DE2109022A1 - Verfahren und Anlage zur Reinigung von mit organischen Stoffen verunreinigtem Wasser - Google Patents
Verfahren und Anlage zur Reinigung von mit organischen Stoffen verunreinigtem WasserInfo
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Description
PATENTANWÄLTE ' 2 I O 9 O 2
öS. MÖLLER-EORiS · DR. ΜΛΝίΤΖ ■ DR. DEUFEL
DiPL-IWQ. R>;S72FIWALD ■ DlPL.~iNG. GHÄMKOW U 1 Λ Ο Q
6 MÜNCHEN 22, ROBERT-KOCH-STa 1
TELEFON 225110
TELEFON 225110
25. FEB. 1371
HYTJEtO INTERNATIONAL A.G. in Vaduz (Liechtenstein)
Verfahren und Anlage zur Reinigung von mit organischen Stoffen verunreinigtem Wasser·
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anlage zur Reinigung
von Wasser, insbesondere von Industrieabwasser, um die organischen Verunreinigungen zu entfernen«
Die Verunreinigung der natürlichen Wasserläufe, der Seen und des Meeres ist bekanntlich mit dem uneingeschränkten Abfluss
von Haushalts- und Stadtabwasser sowie von Industrieabwasser verknüpft. Eines der Hauptprobleme der Verunreinigung ist jenes,
der im Abwasser enthaltenen organischen Stoffe, welche in der Masse des sie empfangenden Wassers eine energische mikrobiologische
Aktivität begünstigen, die zu einem raschen Verbrauch des in der Wassermasse gelbsten Sauerstoffes führt,wodurch
sich schliesslich anaerobische Verhältnisse einstellen
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und Fäulnis er scheinungen auftreten. Der rasche Sauerstoffverbrauch
ist insbesondere der Grund für den fast vollständigen Verlust des sogenannten "Selbstausgleichsvermügens"
des Wasserlaufes zufolge der drastischen Verminderung der Wasserflora, sowie für die äusserst geringe Fähigkeit, nachfolgenden
Verunreinigungen zu begegnen. Weitere ebenso schwerwiegende und wichtige Erscheinungen sind jene der Unmöglichkeit
des Ueberlebens irgendeiner anderen Lebensform, sowie des starken und unangenehmen Geruches, der sich vor allem durch die
die Schwefelverbindungen reduzierenden Bakterien entwickelt·
Es liegt daher auf der Hand, dass die Beseitigung der organischen Stoffe, deren Gehalt in einem Wasser durch den sogenannten
DBO,.- Wert (biologischer Sauerstoffbedarf nach 5 Tagen)
festgelegt ist, eine grundlegende Bedeutung beim Kampf gegen die Wasserverunreinigung besitzt.
Es ist natürlich weder möglich noch notwendig, hier alle verschiedenen
bisher versuchten und derzeit angewandten Systeme der Abwasserreinigung von verunreinigenden Organischen Stoffen
zu prüfen. Es genügt, einige der verbreitesten Systeme zu erwähnen, wie die Sedimentation, gegebenenfalls ausgelöst
mit Hilfe von Flockungsstoffen, die Chlorierung, die Behandlung
mit aktiven Schlämmen, die Oxydation auf Perkolationsfiltern usw.
Bezugnehmend insbesondere auf die Behandlung mit Aktivschlämmen,
ist zu bemerken, dass dieselbe eine verhältnismässig lange Verweilzeit des Abwassers in einem stark durchlüfteten Behälter
in inniger Berührung mit einem Schlamm vorsieht, der aus Kolonien aerobischer Mikroorganismen besteht'.1 Diesbezüg-
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lieh ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass das Wasser während
der gesamten Zeit in dem Behälter verbleiben muss, die notwendig ist, damit die Bakterienfauna ihre Reinigungswirkung
vollständig ausüben kann. Dies führt zu erheblichen Nachteilen, sei es wegen der Notwendigkeit, über eine beträchtliche
Anzahl von Behältern zu verfügen, sei es wegen des Platzbedarfes der BehälterV sei es schliesslich wegen der mit der Beseitigung
der aktiven Schlämme zusammenhängenden Probleme·
Das zur Behandlung von Wasser mit einem verhältnismässig niedrigem
DBOj.- Wert angewandte Verfahren der Oxydation auf Perkola
tionsfil tern besteht darin, dass der zu behandelnde Flüssigkeitsstrom durch ein Filterbett geleitet wird, welches aus
Steingries, Koks, zerkleinertem Arlhrazit odex* aus Kunstharzgittern
(Polyäthylen oder Polypropylen) besteht, während die oxydierende Luft durch natürliche Konvektion im Gegenstrom bezüglich
des Wassers durch das Filteifett hindurchströmt. Die
Oxydationswirkung wird durch einen, verschiedene Mikroorganismen enthaltenden Pflanzenschieimschleier, Zooglöa genannt, begünstigt,
der sich auf den ausgesetzten Oberflächen der Perkolationsbettfüllung
ansammelt. Diesbezüglich ist unter den Nachteilen dieses Systems der Umstand hervorzuheben, dass das Filterbett
eine sehr grobe Porosität besitzt und dass die Oxydationswirkung unkontrolliert und vor allem auf die ausgesetzten Oberflächen
der Füllung beschränkt ist. Dies ist auch der Grund dafür, weshalb dieses System nur auf den Fall von Wasser mit
einem sehr niedrigen DBO_- Wert, d.h. auf einen sehr geringen
Anteil an verunreinigenden organischen Stoffen beschränkt ist.
Betrachtet man näher den bekannten Stand der Technik, dann ist
BAD ORIGINAL -3-
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zu bemerken, dass in der französischen Patentschrift 715 509 ein Wasserreinigungsverfahren zur Entfernung von Verunreinigungen
organischer Natur beschrieben ist, bei welchem das zu reinigende Wasser durch ein Filterbett geleitet wird, welches
eine aerobische Bakterienfauna enthält und aus einem Material
mit grosser aktiver Oberfläche, beispielsweise einer Aktivkohle, besteht (es sei bemerkt, dass alle üblicherweise als Aktivkohlen
bezeichneten Kohlen eine aktive Oberfläche in der
2
Grössenordnung von mindestens 1000 m /g besitzen).
Grössenordnung von mindestens 1000 m /g besitzen).
Dem Filterbett wird ferner Sauerstoff gleichzeitig mit dem zu reinigendem Wasser oder bevor dasselbe das Filterbett erreicht,
zugeführt. Auch in der USA-Patentschrift 3 232 434 und in der deutschen Patentschrift 1 250 372 ist die Zugabe von Sauerstoff
zu dem zu reinigendem Wasser bevor dasselbe zum Filterbett gelangt, erwäht. Nach der USA-Patentschrift besteht das Filterbett
aus Lavaschlacke, d.h. aus einem Material, dessen Porosität derjenigen von Kies und Sand entspricht.
Ein biologisches Reinigungsverfahren unter Verwendung einer Mischung
von Wasser und Mikroorganismen und mit Belüftung der Mischung zwecks Schaffung einer für das Leben der Mikroorganismen
günstigen Umgebung ist in der deutschen Patentschrift 1 279 561
beschrieben. Schliesslich ist in der französischen Patentschrift 333 406 (aus dem Jahr 1903) in äusserst allgemeiner Form die
Möglichkeit der Verwendung von aus Torf bituminösen Kohlen erhaltenen Verkohlungsprodukten zur biologischen Wasserreinigung
erwähnt.
In allen diesen Vorveröffentlichungen und im allgemeinen in der technischen Fachliteratur wurde somit im wesentlichen auf die
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normale gemeinsame Verwendung einer Bakterienfauna und von Sauerstoff zur biologischen Wasserreinigung hingewiesen, wobei
sich die Forschugen hauptsächlich auf die Sauerstoffzufuhr zum Bakterieribett und/oder auf das zu reinigende Wasser konzentrierten.
Wie bereits erwähnt war die Verwendung von Perkolationsbetten
aus inertem Material, wie Kies und Sand, d.h. aus einem
2 Material, dessen aktive Oberfläche geringer als 10 ra /g ist,
auf den Fall von Wasser mit einem sehr niedrigem DBO-- Wert beschränkt. Diesbezüglich kann die USA-Patentschrift 2 760 643
genannt werden, welche eine Weiterbildung solcher Perkolationsbetten
betrifft.
Es ist zweckmässig darauf hinzuweisen, dass sich parallel zur biologischen Reinigung von Industrie- und Stadtabwasser die
Technik der chemischen Flockung entwickelt hat. In der österreichischen
Patentschrift 286 891 ist ein chemisches Flockungsverfahren beschrieben,mit welchem es möglich ist -wie dies
aufgrund von Versuchsdaten nachweisbar ist-, den grössten Teil der im zu behandelnden Wasser in kolloidaler Form suspendierten
bzw. vorhandenen Stoffe zu beseitigen und die im Wasser gelösten Phosphate ( Orto- und Polyphosphate) auf äusserst
kleine Anteile herabzusetzen. Diese Phosphate sind nämlich die hauptverantwortlichen für die Eutrophisierung der Seen. Ferner
ist in der deutschen Patentanmeldung P 17 67 871.6 eine Filtermasse
beschrieben und beantsprucht, die aus einer besonderen Aktivkohle besteht (welche nachfolgend als "makroporöse harzige
Kohle" bezeichnet wird), die durch Verkohlung von Sägespänen harzigen Holzes, das mit einer geringen Menge einer sehr verdünnten
Schwefelsäurelösung imprägniert ist, unter zweckmässigen
rfr
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Bedingungen zu__i>ereitet wird. Wie sich aus der Beschreibung
und den Beispielen der genanten Patentanmeldung ergibt, hat diese makroporöse harzige Kohle ausgezeichnete Eigenschaften
zur Filtrierung von Abwasser erwiesen, nachdem sie nicht nur ein ausgezeichnet klares filtriertes Wasser ergibt, sondern
auch gestattet, den beständigen Schaum, auch wenn derselbe von nicht biodegradierbaren Waschmitteln herrührt, zum Grossteil
und jedenfalls in zufriedenstellendem Ausmass zu beseitigen und den DBO^-Wert des Wassers zu eniedrigen·
Der Anmelder hat seine Aufmerksamkeit den Ergebnissen der Filtrierung
im Hinblick auf die Erniedrigung des DBO-- Wertes zugewandt»
Nachdem die erwähnte harzige Kohle eine ziemlich makroskopische Porosität besitzt, d.h. im Mittel eine aktive Oberfläche in der
2
Grössenordnung von 150-200 m /g, und nachdem zunächst angenomen wurde, es handle sich um eine Erscheinung der Oberflächenabsorption, wurden die gleichen Versuche mit handelsüblichen aktivierten Kohlen wiederholt, die eine noch viel grössere aktive Oberfläche besitzen, und zwar eine aktive Oberfläche in
Grössenordnung von 150-200 m /g, und nachdem zunächst angenomen wurde, es handle sich um eine Erscheinung der Oberflächenabsorption, wurden die gleichen Versuche mit handelsüblichen aktivierten Kohlen wiederholt, die eine noch viel grössere aktive Oberfläche besitzen, und zwar eine aktive Oberfläche in
2 der Grössenordnung von 1000 und mehr m /g, wobei jedoch völlig
unzufriedenstellende Ergebnisse erzielt wurden.
ID ie Tatsache, dass es sich nicht um Erscheinungen der OberflMchenabsorption
handelt, wird dadurch bestätigt, dass bei den mit der makroporösen harzigen Kohle durchgeführten Versuchen
die Kohle in der Lage ist, aus dem Wasser eine Menge von verunreinigenden organischen Stoffen zu beseitigen, die weitaus grosser
als jene ist, welche mit der aktiven Oberfläche der Kohle vereinbar wäre, wenn es sich um Oberflächenabsorption handeln
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würde.
Im Laufe weiterer Versuche mit der gleichen makroporösen harzigen Kohle wurde in dem austretenden Wasser eine Zunahme des
Nitritgehaltes zu lasten der Nitrate festgestellt. Bei der darauffolgenden Gegenstromwaschug der Kohle nach einer gewissen
Filtrierzeit wurde sodann im Waschwasser das Vorhandensein eines starken Bakterienanteils festgestellt. Auf Grund dieser
Versuchsergebnisse wurden die Nachforschungen sodann auf andere
Filtermaterialien ausgedehnt, wie Kohlen, die aus Torf und bituminösen Kohlen', porösen Kunstharzen u.dgl. erhalten
werden.
Auf diese Weise kam man überraschend zu einem Wasserreinigungsverfahren
zwecks Entfernung der verunreinigenden organischen Stoffe, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass das zu reinigende
Wasser durch ein Filterbett geleitet wird, welches aus einem porösen Material mit einer aktiven Oberfläche von höch-
2 2 I
stens 400 m /g und mindestens 10 m /g besteht und inaem eine
aerobische Bakterienfauna vorhanden ist, wobei dem in Reinigung befindlichen Wasser eine ausreichende Sauerstoffmenge zugeführt
wird, um die Bakterienfauna im aeroben Zustand zu halten.
Die Anlage zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens umfasst eine mechanische Reinigungsstation des zu behandelnden
Wasser zwecks Entfernung der suspendierten Teilchen und Fremdkörper und ist dadurch gekennzeichnet, dass auf diese mechanische
Reinungungsstation ein aus einem porösen Mittel mit einer
aktiven Oberfläche zwischen 10 und 400 m /g bestehendes Filterbett,
eine Vorrichtung zur Sauerstoffzufuhr zu dem zu behandelnden Wasser und ein Wasserstromkreis zur Gegenstromwaschung des Filterbettes
folgt.
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Die Zwecke und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich klarer aus der folgenden beispielsweisen und nicht einschränkenden
Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnung; .
Fig.l zeigt ein Filterbett nach der Erfindung im senkrechten
Schnitt,
Fig,2 ist ein analoger senkrechter Schnitt wie Fig.l durch
eine andere Ausführungsform des Filterbettes,
Fig.3 zeigt zwei erfidungsgemäese Filter in Reihenschaltung,
Fig.4 ist ein Schema der gesamten erfiriungsgemässen Reinigungsanlage
'und
Fig.5 ist ein analoges Schema wie Fig.4 einer anderen Version
der Anlage.
Das in Fig.l dargestellte erfirdungsgemässe Filterbett umfasst
einen Behälter 10, in dem eine Filtermaterialschicht 11 angeordnet
ist, wobei die aktive Oberfläche des Filtermaterials innerhalb der oben angegebenen Grenzen liegt und vorzugsweise
2
die Grössenordnung von 150-200 m /g besitzt. Die Schicht 11 liegt auf einem Tragrost 12.
die Grössenordnung von 150-200 m /g besitzt. Die Schicht 11 liegt auf einem Tragrost 12.
Wie bereits erwähnt, besteht die Schicht 11 vorzugsweise aus einer makroporösen harzigen Kohle der oben angegebenen Art.
Zufriedenstellende Ergebnisse wurden jedoch versuchsweise auch mit anderen Verkohlungsprodukten ausgehend von Torf und von
bituminösen Kohlen, sowie mit porösen Kunstharzen, beispielsweise jenen, die zum Ionenaustausch verwendet werden, erzielt,
sofern die angegebene Bedingung der niedrigen Porosität bzw. aktiven Oberfläche eingehalten wird.
Die bei der Reinigung von mit organischen Stoffen verunreinigtem Wasser erzielten ausgezeichneten Ergebnisse lassen sich am
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wahrscheinlichsten dadurch erklären, dass die Porengrösse
der raakroporösen harzigen Kohle genügend gross ist, um es der Bakterienfauna zu gestatten, sich nicht nur an den ausgesetzten
Oberflächen der Kohle, sondern auch vor allem im Inneren der einzelnen Kohlenkörner anzusetzen und zu entwickeln·
S)
Auf diese Weise nimmt die Gesamtmasse der Kohle aktiv an der
biologischen Degradierungswirkung der organischen Stoffe teil·· Ferner leuchtet auch die Annahme ein, dass auch die Porenform ,
welche sich aus den Harzkanälen des Harzholzes ergibt, aus dem die makroporöse harzige Kohle hergestellt wird, auf den Mechanismus
der Filtrierung einwirkt. Es wurde -tatsächlich festgestellt, dass die erhaltenen länglichen Poren einen Durchmesser in der
Grössenordnung von ungefähr 100U besitzen· Dem Fachmann ist es
klar, dass die Wirksamkeit der Bakterienfauna an das Vorhandensein einer ausreichenden Sauerstoffmenge gebunden ist, um aerobische
Bedingungen zu schaffen, und dies erklärt die zweite wichtige Bedingung für das erfindungsgemässe Verfahren. Die Sauerstoffzufuhr
wird vorzugsweise und wirtschaftlich mittels Luft durchgeführt, obwohl es sich versteht, dass die Erfindung nicht
auf die Verwendung von Luft beschränkt ist.
Vergleichsversuche, die mit einem erfidungsgemässen Filterbett
(d.h. mit einem Material, dessen Wirksame Oberfläche zwischen 10 und 400 m /g liegt-) und einem aus einer herkömmlichen Aktivkohle
bestehenden Filterbett durchgeführt wurden, haben ergeben, dass bei dem erstgenannten Filterbett, insbesondere im Fall dass
die genannte makroporöse harzige Kohle verwendet wird, eine einfache Gegenstromwaschung ausreicht, um die Wirksamkeit des
Filterbetteg·: wieder herzustellen· Bei Verwendung eines aus einer
herkömmlichen Aktivkohle bestehenden Filterbettes geht hin-
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gegen die Relnigungswirksamkeit in kurzer Zeit zu ende und
zur Regeneration ist es notwendig, die Aktivkohle aus dem Filterbett zu atnehraen und sie einer zweckmässigen und bekannten
Wärmeregenerationsbehandlung zu unterwerfen.
Sowohl die grössere Wirksamkeit des erfiriungsgemässen Reinigungsverfahrens,
als auch die rasche und einfache Regenerierungsmöglichkeit
können dem Umstand zugeschrieben werden, dass die Reinigung mit einem porösen Material, dessen aktive Oberfläche
zwischen 10 und 400 m /g beträgt, über einen physikalischen Absorptionsmechanismus erfolgt, bei dem die in den Poren
des Filterbettes sitzende Bakterienfauna interveniert. Im Fall eines aus einer, herkömmlichen Aktivkohle bestehenden Filterbettes
handelt es sich hingegen im wesentlichen um einen chemischen Absorptionsmechanismus, bei dem die sogenannten aktiven
Zentren rasch verbraucht werden·
Zurückkehrend zu dem in Fig.l dargestellten Filterbett, ist
ersichtlich, dass dasselbe an eine mit einem Regulier- und/oder Absperrventil 14 versetme Speiseleitung 13 für das zu reinigende
Wasser angeschlossen ist. Das gereinigte Wasser fliesst hingegen durch eine; Leitung 15 ab, die ebenfalls mit einem Regulier-
und/oder Absperrventil 16 versehen ist.
Zur Luftzufuhr ist ein Rohr 17 mit Absperrventil 18 vorgesehen,
an welches innerhalb des Behälters 10 zweckmässige Diffusoren 19 angeschlossen sind. Diese an sich wohlbekannten Diffusoren
gewährleisten, dass die Luft in Form zahlreicher und äusserst kleiner Blasen in die sich oberhalb des Bettes 11 befindliche
Schicht 20 des verunreinigten Wassers eintritt und mit dem gesamten zu behandelnden Wasser in Berührung kommt. Die Sauerstoffzufuhr
zu der in der Filtermasse 11 enthaltenen Bakterienfauna erfolgt somit durch das der Reinigung unterworfene Wasser.
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-10-
Die Metabolisierung der verunreinigenden organischen Stoffe
durch die Wirkung der Bakterienfauna benötigt, obwohl sie beispielsweise gegenüber der Behandlung mit Aktivschlämmen sehr
beschleunigt ist, trotzdem eine gewisse Zeit, welche an die Filtrierungsgeschwindigkeit und an die Höhe der Filtrierschicht
gebunden ist. Die besten Ergebnisse werden mit Filterbetten aus makroporöser harziger Kohle erzielt, die eine Höhe von
1-2 ra besitzen und durch die das Wasser mit einer Geschwindig-
3 2
keit in der Grössenordnung von 4-10 m /h je m Filterbettoberfläche
hidurthfliesst.
Nach einiger Zeit, im allgemeinen nach 12-24 Stunden je nach dem Verunreinigungsgrdd des Wassers, ist eine Verringerung der
Wirksamkeit des Filters bemerkbar, der leicht durch Regenerierung der Filtermasse mittels Gegenstromwaschung mit nicht verunreinigtem
Wasser begegnet werden kann. Es hat sich gezeigt, dass eine Wassermenge von 3-5% für eine Zeit von einer Stunde
ausreicht«, Zu diesem Zweck ist bei der Vorrichtung nach Fig.l
eine Leitung 23 mit Ventil 24 zum Einlass des Waschwassers vorgesehen, welches durch eine obere Leitung 25 mit Ventil 26 austritt.
Während des Waschens hat es sich als zweckmässig erf wiesen, Druckluft durch eine mit Ventil 22 versehene Leitung
21 einzulassen, welche Druckluft bei der Abfuhr der sich in der Masse 11 angesammelten Ablagerungen mitwirkt.
Es versteht sich, dass die Menge und der Druck der zur Sauerstoffzufuhr
eingeleiteten Luft von verschiedenen Parametern abhängen, wie die Menge und die Geschwindigkeit des zu behandelnden
Wassers, die mit Sauerstoff zu versorgende Bakterienfauna und somit die Höhe der makroporösen harzigen Kohlenschicht
usw. Schliesslich ist zu bemerken, dass die für den
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Betrieb des Filterbettes notwendige Bakterienfauna im allgemeinen
im verunreinigtem Wasser selbst enthalten ist, so dass das erste in die Masse des Reinigungsmaterials eintretende
Wasser die Bakterienkolonien in die Poren der makroporösen harzigen Kohle einführt. Andernfalls muss die Bakterienfauna
unmiti-elbar in das zu reinigende Wasser oder in das Filterbett
eingeimpft: werden, wenn das Filter eine Betriebsperiode beginnt. Diesbezüglich wird vorzugsweise das Waschwasser des
Filters verwendet, indem dasselbe zur Speisung des zu reinigenden Wasser rückgeführt wird.
In den Fig.2 und 3 sind die gleichen Bezugszeichen wie in Fig.l
für entsprechende Teile verwendet.
Bei der in Fig.2 gezeigten Ausführungsform ist zusätzlich zu
den bereits in Fig.l gezeigten Teilen eine mit einem Absperrventil 41 versehene Abzweigleitung 40 vorgesehen, durch
welche ein Teil des gereinigten Wassers zur Zufuhrleitung 13
des verunreinigten Wassers zurückgeführt werden kann. Diese Rückleitung kann in dem Fall notwendig sein, dass der Abteil
der Verunreinigungen ilusserst hoch ist, so dass die Oxygenierung der Bakterienfauna nicht ausreicyend wäre, um den Betrieb
des Filters unter aeroben Verhältnissen sicherzustellen und um eine ausreichende Reinigung des Wassers zu erzielen.
Das Problem eines äusserst hohen Anteils an organischen Verunreinigungen
in dem zu reirigendem Wasser kann auch wie in Fig.3 angegeben gelöst werden, indem zwei Filter in Reihe geschaltet
werden, wobei der Ablass 15 des ersten Filters zu einer Pumpe 50 führt, welche das weiter zu reinigende Wasser über das Filterbett
11 des zweiten Filter pumpt. Auf diese Weise wird der Na ch-
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teil von zu hohen Filterbetten 11 vermieden, welche hinsichtlich des Betriebes und der Instandhaltung der Vorrichtung
schwerwiegende Probleme mit sich bringen würden.
In Fig.4 ist schematisch eine vollständige Anlage zur Reinigung
von Wasser, insbesondere von Abwasser, zwecks Entfernung der verunreinigenden organischen Stoffe dargestellt. Die gezeigte
Anlage umfasst einen Gitterrost 60, der geeignet ist, Fremdkörper und/oder grosse Teile zurückzuhalten. Das den
Gitterrost 60 durch eine Leitung 61 verlassende Wasser gelangt in ein Dekantierbecken 62, in welchem sich die suspendierten
Teilchen absetzen, welche dann durch eine Leitung 61 abgeführt werden.
Das geklärte Wasser gelangt sodann in die Filtrier- und Reinigungsvorrichtung
64, die gemäss einer der in den Fig.1-3 gezeigten Ausführungsformen verwirklicht ist, wobei natürlich die Wahl
der besonderen Vorrichtung von örtlichen Faktoren und hauptsächlich
von Verunreinigungsgrad des Wassers abhängt. Die Luftzufuhr zur Verrichtung 64 ist durch den Pfeil 69 angedeutet..
Das gaaeinigte Wasser wird durch die Leitung 65 abgeführt, während
mit 66 die Rückflussleitung des gereinigten Wassers zum Waschen der Filtermasse angedeutet ist. Mit 67 ist das Dekantiergefäss
des Waschwassers angedeutet, von dem das Wasser durch die Leitung 68 zur Zuflussleitung 61 des zu reinigenden
Wassers zurückgeleitet wird, während der sich im Dekantiergefäss 67 absetzende Schlamm zusammen mit dem aus dem Dekantiergefäss
62 kommenden Schlamm durch die Leitung 63 abgeführt wird· Die in Fig.5 scheraatisch dargestellte Anlage sieht einen mechanischen
Rost 70 zur Abtrennung der Fremdkörper und/oder grossen
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21U9022
Teile vom zu reinigenden Wasser, sowie eine an sich bekannte
Zerkleinerungsvorrichtung 71 vor, in welcher die seitens des
Rostes 70 nLcht zurückgehaltenen noch verhältnismäesig groasen
Verunreinigungen zerkleinert werden. Das die Zerkleinerungsvorrichtung 71 verlassende Wasser gelangt durch eine Leitung
72 in ein Flockungs- und Dekantiergefäss 73, in welches
-wie durch den Pfeil 74 angedeutet- chemische Flockungsmittel
vorzugsweise der in der deutschen Patentanmeldung P 17 67 869.2 beschriebenen Art eingeführt werden. Auf diese Weise wird
wie bereits erwähnt nicht nur der Niederschlag der suspendierten Stoffe, sondern im wesentlichen auch die Entfernung der
im zu reinigenden Wasser enthaltenen Phosphate erzielt. Das sedimentierte Material wird durch die Leitung 75 abgeführt,
während das Wasser in das Filter 76 aus makroporöser harziger Kohle gelangt, wobei auch in diesem Fall je nach den jeweiligen
der
Verhältnissen eines/in den Fig.1-3 gezeigten Filter gewählt wer
den kann. Die Luftzufuhr zu dem Filter ist durch den Pfeil
angedeutet. Das gereinigte Wasser tritt aus dem Filter 76 durch die Leitung 77 aus, während zum Waschen des Filters gereinigtes
Wasser durch die Leitung 78 zurückgeführt werden kann.
Nachdem die chemischen Flockungsmittel wie bereits erwähnt auch eine Hemmungswirkung auf die an sich im verunreinigtem Wasser
enthaltene Bakterienfauna besitzen können, ist es zweckmässig, die aus der makroporösen harzigen Kohle bestehende
Filtermasse mit einer mikrobiologischen Ladung zu impfen, was auf verschiedene wohlbekannte Weisen erf.olgen kann. Auch bei
dieser Anlage ist ein Dekantiergefäss 79 für das Waschwasser
vorgesehen, welches sodann zur Zufuhr 72 des zu behandelnden Wassers zurückgeführt wird, während das Sedimentationsmaterial
durch die Leitung 75 abgeführt wird.
10983T>Ya97
Absehliessend kann gesagt werden, dass der mit dein erfindungsgemässen
Verfahren und der entsprechenden Anlage erzielte wesentliche Vorteil darin besteht, dass die unmittelbare Reinigung
von mit organischen Stoffen verunreinigtem Wasser ermöglicht
wii'd, ohne dass lange Behandlungen in biologischen Reinigungsstationen
nötig wären. Wird die Behandlung mit dem
Filter aus makroporüser harziger Kohle mit der Flockungsbehandlung der oben erwähnten Art kombiniert, dann erzielt man eine vollständige Reinigung des Wassers, welche Reinigung im Vergleich zu herkömmlichen Behandlungen weitaus ra~.scher durchführbar ist.
Filter aus makroporüser harziger Kohle mit der Flockungsbehandlung der oben erwähnten Art kombiniert, dann erzielt man eine vollständige Reinigung des Wassers, welche Reinigung im Vergleich zu herkömmlichen Behandlungen weitaus ra~.scher durchführbar ist.
-15-
BAO OWGtNAL
10983 7/14 9 7
10983 7/14 9 7
Claims (1)
- Patentansprüche1.) Verfahren zum Reinigen von durch organische Stoffe verunreinigtem Wasser, dadurch gekennzeichnet, dass das zu reinigende Wasser durch ein Filteitett geleitet wird, das aus einer porösen Materialfüllung besteht, deren aktive Oberfläche2 2höchstens 400 m /g und mindestens 10 m /g beträgt und in der eine aerobe ftakterienfauna vorhanden ist, zufolge welcher sich im Filterbett Degradierungserscheinungen der verunreinigenden organischen Stoffe entwickeln, wobei dem Wasser während der Reinigung eine ausreichende Sauerstoffmenge zugeführt wird, um bei der jeweiligen Verunreinigungsmenge und der Menge des zu reinigenden Wassers die besagte Bakterienfauna im aeroben Zustand zu halten.2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass2 das poröse Material eine aktive Oberfläche von 150-200 m /g besitzt.3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das poröse Material eine makroporüse harzige Kohle ist, die durch Verkohlung von Sägespänen eines Harzholzes erhalten wird, das mit einer verdünnten Schwefelsäurelösung imprägniert ist.4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sauerstoff in Form von Druckluft zugeführt wird.5 t ^'.Ti nhron nadi Anspruch 1, dadurch [*c?k oxindole hnc-t., dries i.h τ 'huwii. i ·d i Λ- >; m roi ni <u:n<l·"'!» Uas^ci ?u«',r ί ührt: wird« bovor ; !·. <>''τ ί ·! '" ;: .»"ι 1 f f-vbf-l 1 in Rei'ülli un«· 1 nn>;it«8AI> ORIGINALί 0 <1 H Ί '{,/ 1 / fi 76. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Filterbett periodisch in Gegenstrom mit nicht verunreinigtem Wasser gewaschen wird und dass das Waschwasser dem zu reinigendem Wasser vor dessen Eintritt in das Filterbett beigemischt wird.7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zu reinigende Wasser vor seiner Durchleitung durch das Filterbett mit eiier zweckmässigen Menge bereits gereinigten Wassers verdünnt wird, wobei diese Menge von der Konzentration der im zu reinigendem Wasser enthaltenen organischen Verunreinigungen abhängt.8. Wasserreinigungsanlage zur Durchführung des Verfahrens nach den vorhergehenden Ansprüchen mit einer mechanischen Reinigungsstation zur Abtrennung der im zu reinigenden Wasser suspendierten Teilchen und Fremdkörper, gekennzeichnet durch ein aus einem porösen Mittel mit einer aktiven Oberfläche zwisehen 10 und 400 m /g bestehendes Filterbett, eine Vorrichtung zur Sauerstoffzufuhr zu dem zu behandelnden Wasser und einem Waschwasserkreislauf zur Gegenstromwaschung des Filterbettes·9. Anlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die mechanische Reinigungsstation des zu behandelnden Wassers einen Rost zum Abtrennen der Fremdkörper und grossen Teile sowie ein Sedimentationsgefüss für die suspendierten Teilchen umfasst.10. Anlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet:, dass die machanische Reinigungsstation des zu behandelnden V/assers einen R.ost zum Abtrennen der Fremdkörper und grossen Teile sowie ein Gefüss zur chemischen Flockung und Sedimentation sowohl der gelöstcsn Stoffe alsaich der suspendierten und Im1 0 9 0«0l7^ I 4 9 7 mQ original.kolloidalen Zustand im zu behandelnden Wasser enthaltenen Teilchen umfasst.11. Anlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Sauerstoffzufuhr eine in die sich unmittelbar über dem Filtabett befindliche Schicht des verunreinigten Wassers getauchte Leitung umfasst, die mit Druckluft gespeist ist und mit Diffusoren versehen ist, welche geeignet sind, dem sie umgebenden Wasser Druckluft in Form von ausserst-kleinen Blasen zuzuführen.12. Anlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb des Filterbettes eine Druckluft zufuhr leitung vorgesehen ist, die bei der Gegenstromwaschung des Filterbettes in Betrieb gesetzt wird.10 9 8 37/14 97 -18-Le e rs e iIe
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