültig ergebende Umschnürung zu
locker wird, was sich insbesondere bei im Querschnitt kleinen Bündeln unangenehm
bemerkbar macht.
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Nan kann dieser Erscheinung zwar dadurch entgegenwirken, daß man bereits
vor der Vorbereitung des knotens die Schnur möglichst stramm um das Bündel zieht.
Dieser Maßnahme sind jedoch dadurch Grenzen gesetzt, daß eine zu stramm gelegte
Bindeschleife bei der
vorübergehend noch einmal eine weitere Vergrößerung
der Schnurspannung bewirkenden Bewegung des Knüpferhakens zu einem heißen der schnur
fijhrt, so dalX in der straffen Verlegung der Schnur um das Bündel keine Lösung
des aufgezeigten Problems gefunden werden kann.
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Aufgabe der erfindung ist es daher, eine | öglichkeit anzugeben, wie
sich die aufgezeigten Mängel in einfacher und billiger Weise beheben lassen.
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Ausgehend von einem Arbeitsverfahren der eingangs beschriebenen Art
gelingt die Lösung dieser Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß die Knotenschlaufe
zur Knotenbildung vom Knüpferhaken geschoben wird.
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Durch die erfidnungsgemäße Maßnahme ist bewirkt, daß die durch das
Herunterggleiten der Knotenschlaufe vom Knüpferhaken frei werdende Schurlänge sich
ausschließlich auf die Jenseits des Materialbündels gelegenen Schnurenden auswirkt,
so daß die der Schnur beim Umschlingen des Bündels gegebene Spannung auch nach Fertigstellung
des knotens erhalten bleibt, ohne daß die Gefahr eines Reißens der Schnur während
der Vorbereitung des knotens durch den verhältnismäßig schnell umlaufenden Fnüpferhaken
bestiinde.
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Zur Unterstützung dieser Maßnahme im Sinne einer möglichst festen
Verschnürung des Materialbündels hat es sich als zweckmäßig erwiesen, daß das Material
bis
wenigstens kurz vor der Vollendung der Drehung des Knüpferhakens zusätzlich zusanmengedrückt
wird, wodurch sich eine weitere Entlastung der Schnur hinsichtlich Zugbeanspruchung
ergibt.
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Ausgehend von einer bekannten Vorrichtung zum selbsttätigen Binden
von Material mit einer unmittelbar neben dem Knüpferhaken im wesentlichen in einer
zu dessen Drehachse senkrechten Ebene angeordneten Trennwand zur Anlage des Materials
auf der dem knüpferhaken abgewendeten Seite, die zum Durchtritt der Schnur im Bereich
des Knüpferhakens geschlitzt ist und die zum Fortziehen des Materials im wesentlichen
in lt ichtung der Knotenbildung verschiebbar bzw. verschwenkbar ist, kann zur Verwirklichung
des erfindungsgemäßen Verfahrens ein durch einen bezüglich der Trennwand jenseits
des Knüpferhakens angeordneter Abstreifer für die Knotenschlaufe mit einer endständigen,
im wesentlichen dem Querschnitt des Knüpferhakens entsprechenden U-förmigen Ausnehmung
vorgesehen sein.
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Dieser Abstreifer schiebt erfindungsgemäß die Knoten schlaufe in Richtung
auf das Materialbündel vom käiüpferhaken, so daß eine Vergrößerung der das Bündel
umgebenden Schnurlänge nicht eintreten kann.
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Als besonders zweckmäßig hat es sich erwiesen, daß der Abstreifer
auf seinem der Ausnehmung gegenüberliegenden Ende auf dem Zapfen einer zweifach
gekröpften Kurbelwelle und daß diese an der Trennwand-schwenkbar gelagert ist und
daß die Kurbelwelle an einem ihrer Lagerzapfen einen gegen einen ortsfesten Anschlag
abgestützten
Arm aufweist, derart, daß der Abstreifer durch Wirkung des Anschlages bei der ewegung
der Trennwand zum Fortziehen des Materials in Richtung auf die Trennwand mit seiner
Ausnehmung iiber den Knüpferhaken und entlang diesem bewegbar ist.
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Bei der Bewegung der '11rennwand zum Fortziehen des Materials findet
also ein Einschwenken des Abstreifers in Wirkstellung und im Verlauf der Trennwandbewegung
seine Abstreifbewegung über den Knüpferhaken statt.
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Ferner ist es besonders günstig, wenn der Arm ständig durch eine Zugfeder
in Anlage an den Anschlag gehalten ist und wenn der Abstreifer gegen die Wirkung
einer Peder aus seiner Relativlage zum Kurbelzapfen verschwenkbar ist, Die letztgenannte
Maßnahme dient im wesentlichen dazu, den Abstreifer zur Vermeidung von Beschädigungen
der Vorrichtung ausweichen zu lassen, wenn sich seiner Bewegung ein unbeabsichtigtes
Hindernis entgegenstellt.
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Um das zu verschnürende Material vor der endgiiltigen Knotenbildung
im Sinne einer möglichst strammen Umschnürung zusammenzudrücken, hat es sich schließlich
als besonders einfach erwiesen, daß das Material durch einen in der Schnurebene
schwenkbaren Druckarm zusammengedrückt wird.
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Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles näher
erläutert, das auf der Zeichnung dargestellt ist. In der Zeichnung zeigen: Fig.
1 eine perspektivische Gesamtansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Fig.
2 eine Schnittansicht gemäß der Schnittlinie II-lI in Fig. 1; Fig. 3 und 4 eine
ausschnittweise Draufsicht der Fig, 2 bei zwei unterschiedlichen Stellungen der
Vorrichtung wahrend der Knotenbildung.
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Die Zeichnungen beschränken sich in ihrer Wiedergabe auf die zur Erläuterung
der Erfindung notwendigen Teile einer Bindevorrichtung, sie setzen also die weiteren
Teile bekannter Vorrichtungen zum Zwecke der übersichtlicheren Darstellung der Erfindung
voraus.
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Gemäß Fig. 1 und 2 dient ein Kasten 1 der Aufnahme des zu bindenden
Materials, wobei das Material gegen eine Trennwand 2 zu legen ist, auf deren dem
Material gegenüberliegender Seite der nur im Schnitt dargestellte Knüpferhaken 3
angeordnet ist. Zum Durchtritt der Schnur 4 ist die Wand 2 mit einem Schlitz 5 versehen.
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Nachdem das Material 6 mittels einer nicht dargestellten Knüpfernadel
von der Schnur 4 umgeben ist und der Knüpferhaken 3 den Knoten vorbereitet hat,
wird der Kasten 1 und damit die Trennwand 2 zum Fortzeihen des Materials 6 mittels
eines von einer Kurve 7 betätigten Hebels 8 geschwenkt, so daß der Knoten von dem
Knüpferhaken 3 gleitet. Dabei sorgt 'ein Abstreifer 9 dafür, daß die Knotenschlaufe
10 mit der Bewegung des Kastens 1 bzw. der Trennwand 2 vom Knüpferhaken 3 in Richtung
auf das Materialbündel 6 vom Knüpferhaken heruntergeschoben wird, so daß
die
Länge der das material 6 umfassenden Schnur keine Vergrößerung erfährt.
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Um dies zu bewerkstelligen, ist der Abstreifer 9 auf dem Zapfen 11
einer zweifach gekröpften Kurbelwelle gelagert, die ihrerseits an der Trennwand
2 schwenkbar angeordnet ist und einen gegen einen ortsfesten Anschlag 12 abgestützten
Arm 13 aufweist, der dafür sorgt, daß während der Schwenkbewegung des Kastens 1
bzw. der Trennwand 2 vermittels des Hebels 8 der Zapfen 11 und damit der Abstreifer
9 in Richtung auf den Knüpferhaken 3 angenähert und dabei im Zuge der Bewegung des
Kastens 1 bzw. der Trennwand 2 mit seiner U-förmigen Ausnehmung 14 derart über den
Enüpferhaken bewegt wird, daß er die Knotenschlaufe 10 von dem Knüpferhaken in Richtung
auf das Naterialbündel schiebt.
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Dieser Vorgang ist besonders in den Fig. 3 und4 verdeutlicht, wobei
in Fig 3 der Knüpferhaken 3 nach der Vorbereitung des Knotens gezeigt ist, wo er
die Schnurenden zwischen Knüpferhaken und Knüpferzunge 22 hält, während Fig. 4 den
Knoten nach Abzug vom inüpferhaken 3 zeigt, wobei der Abstreifer 9 die Knotenschlaufe
10 vom Knüpferhaken 3 in Richtung auf das Naterialbündel abgeschoben hat.
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Um den Arm 13 stets in Anlage gegen den Anschlag 12 zu halten, ist
eine an der Trennwand 2 angelenkte Zufeder 15 vorgesehen, die andererseits an dem
auf der Kurbel schwenkbaren Abstreifer angreift.
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Am Abstreifer 9 ist außerdem ein el 23 befestigt, der ebenfalls unter
der Wirkung der Zugfeder 15 in Anlage an den ebel 8 gehalten ist. Dieser Bügel sorgt
beim Einschwenken des Abstreifers in die Betriebsstellung zu Beginn der Schwenkbewegung
des hebels 8 dafür, daß der Abstreifer die in Lnig. 3 veranschaulichte Stellung
einnimmt, also nicht gegen den Grundkörper des Knüpferhakens 3 ]aufen kann. Da andererseits
der Bügel 23 durch seine Ausbildung beispielsweise aus Federstahldraht nicht starr
ist, erlaubt er ein Nachgeben des Abstreifers 9 für den Fall, daß sich dem Abschieben
der Enotenschlaufe 10 ein Hindernis entgegensetzt.
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Um das Material 6 zumindest bis kurz vor Fertigstellung des knotens
im Sinne einer weiteren Erhöhung der Spannung der Schnur 4 zusammenzupressen, ist
ein in der Schnurebene schwenkbarer Druckarm 16 vorgesehen, der mittels einer Welle
17 und eines daran angebrachten Armes 18 durch eine Öffnung 19 des E.astens 1 gegen
das Material 6 schwenkbar ist. Die Schwenkbewegung wird verursacht durch einen auf
der Kurve 7 sitzenden Zapfen 20. Um das Material während der Arbeit des Ynüpferhakens
3 etwa gleichbleibend zusammenzudrücken, weist der Arm 18 an seinem freien Ende
eine Schräge 21 auf, entlang der der Zapfen 20 gleiten kann, ohne daß dabei eine
nennenswerte Schwenkung des Armes 18 und damit des Druckarmes 16 stattfindet.
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Wie die Erfahrung gezeigt hat, ist es besonders zaseckmäßig, die Tätigkeit
des Druckarmes so einzurichten, daß der Zapfen 20 von der Schräge 21 freikommt,
wenn der Knüferhaken 3 etwa zwei Drittel seiner Drehbewegung ausgeführt hat.
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Schließlich läßt sich durch entsprechende Ausbildung des Armes 13
im Zusammenwirken mit dem Anschlag 12 sowie gegebenenfalls der Führung des Bügels
23 am Hebel 8 die Bewegung des Abstreifers 9 so einrichten, daß er die Knotenschlaufe
10 mit der Geschwindigkeit des Kastens 1 vom Knüpferhaken 3 abschiebt oder aber
auch voreilt und damit eine weitere Straffung der Umschnürung des Bündels 6 herbeiführt,