-
Gerät zum Abspielen von Bildplatten Nach der heutigen Norm verlangt
ein Fernsehbild in der Zeiteinheit einen großen Informationsfluß und damit verbunden,
eine große Frequenzbandbreite. Je Sekunde müssen 3 - 4 Millionen Schwingungen übertragen
werden.
-
Bei der begrenzten Fläche, die auf einer Platte von der Größe der
üblichen Schallplatten zur Verfügung steht, ist eine brauchbare Speicherzeit nur
denkbar, wenn die Informationsdichte je Flächeneinheit wesentlich erhöht wird. Weiter
muß die Abtastgeschwindigkeit des großen Informationsflusses wegen gegenüber den
in der Schallplatten-Abspieltechnik üblichen Geschwindigkeiten beträchtlich vergrößert
werden. Es ist daher eine l'Dichtspeichertechnik" entwickelt worden, bei der die
aufgezeichnete Wellenlänge (Frequenzmodulation) um 2/um und die Rillendichte ?oo
- 200 Rillen auf einen Millimeter Speicherbreite beträgt. Die Umlaufzahl des U Plattentellers
ist hierbei 1500 /min. Es ist auf diese Weise gelungen, ein Fernsehbild von etwa
fünf Minuten Dauer auf einer Platte mit einem Durchmesser von etwa 210 mm zu speichern
und in Fernsehqualität wiederzugeben.
-
Es ist aber das Bedürfnis vorhanden, die Spieldauer der Bildplatte
zu verlängern. Dies ließe sich dadurch ermöglichen, daß mit konstanter Tangentialgeschwindigkeit,
also mit stetig veränderbarer Drehzahl, abgetastet wird, wobei diese Geschwindigkeit
und die Wellenlänge der Aufzeichnung derart zu wählen ist, daß eine ausreichende
Bildqualität gewährleistet ist, die dann für alle Rillen gleich ist.
-
Bei Wiedergabe mit konstanter Drehzahl der Platte, also mit veränderlicher,
in der ersten Rille größter Tangentialgeschwindigkeit muß die Drehzahl und die Wellenlänge
der Aufzeichnung in der inneren Rille entsprechend der ausreichenden, hierbei minimalen
Wiedergabequalität gewählt werden. Das bedeutet aber, daß die äußeren Rillen mit
viel zu hoher Qualität abgetastet werden. Es wird sozusagen Spielzeit verschenkt.
Der Gewinn an Abspieldauer bei der Abtastung mit konstanter Tangentialgeschwindigkeit
beträgt gegenüber der Wiedergabe mit konstanter Drehzahl bei einem Durchmesserverhältnis
der äußeren zur inneren Rille von 2:1 etwa 50 %.
-
Die Abtastung mit konstanter Tangentialgeschwindigkeit hat aber den
Nachteil, daß das Laufwerk nicht so einfach aufgebaut werden kann wie die Laufwerke
mit konstanter Umlaufzahl. Hinzu kommt noch folgendes: Zur einwandfreien Bildwiedergabe
ist es erwünscht, daß das Abtasten der Bildinformation im Zeitmaßstab möglichst
genau erfolgt, damit gerade Kanten des Aufnahmeobjektes, besonders in senkreter
Richtung, auch auf dem Bildschirm senkrecht ohne irgendwelche Ausbeulungen erscheinen.
-
Die unvermeidlichen Gleichlaufabweichungen, bedingt durch unrunde
Lagerung der Platte, Laufwerkungenauigkeiten usw., die zu solchem Kantenversatz
führen, machen sich bei dieser Art Abtastung besonders störend bemerkbar, da die
Lage der Störung im Bild sich ständig verändert.
-
Wie bereits erwähnt, ist die Aufzeichnung der inneren Rille für die
Qualität der Wiedergabe maßgebend. Die aufzeichenbare minimale Wellenlänge ist durch
die Oberflächenstruktur des Plattenwerkstoffes bedingt. Erfahrungen haben gezeigt,
daß bei einer Wellenlänge von etwa 2/u noch eine ausreichende Wiedergabequalität
möglich ist.
-
Unter Berücksichtigung der oben angegebenen Verhältnisse läßt sich
nun eine Verlängerung der Spielzeit unter Beibehaltung der Wiedergabe qualität dadurch
erreichen, daß das Laufwerk mindestens zwei umschaltbare Drehzahlen aufweist, und
daß eine Platte benutzt ist, die mit mindestens zwei mit den entsprechenden Drehzahlen
aufgenommenen Aufzeichnungen versehen ist, derart daß die jeweils innere Rille mit
der minimalen Wellenlänge aufgezeichnet ist, die die vorgesehene Wiedergabequalität
bei der zugehörigen Drehzahl noch gewährleistet.
-
Anhand der Fig. soll der der Erfindung zugrunde liegende Gedanke beispielsweise
näher erläutert werden.
-
In dieser Figur ist eine Platte P mit 300 mm Durchmesser dargestellt,
die bis zu einem Durchmesser von 200 mm mit Aufzeichnungen 1 versehen U ist, die
mit einer Drehzahl von 750 /min aufgezeichnet sind. Bei dieser Drehzahl wird die
innere Rille 2 dieser Aufzeichnung mit einer Schrift versehen, die die minimale
Wellenlänge aufweist. An dieser U Stelle wird umgeschaltet und mit einer Drehzahl
von 15ovo /min gearbeitet. Die sich an die innere Rille 2 anschließende äußere Rille
U und die folgenden der zweiten Aufzeichnung werden jetzt mit 13oo /min abgetastet.
Die minimale Wiedergabequalität, die durch die minimale Wellenlänge in der inneren
Rille 3 der zweiten Aufzeichnung festgelegt
ist, wird erst bei
einem Durchmesser von loo mm erreicht. Bei U einer festliegenden Drehzahl von 1500
/min für die Platte von der ersten Rille bis zur letzten Rille wird diese minimale
Wellenlänge die Spieldauer bestimmen, wobei die Wiedergabequalität im äußeren Teil
der Platte unnötig hoch wäre. Da nun gemaß der Erfindung nicht durchweg mit der
Drehzahl von 1500 jmin abgetastet wird, sondern ein Teil mit 750 /min, ergibt sich
ein erheblicher Gewinn an Spieldauer bei Aufrechterhaltung der Mindestqualität.
Ein noch höherer Gewinn an Spieldauer ließe sich durch noch weiter gehende Unterteilung
der Drehzahlen in-drei, vier oder noch mehr Stufen erzielen. Dem ist jedoch eine
Grenze durch den dann komplizierter werdenden Aufbau des Laufwerks gesetzt.
-
Um die erwähnten Bildstörungen durch Gleichlauffehler auf ein Mindestmaß
herabzusetzen, müssen je Umdrehung ein volles Fernsehbild~ also zwei Halbbilder
- bzw. entsprechend den gewählten Drehzahlen je Umdrehung 1/2, 1, 1 1/2, 2 ....
Bilder aufgezeichnet werden. Dann liegen bei den in diesem Fall bei jeaer Umdrehung
auf der Platte an gleicher Stelle liegenden Gleichlauffehlern auch die Bild störungen
an gleicher Stelle auf dem Bildschirm, so daß sie kaum als störend angesehen werden,
während durchlaufende Bild störungen von dem Beschauer als sehr unangenehm empfunden
werden.
-
Die Umschaltung von einer Drehzahl auf die andere erfolgt zweckmäßig
selbsttätig, entweder in Abhängigkeit von der mechanischen Stellung des üblicherweise
zwangsgeführten Abtasters oder in Abhängigkeit vom aufgezeichneten Pegel oder einem
Steuerimpuls, insbesondere bei Bildpausen
oder Dunkelstellen wegen
des etwas Zeit erfordernden Hochlaufs des Laufwerkes nach der Umschaltung. Es ist
hierbei zweckmäßig, einen die Umschaltung bewirkenden Impuls an einer solchen Stelle
aufzuzeichnen.