DE218719C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C12—BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
- C12C—BEER; PREPARATION OF BEER BY FERMENTATION; PREPARATION OF MALT FOR MAKING BEER; PREPARATION OF HOPS FOR MAKING BEER
- C12C1/00—Preparation of malt
- C12C1/027—Germinating
- C12C1/047—Influencing the germination by chemical or physical means
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
~~ M 218719 KLASSE 6 b. GRUPPE
VALENTIN LAPP in BERLIN.
. Zur Herstellung von Bierwürzen wird bisher in der Hauptsache gemälzte Gerste u. a. mit
Beimischung von Rohfrucht verwendet. Die Aufschließung des Malzes, wie sie seither geschehen
ist, erschöpft aber dieses nicht vollständig, sondern es bleibt immer noch ein
Teil von Stärke und sonstigen Extraktivstoffen ungelöst in den Trebern zurück. Das
gleiche gilt von der Rohfrucht. Bei der Um-Wandlung der Gerste in Malz tritt ebenfalls
ein starker Verlust an wertvoller Substanz ein.
Es muß beim Mälzen danach gestrebt werden,
die sehr widerstandsfähige Hülle, in welcher die Stärke eingeschlossen ist, zu lockern, um
dadurch die Stärke teilweise frei und der späteren Auflösung leichter zugänglich sowie
die unlöslichen Eiweißstoffe löslich zu machen. Dies konnte bisher nur in sehr unvollkommener
Weise geschehen, weil die Gerste, um ihre Keimkraft nicht zu vermindern oder aufzuheben,
nur verhältnismäßig sehr niedrigen Trocknungstemperaturen ausgesetzt werden und der
Wassergehalt der Gerste nur teilweise. entfernt werden darf. Eine künstliche Trocknung der
Gerste findet ja überhaupt nur statt, wenn sie infolge großer Niederschläge während der
Ernte einen sehr hohen Wassergehalt erhalten hat; in normalen Erntejahren wird sie überhaupt
nicht getrocknet. Eine geringe oder langsame Trocknung der Gerste vermindert aber die Schwierigkeit ihrer Aufschließung
durchaus nicht, weswegen auch die Auflösungs-35
40
arbeit in der Mälzerei eine so lange Dauer, nämlich 3 bis 4 Tage zum Weichen, 8 bis 10
Tage zum Keimen und 2 Tage zum Darren, beansprucht und außerdem einen großen Substanzverlust
bedingt.
Die Erfindung gibt nun ein Verfahren an die Hand, nach welchem die Vorbereitung des zur
Herstellung von Bierwürze bestimmten Getreides bereits innerhalb weniger Stunden erfolgt.
Dies wird mittels der Verbindung von einzelnen größtenteils bekannten Maßnahmen
erreicht, nämlich dadurch, daß das Getreide einem hohen hydraulischen Druck ganz kurze
Zeit ausgesetzt, sodann plötzlich von diesem Druck entlastet, von seinem Wassergehalt befreit,
eventuell leicht gekeimt, gedarrt und hierauf mit Luft von gewöhnlicher Temperatur
gesättigt wird. Hierauf wird das so vorbereitete Korn zerkleinert und in einem Druckgefäß
unter Zusatz von Luftmalz oder einem Auszug von Luftmalz einem hohen Druck ausgesetzt
und sodann vermaischt.
Das Verfahren geht in folgender Weise vor sich: '
Zunächst wird die Gerste ohne Rücksicht auf die Unverletztheit ihrer Hülsen derartig
scharf gewaschen, daß ihre Hülsen teilweise schon aufgerissen und beseitigt werden. Nachdem
die Gerste abgespült und vollkommen rein ist, wird sie sofort in ein Druckgefäß gebracht
und darin in Berührung mit Wasser dem hohen Druck von 25 bis 40 Atmosphären ausgesetzt,
60
jedoch nicht mit kaltem, sondern mit warmem Wasser von 40 bis 45 bis höchstens 50° C.
Unter diesem Druck nimmt die Gerste innerhalb 10 bis spätestens 20 Minuten 40 bis 45 Prozent
Wasser auf. Das überschüssige Wasser' wird dann sofort unter Druckentlastung abgelassen,
wodurch die Getreidehülsen eine weitere Lockerung erfahren.
In Ländern, wo die Vormälzung der Rohfrucht brausteuergesetzlich nicht vorgeschrieben
ist, wird darauf sofort mit der Trocknung des Getreides begonnen, und zwar wird diesem
das Wasser mittels Vakuums innerhalb weniger Stunden bei einer Temperatur, die über 500C.
nicht hinausgehen soll, bis auf 7 bis 8 Prozent entzogen. Erst dann wird das Korn allmählich
bis auf ioo° C. erwärmt und dabei der Rest
des Wassers bis auf 1 Prozent ausgetrieben. Dann wird das Korn sofort auf Lufttemperatur
abgekühlt und neuerdings unter einen Luftdruck von etwa 10 Atmosphären 30 bis 50 Minuten
gestellt, wodurch das Korn wieder vollständig mit Luft gesättigt und schneller sudreif,
d. h. für die Verarbeitung auf Würze geeignet wird.
Das so vorbereitete Korn, das durch das Waschen und Darren seine Hülsen nunmehr
vollständig verloren hat und davon getrennt ist, wird in Mehl verwandelt, in ein Druckgefäß,
welches sich im Sudhaus befindet, verbracht, mit Wasser von gewöhnlicher Temperatur
vermengt, welchem 5 bis 15 Prozent Luftmalz oder ein Auszug dieser Malzmenge
zugegeben sind und sofort unter einen Druck von 25 bis 30 Atmosphären gesetzt. Die Temperatur
wird nunmehr unter fortwährender Bewegung des Maischgutes langsam erhöht, zunächst
bis auf 30 bis 350C, welche Temperatur 5 Minuten ohne weitere Erhitzung festgehalten
wird. Es wird dann weiter auf 45 ° C. erhitzt, so daß die Temperatur jede Minute
um i° unter fortwährendem Umrühren und Aufrechterhaltung des hohen Druckes gesteigert
wird. Bei 45 ° C. wird die Temperatur 5 Minuten konstant erhalten und dann weiter
langsam auf 65 ° C. erwärmt; bei 65 ° wird ebenfalls 5 Minuten mit der Temperatursteigerung
angehalten und dann weiter auf 70 bis 75 ° C. erwärmt, immer unter fortwährendem
Umrühren und langsamer Temperatursteigerung, um i° pro Minute. Nunmehr wird der
Druck abgelassen und die bis dahin gebildete Würze in der Hauptsache von den Trebern
abgezogen.
In Ländern, wo die Mälzung der Gerste steuergesetzlich vorgeschrieben ist, wird diese,
nachdem sie, wie angegeben, unter Druck geweicht ist, -zur Keimung gebracht, aber mit der Änderung,
daß das Weichwasser höchstens 28° C. warm ist. Das Wachstum der Gerste wird künstlich zurückgehalten und-{unterbrochen,
sobald die Keimung eben begonnen'hät,- Diese künstliche Keimung ist, wenn die Gerste, 1 wie
oben angegeben, vorbereitet war, innerhalb zweier Tage vollendet. Dieses gekeimte Malz
wird ebenso, wie oben für die Rohfrucht angegeben, von seinem Wassergehalt befreit und
wird im übrigen ebenso mit Luft weiterbehandelt, wie dies für das Darren von Rohgerste
ebenfalls oben angegeben ist. Die Gerste ist durch das Keimen etwas mehr in ihrem Gefüge
gelockert und auch etwas mehr aufgeschlossen, als dies ohne Keimung nach dem
vorliegenden Verfahren der Fall ist^ so daß man im Sudhaus mit einer Zugabe von 2 Prozent,
höchstens aber 5 Prozent Luftmalz auskommt.
Die nach vorstehendem Verfahren hergestellten Würzen vergären trotz ihrer hohen
Viskosität sehr lebhaft und besitzen ein außer-Ordentlich starkes Kohlensäurebindungsvermögen.
Die Gärung läßt sich ohne Eiskühlung und lediglich unter Kühlung mittels gewöhnlichen
Brunnenwassers und Anwendung eines kleinen Überdrucks in kurzer Zeit durchführen,
so daß sie schon während der kurzen Hauptgärung dem Endvergärungsgrad nahekommt.
Claims (2)
1. Verfahren zur Vorbereitung von zur Herstellung von Bierwürze bestimmtem
Getreide, dadurch gekennzeichnet, daß das Getreide unter Zusatz von warmem, eine
Temperatur von 50° C. jedoch nicht übersteigendem
Wasser einem Druck von ungefähr 25 Atmosphären oder mehr ganz kurze Zeit ausgesetzt, sodann plötzlich von
dem Druck entlastet, von . seinem Wassergehalt befreit, eventuell leicht gekeimt, gedarrt
und hierauf unter einem hohen Druck von etwa 10 Atmosphären mit Luft von
gewöhnlicher Temperatur gesättigt wird.
2. Eine Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Sättigung des gedarrten Getreides mit Luft in der Weise erfolgt, daß das Getreide
zunächst auf gewöhnliche Temperatur abgekühlt und dann unter hohen Luftdruck
gesetzt wird. ·
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE218719C true DE218719C (de) |
Family
ID=479918
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT218719D Active DE218719C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE218719C (de) |
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- DE DENDAT218719D patent/DE218719C/de active Active
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