DE2117383A1 - Stoff zum Modifizieren sauren Ge schmacks - Google Patents
Stoff zum Modifizieren sauren Ge schmacksInfo
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Description
Patentanwälte
Dlpl.-Ing. R. BEETZ sei* 65-16.887P 8. 4. 1971
Dlpl-Incj. K. LAWPKGICHI*
Dr.-Ing. R. D2C T Z Jr.
Dr.-Ing. R. D2C T Z Jr.
8 München 22, Steinsdorfstr. ίϋ
Meditron Incorporated, WAYLAND (Massachusetts), V.St.A,
Stoff zum Modifizieren sauren Geschmacks
Die Erfindung bezieht sich auf einen Stoff zum Süßschmeckendmachen
sauer schmeckender Nahrungsmittel durch Modifizierung der Geschmacksrezeptoren auf Basis von aus
der reifen Frucht von Synsepalum dulcificum Daniell erhaltenem Maraculine
Synsepalum dulcificum Daniell, Sapotaceae ist eine in West-Zentralafrika heimische Pflanze, die eine allgemein als
"Wunderfrucht" bekannte rote ellipsenförmige Frucht trägt.
Die Frucht hat ein schmackhaftes Fruchtfleisch und Haut und enthält einen großen Kern. Sie ist seit mehr als 200 Jahren
dafür bekannt, den süßen und sauren Geschmack in ungewöhnlicher Weise zu modifizieren. Es wurde gefunden, daß ein Bestandteil
in der Frucht den sauren Geschmack jedes normalerweise sauren Nahrungsmittels unterdrückt oder maskiert und den
süßen Geschmack betont, wenn man es innerhalb kurzer Zeit nach
65-(CIP 28 96I)-TpF (7)
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? 1 1 7 Q ρ ο - 2 -
der vorherigen Berührung der Zunge mit dem Fleisch der frischen Wunderfrucht ißt, wodurch dem normalerweise saurem Nahrungsmittel
ein angenehm süßer Geschmack verliehen wird. Indem man die Geschmacksrezeptoren auf der Zunge der Wunderfrucht
aussetzt, läßt sich jedes sauer schmeckende Nahrungsmittel süßschmeckend machen, ohne Zucker oder künstliche Süßstoffe
zuzusetzen. Zum Beispiel kann man frische Zitronen angenehm süßschmeckend machen, indem man vorher eine Wunderfruchtbeere
ißt. Der geschmacksmodifizierende Werkstoff in der Wunderfruchtbeere, der als Miraculin bekannt ist, verbindet sich
mit den Geschmacksrezeptoren und ändert so den Geschmackseindruck des sauren Geschmacks in Nahrungsmitteln, die man nach
der Wunderfrucht ißt.
Es wurde festgestellt, daß dieses Miraculin ein Glycoprotein mit einem Molekulargewicht von etwa 44.000 ist. Eine große Anzahl
von Versuchen wurde durchgeführt, um den aktiven Bestandteil in der Wunderfrucht zu isolieren und diesen als
Geschmacksmodifizierstoff zu verwenden. Diese Versuche hatten nur begrenzten Erfolg, da die Form des nach diesen Verfahren
erhaltenen Erzeugnisses weniger wirksam als die natürliche Frucht ist und sich bei normaler Raumtemperatur unter normalen
atmosphärischen Bedingungen als sehr instabil erwies. Dies erforderte entweder eine sehr schnelle Verwendung nach der
Isolierung oder eine Aufbewahrung bei sehr niedrigen Temperaturen. Diese Instabilität ist nicht auf die nach den bekannten
Verfahren erhaltenen Konzentrate beschränkt, sondern auch für die Frucht selbst eigentümlich« Die Frucht muß
innerhalb kurzer Zeit nach dem Pflücken verbraucht werden, oder sie wird hinsichtlich der Modifizierung des sauren Geschmacks
unwirksam.
Nach dem Stand der Technik wurde Miraculin als sehr labiler
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Stoff angesehen, wobei der beobachteten Instabilität der bei normaler Raumtemperatur gehaltenen Konzentrate Rechnung
getragen wird. Während ein gewisser Grad von Erfolg hinsichtlich der Verbesserung der Stabilität von Miraculin
enthaltendem Material in der Größenordnung von etwa einer Woche oder so erreicht wurde, fand man, daß sich diese Stabilität
nicht erreichen ließ, wenn man es in Pulverform bei Raumtemperatur aufbewahrte. Alternativ wurde miraculinhaltiges
Material in besonderen auf bestimmten pH-Werten gehaltenen Lösungsmitteln aufgelöst. Diese Lösungen mußten
zum Aufbewahren gekühlt werden, und auch dann war dieses Material nicht so wirksam wie die natürliche Frucht.
Das Miraculin liegt im Fruchtfleisch und an der Innenseite der Haut der Wunderfrucht vor und wird in seiner natürlichen
Umgebung schnell deaktiviert, insbesondere wenn es der Luft bei üblichen Temperaturen ausgesetzt ist, sobald einmal die
Haut beschädigt ist. Weiter beginnt sich nach dem Pflücken der Frucht auch vor dem Aufreißen der Haut das aktivierte
Material zu verschlechtern, jedoch mit einer geringeren Geschwindigkeit, als wenn die Haut aufgetrennt ist. Obwohl der
Vorgang, nach dem die Verschlechterung erfolgt, nicht genau bekannt ist, ist derzeit anzunehmen, daß gewisse in der
Frucht vorliegende Enzyme und/oder Säuren die Verschlechterung in Anwesenheit von Luft bei gewöhnlichen Temperaturen und
anscheinend sogar bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes von Wasser beschleunigen. Es wurde gefunden, daß, wenn das
Fleisch der Wunderfrucht gefroren und anschließend lyophilisiert wird, um ein Granulat- oder Pulvermaterial zu schaffen,
das Erzeugnis wieder gefroren oder in trockener Atmosphäre aufbewahrt werden mußte, um die Aktivität des verbliebenen
Materials beizubehalten. Auch wenn das Fruchtfleisch lyophilisiert wurde, war seine Wirksamkeit sowohl auf Gewichtsbasis als
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auch auf Qualitätsbasis längst nicht so groß wie die des
aktiven Wirkstoffs in der frischen Frucht.
• Eine neue Pulverform des aus der Wunderfrucht erhaltenen
Miraculin-Glycoprotein-Wirkstoffes, die für lange Zeiträume eines Jahres oder mehr bei normalen Raumtemperaturen stabil
ist, sowie ein Verfahren zu deren Herstellung sind in der • US-Patentanmeldung, Serial-Number 28 98I vom 15. 4. I97O
beschrieben. Das darin beschriebene Erzeugnis ist stabiles Miraculin, entweder allein oder mit Zusatz von Stoffen, die
hinsichtlich der Eigenschaft des Unterdrückens des sauren
W Geschmacks inert sind, wobei Stoffe ausgeschlossen sind, die
im Fruchtfleisch und in der Haut der Wunderfrucht enthaltendes Miraculin verschlechtern, wie z. B. Material mit
Gehalt an Säuren und/oder Enzymen, die Miraculin verschlechtern. Das Erzeugnis zeigt in Pulverform eine bemerkenswerte Stabilität
bei Raumtemperatur, Dies ist sicherlich schon überraschend unter Berücksichtigung des Standes der Technik, wonach das
Miraculin für hochgradig instabil und thermolabil gehalten wurde, so daß man es für erforderlich hielt, Pulverkonzenträte
im gefrorenen Zustand oder in einer trockenen Atmosphäre aufzubewahren oder Lösungen des aktiven Miraculinwirkstoffes,
die man nach bekannten Verfahren herstellte, zu kühlen, um die
b gewünschte Stabilität über vernünftig lange Zeiträume
zu erhalten.
Die Stabilität des pulverförmigen Erzeugnisses nach dem in der genannten Anmeldung erläuterten Verfahren erleichtert die
Bildung von Einheitsdosierungsformen. Jedoch ist die Einheitsdosierung Je nach dem pH-Wert des Speichels des Benutzers
verschieden. Daher sind, um die Wirksamkeit der Einheitsdosierung zu sichern, verhältnismäßig hohe Konzentrationen des
„ Λ Λ ORIGINAL INSPECTED
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aktiven Wirkstoffes erforderlich. Dementsprechend ist es Aufgabe der Erfindung, Stoffgemische, insbesondere Einheitsdosierungsformen
des aktiven Wirkstoffes vorzusehen, die die gewünschte Geschmacksmodifizierungswirkung mit einer Minimalkonzentration
des aktiven Werkstoffes und ohne eine weite Variation der Wirkung und Dauer zwischen einzelnen Benutzern
erzielen. Zusätzlich ist es Aufgabe der Erfindung, ein Mittel anzugeben, um die Zunge schnell mit Miraculin in
Berührung zu bringen, damit die Wirkung unverzüglich auftritt, und den unnötigen Verlust von Miraculin aufgrund des Einschlusses
den kleinen Teilchen von Miraculin in größeren, unaufgelösten Agglomeraten der Einheitsdosisform zu verhindern,
die heruntergeschluckt werden, ohne zerkaut worden zu sein.
Gegenstand der Erfindung, womit diese Aufgabe gelöst wird, ist ein Stoff zum Süßschmeckendmachen sauer schmeckender
Nahrungsmittel durch Modifizierung derGeschmacksrezeptoren auf Basis von aus der reifen Frucht von Synsepalum dulcificum
Daniell erhaltenem Miraculin, der durch einen zum Neutralisieren von Säuren im Mind vor der Reaktion wesentlicher Mengen des
Miraculins mit den Säuren ausreichenden Gehalt an ungiftigem alkalischen Material gekennzeichnet ist,
Dieser Stoff kann pulverförmig, flüssig oder zu einer Tablette geformt sein. Die Tablette besteht vorzugsweise aus
einem das aktive Material enthaltenden Kern und einem ungiftigen Bindemittel mit dem alkalischen Material als Überzug oder Zumischung
zum Kern. Nach einer besonderen Ausführungsart der Erfindung wird dem alkalischen Material eine ungiftige
organische Säure zugesetzt, so daß beim Auflösen der sauer-alkalischen Mischung in Wasser diese aufschäumt und dadurch
die Möglichkeit zur schnellen Verteilung des Miraculins über die Zunge schafft. Der erfindungsgemäße Stoff liefert "
die gewünschte geschmacksmodifizierende Wirkung mit einer
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Tj - β -
niedrigst möglichen Konzentration des aktiven Wirkstoffes. Im wesentlichen wird sämtliches Miraculin verfügbar, um sich
an den Geschmacksrezeptorstellen anzulagern, und ebenso wird / eine übermäßige Ansäuerung im Mund neutralisiert, bevor der
aktive Wirkstoff an den Geschmacksrezeptoren angelagert wird.
Die Menge des erfindungsgemäß verwendeten alkalischen Materials ist derart, daß sie zum Neutralisieren des Säuregehalts im Mund ausreicht, bevor ein wesentlicher Teil des
} Miraculins vor seiner Anlagerung an den Geschmacksrezeptoren
mit der Säure in Berührung kommt. Eine mit alkalischem Material überzogene Tablette mit einem das Miraculin enthaltenden Kern
ist die wirksamste Form zur Erreichung des gewünschten Zieles der Neutralisation, auf die die Berührung der Geschmacksrezeptoren mit noch nicht reagiertem Miraculin folgt.
In der Form der überzogenen Tablette oder in der Pulverform liegt das alkalische Material in einer Menge von etwa 1
bis 100 Gewichtsteilen je 1 Gewichtsteil Miraculin vor. Das alkalische Material kann einen Überzug der Tablette bilden oder
dem Tablettenkern mit Miraculin zugesetzt sein oder auch im Überzug £und im Kern verwendet werden. Der alkalische
" Überzug kann durch Walzen des Miraculinkerns in einer Trommel,
die alkalisches Material enthält oder in die das alkalische Material gesprüht wird, aufgebracht werden. Alternativ
kann der Überzug durch Druck auf den Tablettenkern unter Verwendung einer Tablettenpresse hierfür aufgebracht werden. Beim
Herstellen von Tabletten kann man, wenn erwünscht, ein Bindemittel, wie z. B. Lactose,.Sorbitgelatine, Stärke, Akaziengummi
oder dgl. verwenden.
Das verwendete inerte Bindemittel hängt davon ab, ob es
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erwünscht ist, eine kaubare Tablette oder ein bonbonähnliches
Gebilde herzustellen. Höhere Konzentrationen von Binamittel werden zur Bildung kaubarer Bonbontabletten verwendet.
Wenn der Alkali-Miraculinstoff eine Lösung ist, v/erden die
Relativanteile des Miraculins und des alkalischen Materials zweckmäßig nach dem pH-Wert gemessen. Miraculin wird in Wasser
bei einem pH-Wert über etwa 10,5 pH aufgelöst. Der pH-Wert der Lösung wird dann auf etwa 7A bis 7*5 gesenkt, um die
erhaltene Lösung relativ schmackhaft zur Verwendung als
Mundspüllösung zu machen. Obwohl die Auflösung des Miraculins bei einem pH-Wert von 7*5 nur mit Schwierigkeit^" erreicht wird,
bleibt das Miraculin, wenn es zunächst bei einem pH-Wert über 10,5 aufgelöst wird und man anschließend den pH-Wert
senkt, in Lösung.
Geeignete ungiftige alkalische Materialien, die sich erfindungsgemäß
verwenden lassen, umfassen Magnesiumcarbonat, Natriumbicarbonat, Aluminiumtrisilicat, Aluminiumhydroxidkomplexe, wie z. B. Aluminiumhydroxid-Magnesiumcarbonat in
zusammen getrockneter Gelform, Kaliumcarbonat, Aluminiumhydroxid oder Mischungen davon. Gewöhnlich werden die alkalischen
Materialien in Tabletten in Mengen von zwischen 10 und 500 mg verwendet.
Das pulverformige Miraculin als solches oder in der Tablette hat eine Durchschnittsteilchengröße von etwa 50 bis 1000 /U.
Vorzugsweise hält man die Durchschnittsteilchengröße des aktiven Stoffes möglichst gering, da gefunden wurde, daß
so eine noch größere Verringerung der wirksamen Einheitsdosis des aktiven Materials erzielt wird. Die Menge des Miraculins
in Tabletten ist größer als etwa 1,0 mg und üblicherweise zwischen etwa 5 und 6o mg. Obwohl mehr Miraeulin, als vorstehend
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angegeben, in jede Einheitsdosisform eingebracht werden kann, ist es unnötig, das so zu machen, um den gewünschten Geschmacksmodifiziereffekt
zu erzielen.
Nach dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung werden aufschäumende Stoffzusammensetzungen mit alkalischem Material
gebildet. Diese werden durch die Berührung mit einer ungiftigen Säure in wässeriger Lösung aufgeschäumt, und ein alkalisches
Material gibt sofort Kohlendioxid ab, wenn es in einer sauren wässerigen Lösung aufgelöst wird. Die Quelle des zur Reaktion
erforderlichen Wassers kann die Flüssigkeit sein, die getrunken wird, nachdem die Stoffzusammensetzung auf die Zunge gebracht
ist. Die Säure kann entweder der schäumenden Stoffzusammensetzung
zugesetzt werden oder einen Teil der getrunkenen Flüssigkeit bilden. Zum Beispiel enthalten Kohlensäureflüssigkeiten Kohlensäure,
die mit Natriumcicarbonat und Wasser unter Bildung von Kohlendioxid reilgert. So ist es in diesem Fall nicht erf orderlieh,
eine Säure zuzusetzen, wenn man Natriumbicarbonat in der
miraculinhaltigen Stoffmischung verwendet. Andererseife kann
man, wenn die getrunkene Flüssigkeit wenig oder keine Säure enthält, den sauren Bestandteil der Miraculin enthaltenden
Stoffmischung zusetzen. Die in der Miraculin enthaltenden Stoffmischung verwendete Säure ist eine ungiftige organische
Säure, die keine verschlechternde Wirkung auf das Miraculin im trockenen Zustand ausübt. Geeignete organische Säuren
umfassen A sorbinsäure, Zitronensäure, Fumarsäu. oder Adipinsäure.
Das schäumende alkalische oder alkalische und Si- Material
wird in Mengen von zwischen etwa 5 und 50 Gewichtsprozent verwendet.
Weniger als 5 Gewichtsprozent führen zu geringer oder unwirksamer Aufschäumung, während über etwa 50 Gewichtsprozent
zu einem unerwünschten Berührungseffekt an der Zunge und einem unerwünschten salzigen Geschmack führen. Das Bindemittel,
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falls verwendet, kann etwa 5 bis etwa 20 Gewichtsprozent ausmachen,
Das Miraculin stellt den Rest der aufschäumenden Stoffmischung,
vorzugsweise 55 bis 65 Gewichtsprozent dar. Die aufschäumende Stoffmischung ist vorzugsweise entweder eine homogene Pulvermischung
oder hat die Form einer Tablette. Wenn man eine Säure in der aufschäumenden Stoffmischung verwendet, wird
sie in einem feuchtigkeitsdichten Verpackungsmaterial, wie z. B. Aluminiumfolie oder "Saran" eingeschlossen, um eine
vorzeitige Reaktion zu verhindern. Auch ist es zweckmäßig, die aufschäumende Stoffmischung, die keine Säure enthält,
in einem feuchtigkeitsdichten Behälter einzuschließen, doch ist dies längst nicht so kritisch.
Nach einem anderen Ausführungsbeispiel liefert die Erfindung eine Möglichkeit zur Hervorrufung eines süßen Geschmacks in
der Tablette beim Versuch, ohne daß die Zugabe von Zucker oder anderen Süßstoffen erforderlich ist. Eine Überschußmenge
von Säure kann man über die hinaus zusetzen, die zum Hervorrufen des AufSchäumens erforderlich ist. Sobald das Miraculin
nach dem Aufschäumen wirksam wird, ruft die Überschußsäure einen
süßen Geschmack hervor. Dies kann angewendet werden bei der Miraculin enthaltenden Tablette zum Zweck der normalen Verwendung,
oder dieses Ausführungsbeispiel läßt sich direkt als eine Konfektion verwenden, bei der der einzige Zweck des Miraculins
der ist, als Süßstoff für die Konfektion selbst statt zum Süßen von anschließend gegessenen Nahrungsmitteln zu dienen.
Um diesen Süßeffekt zu erzielen, ist eine ausreichende Überschußsäuremenge in der Tablette zu verwenden, um eine wirksame
Säuremolaritat von zwischen 0,005 M und 0,05 M zu erreichen.
Mit "wirksamer Molarität" ist die Menge an Überschußsäure in der Tablette gemeint, die den gleichen Süßeffekt in einer wässerigen
sauren Lösung mit der oben genannten Molarität bewirkt.
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2117183 - ίο -
Diese Definition trägt den Löslichkeitsverschiedenheiten unter
den Säuren Rechnung. Zum Beispiel wird Zitronensäure schnell in wässeriger Lösung aufgelöst, während sich Fumarsäure
langsam in wässeriger Lösung auflöst.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung, sollen sie jedoch nicht beschränken.
Eine pulverförmige Mischung von Natriumbicarbonat und
stabilem Miraculin wird nach folgendem Verfahren hergestellt:
Die Frucht wird bei etwa 1° bis 4°C in einem Saftgerät
entkernt, das ein perforiertes Zylindergehäuse umfaßt, wobei
sich eine rotierende Bürste längs der Zylinderlänge erstreckt, deren Enden in Berührung mit der inneren Zylinderwand sind.
Während der Drehung wälzen die Bürsten und drücken die Beeren gegen das perforierte Gehäuse und bewirken, daß der Saft und das
Fruchtfleisch durch die Löcher hindurchtreten, wobei die Kerne im Zylinder zurückbleiben. Der Saft und das Fruchtfleisch strömen
in Gefäße, die in ein Alkohol-Trockeneis-Bad eintauchen, eine geringe Menge von zerkleinertem Trockeneis (festem CO2) wird
direkt zur Fruchtfleischmasse gegeben, die beim Entsteinen erhalten wurde, und die Mischung wird sorgfältig in einer Kugelmühle
bis zu einer Teilchengröße von weniger als I50 /U (100 Siebgröße)
zerkleinert, während sie bei einer Temperatur von etwa -40 bis
-500C gehalten wird.
Die pulverförmigen gefrorenen Fruchtfleisch- und Saftanteile der Beeren werden einer wässerigen Lösung von Natriumbicarbonat
mit einem pH-Wert von 7*8 zugesetzt.
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Die Mischung wird dann in eine Gefriertrockenflasche gegeben, die sieh in einem Schalenfroster befindet, und man
läßt sie zu einem thermischen Gleichgewicht bei einer Temperatur von etwa -55°C kommen. Das Material wirdjdann mit einem
Gefriertrocknervakuumsystem mit einem gekühlten Kondensator zum Kondensieren von Flüssigkeiten und kondensierbaren Dämpfen
verbunden, wo es bleibt, bis im Material keine merkliche·Gewichtsänderung während einer Vier-Stundenperiode mehr auftritt. Das
Material wird dann aus der Flasche herausgenommen und in ein Desjpcatorgehäuse in Schalen bei Raumtemperatur zum weiteren
Trocknen oder Aufbewahren gegeben, bis der Feuchtigkeitsgehalt zwischen 0,5 und \% ist. Das Pulver und Natriumbicarbonat
stellen eine homogene Mischung dar.
Nachdem das Pulver durch und durch trocken ist, wird es in ein temperaturkontrolliertes Mahlwerk gegeben, wo die Durchschnittsteilchengröße
vorzugsweise auf etwa I50 M verringert
wird. Das Material wird periodisch gesiebt, und der vom HI-Sieb zurückgehaltene Teil wird zum Mahlwerk zurückgeführt,
bis er durch dieses Sieb hindurchgeht.
Das feine Pulver wird in einen pneumatischen Zykldfeeparator
eingeführt, in dem das dichte Miraculin und zugehörige Natriumbicarbonat nahe der Innenwand konzentriert wird und das
Zellulosematerial und zugehörige Natriumbicarbonat näher dem Zentrum des Zyklons konzentriert wird. Die zu trennende Mischung
wird oben in den Zyklon eingeführt, und nan läßt sie auf einem Kreisbogenweg an der Innenwand hinuntersinken· Das
miraculinreiche Material wird von dem Material geringerer Dichte durch eine Ablenkplatte an der Grenzfläche des Miraculins
und des Materials niedriger Dichte getrennt. Das Material niedriger Dichte wird wieder in Umlauf gebracht, bis im wesentlichen das ganze Miraculin abgetrennt ist. Das konzentrierte
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η ι ι 7 ο ο
Miraculin-Natriumbicarbonatgemiech kann, wenn nötig, wieder
in Umlauf gebracht werden, um irgendeinen Trennungsgrad vom Material niedrigerer Dichte zu erzielen. Das Miraculin-Natriumbicarbonatgemisch,
das man im Zyklonseparator erhält, ist,auch wenn es an der freien Atmosphäre aufbewahrt
wird, für wenigstens etwa 8 Monate raumtemperaturstabil und kann dann verwendet werden, um Einheitsdosisformen, wie
z. B. Tabletten oder wässerige Sprühzubereitungen zu erzeugen.
BeisjDiel II:
Dieses Beispiel erläutert eine typische Miraculin-Natriumbicarbonatzusammensetzung
und ein Verfahren zur Herstellung kaubarer Tabletten daraus.
Die Zusammensetzung, die zur Herstellung der Tabletten verwendet wurde, geht aus .der Tabelle I hervor.
Tabelle__I
Bestandteile Menge
Bestandteile Menge
Lactose, Direkte Tablettensorte 248.3 mg
Sorbit, Direkte Tablettensorte 80.0 mg
Aroma 7.0 mg
Farbstoff 0.7 mg
Magnesiumstearat 1^.0 mg
Natriumbicarbonat 150»0 mg
mg je Tablette
Das folgende Verfahren wurde bei einer Temperatur von etwa is 240C bei einer relativen Feuchtigkeit von weniger als
zur Herstellung der Tabletten durchgeführt. Die in der
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ORIGINAL INSPECTED
Tabelle I angegebenen Bestandteile wurden gemischt und mit Miraeulin, das entsprechend Beispiel I hergestellt wurde, in
einer Konzentration von 50 mg Miraculin je Tablette vermischt. Die erhaltene Mischung wurde gesiebt, um durch ein 20-Maschen-Sieb
durchzugehen. Die Tabletten wurden durch Verpressen der Masse in einer Stokes-Rotary-Tablettenpresse (B2) unter Verwendung
eins 9*5 mm-Standardkonkavstempels hergestellt.
Beisp.iel__IIl£
Eine aufschäumende Miraculin-Stoffmischung wurde hergestellt, indem zunächst eine Aufschlämmung von Ascorbinsäure und Natriumbicarbonat
in folgenden Anteilen hergestellt wurde:
Stoffmischung A
Ascorbinsäure 176,12 g (1 Mol)
Natriumcicarbonat 168,04 g (2 Mole)
Die Stoffmischung :. wurde in trockenem Äthylalkohol aufgelöst.
Der erhaltenen Aufschlämmung wurden 646 g stabiles Miraculin das,in der in der US-Patentanmeldung Ser. No. 28 98I beschriebenen
Art hergestellt war, und 58 g eines Bindemittels mit
Maltrin-10 zugesetzt, das im wesentlichen Stärke ist. Nachdem
die Bestandteile sorgfälrig vermischt waren, wurde der Alkohol durch Erhitzen der erhaltenen Mischung auf eine Temperatur
von etwa 500C in einer trockenen Atmosphäre verdampft. Einheitsdosierungsformen der erhaltenen Stoffmischungwurden dann
einzeln in einer feuchtigkeitsdichten Verpackung eingeschlossen.
ORIGINAL INSPECTED 109849/10 29
2 11 7 '-'S 3
Beisgiel_IV:
Ein aufschäumbarer Überzug zur Verwendung mit einer säurehaltigen Flüssigkeit wird durch Mischen einer wässerigen
Lösung von 15 Gewichtsprozent Natriumbicarbonat mit 65 Gew.%
stabilem Miraculin und 20 Gew.% eines Maltrin-10-Bindemittels
hergestellt. Nach sorgfältigem Durchmischen wurde das Wasser durch Erhitzen der erhaltenen Mischung in einer Trockenluftatmosphäre
auf eine Temperatur von 50 bis 60°C verdampft. Einheitsdosisformen der erhaltenen Trockenmischung wurden dann
einzeln in einer feuchtigkeitsdichten Verpackung eingeschlossen.
09843/1929
ORlßlNAL INSPECTED
Claims (11)
- 21 17^83Patentansprüche/'\. istof f zum Sußschmeckendmachen sauer schmeckender Nahrungs- -"mittel durch Modifizierung der Geschmacksrezeptoren auf Basis von aus der reifen Frucht von Synsepalum dulcificum Daniell erhaltenem Miraculin, gekennzeichn e t durch einen zum Neutralisieren von Säuren im Kund vor der Reaktion wesentlicher Mengen des Miraculins mit den Säuren ausreichenden Gehalt an ungiftigem alkalischen Material.
- 2. Stoff nach ..nspruch 1 in.homogener Pulverform, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehalt an ungiftigem alkalischen Material 1 bis 100 Gewichtsteile je 1 Gewichtsteil Miraculin beträgt.
- S>. Stoff nach Anspruch 1 in Form einer Tablette aus den pulverförmigen Bestandteilen, dadurch gekennzeichnet, daß die Tablette außer dem Miraculin und dem ungiftigen alkalischen Material ein inertes Bindemittel enthält.
- 4. Tablette nach Anspruch J>, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kern mit dem Miraculin, von 1 bis 100 Gewichtsteilen des alkalischen Materials je 1 Gewichtsteil Miraculin überzogen ist.
- 5. Tablette nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das alkalische Material ein Aluminiumhydroxid^Magnesiumcarbonat-Komplex ist.
- 6. Stoff oder Tablette nach Anspruch j3, dadurch gekennzeichnet, daß das alkalische Material Natriumbicarbonat ist.
- 7. Aufschäumbarer Stoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er zwischen etwa 5 und 50 Gew.# eines aufschäumbaren Stoffes109849/1029ORIGINAL INSPECTEDmit einem ungiftigen alkalischen Material der Eignung zur Bildung von Kohlendioxid bei Auflösung in saurer wässeriger Lösung enthält.
- 8. Stoff nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,daß er außerdem eine ungiftige organische Säure der Eignung zur Reaktion mit dem alkalischen Material unter Bildung von Kohlendioxid in. wässeriger Lösung enthält.
- 9. Stoff nach Anspruch J oder 8, dadurch gekennzeichnet,daß das alkalische Material Ifatriumbicapbonat enthält.
- 10. Stoff nach Anspruch 8 oder Anspruch 9 nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,daß die organische^ Säure Ascorbinsäure enthält.
- 11. Stoff nach einem der Ansprüche 7, 8, 9 oder 10 in Form einer Dosierungseinheit-Tablette.ORIGINAL INSPECTED 109849/1029
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