DE2107239A1 - Schnell vernetzende Einbrennsysteme - Google Patents
Schnell vernetzende EinbrennsystemeInfo
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Description
2107239 FARBENFABRIKEN BAYER AG
LEVERKUSEN-B.ren.erk ^ ^
Patent-Abteilung PS/Gg
Schnell vernetzende Einbrennsysteme
Die Erfindung betrifft Zusätze von Sulfonsäureestern zu Methylolgruppen-haltigen Polymer-Systemen, deren
Methylolgruppen gegebenenfalls veräthert sind und die durch Einbrennen vernetzt werden können.
Methylolgruppen- oder verätherte Methylolgruppen-haltige Polymere finden bekanntlich umfangreiche Anwendung bei der
Herstellung von· vernetzten Überzügen sowie bei der Erzeugung geformter Artikel aus Pressmassen. Hierbei wird die Fähigkeit
dieser funktionellen Gruppen entweder mit sich oder anderen Gruppierungen wie z. B. Hydroxylgruppen, Aminen,
Carboxylgruppen oder auch Doppelbindungen unter Vernetzung zu reagieren, nutzbar gemacht. Diese Vernetzungsreaktion
läuft in der Regel bei höherer Temperatur ab und läßt sich, wie aus der Praxis hinreichend bekannt, durch Zusatz katalytischer
Mengen Säure katalysieren. Verwendet werden z. B. p-Toluolsulfonsäure, Phosphorsäure, phosphorige Säure,
Chlorwasserstoff, aber auch Maleinsäure, Weinsäure, Zitronen säure sowie durch Einpolymerisieren, z. B. von Acrylsäure
eingebrachte Carboxylgruppen. Auch Polymere mit Phthalsäurehalbesterendgruppen
sind geeignet. Besonders eingehend wurde dieses Gebiet für die Herstellung von Überzügen und Einbrennlacken
untersucht (vgl. deutsche Auslegeschriften
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1 035 363, 1 083 548 und 1 089 549; Tgl.* die britische
Patentschrift 920 810 und die US-Patentschrift 2 870 117).
Der Anwendung von sauren Katalysatoren in Methylol- bzw. verätherten Methylolgruppen-haltigen Polymersystemen sind
jedoch gewisse Grenzen gesetzt. So verbietet sich ein Zusatz von Säure, z. B. dann, wenn reaktive Bindemittel auf dieser
Basis beliebig lagerfähig sein sollen. Zugabe von Säure würde in den allermeisten Fällen zum vorzeitigen Gelieren des Ansatzes,
d. h. zur vorzeitigen Reaktion der Bindemittel führen. Auch für die Katalysierung der Vernetzungsreaktion
von Methylolgruppen- oder verätherten Methylolgruppenhaltigen Polymeren in lösungsmittelfreien, pulverförmigen
w Überzugsmitteln können saure Verbindungen kaum herangezogen
werden. Hierbei ist es nämlich nötig, daß sich ein solches Bindemittelsystem in einem Extruder bei erhöhter Temperatur,
im allgemeinen bei ca. 100° C, mit Pigmenten und sonstigen Zusatzstoffen homogenisieren läßt. Ein mit Säure katalysiertes
Polymeres oder Polymergemisch, das Methylolgruppen oder verätherte Methylolgruppen enthält, vernetzt in der Regel· schon
bei diesem Verarbeitungsschritt, es sei denn, es enthält nur geringe Mengen Säure oder Säuren geringer Stärke, die dann
allerdings auch nur wenig zu einer Verkürzung der Einbrennzeit bei der endgültigen Aushärtung des Lackes beitragen können,
d. h. deren katalytische Funktion dann unerheblich ist.
Gegenstand der Erfindung ist nun die Verwendung von Sulfonsäureestern
als Katalysatoren bei der thermischen Vernetzung Methylolgruppen- und/oder verätherte Methylolgruppen-haltiger
Polymerer oder Polymergemische.
Sulfonsäureester im Sinne der Erfindung sind Verbindungen, die mindestens einmal die Gruppierung
-0-SO2-R1
an einem Rest R" enthalten,
an einem Rest R" enthalten,
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wobei
R' Aryl oder Alkyl und
R" Alkyl, Cycloalkyl, substituiertes Alkyl, insbesondere substituiertes Aralkyl wie
■Halogen
COOH
bedeuten,
insbesondere aber Verbindungen der allgemeinen Formel
RH RIl Rll
I I I
R'-SO0-O-C - C - C-O-SO0-R' ,
2 ι ι ι 2
R" H R"
worin
R' Aryl und/oder Alkyl und
R" Wasserstoff und/oder Alkyl bedeuten.
Unter Alkyl werden Kohlenstoffketten mit bis zu 18 C-Atomen
verstanden, als Arylreste können beispielsweise eingesetzt werden: Phenyl, Naphtyl und/oder substituiertes Phenyl.
Beispielsweise können folgende Literatur-bekannte Verbindungen
im Sinne der Erfindung eingesetzt werden: p-Toluolsulfonsäuremethylester,
Benzolsulfonsauremethy!ester,
p-Toluolsulfonsäuredodecylester, p-Toluolsulfonsäureäthylester,
p-Toluolsulfonsäure-p-nitrobenzylester, p-Toluolsulfonsäure-p-chlorbenzy!ester,
Äthylglykoltosylat,Cyclohexyltosylat,
Äthylenglykolditosylat, Dlglykolditosylat, Cyclohexylmethansulfonat, Propandiol(1,2)-ditosylat. Als
besonders geeignet seien Verbindungen wie Propandiol-(1.3)-ditosylat,
Propandiol-(1.3)-dibenzolsulfonat, Butandiol-(1.3)·
ditosylat, Butandiol-(1.3)-dibenzolsulfonat hervorgehoben.
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Die beansprucheten Verbindungen zeigen die Nachteile der sonst verwendeten sauren Katalysatoren nicht. Methylolgruppen
und/oder verätherte Methylolgruppen enthaltende Polymersysteme, denen man diese Verbindungen zugesetzt hat, sind bei Raumtemperatur,
aber auch bei Temperaturen von ca. 50 C, beliebig lagerfähig. Werden die mit den beanspruchten Sulfonsäureestern
versetzten Polymeren jedoch bei Temperaturen oberhalb von 130° C eingebrannt, so zeigt sich eine deutliche Verkürzung
der zur Vernetzung benötigten Zeit. Häufig kann auch zur Erreichung einer ausreichenden Härtung bei niedrigeren
Einbrenntemperaturen, als sie ohne Katalysatorzusatz nötig sind, gearbeitet werden.
In vielen Fällen läßt sich durch eine solche Katalyse ein wesentlich höherer Vernetzungsgrad erreichen, was in den
verbesserten Eigenschaften der so hergestellten Überzüge zum Ausdruck kommt, Methylolgruppen bzw. verätherte Methylolgruppen-haltige
Systeme zur Herstellung von pulverförmiger lösungsmittelfreien Massen zur Herstellung von Überzügen
werden ebenfalls vorteilhaft mit diesen Zusätzen katalysiert, da ein vorzeitiges Gelieren beim Extrudieren der Pulvermassen
bei Temperaturen bis ca. 110° C nicht eintritt, die Vernetzungsreaktion
bei Temperaturen oberhalb 130° C aber stark beschleunigt wird.
Die beanspruchten Sulfonsäureester werden den freie oder verätherte
Methylolgruppen enthaltenden Überzugs- oder Formmassen in Mengen von 0,01-10 Gew.-%, vorzugsweise 0,05-3 Gew.-%, zugesetzt.
Sie lassen sich nach den üblichen Verfahren wie sie aus der Literatur bekannt sind (z. B. Organicum, VEB Deutscher Verlag
der Wissenschaften, Berlin 1964, S. 513) darstellen und können ohne Schwierigkeit in den fertigen Bindemittelgemischen
gelöst oder im Falle der Pulverlacke im Extruder eingearbeitet werden. Bindemittel· die im Sinne der Erfindung mit SuIfonsäureestern
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katalysiert werden können, sind z. B. Phenolharze, Aminoplaste wie Harnstoff- und Melaminharze, entweder alleine oder
in Kombination mit anderen Harzen wie Nitrocellulose, Alkydharzen oder anderen Polyestern, ferner Methylolgruppen- oder
verätherte Methylolgruppen-haltige Polycarbonsäureamide, wie
Polyacryl- und Polymethacrylsäureamide, sowie Polymere, die die.N-Methylolgruppierung in verkappter Form als Carbamidsäureester
enthalten.
Bei der Verarbeitung zu Überzugsmittein können diesen Bindemitteln
oder Bindemittelgemischen die üblichen Zusätze beigefügt werden, z. B. Füllstoffe wie gefällte oder thermisch
gewonnene Kieselsäure, Silikate, Talkum, Glimmer, Quarzmehl, M
Bariumsulfat, Calziumsulfat, Glaspulver sowie auch Metallpulver
wie Aluminium- oder Kupferbronzen.
Auch Farbstoffe, entweder in gelöster Form oder als Pigment, können mitverwendet werden. Als Pigmente seien beispielsweise
Titandioxide, Eisenoxide, Chromgelb, Preußischblau, Braunschweiger Grün, Zink- oder Bleichromat, getönte Titanpigmente
sowie Phthalocyanine oder unlösliche Azofarbstoffe genannt.
Daneben können den Überzugsmitteln die in der Lackindustrie üblichen Hilfsstoffe, wie z. B. Verlaufmittel, zugesetzt
werden. Die Mengen all dieser Zuschlagstoffe bewegen sich im
sonst üblichen Rahmen und erfahren durch die erfindungs- M
gemäßen Katalysatoren keinerlei Einschränkung.
Finden die im Sinne der Erfindung katalysierten Bindemittel Anwendung in Preßmassen, so können sie mit allen bei der
Herstellung solcher Formkörper üblichen organischen und anorganischen pulver- oder Faser-förmigen Zuschlagstoffen
kombiniert werden.
Im folgenden sei die Wirksamkeit der beanspruchten Katalysatoren an Hand von Beispielen verdeutlicht. Die Mengenangaben
verstehen sich in Gewichts-prozenten bzw. -teilen.
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Zu 100 Teilen eines Alkydharzes, 75 %±g in Xylol, aus 32
Teilen Phthalsäureanhydrid, 10 Teilen Adipinsäure, 44 Teilen Trimethylolpropan und 23 Teilen einer gesättigten Fettsäurefraktion mit einer Kohlenstoffkettenlänge von C7 bis C. ^,
mit einer Säurezahl von ca. 10, einer OH-Zahl von ca. 150, einer Viskosität von ca. 40 Sekunden, gemessen an einer
50 %igen Lösung in Xylol im DIN-Beeher 4 bei 20° C und einem
mittleren Molgewicht von ca. 1200, werden 150 Teile Titandioxid (Rutil) und 0,8 Teile Soligen Ca ( 4 % flüssig) gegeben.
Diese Mischung wird zweimal auf dem Dreiwalzenstuhl angerieben.
Die erhaltene Paste wird mit 88 Teilen des oben beschriebenen Alkydharzes , 75 %±g in Xylol und 84 Teilen eines handelsüblichen
partiell Butanolverätherten Melaminharzes, 55 %ig
in Butanol, aufgelackt und nach Zugabe von 2 Teilen Siliconöl Bayer A, 1 %±g in Xylol
50 » Xylol
5 Teilen Butanol
7,5 " Glycolsäure-Butylester
mit Xylol auf eine Spritzviskosität von 20 Sekunden im DIN-Becher 4 eingestellt.
Der so hergestellte Lack wird ohne und mit Zusatz von 1,5 %
einer 20 %igen Lösung von p-Toluolsulfonsäure in Isopropanol
bzw. der äquivalenten Menge von Propylenglykol-1,3-benzolsulfona£
auf Glasplatten aufgespritzt und 15 Minuten bei 180° C eingebrannt. Die erhaltenen Lackfilme zeichnen sich,
durch guten Glanz, Glanzhaltung bei Temperaturbelastung, gute Elastizität und Haftfestigkeit sowie gute Beständigkeit gegen
Lösungsmittel aus. Die unterschiedliche Aushärtung ist aus nachstehenden Zahlen ersichtlich. Gemessen wurde die Pendelhärte
nach König gemäß DIN 53 157.
geändert gemäB Eingabe
eingegangen am „.sj..\j(..{.(../.?jcL...
eingegangen am „.sj..\j(..{.(../.?jcL...
Lo A 13 535 ^sr i !<*-*(¥- - 6 -
203837/0921
| 2107239 | |
| Einbrennbed. | Pendelhärte |
| 1-5' 180° C | 100" |
| 15' 180° C | 165" |
| 15' 180° C | 159" |
ohne Katalysatorzusatz
mit p-Tolzolsulfonsäure
mit p-Tolzolsulfonsäure
mit.Propylenglykol-1,3-benzolsulfat
Der oben beschriebene Weißlack zeigte ohne und mit Zusatz
des erfindungsgemäßen Katalysators auch nach längerer Lagerung
praktisch keinen Viskositätsanstieg. Der Vergleichslack mit p-Toluolsulfonsäure erwies sich als nur begrenzt lagerfähig,
er war nach 14 Tagen bei Raumtemperatur nicht mehr spritzfähig.
Der in Beispiel 1 beschriebene Weißlack wurde unter Zusatz M
von äquivalenten Mengen einer Reihe von erfindungsgemäßen Katalysatoren vergleichend gegen p-Toluolsulfonsäure bzw.
p-Toluolsulfonsäure-Morpholinsalzhaltige Lacke bei 50° C
auf Viscositätsstabilität geprüft. Die Lacke wurden mit Xylol auf eine Viskosität von 50 Sekunden, gemessen in DIN-Becher
4 bei 20° C, eingestellt. Wie aus nachstehender Tabelle ersichtlich, zeigten die Lacke ohne und mit Zusatz
der erfindungsgemäßen Katalysatoren nach 14 Tagen Lagerung relativ geringen Viskositätsanstieg. Der Zusatz von p-Toluolsulfonsäure
bzw. von dessen Morpholinsalz verursacht nach dieser Belastung eine Gelierung der Lacke.
Zusatz - Viskositätsanstieg nach 10 Tagen J
. Lagerung bei 50 C
ohne · gering
p-Toluolsulfonsäure geliert
p-Toluolsulfonsäure-Morpholinsalz geliert
Propylenglykol-1,3-ditosylat gering
Propylenglykol-1,3-dibenzolsulfonat gering
p-Toluolsulfonsäuremethylester gering
p-To luolsulf oiisäure-p-nitrobenzylester gering
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0,3 Teile eines bei Raumtemperatur festen Polyesters (Erweichungspunkt nach DIN(53 180) 82 - 84° C) auf Basis
von Terephthalsäure, isend Glycerin mit ' einer Viskosität der 40 %igen Lösung in Äthylglykolacetat
von 50 Sekunden, gemessen im DIN-Becher Nr. 4 bei 20° C, werden in einem Kneter bei einer Temperatur von 100 C mit
7 Teilen Hexamethoxymethylmelamin (Cymel 300, der Firma
Cyanamid) und 30 Teilen Titandioxid (Rutil) 15 Minuten gemischt. Dem Ansatz wurden nun 1,2 Teile p-Toluolsulfonsäuremethylester
zugegeben, und es wurde während weiterer 10 Minuten im Kneter bei 100 C gemischt. Die Masse wurde
erkalten gelassen, gemahlen und elektrostatisch auf Bleche versprüht. Die Bleche wurden 15 Minuten bei 200° C eingebrannt.
Man erhielt gut haftende, lösungsmittelfeste Überzüge von ausgezeichneter Elastizität und Härte.
Wurde auf die Zugabe von p-Toluolsulfonsäuremethylester
verzichtet, so trat unter den angegebenen Einbrennbedingungen keine Härtung ein. Die Überzüge blieben löslich und spröde.
Bei Zugabe von p-Toluolsulfonsäure geliert ein oben beschriebener
Ansatz bereits nach wenigen Minuten während des Mischvorganges im Kneter.
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Claims (3)
1) Verwendung von Verbindungen, die mindestens einmal die
Gruppierung
-0-SO2-R1
an einem Rest R" enthalten, wobei
R1 Aryl oder Alkyl und
R" Alkyl, Cycloalkyl, substituiertes Alkyl, insbesondere substituiertes Aralkyl wie
"CH2"Y
0OH
bedeuten,
als Zusatz in Methylol- und/oder verätherten Methylolgruppenhaltigen
Polymeren oder Polymergemischen.
2) Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Sulfonsäureester der allgemeinen Formel
R" R" R"
-C - C - C-, Ii
R" H R"
R R R
R»-SO5-O-C - C - C-O-SO~-R·
2 , Ii 2
worin
R1 Aryl und/oder Alkyl und R" Vaeserstoff und/oder Alkyl bedeuten,
verwendet werden.
3) Verwendung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Anteil der Sulfonsäureester, bezogen auf das Bindemittel von 0,01 bis 10 Gew.-9u, vorzugsweise, von
0,05 bis 3 Gew.-# beträgt.
Le A 13 555 - 9 -
209 83 7/0921 BAD ORIGINAL
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